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Severus Snape und Sirius Black - ein Resümé

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  • Severus Snape und Sirius Black - ein Resümé

    Tja, Band 7 ist auch auf Deutsch raus, drum ist es wohl okay, ein Resüme über zwei der gegensätzlichsten und vor allem essenziellsten (zumindest unbestreitbar einer der beiden) zu ziehen.

    Severus Snape und Sirius Black... mag sein, dass Severus, der Hogwarts-Schüler, in James Potter seinen ärgsten Nemesis sah, doch unter Berücksichtigung aller Fakten war es doch Sirius, der eine Art Gegenpol zu Severus Snape darstellte. Und das, obwohl es in beiden Lebensläufen tragische Parallelen gibt.

    Sirius Black
    Ein gutausehender Reinblüter, der sich aber keinen Deut um seine Herkunft schert. Über seine früheste Kindheit haben wir nicht viel erfahren, doch man kann davon ausgehen, dass er trotz engstirniger Anverwandte keine schlimme Kindheit hinter sich hatte, als er erstmals den Zug nach Hogwarts betrat. Dass er trotz seines Blutes ein Gryffindor wird, ist beachtlich und hat ihn sicher noch weiter von der „fürnehmen Familie Black“ entfernt. Er ist ein Spaßvogel und findet schon im Zug nach Hogwarts einen gleichgesinnten Freund fürs Leben: James Potter. Die beiden sind ein dufte Team, beliebt, gut im Sport und damit angesehen, sind begabt und tatendurstig. Sie verletzten Schulvorschriften am laufenden Band, was jedoch selten wirkliche Konsequenzen für sie hat. Offenbar sind sie also auch die Lieblinge der Lehrer. In Remus Lupin und Peter Pettigrew finden sie zumindest annähernd Gleichgesinnte und gründen ihre kleine Geheimgesellschaft: Die Marauders. Ja, ich denke, Sirius hat trotz des Zwists mit seiner Reinblüterfamilie eine großartige Schulzeit erlebt. Er hatte Spaß, er hatte Freunde, er hatte Mädchen. Letzteres ist zwar erstmal nur eine unbestätigte Annahme, doch die Art wie er Harry in Band 5 vom „Abstoßen der Hörner“ erzählt und dabei auch seinen Vater bedenkt, lässt darauf schließen, dass es auch Sirius bei den noch einfach zu beeindruckenden jungen Mädchen sehr leicht gehabt hat. Nach der Schule bleiben die Marauders weiter Freunde und Sirius darf Pate des Sohnes seines besten Freundes werden. Dann aber nimmt sein Leben eine unerwartete wie tragische Wendung. Seine besten Freunde werden ermordet, ihm wird Verrat und 13facher Mord zur Last gelegt, worauf er nach Askaban verfrachtet wird, wo gräßliche Ungetüme langsam all seine Lebensenergie aussaugen. Erst nach 12 Jahren findet er die Kraft, auszubrechen. Sein Patenkind wähnt er in höchster Gefahr und deshalb handelt er. Der dunkle Lord kehrt schließlich in Gestalt zurück und im eingeweihten Kreis des Phönixordens erfährt Sirius noch zu Lebzeiten Rehabilitation. Er wird wieder geliebt und geachtet und stirbt schließlich heldenhaft (wenn auch leichtsinnig „Das kannst du doch besser...“) im Kampf gegen die Todesser.

