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  • Poseidon




    Start: 12.07.2006

    Regie: Wolfgang Petersen
    Drehbuch: Mark Protosevich
    Schauspieler: Kurt Russell (Robert Ramsey), Josh Lucas (Dylan Johns), Richard Dreyfuss (Richard Nelson), Jacinda Barrett (Maggie James), Emmy Rossum (Jennifer Ramsey), Mike Vogel (Christian).....
    Kritik:Filmstarts

    Trailer:Movie Maze
    Also es gibt sehr unterschiedliche Meinungen zu diesen Film. Es ist wie man erkennen kann ein Remake des gleichnamigen Klassikers. In meiner Fernsehzeitung hat er eine Top-Bewertung bekommen.

    Die Besetzung ist mit Russel und Dreyfuss eigentlich sehr interessant. Die Effekte/Kulissen sollen der Hammer sein. Im Trailer sieht es schon mal gut aus. Angeblich belaufen sich die Produktionskosten auf 180 Mio$.

    Besser als "Der Sturm" ist der Film mit Sicherheit. Mal sehen ob ich reingehe. "Fluch der Karibik 2" steht auch noch an.

  • #2
    Ich will noch gar nicht viel zu diesem Remake sagen (kommt dann alles in einem ausführlichen "Review" in ca. 1 1/2 Wochen), der Trailer, die Besetzungsliste und die Aussagen von Wolfgang Petersen lassen aber nichts gutes erwarten.

    Kommentar


    • #3
      Die Kritiken, die ich bisher gelesen habe, verheißen nichts Gutes.

      Meist wird bemängelt, es handele sich um ein Remake, das zwar spektakulär in Szene gesetzt wird, aber die Charaktere sollen recht blass bleiben. Scheinbar wieder ein Remake, das die Welt nicht braucht...

      Naja, ins Kino gehen, vielleicht ist der Streifen doch nicht ganz so schlecht, wie er bisher gemacht wird.
      "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" (Andi Möller) - "Und jetzt skandieren die Fans wieder: Türkiye, Türkiye. Was so viel heißt wie Türkei, Türkei." (Heribert Faßbender) - "Das war ein wunderschöner Augenblick als der Bundestrainer sagte: Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht´s los!" (S. Freund) - "Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal." (L. Matthäus)

      Kommentar


      • #4
        Review:
        (Mit Spoilern)

        Ich bin ja ein großer Fan des Orginals von 1972 und stand dem Remake im Vorfeld sehr skeptisch gegenüber, habe mir den Film aber natürlich trotzdem angesehen.
        Mal sehen wie er denn nun war:

        Die neue Poseidon ist durchaus sehr schön designt, -wodurch sich meine erste Befürchtung grundsätzlich nicht bewahrheitete.
        Wie gesagt der erste Auftritt des neuen Schiffes fällt sehr gelungen aus, - allerdings mit einer Einschränkung: Die ganze Szene schreit einen so laut Effektaufnahme entgegen, dass man sich die Ohren zuhalten sollte.
        Natürlich wird sowas mit einer Effektaufnahme realisiert, aber man hätte es durchaus um einiges realer erscheinen lassen können.
        Auch die Innenkulissen sind eigentlich sehr schön designt. Der Ballsaal und das "Treppenhaus" wissen zu gefallen, auch die Brücke ist sehr schön.
        Schade ist, dass Petersen anders als im Original (die umgekehrte Treppe, der nur mit dem Weihnachtsbaum erreichbare Ausgang des mehrstöckigen Ballsaals, der Frisiersalon) nichts aus der Tatsache, dass das Schiff auf dem Kopf steht, macht. Man merkt das kaum und es gibt eigentlich keine Aktion der Passagiere, die nicht auch in einem nicht-umgekehrten aber ansonsten zerstörten Schiff hätte passieren können.

        Seine Charaktere führt Petersen eigentlich sehr nett und gelungen ein.
        Besonders die erste Szene mit Kurt Russel und Emmy Rossum hat mir gut gefallen.
        Insgesamt ist zwar ein Einstieg mit Routine, aber trotzdem denke ich, dass man Petersen dafür loben kann.
        Allerdings teilt sich das Original seine Zeit bis zur Katastrophe doch noch ein bißchen besser ein.

