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Walküre (Valkyrie)

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  • Walküre (Valkyrie)

    Filmtitel: Walküre (Valkyrie)

    Genre: Thriller/Kriegsfilm

    Kinopremiere: 2008

    Regie: Bryan Singer

    Drehbuch: Christopher McQuarrie
    Nathan Alexander

    Produzent: Bryan Singer
    Christopher Mc Quarrie

    Darsteller: Tom Cruise (als Claus Schenk Graf von Stauffenberg)
    Kenneth Branagh ( als Henning von Tresckow)
    Eddie Izzard ( als Erich Fellgiebel)
    Carice van Houten ( als Nina von Stauffenberg)
    Tom Wilkinson


    Eine Inhaltangabe braucht dieser Film eigentlich nicht. Es geht um das mißglückte Hitlerattentat im Juli 1944, das bereits in mehreren deutschen Produktionen verfilmt wurde.
    Nun hat sich auch Hollywood der Sache angenommen und gleich gibt es mächtig Stunk. Es wurde keine Drehgenehmigung für den Bendlerblock ausgestellt. Das zuständige Bundesfinanzministerium begründete die Verweigerung mit der "Würde des Ortes" die verlorengehen würde, wenn der Ort der Erinnerung und der Trauer als Filmkulisse instrumentalisiert würde.
    Komischerweise spielte die "Würde des Ortes" keine Rolle bei der letzten Verfilmung "Stauffenberg"von Jo Baier( man erinnert sich vielleicht an Sebastian Koch als Stauffenberg und Olli Dietrich als Joseph Goebbels). Eigentlicher Grund für das Drehverbot dürfte als wohl die Tatsache sein das Hauptdarsteller Cruise bekennender Scientologe ist.

    Ich finde man sollte die religiöse Einstellung eines Schauspielers nicht als Kriterium für eine Drehgenehmigung nehmen. Der Film hat schießlich mit Scientology nichts zu tun. Entweder man erklärt den Drehort für sakrosankt und lässt dann folgerichtig niemanden dort drehen- oder man tut dies nicht und mißt dann auch nicht mit zweierlei Maß, je nach den Sympathien, die man für die Schauspieler hegt.
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

  • #2
    Ich schließe mich dieser Meinung an.

    Zudem war ja Stauffenberg selber Mitglied eines pseudo-religiösen Kultes, des "George-Kreises", der dem, was Scientology verkörpert, recht nahe kommt.

    Der verqueren Logik zufolge dürfte er demnach heutzutage nicht mal sich selber spielen

    Solange Tom Cruise in seinen Filmen keine Propaganda für Scientology macht, ist das vollkommen in Ordnung. Denn Tom Cruise wird dafür sorgen, dass die Geschichte des Attentats vom 20. Juli 1944 einem breiteren, internationalen Publikum bekannt wird und kann helfen dazu beizutragen, dass das Vorurteil "Alle Deutschen waren Nazis" auch dort allmählich relativiert wird, wo man es noch immer glaubt.

    Gruß,

    Frank
    "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
    "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
    (George Orwell)

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    • #3
      Ich kann schon verstehen, dass man bei solch einem Thema einer US-Amerikanischen Produktion - und dann auch noch mit Tom Cruise, dem Spinner - als Behörde sehr skeptisch gegenüber steht.

      Ich weiß auch nicht ganz ob es sein muss, dass solch ein Stoff von Hollywood verfilmt wird. Ich fühle mich da auch irgendwie wohler und finde es angebrachter, wenn sowas von deutscher Seite aus getan wird. Und an Filmen wie Stalingrad und Der Untergang sieht man ja, dass der deutsche Film in der Lage ist, solch eine Stoff sehr anspruchsvoll und mit dem richtigen Respekt für das Thema umzusetzen.

      Ich bin auch noch sehr gespannt, wie das alles nun umgesetzt wird, aber ich verwette fast schon sicher meinen Hinter darauf, dass der "Unterhaltung" wegen essentielle Fakten der Geschichte geändert werden... Solche sensiblen Themen muss IMO nicht so Hollywood-Klischees wie Cruise überlassen.
      In Hollywood gibt es Leute, denen ich zutraue das ordentlich zu machen. Spielberg z.B. aber Cruise gehört da niemals dazu.
      Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
      Makes perfect sense.

