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Das Leben der Anderen

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  • Das Leben der Anderen

    D 2007

    Für den Stasi-Offizier Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) gibt es im DDR-Sozialismus des Jahres 1984 nur seine Arbeit beim Ministerium. So ist auch seine neuste Aufgabe, die er zugewiesen bekommt nicht mehr für ihn als eine weitere Station. Wiesler bekommt im Auftrag seines Ministeriums die Aufgabe, ein Schauspielerpaar, Georg Dreyman (Sebastian Koch) und Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), auszuspionieren. Zunächst geht er dieser Aufgabe auch routinemäßig nach. Doch je mehr er sich in das Leben der Beiden hineinhört, desto mehr kommen im Zweifel an seinen Taten. Plötzlich sieht er sich an zwei Fronten stehend: Einerseits seine Loyalität gegenüber der Staatssicherheit, andererseits sein Mitgefühl für seine Beobachteten...
    -------------------------------------

    Der Film lief ja gestern in der ARD.

    Ziemlich beeindruckendes Drama, das von seinen tollen Hauptdarstellern profitiert. Vor allem Ulrich Mühe hat mir sehr gefallen. Man hat ihm die Rolle echt gut abgekauft.
    Für zusätzliche Spannung hat die wirklich gute Musik gesorgt.

    Sehr spannend fand ich die Durchsuchungsszenen.

    Sehr guter deutscher Film, der auch denke ich zurecht den Oscar gewonnen hat.
    Ich gebe mal starke 8/10 Punkten und 5*,
    To see the world, things dangerous to come to, to see behind walls, to draw closer, to find each other and to feel - that is the purpose of life.
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  • #2
    Ich habe mir den Film gestern auch das erste mal angesehen. Hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Besonders interessiert hat mich die Darstellung des Alltagslebens in der DDR – hier aus der Perspektive der Stasi und des Künstler-Milieus. Der Film konnte gut auffangen, dass nicht Ideologien oder innere Überzeugungen das Handeln der politischen Entscheidungsträger leiten, sondern eher Machtbesessenheit, Karrierebewusstsein und sexuelles Verlangen.
    Leider kann man nicht überprüfen, ob diese Geschichte in ähnlicher Form tatsächlich stattgefunden hat, d.h. ob es wirklich Stasi-Offiziere gab, die sich im Laufe der Zeit mit ihren Opfern identifiziert und ihnen geholfen haben. In der Realität hätte die Geschichte wahrscheinlich einen anderen Verlauf genommen.
    Die lustigste Szene im Film war sicher die mit dem sächsisch sprechenden Schrift-/Schreibmaschinenexperten. Das war echt zum Schießen. Zum Schmunzeln war auch eine der letzten Szenen, als man in der Abteilung Briefüberwachung diesen jungen Stasi-Offizier wiedersieht, der Jahre zuvor in der Kantine den Honecker-Witz gerissen hatte.
    Mein Profil bei Last-FM:
    http://www.last.fm/user/LARG0/

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    • #3
      Ich war mir so sicher wir hatten schonmal einen Thread dafür, aber nein, es war ein Oskarthread: http://www.scifi-forum.de/filme-tv-s...ds-2007-a.html
      Diesen Oskar hatte der Film meines Erachtens nach aber auch vollstens verdient.
      Baut eine wunderbar starke Atmosphäre auf, die sich die volle Laufzeit über hält.
      Die Schauspieler sind hervorragend (allen voran Ulrich Mühe) und ich verzeihe dem Film sogar die etwas rührselige (etwas? Im Kino musste ich mich damals wirklich zurückhalten keine Träne zu vergießen) letzte Szene. Das hab ich an der Stelle einfach gebraucht.
      Denn wirklich schonend der geht der Film mit seinem Publikum ja nicht grade um.

      Hervorragender Film.

      btw. die beiden Honeckerwitze fand ich sogar richtig gut
      Meine Lieblingsszene ist aber eindeutig die mit Ulrich Mühes Charakter und dem Kind mit dem Ball im Aufzug (?), dass etwas unvorsichtig Dinge über seinen Papa ausplappert. Anstatt das weiterzuverfolgen berichtigt sich Mühes Charakter und fragt "Wie heißt denn dein ... Ball".
      Sehr schöne Entwicklung.
      Los, Zauberpony!
      "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

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      • #4
        Hab den Film nun auch endlich gesehen. Die ersten 20 Minuten herum war ich total enttäuscht. Fand das Ganze einfach nur langatmig und dachte schon "Das Leben der Anderen" wäre einder der vielen IMO überbewerteten todlangweiligen Schinken.

        Doch dann baut er die Spannung ziemlich gekonnt auf. Wirklich sehr schön die Charakterwandlung des Stasi-Offiziers, das Drama rund um Frau Sieland und schließlich die große Konfrontation zum Schluss - wobei sich der Film nach dem Unfall ja noch gute 15 Minuten nimmt um ruhig auszuklingen.

        Eindeutig einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre (um nicht zu sagen zusammen mit "Sophie Scholl" und "Der Untergang" sogar DER Beste). In einem anderen Jahr hätte er sich den Oscar vermutlich wirklich vierdient. 2006 war jedoch IMO die Konkurrenz von "Pans Labyrinth" zu stark als dass dieser gerechtfertigt wäre.

        Trotzdem gute
        5 Sterne (hätte man den Anfang nicht so gestreckt hätte es die Höchstpunktezahl werden können)!