        So entspannte sich dort ein Konflikt zwischen dem Captain (heute schwer vorstellbar, aber Leslie Nielsen hat auch mal ernsthafte Rollen gespielt) und dem Vertreter des neuen Schiffseigners. Das der Captain dort den Kürzeren zieht ist mitverantwortlich für die Katastrophe und auch ansonsten wird vor dem großen Ereignis z.B. durch Funkgespräche in diese Richtung die Spannung aufgebaut.
        Bei Petersen nun aber schaut der Brückenoffzier mit dem Fernglas aus dem Seitenfenster worauf sich seine Augen vor Schreck weiten (sehr schlecht gespielt, - man merkt dem Schauspieler deutlich an, dass er nicht wirklich etwas gesehen hat) und er Gegenmaßnahmen einleitet.
        Natürlich ist dem Zuschauer bekannt, dass es zu dieser Katastrophe kommen wird, aber das heißt doch nicht, dass man zu diesem Punkt nicht dramaturgisch hinführen müsste.

        Die anschließende Szene, wenn der Offizier auf seinen Bildschirm starrt und sein Schiff auffordert sich zu drehen, ist ziemlich exakt aus Titanic entnommen.
        Was dort so gut funktiontierte, wirkt hier aufgrund der veränderten Situation nicht so recht passend.
        Das Original wäre hier wohl das deutlich bessere Vorbild gewesen.
        Der ausgelöste Alarm (sehr beeindruckend im Original) ist leider viel zu leise und geht in den anderen Hintergrundgeräuschen unter.

        Beim Zusammentreffen mit der Welle nutzt Petersen natürlich die Möglichkeiten der modernen Tricktechnik konsequent aus. Er zeigt hier sehr deutlich, wie das Schiff von der Welle verhältnismäßig langsam umgekippt wird (allerdings war davon schon sehr viel im Vorfeld z.B. im Trailer zu sehen).
        Die angekündigten 1 1/2 Drehungen des Schiffes sind nicht so grauenvoll, wie es sich anhörte, als man das erste mal davon gelesen hatte.
        Im Grunde liegt das Schiff nachdem es einmal unter Wasser war kurz auf der Seite um dann wieder unter Wasser zu verschwinden (wie das praktisch funktionieren sollte, sei mal dahin gestellt).
        Auch die Innenaufnahmen mit den herumfliegenden Passagieren sind sehr gut inszeniert.
        Trotz allem erreicht die Wellen-Katastrophe hier nicht ganz die dramatische Wucht des Originals.

        Weitere Effektaufnahmen sind dann übrigens recht selten: Man sieht immer wieder das Schiff von außen, wie es weiter kaputt geht und langsam untergeht, man sieht natürlich den Rumpf (insb. als die Passagiere das Schiff verlassen) und einige gut gemachte Feuer und Explosionen im Inneren.

        Bei den Schauspielern setzt Peterson auf eine Mischung aus verbrauchten Stars, die selbst zu ihrer großen Zeit nicht wirklich groß waren (Kurt Russel) und junger Talente (Emmy Rossum). Das Ensemble macht seine Sache wirklich nicht schlecht, kann aber natürlich nicht mit der alten Gruppe mithalten, die von den Leinwandgiganten Gene Hackman und Ernest Borgnine angeführt wurde.

        Der ständig spürbare Konflikt zwischen Hackmans Charakter Scott und Borgnines Rogo war ein wichtiger Pfeiler in der Handlung des Originals und war einer der Gründe, wieso der Film so gut war.
        Petersen stellt nun Dylan Johns (Josh Lucas) und Russels Robert Ramsey an die Spitze der Gruppe und diese haben nur eine kurze Diskussion darüber ,wer den nun der große Hecht ist (nichts worüber die Zwei mehr als drei Sätze verlieren würden). Im weiteren Verlauf des Films haben sie sich aber wirklich lieb und lassen in ihrem Wettkampf um den Titel des "Local Hero" lieber Taten sprechen. Das ganze geht meiner Meinung nach unentschieden aus, auch wenn es schließlich Lucas ist, der die anderen Passagiere rausführen darf und im "Treppenhaus" einen wahnwitzigen Actionhelden-Stunt hatte.

        Kurt Russel betrachte ich wie gesagt als verbraucht, aber er macht hier einen guten routinierten Job.
        Josh Lucas wünsche ich irgendwann mal ein wirklich gutes Filmprojekt. Ich habe auch hier wieder den Eindruck, dass er eine ganze Menge kann und sehr gut die Heldenrolle übernehmen kann, aber einen Durchbruch wird er auch mit "Poseidon" kaum erreichen können.