    Severus Snape
    Der geborene Außenseiter. Sohn einer Hexe und eines gewalttätigen Muggels, stammt aus ärmlichen Verhältnissen, keine Geschwister. Hogwarts war für ihn eine Befreiung, ein Ziel, zu dem ihn sein Prügelvater nicht verfolgen konnte, eine neue Welt, eine Welt, in der er Zugehörigkeit erfahren wollte. Dummerweise zog er mit seinem unpopulärem Haarschnitt schon bei der ersten Zugfahrt die Aufmerksamkeit von James Potter und Sirius Black auf sich, die ihn ohne nennbaren Grund aus seinem Abteil warfen, um sich mit dem Mädchen unterhalten zu können, mit dem er reiste - Lily Evans. Zu dem Zeitpunkt konnten Potter und Black noch gar nichts über seine Faszination für die dunklen Künste wissen, er war halt ein zufälligs Opfer. Doch dieses Opfer blieb er auch weiterhin. Nach seiner bitteren Kindheit war Severus Snape auch keine schöne Schulzeit vergönnt, wie er sie in seinen Träumen sicher gesehen hatte. Nein, er wurde gehänselt, verspottet und in die Einsamkeit getrieben. Die Beleidigung seiner vielleicht einzigen Freundin hat ihm auch sie noch gekostet, sie heiratete schließlich sogar James Potter. Severus Snape hatte niemanden mehr, außer die dunklen Künste, die seit jeher einen besonderen Reiz auf ihn ausübten. Welche Seite er im Krieg wählte, war vorauszusehen, wenngleich seine Liebe zu Lily Evans bestehen blieb. Dann sein großer Fehler. Er gibt die Prophezeiung weiter. Er erkennt die Gefahr für Lily, warnt Dumbledore, läuft über, aber alle Bemühungen sind vergebens. Die Potters werden ermorde t- augenscheinlich weil ausgerechnet Sirius Black als Geheimniswahrer sie verraten hat. Unter dieser Annahme trifft Snape Sirius nach dessen Ausbruch aus Askaban wieder. Kein Wunder, dass er alles daran setzt, ihn aufzuspüren und ihn dann den Dementoren überlassen will. Nach einer missratenen Kindheit, einer schweren Schulzeit wartet auf Snape nun der tragischte Abschnitt seines vorgezeichneten Lebens: Sein einziger Lebensantrieb besteht nun darin, den Sohn seiner Liebe vor Schaden zu bewahren - einen Junge, der (aus Snapes Sicht) seinem Vater in aller Arroganz gleich kam. Doch dieser Junge ist alles, was Snape noch geblieben ist. Er weiß, dass er Harry Potters ganzen Hass verdient hat. Und auch wenn er (vermutlich aufgrund Dumbledores Anweisung) dem Potter-Spross noch nicht sagen darf, dass er Mitschuld am Tod seiner Eltern hat, so tut er doch alles andere, um sich Hary Potters Hass zu verdienen. Tatsächlich aber ist dieser Junge das einzige, wofür Severus Snape noch lebt - was jedoch nur Dumbledore weiß, der Snape versprochen hatte, darüber zu schweigen. Als der dunkle Lord erneut aufsteigt, beginnt für Severus Snape die Odyssee, die Dumbledore von Anfang an für ihn vorgesehen hatte: Seine Rolle als Doppel- und Dreifachspion, die er so weit spielen musste, dass sie sogar den Mord an seinem einzigen Freund Dumbledore beinhaltete. Als Headmaster von Hogwarts unterstützt er Harry heimlich weiter. Sein Tod ist sinnlos und unspektakulär. Er stirbt von (fast) allen unbemerkt als gehasster Verräter und Mörder. Doch für Severus Snape war der Tod wahrscheinlich eine ersehnte Erlösung von seinen selbst auferlegten Pflichten. Er hatte nichts mehr im Leben. Selbst Harry sollte sterben, wie er zu Lebzeiten noch von Dumbledore erfahren hatte. Der Tod erlöst Snape von einem Leben, das ein nicht minderes Gefängnis als Askaban darstellte. Nach seinem Tod erfährt er durch Harry Potter seine verdiente Rehabilitation.

    Ist Severus Snape ein Held? Aus meiner Sicht ist er es, gar kein Zweifel.
    Ist Sirius Black ein Held? Er hat das Herz am rechten Fleck, doch in einer Geschichte ist nur für eine bedingte Anzahl von Helden Platz. Sirius Black zähle ich nicht dazu.

    Snape und Sirius haben beide faszinierende Hintergründe, was die Formung ihres Charakters anbelangt, und die Tragik, die beiden Leben anhaftet macht sie für mich zu den interessantesten Potter-Charakteren. Meinen Sympahtie-Vorzug verschenke ich jedoch vorbehaltlos an Severus Snape. Er war sicher nicht nett zu Harry und seinen Freunden, doch wie sonst hätte er den Potter-Jungen behandeln sollen? Ihm den roten Teppich auslegen und wegen seiner Schuld vor ihm kriechen? Ich denke, seine Situation war gar nicht anders zu ertragen, als Potter laufend neue Nahrung für seinen Hass auf ihn (Snape) zu geben, weil er (Snape) tief im Inneren wusste, dass er allen Hass verdient hatte. Snape ist die Person, mit der ich im ganzen Potter-Universevielleicht am besten mitfühlen kann. Sicher auch deshalb, weil ich es in meiner eigenen Schulzeit ebenfalls nicht einfach hatte.

    Doch wenn Tragik ein Merkmal für gute Charaktere ist, dann braucht sich wie erwähnt auch Sirius nicht zu verstecken. Von einem selbstherrlichen Taugenichts und Schülerliebling zu einem unschuldig verurteilten Massenmörder...

    War Snape nun ein guter Mensch? War Sirius ein besserer Mensch?
    Darüber vermag ich mir kein eindeutiges Urteil zu erlauben. Vermutlich gibt es das auch nicht - nicht einmal von JKR selbst.

    James Potter und Sirius Black handelten nicht ausschließlich aus ehrenvollen Gründen, als sie sich in Animagi verwandelten, um mit dem Lupin-Wolf die Nacht unsicher zu machen. Den beiden reizte immer die Gefahr, das Abenteuer und das Unbekannte. Gesetze übertreten - das war ihnen die Ehre. Gemeinsam müssen die beiden Kerle eine ziemliche ätzende Mischung aus Arroganz und Snobismus abgegeben haben, hübschen Mädchen gegenüber waren die beiden gutaussehenden Reinblüter mit Sicherheit galant und zuvorkommend. Sicherlich hatte Snapes Andersartigkeit sie auf ihn gehetzt. Was wir nicht verstehen, fürchten wir.

