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James Bond - Octopussy

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  • James Bond - Octopussy

    So, ich mach jetzt mal die James Bond Reihe fertig... fehlen ja nur noch ein paar Filme...

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Name: Octopussy.jpg
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Größe: 54,0 KB
ID: 4286526
    James Bond - Octopussy

    Erscheinungsjahr: 1983
    Länge (PAL-DVD): 131 Minuten
    Originalsprache: Englisch
    Regie: John Glen
    Produktion: Albert R. Broccoli, Michael G. Wilson
    Darsteller:
    Roger Moore: James Bond
    Louis Jourdan: Kamal Khan
    Maud Adams: Octopussy
    Kabir Bedi: Gobinda
    Vijay Amritraj: Vijay
    Desmond Llewelyn: Q
    Robert Brown: M
    Lois Maxwell: Miss Moneypenny
    ...



    Inhalt:
    Für James Bond dreht sich in diesem Film zunächst alles um ein wertvolles Faberge-Ei: Ein Kollege von 007 ist in Deutschland tot aufgefunden worden, mitsamt einer guten Fälschung in den Händen. Als bei einer Auktion das originale Ei zum Verkauf steht, tauscht Bond Original und Fälschung unauffällig aus und heftet sich danach auf die Fersen des Käufers, einem gewissen Kamal Khan. Dieser musste das Ei scheinbar unbedingt ersteigern, denn er überbietet alle Angebote. Die Reise führt Bond nach Indien, wo er alsbald von Khans Leuten gefangen genommen wird. Er schafft es allerdings, aus seinem Zimmer auszubrechen und ein Gespräch zwischen Khan und dem russischen General Orlov zu belauschen. In diesem Gespräch geht es um mehr als um das Faberge-Ei: Orlov plant, mit dem Octopussy-Zirkus, der gewöhnlich für Juwelenschmuggel benutzt wird, einen atomaren Sprengkörper auf das Gelände der US-Airforce im deutschen Feldberg einzuschleusen. Die Explosion dieser Bombe muß James Bond unbedingt verhindern. Wieder zurück in Deutschland, läßt er sich in den Zirkus einschleusen. Als sich der zirkuseigene Zug dann mitsamt der Bombe auf den Weg nach Feldberg macht, ist auch Bond mit von der Partie. Bei einer Rangelei mit einem Messerwerfer stürzt er allerdings vom Dach eines Waggons und muß auf anderen Wegen nach Feldberg gelangen. Absolute Eile ist geboten, denn der Zeitpunkt der Explosion rückt unweigerlich näher ...


    Hintergrundinfos:
    • „Octopussy“ entstand von August 1982 bis Januar 1983 mit Produktionskosten von 25 Millionen US-Dollar und spielte weltweit 183 Millionen ein. Filmpremiere war am 6. Juni 1983.
    • Es ist anzumerken, dass der Film inhaltlich gar nichts mit der gleichnamigen Kurzgeschichte von Ian Fleming zu tun hat
    • Bonds indischer Kontaktmann Vijay wird von Vijay Amritraj dargestellt, einem damals sehr populären Tennisprofi. In der Taxijagdszene hantiert Amritraj daher mit einem Tennisschläger herum. Da er kein Mitglied der Schauspieler-Innung war, gab es von Zeit zu Zeit Konflikte, für die im Notfall ein Ersatzschauspieler für den Part des Vijay beschafft wurde. Amritraj hatte drei Jahre später eine Rolle als Raumschiffkapitän der USS Yorktown in Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart.
    • Die Sequenz während der Zugfahrt war sehr anstrengend. Ein Stuntman zog sich schwere Verletzungen zu, als er seitlich am Zug hängend gegen einen Pfeiler prallte. Ein anderer Stuntman konnte sich im letzten Moment retten, bevor der ins Wasser geschleuderte Mercedes von Bond das Boot, in welchem er sich befand, traf.
    • Drehorte waren Indien, Deutschland, Großbritannien und die USA.
    • In Deutschland entstanden die meisten Aufnahmen in West-Berlin – u.a. am echten Grenzübergang „Checkpoint Charlie“ und im Gefängnis Spandau – und in den Münchner Bavaria-Film-Studios. Für die Autoverfolgungsjagd in der Nähe von Feldstadt verwendete man die als Avus bekannte Bundesautobahn A 115 in Berlin, die Abfahrt „Feldstadt“ ist tatsächlich die Abfahrt „Hüttenweg“.
    • Maud Adams (Octopussy) ist die Einzige Darstellerin ist die in zwei Bondfilmen eine weibliche Hauptrolle spielen durfte.
    Zuletzt geändert von Captain Dylan Hunt; 07.08.2008, 21:01.

    - - - - Mein VT - - - -

  • #2
    Für mich eine klasse Bond.
    Hat viel Witz, gute Action und tolle Locations.
    Gerade die Zugverfolgungsjagt ist wirklich klasse. Auch wenn man aus heutiger Sicht natürlich die Effekte deutlich sieht, aber das find ich nicht schlimm.
    Aber der absolute Knaller ist natürlich die Pre-Title-Sequence mit dem Acrostar Jet. Das Teil gibts wirklich!

    Zu erwähnen ist vieleicht noch das Maud Adams (Octopussy) die Einzige Darstellerin ist die in zwei Bondfilmen eine weibliche Hauptrolle spielen durfte.
    Sie war 9 Jahre vorher in "Der Mann mit dem goldenen Colt" als Scaramangas Gespielin Andrea Anders zu sehen.
    Auch ist dies der Bond der gegen den damals mit Sean Connery gedrehten Konkurrenz-Bond "Sag niemals nie" antrat. Beide wurde 1983 veröffentlicht, allerdings hatte "Octopussy" mit 187 mio US$ die Nase vor "Never Say Never Again" der 160 mio US$ einspielte.
    Das Schicksal beschütz Kinder, Narren und Schiffe namens Enterprise

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    • #3
      @Steve Coal: Danke für die Info mit Maud Adams. Die hab ich noch mitreineditiert

      Insgesamt hast du REcht, ist ein ziemlich guter Bond, einer der besten von Roger Moore. Die Verfolgungsjagd auf dem Zug am Schluss ist wirklich spannend. Zeitgleich kam ja auch "Never say never" mit Sean Connery raus, den ich persönlich sogar etwas besser finde...aber da kommt mal nen anderer Thread
      Insgesamt gebe ich 8 von 10 Punkten für den Bond.

      - - - - Mein VT - - - -

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      • #4
        Netter kleiner Bond-Film. Der Mord zu Beginn ist für Roger-Moore-Bond-Verhältnisse ziemlich brutal. Die Action (Zugverfolgungsjagd) und Locations (Großbritannien, Indien, Deutschland) passen auch. Einzig das Bond-Girl ist IMO eher schwach und Maud Adams (auch wenn sie es schaffte zweimal bei Bond aufzutreten) eher wenig hübsch. Schade, dass der Film nichts mit Ian Flemmings Kurzgeschichte zu tun hatte (was man aber bei JB auch gewohnt ist, außer "Casino Royale" hielt sich kaum einer wirklich an die Vorlage).

        Gute 4 Sterne!