        Hinzu kommt Christian der Verlobte von Ramseys Tochter Jennifer.
        Er erreicht zwar nicht den Heldenstatus der beiden zuvor Genannten, gibt sich aber alle Mühe und würde sich gegen Ende am liebsten opfern, indem er eine absurd lange Strecke zum Maschinenraum tauchen will um die Maschinen abzuschalten. Ramsey, Christian und Jennifer stehen zueinander im gleichen Verhältnis wie Bruce Willis, Ben Affleck, und Liv Tyler in "Armagedon". Ist einem dies erst bewußt geworden, weiß man natürlich auch, wie das ganze enden wird.

        Das war nun also der dritte starke männliche Heldencharakter und das erscheint vielleicht doch als etwas viel, wenn es als Gegengewicht nicht einen einzigen weiblichen Charakter gibt, der durchgängig stark ist.
        Klar, Maggie faltet Dylan verbal bei ihrer ersten Begenung recht überzeugend zusammen und bemüht sich später aufopferungsvoll darum, dass ihr Junge durchkommt, kann im entscheidenden Moment (der Junge sitzt hinter einem Gitter fest) aber auch nur darauf hinweisen, dass Dylan ja da wäre.
        Es ist auch recht deutlich wer in der Beziehung Michael - Jennifer die Hosen anhat, aber in der zweiten Hälfte des Films taucht Rossums Charakter dann zunehmend ab und wird immer unwichtiger.
        Wenn auch in dieser Beziehung der über 30 Jahre alte Vergleichsfilm tendenziell die Nase vorn hat (zwar war Belle Rosen dort während dem ganzen Abenteuer immer stark auf Hilfe angewiesen, konnte aber auf überaus überzeugender Weise Mr. Scott vor dem Ertrinken retten), muß irgendwas schief gegangen sein.

        Immerhin bieten die Damen der Gruppe dem männlichen Publikum aber viel fürs Auge, - insbesondere Maggie sah bei ihrem ersten Auftritt im Abendkleid einfach umwerfend aus. Auch ansonsten hat mir Jacinda Barrett gefallen und ich hoffe, dass sie bald mal wieder in einem guten Film mitspielen wird.
        Emmy Rossum hat mir hier noch mal deutlich besser gefallen als in "Das Phantom der Oper" und überzeugte vor allem in der ersten Hälfte schauspielerisch.
        Ob Petersen zumindest einmal (in der engen Röhre) nicht etwas zu penetrant Frau Rossums Brüste ins Bild gesetzt hat, sei mal dahingestellt.

        Dritte Dame im Bunde ist Elena, die als blinde Passagierin an Bord ist.
        Mia Maestro wirkt hier im Gegensatz zu ihren Auftritt bei "Alias" richtig symphatisch.
        Wirklich niedlich ist die Szene, wo Jennifer und Elena versuchen, den unter einer Gittersäule der Disco eingeklemmten Christian zu befreien (was ihnen aber natürlich nur mit männlicher Hilfe gelingen wird, - schade )
        Immerhin gibt Christian dann aber doch gegenüber Ramsey zu, dass Jennifer ihn gerettet hätte.
        Elena ist auf den Weg zu ihrem Bruder, der in einem Krankenhaus liegt.
        Leider wird sie nie dort nie ankommen, sondern bei einem der vielen Tauchgänge ums Leben kommen.
        Wieder zieht Petersens Remake den kürzeren: Die Rosens waren im Original unterwegs um ihren Enkel kennenzulernen und Belle starb nach einem Tauchgang, aber immerhin konnte ihr Mann dann noch zu den Jungen reisen und ihm eine Kette seiner Großmutter überbringen. Zu Elenas Bruder wird aber niemand mehr kommen (auch deswegen schade, da dies kurz zuvor noch als Motivationshilfe für die zweifelnde Elena diente), aber da wird praktischerweise einfach nicht mehr drüber gesprochen.

        Ein kurzes Gespräch von Ramsey und Dylan, der kurz zuvor einen Blackout hatte (als es plötzlich nicht mehr weiterging und sein Rettungsverssuch gescheitert schien) und nun an sich zweifelt, könnte man vielleicht noch in diese Richtung deuten, aber imo geht es Ramsey hier eher darum Dylan wieder aufzubauen.
        Das ganze hat mich eigentlich auch etwas verwundert, imo ist Dylan so überhaupt nicht der Mann für Blackouts und Selbstzweifel, - zur Erinnerung, dass ist der gleiche Mann der zu Beginn des Abenteuers beherzt einen Kopfsprung durch auf der Wasseroberfläche brennendes Feuer gemacht hat um die andere Seite des "Treppenhauses" zu erreichen und dann einen Wasserschlauch über die "Schlucht" zu spannen, damit Ramsey und Jennifer folgen können.