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      • #4
        Ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, diese Geschichte überhaupt mal einem großen Publikum außerhalb Deutschlands zugänglich zu machen.

        Und das geht eben nur über Hollywood und mit zugkräftigen Stars.

        Ehrlich gesagt ist es mir fast egal, wie der Film wird - Hauptsache es kommt noch rüber, dass da ein paar Deutsche Offiziere, die stellvertretend für alle mit eingezogenem Kopf ausharrenden Landsleute den Diktator und Massenmörder Adolf Hitler umbringen wollten und dafür gestorben sind.

        Ich denke, dieses Minimalziel würde selbst dann erreicht werden, wenn Jim Carrey Stauffenberg spielen sollte.

        Wir Deutschen neigen ja immer dazu, die Kulturhoheit über unsere schwarze Vergangenheit an uns zu reißen, nach dem Motto: "Wir waren schließlich diejenigen, die das alles getan haben und nur wir können es daher adäquat verfilmen."

        Das ist Mumpitz.

        Es gibt in Hollywood sicherlich wesentlich mehr talentierte Filmemacher, als es hierzulande je geben wird. Nicht jeder dort ist ein Michael Bay. Der beste Film über den Holocaust kommt immerhin von Steven Spielberg!

        Filme wie "Der Untergang" oder "Das Leben der Anderen" sind fabelhaft aber leider von vorneherein mit einem Handicap versehen, weil in den USA und anderswo Filme nicht synchronisiert werden und untertitelte Filme dort nie zum Kassenschlager werden können. Nicht umsonst denkt man in Hollywood über ein englisches Remake von "Das Leben der Anderen" nach.

        Die Frage ist, was einem wichtiger ist: Prinzipienreiterei oder Pragmatismus? Für mich habe ich die Frage glaube ich ausreichend beantwortet.

        Gruß,

        Frank
        "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
        "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
        (George Orwell)

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        • #5
          Zitat von Harmakhis Beitrag anzeigen
          Ich kann schon verstehen, dass man bei solch einem Thema einer US-Amerikanischen Produktion - und dann auch noch mit Tom Cruise, dem Spinner - als Behörde sehr skeptisch gegenüber steht.

          Ich weiß auch nicht ganz ob es sein muss, dass solch ein Stoff von Hollywood verfilmt wird. Ich fühle mich da auch irgendwie wohler und finde es angebrachter, wenn sowas von deutscher Seite aus getan wird. Und an Filmen wie Stalingrad und Der Untergang sieht man ja, dass der deutsche Film in der Lage ist, solch eine Stoff sehr anspruchsvoll und mit dem richtigen Respekt für das Thema umzusetzen.

          Ich bin auch noch sehr gespannt, wie das alles nun umgesetzt wird, aber ich verwette fast schon sicher meinen Hinter darauf, dass der "Unterhaltung" wegen essentielle Fakten der Geschichte geändert werden... Solche sensiblen Themen muss IMO nicht so Hollywood-Klischees wie Cruise überlassen.
          In Hollywood gibt es Leute, denen ich zutraue das ordentlich zu machen. Spielberg z.B. aber Cruise gehört da niemals dazu.
          Schon richtig. Dennoch hätte man die Drehgenehmigung für den Bendler-Block erteilen müssen, weil man es vorher auch schon getan hat.
          Cruise in der Rolle macht selbst mich als Cruise-Film-Fan skeptisch. Andererseits kommt es aufs Script und Regisseur an (da mache ich mir keine Sorgen) und Cruise hat auch schon seriöse Rollen gehabt, die nicht unbedingt Hollywood-like reißerisch wären, wie z.B. in Vanilla Sky oder in Collateral. Ich gebe ihm also gerne diese Chance und bin auf den Film gespannt!
          Da finde ich es ehrlich gesagt jetzt am besorgniserregendsten, dass der Film nicht so gut sein könnte, weil er nicht die Original-Drehorte drin haben darf!
          Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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          • #6
            Zitat von Valen Beitrag anzeigen
            Da finde ich es ehrlich gesagt jetzt am besorgniserregendsten, dass der Film nicht so gut sein könnte, weil er nicht die Original-Drehorte drin haben darf!
            Peter Jackson hat in "King Kong" das New York von 1933 mehr als überzeugend nachgebaut.