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        • #5
          Mir hat dieser Bond-Film sehr gut gefallen. Die Handlung war spannend, die Verfolgungsjadten bzw. die Actionszenen gelungen und die Schauplätze haben mir auch sehr gut gefallen. Das Bond-Girl Maud Adams als Octopussy hat mir sehr gut gefallen, sowie die meisten Mitglieder ihrer "Bande" auch sehr hübsch waren. Klasse fand ich die Szene wo James Bond als Clown verkleidet im Zirkus umherlief und versuchte die Bombe zu entschärfen. Somit gibt es fünf von sechs Sterne von mir.
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          • #6
            Zitat von HanSolo Beitrag anzeigen
            Schade, dass der Film nichts mit Ian Flemmings Kurzgeschichte zu tun hatte (was man aber bei JB auch gewohnt ist, außer "Casino Royale" hielt sich kaum einer wirklich an die Vorlage).
            Nun das Problem ist ja einerseits, dass es ab einer gewissen Zeit auch nicht mehr genug Volagen gab.
            Bei manchen Filmen erfährt man aber auch in den Making offs und Audiokommentaren, dass manche Vorlagen zwar als Buch interessant waren, aber für die Größe die die Bond Filme irgendwann hatten einfach zu unspektakulär waren.
            Teilweise war sogar nur der Titel übrig, da fällt mir aber nicht mehr ein von welcher Vorlage das war.
            Das Schicksal beschütz Kinder, Narren und Schiffe namens Enterprise

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            • #7
              Zitat von Steve Coal Beitrag anzeigen
              Nun das Problem ist ja einerseits, dass es ab einer gewissen Zeit auch nicht mehr genug Volagen gab.
              Bei manchen Filmen erfährt man aber auch in den Making offs und Audiokommentaren, dass manche Vorlagen zwar als Buch interessant waren, aber für die Größe die die Bond Filme irgendwann hatten einfach zu unspektakulär waren.
              Teilweise war sogar nur der Titel übrig, da fällt mir aber nicht mehr ein von welcher Vorlage das war.
              Eines der Beispiele dürfte wohl "Ein Quantom Trost" gewesen sein. Eigentich ist die ganze Kurzgeschichte eine Erzählung der JB lauscht. Der Film hat Null damit zu tun (und wäre bei ner Verfilmung der Buch-Handlung auch kein wirklicher JB-Film mehr gewesen).

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              • #8
                Es ist schon wieder über drei Monate her, dass ich den ersten Bondstreifen hier rezensiert habe. Ich mag es ja selbst kaum glauben. Und dabei bin ich gerade mal so ungefähr etwas über die Hälfte hinaus. Gut, ein wichtiges Argument für die jüngste Verzögerung - immerhin ist es einen Monat her, dass ich über den letzten geschrieben habe - war sicherlich auch die EM. Nun geht es wieder weiter und ein Stück weit bereue ich es sogar. Die EM war doch irgendwie interessanter als das, was gerade bei den Moore-Bonds im Schnitt gezeigt wird.

                Ich hätte es mir einfach nie gedacht, aber viele der letzten Bonds sind einfach irgendwie langweilig gewesen. Es passiert hier und da mal was, es werden schön viele Orte der Welt gezeigt (als Panoramablick funktioniert das also ganz gut, auch hier wieder mit der Verfolgungsjagd in Indien), aber im Kern besteht alles aus gepflegter Langeweile. Zumindest bei den Moorebonds fällt das auf. Die Connerybonds fand ich ja dann doch im Schnitt etwas besser, aber ehrlich: Bisher hat (außer der erste Teil, zugegeben) kein Film für mich erklären können, warum ausgerechnet die Bondfilme so eine lange Tradition haben. Es scheint irgendwie irgendwann einfach ein Selbstläufer geworden zu sein, weil die Leute eben einen neuen Bondfilm haben wollten. Ob das dann quasi alter Wein in neuen Schläuchen ist, kann dem Studio dann egal sein.

                So gibt es in diesem Film wenig neues: Die russisch-amerikanischen Beziehungen wurden schon an anderer Stelle (und auch schon besser) thematisiert. Orte wie Indien und Berlin werden gezeigt, aber auch nicht weiter. Es gibt den üblichen Q-Einsatz inklusive Gang durch die Ideenschmiede (sogar einen Außeneinsatz von Q hatten wir ja in gewisser Weise schon einmal), Moneypenny erhält eine Assistentin, bei welcher ganz kurz damit gespielt wird, ob man Lois Maxwell ersetzt hat. M hat man tatsächlich ersetzt, gut, ersetzen müssen. Der neue M hier kann aber kaum Akzente setzen, da wird dann Judi Dench erst wieder zeigen, wie das geht. Vermutlich sind acht Roger-Moore-Bonds im selben Stile einfach zu viel.

                Dabei beginnt der Film in Indien gar nicht schlecht. Das erste Treffen mit "Octopussy" ist sehr atmosphärisch und das Duell von Bond und Kamal Khan erläutert schon einmal vorab, warum das Duell zwischen Bond und einem gewissen Blut weinenden Bösewicht so gut funktioniert. Leider warten genau diese beiden Figuren mit einer großen Enttäuschung auf: Die Frau, die Bond zu Beginn trifft, ist gar nicht Octopussy - die richtige taucht erst später auf und hat auch viel weniger Präsenz (allerdings auch wegen der Spielzeit) und sieht übrigens einer bereits verstorbenen Liebschaft Bonds sehr ähnlich (). Kamal Khan entpuppt sich in der Riege der (ohnehin viel zu vielen) Bösewichter als Nullnummer, der am Ende irgendwie noch eine ganze und sehr aufgesetzt wirkende zweite Passage in Indien gewidmet wird.

                Auch Roger Moore selbst bleibt blass. Anders als noch bei seinen ersten Auftritten vermag er es kaum mehr, dem Film seine eigenen Akzente zu geben. Die Darstellung Bonds verpufft in Lustlosigkeit oder wo auch immer - auf jeden Fall verpufft sie. Im Prinzip ein 2-Sterne-Kandidat, aber weil man es einfach überhaupt nicht mehr schafft, auch nur irgendwas wirklich Neues einzubauen und einzuführen und der Film als solcher nicht nur als Film enttäuscht, sondern auch eine immer größer werdende Enttäuschung über die Bondreihe selbst nährt, gibt es tatsächlich die Schlussleuchte.

                1 Stern

                Jetzt werde ich vermutlich "Sag niemals nie" gucken, um wenigstens einmal Sean Connery (bisher mein Lieblingsbond) in Aktion zu erleben, und mich durch den letzten Moorebond quälen, von dem ich immerhin weiß, dass dort das Bondlied wesentlich besser ist als hier (nicht einmal das Lied als solches konnte irgendwie Akzente setzen, ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie es überhaupt ging). Und dann hoffe ich, dass Timothy Dalton, von dem man ja sagt, er ginge mehr in die Richtung von Craig, mir wieder etwas mehr zusagt.
                Was unterscheidet einen Pferdeschwanz von einer Krawatte? - Der Pferdeschwanz verdeckt das Ar***loch ganz.

