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Prisoners (2013)

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  • Prisoners (2013)

    Gibt leider noch keinen Thread dazu.

    Keller Dover (Hugh Jackman) ist ein bibeltreuer Kriegsveteran. Der harte Kerl steht mit beiden Beinen fest im Leben. Dovers Welt gerät jedoch aus den Fugen, als seine sechsjährige Tochter Anna (Erin Gerasimovich) und deren Freundin Joy an Thanksgiving entführt werden. Es beginnt eine fieberhafte Suche, die von dem jungen und ambitionierten Polizisten Loki (Jake Gyllenhaal) angeführt wird, dessen primäres Ziel es jedoch ist, nach erfolgreichem Abschluss der Ermittlungen endlich der Kleinstadt zu entfliehen und in eine Großstadt versetzt zu werden. Doch alle Spuren im Entführungsfall verlaufen im Nichts. Auch den einzigen Verdächtigen, den geistig zurückgebliebenen Alex Jones (Paul Dano), muss Loki aus Mangel an Beweisen wieder laufen lassen. Familienvater Dover fasst daraufhin einen folgenschweren Entschluss: Er will die Wahrheit auf eigene Faust herausfinden und begibt sich auf einen verhängnisvollen und gnadenlosen Weg der Selbstjustiz, um die beiden kleinen Mädchen vielleicht doch noch zu finden.
    zitiert aus Filmstarts.de

    Wie auch die meisten anderen Rezipienten fand ich den Film sehr gelungen.
    Der Film hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gepackt. Interessant dabei ist, dass die Kamera dabei meist statisch ist. D.h. es gibt kaum Perspektivenwechsel, Kameraschwenks oder Wackelaufnahmen. Behauptungen, derartige Techniken seien notwendig für den Spannungsaufbau, werden durch diesen Film widerlegt. Die Qualität der eingefangenen Bilder ist, überdies, ausgezeichnet.

    Inhaltlich gibt es eine Wendung nach der anderen und die Auflösung ist überraschend. Dass Tante Holly die Hauptverantwortliche ist, war für mich sehr überraschend. Das kam wie aus heiterem Himmel. Im Film wird nicht vollumfänglich geklärt, wie die einzelnen Puzzelstücke zusammenhängen. Ich vermute, dass Bob Taylor und Alex Jones Tante Holly geholfen haben. Keller lag mit seinem Verdacht also gar nicht so daneben, als er Alex gefoltert hat. Eine interessante Überlegung.

    Trotzdem bleiben für mich einige Fragen offen:
    - Bob Taylor und Alex Jones wirken beide geistig zurückgeblieben und verstört. Ist hier möglicherweise eine medikamentöse Einwirkung seitens Tante Holly ursächlich? Oder hat Tante Holly absichtlich psychisch gestörte Kinder entführt/rekrutiert?
    - Als Joy (das entführte afroamerikanische Mädchen) im Krankenhaus aufwacht, behauptet sie, Keller sei an der Entführung beteiligt gewesen. Ist das möglicherweise nur Einbildung gewesen, weil Joy unter Drogen stand?
    - Hatte Keller einen Verdacht, als er Tante Holly das zweite Mal besucht hat? Warum hat er sie sonst besuchen wollen?
    - Hat das Labyrinth inhaltlich irgendeine Bedeutung? Oder ist es nur ein wiederkehrendes Symbol, welches Zusammenhänge zwischen den einzelnen Tätern deutlich machen soll?
    Zuletzt geändert von Largo; 15.10.2014, 18:55.
    Mein Profil bei Last-FM:
    http://www.last.fm/user/LARG0/

  • #2
    Das ich den Film gesehen habe ist schon ein wenig länger her, aber soweit ich mich erinnern kann fand ich den auch ganz gut. Die Story war fesselnd und es war schon Spannend erzählt.
    Was mir nur gerade wieder einfällt, was mich gestört hat ist, dass er mit der Folter so weit gekommen ist, der eine Freund von dem (glaub es war der Vater von dem anderen Mädchen oder so?) wirkte zwar geschockt, hat aber nichts unternommen und der Detektiv hat sich auch nicht wirklich schlau angestellt...

    Zitat von Largo Beitrag anzeigen
    Keller lag mit seinem Verdacht also gar nicht so daneben, als er Alex gefoltert hat. Eine interessante Überlegung.
    Ich glaub auf sowas ähnliches wollte der Film auch hinaus, also zu zeigen, dass das war er getan hat schon irgendwie gerechtfertigt war. Soweit ich mich erinnere gab es auch keine wirklich schlimmen Konsequenzen für Keller, obwohl er so gesehen jemanden entführt und gefoltert hat. Kann aber auch sein, dass mich da nur nicht mehr dran erinnern kann.