    Doch Snape war immer allein. Er hat durchaus recht, wenn er seine Peiniger als Feiglinge bezeichnet, die ihn nur in Mehrzahl attackiert haben. Snape war sicher auch kein Kind von Traurigkeit, doch die erste Provokation ging von Potter und Black aus. Das ganze gipfelte sich, als Sirius Snape dem Lupin-Wolf hinterher schickt. Das ist nicht nur kein Bubenstreich mehr, das war ein Mordversuch. Hier war Sirius Black drauf und dran, einen seiner besten Freunde (Remus Lupin) zum Mörder zu machen und einen verhassten Mitschüler in einen entsetzlichen Tod zu schicken. Und da kann man nicht mehr mit Leichtsinn, Jugend oder Abneigung argumentieren, sondern man muß ganz klar sehen, daß sich Sirius Black einen Dreck um das Schicksal seiner Mitschüler scherte.

    Welcher Freund würde einen Freund, der ja an sich schon entsetzlich genug unter diesem Fluch leidet, zu einem Mörder machen? Wer würde so etwas einem anderen Menschen antun? Dass James Potter Snape folgte und ihm damit vermutlich das Leben rettete, zeigt nur, dass er mehr Verstand hatte als Sirius Black. Eine Heldentat, wie Harry das gerne sähe, war das kaum. Und dass Snape diesen „kleinen Streich" Sirius Black nie vergessen, geschweige denn verzeihen konnte, ist nur verständlich.

    James Potter und Sirius Black waren hochnäsige Jugendliche, wie wir sie vielleicht selbst in unseren Schulzeiten kennenlernen mussten. Angeberische Alleskönner, die aber bei genauerem Betrachten nie ernsthafte Schwierigkeiten in ihren Leben zu bewältigen hatten. Sie stammen beide aus Zaubererfamlien, haben aufgrund ihrer Abstammung somit niemals Ablehnung erfahren und sind vermutlich in einer wohlhabenden Umgebung aufgewachsen. Sie haben in jungen Jahren nie Angst erfahren müssen und wurden nie aufgrund ihrer bloßen Existenz verachtet

    Severus Snape waren solche Gefühle und Zustände vermutlich schon seit frühster Kindheit bekannt. Seine Erfahrungen haben ihn zu einem unnahbaren, abweisenden Mann gemacht. Einen Menschen, der es gelernt hat, durch Selbstdisziplin, Ehrgeiz und Gehorsamkeit seine Ziele zu erreichen. Nichts hätte gegenteiliger sein können als die hochfahrende selbstherliche Person eines James Potters oder Sirius Black, deren Leben nur aus Vergnügen und Leichtsinn zu bestehen schien. Ganz bestimmt war Severus Snape tief im Inneren neidisch auf die Beliebtheit der beiden, die er wahrscheinlich als völlig ungerechtfertigt empfand, da diese in seinen Augen doch nur auf dem Brechen von Regeln und ihrem charmanten Äußerem beruhte.

    Sirius Black und Severus Snape sind faszinierende Charaktere. Man muss als Leser nicht den einen hassen, um den anderen zu mögen. Sympathien hege ich für beide, doch mein Vorzug gilt Snape.

    Wie seht ihr das?
    Zuletzt geändert von Sinclair_; 03.11.2007, 21:07.

  • #2
    Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
    ...doch mein Vorzug gilt Snape.

    Wie seht ihr das?
    Dem kann ich mich nur anschließen. Wenn im Potterversum einer die Bezeichnung Held verdient hat, dann Snape. Snape, der Außenseiter, der als Kind nur Demütigungen erfahren musste, Snape der zum "Meist Gehassten" wurde indem er Dumbledore tötete und Snape, der für Dumbledore den Beweis für die Macht der Liebe darstellte.
    Selbstlosigkeit bis zur Selbstaufgabe.
    Der Satz, mit dem Harry im Epilog von Band 7 seinen Sohn Albus Serverus die Angst vor der Häuserwahl nimmt, ist sicherlich einer schönsten in der ganzen Potter-Saga.

    Sirius ist wirklich eher ein oberflächlicher Abenteurer. Sein Schicksal als unschuldig Verurteilter war schon tragisch, aber das allein macht noch keinen Helden aus.
    Letzten Endes schien für ihn immer der Spass im Vordergrund zu stehen und womöglich starb er wohl auch nur aus Leichtsinn.

    Gruß, succo
    Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

    Kommentar


    • #3
      Wow. Schön formuliert. Dem schließe ich mich voll und ganz an.
      Sirius war nie einer meiner Lieblingscharaktere, gerade weil er extrem leichtsinnig war. Speziell in Buch 5, als Harry ihm rät, sich zu verstecken und er sagt, dass Harry wohl doch nicht so sehr seinem Vater ähnelt. Ich fand Sirius' Tod auch nie weiter schlimm.

      Snape dagegen hat schon ein heftiges Schicksal. Ich glaube nicht, dass er Harry nur provoziert hat, um von ihm gehasst zu werden, sondern auch, um seine Agression gegen James herauszulassen UND um es nahezu unmöglich erscheinen zu lassen, dass er Harry in Wirklichkeit schützt.

      Sein Verrat an Lily war wohl sein schlimmster Fehler und verleiht seiem Charakter umso mehr Tragik.