        Ansonsten darf Elena vor ihrem Abgang durch ihre auftretende Platzangst noch deutlich , machen, dass es nicht unbedingt das angenehmste ist derartig dicht gedrängt durch eine enge Röhre zu kriechen/klettern. Die Szenen in diesem Abschnitt des Films sind übrigens allgemein sehr stark aufgenommen, die dort herrschende Enge wird sehr schön von der Kamera aufgenommen.

        Das erste Opfer bei der Rettungsaktion ist wie gehabt das begleitende Crewmitglied. Der Schiffsjunge Valentin stützt bei einer Klettertour im Fahrstuhlschacht ab und wird zusätzlich von dem hinterherkommenden herabstürzenden Fahrstuhl erschlagen.
        Das geht einem durchaus unter die Haut, da Valentin ziemlich sympathisch eingeführt wurde.
        Wiedermal zieht das Remake gegnüber dem Original den kürzeren: Im Orginal wurde der Tod des Kellners dazu benutzt einen weiteren Streit zwischen Scott und Rogo herbeizuführen, da Scott Rogo vorwarf, sich nicht darum gekümmert zu haben, dass alles sicher sei. Dabei spang Rogo sogar noch ins Wasser hinterher um den verletzten Acres vielleicht noch zu retten.
        Auch hier findet ein Rettungsversuch statt (Die Einstellung, wo Valentin sich am Bein von Nelson festklammert wirkt übrigens 1:1 aus Star Wars: Episode III übernommen) wobei aber nicht so ganz klar ist, wie Nelson sich das eigentlich vorstellt: Nelson möchte dem an seinen Bein hängenden Valentin doch tatsächlich die Hand reichen: Sorry, aber der hing da eigentlich ganz gut und nur Bruce Wayne/Christian Bale oder irgendwelche trainierten Männer mit heftigen Armmuskeln dürften in der Lage sein aus der Postion heraus einen ausgewachsenen Mann mit einem Arm hochzuziehen. Nelson traute man dies überhaupt nicht zu.
        Letzlich muß Nelson aber den an in hängenden Valentin "abschütteln" um wenigstens sich selber retten zu können. Das ist eigentlich gar keine schlechte Idee aus der man was hätte machen können, aber das passiert eben nicht: Dieses einschneidende Erlebnis verändert den Charakter Nelson nicht wirklich und macht Dylan leider nur unsympathisch.

        Auch war der Zeitpunkt des Ablebens von Valentin falsch gewählt. Es war schließlich Valentin, der Elena an Bord schmuggelte und sie in seiner Kabine wohnen lies, dass sie dann (abgesehen von dem kurzen Treffen zu Beginn des Films) nicht nochmal zusammentrafen, wirkte irgendwie arm.
        Diese geknüpfte Beziehung zwischen Elena und Valentin war so einfach auch für die Katz und Valentin wurde so im Verhältnis gesehen mit viel zu viel Mühe eingeführt.
        Wenn wenigstens nochmal über Valentin gesprochen werden würde, aber auch das passiert nicht bzw. nur indirekt.
        Der homosexuelle Nelson hatte kurz vor Valentins Absturz bei einer Art "Flirt" dessen Namen erfahren und redete später dann auch mit Elena über ihren Helfer in der Crew. Anschließend beginnt Nelson sich väterlicherweise um Elena zu kümmern, was eigentlich nur wirklich Sinn machen würde, wenn er damit versuchen würde auszugleichen, dass er ihren Beinahe-Freund in den Abgrund getreten hat.
        Aber den Namen ihres "Freundes" hat Elena Nelson während des Gesprächs gar nicht verraten, wenn ich es unwahrscheinlicherweise nicht irgendwie überhört haben sollte.
        Ich betrachte das ganze als Storybug und verstehe nicht, wie sowas passieren kann, - ein einfacher ganz kurzer Satz hätte doch gereicht um das ganze viel runder und viel sinniger zu machen.

        Richard Dreyfuss macht seine Sache als Nelson übrigens ziemlich gut, aber vor allem die Synchronstimme war toll gewählt.
        Ich höre diese Stimme einfach unheimlich gerne.