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        • #5
          @HanSolo

          Ähm, er hat den Oscar bekommen (Siehe auch Link weiter oben). So oft der Regisseur ihn später grinsend in die Kamera gehalten hat, war das kaum zu übersehen.

          Wie gesagt, ganz klasse Film und ich finde auch, dass die Schlussszene im Buchladen eines der schönsten Filmenden überhaupt ist.

          Gruß, succo

          P.S. @ HanSolo: Hab noch mal gelesen

          ...aahh so, Du meintest der Oscar war nicht ganz berechtigt...
          Manchmal dauert's halt etwas
          Zuletzt geändert von succo; 05.10.2008, 18:13.
          Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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          • #6
            So ist es. Der Film war zwar toll (und an anderen Jahren hätte ich ihm den Auslandsoscar mehr als gegönnt) nur 2006 war ihm "Pans Labyrinth" IMO weit überlegen.

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            • #7
              Und warum vergleichst du einen Fantasyfilm mit einem Drama aus der ehemaligen DDR? Ich verstehe nicht ganz, was du damit sagen willst.

              Ad Thema:
              Ich fand den Film sher gelungen und eindrucksvoll. Die Geschichte die erzählt wird klingt sehr glaubwürdig und könnte sich genauso abgespielt haben. Diese Bespitzelung durch den Staat ist schon was schreckliches, vor allem wenn er noch entscheidet zwischen Ruhm und Niederlage einzelner Personen. Mich hat der Film stark nachdenklich gemacht, vor allem die Situation, dass ein eingesessener und hochloyaler Mitarbeiter auf einmal nachdenklich wird und erkennt, worum es sich bei dem System wirklich handelt und letzendlich den Bespitzelten deckt.
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              It takes the Power of a Pentium to run Windows, but it took the Power of 3 C-64 to fly to the Moon!

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              • #8
                Zitat von ayin Beitrag anzeigen
                Und warum vergleichst du einen Fantasyfilm mit einem Drama aus der ehemaligen DDR? Ich verstehe nicht ganz, was du damit sagen willst.
                Da es um die Oscars ging und wer ihn von den Anwärtern eher hätte bekommen sollen...

                Pan's Labyrinth hätte ich auch lieber mit dem Oscar gesehen, wobei es auch daran liegt, daß es mich anödet, wie sehr deutsche Filme mit Oscarchancen auf NS-Zeit und DDR limitiert werden. Was anderes sehen die da drüben ja schon gar nicht mehr.

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                • #9
                  Zitat von Gwin
                  Da es um die Oscars ging und wer ihn von den Anwärtern eher hätte bekommen sollen...
                  Zumal "Pan's Labyrinth" ja auch kein reiner Fantasy-Streifen ist, sondern sich mit der Franco-Diktatur auseinandersetzt, was man mit "Das Leben der Anderen" schon vergleichen kann.
                  Gesehen habe ich "Pan's Labyrinth" allerdings noch nicht.

                  Gruß, succo
                  Zuletzt geändert von succo; 17.10.2008, 12:55.
                  Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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                  • #10
                    Das Leben der anderen ist definitiv ein absolut sehenswerter Film.

                    XX/7 ist am Anfang ein überzeugter Anhänger des Systems. Im Grunde ist er ein ziemlich naiver und deshalb umso nützlicher Idiot, der aus ideologischer Überzeugung handelt und tatsächlich glaubt er würde den überlegenen Sozialismus gegen seine bösartigen Feinde verteidigen. Der Kerl ist mE das Klischee von einem überkorrekten Schnüffelbeamten, der seine Arbeit penibelst ausführt und zum Lachen in den Keller geht. Gut proträtiert wird das durch seine Wohnung, deren Einrichtung so ekelhaft bieder daherkommt, dass man den Mief geradezu durch den Fernseher riechen kann.
                    Dass er tatsächlich an das System glaubt erkennt man u.a. gut in der Szene in der Mensa, wo er sich nicht an den für die Offiziere reservierten Tisch setzt mit dem Kommentar, irgendwo müsse der Sozialismus ja anfangen, wohingegen sein weniger einfältiger Kollege diese Einstellung wohl eher müde belächelt.

                    Im Laufe des Films gelangt XX/7 jedoch schließlich zu der Erkenntnis, dass er als Stasi-Mitarbeiter nicht höheren Idealen zuarbeitet, sondern lediglich den Parteibonzen dabei hilft ihre Macht zu sichern. Zentrale Szene für diese Erkenntnis ist aus meiner Sicht wieder die in der Mensa, wo Grubitz fröhlich darüber schwadroniert wie förderlich es für die Karrieren von beiden doch sein dürfte einem ZK-Mitglied zu helfen einen Rivalen zu beseitigen.

                    Letztlich muss er erkennen, dass er nur ein unbedeutendes Rädchen ist, das bei Nicht-Funktionieren beliebig ausgetauscht werden kann, was dann auch schnurstracks getan wird. Der angepasste und linientreue Grubitz darf Karriere machen, wohingegen XX/7 in einem gammlichen Kabuff landet und stupide Malocher-Arbeit verrichten darf. Letztlich ist er ein armes Schwein, ein menschliches Wrack, das eigentlich kein Leben hat und wohl allein und einsam sterben wird. Während es dem Minister Bonze, dem Vergewaltiger, auch in der BRD nicht allzu schlecht zu gehen scheint.
                    "The only thing we have to fear is fear itself!"

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