      Für mich ist Snape der eindeutige Held des Buches.
      Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

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      • #4
        Hmm, wenn man wirklich gemein sein wollte könnte man auch sagen, dass Severus Snape der einzige wirkliche Held der ganzen Reihe ist. Sicher erlebt Harry all diese Abenteuer, aber dabei hat er bei den Konfrontationen meistens eher mehr Glück als verstand und spielt gegen Ende auch nur die von Dumbledore für ihn vorgesehen Rolle. Meine Sympathie für letzteren hat außerdem mittlerweile doch etwas nachgelassen, immerhin wurde ja klar, dass er viele Leute mehr oder weniger als Schachfiguren benutzt hat - gerade auch Harry nur um Voldemort endgültig vernichten zu können. Da bleibt mitunter schon dir Frage ob da der Zweck wirklich alle Mittel heiligt?

        Zu Snape und Sirius (siehe den schönen langen Text oben) habe ich auch nichts mehr hinzuzufügen, ich sehe das ähnlich und es ist wirklich gut, dass Frau Rowling Snape diese Rolle so hat spielen lassen, denn dadurch wird er zum einzigen wahren Helden der Reihe imho...

        Kommentar


        • #5
          Hier wird Snapes ''Heldentum'' bis ins -imo- lächerliche strapaziert. Snape ist meiner Meinung nach zwar auch eine Art von Held, doch allzu selbstlos oder strahlend wie die meisten ihn beschreiben ist er nicht. Sein Verhalten Harry und den ganzen anderen Schülern gegenüber zeigt doch, dass er als Lehrer völlig ungeeignet ist. Er quält Neville. Er bevorzugt die Slytherins, wo es nur geht.
          Auch seine Vorgeschichte wird mMn romantisch verklärt. Ja, er hat Lilly Evans wohl wirklich geliebt. Aber er hat sich (Nicht nur wegen der unentschuldbaren Hänseleien der Rumtreiber) der dunklen Seite angeschlossen und ist für ihren Tod verantwortlich. Ja, er bereut es. Aber die Tatsache bleibt. Und da beschreibt Dumbledore es recht treffend :"Sie wiedern mich an!" Er hätte ohne mit der Wimper zu zucken Harry und James sterben lassen. Es scheint sowieso fraglich, ob ihm je andere Menschen auch nur ein bisschen bedeutet haben. Er lebt letztenendes mit den Folgen, und er "schützt" Harry - aber wirklich viel sieht man von diesem Schutz nicht, oder ? Er behandelt ihn wie den letzten Dreck. Gleichzeitig nutzt er Dumbledores Schutz nur allzu gerne aus, um nicht nach Askaban zu müssen. Eigentlich handelt er im siebten Band auch nur nach Dumbledores Befehl. Alles, was er je für Harry getan hat, war : 1. Versuch den Besen ruhig zu halten im 1. Band
          2. Das Schwert übergeben im 7. Band
          3. Die Errinerungen gegeben.
          Mit Okklumentik braucht mir jetzt keiner zu kommen, vermutlich hätte Harry es bei einem anderen Lehrer geschafft.

          Allzu heldenhaft sieht das doch bei nüchterner Betrachtung nicht mehr aus.
          Es bleibt seine Rolle als Doppelagent, die imo der einzige Grund ist, ihn einen Helden zu nennen.
          Fear is temporary, regrets are forever.

          Kommentar


          • #6
            Ich finde es ein wenig merkwüdig gerade Sirius und Snape hier in einem eigenen Thread gegenüber zu stellen?
            Hat das einen tieferen Sinn gerade die beiden zu vergleichen?


            Zitat von Souvreign Beitrag anzeigen
            Hmm, wenn man wirklich gemein sein wollte könnte man auch sagen, dass Severus Snape der einzige wirkliche Held der ganzen Reihe ist. Sicher erlebt Harry all diese Abenteuer, aber dabei hat er bei den Konfrontationen meistens eher mehr Glück als verstand und spielt gegen Ende auch nur die von Dumbledore für ihn vorgesehen Rolle.
            Was hat es mit Held-sein zutun ob man einer Situation durch Glück oder Können entkommt?
            Harry hat Mut und moralische Überlegenheit seinem Widersacher gegenüber bewiesen.
            Das zählt für mich eher für einen Heldencharakter, als dass er alles mögliche durch bloßes Können und Talent bewerkstelligen kann.


            Snape war letztlich einer von den Guten, der sich am Ende für die richtige Seite entschieden hat.
            Dass er James und Harry hätte sterben lassen ist Vergangenheit.
            Es ist nicht gesagt, dass er wieder so entscheiden würde, und ich hab ehrlichgesagt in den Büchern das Gefühl bekommen, er hätte sich seitdem charakterlich zum Guten verändert, denn er hätte sich ja auch wieder auf Voldis Seite schlagen können.
            Los, Zauberpony!
            "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

            Kommentar


            • #7
              Zitat von MrCoolDog Beitrag anzeigen
              Hier wird Snapes ''Heldentum'' bis ins -imo- lächerliche strapaziert. Snape ist meiner Meinung nach zwar auch eine Art von Held, doch allzu selbstlos oder strahlend wie die meisten ihn beschreiben ist er nicht. Sein Verhalten Harry und den ganzen anderen Schülern gegenüber zeigt doch, dass er als Lehrer völlig ungeeignet ist. Er quält Neville. Er bevorzugt die Slytherins, wo es nur geht.
              Auch seine Vorgeschichte wird mMn romantisch verklärt. Ja, er hat Lilly Evans wohl wirklich geliebt. Aber er hat sich (Nicht nur wegen der unentschuldbaren Hänseleien der Rumtreiber) der dunklen Seite angeschlossen und ist für ihren Tod verantwortlich. Ja, er bereut es. Aber die Tatsache bleibt.