                Für alle, die Mathe mögen

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                • #9
                  Ich hätte es mir einfach nie gedacht, aber viele der letzten Bonds sind einfach irgendwie langweilig gewesen. Es passiert hier und da mal was, es werden schön viele Orte der Welt gezeigt (als Panoramablick funktioniert das also ganz gut, auch hier wieder mit der Verfolgungsjagd in Indien), aber im Kern besteht alles aus gepflegter Langeweile. Zumindest bei den Moorebonds fällt das auf. Die Connerybonds fand ich ja dann doch im Schnitt etwas besser, aber ehrlich: Bisher hat (außer der erste Teil, zugegeben) kein Film für mich erklären können, warum ausgerechnet die Bondfilme so eine lange Tradition haben. Es scheint irgendwie irgendwann einfach ein Selbstläufer geworden zu sein, weil die Leute eben einen neuen Bondfilm haben wollten. Ob das dann quasi alter Wein in neuen Schläuchen ist, kann dem Studio dann egal sein.
                  Die Bondreihe hat sich immer zum richtigen Zeitpunkt erneuert und an den jeweiligen Zeitgeist angepasst. Manche Dinge wirken auf uns heutzutage reichlich antiquiert und überholt, aber damals sind diese Filme sicher nicht als langweilig empfunden worden. Es mag sein, dass die Bondfilme generell oder von Moore im speziellen in der Retrospektive ziemlich langweilig erscheinen, aber zur Entstehungszeit waren das Kinohighlights. Das muss man immer im Hinterkopf behalten.

                  Ein Garant für den Erfolg sind die typischen Bond Zutaten gewesen:
                  - Aufwendig gedrehte Action- und Stuntsequenzen, die meistens Maßstäbe setzten
                  - Exotische Drehorte, welche die meisten Zuschauer noch nie gesehen haben
                  - Humor und Selbstironie (gerade bei Moore)
                  - futuristisch wirkende Gadgets, die für spätere Generationen Realität geworden sind und daher so spektakulär wirken wie damals. Ich staune jedenfalls nicht mehr über Bonds Jetski aus "Der Spion Der Mich Liebte".
                  - und natürlich auch der Umgang mit Frauen, der heute sicherlich als extrem sexistisch empfunden wird.

                  Zum Film: Ich mag Octopussy eigentlich sehr gerne, auch wenn er höchstens durchschnittlich ist. Insgesamt haben die Filme mit Moore in den 80ern für mich das Problem, dass Moore leider schon viel zu alt für die Rolle gewesen ist. Das sollte besonders in seinem letzten Bond sehr deutlich werden. Moore ist schließlich sogar drei Jahre älter als Sean Connery.
                  "The Light — It's Always Been There. It'll Guide You."
                  Reviews, Artikel, Empfehlungen oder Podcasts von mir zu verschiedenen Themen aus der Popkultur könnt ihr auf Schundkritik.de finden.

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                  • #10
                    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                    Die Bondreihe hat sich immer zum richtigen Zeitpunkt erneuert und an den jeweiligen Zeitgeist angepasst. Manche Dinge wirken auf uns heutzutage reichlich antiquiert und überholt, aber damals sind diese Filme sicher nicht als langweilig empfunden worden. Es mag sein, dass die Bondfilme generell oder von Moore im speziellen in der Retrospektive ziemlich langweilig erscheinen, aber zur Entstehungszeit waren das Kinohighlights. Das muss man immer im Hinterkopf behalten.
                    Das mag ja auch alles schön und gut sein und gerade bei den Connerybonds lasse ich auch vieles mal als Zeitgeist durchgehen und finde es trotzdem sehr gut - bis auf "Goldfinger" war da nichts unter 4 Sternen als Wertung dabei, auch weil ich die Filme im Großen und Ganzen gut fand. Keine genialen Sternstunden des Kinos, aber sie waren ganz gut. Und die sind ja auch älter als die Moorebonds. Daran kann es also per se nicht liegen.

                    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                    Ein Garant für den Erfolg sind die typischen Bond Zutaten gewesen:
                    - Aufwendig gedrehte Action- und Stuntsequenzen, die meistens Maßstäbe setzten
                    Und das sehe ich bei den Moorebonds einfach auch gar nicht. Ja, es gibt da ein, zweimal etwas mit einem sich drehenden Auto, was im Kopf bleibt, aber ansonsten? Jagden auf Ski gab es auch bei Connery schon. Und speziell bei den Filmen ab Moonraker habe ich auch im Kopf, dass zeitgleich STAR WARS entstand. Mein Gott, das "Imperium schlägt zurück" liegt drei Jahre dahinter.

                    Nicht einmal die Schnitttechnik ist besonders innovativ. Mal schauen, wie das wird, wenn man etwa in der Zeit von "Highlander" (dessen Überblendungen von Rückblick und Jetztzeit mich selbst heute noch ins Staunen versetzen können) angelangt ist.

                    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                    - Exotische Drehorte, welche die meisten Zuschauer noch nie gesehen haben
                    - Humor und Selbstironie (gerade bei Moore)
                    - futuristisch wirkende Gadgets, die für spätere Generationen Realität geworden sind und daher so spektakulär wirken wie damals. Ich staune jedenfalls nicht mehr über Bonds Jetski aus "Der Spion Der Mich Liebte".
                    - und natürlich auch der Umgang mit Frauen, der heute sicherlich als extrem sexistisch empfunden wird.
                    Die Drehorte habe ich ja auch gelobt, sind aber zu wenig. Und hey, ja, die Bondgirls und der Rest sind halt die Sachen, die man von den Bonds einfach erwartet. Wenn so etwas kommt, darf man sich ja nicht beschweren. Aber wenn es immer wieder in derselben Verpackung kommt, ist das... na ja, reichlich unkreativ.
                    Was unterscheidet einen Pferdeschwanz von einer Krawatte? - Der Pferdeschwanz verdeckt das Ar***loch ganz.

                    Für alle, die Mathe mögen

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                    • #11
                      Zitat von garakvsneelix Beitrag anzeigen
                      Das mag ja auch alles schön und gut sein und gerade bei den Connerybonds lasse ich auch vieles mal als Zeitgeist durchgehen und finde es trotzdem sehr gut - bis auf "Goldfinger" war da nichts unter 4 Sternen als Wertung dabei, auch weil ich die Filme im Großen und Ganzen gut fand. Keine genialen Sternstunden des Kinos, aber sie waren ganz gut. Und die sind ja auch älter als die Moorebonds. Daran kann es also per se nicht liegen.
                      Insgesamt verstehe ich diesen Absatz nicht. Was willst du mir damit sagen? Warum lässt du es bei Moore Bonds nicht als Zeitgeist durchgehen?

                      Wie gesagt, die Bondfilme haben sich immer zu einem gewissen Grad angepasst und sich auch mit der Zeit und den Darstellern verändert.



                      Und das sehe ich bei den Moorebonds einfach auch gar nicht. Ja, es gibt da ein, zweimal etwas mit einem sich drehenden Auto, was im Kopf bleibt, aber ansonsten? Jagden auf Ski gab es auch bei Connery schon. Und speziell bei den Filmen ab Moonraker habe ich auch im Kopf, dass zeitgleich STAR WARS entstand. Mein Gott, das "Imperium schlägt zurück" liegt drei Jahre dahinter
                      Dann schau einfach genauer hin oder beschäftige dich intensiver mit der Geschichte der Bondfilme. Dann wirst du auch sehen, welche Sequenzen aus welchem Grund damals unglaublich spektakulär gewesen sind. D.h. ja nicht, dass man immer das Rad neu erfunden hat, aber vor allem in der Moore-Ära hat man die Messlatte in Bezug auf Actionsequenzen und Stunts noch mal eine gehörige Portion nach oben bewegt. Da gehören dann der Fallschirmkampf zu Beginn von Moonraker dazu, ebenso der Kampf auf der Gondel in Rio oder der Union-Jack Fallschirmsprung mit den Skiern zu Beginn von The Spy Who Loved Me um nur einige zu nennen. Die Kletterpartie am Zug in Octopussy sollte man auch nicht vergessen, schließlich ist dabei ja fast ein Stuntman zu Tode gekommen.

