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Wollte der Ring zu Bilbo?

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  • Wollte der Ring zu Bilbo?

    Im Zuge des kommenden Hobbit-Films ist bei mir wieder eine Frage aufgetaucht, die ich mir seit Erscheinen des ersten Films stellt. Darin wird sinngemäß gesagt, dass als der Ring von Gollum zu Bilbo wechselte, dies gegen seinen Willen geschah. Meine Auffassung beim Lesen der Bücher war stets gewesen, dass der Ring eigentlich von Gollum weg wollte, weil er sonst für immer in seiner Höhle vergammeln würde und in Bilbo einen Weg sah dies zu erreichen (hätte ja auch fast geklappt).

    Was meint ihr dazu? Wollte der Ring weg von Gollum, als er von Bilbo gefunden wurde oder war es Zufall und der Ring hatte damit nichts zu tun?

    PS: Es ist einige Jahre her, dass ich die Bücher zuletzt gelesen habe, d.h. ich wäre auch froh darum, wenn jemand, dessen Erinnerungen da frischer sind, die entsprechenden Stellen zusammenfasst, falls sie Klarheit in der Frage bringen.
    Opa fuhr den Hasen tot und brät ihn zum Abendbrot. | Goodbye Galaxy!

  • #2
    Das Buch Herr der Ringe habe ich verdrängt, aber die Filme hab ich gerade erst wieder gesehen und da wird gesagt, dass der Ring einen eigenen Willen hat und dass er Gollum verlassen (wortlich: aufgegeben) hat. Daher denke ich, dass Du Recht hast, dass der Ring von Gollum weg wollte.

    LG
    Whyme
    "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
    -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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    • #3
      Das der Ring von Gollum wegwollte wird in der Tat direkt gesagt. YouTube - Der Herr der Ringe Die Gefährten [1/22] Aber es wird auch gesagt, dass der Ring "nicht beabsichtigte" von Bilbo gefunden zu werden (etwa ab 6:30). Das ist eben die Aussage, die mir schon beim ersten Kinobesuch seltsam vorkam.
      Opa fuhr den Hasen tot und brät ihn zum Abendbrot. | Goodbye Galaxy!

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      • #4
        Der Ring wollte Gollum wohl wirklich einfach loswerden, aber nicht von Bilbo gefunden werden. Wie der "Plan" genau aussah weiß ich nicht, aber Sauron hätte ihn da in der Höhle sicherlich irgendwie finden können, sonst wäre das ja ziemlich sinnfrei.

        Zitat von lotr.wikia.com
        The Ring remained hidden in the riverbed for almost two and a half millennia, until a Stoor hobbit discovered it on a fishing trip named Déagol. His friend and relative Sméagol, who stole the Ring, and was changed by the Ring’s influence over many ages into the creature known as Gollum, murdered him. The Ring, which Sauron had endowed with a will of its own, manipulated Gollum into settling in the Misty Mountains near Mirkwood, where Sauron was beginning to resurface. There he and it remained for nearly five hundred years, until the Ring tired of him and fell off his finger as he was returning from killing a goblin.
        Auch ganz interessant:
        As is told in The Hobbit, Bilbo found the Ring while he was lost in the caverns of the Misty Mountains, near Gollum's lair. When The Hobbit was written, Tolkien had not yet conceived of the Ring's sinister back-story. Thus, in the first edition of The Hobbit, Gollum surrenders the Ring to Bilbo as a reward for winning the Riddle Game. However, as Tolkien was conceiving the nature of the Ring, he realized that the Ring's grip on Gollum would never permit him to give it up willingly. Therefore, Tolkien revised this chapter in the second edition of The Hobbit: after losing the Riddle Game to Bilbo, Gollum went to get his "Precious" (as he always called it) so he could kill and eat him, but flew into a rage when he found it missing.
        I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

        - George Lucas

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        • #5
          Ja es ist wohl so, dass der Ring (auch weil er das Wiedererstarken seines Herrn spürte) Gollum verlassen wollte - offensichtlich in der Absicht von einem Ork gefunden zu werden.

