Malefiz / Maleficent - SciFi-Forum

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Malefiz / Maleficent

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #16
    Ich habe denn jetzt auch endlich Maleficent nachgeholt. Vorneweg gesagt finde ich den Film okay, aber ein Highlight ist er absolut nicht.

    Fangen wir aber mit den positiven Seiten an. Angelina Jolie spielt die Rolle der Maleficent wirklich gut - und ohne sie wäre der Film auch ziemlich vergessenswert. Optisch ist es eine gute Adaption der bösen Fee aus Disneys Dornröschen, nahezu perfekt am Original. Zu den restlichen Schauspielern sei nur gesagt, dass sie eine solide, aber keine herausragende Arbeit abliefern. Nichts was im Gedächtnis hängen bleibt.

    Handlungstechnisch nimmt man sich viele Freiheiten und dreht die Handlung des Originals praktisch auf Links. So ist Maleficent eigentlich das traurige Opfer des ziemlich fiesen und später wahnsinnigen Königs Stefan. Und sie wird nur durch diese Umstände erst verbittert und dann böse - der fiese Stefan hat sich ihr Vertrauen erschlichen, dann betäubt und ihr ihre Flügel vom Körper geschnitten, um König zu werden. Maleficent bereut ihre einzige echte böse Tat auch bald wieder. Von einer negativen Figur kann also kaum eine Rede sein.

    Der Weg von Maleficent in dem Film ist jedenfalls nachvollziehbar, leider aber sehr holprig und episodenhaft erzählt. Tatsächlich gibt es viele Sachen, bei denen ich nicht verstehen kann, wieso sie so plump dargestellt wurden. Warum werden beispielsweise die 3 guten Feen der Vorlage, die Aurora (der hippe, neue Name von Dornröschen in dieser Adaption) großziehen sollen, als totale Vollpfosten dargestellt. Sie nerven nur und taugen nicht mal als Comedy Relief. Und Aurora wäre ohne Maleficent in der Obhut der 3 Idiotinnen sogar mehrmals draufgegangen. Am Ende fälle es dann ausgerechnet der "bösen" Fee zu, auf Aurora aufzupassen. Es passt zwar absolut zu ihrem Charakter vor dem Flügelraub, und die immer größer werdenen Anflüge von Reue werden gut vermittelt. Aber damit fällt jede Form von wahrer Bosheit von der Figur ab. Im Kontext dieses Films und Disneys Vorlage hätte man Maleficent meiner Meinung nach ruhig etwas fieser darstellen sollen.

    Auch sonst leistet sich die Handlung einige Inkonsistenzen. Warum dürfen beispielweise die 3 guten Feen überhaupt Aurora segnen und sie großziehen, wo doch die Menschen das Feenreich hassen? Warum sorgt bei Maleficent eine Berührung mit Eisen zu Anfang des Films sofort für Verbrennungen 3. Grades, während im Finale Eisen selbst bei längerem Kontakt mit ihrer Haut nur etwas aufglüht? Wieso verirren sich immer wieder Menschen hinter die angeblich undurchdringliche Dornenbarriere, die Maleficent um ihr Reich zieht?

    Dazu gibt es auch einige Sachen, die der Film sehr unsauber und oberflächlich erzählt. Beispielsweise der Tod von Auroras leiblicher Mutter, der nur in einem Nebensatz kurz erwähnt wird. Oder der Märchenprinz der Vorlage, der ziemlich spät in der Handlung auftaucht und nur dazu gebraucht wird um zu zeigen, dass diesmal der Kuss eines dahergelaufenen Prinzen nicht ausreicht, um den Fluch zu brechen. Am Ende ist es denn die "Mutterliebe" von Maleficent zu Aurora, die den Zauber aufhebt. Die im Umfeld des Film geäußerten (satirischen gemeinten?) Kommentare, dass es wahren Liebe nur zwischen zwei Frauen geben kann, finde ich da arg unpassend. Ich finde es diese Auflösung im Rahmen der Handlung stimmig und kann nicht einmal im Ansatz einen lesbischen Subtext erkennen…

    Kurz noch bemäkeln möchte ich die deutsche Synchronisation, die alle Namen im Englischen belässt. Bei Maleficent kann ich es noch verstehen, der Name Malefiz würde mich jetzt auch wenig sagen. Aber warum muss bspw. Aurora englisch ausgesprochen werden. Besonders absurd wird es bei König Stefan, der tatsächlich als "King Stefan" tituliert wird…

    Ach ja, das CGI. Das ist mir zu viel des Guten. Weniger wäre meiner Meinung nach mehr gewesen. Nur weil man das Geld für viele Effekte hat, heißt nicht, dass man unbedingt jeden Frame damit vollknallen muss. Dazu zähle ich besonders die ziemlich sinnfreie Schlacht zwischen den Menschen und Feenbewohnern zu Beginn des Films.

    Also, Maleficent ist für mich ein durchschnittlicher Film, der einzig von der guten schauspielerischen Leistung von Angelina Jolie lebt. Der Rest ist leider ziemlich vernachlässigbar und formalhaft erzählt. 3 von 6 Sternen und 5 von 10 Punkten.

    Kommentar

    Lädt...
    X