        Als Querschläger diente im Original vor allem der Charakter Rogo. Er war tendenziell eigentlich immer dagegen und suchte ständig die Konfrontation mit Scott, ohne dabei aber jemals unsympathisch zu wirken.
        Diese Rolle hätte hier der von Kevin Dillon angemessen gespielte Lucky Larry ausfüllen können.
        Er wird gut eingeführt (nachdem man ihm schon zuvor am Poker-Tisch gesehen hatte), als er Elena und Jennifer in der Disco zu Hilfe kommt und zum eingeklemmten Christian meint --> "Zwei Hühner gackern dich voll und du kannst nicht weglaufen, - das ist die Hölle!"
        Nach diesem guten Anfang überspannt Petersen aber schon bei Larrys nächsten Auftritt im "Treppenhaus" den Bogen maßlos und dem Zuschauer wird sofort klar, dass Larry keine 10 Minuten mehr zu leben hat.
        So kommt es dann auch und Larry wird von einem herabstürzenden schweren Gegenstand (bin mir nicht sicher was es war) erschlagen, als er versucht die Halle zu überklettern.
        Schade, da wäre eine Menge drin gewesen.

        Hierran zeigt sich auch eine Schwäche von "Poseidon": Es passieren Dinge, da es die Story gerade erfordert (Larry wird erschlagen, da er nach seinem überzogenen Ausfall für die Gruppe nicht mehr tragbar ist) und nicht weil es eben zufällig passieren könnte. Man merkt an solchen Stellen, dass die Handlung konstruiert wurde.
        Es gab solche Momente auch im Original (z.B. das Opfer von Scott) aber sie waren besser maskiert oder wortgewaltige Dialoge verhinderten, dass man darüber besonders nachdachte.

        Das letzte Mitglied der Gruppe ist der kleine Conor. Ein Junge der zwar recht intelligent und selbstsicher ist, aber ansonsten eher im Hintergrund bleibt. Da zu stark im Vordergrund stehende Kinder-Charaktere, die die anderen Figuren vielleicht auch noch retten, den meisten erwachsenen Zuschauern eher unangenehm sind, ist Conor ein ziemlich gut gezeichneter Kinder-Charakter.

        Einige Kritiker meinten im Vorfeld, dass es den Zuschauern egal wäre, was mit den Cahrakteren passiert und ob sie gerettet werden oder nicht. So schlimm ist es aber dann doch nicht und man kann mit den Charakteren durchaus mitfiebern.
        Allerdings bleiben ganz große Gefühle und Emotionen für den Zuschauer verschlossen.
        Lediglich, die Szene wo Jennifer glaubt, dass Christian sich bei einem Tauchgang opfern wird, lädt vielleicht zu einigen Tränen ein, wenn man es denn möchte.

        Eine schöne Hommage an das Original ist es, wenn die Passagiere hier (viel zu früh) plötzlich Klopfgeräusche vernehmen (eine der letzten Szenen des Originals) und glauben, dass sie von einem Rettungsteam gefunden wurden. Doch dann stellt sich das Klopfen nur als ein an die Wand schlagender Telefonhörer heraus.

        Im Unterschied zum Original, wo Scott mit seiner Rettungsaktion klar im Recht war (auch wenn er sich an die Hoffnung klammerte, dass im Heck des Schiffes der Stahl "nur" 2,5 cm dick sei. Einen wirklich verheißungsvollen Ausgang gab es da nicht) und das Warten im Speisesaal den sicheren Tod bedeutete, ist dies hier weit weniger eindeutig. Die Vorschläge des hier anwesenden Captains klingen gar nicht mal so unkompetent und außer einen knappen Kommentar von Nelson wird auch nicht viel unternommen, was einen an der Entscheidung des Captains zweifeln lassen würde.
        Natürlich dringt schließlich doch Wasser in den Speisesaal ein und alle dort Versammelten finden den Tod.
        Diese Szene ist auch nicht übel inszeniert (die brechenden Scheiben haben mir gut gefallen), aber am Ende wirkt es so als wäre dem Cutter beim Schneiden die Schere abgerutscht. Irgendwie wird die Szene viel zu schnell und hektisch abgebrochen, - ein paar zusätzliche Sekunden hätten da nicht geschadet.

        Obwohl auch im Original die Sängerin (die dort aber Teil der Gruppe wurde) und ihre Lieder stark in Szene gesetzt wurden, verwundert mich Petersens offensichtliches Faibel für seine Sängerin doch etwas, da sie weder besonders attraktiv ist noch ihre Lieder besonders eingängig sind.
        Ich frage mich daher, ob es sich eventuell um eine prominente oder halbprominente Sängerin handeln könnte, die mir aber nicht bekannt ist.

