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Alt 18.05.2004, 21:57   #21
Cor
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Zitat von WarpJunkie
Na ja .. Petersen hat einfach die Götter rausgelassen und sich etwas künstlerische Freiheit gegönnt .
Hab das so gesehen, dass er Interpretationsfreiraum lässt... Er zwar stellt die Götter nicht direkt dar, so mit Donner und Blitz wie in 60er Jahre Sandalenschinken. Aber z.B. durch den Tod von Achilles wird einem Freiraum gelassen, ist es wirklich reiner Zufall, dass Achilles, der zuvor mehrfach die Götter beleidigt hat, den Schuss in seine Verse bekommt ? Ist es nur Zufall, dass Achilles nach diesem Schuss in die Verse stirbt, obwohl er vorher nie geschlagen wurde ? Auf der anderen Seite kann man auch sagen, gerade wegen dieser Umstände ist ein Mythos entstanden - obwohl Achilles vielleicht nicht mehr als ein sehr guter Krieger war, der in einer ungünstigen Situation erwischt wurde. Das ganze wird als tatsächlich geschehen dargestellt, und nicht als Verfilmung der griechischen Mythologie. Homers Illias soll ja zum Teil auch auf realen Fakten basiert haben... Ich finde das eigentlich sehr positiv an dem Film, auch, dass man sich nicht sklavisch an das Original hält. Alles andere hätte dem Film IMO nur geschadet.

Über den Tod Achilles' gibt es meineswissens mehrere Versionen, die häufigere ist aber, dass er von Paris durch einen Pfeil getötet wird, den Apollon in Achilles Verse lenkt...
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Alt 19.05.2004, 00:27   #22
cmE
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Ich hatte die Geschichte in Latein übersetzt - kann mich aber nicht wirklich an den Inhalt erinnern. Aber das passt schon so. Der Film hat so wirklich Spannung aufgebaut. Die Inszenierung war sehr gut und die Schauspieler haben mir allesamt gut gefallen. 5,5 von 6 Sternen ...
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Alt 19.05.2004, 19:34   #23
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Ich denke, der Film konzentrierte sich, wie hier schon gesagt wurde, eher auf die reale Seite des Mythos Troja. ...Aber ich bin versucht, gerade darin den Fehler Petersens zu sehen.
Ich wollte ja nicht in Wolken stehende Sandalettengeister sehen, die Blitze und Blumen auf die Erde werfen - aber ein wenig stilisierter, göttlicher Wind, der erst beim zweiten Blick auffällt, hätte ich mir schon gewünscht. Doch durch die pragmatische, fast schon wissenschaftliche Sicht auf die Dinge wirkten die großen Eroberer, Helden und Statthalter auf mich ein wenig wie profane Lokalprominenz.
Ich hatte den Eindruck, mit den Figuren war man nur darauf aus, sie zu 'verheitzen'. Viele ihrer Motive blieben im Dunkeln, ihre großen Momente hatten die meisten Charaktere erst durch ihren Tod. Einzig der Niedergang Hectors kam mir einigermaßen angemessen vor.
Im großen und ganzen fühlte ich nach dem Film beinahe wie Fort Perfect (das schreibe ich nur, um nicht nochmal dasselbe schreiben zu müssen wie er...)
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Alt 21.05.2004, 23:05   #24
Captain
 
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Vorab:
->Homers Erzählungen über Troja sind ja auch nur ausgedachte Geschehnisse insofer ist es kein historien Film.

->Der Film will der Vorlage gar net entsprechen. Da steht ja "inspired by", innsofern sind die Änderungen imo in Ordnung. (Ich kenn die Iljas aber auch net insofern ist es mir auch egal *G*)

Ich muss sagen, dass der Film mich sehr an LOTR erinnert: Kameraeinstellungen (vorallen vor den Mauern von Helms Klamm..äh ich meine Troja), Bloom mal wieder mit dem Bogen unterwegs, Archilles stirbt mit drei Pfeilen in der Brust (zum Glück wurde der von Brad Pitt und nicht von Sean Bean gespielt) und dieser eingeshlossene König in der (Horn-)Burg...
Die gleichen Synchronstimmen von Bloom und Bean haben den Eindruck noch verstärkt.
Blöd war der Ton, also entweder ist es sau schlecht (schlechter als sonst Filem) synchronisiert oder die Bildspur schneller als die Tonspur.

