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Wie alles begann: HANNIBAL RISING

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  • Wie alles begann: HANNIBAL RISING

    Hab mir gestern (obwohl ich ursprünglich fast nicht mehr wollte) doch "Hannibal Rising" im Kino angesehen. Und gleich einmal etwas, was ich mir den halben Film über dachte: "Sind die von der FSK jetzt endgültig total bleeed?" Nach "Apocalypto" FSK18, oder noch ärger der zweiten Staffel LOST "ab 18" bekommt ein Slasher wie dieser ein FSK16. Eindeutig der brutalste und erschreckenste Film der Lecter-Reihe bisher. Leuten mit schwachen Mägen absolut nicht zu empfehlen. In Sachen Gewaltdarstellung steht man diesmal Filmen wie "Scream" oder "House of Waxx" tatsächlich nichts nach. Auch gibt es diesmal keine einzige positive Identifikationsfigur wie Will Graham oder Clerice Starling. Eigentlich ist jeder auf seine eigene Art und Weise "verrückt".

    Apropos "Scream" oder "House of Waxx" genauso fühlte ich mich den halben Film über. Waren "Schweigen der Lämmer" und "Roter Drache" intelligente Psychothriller, die auf überwiegende Gewaltdarstellung verzichteten, ist "Hannibal Rising" anscheinend genau auf dieses Zielpublikum zugeschnitten. So darf Hannibal den Großteil des Films einen Peiniger nach dem anderen aufsuchen und auf "kreative" Art und Weise umbringen. Fans von Filmen alles "Final Destination" werden ihre helle Freude daran haben. Wer sich lieber einen Film im "Psycho"-Stil anschaut, sollte wohl eher seine verstaubte "Schweigen der Lämmer"-DVD einlegen.

    Diesen Stilbruch finde ich sehr schade und bedenklich. Gerade weil "Schweigen der Lämmer" und "Roter Drache" aufgrund ihres Stils so großartiges Kino sind und "Hannibal Rising" nun einfach ein weiterer Horror-Slasher wie aus dem Fließband. Thomas Harris sollte wohl endgültig der Lecter-Figur ihren Frieden lassen, bevor er sein Lebenswerk nach "Hannibal" und "Hannibal Rising" nur noch mehr verschandelt.

    Trotzdem ist der Film kein Totalreinfall. So gefiel mir die Darstellung des jungen Lecter überraschend gut.Gaspard Ulliel spielt Anthony Hopkins einfach vortrefflich. Diese Lächeln, der Blick. Einfach genial und IMO ne Oscarnominierung wert.
    Auch sind die ersten 30 bis 45 Minuten (bevor Hannibal seinen Rachefeldzug startet) ebenfalls sehr schön geworden. Starke Atmosphäre, sehr emotionale Musik und gute Bilder. Erinnert irgendwie an "Das Parfum". Schade, dass es ab Hannibals Ankunft in Paris zu so nem Stilbruch kommt. Anfangs dachte ich den möglicherweise besten Lecter seit "Schweigen der Lämmer" zu sehen.

    Um zu einem endgültigen Fazit zu kommen. "Hannibal Rising" ist ein netter, kleiner Horror-Slasher. An die Genialität eines "Schweigen der Lämmer" oder "Roter Drache" kommt man jedoch nicht heran. Auch gefällt mir "Hannibal" dank Ridley Scotts famosen Bildern und Atmosphäre besser als dieser hier. Letztenendes wohl der schwächste Film der Reihe (was sich durch den unglaublichen Stilbruch erklären lässt - da wollte Harries wohl auf die Teeny-Kreisch-Schiene aufspringen, wie man auch in meinem Kinosaal merkte):

    4 Sterne!

  • #2
    Waren "Schweigen der Lämmer" und "Roter Drache" intelligente Psychothriller, die auf überwiegende Gewaltdarstellung verzichteten, ist "Hannibal Rising" anscheinend genau auf dieses Zielpublikum zugeschnitten.
    Da stimme ich vollkommen mit dir überein. Der Film will zwar erklären, warum Hannibal so ist, wie er in den späteren Filmen ist, aber ich finde auch, dass aus dem Film eher ein Standart-Slasher geworden ist, in dem eben der später auf kranke Art geniale Hannibal vorkommt. In den letzten drei Filmen ist Hannibal zwar immer noch ein Monster, aber er hat eine Form von Charisma und man kann seine Motive zumindest noch einigermaßen nachvollziehen, er ist irgendwie sympatisch. In Hannibal Rising fehlt im dieses Charisma meiner Meinung nach vollständig. O.K., Gaspard Ulliel brilliert in der Darstellung seiner Rolle, aber ich hätte irgendwie mehr vom "jungen Hannibal" erwartet, als gezeigt wird.