        Es fällt auf, dass hier die Welt recht egoistisch ist. Hat Mr. Scott z.B. im Original noch eine richtige Rettung organisiert, würde Dylan hier am liebsten alleine gehen und es kommt nur zu einer Gruppe, da sich die anderen Charaktere (angeführt von Maggie) ihm aufdrängen.
        Es verwundert dann auch nicht, dass es der Gruppe nicht gelingt zu einer wirklich verschworenen Gemeinschaft zu werden. Ja sie funtkionieren zwar und arbeiten für die Rettung alle zusammen, bilden aber keine wirkliche Einheit (obwohl es nichtmal wirkliche Konflikte in der Gruppe gibt).
        Auch sehr auffallend ist die starke Grüppchenbildung innerhalb der Gruppe.

        Der Film enthält auch keine wirklichen Botschaften, die der Zuschauer mit nach Hause nehmen könnte. Schade, die harmonisch eingeflechteten und wenig aufdringlichen Botschaften waren eine weitere Stärke des Originals: Man denke an Scott, der sich dafür einsetzt, dass man sich selbst hilft oder sich dagegen wehrt, dass ein falsches Handeln als richtig angesehen werden soll, wenn sich nur genügend Leute dazu entschließen das so zu sehen.
        In Petersens "Poseidon" geht es aber ausschließlich um die Rettung an sich.

        In Folge dessen steht auch die Action in Vordergrund. Diese ist generell gut gemacht, zeigt aber auch gewisse Aussetzer: Wenn die Gruppe z.B. eine Planke über den Fahrstuhlschacht legt um darauf zur anderen Tür rüber zu balancieren wirkt das etwas merkwürdig. Ein weiters Beispiel wäre auch noch das Ende bei den Schiffsschrauben (die gezeigte Gasexplosion hätte eigentlich niemand überleben dürfen).

        Die geringe Laufzeit von 98 Minuten ist in der heutigen Zeit sicherlich ein weiteres Indiz dafür, dass man es mit keinem besonders tiefgründigen Film zu tun hat.

        Die Musik ist recht überzeugend.

        Beim Humor gibt es ein paar Schmunzler zu verzeichnen, aber auch hier behält das Original sehr deutlich die Nase vorne.

        Nach den vielen Vergleichen in diesem Review sei gesagt, dass nichts, was Petersen in seinem Film getan hat für sich genommen wirklich schlecht ist. Aber einen direkten Vergleich hält Petersens Film praktisch nie stand.

        Petersen sagte, er hätte diesen Film für jüngere Zuschauer gemacht, die das Original nicht kennen.
        Niemand kann es ihm verdenken, wenn er Filme für jüngere Zuschauer machen möchte, aber dass diese das Original nicht kennen sollen, ist vielleicht auch nicht so ganz unwichtig.
        Wenn man bösartig wäre, könnte man sagen, dass jeder, der das Orignal kennt auch sieht, dass es sich da um den bedeutend stärkeren Film handelt. Aber zu dieser Bösartigkeit muß man nicht greifen, denn so übel ist Petersens Film nicht, dass er das verdienen würde.
        Ich denke, dass der Film für Kenner des Originals vielleicht gerade interessant ist, da sie eben vergleichen können wie sich die beiden Versionen unterscheiden, - ich fand das auf jeden fall ganz spaßig. Vielleicht wertet das Petersens Film ja auch auf.
        Für Nichtkenner des Originals bleibt bei Petersens Film unterm Strich ein unterhaltsamer routinierter Katastrophen- / Actionfilm ohne besonderen Tiefgang.

        Fazit:
        Petersen hat einen routinierten Katastrophenfilm geschaffen, kann dem Genre aber keine neuen Impulse geben oder es gar revolutionieren.
        Der große Wurf ist Petersen wieder nicht gelungen, aber es ist zum Glück auch nicht der erwartete Flop geworden.
        "Poseidon" ist unterhaltsam und für entspannte 100 Kinominuten genau das richtige.
        Der Wiedersehenswert des Films ist aber als gering einzuschätzen. Nachdem man ein- zweimal die Effekte und die Action gesehen hat und weiß wer wann, wo und wie stirbt bietet der Film einfach nicht mehr sehr viel.
        Zum einmaligen Kinogenuß kann man den Film sicherlich trotzdem empfehlen, ansonsten sei aber das Original wärmstens empfohlen.

        Für den unterhaltsamen Film gibt es 4 Sterne.

        ** **

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        • #5
          Ich habe deinem doch sehr ausgiebigen Kommentar nicht wirklich etwas hinzuzufügen.
          Es sollte sich allerdings jeder, der Interesse hat, sein eigenes Urteil über den Film bilden.
          Anschauen lohnt auf jeden Fall. Aber eins habe ich dann doch noch. Ist mir beim Sehen des Films sofort ins Auge gesprungen.