    Interessant dabei ist, dass die Kamera dabei meist statisch ist. D.h. es gibt kaum Perspektivenwechsel, Kameraschwenks oder Wackelaufnahmen. Behauptungen, derartige Techniken seien notwendig für den Spannungsaufbau, werden durch diesen Film widerlegt.
    Das mit der statischen Kamera ist mir jetzt zwar nicht speziell positiv aufgefallen, aber ich kann mich auch nicht erinnern, dass mir die Kameraführung negativ aufgefallen ist, von daher stimme ich dir einfach mal zu. Finde die Kameraführung heutzutage bei vielen Filmen auch schlecht: Alle Paar Sekunden ein Schnitt, wackelnde Kamera, Extreme Close-Ups (WOOOAAAHH!!! ), das sind zwar alles schöne Stilmittel, aber viele Filme sind leider total voll damit, nur damit in unserer ADS-Gesellschaft die Leute nicht das interessere verlieren.

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    • #3
      Zitat von Robater Beitrag anzeigen
      Was mir nur gerade wieder einfällt, was mich gestört hat ist, dass er mit der Folter so weit gekommen ist, der eine Freund von dem (glaub es war der Vater von dem anderen Mädchen oder so?) wirkte zwar geschockt, hat aber nichts unternommen und der Detektiv hat sich auch nicht wirklich schlau angestellt...
      Wird ein Film dadurch schlechter, weil sich die Charaktere dumm anstellen bzw. nicht das tun, was der Zuschauer möchte? Die beiden afroamerikanischen Eltern repräsentieren beispielsweise eine Perspektive, die Folter zwar ablehnt, aber duldet, wenn sie dem eigenen Vorteil dient. Damit kann man sich kontrovers auseinandersetzen, aber ich sehe nicht, dass ein anderes Verhalten plausibler gewesen wäre.
      Ebenso fand ich auch die Darstellung des Polizisten angemessen … ja sogar sehr erfrischend. Der Polizist wirkt zwar äußerlich unkonventionell mit seinen Tattoos und seinem Blinzeln, er arbeitet aber eher grundsolide und mit unspektakulären Methoden. Nur bei der Verhörszene mit Bob Taylor verliert er die Kontrolle. Er ist eben kein Supercop, der dem Täter jederzeit eine Nasenlänge voraus ist. Würdest Du Dir so eine Darstellung wünschen?

      Zitat von Robater Beitrag anzeigen
      Soweit ich mich erinnere gab es auch keine wirklich schlimmen Konsequenzen für Keller, obwohl er so gesehen jemanden entführt und gefoltert hat. Kann aber auch sein, dass mich da nur nicht mehr dran erinnern kann.
      Naja, in einer der letzten Szenen wird gesagt, dass Keller wegen dem Vorfall ins Gefängnis kommen wird. Der Zuschauer erfährt aber nicht, ob Keller gefunden wird. Keller sitzt ja in der Grube fest, mit angeschossenem Bein. Der Film endet damit, dass der Polizist leise, dumpfe Schreie hört. Man kann als Zuschauer sowohl von einer Rettung als auch dem Gegenteil davon ausgehen. Ich vermute, dass Keller gerettet wird, weil er ja die Trillerpfeife hat.

      Zitat von Robater Beitrag anzeigen
      Das mit der statischen Kamera ist mir jetzt zwar nicht speziell positiv aufgefallen, aber ich kann mich auch nicht erinnern, dass mir die Kameraführung negativ aufgefallen ist, von daher stimme ich dir einfach mal zu. Finde die Kameraführung heutzutage bei vielen Filmen auch schlecht: Alle Paar Sekunden ein Schnitt, wackelnde Kamera, Extreme Close-Ups (WOOOAAAHH!!! ), das sind zwar alles schöne Stilmittel, aber viele Filme sind leider total voll damit, nur damit in unserer ADS-Gesellschaft die Leute nicht das interessere verlieren.
      Es lohnt sich, den Film noch einmal speziell aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Filme gibt, die auf diese Weise visualisieren. Der Film "Prisoners" ist dadurch in keinster Weise behäbig und langweilig. Ich gehe aber davon aus, dass so etwas eine Ausnahme bleiben wird. Man wird sich weiterhin vorrangig am Leitbild des Musikvideos oder des Trailers orientieren, d.h. Filme sollen wie aufgeblähte Musikvideos oder Trailer wirken. Ich finde, dass dadurch die Schönheit der Bilder nicht richtig zur Geltung kommen kann.
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      • #4
        Zitat von Largo Beitrag anzeigen
        Wird ein Film dadurch schlechter, weil sich die Charaktere dumm anstellen bzw. nicht das tun, was der Zuschauer möchte?
        Hmm, ob Prisoners dadurch schlechter ist kann ich jetzt echt nicht mehr sagen, dazu ist das schon zu lange her das ich den gesehen habe. Das ist halt nur das, was mir bei dem Film im Kopf hängen geblieben ist.
        Allgmein kommt es finde ich auf den Rest des Films an. Es gibt ja Filme, wo es so dargestellt wird, als würden die Charaktere das richtige bzw. etwas schlaues tun, obwohl das eindeutig nicht der Fall ist. Sowas finde ich wertet einen Film schon ab. Aber wenn das Verhalten zum Charakter passt dann find ich sowas ok. Deinen Schilderungen nach hat es ja bei Prisoners auch gepasst, ich kann mich nicht mehr so genau erinnern.
        Wobei ich dazu sagen muss: Nur weil das Verhalten zum Charakter passt und der Film gut ist, kann mich das Verhalten doch trotzdem stören. Bei Breaking Bad habe ich den Walt am Ende auch gehasst, trotzdem fand ich Breaking Bad geil.