Was Orlando Bloom angeht...naja auf jeden Fall kann man Fortschritte in seinem Spiel erkennen. Mir gefiel besinders die Szene in der von seinen Bruder gerettet werden muss. Zuerst großmäulig, dann voller Angst und am Ende liegt err am boden. Herrlich

Aber Sean Bean war echt großartig, voallem er ist nicht gestorben!!! Eric Bana ist auch große klasse und sieht zudem auch noch lecker aus *g* Aber nichts geht über Bean. Er ist ja der eigentliche Held der Geschichte überleg sich abend am Lagerfeier „mmh amn könnte doch ein riesiges Pferd bauen und sich drin verstecken.
Aber ich liebe ja solche "Sandalenfilme". Insegsammt was ein guter Fiilm, den ich mir sicherlich (schon alleine wegen Bana, Bean und Bloom) auf DVD kaufen werden.
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Alt 21.05.2004, 23:28   #25
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War gerade im Film und war positiv überrascht. Meiner Meinung nach passte nur Brad Pitt nicht in die Rolle. Der ist für andere Rollen besser geeignet, wie zum Beispiel Ocean Eleven, dort war er perfekt. Brad Pitt ist zu weich für den harten Achilles

MFG DarkAdmiral
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Alt 22.05.2004, 22:39   #26
Captain
 
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Hab heute nun auch endlich Troja gesehen. Hier meine Kritik zum Film (zugegeben, sie ist laaange):

Muss sagen ich bin ziemlich begeistert. Es gab zwar ein paar Maken im Großen und Ganzen ist der Film jedoch genial. Die Massenszenen und Schlachten waren atemberaubend, die Schauspieler sehr gut gewählt (ein Oscar für Peter O'Toole!) - mit Ausnahme von Helena vielleicht (sie sich selbst synchronisieren zu lassen war wohl eindeutig ne Fehlentscheidung) und es gab auch jede Menge ruhige Momente voller Gefühl.

Wüsste ich nicht, dass "Troja" zu ner Zeit gedreht wurde wo RotK noch nicht im Kino war würde ich eindeutig sagen, "Troja" habe sich verdammt viel von RotK abgeschaut. Nachdem dies jedoch unmöglich ist sage ich, beide Filme haben in Sachen Kammerafahrten, Massenszenen, Belagerung einer Stadt einfach etwas Geniales geschaffen dessen Stil wohl ähnlich 1999 der Matrix-Style noch oft kopiert werden wird.

Die Entscheidung die Illias ohne jegliche Mitwirkung der Götter zu gestalten gefiel mir eigentlich von Anfang an sehr gut. Dadurch wirkte das ganze viel realistischer da man immer das Gefühl hatte "so hätte es wirklich sein KÖNNEN".

Das Drehbuch weicht ziemlich oft von Homers Vorlage ab. Die wichtigsten Elemente sind jedoch drinnen. Höhepunkt des Filmes eindeutig wie Priamus Archilles um die Herausgabe von Hectors Leiche bittet. Schwach fand ich jedoch die Tatsache, dass Peterson nicht einmal versucht einen 10-jährigen Krieg zu beschreiben - alles kommt einem so vor als handle es sich eher um 10 TAGE.
Die finale Begegnung zwischen Hector und Archilles war einfach nur genial. Da einem beide mit der Zeit ziemlich ans Herz wachsen (Hector ist wohl sowieso der "edle Ritter von Troja" und auch Archilles wird einem durch seine Lovestory, die langsam aufkeimende Kampfesmüdigkeit und seine Fürsorge für seinen nun getöeten Cousin mit der Zeit ziemlich sympathisch) findet man deren Kampf auf Leben und Tod ziemlich bedrückend. Aus der Schleif-Szene hätte man jedoch eindeutig mehr machen können. Diese gefiel mir zum Beispiel in der TV-Odysseus-Verfilmung viel besser.

Obwohl der Film auch seine ruhigen Momente hat, die Hoffnungslosigkeit kommt meiner Meinung nach viel zu kurz. Man hätte die Schlachten und die Szenen vor der Einnahme wohl viel dramatischer machen können. Ich erinnere mich da so LotR -an die Kinder in den Höhlen bei Helms Klamm oder wie sie sogar kleine Jungen in Rüstungen steckten, oder Pippins und Gandalfs Gespräch über den Tod währen die Orcs Minas Tirith überrennen. Hectors Verabschiedung von seiner Familie drückt zwar auch ziemlich auf die Tränendrüse und fand ich auch gut gemacht ist jedoch meiner Meinung nach viel zu wenig.

Von Agamemnon als Bösewicht bin ich auch ziemlich enttäuscht. Wirkt irgendwie platt und zu klischeehaft. Der ganze Schluss wie Archilles versucht seine "Freundin" zu retten, diese von Agamemnon überfallen wird, er sie rettet und daraufhin von Paris erschossen wird ist meiner Meinung nach ziemlich kischeehaft und ließ mich im Kino eher kalt. Auch hier zwingt sich irgendwie der Vergleich mit RotK auf: Tolle Stimmung, super Action, episch (das vermisste ich irgendwie bei Troja) und sehr gefühlsbetont (Frodo und Sam am Ende ihrer Kräfte wo sie glauben sterben zu müssen bevor Gandalf sie mit den Adlern rettet).

Was die Brutalität anbelangt so finde ich es schon ziemlich krass, dass der Film ab 12 ist. Meinentwegen hätte man ruhig die 48 Sekunden mehr drinnen lassen können und den Film erst ab 16 machen. Denn für 12-Jährige ist wohl auch die geschnittene Fassung eindeutig nichts.