          Zitat von John Sheridan
          [Obwohl auch im Original die Sängerin (die dort aber Teil der Gruppe wurde) und ihre Lieder stark in Szene gesetzt wurden, verwundert mich Petersens offensichtliches Faibel für seine Sängerin doch etwas, da sie weder besonders attraktiv ist noch ihre Lieder besonders eingängig sind.
          Ich frage mich daher, ob es sich eventuell um eine prominente oder halbprominente Sängerin handeln könnte, die mir aber nicht bekannt ist.

          Dat ist Fergie, die Sängerin von den "Black Eyed Peas". Ich denke, die dürfte man durchaus als prominent bezeichnen.
          "Not born. SHIT into existence." - Noman the Golgothan
          "Man schicke dem Substantiv zwanzig Adjektive voraus, und niemand wird merken, daß man einen Haufen Kot beschreibt. Adjektive wirken wie eine Nebelbank."
          Norman Mailer

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          • #6
            Also ich bezweifelte vorerst auch den Film, entschloss mich aber dennoch ins Kino zu marschieren (Urlaub ist schon was feines ).

            Die große Action beginnt ja schon nach gut zehn Minuten und der Schrecken und das Leid beginnt. Irgendwie verging der Film wirklich schnell. Ich könnte jetzt gar nicht mal etwas nennen, dass mich besonders gestört hat.

            Es war einfach gestricktes Popcornkino und mehr erwartet ich mir ja nicht davon, also halte ich 6/10 für angebracht.
            'To infinity and beyond!'

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            • #7
              Also ich finde, dass es einfallslos war diesen Film zu drehen. Die Geschichte wurd e nur ein bisschen verändert, sonst ist fast alles gleich geblieben.

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              • #8
                Naja, werde mir den Film wohl auf DVD angucken.

                Nächste Woche geht es erst mal in "Fluch der Karibik 2". Da lohnt sich das Geld wohl eher....

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                • #9
                  ich fand den Film ganz unterhaltsam und erstaunlich brutal für ab 12
                  (weil ja doch ziemlich viele Leichen gezeigt wurden, die die Leute auf ihrem Weg durchs Schiff immer wieder antrafen

                  @Hellspawn: das hat ein Remake nunmal oft so an sich, das es im Prinzip genauso ist wie das Original
                  Homepage

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                  • #10
                    warum macht man ein remake zu diesem film? ich finde den alten film einfach besser. ganz einfach weil der film in diese zeit gehört. mit titanic wurde schon ein effektfilm für den untergang eines schiffs eindrucksvoll dargestellt.
                    sqrt(x^2) = Frieden

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                    • #11
                      Ich habe mir den Film "Poseidon" auch im Kino angesehen, da ich den ursprünglichen "Poseidon Inferno - Die Höllenfahrt der Poseidon" als Klassiker und einen der besten seines Genres ansehe.

                      Wie bei so vielen Remakes war auch dieses technisch perfekt, doch insgesamt war ich doch enttäuscht. Die Story ist im Prinzip sehr ähnlich, aber was vor allem fehlt, ist dieser innere Antrieb, den Gene Hackman im Original so wunderbar vermittelt hat. Bei Josh Lucas merkte man das in keinster Wiese. Im Gegenteil: Eigentlich wollte er ja zu Beginn alleine raus, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

                      Es gab viel Effekthascherei und eine Menge arg "ramponierte" Leichen. Der Film war auch spannend (das auf jeden Fall!) ... nicht so sehr, weil man um das Ende gebangt hat (man wusste ja doch irgendwie, dass eine Handvoll rauskommt und eine der beiden Hauptfiguren das Zeitliche segnen würde ), sondern sich gefragt hat, wer "der Nächste" sein würde. Die Bilder waren klasse!

                      Insgesamt fehlte dem Film jedoch viel "Herz"! Musste man bei "Poseidon Inferno" noch fast losheulen, als die etwas "breitere" Mrs. Dingendsa (sorry, ich hab' den Namen vergessen! ) nach ihrem Tauschgang dahinschied, ist hier - bei mir jedenfalls - überhaupt keine emotinale Bindung an die Charaktere entstanden. Schade.

                      War ganz nett, dieses Remake gesehen zu haben, und ich bereue den Kinogang auch nicht unbedingt, aber das war's auch schon ...