                      In Sachen Action haben die Bondfilme schon immer punkten können, vor allem weil die Stunts auch alle real durchgeführt wurden. Das ist mit ein Grund, warum die Bondreihe so langlebig ist, weil die Macher immer eine Schippe drauflegen. Gegen Ende seiner Ära hat man es Roger Moore aber auch nicht mehr abgenommen, dass er die Wahnwitzigen Dinge machen könnte, die sein Stuntdouble fabriziert. Was aber nichts daran ändert, dass z.B. die Stunts selber noch immer sehr spektakulär gewesen sind.

                      Nicht einmal die Schnitttechnik ist besonders innovativ. Mal schauen, wie das wird, wenn man etwa in der Zeit von "Highlander" (dessen Überblendungen von Rückblick und Jetztzeit mich selbst heute noch ins Staunen versetzen können) angelangt ist.
                      Das kommt drauf an welche Filme du betrachtest. In den 80ern gab es in sehr vielen Filmen diesen unglaublich generischen Inszenierungs- und Schnittstil. Das wirkt teilweise heutzutage etwas rückständig. Bei den Bondfilmen kommt noch dazu, dass alle Filme der 80er von John Glen inszeniert wurden. Der Mann war ursprünglich Cutter und Regisseur von Actionsequenzen bei vorherigen Bondfilmen und hat daher seinen festen Stil von dem er sicherlich nicht wirklich abweicht. Erst ab den 90ern gibt es wieder unterschiedliche Regisseure, die alle ihren eigenen Stil haben.

                      Aber auch im Schnitt gibt es bei den Bondfilmen Pioniere, die überhaupt das Genre des Actionfilms durch ihre Schnitttechnik aus der Taufe gehoben oder mit der Zeit verbessert haben. Ich denke da beispielsweise an Peter Hunt.



                      Die Drehorte habe ich ja auch gelobt, sind aber zu wenig. Und hey, ja, die Bondgirls und der Rest sind halt die Sachen, die man von den Bonds einfach erwartet. Wenn so etwas kommt, darf man sich ja nicht beschweren. Aber wenn es immer wieder in derselben Verpackung kommt, ist das... na ja, reichlich unkreativ.
                      Es hat auch niemand behauptet, dass die Bondformel kreativ ist. Aber die Formel ist ein zentraler Bestandteil des anhaltenden Erfolges. Du warst wundert, warum die Filme so eine Tradition haben aufbauen können. Der Grund liegt vor allem darin, dass es feste Bestandteile gibt, die man als Zuschauer erwarten kann und auch haben möchte. Und diese festen Elemente wurden dann immer in jeweils an aktuelle Trends angepasst.

                      Die Bondreihe ist ja auch nicht darauf ausgelegt, dass man die Filme am Stück schaut oder sie in direkte Konkurrenz miteinander setzt. So habe ich die Filme z.B. auch nie gesehen. Da kam ab und zu mal ein Bond im Fernsehen oder im Kino und den hat man sich dann angeschaut und nach Jahren hat man dann viel vom Inhalt wieder vergessen.
                      "The Light — It's Always Been There. It'll Guide You."
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                      • #12
                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Insgesamt verstehe ich diesen Absatz nicht. Was willst du mir damit sagen? Warum lässt du es bei Moore Bonds nicht als Zeitgeist durchgehen?
                        Okay, ja, da hatte ich mich etwas merkwürdig ausgedrückt. Im Groben heißt es das: Du hast ja eingewendet, dass einige Dinge in den Bondfilmen auch mit anderen Augen gesehen werden müssen, da sie ja zeitgeistangepasst sind und heute antiquiert wirken. Das mag ja sogar stimmen. In der Tat empfinde ich aber die Connery-Bonds, die ja eigentlich älter sind als die Moore-Bonds, weitaus weniger antiquiert.

                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Wie gesagt, die Bondfilme haben sich immer zu einem gewissen Grad angepasst und sich auch mit der Zeit und den Darstellern verändert.
                        Und das ist es ja, was es für mich auch so spannend macht, die mal in Reihenfolge zu schauen. (Ist ja bei meinem SG1-Run ähnlich, wo man auch gewisse Einflüsse im Serienbereich festmachen kann.) Nur die Moore-Ära, die halt sieben Filme lang so ziemlich gleich war, geht mir einfach etwas zu lang.

                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Dann schau einfach genauer hin oder beschäftige dich intensiver mit der Geschichte der Bondfilme. Dann wirst du auch sehen, welche Sequenzen aus welchem Grund damals unglaublich spektakulär gewesen sind. D.h. ja nicht, dass man immer das Rad neu erfunden hat, aber vor allem in der Moore-Ära hat man die Messlatte in Bezug auf Actionsequenzen und Stunts noch mal eine gehörige Portion nach oben bewegt. Da gehören dann der Fallschirmkampf zu Beginn von Moonraker dazu, ebenso der Kampf auf der Gondel in Rio oder der Union-Jack Fallschirmsprung mit den Skiern zu Beginn von The Spy Who Loved Me um nur einige zu nennen. Die Kletterpartie am Zug in Octopussy sollte man auch nicht vergessen, schließlich ist dabei ja fast ein Stuntman zu Tode gekommen.
                        Ich konnte in den Moore-Bonds nicht wirklich viel feststellen, was mich mehr beeindruckt hätte als beispielsweise die Unterwasserszenen oder der Flug in einem Minihelicopter bei Connery. Gut, es gab da zwei wirklich gute Autostunts, aber die machen einen langweiligen Film auch nicht besser. Es mag ja auch stellenweise an mir liegen: Solange sie nicht so schlecht ist, dass man sie z. B. offenkundig als Effekt ausmacht, achte ich nur selten auf Actionsequenzen. Gerade bei Bond sind mir die meisten in der Regel viel zu langgezogen.

                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        In Sachen Action haben die Bondfilme schon immer punkten können, vor allem weil die Stunts auch alle real durchgeführt wurden. Das ist mit ein Grund, warum die Bondreihe so langlebig ist, weil die Macher immer eine Schippe drauflegen. Gegen Ende seiner Ära hat man es Roger Moore aber auch nicht mehr abgenommen, dass er die Wahnwitzigen Dinge machen könnte, die sein Stuntdouble fabriziert. Was aber nichts daran ändert, dass z.B. die Stunts selber noch immer sehr spektakulär gewesen sind.
                        Das mag ja alles sein, aber ich finde einfach eine gute Dialogzeile zwischen Bond und seinem Gegenspieler actionreicher als der hundertste Versuch, ein Auto spektakulär zu zerschrotten. Und gerade in der Moore-Ära gibt es kaum einen Gegenspieler, der durch mehr als den gut gewählten Darsteller (Curd Jürgens, Christopher Lee) punkten kann.