Zu guter letzt noch die Musik. Die paar Musikstücke die zu hören sind sind wirklich sehr schön und passen gut zur Stimmung des Films. ABER ... man merkt, dass die Musik in gerade mal 14 Tagen zusammengebestalt wurde. Denn im Grunde hört man (wie in ner Endlosschleife) die ganzen 2,5 Stunden die gleichen 2-3 Musikstücke so dass sie einem mit der Zeit einfach nur noch auf den Nerv gehen. James Horner ist meiner Meinung nach ein sehr guter Komponist (siehe "Braveheart", "Titanic" oder "Die Maske des Zorro") er hatte jedoch wohl eindeutig zu wenig Zeit mehrere Themes zu entwicklen (wenn ich da zum Beispiel an den Herrn der Ringe denke wieviele Musikstücke da zu hören waren).

Um zu nem endgültigen Fazit zu kommen. "Troja" ist ein verdammt gutes Unterhaltungs/Popcorn-Movie mit atemberabenden Effekten und auch keine Sekunde (und das bei ner Laufzeit von fast 3 Stunden) langweilig. Ein unvergessliches Meisterwerk wie "Der Herr der Ringe" ist es jeodch nicht geworden. Peterson hat den Film wohl zu Hollywood-like gemacht (viel Action, viel Lovestory, kaum die Tiefe Homers Erzählung erkennbar - der Stoff hätte genug Potential gehabt, damit der Film sich unter den GANZ GROSSEN KLASSIKERN einreiht). Trotzdem, vermutlich eines der besten Movies dieses Jahres und ein heißer Anwärter auf die diesjährige Oscar-Nacht:

Meiner Meinung nach
5 Sterne!

PS: Ne Umfrage zu dem Film wäre mit Sicherheit interessant.
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Alt 22.05.2004, 23:02   #27
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So, ich hab mir heute auch den Film angeschaut und weis nicht so recht wie ich ihn beurteilen soll, da er doch recht stark von der Vorlage abweicht. Deswegen werde ich ihn erst einmal frei bewerten und dann im Vergleicht mit der Sage.


Also so als Actionfilm hat mir Troja recht gut gefallen. Es gab große Schlachtszenen, teilweise doch sehr gute Dialoge und gute Schauspieler die ihre Rollen gut verkörperten.
Leider finde ich die starke Fixierung auf die Person des Achilles etwas schade, denn so kommen die anderen etwas zu kurz vor allem Odysseus, der genial von Sean Bean verkörpert wurde, aber auch die anderen liefern eine gute Leistung in ihren Rollen ab, vor allem der Vergleich von Priamos als gerechter aber auch harter König und dagegen Agammemnon als fieser Machtmensch und brutaler Eroberer.
Allenfalls die oft erwähnte Helena kann nicht immer überzeugen und ist eigentlich nur dazu da, um schön auszusehen und Brad Pitt als Achilles weis nicht immer zu überzeugen, da er der Rolle wenig Leben einhaucht - aber als unnahbarer Göttersohn passt es dan schon wieder.

Die Effekte sind natürlich wirklich gut und auch die Musik passr recht gut - würde sie sich nicht so oft wiederholen.

So würde ich dem Film locker seine 5 Sterne geben, aber es gibt einige Sachen, die mir im Vergleich mit dem Original etwas sauer aufgestoßen sind.

Allenvoran ist es die Darstellung von Agammemnon als quasi Bösewicht des Films, was so gar nicht der Vorlage entspricht. Insgesamt kommen fast alle griechischen Könige nicht gut weg. So hat Menelaos kein Problem damit seine Frau zu betrügen, ist aber tief gekränkt als sie deswegen abhaut und hat nur noch Rache im Sinn. Agamemmnon als rücksichtsloser Machtmensch schlägt in die selbe Kerbe ud Ajax ist zu einer Schlächterfigut verkommen. Einzig Qdysseus und Achilles werden halbwegs korrekt dargestellt, auch wenn Achilles Wankelmut auch nicht der Vorlage entspricht.
Dahingegen kommen die Trojaner schon fast zu gut weg und erscheinen als unschuldige Angriffsopfer und nicht als Mitschuldige der Affäre.
Und das Ende passt nun ja so gar nicht: Agammemnon und Menelaos sind tod, dafür darf Paris im Legolas Stil Achilles erschießen und dann mit Helena entkommen....
Auch dass der Trojanische Krieg innerhalb von 2 Wochen gewonnen wurde entspricht nicht dem Zermürbungskrieg der Vorlage...

So gebe ich dem Film dann mal 4 Sterne oberwohl die Tendenz zu 5 doch stärker ist...
Souvreign ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2004, 00:14   #28
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Zitat:
Zitat von Souvreign
So würde ich dem Film locker seine 5 Sterne geben, aber es gibt einige Sachen, die mir im Vergleich mit dem Original etwas sauer aufgestoßen sind.