            Da sollte es kein Problem sein, den Bendlerblock täuschend echt hinzukriegen. Das mit dem Dreh am Originalschauplatz wird völlig überbewertet. Das hat was mit Symbolik zu tun aber nichts mit filmemacherischer Notwendigkeit.

            Gruß,

            Frank

            P.S.: Viel interessanter als die Frage, wer Stauffenberg spielen sollte, finde ich die Frage, wer in dem Film Hitler spielt Hitler in Englisch wäre mal was Neues
            "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
            "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
            (George Orwell)

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            • #7
              Zitat von Laserfrankie Beitrag anzeigen
              Hitler in Englisch wäre mal was Neues
              so neu nun auch wieder nicht... ich erinner mich da an einen gewissen Charlie Chaplin!

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              • #8
                Ich würde es auch nicht toll finden, wenn Cruise mich oder einen meiner Verwandten verkörpern würde. Verhindern kann Stauffenberg es ja ohnehin nicht, deswegen muss er es dennoch nicht befürworten und wenn er Cruise für unwürdig hält, ist das seine Meinung und kann ich das voll nachvollziehen.
                Und das wiederum hat wahrscheinlich auch Bedeutung dafür ob man etwas genehmigt oder nicht, schließlich stößt man lieber einem Filmteam vor den Kopf als dem Nachfahren der Hauptperson.

                Ansonsten hoffe ich auf einen möglichst schönen und guten Film, hoffentlich aber realistisch und nachdenklich und ohne den typischen Hollywood Superheldenflair.

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                • #9
                  Zitat von newman Beitrag anzeigen
                  Ansonsten hoffe ich auf einen möglichst schönen und guten Film, hoffentlich aber realistisch und nachdenklich und ohne den typischen Hollywood Superheldenflair.
                  Warum eigentlich nicht?

                  Irgendwie erzeugt bei mir der Gedanke innerlich diebische Freude, wie sich die US-Kinozuschauer verblüfft anschauen, wenn da ein Film kommt, in dem deutsche Soldaten im zweiten Weltkrieg mal nicht als Hacken zusammenknallende "Jawoll"-Idioten dargestellt werden, sondern als Helden!

                  Es war ja auch z.B. der erklärte Zweck der Verschwörer des 20. Juli, dass das Deutschenbild im Ausland in Zukunft nicht allein durch die Unmenschlichkeiten des NS-Regimes bestimmt wird, sondern dass auch zumindest der Versuch zur Kenntnis genommen wird, auf eigene Faust etwas gegen die Diktatur unternommen zu haben - selbst wenn es tragisch gescheitert ist.

                  Wie gesagt: Eigentlich ist es mir ziemlich egal, wie wirklichgeitsgetreu der Film letztendlich ist - wichtig ist, dass er zu einem Imagewechsel über die Deutschen beitragen könnte.

                  Gruß,

                  Frank
                  "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
                  "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
                  (George Orwell)

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                  • #10
                    Zitat von Nydijan Beitrag anzeigen
                    so neu nun auch wieder nicht... ich erinner mich da an einen gewissen Charlie Chaplin!
                    Nicht zu vergessen Anthony Hopkins. In "The Bunker" wird im Prinzip dieselbe Geschichte wie in "Der Untergang" erzählt.

                    Gruß, succo
                    Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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                    • #11
                      In den USA ist Scientology nichts aufregendes... hier in Europa ist es ein Sakrileg, wenn er Stauffenberg verkörpert...