          Der Ringfund durch Bilbo war ein glücklicher Zufall - oder, wie von Gandalf im Roman andeutet, das Eingreifen einer höheren Macht...
          Do not base your joy upon the deeds of others, for what is given can be taken away.

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          • #6
            Es wird immer wieder betont, dass der Ring seinen eigenen Willen hat. Darueberhinaus ist er Teil Saurons, sein Geist, sein Wille zur Macht, aber damit auch Saurons Sicht der Welt machen das Wesen des Rings aus. Ich wuerde es also so deuten, dem Ring war es voellig gleichgueltig wer ihn finden wuerde. Den es fehlte jede Vorstellung davon, dass es ein Geschoepf geben koennte, dass nicht korumpierbar waere. Selbst das Koenigshaus von Numenor war ja schließlich korumpiert worden, selbst Isildur war dem Fluch des Rings erlegen. Der Ring musste also davon ausgehen, dass er ueber kurz oder lang zu Sauron zurueckkehren wuerde. Bilbo waere ebenfalls frueher oder spaeter dem Ring erlegen (wie es Frodo dann ja auch im entscheidenen Moment geschah). Den Hobbits aber war jede Vorstellung von unbegrenzter Macht derartig fremd, dass sie der anderen Seite einfach einen Zeitvorteil boten, bis sie unterjocht waren. Der Ring hatte also grundsaetzlich recht, in seiner Vorstellung, dass es unerheblich war wer ihn finden wuerde, denn er koennte sich jeden unterwerfen. Er hat lediglich die Absolutheit und den Zeitfaktor bei der Unterwerfung nicht bedacht.

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            • #7
              Zitat von Lepanto Beitrag anzeigen
              Es wird immer wieder betont, dass der Ring seinen eigenen Willen hat. Darueberhinaus ist er Teil Saurons, sein Geist, sein Wille zur Macht, aber damit auch Saurons Sicht der Welt machen das Wesen des Rings aus. Ich wuerde es also so deuten, dem Ring war es voellig gleichgueltig wer ihn finden wuerde. Den es fehlte jede Vorstellung davon, dass es ein Geschoepf geben koennte, dass nicht korumpierbar waere. Selbst das Koenigshaus von Numenor war ja schließlich korumpiert worden, selbst Isildur war dem Fluch des Rings erlegen. Der Ring musste also davon ausgehen, dass er ueber kurz oder lang zu Sauron zurueckkehren wuerde. Bilbo waere ebenfalls frueher oder spaeter dem Ring erlegen (wie es Frodo dann ja auch im entscheidenen Moment geschah). Den Hobbits aber war jede Vorstellung von unbegrenzter Macht derartig fremd, dass sie der anderen Seite einfach einen Zeitvorteil boten, bis sie unterjocht waren. Der Ring hatte also grundsaetzlich recht, in seiner Vorstellung, dass es unerheblich war wer ihn finden wuerde, denn er koennte sich jeden unterwerfen. Er hat lediglich die Absolutheit und den Zeitfaktor bei der Unterwerfung nicht bedacht.
              Hmm, wenn der Ring "glaubte" jeden verführen zu können, warum hat er dann Isildur verraten/verlassen? Ich glaube schon,dass er böse Geschöpfe bevorzugte...
              Zuletzt geändert von Wolfmoon; 15.02.2011, 18:05.
              Do not base your joy upon the deeds of others, for what is given can be taken away.

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              • #8
                Bevorzugt, mag sein, war aber nicht wirklich wichtig.