Allenvoran ist es die Darstellung von Agammemnon als quasi Bösewicht des Films, was so gar nicht der Vorlage entspricht. Insgesamt kommen fast alle griechischen Könige nicht gut weg. So hat Menelaos kein Problem damit seine Frau zu betrügen, ist aber tief gekränkt als sie deswegen abhaut und hat nur noch Rache im Sinn. Agamemmnon als rücksichtsloser Machtmensch schlägt in die selbe Kerbe ud Ajax ist zu einer Schlächterfigut verkommen. Einzig Qdysseus und Achilles werden halbwegs korrekt dargestellt, auch wenn Achilles Wankelmut auch nicht der Vorlage entspricht.
Dahingegen kommen die Trojaner schon fast zu gut weg und erscheinen als unschuldige Angriffsopfer und nicht als Mitschuldige der Affäre.
Und das Ende passt nun ja so gar nicht: Agammemnon und Menelaos sind tod, dafür darf Paris im Legolas Stil Achilles erschießen und dann mit Helena entkommen....
Auch dass der Trojanische Krieg innerhalb von 2 Wochen gewonnen wurde entspricht nicht dem Zermürbungskrieg der Vorlage...
Angesichts der Tatsache, das Homer 400 Jahre nach den angeblichen Ereignissen gelebt hat und sich das meiste wohl doch nur ausgedacht hat, könnte es damals (wenn überhaupt) genausogut so passiert sein, wie Petersen es darstellt.

Leute, ihr müsst euch mal klar machen, das die Ereignisse von Troja 3200 Jahre zurückliegen. Niemand weis was damals passiert ist. Keiner kann sicher sagen, das der trojanische Krieg wirklich stattgefunden hat. Auch Homer nicht. Die Fachwelt ist immer noch gespalten ob er einfach nur ein guter Geschichtenerzähler war oder auf wundersame Weise in einer Zeit hauptsächlich mündlicher Überlieferungen die Berichte über Troja in die Ilias umgewandelt hat. Denn selbst er hat sich dasselbe erlaubt wie Petersen ... er gönnte sich etwas künstlerische Freiheit und hat einfach nur eine spannende Geschichte erzählt. Den Film also schlechter zu bewerten, nur weil Wulfgäng sich eben jene künstlerische Freiheit zugunsten der Dramatik erlaubt hat, ist imho Blödsinn. Nicht umsonst stand in den Credits "Inspired by Homers Iliad" und nicht "exakte wortwörtliche Umsetzung von Homers Ilias". Und um das noch mal zu betonen, Homer hat 400 Jahre nach den in der Ilias beschriebenen Ereignissen gelebt ... es war ihm also nahezu unmöglich die Ereignisse korrekt wiederzugeben (so sie denn überhaupt stattgefunden haben).

WJ
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WarpJunkie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2004, 23:08   #29
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Ich hab nur zwei Dinge zu sagen:

- für Popcorn Kino wunderbar gemacht, von den Kostümen über die Cast-Entscheidungen bis hin zu den Actionszenen war der Film unterhaltsam, spannend und hat mich die drei irgendwas sehr gefesselt. 5 1/2 Sterne für den Actionfilm!

- für die Erwartungen, die allein der Trailer schon geweckt hat, nämlich eine Umsetzung der Sage ist es eine Katastrophe gewesen...
Ich hab ja wirklich keine Umsetzung ala "Romeo und Julia" erwartet, wo eine Fassung komplett nachgesprochen wird... aber: der ganze Krieg in 17 Tagen vorbei (der schiere Wahnsinn! dümmer geht es nicht!), es sterben Leute, die hätten leben sollen und umgekehrt, da muss jemand eine billige chinesische Comicfassung der Ilias gefunden haben nach der man sich richtete, mit Homers genialem Epos hat das nichts zu tun. Schade... aber "2800 Jahre erzählte man sich den Mythos, jetzt wird er verfilmt" hätte etwas anderes bedeuten müssen. 0,00000 Sterne für die Sagenumsetzung


Aber wenigstens hat Petersen meinen Lieblingstrojaner angemessen eingebaut: Aenaeas

Ich hoffe nur, dass wir von den Fortsetzungen: "Troy II - The Odyssey in 10 Days" und "Troy III - The Fight for the Foundation of Rome" (wo Aenaeas Rom dann DOCH in einem Tag erbaut ^_^) verschont bleiben werden...
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Alt 23.05.2004, 23:29   #30
JLP
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Zitat:
Zitat von HanSolo
Ein unvergessliches Meisterwerk wie "Der Herr der Ringe" ist es jeodch nicht geworden.
Ich stimme mit deiner Kritik in weiten Teilen überein, ich will im Gegensatz zu dir jedoch keinen zwanghaften Vergleich zu LotR herstellen, da da im Prinzip jeder Film nur den kürzeren ziehen kann.

Was der springende Punkt ist an dem man Troja überhaupt nicht mit LotR vergleichen kann ist der Kampf Gut gegen Böse! Es gibt in Troja kein Gut gegen Böse, bei Herr der Ringe ist aber genau das der zentrale Punkt. Hm ich persönlich finde bzw. fand gerade beim Herrn der Ringe dieses Konflikt Gut-Böse das "banalste" im ganzen Film, denn dieser Konflikt wurde in meinem Kopf schon mit der alten Star Wars Trilogie ausgetragen, nur darauf bezogen war LotR für mich "leider" nur ein Sequel.

Bei Troja ist genau das das faszinierende das auf beiden Seiten nette Leute gegen ihr tragisches aber unvermeidliches Schicksal ankämpfen und dann doch (fast) alle verlieren.