                      Die größte Wirkung auf mich ist, dass ich nun erst recht weiß, was ich am Original habe.
                      "So wie Du bist, so wie du bist, so und nicht anders sollst du sein. So wie du bist, so wie du bist, so bist du für mich der Sonnenschein." (Rolf Zuckowski) ... wenn Kinder an sich selbst zweifeln, kann dieser Songtext Eltern die richtige Anleitung bieten, damit umzugehen und Kindern in dieser Situation Selbstvertrauen und Liebe zu geben! "Was Du nicht willst, das man Dir tu', das füg' auch keinem andern zu." (Einfachste kindliche Weisheit, die ich stets zu beherzigen versuche ...)

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                      • #12
                        Also actionreich ist das Remake auch die Spezialeffekte sind nicht schlecht gemacht. Spannung ist auch vorhanden. Aber diesem Film fehlt IMHO einfach das Flair des Originals. Und Gene Hackman, Ernest Borgnine oder Shelley Winters sind nun einmal nicht so leicht zu ersetzen bzw. zu kopieren.
                        Als Gott die Welt erschuf, schickte er drei Lichter. Ein kleines für die Nacht, ein großes für den Tag, aber das schönste Licht legte er in Biancas Augen! - Als Sarah geboren wurde, war es ein regnerischer Tag, doch es regnete nicht wirklich, es war der Himmel, der weinte, weil er seinen schönsten Stern verloren hatte! - Als Emily geboren wurde, kamen alle Engel zusammen und streuten Mondstaub in ihr Haar und das Licht der Sterne in ihre wunderschönen Augen! Leonies Augen spiegeln das Blau des Meeres wieder und funkeln wie die Sterne am Nachthimmel!

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                        • #13
                          Zitat von peterpan
                          Also actionreich ist das Remake auch die Spezialeffekte sind nicht schlecht gemacht. Spannung ist auch vorhanden. Aber diesem Film fehlt IMHO einfach das Flair des Originals.
                          Das waren auch die Gründe, warum ich den Kinobesuch nicht bereut habe. Gute und spannende Unterhaltung war's allemal.

                          Deinen Satz, dass dem Film das "Flair" des Originals fehlt, kann ich aber nur dick unterstreichen!
                          "So wie Du bist, so wie du bist, so und nicht anders sollst du sein. So wie du bist, so wie du bist, so bist du für mich der Sonnenschein." (Rolf Zuckowski) ... wenn Kinder an sich selbst zweifeln, kann dieser Songtext Eltern die richtige Anleitung bieten, damit umzugehen und Kindern in dieser Situation Selbstvertrauen und Liebe zu geben! "Was Du nicht willst, das man Dir tu', das füg' auch keinem andern zu." (Einfachste kindliche Weisheit, die ich stets zu beherzigen versuche ...)

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                          • #14
                            Ich fand den Film gar nicht mal so schlecht - nette Unterhaltung für zwischendurch.

                            Visuell gibt es einige sehr spektakuläre Szenen, insbesondere natürlich die Außenaufnahmen und hierbei die Szene, als die Monsterwelle die Poseidon zum Kentern bringt. Die SFX sind insgesamt nicht von schlechten Eltern.

                            Auch die Actionsequenzen können im Großen und Ganzen überzeugen. Am besten gefiel mir hier die Flucht vor dem ansteigenden Wasser durch das Lüftungsschachtsystem. Achtung: Wer unter Klaustrophobie leidet, wird hier arg strapaziert. Besser nicht hinsehen!

                            Größter Schwachpunkt des Films sind mit Sicherheit die blassen Charaktere. Eine Charaktereinführung findet praktisch im ganzen Film nicht statt und deshalb ist es einem so ziemlich egal, wer von den Hauptdarstellern das Zeitliche segnet.

                            "Poseidon" ist kein schlechter Film, weil die Optik zu gefallen weiß und die Action stimmig ist. Aber ein vergleichbares Thema hat Wolfgang Petersen mit "Der Sturm" eindeutig besser auf die Leinwand gebracht.

                            Deshalb gibt es auch von mir 6/10.
                            "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" (Andi Möller) - "Und jetzt skandieren die Fans wieder: Türkiye, Türkiye. Was so viel heißt wie Türkei, Türkei." (Heribert Faßbender) - "Das war ein wunderschöner Augenblick als der Bundestrainer sagte: Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht´s los!" (S. Freund) - "Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal." (L. Matthäus)

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                            • #15
                              Das ist doch dieser Film wo das riesige Passagierschiff kentert ?
                              Oder Irre ich mich da ?
                              Wenn man die Welt verändern will,
                              muss man bei sich selbst anfangen.


                              ~ Mahatma Gandhi ~

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