              (...)

              Alles, was er je für Harry getan hat, war : 1. Versuch den Besen ruhig zu halten im 1. Band
              2. Das Schwert übergeben im 7. Band
              3. Die Errinerungen gegeben.
              Mit Okklumentik braucht mir jetzt keiner zu kommen, vermutlich hätte Harry es bei einem anderen Lehrer geschafft.

              Allzu heldenhaft sieht das doch bei nüchterner Betrachtung nicht mehr aus.
              Es bleibt seine Rolle als Doppelagent, die imo der einzige Grund ist, ihn einen Helden zu nennen.
              Ganz klar hat es noch nichts Heldenhaftes, in eigennütziger Weise seine große Liebe retten zu wollen. Snapes Selbstlosigkeit setzt erst danach ein.

              Was hätte Severus Snape wohl nicht alles tun können, nach dem Fall des Dunklen Lords? Mit seinen Fähigkeiten und seiner Intelligenz hätte er Karriere machen können. Er hätte es im Ministerium sicher weit bringen können oder auch in der "freien Zauberer-Wirtschaft" - oder er hätte gar selbst zu einer Art dunklen Lichtgestalt aufsteigen ("Lord Halbblutprinz" ) und Anhänger um sich scharen können. Er hätte sich neu verlieben und ein Leben in Glück und Wohlstand verbringen können - alle Voraussetzungen dafür hatte er gehabt.

              Stattdessen gab er sein Leben mehr oder weniger auf. Er blieb im Schatten Dumbledores, der der Meinung war, der Potterbalg müsste beschützt werden. Im anfänglichen Trauma nach Lillys Tod ist es vielleicht sogar logisch, dass sich eine Person so entscheidet, wie Snape es getan hat. Was aber hätte ihn davon abhalten können, es sich nach ein paar Jahren anders zu überlegen und nun doch sein eigenes Leben zu leben? Er hat es nicht getan. Bis zu seinem unrühmlichen Ende bestand sein einziger Lebensinhalt darin, den ungeliebten Potter-Jungen zu schützen. Es war die totale Selbstaufgabe, die Severus Snape zu einem Helden macht. Seine gefährliche Rolle als Doppelspion werte ich da bedeutend geringer.

              Und er hat schon ein wenig mehr für Harry und seine Freunde getan, als die Besenrettung und die Schwertübergabe. Im gesamten Band 3 versucht er Harry vor Sirius Black zu bewahren (er wusste nicht, wie es um dessen Unschuld bestellt war), versucht, Harry im sicheren Schloss zu wissen. Als er in Lupins Büro die Karte des Rumtreibers sieht und die damit verbundenen agierenden Personen auf dem Weg zur heulenden Hütte, setzt er ihnen sofort hinterher - allein. In Band 5 reagiert er sehr wohl auf Harrys versteckte Warnung: Er informiert Dumbledore und den Orden und macht sich selbst in den Verbotenen Wald auf, nachdem Harry und Hermione nicht daraus zurückgekehrt sind, um sie zu finden. In Band 6 ist sein erstes Bestreben, den Schülern ungesagte Zaubersprüche beizubringen - gerade nachdem Harry im Zug von Malfoy attackiert wurde und ihm nur ein ungesagter Zauber helfen hätte können. Bei seiner Flucht aus Hogwarts schont er nicht nur Flitwick, sondern auch Harry und nimmt augenblicklich den Cruciatus von ihm, den ihm Yaxley aufgehalst hat. Und er verrät ihm, dass er der Halbblutprinz ist, woraus Harry weitaus mehr Schlüsse hätte ziehen können, als er tatsächlich getan hat. In Band 7 rettet er George vor dem Tod, hinterlässt Harry im Grimmauldplatz ein paar nötige Hinweise und übergibt ihm das Schwert. Aber auch als Hogwarts-Headmaster tut er das seinige. Ginny und ihre Freunde der ehemaligen DA bestraft er, indem er sie mit Hagrid in den Verbotenen Wald schickt, um dort zu arbeiten. Ist das etwa eine Bestrafung? Der Verbotene Wald in Begleitung mit Hargrid und Rückendeckung von Grawp? Für die Carrows und andere Nichteingeweihte mag sich das als eine Bestrafung angehört haben, doch Snape wusste es besser. Mehr fällt im Moment nicht ein, mag aber sein, das ich noch ein paar Sachen vergessen habe. Snapes Methoden im Unterricht waren freilich fraglich, aber er wollte den Schülern was beibringen. Wenn es nötig ist, Nevilles Kröte als Motivation herzunehmen, dass der Schussel mal was richtig macht, war ihm auch das recht. Kein Wunder, er weiß mehr wie jeder andere in Hogwarts, dass das Leben nun mal kein Zuckerschlecken ist. Und genau darauf bereitete er seine Schüler vor.