Troja bekommt verdiente 4 Sterne von mir, wäre der Soundtrack noch besser und die Synchro nicht zum Teil so grauenvoll würde es auch für 5 fast reichen!
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Alt 23.05.2004, 23:31   #31
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Ich dachte immer, den schriebe man Aeneas, aber vielleicht hast dich ja auch du vertan. Aber ich empfand es auch als nette Anspielung auf den weiteren Verlauf, besonders gefallen hat mir, dass auch sein gebrechlicher Vater (er trug irgendetwas, hatte er die Hausgötter mit?) mit von der Partie war.

Deinem ersten Absatz stimm ich im Wesentlichen zu, ein toller Actionfilm, an dem im Wesentlichen alles gepasst hat.

Aber als ganz so katastrophale Umsetzung der Ilias wie du hab ich es nicht empfunden. Das erinnert mich ein bisschen an die HdR-Debatte und auch dort war ich auf der Seite derer, die die Buchänderungen als nicht so schlimm empfanden. Was mir als Kenner der Ilias als Negativstes auffiel, war eben die Tatsache, dass viele, die den Tod verdient haben, leben und viele die leben, tot sind. ( ) Gerade bei Menelaos und Paris stieß mir das ziemlich sauer auf (auf die anderen Charaktere komme ich noch zu sprechen). Und die zweite Sache, die mir nicht gefiel, war das hollywoodmäßige Ende. Okay, dass Achilleus in Troja stirbt, war aus filmtechnischen Gründen (er die Hauptperson) nachvollziehbar, aber das Ende war einfach zu harmlos, hier wäre eine genauere Umsetzung mit FSK 16 (nein, Proton, ich brauche sowas nicht, aber ich find die Stellen im Buch so genial). Das brennende Troja sah echt bedrückend aus, aber da gibts 3 Stellen in der Ilias, die wirklich arg und klasse sind. 1. wäre da mal Priamos Ende, das im Film eh rüberkam, aber in der Geschichte noch drastischer ist. Ein zitternder, alter Greis, der in seiner Küche mit einem dort herumliegenden Schlachtmesser enthauptet wird. 2. der Sohn Hektors als letzter Überlebender der troj. Königsfamilie muss sterben, auch wenn er nur ein kleines Kind ist (obwohl ... ich WILL sowas im Film eigentlich nicht sehen, weiß net so recht ...) und zuguterletzt 3. Kassandra, die am Altar der Athene von Ajax vergewaltigt wird, dass sogar das Standbild der Athene das Haupt abwendet. Diese Szene ist so bildhaft, die hätte doch hinein MÜSSEN.

Aber ansonsten kann ich die Änderungen (es sind soviele, dass ich sicher nicht alle aufzähle ) durchaus verstehen. Der Krieg dauert halt im Film keine 10 Jahre, das lässt sich dramaturgisch nicht machen. Wie willst du sowas darstellen? Der Erzähler? Grundsätzlich gute Idee, aber es wirkte einfach doof, wenn der Erzähler von 9 Jahren Krieg berichtet und mit "und im 10. Jahr begann die richtige Action" eingeblendet wird. 9 Jahre Krieg und alle Helden leben noch? Was is denn die 9 Jahre passiert, wenn sich da eh nur alles um diese eine Stadt dreht? Würden sich die Filmseher dann fragen und ich frage mich das manchmal auch noch. ^^ Also von daher ist eine Verkürzung doch durchaus logisch. Der Tod von jeweils Ajax und Agamemnon ist doch auch verständlich. Ajax starb im Kampf, weil man Hektor als wirklich großen und gefährlichen Kämpfer hat darstellen müssen (was er auch war, aber in der Geschichte hat er nicht mal Ajax besiegt), der auch Achill Stress machen kann und Agamemnon starb in Troja, um seine Geschichte noch dort aufzulösen ... was gibts denn noch für wirklich große schlimme tragische Änderungen? Okay, Agamemnon war - obwohl klasse Schauspieler - ein klassischer Bösewicht, das kommt in der Ilias net so rüber und generell wurden die Charaktere ein bisschen verändert ... aber rechtfertigt das 0,0000 ?
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Edain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2004, 00:10   #32
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Zitat:
Zitat von Sternengucker
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Ich hab ja wirklich keine Umsetzung ala "Romeo und Julia" erwartet, wo eine Fassung komplett nachgesprochen wird... aber: der ganze Krieg in 17 Tagen vorbei (der schiere Wahnsinn! dümmer geht es nicht!), es sterben Leute, die hätten leben sollen und umgekehrt, da muss jemand eine billige chinesische Comicfassung der Ilias gefunden haben nach der man sich richtete, mit Homers genialem Epos hat das nichts zu tun. Schade... aber "2800 Jahre erzählte man sich den Mythos, jetzt wird er verfilmt" hätte etwas anderes bedeuten müssen. 0,00000 Sterne für die Sagenumsetzung
Und ich sach noch ...