    An sich ist der Film nicht schlecht, aber von der Dartsellung Hannibals in jungen Jahren hätte ich mir mehr erwartet. Ich finde, er nimmt viel zu wenig Bezug auf den späteren Hannibal und seine irgendwo elegante und kunstliebende Lebensart. Lässt man das weg bzw. sind einem die nachfolgenden Filme nicht mehr so sehr im Gedächtnis bleibt ein ordentlicher Slasherfilm übrig, daher würde ich ebenfalls 4 Sterne vergeben. Vielleicht muss ich mir die alten Filme nochmal ansehen, vielleicht ergeben sich doch direkte Parallelen zur Darstellung des späteren Hannibals.

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    • #3
      Ich hab mir den Film gestern im Kino angesehen. Im Nachhinein ist mir klar, dass Lecter nicht so viel Charisma haben konnte, wie er in den vorigen Filmen an den Tag legte. Er ist schliesslich noch jung und hatte noch nicht die Möglichkeit, seinen Charakter auszufeilen.

      Zitat von Shinji
      ...er nimmt viel zu wenig Bezug auf den späteren Hannibal und seine irgendwo elegante und kunstliebende Lebensart.
      Empfinde ich nicht so, denn man sieht Hannibal in seinem Studio/Appartment wie er Bilder seiner Peiniger malt und dazu klassische Musik hört.

      Das Hannibal Lecter in späteren Jahren/vorigen Filmen eine kranke Persönlichkeit ist, steht IMO nicht zur Diskussion. Dieser Film versuch zu erklären, wie diese Person entstand. Wie schon Inspektor Popil (Dominic West) im Film erwähnt, ist der Junge Hannibal Lecter im Schnee 1944 gestorben. Die Person, die nach dem Leben der Ex-Söldner trachtet, hat nichts mehr mit dem Jungen zu tun. Der Grund, warum Lecter auch nach dem letzten Söldner nicht aufgehört hat zu morden, liegt IMO damit im Zusammenhang,

      Spoiler
      dass Grutas (Rhys Ifans), der Anführer der Söldner, Hannibal erzählt, dass dieser (Lecter) selbst auch vom Fleisch seiner Schwester gegessen hat.
      Diese Erkenntnis war ein weiterer Schritt weg vom Menschen und hin zum Monster, welches wir aus Schweigen der Lämmer kennen.

      Fazit:
      Ich stimme den beiden Vorschreibern zu, dass der vierte Teil nicht an die Qualität der anderen heranreicht. Aber dennoch empfinde ich Hannibal Rising als guten Abschluss, resp. guten Anfang der Geschichte. Der Kreis schliesst sich... Ich hoffe bloss, dass Thomas Harris es dabei bleiben lässt und nicht versucht, noch mehr Geld aus einer ausgeschöpften Story zu holen...

      Von mir gibts für den Film 4/6 Punkten.
      Grüsse froeschli
      Gott gebe mir die gelassene Gemühtsruhe,
      die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
      den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
      und immer die Weisheit, den Unterschied zu erkennen.

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      • #4
        Ich habe den Film gerade gesehen. Ich fand die Story wie alles begann sehr interessant erzählt und den Schauspieler Gaspard Ulliel als Hannibal Lecter sehr überzeugend. Weiters spielte Gong Li den Charakter Lady Murasaki Shikibu sehr interessant und optisch war sie sehr schön anzuschauen.
        Die Effekte fand ich auch gut gemacht und die Musik passte perfekt zu der düsteren Atmosphäre.
        Alles in allem ein gelungener Film, jedoch ein klein wenig schlechter als "Das Schweigen der Lämmer" und "Roter Drache".
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