                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Das kommt drauf an welche Filme du betrachtest. In den 80ern gab es in sehr vielen Filmen diesen unglaublich generischen Inszenierungs- und Schnittstil. Das wirkt teilweise heutzutage etwas rückständig. Bei den Bondfilmen kommt noch dazu, dass alle Filme der 80er von John Glen inszeniert wurden. Der Mann war ursprünglich Cutter und Regisseur von Actionsequenzen bei vorherigen Bondfilmen und hat daher seinen festen Stil von dem er sicherlich nicht wirklich abweicht. Erst ab den 90ern gibt es wieder unterschiedliche Regisseure, die alle ihren eigenen Stil haben.
                        Ja, das mag mit ein Problem der Bonds dieser Zeit sein. Sie wirken einfach alle gleich.

                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Aber auch im Schnitt gibt es bei den Bondfilmen Pioniere, die überhaupt das Genre des Actionfilms durch ihre Schnitttechnik aus der Taufe gehoben oder mit der Zeit verbessert haben. Ich denke da beispielsweise an Peter Hunt.
                        Namen sagen mir nix, genannte Beispiele sind besser. Und da fällt mir auch nur das eine oder andere aus der Connery-Ära ein. Die Moore-Bonds dagegen stagnieren und stagnieren.

                        Natürlich war das mit dem Schnitt auch jetzt nur so ein Beispiel. Aber um vielleicht zur Action zurückzukommen: Natürlich kann ich einen guten Effekt auch mal anerkennen, wenn er da ist. Und in den Bondfilmen sind sie an und für sich, allein von den Effekten her, auch ganz gut. Aber eben auch keine Weltklasse, wegen der ich jedes Mal ins Kino laufen würde. Wenn man mir bei STAR WARS sagt "Hey, die Effekte waren echt revolutionär!", dann glaube ich das sogar und sehe das als Grund ein, warum man SW (auch die alten Teile) auf der Kinoleinwand sehen sollte.

                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Es hat auch niemand behauptet, dass die Bondformel kreativ ist. Aber die Formel ist ein zentraler Bestandteil des anhaltenden Erfolges. Du warst wundert, warum die Filme so eine Tradition haben aufbauen können. Der Grund liegt vor allem darin, dass es feste Bestandteile gibt, die man als Zuschauer erwarten kann und auch haben möchte. Und diese festen Elemente wurden dann immer in jeweils an aktuelle Trends angepasst.
                        Ich wüsste nicht, inwiefern man Qs Auftritte groß geändert hätte. Es gibt quasi in jedem zweiten Film eine Führung durch seine Schmiede. Das war in den 60ern bei Connery so, das ist auch in den 80ern bei Moore so. 20 Jahre und immer noch dasselbe.

                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Die Bondreihe ist ja auch nicht darauf ausgelegt, dass man die Filme am Stück schaut oder sie in direkte Konkurrenz miteinander setzt. So habe ich die Filme z.B. auch nie gesehen. Da kam ab und zu mal ein Bond im Fernsehen oder im Kino und den hat man sich dann angeschaut und nach Jahren hat man dann viel vom Inhalt wieder vergessen.
                        Dann verwundert mich aber schon, dass man gerade in den Connerybonds durchaus viel Wert auf die Blofeldhandlung, die ja quasi "bei der Stange" halten sollte, gelegt hat. Klar, bei den Moorefilmen ist man davon weggegangen und hat doch Figuren mit Wiedererkennungswert wie Gogol weiter eingebaut und ausgebaut. Und mit dem Argument könnte man jetzt quasi rechtfertigen, wenn alle zwei Jahre derselbe Film neu gedreht wird und immer leicht angepasst wird. Alle zwei Jahre rennen die Leute ins Kino und kommen mit dem dumpfen Gefühl, so etwas schon mal gesehen zu haben, wieder raus.

                        Das darf man doch dann kritisieren, finde ich. Und bei der JB-Reihe ist das ein verdammt wichtiger Punkt, wenn man mich fragt. Klar, an den festgesetzten Dingen braucht man nichts zu ändern (die Erklärung, warum sie eben auch zum Erfolg beitragen, finde ich insgesamt schlüssig), aber darüber hinaus bieten die Bondfilme in letzter Zeit einfach sehr wenig, was nicht nach "Remake-Verwurstung-seiner-selbst" schreit.

                        Vermutlich habe ich einfach eine Abneigung gegen die Moore-Bonds, die mir in ihrer Gänze (bisheriger Schnitt 2,7) nicht so sehr gefallen. Da wünscht man sich halt, es hätte sich zwischen den 70ern und den 80ern irgendwie mehr an den Bonds geändert
                        Zuletzt geändert von garakvsneelix; 08.07.2012, 19:01.
                        Was unterscheidet einen Pferdeschwanz von einer Krawatte? - Der Pferdeschwanz verdeckt das Ar***loch ganz.

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                        • #13
                          Erst einmal vorweg:

                          Ich weiß nicht was dein Problem ist. Du hast gefragt, warum die Filme auf Dauer so erfolgreich waren und ich habe dir darauf geantwortet. Jetzt gehst du in Verteidigungsposition und ich verstehe den Grund dafür überhaupt nicht. Ich argumentiere nicht, dass du das so sehen sollst, sondern ich beschreibe wie das damals gesehen wurde und wie das beim Publikum angekommen ist. Danach hattest du ja gefragt und ich wundere mich, warum du das so sehr auf dich selbst beziehst. Aber gut, vielleicht missverstehen wir uns nur.

                          Zitat von garakvsneelix Beitrag anzeigen
                          Okay, ja, da hatte ich mich etwas merkwürdig ausgedrückt. Im Groben heißt es das: Du hast ja eingewendet, dass einige Dinge in den Bondfilmen auch mit anderen Augen gesehen werden müssen, da sie ja zeitgeistangepasst sind und heute antiquiert wirken. Das mag ja sogar stimmen. In der Tat empfinde ich aber die Connery-Bonds, die ja eigentlich älter sind als die Moore-Bonds, weitaus weniger antiquiert.
                          Das mag daran liegen, dass heutzutage eine klamaukige oder comichafte Inszenierung schnell als minderwertig empfunden wird. Dabei ist das eigentlich kein Qualitätsmerkmal.

                          Die Bonds von Connery waren noch wesentlich ernster und härter. Das liegt unserer Generation sicher näher, als es die Moore Bonds jetzt tun. Ändert trotzdem nichts daran, dass die Bonds von Moore wahnsinnig erfolgreich waren und auch heute noch verdammt viele Fans haben.

                          Vielleicht hilft es auch, wenn du dir vor Augen führst, dass die Filme von Moore in den 70ern im Prinzip auch eine Art Gegenpol zu den Filmen des New Hollywoods bilden. Während der Zuschauer auf der einen Seite mit ziemlich heftigem Zeug konfrontiert wird, bieten die Bondfilme heitere und lockere Unterhaltung.

                          Und das ist es ja, was es für mich auch so spannend macht, die mal in Reihenfolge zu schauen. (Ist ja bei meinem SG1-Run ähnlich, wo man auch gewisse Einflüsse im Serienbereich festmachen kann.) Nur die Moore-Ära, die halt sieben Filme lang so ziemlich gleich war, geht mir einfach etwas zu lang.
                          Wobei es innerhalb der Moore-Ära auch gewaltige Unterschiede zwischen den Filmen gibt. Die Filme der 70er mit ihm wurden mit der Zeit immer abgedrehter und in den 80ern ist man wieder sehr viel bodenständiger geworden. Es gibt da schon sehr starke Unterschiede.