Zitat:
Zitat von JLP
Troja bekommt verdiente 4 Sterne von mir, wäre der Soundtrack noch besser und die Synchro nicht zum Teil so grauenvoll würde es auch für 5 fast reichen!
Dann kann ich dir nur das englische Original ans Herz legen, dann wirst du dem Film auch 5 Sterne geben

WJ
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Alt 24.05.2004, 21:45   #33
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Also, ich muß mich zusätzlich noch über den Soundtrack auslassen: ...
Jou, jou, der gute James Horner...
Während ich dieses Machwerk 'genoss', sah ich doch tatsächlich mehrere Male vor meinem geistigen Auge ST:TWoK aufblitzen!
Ich bin recht enttaeuscht von Horner. Er ist wohl soetwas die der Rick Berman in der Komponistenriege... -> Kaum neue Ideen, dafür haufenweise altes, aufgewärmtes Material, und diesen zu allem Überdruß noch in minderer Quali.<-
Weit und breit keine eindringliche Melodie, keine bekannte Hymne, die man nach verlassen des Kinos ohne Unterlass vor sich hinpfeifen muss. Hinzu kommt eine himmelschreiende Inkonsequenz, der Soundtrack springt von einer Stilrichtung zur anderen - mal kitschige Fanfaren (ich sag nur ST:TWoK), mal seeeehr einsame Trommeln, mal uninsprierter, weiblicher Gesang, auch gänzlich ohne Begleitung...
Er schaffte es kein einziges Mal, bei mir einen angemessenen Schauer zu erzeugen...
Und das ist schade.

EDIT: Ich kann nur hoffen, dass der 'andere Deutsche' in Hollywood seinen Job etwas besser macht/ bzw. einen besseren Komponisten angagierte. Also allein der Trailer von 'TDaT' hat mir bereits ein wohliger Schauer bereitet (uahaha lechz )
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Tantalus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2004, 20:55   #34
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War heute Mittag drin (die 4 Lateinkurse unserer Schule). Der Film war ziemlich lang (Überlänge), aber die hat sich gelohnt. Es gab wohl einige Abänderungen des Original-Epos, aber allzu schwerwiegend fand ich das nicht... Laokoon ist aufgetreten, weiß ich aber nur, weil mich im Nachhinein jemand darauf hingewiesen hat. Sein Name ist nicht gefallen und die Seeschlangen haben nicht zugeschlagen. Nun gut, es war eine recht realistische Interpretation der Ilias (Fantasy-Elemente aus und vor). Ein paar Minuten hab ich geschlafen, da hab ich aber vermutlich nichts verpasst. Allgemein fand ich den Film echt spitze.

P.S.: Das trojanische Pferd war trotzdem hässlich!!!!!
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(Andrè Breton)
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Alt 25.05.2004, 21:19   #35
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Hm, Laookon kam vor? Wo denn? Auf Anhieb fiele mir nur der Hohepriester im königlichen Rat ein, der was vom Vogelflug erzählte.

Das trojanische Pferd war hässlich. Ja ... und? Steht denn irgendwo geschrieben, dass das irgendwie wunderschön und prächtig war, oder hab ich was versäumt? Die Griechen hatten ja kein Eibenholz und Mahagoni zur Verfügung, zumindest nicht dort im Krieg ...
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Alt 25.05.2004, 21:46   #36
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Also ich muss sagen, ich war ein klein wenig vom Film enttäuscht.
An sich, wie die Effekte etc. eingesetzt wurden, war wirklich gut, da kann man nichts sagen. Und es war eigentlich auch die ganze Zeit spannend. Ich fande es nur blöd, wie Paris dargestellt wurde. Nämlich als Feigling. Ich habe bisher noch kein Buch gefunden, dass beschreibt, wie sich Paris bei einem Zweikampf zurück zieht.
Außerdem finde ich, hätten sie sich ruhig etwas mehr an die Ilias halten sollen. So finde ich hätten sie zumindest am Anfang erwähnen sollen, wie genau es zum Trojanischen Krief kam, sprich die Götter hätten Erwähnung finden sollen. Außerdem überlebt Paris den Krief nicht!


Zitat:
Zitat von Edain
Hm, Laookon kam vor? Wo denn? Auf Anhieb fiele mir nur der Hohepriester im königlichen Rat ein, der was vom Vogelflug erzählte.
Ich könnte mir vorstellen, dass es da war, als der Reiter der Trojaner die ganzen Schiffe hinter dem Hügel entdeckt hat und "erschossen" wurde. Schließlich hat Laokoon auch den Betrug der Griechen entdeckt und wurde erwürgt. So passt das ein wenig zusammen. Ist aber nur eine Vermutung von mir.
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Alt 26.05.2004, 01:10   #37
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Zitat:
Zitat von Edain
Ich dachte immer, den schriebe man Aeneas, aber vielleicht hast dich ja auch du vertan. Aber ich empfand es auch als nette Anspielung auf den weiteren Verlauf, besonders gefallen hat mir, dass auch sein gebrechlicher Vater (er trug irgendetwas, hatte er die Hausgötter mit?) mit von der Partie war.
Nö, bei Schwab/Carpenter heisst es Änäas im griechischen Ainaias. Nur die Engländer/Amis schreiben es hinten ea... sind wir Engländer/Amis?