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              Zitat von Moogie Beitrag anzeigen
              Ich finde es ein wenig merkwüdig gerade Sirius und Snape hier in einem eigenen Thread gegenüber zu stellen?
              Hat das einen tieferen Sinn gerade die beiden zu vergleichen?
              Keine zwei anderen Leben sind derartig mit Gegensätzen und Parallelen zu einander verbunden und verknüpft wie Snape und Sirius:

              Ihre Kindheit: Sirius im fürnehmen Haus der Blacks. Er war vielleicht irgendwann nicht mehr so glücklich glücklich dort, hatte aber Wohlstand, Kleidung und Achtung. Snapes Kindheit dagegen war von Angst und Armut gezeichnet - ein Gegensatz.

              Ihre gemeinsame Schulzeit: Sirius erlebte in Hogwarts die beste Zeit seines Lebens. Er war beliebt, wurde respektiert, hatte Freunde - ganz anders Snape: Er war ein Einzelgänger und wurde verachtet. Das wäre ein weiterer reiner Gegensatz, doch da Sirius Freude und Spaß zuweilen auf Snapes Kosten ging, ist es auch eine Parallele.

              Nach der Schulzeit wählten sie gegensätzliche Seiten im Krieg: Snape die Todesser, Sirius die Scharen um Dumbledors Phönixorden - auch hier sowohl Parallele als auch Gegensatz.

              Zum Ende des Krieges hin trafen beide Entscheidungen, die ihre beider Leben nahezu ins Gegenteilige umstießen: Snape lief über und wurde Spion und darausfolgernd nachhaltig Dumbledores engster Vertrauter. Ganz gegenteilig Sirius, der beschloss, auf eigene Faust Pettigrew zu jagen, was ihn ganz unerwartet und hoffnungslos den Verräterstatus und Askaban bescherte - Gegensätze und Parallelen im Überfluss.

              Nach dem ersten Krieg hatten somit beide ihr Gefängnis: Sirius' Gefängnis hieß Askaban. Snapes Gefängnis hieß Pflicht. Seine selbst auferlegte Pflicht, die kein eigenständiges Leben mehr zu ließ - eine klare Parallele.

              Auch im Bezug auf Harry: Sirius war Harrys aktiver Beschützer, Snape hingegen war sein heimlicher Beschützer.

              Harrys Gefühle zu den beiden: Sirius war seine Familie, Snape sein verhasstester Nemesis in Hogwarts. Und wieder Parallele und Gegensatz.

              Wenn man nun noch berücksichtigt, dass die beiden (Snape und Sirius) auch unmittelbar aufeinander bis zuletzt eine Fehde ähnlich wie Harry und Malfoy pflegten, muss ich sagen, dass ich keine zwei anderen Personen im Potter-Universum sehe, die man besser gegenüber stellen könnte als Severus Snape und Sirius Black.
              Zuletzt geändert von Sinclair_; 05.11.2007, 15:41. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

              Kommentar


              • #8
                Gerade weil Sirius so leichtsinnig war, fand ich ihn cool... wie ich damals im Kindergarten (Komm lass uns aufs Dach klettern - hach war das schön^^)

                Und man konnte sich immer so wunderschön aufregen, wenn er mal im Begriff war, Bockmist zu bauen...leider ein kurzes Vergnügen!

                Um es noch einmal zur Sprache zu stellen: auch HP hat die Bezeichnung Held verdient, da er schlussendlich ja auch für seine Freunde "gestorben" ist... auch ich finde, dass Snape ein Held war,auch wenn das hier etwas überstrapaziert wird. Fakt ist, dass er einer der vielschichtigsten Charaktere war und auch ich kann mich zumindest in Puncto Schulzeit gut mit ihm identifizieren...
                Ich finde auch, dass Harry ihn wunderbar gewürdigt hat, als er seinem Sohn einmal den Namen Severus gegeben und dann auch noch die Angst vor den Häusern genommen hat.

                "Nimm mal ein wenig Passiv-Bruder-Aktivpuder."
                Unser kleiner Cast-Beitrag zum Thema Disney/Star Wars: https://www.youtube.com/watch?v=Kh73FMC2GBo

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                • #9
                  Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
                  - ganz anders Snape: Er war ein Einzelgänger und wurde verachtet.
                  Das Snape keine Freunde in Hogwarts hatte, stimmt nicht:

                  S. 682 ...
                  Aber Mulcibers und Averys Vorstellung von Humor iste infach böse. Böse, Sev. Ich verstehe nicht wie du mit denen befreundet sein kannst.<<
                  S.683 ...
                  Du und deine netten Todesserfreunde - siehst du, du streitest es nichteinmal ab! Du streitest es nichteinmal ab, dass ihr das alle gerne wärt!...
                  Also hatte Snape wärend seiner Schulzeit zumindest ein paar Freunde gehabt.