                          Ich konnte in den Moore-Bonds nicht wirklich viel feststellen, was mich mehr beeindruckt hätte als beispielsweise die Unterwasserszenen oder der Flug in einem Minihelicopter bei Connery. Gut, es gab da zwei wirklich gute Autostunts, aber die machen einen langweiligen Film auch nicht besser. Es mag ja auch stellenweise an mir liegen: Solange sie nicht so schlecht ist, dass man sie z. B. offenkundig als Effekt ausmacht, achte ich nur selten auf Actionsequenzen. Gerade bei Bond sind mir die meisten in der Regel viel zu langgezogen.
                          Was du aus heutiger Sicht beeindruckend findest, sei mal dahingestellt. Die Actionsequenzen bei Moore waren und sind ziemlich spektakulär inszeniert. Ich finde, dass sie auch heute nicht langweilig wirken, obwohl wir natürlich sehr viel dynamischere Sequenzen gewöhnt sind. Der Reiz dieser Szenen erschließt sich mir vor allem aus dem Umstand, dass die Action damals auch tatsächlich von jemanden gemacht werden mussten. Da kann dann auch Star Wars nicht mal im Ansatz mithalten. Da findest du dann keine Effekte, sondern echte Menschen, die über mehrere Wochen 10 Mal am Tag aus einem Flugzeug gesprungen sind, damit am Ende eine Sequenz von zwei Minuten dabei herum kommt.

                          Wie gesagt, dass wussten die Zuschauer auch schon damals und das ist Teil der Faszination der Action der Bondfilme und auch ein Garant für den andauernden Erfolg der Reihe und das bis heute.


                          Das mag ja alles sein, aber ich finde einfach eine gute Dialogzeile zwischen Bond und seinem Gegenspieler actionreicher als der hundertste Versuch, ein Auto spektakulär zu zerschrotten. Und gerade in der Moore-Ära gibt es kaum einen Gegenspieler, der durch mehr als den gut gewählten Darsteller (Curd Jürgens, Christopher Lee) punkten kann.
                          Aber wegen guter Dialogzeilen zwischen Bond und seinem Gegenspieler sind die Filme nicht erfolgreich geworden. Das liegt primär dann doch an der Action, den Drehorten, dem Humor oder irgendwelchen skurrilen Dingen und nicht an einer elaborierten Story.

                          Natürlich war das mit dem Schnitt auch jetzt nur so ein Beispiel. Aber um vielleicht zur Action zurückzukommen: Natürlich kann ich einen guten Effekt auch mal anerkennen, wenn er da ist. Und in den Bondfilmen sind sie an und für sich, allein von den Effekten her, auch ganz gut. Aber eben auch keine Weltklasse, wegen der ich jedes Mal ins Kino laufen würde. Wenn man mir bei STAR WARS sagt "Hey, die Effekte waren echt revolutionär!", dann glaube ich das sogar und sehe das als Grund ein, warum man SW (auch die alten Teile) auf der Kinoleinwand sehen sollte.
                          Geh mal von deiner Denkweise weg von Effekten oder Star Wars. Das ist nicht mit James Bond vergleichbar. Star Wars hat mithilfe seiner Effekte sehr gute Actionszenen gezaubert. Insgesamt sind das aber nur Effektszenen. Bei James Bond sind die Actionszenen keine Effekte, sondern echte Stunts mit echten Leuten. Wenn es sich nicht lohnt das auf der Leinwand zu sehen, was lohnt sich dann?

                          Ich wüsste nicht, inwiefern man Qs Auftritte groß geändert hätte. Es gibt quasi in jedem zweiten Film eine Führung durch seine Schmiede. Das war in den 60ern bei Connery so, das ist auch in den 80ern bei Moore so. 20 Jahre und immer noch dasselbe.
                          Wer redet denn von Q? Aber selbst da gibt es Unterschiede. Vielleicht interessiert dich ja mal ein Buch zum Thema. Ich kann dieses hier empfehlen.

                          Dann verwundert mich aber schon, dass man gerade in den Connerybonds durchaus viel Wert auf die Blofeldhandlung, die ja quasi "bei der Stange" halten sollte, gelegt hat. Klar, bei den Moorefilmen ist man davon weggegangen und hat doch Figuren mit Wiedererkennungswert wie Gogol weiter eingebaut und ausgebaut. Und mit dem Argument könnte man jetzt quasi rechtfertigen, wenn alle zwei Jahre derselbe Film neu gedreht wird und immer leicht angepasst wird. Alle zwei Jahre rennen die Leute ins Kino und kommen mit dem dumpfen Gefühl, so etwas schon mal gesehen zu haben, wieder raus.
                          Wenn die Filme nicht im Kino neu aufgeführt wurden, dann hattest du schlechte Karten alle Filme am Stück zu schauen. Da gab es vielleicht mal eine 30 Minuten Fassung auf Super 8 oder so. Ansonsten hast du den Film geschaut und zwei Jahre später den nächsten ohne den Vorgänger noch im Kopf zu haben.

                          Deshalb sind die Filme auch nicht so konzipiert worden, dass man sie am Stück schaut. Selbst Blofeld braucht man eigentlich in keinem Film vorher zu kennen und er bekommt immer eine Einführung.



                          Vermutlich habe ich einfach eine Abneigung gegen die Moore-Bonds, die mir in ihrer Gänze (bisheriger Schnitt 2,7) nicht so sehr gefallen. Da wünscht man sich halt, es hätte sich zwischen den 70ern und den 80ern irgendwie mehr an den Bonds geändert
                          Ich hätte dir schon nach deinen ersten Reviews der Conneryfilme sagen können, dass dir die Moorefilme nicht gefallen werden. Deshalb war ich ja auch so gespannt auf deine Meinung zu den Filmen der 70er.
                          Zuletzt geändert von Skeletor; 08.07.2012, 20:07.
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                          • #14
                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Erst einmal vorweg:

                            Ich weiß nicht was dein Problem ist. Du hast gefragt, warum die Filme auf Dauer so erfolgreich waren und ich habe dir darauf geantwortet. Jetzt gehst du in Verteidigungsposition und ich verstehe den Grund dafür überhaupt nicht. Ich argumentiere nicht, dass du das so sehen sollst, sondern ich beschreibe wie das damals gesehen wurde und wie das beim Publikum angekommen ist. Danach hattest du ja gefragt und ich wundere mich, warum du das so sehr auf dich selbst beziehst. Aber gut, vielleicht missverstehen wir uns nur.
                            Puh, so habe ich das jetzt gar nicht empfunden. Ich dachte nur, es wäre ganz nett, wenn ich meine eigene Position zu den von dir genannten Punkten erläutere und dadurch eine kleine Diskussion entsteht. Und wenn ich ehrlich bin: Ich sehe ja auch einige der von dir genannten Punkte ein, aber für mich selbst persönlich können sie immer noch nicht erklären, warum ausgerechnet die Bondfilme so langlebig sein durften (und dürfen) - und das gilt insbesondere für die Moorebonds, von denen es einfach für mich viel zu viele gibt. Da erhielten schon weitaus bessere Filme keine fünf Remakes

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Das mag daran liegen, dass heutzutage eine klamaukige oder comichafte Inszenierung schnell als minderwertig empfunden wird. Dabei ist das eigentlich kein Qualitätsmerkmal.
                            Das doofe an diesem Klamauk ist halt nur, dass ich ihn nur selten wirklich witzig fand. Das hängt sicherlich auch mit dem persönlichen Geschmack ab und ist dann aber bei seinem Auftreten der Tod jeder Komödie.