                Zitat von Wolfmoon Beitrag anzeigen
                Hmm, wenn der Ring "glaubte" jeden verführen zu können, warum hat er deann Isildur verraten/verlassen? Ich glaube schon,dass er böse Geschöpfe bevorzugte...
                Bei Isildur war es wohl eher Rache, schließlich Schnitt dieser ihn VOB Saurons Hand. Allerdings wuerde ich zu diesem Zeitpunkt vermuten, dass der Ring sich auch der Macht der Dunedain entziehen wollte. Es wuerde lange Zeit dauern, ehe Sauron wieder Gestalt annehmen koennte. Daher verbarg sich der Ring. Ich meine es steht in den Nachrichten aus Mittelerde, dass die Anwesenheit des Rings die Orks auf den Schwertelfeldern zur Raserei trieb. Sie wollten Isildur unbedingt vernichten. Allerdings verlaesst der Ring diesen dann nicht etwa auf dem Weg zum Fluss, wo er schnell von einem Ork gefunden worden waere, sondern mitten im Fluss, also einem perfekten Versteck.
                Nach der Ermordung Deagols bleibt der Ring dann auch 500 Jahre bei Smeagol in den Hoehlen des Nebelgebirges. In unmittelbarer Nachbarschaft der Orks. Er verlaesst diesen erst, als sein Herr wieder Gestalt annimmt. Ein Ork, waere ihm vieleicht lieber gewesen , aber so wichtig war es nicht. Sonnst haette der Ring ja Bilbo entweder in Duesterwald oder bei der Schlacht der 5 Heere wieder verlassen koennen. In beiden Faellen waere die Chance groß gewesen von einem dunklen Geschoepf gefunden zu werden. Aber der Ring bleibt, er hat noch Zeit und fuehlt sich sicher bis Sauron wieder zu großer Staerke in Mordor herangewachsen ist.
                Als dies geschehen ist wird Bilbo unruhig, er will wieder Berge sehen, wieder auf Fahrt gehen, ich denke dies liegt eher im Willen des Rings begruendet das Auenland zu verlassen, als in Bilbos uebergrosser Reiselust. Hier aber greift Gandalf ein, er stoert die Plaene des Rings entscheidend, indem er den Ring weiter im Auenland festhaelt. Waere der Ring nicht gestoert worden er waere im Verlauf von Bilbos zweiter Reise zum Erebor zu Sauron gelangt. Hier zeigt sich, dass der Ring seinen Traeger letztlich genau zu dem veranlasste, was im aktuellen Interesse des Rings lag. Mit drei Ausnahmen. Gandalf hat die Staerke Bilbo zur Trennung vom Ring zu veranlassen und Frodo schafft es den Ring an der Wetterspitze wieder abzuziehen, und ebenso am Amon Hen.
                Uebrigens, bis zum letzten Eingreifen Smeagols am Schicksalsberg verlaueft die Sache aus Sicht des Rings im großen und ganzen doch recht gut. Der Ring gelangt zurueck ins Herzen von Mordor. In dem Moment wo Frodo den Ring fuer sich fordert, hat der Ring eigentlich gewonnen und ist in allen Absichten und Plaenen bestaetigt.
                Es war also kein Ork noetig um den Ring zu Sauron zurueckzubringen.
                Was den Ring scheitern liess war ein Handlungsmotiv, welches Sauron und somit dem Ring fremd war. Mitleid.

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                • #9
                  Wieso mitleid? Eigentlich war es doch nur ein ungünstiger Ort und eine Gier die über jeden Selbsterhaltungstrieb hinausging
                  www.planet-scifi.eu
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                  • #10
                    Der Ring wollte einfach nur weg von Gollum und schnappte sich die erstbeste Person die über ihn stolperte, das ist auch im Anhang vom Herrn der Ringe glaube ich zu lesen, aber definitiv im Silmarillion, soweit ich weiß jedenfalls

                    Ewig her das ich die beiden gelesen habe, müßte noch mal nach schauen.

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                    • #11
                      Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                      Wieso mitleid? Eigentlich war es doch nur ein ungünstiger Ort und eine Gier die über jeden Selbsterhaltungstrieb hinausging
                      Ich meinte, dass sowohl Bilbo, als auch Frodo, Gandalf, Aragorn und die Elben Mitleid mit Gollum hatten und ihn deshalb nicht toeteten.
                      Dieses Mitleid hat dann letztlich die Vernichtung des Rings erst ermoeglicht.

