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"El Topo" (Jodorowsky)

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  • "El Topo" (Jodorowsky)

    Hallo liebe Filmfreunde,

    am Freitag, den 25.04.2008, laufen auf Arte zwei sehr ungewöhnliche Experimentalfilme des chilenischen Regisseurs Alejandro Jodorowsky. Diesen Namen habt ihre bestimmt schonmal im Zusammenhang mit "Dune" und aus dem Comic-Bereich gehört. Zusammen mit dem berühmten Comiczeichner Moebius, hat Jodorowsky "John Difool" geschaffen. Eine meisterhafte Comic-Reihe, die SF und Esotherik in einem visuell komplexen Universum präsentiert. Ausserdem hatte Jodorowsky in den 70ern vor, "Dune" zuverfilmen. Sein Drehbuch hätte eine Filmlänge von über 10 Stunden ergeben.U.a. sollten Orson Wells (Wladimir Harkonnen?)und Savador Dali (Imperator) mitwirken.

    Aus der gleichen Zeit stammen "El Topo" und "Der heilige Berg". Zwei ungewöhnliche Experimentalfilme, deren Handlung man keiner bekannten Erzählstruktur zuordnen kann. Beide Filme zeigen eine gigantische Bilderflut surrealer Elemente und diverse Metaphern auf die menschliche Gesellschaft. Auch wenn man die Handlung kaum verstehen kann, wird man immerwieder überrascht von der visuellen Vielfalt dieser beiden Kultfilme. Schockierende und absurde Szenen, Selbstfindungsversuche und eiskalte Blicke auf die menschliche Psyche.

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    "El Topo" und "Der heilige Berg" sind für den Durchschnittszuschauer eher langweilig und uninteressant. Doch wer sich mal auf einen "Trip" in die Abgründe des menschlichen Gehirns begeben möchte, findet hier den idealen Einstieg.

    "El Topo" - 25.04.2008 23:30 Uhr, Arte

    Nach seiner Premiere läuft "El Topo", in dem Jodorowsky selbst die Hauptrolle spielt, sieben Monate lang in den Spätvorstellungen der New Yorker Kinos. Als Midnight Movie erlangt der Film Kultstatus. Der Gangster El Topo wird zum Held einer Generation, die wie er nach innerer Läuterung und Vereinigung mit Gott strebt. Doch das Streben nach göttlicher Erleuchtung birgt die Gefahr der Selbstüberhöhung. Als Metapher für das Scheitern seines Helden wählt Jodorowsky den Maulwurf. In der Eingangssequenz von "El Topo" wird das Verhalten des Maulwurfs beschrieben, der beim Graben seiner unterirdischen Gänge immer nach dem Weg zur Sonne sucht. Gelangt er tatsächlich einmal ans Tageslicht, so kann er aufgrund der Helligkeit nichts sehen. Die Sonne macht ihn blind. Der Maulwurf wird damit zum Leitmotiv und nimmt das apokalyptische Ende des Films vorweg.
    In einem Interview gesteht Regisseur Jodorowsky, dass er beim Dreh des Films unter dem Einfluss der buddhistischen Zen-Lehre stand und sich intensiv mit Meditationstechniken beschäftigte. "El Topo" wirkt wie eine Meditation über das Thema "Religion", denn Jodorowsky jongliert mit Motiven aller Weltreligionen. Er stellt christliche Symbole und buddhistische Bräuche einander gegenüber und verknüpft sie mit mythischen Western-Traditionen. Das Ergebnis ist eine surreale Bilderflut, teils blutig, teils komisch, die den Zuschauer herausfordert. Die Wirkung der Bilder wird durch eine melancholisch traurige Musikuntermalung verstärkt. "El Topo" ist ein buntes Manifest der Hippiekultur, das alle Sinne in Anspruch nimmt.
    "Der heilige Berg" - 26.04.2008 03:00 Uhr, Arte

    Im Zentrum von "Der Heilige Berg" steht die esoterische und mystische Reise eines kriminellen Vagabunden. Themen wie die Alchimie, das Tarotspiel, der Hinduismus, der Symbolismus, die Astrologie und das Freimaurertum werden angerissen. Die Szenen des metaphysisch und symbolisch aufgeladenen Films entstehen auf einer 40-tägigen Reise durch Mexico. In jedem der Dörfer, die Jodorowsky und seine Begleiterin passieren, schreibt er eine Episode. Kein Geringerer als John Lennon setzt sich dafür ein, dass der mittellose Regisseur das Geld für den Dreh seines Films erhält.
    Wer beim "heiligen Berg" mal genau aufpasst, kann die imperialen Generäle aus Lynch´s "Dune" wiederfinden.

    ...bin gespannt, wer von euch diese beiden Filme mehr als 30 Minuten aushält

    Galaktische Grüsse aus Delmenhorst
    Starcat66
    Zuletzt geändert von Starcat66; 23.04.2008, 18:04.
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