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Die Bonds von Connery waren noch wesentlich ernster und härter. Das liegt unserer Generation sicher näher, als es die Moore Bonds jetzt tun. Ändert trotzdem nichts daran, dass die Bonds von Moore wahnsinnig erfolgreich waren und auch heute noch verdammt viele Fans haben.
                            Natürlich nicht, aber für mich als Zuschauer ist es einfach unverständlich, warum die Leute damals nicht bemerkt haben, dass sie mit immer denselben Storys in neuer Aufmachung ins Kino gelockt wurden.

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Vielleicht hilft es auch, wenn du dir vor Augen führst, dass die Filme von Moore in den 70ern im Prinzip auch eine Art Gegenpol zu den Filmen des New Hollywoods bilden. Während der Zuschauer auf der einen Seite mit ziemlich heftigem Zeug konfrontiert wird, bieten die Bondfilme heitere und lockere Unterhaltung.
                            Gab es in den 70ern keine Kmoödien?

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Wobei es innerhalb der Moore-Ära auch gewaltige Unterschiede zwischen den Filmen gibt. Die Filme der 70er mit ihm wurden mit der Zeit immer abgedrehter und in den 80ern ist man wieder sehr viel bodenständiger geworden. Es gibt da schon sehr starke Unterschiede.
                            Es stimmt schon, dass die seit Moonraker (dem "Hochpunkt" quasi) wieder bodenständiger geworden sind. Aber trotzdem konnten die bisherigen sich für mich nicht entscheidend davon absetzen.

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Was du aus heutiger Sicht beeindruckend findest, sei mal dahingestellt. Die Actionsequenzen bei Moore waren und sind ziemlich spektakulär inszeniert. Ich finde, dass sie auch heute nicht langweilig wirken, obwohl wir natürlich sehr viel dynamischere Sequenzen gewöhnt sind. Der Reiz dieser Szenen erschließt sich mir vor allem aus dem Umstand, dass die Action damals auch tatsächlich von jemanden gemacht werden mussten. Da kann dann auch Star Wars nicht mal im Ansatz mithalten. Da findest du dann keine Effekte, sondern echte Menschen, die über mehrere Wochen 10 Mal am Tag aus einem Flugzeug gesprungen sind, damit am Ende eine Sequenz von zwei Minuten dabei herum kommt.
                            Ja, das ist auch alles schön und gut, aber für mich sind die betreffenden Szenen einfach zu lang. Bestes Beispiel ist das gnadenlos überhängende Ende von "Der Spion, der mich liebte": Klasse Stunts, keine Frage, schöne Kulissen im Hintergrund. Aber 30 Minuten "Auf die Nuss Bumm Krachbumm nochmal auf die Nuss" sind für mich einfach stinklangweilig, egal, wie gut sie inszeniert sind.

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Wie gesagt, dass wussten die Zuschauer auch schon damals und das ist Teil der Faszination der Action der Bondfilme und auch ein Garant für den andauernden Erfolg der Reihe und das bis heute.
                            Sicherlich bedeutet das oben von mir gesagte aber nicht, dass ich diesen erkennbaren Willen, Stunts zu zeigen, die man auch selbst ausführt, nicht mögen würde. Aber in der Masse sind es mir zu viele. So abgedroschen es klingt, aber statt 10 Tagen Stuntprobe hätte man auch nochmal über so manches Drehbuch 10 Tage schauen können, vor allem mit der Frage "Reicht das wirklich?"

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Aber wegen guter Dialogzeilen zwischen Bond und seinem Gegenspieler sind die Filme nicht erfolgreich geworden. Das liegt primär dann doch an der Action, den Drehorten, dem Humor oder irgendwelchen skurrilen Dingen und nicht an einer elaborierten Story.
                            Und der Humor trifft mich irgendwie nicht. Zumindest nicht bei Moore.

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Geh mal von deiner Denkweise weg von Effekten oder Star Wars. Das ist nicht mit James Bond vergleichbar. Star Wars hat mithilfe seiner Effekte sehr gute Actionszenen gezaubert. Insgesamt sind das aber nur Effektszenen. Bei James Bond sind die Actionszenen keine Effekte, sondern echte Stunts mit echten Leuten. Wenn es sich nicht lohnt das auf der Leinwand zu sehen, was lohnt sich dann?
                            Vor allem lohnt es sich dann, wenn man an der Leinwand auch mal überrascht wird. Das gelingt Bond außerhalb von ein paar Stunts aber nie.

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Wer redet denn von Q? Aber selbst da gibt es Unterschiede. Vielleicht interessiert dich ja mal ein Buch zum Thema. Ich kann dieses hier empfehlen.
                            Q habe ich nur als Beispiel genommen, so quasi stellvertretend für die festen Dinge, die dem Zeitgeist angepasst wurden.

                            Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                            Ich hätte dir schon nach deinen ersten Reviews der Conneryfilme sagen können, dass dir die Moorefilme nicht gefallen werden. Deshalb war ich ja auch so gespannt auf deine Meinung zu den Filmen der 70er.
                            Tja, jetzt kennst du sie - mal schauen, wie es mit Timothy Dalton noch wird.
                            Was unterscheidet einen Pferdeschwanz von einer Krawatte? - Der Pferdeschwanz verdeckt das Ar***loch ganz.

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                            • #15
                              Zitat von garakvsneelix Beitrag anzeigen
                              Puh, so habe ich das jetzt gar nicht empfunden. Ich dachte nur, es wäre ganz nett, wenn ich meine eigene Position zu den von dir genannten Punkten erläutere und dadurch eine kleine Diskussion entsteht.
                              Du hast es nur so formuliert, als ob ich dir irgendwas verbieten würde und ich dir nicht erlaube die Filme zu kritisieren.

                              Und wenn ich ehrlich bin: Ich sehe ja auch einige der von dir genannten Punkte ein, aber für mich selbst persönlich können sie immer noch nicht erklären, warum ausgerechnet die Bondfilme so langlebig sein durften (und dürfen) - und das gilt insbesondere für die Moorebonds, von denen es einfach für mich viel zu viele gibt. Da erhielten schon weitaus bessere Filme keine fünf Remakes
                              Dann beschäftige dich einfach mal mit der Geschichte des Films und der Bondfilme im speziellen. Darüber gibt es nun mal ganze Bücher und es gibt unzählige Faktoren die zusammen kommen. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die Bondfilme von Moore den Zeitgeist getroffen haben. Was wir in der Retrospektive kurios oder langatmig finden wirkte damals nicht kurios oder langatmig.