                  Kommentar


                  • #10
                    Was eine Freundschaft unter Slytherins wert ist, sieht man anhand Crabbe und Malfoy. Wären sie "Freunde" gewesen, wären sie Sev gegen James und Sirius beigestanden. Aber Sev war immer alleine, selbst nach den Prüfungen (siehe seine worst Erinnerung). Was er mit Avery und Konsorten gemeinsam hatte, war nur die Faszination für die dunklen Künste. Nur weil die jugendliche Lilly dahinter eine Freundschaft vermutet, wissen wir es doch besser, dass es unter Todessern keine Freundschaften gibt.

                    Kommentar


                    • #11
                      HeroSnape-what more can I say?

                      Hi,

                      ich bin neu hier, aber schon seit Buch 1 im Potterverse unterwegs. Ich gehöre zu den Hermione-Severus Shippern (schlagt mich:- ) mit Tendenz zu Sirius.

                      Dennoch ein Kommentar meinerseits zu Severus-der Held:

                      Aus verschiedenen Gründen fand ich Snapes Charakter seit dem ersten Band am interessantesten, weil er einfach nicht zu durchschauen war. Die offensichtlich negative Aura, die er ausstrahlt, war schon zu offensichtlich, als dass man nicht mehr dahinter vermutet hätte. Einfach nur ein fieser Lehrer? Weit gefehlt. Sicherlich wird deutlich, dass er seinen Job nicht gerade aus dem Grund tut, dass er ein Kinderfreund ist. Sein Potential als Zauberer und auch als Alchimist/Wissenschaftler ist in Hogwarts mehr als unausgeschöpft. Aber der Job ist ja nur Tarnung.

                      Um nicht alles zu wiederholen, was bereits gesagt wurde:

                      Severus ist eindeutig ein Produkt seiner Umwelt: lieblose Familie, entsprechend desolate Kindheit, nicht gerade nettes Äußeres, unsensible Klassenkameraden (hier sei mal engemerkt, dass James Potter für mich einer der negativsten Charaktere überhaupt ist), letztendlich verliert er das Mädchen, das er liebt, Verzweifelte Suche nach Anerkennung in irgendeiner Form, "Verführung" durch Voldie und seine Anhänger (v.a. Lucius), Verrat an seiner Lily, Lilys Tod, sich Ausliefern an Dumbledore, Verzweifelte Versuche der Wiedergutmachung bis hin zur Selbstaufgabe, schließlich seine einzig mögliche Erlösung-sein sinnloser Tod.

                      Ein Leben ohne Liebe und Wärme, klingt kitschig, ist aber so- er hat niemals das gehabt, was er sich gewünscht hätte, seine Entscheidung für Voldie war sicherlich kein Heldenstück, aber im Kontext seiner Erfahrungen in der Vergangenheit schlüssig.

                      Severus ist der tragische Held, ohne den der "Endsieg" über Voldie niemals möglich gewesen wäre, auch Harry hätte seine Hochzeit mit Ginny niemals erlebt, hätte Sev im Hintergrund nicht einige mächtige Fäden gezogen.

                      Schade finde ich nach wie vor, dass es für ihn keine Zukunft nach Voldie gab, obwohl mir spätestens nach Buch 6 klar war, dass er (aus seiner Sicht vor allem) zu viel Schuld auf sich geladen hatte, zuletzt durch die Tötung Dumbledores, dass es einfach keine Hoffnung für ihn gab.

                      Bleibt mir nur noch zu sagen: Snape ist DER Held des HP Werks, unangefochten meine Nr. 1 und-

                      - er hätte sooooo gut zu Hermione gepaßt.

                      Das wars von mir, werde mich in Zukunft öfter hier blicken lassen.

                      Noch ein kurzes Wort zu Sirius: Hätte er Severus nicht so mies behandelt, wäre er mir noch lieber. Aber ich mag ihn trotzdem - meine Nr. 2

                      Gute Nacht allerseits

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                      • #12
                        Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
                        Ganz klar hat es noch nichts Heldenhaftes, in eigennütziger Weise seine große Liebe retten zu wollen. Snapes Selbstlosigkeit setzt erst danach ein.

                        Was hätte Severus Snape wohl nicht alles tun können, nach dem Fall des Dunklen Lords? Mit seinen Fähigkeiten und seiner Intelligenz hätte er Karriere machen können. Er hätte es im Ministerium sicher weit bringen können oder auch in der "freien Zauberer-Wirtschaft" - oder er hätte gar selbst zu einer Art dunklen Lichtgestalt aufsteigen ("Lord Halbblutprinz" ) und Anhänger um sich scharen können. Er hätte sich neu verlieben und ein Leben in Glück und Wohlstand verbringen können - alle Voraussetzungen dafür hatte er gehabt.
                        Mit der Karriere wäre es auch nur solange was geworden, wie niemand ihn für seine Todesservergangenheit ins Gefängnis gebracht hätte
                        Dem ist er ja nur entgangen, weil Dumbledore für ihn gebürgt hat, wozu er sich ja zum Dienst und der Pflicht gegenüber Dumbledore und Harry verpflichtet hat.
                        Gerade weil, wie du richtig sagtest, sein Heldendasein erst nach Voldemorts Fall begann, brauchte er diese Strafe. Er war ein Todesser. Ein Verbrecher.
                        Wenn er Karriere gemacht hätte, wäre er kein Held geworden, sondern höchstwahrscheinlich im Knast gelandet.