        Naja, in einer der letzten Szenen wird gesagt, dass Keller wegen dem Vorfall ins Gefängnis kommen wird. Der Zuschauer erfährt aber nicht, ob Keller gefunden wird. Keller sitzt ja in der Grube fest, mit angeschossenem Bein. Der Film endet damit, dass der Polizist leise, dumpfe Schreie hört. Man kann als Zuschauer sowohl von einer Rettung als auch dem Gegenteil davon ausgehen. Ich vermute, dass Keller gerettet wird, weil er ja die Trillerpfeife hat.
        Lol echt, so endet der Film? Ich hatte irgendwie in Erinnerung, dass der noch gerettet wird. Hat sich die Vermutung wohl in meinem Kopf materialisiert.



        Es lohnt sich, den Film noch einmal speziell aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Filme gibt, die auf diese Weise visualisieren. Der Film "Prisoners" ist dadurch in keinster Weise behäbig und langweilig. Ich gehe aber davon aus, dass so etwas eine Ausnahme bleiben wird. Man wird sich weiterhin vorrangig am Leitbild des Musikvideos oder des Trailers orientieren, d.h. Filme sollen wie aufgeblähte Musikvideos oder Trailer wirken. Ich finde, dass dadurch die Schönheit der Bilder nicht richtig zur Geltung kommen kann.
        Jetzt habe ich echt lust, den Film nochmal zu gucken. Irgendwann, wenn die BluRay mal im Angebot ist....
        Bei vielen Filmen merke ich in letzter Zeit auch, dass in Actionszenen so viele Schnitte und alles mögliche sind und alles so stark reingezoomt ist, dass man die Action garnicht mehr richtig sieht.

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        • #5
          Hab den Film nun auch gesehen. Starke düstere Atmosphäre (hätte glatt von David Fincher stammen können), viel Spannung, super Schauspieler und Charaktere. Auf das moralische Dilämmer (würde man zum Mittel der Folter greifen um seine Tochter zu retten) hätte man aber IMO mehr eingehen sollen und es aus mehreren Perspektiven beleuchten. Das hat "Unthinkable" mit ähnlicher Thematik meiner Meinung nach besser rübergebracht. Auch wenn es keine Feel-Good-Folteraktion wie bei Jack Bauer in "24" war.

          Was mir auch weniger gefallen hat, war das Ende. Dass die Tante die Böse ist war ne gelungene Überraschung, ihr Motiv erscheint allerdings ziemlich gaga (Kinder entführen wegen eines Krieges gegen Gott). Auch hätte ich gerne mehr Hintergründe gehabt, was es mit den Layrinthen auf sich hat und wie Alex und Tyler jetzt genau mit drinnen stecken.

          Dass man Dover am Ende nicht direkt findet, kann als Stilmittel interpretiert werden. Allerdings mag ich so offene Enden weniger ("Inception" mit dem Kreisel ist da ne Ausnahme). Vor allem erschließt sich mir der Sinn dieses offen lassens nicht. IMO wäre eine Rettung und Verhaftung oder ein klares Nichtfinden und er findet seine Strafe in der Grube besser gewesen.

          Trotz der Kritikpunkte aber ein wirklich starker altmodischer Psychothriller, der ohne viel Gore oder Action lebt, sondern vielmehr seine Spannung aus der Situation und den Charakteren zieht:

          5 Sterne!

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