Sollte sich auf der DVD besser nachvollziehen lassen, ob und was der alte trug... wären es die Laren wär das wirklich die authentischste Szene des ganzen Films

Zitat:
Aber als ganz so katastrophale Umsetzung der Ilias wie du hab ich es nicht empfunden. Das erinnert mich ein bisschen an die HdR-Debatte und auch dort war ich auf der Seite derer, die die Buchänderungen als nicht so schlimm empfanden.
Wenn du dich erinnern magst war ich das DA auch... weil es nicht an die Substanz ging. 9,9 Jahre und schöne Episoden wie Penthesilea rauszustreichen halte ich für den falschen Weg, vor allem wenn man eben die Werbung für das Filmchen mit in Betracht zieht...

Zitat:
Was mir als Kenner der Ilias als Negativstes auffiel, war eben die Tatsache, dass viele, die den Tod verdient haben, leben und viele die leben, tot sind. ( )
Grade die beiden tragischen Heimkehrer Menelaos und Agamemnon haben das nicht verdient gehabt.

Zitat:
Gerade bei Menelaos und Paris stieß mir das ziemlich sauer auf (auf die anderen Charaktere komme ich noch zu sprechen). Und die zweite Sache, die mir nicht gefiel, war das hollywoodmäßige Ende.
War sogar noch halbwegs erträglich, die schlimmsten Sünden waren ja schon vorher da (Todesfälle/Leben, das Fehlen von Laokoon und Teile der Bryseis-Geschichte "Du hast deinen Vetter verloren und nahmst mir den meinen" *Schwulst-Murks*). Das Ende passte zu dem Rest ja schon dazu...und bis auf die merkwürdige Idee, dass man das Tor nicht einreissen musste um das Viech reinzuzerren war es doch packend inszeniert

Zitat:
Okay, dass Achilleus in Troja stirbt, war aus filmtechnischen Gründen (er die Hauptperson) nachvollziehbar, aber das Ende war einfach zu harmlos, hier wäre eine genauere Umsetzung mit FSK 16 (nein, Proton, ich brauche sowas nicht, aber ich find die Stellen im Buch so genial).
Das fällt für mich in die gleiche kategorie wie die lustigen Massenszenen... (haben vorher so nen Bohei um die Massenschlachten gemacht und dann wird jedesmal, wenn eine solche Szene ansteht das Bild Ultraweitwinkel und sehr unscharf naja, Filmischer Zwang eben, man kann es noch nicht scharf/nah herstellen... aber lustig fand ich es dann schon, anbetrachts der begeisterten Berichte in den Medien kurz vorher )

Zitat:
Aber ansonsten kann ich die Änderungen (es sind soviele, dass ich sicher nicht alle aufzähle ) durchaus verstehen.
Verstehen tue ich die schon... es ist eben bequemer es so zu machen, statt sich das Hirn ein wenig anzustrengen und nen Weg auszudenken wie man es auf die alte Tour hätte machen können....

Zitat:
Der Krieg dauert halt im Film keine 10 Jahre, das lässt sich dramaturgisch nicht machen. Wie willst du sowas darstellen? Der Erzähler? Grundsätzlich gute Idee, aber es wirkte einfach doof, wenn der Erzähler von 9 Jahren Krieg berichtet und mit "und im 10. Jahr begann die richtige Action" eingeblendet wird. 9 Jahre Krieg und alle Helden leben noch? Was is denn die 9 Jahre passiert, wenn sich da eh nur alles um diese eine Stadt dreht?
Und darum macht man das Gegenteil? 17 Tage für die MÄCHTIGSTE Militärmacht der Antike? Immerhin hat selbst Menelaos mit seiner 2-3 fachen Übermacht "Bammel" vor Troja Und da soll er nen "Blitzkrieg" hinkriegen? Gnarf... wie dumm sind denn die Kinozuschauer von heute, wenn sie nicht mal mehr wissen, dass ne Belagerung Ausdauer braucht?
Und es gibt - nicht zuletzt vom HdR bewiesen - durchaus Möglichkeiten, auch lange Zeitabläufe glaubhaft zu zeigen. (Wobei auch PJ sich um die wahre Zeit ja gedrückt hat indem er die 17 Jahre verschweigt, naja aber die 2000 Jahre waren beeindruckend genug gemacht )

Der Kontrast zwischen den "strahlenden Helden", die in einer Art WW I Aufbruchsstimmung quasi singend in die Schlacht zogen und den verhärmten, erschöpften Männern nach 10 Jahren "Grabenkrieg" ist doch einer der besten Aspekte an der Ilias... wozu das verschenken? Und ein wenig "jung geschminkt/alt geschminkt" wäre im Budget auch noch drin gewesen


btw... wieso mussten eigentlich Hektor und Paris erst auf "dicke Freunde" mit den Griechen spielen? das original mit der entführung während der Mann wech ist, war doch auch nicht schlecht... und die Prophezeihung mit der schönsten Frau die Paris bekommen soll hätte eigentlich auch noch reingepasst
Das ist irgendwie so ein lauernder Unterton im Film... man will lieber die aggressiven Seiten betonen und alles was erzählerisch ist oder Tempo kosten könnte weglassen... Zeit und Hintergrund nervt nur, lasst uns die Schlachten zeigen, das passt schon...
Und eben diese Sicht kann der Ilias nicht gerecht werden...