                      Ich bin der Meinung, das Tom Cruise mit dem Film weniger Scientology in Szene setzen will oder auch einen Oscar möchte, sondern sich viel mehr wieder für größere Filmprojekte empfehlen möchte.. immerhin wurde er ja letztens wegen seiner öffentlichen Auftritte gefeuert...

                      Aber ich mag Tom Cruise nicht... deswegen bin ich gegen den Film...
                      "Diese Prozedur wird nicht empfohlen..."

                      "... wo nie ein Hund zuvor gewesen ist" *Cpt. Archer*

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                      • #12
                        Auch in den USA hält man nicht viel von Scientology und man macht sich auch extem über Leute wie Tom Cruise oder John Travolta lustig, die diesem Kult angehören.

                        Es ist in den USA aber im Gegensatz zu Deutschland so, dass man solchen Kults dort mehr Freiheit zugesteht, nach dem Motto: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Immerhin sind in den USA auch rechtsexteme Vereinigungen und Nazi-Organisationen geduldet, die hier sofort verboten würden.

                        Nur weil in den USA etwas nicht verboten oder offiziell geächtet ist, bedeutet es noch lange nicht, dass man es dort gut findet. In englischsprachigen Internetforen zum Thema "Valkyrie"-Projekt begrüßt man größtenteils, dass keine Drehgenehmigung für den Bendlerblock erteilt wurde.

                        Schau dir bei Gelegenheit mal die Diskussionen zu dem Filmprojekt bei imdb.com an.

                        Gruß,

                        Frank
                        "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
                        "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
                        (George Orwell)

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                        • #13
                          Zitat von Laserfrankie Beitrag anzeigen
                          Wie gesagt: Eigentlich ist es mir ziemlich egal, wie wirklichgeitsgetreu der Film letztendlich ist - wichtig ist, dass er zu einem Imagewechsel über die Deutschen beitragen könnte.
                          Das sehe ich anders.

                          Ein Imagewechsel der nicht auf den reinen Tatsachen beruht, birgt immer die Gefahr, dass man hinterher noch schlechter dasteht, weil man mit falschen Tatsachen versucht hat, besser zu wirken.

                          Zu dem Film fällt mir nur folgendes ein: es mag richtig sein, dass diese Geschichte mal einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird. Aber nicht mit amerikanischem Pathos, wie ihn Tom Cruise in seinen Filmen gerne mal zur Schau stellt. Zumal ich bei seinen letzten Filmen auch immer das Gefühl hatte, es ginge ihm viel mehr darum, sich selber gut in Szene zu setzen als eine Geschichte zu erzählen. Und so jemand soll ein wichtiges Stück deutscher Geschichte verfilmen? Nein danke.

                          MfG
                          Whyme
                          "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
                          -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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                          • #14
                            Auch wenn Tom Cruise ein paar merkwürdige Lebenseinstellungen hat finde Ich ihn als Schauspieler immer noch gut. Ich denke er wird das ganz gut machen.

                            Ausserdem denke Ich wie mancher hier das niemand jemals was über Stauffenberg und Co erfahren wird wenn wir die dt. Geschichte hier immer nur im eigenen Saft drehen. Ich begrüsse es das Hollywood sich dem Stoff angenommen hat und bin gespannt was dabei rauskommt.

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                            • #15
                              Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                              Ich finde man sollte die religiöse Einstellung eines Schauspielers nicht als Kriterium für eine Drehgenehmigung nehmen. Der Film hat schießlich mit Scientology nichts zu tun.
                              Nun, persönlich hätte ich gar kein Problem damit, wenn Tom Cruise in diesem Streifen mitspielt. Und seine "religiöse" Einstellung allein hat bei der Entscheidung, die Drehgenehmigung zu verweigern bestimmt keine Rolle gespielt. Vielmehr wird es für die Verantwortlichen erschreckend gewesen sein, zu sehen, wie schamlos dieser Mann seine (noch)Popularität ausnutzt um für Scientology zu werben, ja sogar versucht Mitglieder unter seinen Fans zu rekrutieren. Früher tat er das nicht in aller Öffentlichkeit und war um einiges sympatischer

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