                              Das doofe an diesem Klamauk ist halt nur, dass ich ihn nur selten wirklich witzig fand. Das hängt sicherlich auch mit dem persönlichen Geschmack ab und ist dann aber bei seinem Auftreten der Tod jeder Komödie.
                              Das hat mit Sicherheit etwas mit dem persönlichen Geschmack zu tun, aber vor allem mit deiner kulturellen Prägung. Du bist ganz anders geprägt als ich und wir beide ganz anders als die Leute, die damals die Filme in den 70ern zum ersten Mal gesehen haben. Was damals als witzig galt entlockt uns heute nur noch ein Schulterzucken. Wir sehen das mit ganz anderen Augen. Wenn wir aber versuchen uns in die Situation der damaligen Zuschauer hinein zu versetzen, dann müssen wir uns selbst ausklammern und müssen uns da eher auf Zeitzeugen verlassen.

                              Natürlich nicht, aber für mich als Zuschauer ist es einfach unverständlich, warum die Leute damals nicht bemerkt haben, dass sie mit immer denselben Storys in neuer Aufmachung ins Kino gelockt wurden.
                              Das ist eine kuriose Beobachtung, weil die Leute das natürlich ziemlich genau gemerkt haben. Es ist für mich unverständlich, warum du glaubst, dass das Publikum das damals nicht bemerkt haben sollte? Für mich ist es nicht überraschend, dass ihnen das trotzdem überhaupt nichts ausgemacht hat.

                              Schau dich doch nur mal im Forum um. Wir Menschen ticken doch heute immer noch genauso. Wir stürzen uns eher auf das Vertraute als auf das Neue. Wird vom Erwartbaren abgewichen, dann ist die Verwunderung und der Missmut oft groß. Das sieht man auch anhand der Zuschauerreaktionen beim Wechsel von Moore zu Dalton und auch von Brosnan zu Craig.

                              Ansonsten muss man natürlich auch anmerken, dass dies eine Generationsfrage ist. Es wächst immer eine neue Generation nach, welche die alten Filme noch nicht gesehen hat.


                              Gab es in den 70ern keine Kmoödien?
                              Natürlich gab es auch diese. Ändert nur nichts daran, dass ein Bond alá New Hollywood nur schwer vorstellbar ist. Die Reihe wäre dann auch nur eine von vielen sehr harten Filmreihen gewesen und hätte sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Bond hätte mit Sicherheit die 70er nicht überlebt. Es wäre aber filmhistorisch sicher interessant gewesen, wenn Sam Peckinpah mal einen Bondfilm von Moore inszeniert hätte. Wahrscheinlich wäre Moore dann freiwillig gegangen.


                              Es stimmt schon, dass die seit Moonraker (dem "Hochpunkt" quasi) wieder bodenständiger geworden sind. Aber trotzdem konnten die bisherigen sich für mich nicht entscheidend davon absetzen.
                              Sehe ich anders. Es ist natürlich kein harter Bruch vorhanden, aber man merkt doch, dass an einigen Stellschrauben gedreht wurde. Zumal es ja eigentlich überhaupt kein Grund für den Bruch nach Moonraker gab, der schließlich der erfolgreichste der Moore-Ära gewesen ist. Man hat sich inhaltlich trotzdem anders entschieden. Auch ein Grund für den lang anhaltenden Erfolg.

                              Ja, das ist auch alles schön und gut, aber für mich sind die betreffenden Szenen einfach zu lang. Bestes Beispiel ist das gnadenlos überhängende Ende von "Der Spion, der mich liebte": Klasse Stunts, keine Frage, schöne Kulissen im Hintergrund. Aber 30 Minuten "Auf die Nuss Bumm Krachbumm nochmal auf die Nuss" sind für mich einfach stinklangweilig, egal, wie gut sie inszeniert sind.
                              Ja, ich sag ja nicht, dass du auf die Knie fallen sollst. Nur ist es ziemlich müßig darüber zu diskutieren, ab wann eine Sequenz zu lang ist. Das ist ein rein subjektives Empfinden und mit Verlaub, aber irgendwie kannst du auch nicht nachvollziehen wie das damals gewirkt hat. Ich übrigens auch nicht wirklich, da ich die Filme erst irgendwann in Ende der 80er Anfang der 90er so nach und nach mal geschaut habe. Allerdings kann ich mich noch daran erinnern, dass die Moore Filmen einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben und Moore damals DER Bonddarsteller meiner Generation (1978-1988) gewesen ist und Connery eigentlich keine Schnitte gegen Moore gewinnen konnte.

                              Ich weiß zumindest noch, dass die Filme immer absolute Highlights waren, wenn sie mal im Fernsehen liefen und immer wieder gerne geschaut wurden. Und zwar von meiner ganzen Familie.

                              Sicherlich bedeutet das oben von mir gesagte aber nicht, dass ich diesen erkennbaren Willen, Stunts zu zeigen, die man auch selbst ausführt, nicht mögen würde. Aber in der Masse sind es mir zu viele. So abgedroschen es klingt, aber statt 10 Tagen Stuntprobe hätte man auch nochmal über so manches Drehbuch 10 Tage schauen können, vor allem mit der Frage "Reicht das wirklich?"
                              Du wolltest Merkmale wissen, welche die Bondsfilme so besonders und langlebig machen. Das ist einer davon. Bond ist im Film immer zuerst Spektakel gewesen und die Story war meistens zweitrangig oder schlicht egal. Realistisch sollten die Filme von Bond nie sein, die Geschichten sind seit jeher eher funktional und Bond ist sowieso nur ein hohles Vehikel für die Fantasien des Zuschauers. Einen wirklichen Charakter hat er nicht um Raum für modernes Drama zu machen. Was übrigens auch ein Grund für den langjährigen Erfolg ist.

                              Dass ein Moonraker von der Story her ziemlicher Blödsinn ist, steht außer Frage. Der Film ist auch derjenige mit den widrigsten Produktionsumständen. Ändert aber auch nichts daran, dass der Beliebtheitsgrad dieses Films immer noch extrem hoch ist und dafür gibt es genügend Gründe, die ich auch nachvollziehen kann und die rein gar nichts mit der Story zu tun haben.

                              Und der Humor trifft mich irgendwie nicht. Zumindest nicht bei Moore.
                              Dann stell dir vor, dass der Humor von Moore damals gestochen hat und dann kannst du dir auch vorstellen, warum der gute Mann auch noch mal vor die Kamera gezerrt wurde, obwohl er nach dem sechsten Film eigentlich aufhören wollte.

                              Vor allem lohnt es sich dann, wenn man an der Leinwand auch mal überrascht wird. Das gelingt Bond außerhalb von ein paar Stunts aber nie.
                              Dem wage ich in dieser allgemeinen Aussage zu widersprechen. Genau wie die Star Wars Filme bot Bond immer überraschendes, auch bildgewaltige Szenen. Die Bondcrew hat immer versucht Drehorte zu finden, an denen noch kein Drehteam vorher gewesen ist. Oder Dinge einzubauen, die kaum ein Mensch zuvor gesehen hat. Vieles davon kann man aber wohl ohne historische Einordnungen oder Hintergrundinformationen heutzutage einfach nicht mehr richtig einordnen oder im Film erkennen.

                              Wusstest du z.B., dass der erste Start eines Space Shuttles erst zwei Jahre nach dem Kinostart von Moonraker erfolgt ist? Der Jetski war auch nur ein Prototyp und der Flieger zu Beginn von Octopussy war genauso neuartig, wie es damals Little Nelly gewesen ist.

                              Tja, jetzt kennst du sie - mal schauen, wie es mit Timothy Dalton noch wird.
                              Ich bin da zuversichtlich.
                              "The Light — It's Always Been There. It'll Guide You."
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