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                      • #12
                        Zitat von Lepanto Beitrag anzeigen
                        Ich meinte, dass sowohl Bilbo, als auch Frodo, Gandalf, Aragorn und die Elben Mitleid mit Gollum hatten und ihn deshalb nicht toeteten.
                        Dieses Mitleid hat dann letztlich die Vernichtung des Rings erst ermoeglicht.
                        Sehe ich ganz genauso. Haette Bilbo Gollum damals im Gebirge erstochen statt Mitleid walten zu lasen ( ebenso spaeter Frodo, Gandalf, etc ), waere der Ring zwar nach Mordor gekommen, haette aber Frodo unter seine Kontrolle gebracht. daran haette auch Sam nichts aendern koennen ( er haette Frodo sicher nicht in den Schicksalsberg geschubst ).
                        Letztlich war es diese gute Eigenschaft, die das Boese vernichtet hat.

                        Hach, ist das peotisch

                        Wirklich gute Zusammenfassung, Lepanto!
                        Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

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                        • #13
                          Es lebe die Synergie:-)

                          Zitat von Sukie Beitrag anzeigen
                          Sehe ich ganz genauso. Haette Bilbo Gollum damals im Gebirge erstochen statt Mitleid walten zu lasen ( ebenso spaeter Frodo, Gandalf, etc ), waere der Ring zwar nach Mordor gekommen, haette aber Frodo unter seine Kontrolle gebracht. daran haette auch Sam nichts aendern koennen ( er haette Frodo sicher nicht in den Schicksalsberg geschubst ).
                          Letztlich war es diese gute Eigenschaft, die das Boese vernichtet hat.

                          Hach, ist das peotisch

                          Wirklich gute Zusammenfassung, Lepanto!
                          Jep, schoen den Faden aufgenommen und weitergesponnen:-)

                          uebrigens empfehle ich, wen die Deutung von Tolkiens Welt tiefergehend interessiert, die Tolkien Biographie von Humphrey Carpenter.
                          Tolkien selbst verwehrt sich zwar strikt gegen Allegorien. Aber es ist wahnsinnig faszinierend in Bildern und Motiven des HdR, oder des Silmarillion, den Hintergrund in T. Leben zu erfahren.
                          Das Motiv des Mitleids z. B. ist eine wunderschoene Umsetzung des tief glauebigen Katholiken, im Bezug auf die neutastamentliche Feindesliebe.( Keine Sorge, ist kein Missionierungsversuch;-)
                          Mich begeistert nur immer wieder aus welcher unglaublich umfangreichen und fundierten Bildung Tolkien sein Werk erschuf.
                          Edda, Kalewala, Bibel,ethymologische Werke, Beowulf, mittelalterliche Artuslegenden und das Leben im Britisch Empire, verschmelzen mit dem Durchleiden von 2 Weltkriegen und dem englischen Universitaetsalltag nicht etwa zu einem Brei, sondern es entsteht eine einzigartige, unverwechselbare Neu Schoepfung.
                          Ein weiteres Beispiel, wer die verheerten Lande vor dem Moranon oder die entzetzliche Verheerung vor dem Tangorodrim vor dem inneren Auge sehen will, der betrachte die Schlachtfelder des ersten Weltkriegs. Tolkien erlebte als Soldat die Schlacht an der Somme. Es gibt viele weitere Beispiele, da waere fast ein eigener Thread fuer angemessen.
                          Ah, btw, ich weiß es geht in diesem Bereich um die Filme, die ich mit Abstand fuer das beste filmische Werk der Fantasy ueberhaupt halte, aber gerade vor der Komplexitaet des tolkinschen Universums, wird in meinen Augen deutlich, mit welcher tiefen Liebe und welcher Ehrerbietung Jackson gearbeitet hat.

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