bei dem Schema ist die Odyssee eben auch nur ne Sache von einer Woche, komisch nur dass dann Penelope nach knapp nem Monat schon 200 Heiratskandidaten haben soll
__________________
⁂ Ich bin der Präsident, das war ein Tag in meinem Leben ⁂ Ich bin extrem erschöpft. ⁂
⁂ Ich habe alles gegeben. ⁂ Ich mach jetzt Bubu. Vor Gott sind alle gleich. ⁂
⁂ Ich brauche nur 4 Stunden Schlaf und die schlafe ich für Euch. ⁂

Besucht die Phantasieweide!
Sternengucker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2004, 13:28   #38
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Ausgenommen vom Soundtrack hat mir der Film doch gut gefallen und auch die vielen Änderungen im Vergleich zur Sage fand ich nicht besonders gravierend. Nur der zeitliche Verlauf des Krieges kam überhaupt nicht herüber - es kam einem eher so vor, als ob der ganze Krieg grade mal vier Wochen gedauert hat. Dass einige sterben, die hätten leben sollen und andersherum fand ich im Nachhinein nicht wirklich wichtig. Eine andere Kleinigkeit, die mich gewundert hat, war Aeneas, der erst am Ende seinen Auftritt hat. Paris fragt ihn doch allen Ernstes wer er sei - er erkennt seinen eigenen Schwager nicht.
Das allerschlimmste an dem Film ist die Musik. So einen grottenschlechten Soundtrack habe ich ehrlich noch nie gehört: unpassend, störend und einfach nur zum Kopfschütteln. Diese Musik hat wirklich einige gute Szenen kaputtgemacht. Dass dem Regisseur bei den Testvorführungen niemand gesagt hat, dass die Musik einfach nur scheisse ist. Sowas muss einem doch auffallen, bevor der Film in die Kinos kommt.
__________________
"I'll say one thing Spock. You never cease to amaze me."
"Nor I myself."
Troublegum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2004, 20:45   #39
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Ort: Gau - Bischofsheim
Beiträge: 505
Zitat:
Zitat von Edain
Hm, Laookon kam vor? Wo denn? Auf Anhieb fiele mir nur der Hohepriester im königlichen Rat ein, der was vom Vogelflug erzählte.
Wie gesagt, eine Mitschülerin von mir hat das behauptet, ich weiß auch nicht recht, wer das gewesen sein soll.

Zitat:
Zitat von Edain
Das trojanische Pferd war hässlich. Ja ... und? Steht denn irgendwo geschrieben, dass das irgendwie wunderschön und prächtig war, oder hab ich was versäumt? Die Griechen hatten ja kein Eibenholz und Mahagoni zur Verfügung, zumindest nicht dort im Krieg ...
Ich bin halt Besseres gewöhnt...

Nun gut, was unser Latein-Theaterstück betrifft, da hatten wir ein Schaukelpferd eingesetzt.... vielleicht halte ich jetzt besser meine Klappe....
__________________
Traum und Realität verschmelzen zu einer absoluten, höheren Realität oder Surrealität.

(Andrè Breton)
Orange ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2004, 20:04   #40
Lieutenant Junior Grade
 
Registriert seit: 18.03.2002
Ort: Kareel Prime
Beiträge: 1.052
Hallo ihr´s,

meine Lebensgefährtin und ich haben den Film nun auch gesehen, und fanden ihn toll. Das mag aber auch daran gelegen haben, daß wir uns vorallem Unterhalten lassen wollten, und nicht eine exakte, minutiöse wiedergabe der geschichtlichen Ereignisse über us ergehen lassen wollten. Dazu kann man auch in die Bücherei gehen. Das, was wir von der Geschichte/Sage um troja wussten, fanden wir im Film auch wieder, und waren damit auch zufrieden. Die Figuren waren, IOO, durch die Bank glaubhaft und hervorragend besetzt, wobei Peter O´ Toole und Julie Christie (die hier bisher seltsamerweise nicht erwähnt wurden) den Film durch ihre Mitwirkung adelten.
Und trotz seiner beeindruckenden Größe hatte der Film etwas von einer griechischen Tragödie, denn alle Figuren waren, auf die eine oder andere Art, "arme Schweine", die meisten waren Tod, und das Ende war ziemlich bitter.

Kurzum: Der Film bot zumindest uns das, was wir erwarten hatten: Die Geschichte um Troja in beeindruckenden Bildern, mit tollen Schauspielern spannend erzählt.
__________________
Es gibt noch viele Emotionen, die ich nicht nachempfinden kann: Wut, Hass, Rache. Aber ich bin nicht verblüfft von dem Wunsch, geliebt zu werden." Data "Ich möchte lieber ein einziges Leben mit dir verbringen, als alle Zeitalter der Welt allein zu durchleben." Arwen zu Aragorn Zum Vorta-Fanclub geht es hier.
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