                        Stattdessen gab er sein Leben mehr oder weniger auf. Er blieb im Schatten Dumbledores, der der Meinung war, der Potterbalg müsste beschützt werden. Im anfänglichen Trauma nach Lillys Tod ist es vielleicht sogar logisch, dass sich eine Person so entscheidet, wie Snape es getan hat.
                        Was aber hätte ihn davon abhalten können, es sich nach ein paar Jahren anders zu überlegen und nun doch sein eigenes Leben zu leben? Er hat es nicht getan. Bis zu seinem unrühmlichen Ende bestand sein einziger Lebensinhalt darin, den ungeliebten Potter-Jungen zu schützen. Es war die totale Selbstaufgabe, die Severus Snape zu einem Helden macht. Seine gefährliche Rolle als Doppelspion werte ich da bedeutend geringer.
                        Dass er anfänglich aus Resignation, Melancholie und Trauer um Lily diese Aufgabe angenommen hat, steht wohl außer Frage.
                        Aber ich denke seine Einstellung dazu hat sich im Laufe der Jahre geändert.
                        Naja. Nebenbei hat er für sich immer noch die Karriere als begnadeter Lehrer an einer der berühmtesten Zauberschulen für sich im Auge gehabt. Ganz traum- und ziellos war sein Leben nun auch wieder nicht.

                        Seine Selbstlosigkeit mag ich doch ein wenig anzweifeln.
                        Ich würde eher sagen, dass er sich zu einem sehr pflichtbewussten und verantwortungsvollen Mann entwickelt hat. Wenn er ein Versprechen gibt, dann hält er es (Harry zu beschützen), komme was wolle und egal wie zu wider ihm diese Aufgabe eigentlich ist.
                        Er beschützt Harry sehr gut, aber gerade im dritten Band, im Gespräch in der heulenden Hütte, wird doch klar, dass Snape ihn nicht aus Selbstlosigkeit und Menschenliebe beschützt, sondern um seine Pflicht zu erfüllen (was er aber zweifelsohne sehr gut tut)
                        Los, Zauberpony!
                        "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

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                        • #13
                          Ich finde auch, dass der Snape-Charakter wohl einer der vielschichtigsten im HP-Universum ist. Er ist sicherlich ein (trauriger) Held, allerdings IMO nicht der größte Held.

                          Dies zeigt unter anderem sein Verhalten gegenüber den Schülern - wie er z.B. die Slitherins immer bevorzugt und den anderen Häusern grundlos Punkte abzieht. Bei Neville, Harry und anderen Schülern hat er sich auch oftmals als großes Ober-Ar***-Loch aufgeführt.

                          Klar hat dies sicherlich mit seiner eigenen schweren Kindheit zu tun - und an seinem Verhalten gegenüber Harry hat sicherlich James Potter (der IMO sowieso ein ganz großer "Ungustl" war) nicht wenig schuld. Den Sohn für die Sünden des Vaters verantwortlich zu machen ist - egal wie ähnlich dieser ihm sieht - jedoch nicht gerade die feine engische Art.

                          Von dem her, ja, Snape ist ein Held. Aber mit Ecken und Kanten. Und sicherlich nicht einer der nach seiner Wandlung zum GoodGuy zum "absolut selbstlosen Heiligen" wurde wie ihn manche Fans nun sehen.

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                          • #14
                            Ich würde Snape niemals als Held beschreiben. Eher als Antiheld oder Held wider Willen. Er ergreift nicht einfach selbstlos Partei weil ihm Riddles Sache falsch vorkommt sondern um seine eigenen Interessen zu wahren. Seine fortgesetzte Loylität dem Phönixorden und Dumbledore gegenüber kommt ebenfalls nicht von ungefähr. Er tut all dies um mit seinem Gewissen klar zu kommen und nicht weil er seinen Fehler eingesehen hat.

                            Seinen Charakter kann man imo nach wie vor bestenfalls als fies beschreiben. Sicher, er ist das was durch äussere Einflüsse (Kindheit, Schulzeit, etc.) aus ihm geworden ist. Aber das macht ihn trotz allem keinen Deut besser.

                            Ich mag Snape wirklich sehr und der Charakter ist mir nach wie vor einer der liebsten im Harry Potter Universum. Aber ihn als schillernde Heldenfigur zu propagieren entspricht denke ich der Figur nicht im geringsten.

                            Was Black angeht, so kann ich nur sagen, dass er ein Ekelpaket ist aber ein verdammt smartes und sympathisches Ekelpaket. Sicher seine Taten sind meist durch Leichtsinn und Angeberei motiviert aber er handelt größtenteils moralisch richtig und folgt immer seinem Herzen.

                            Ich kann mich nicht erinnern wo Sirius jemals jemals einer klugen Handlung vor einer (aus seiner Sicht) gerechten den Vorzug gegeben hätte. Und ebenso bezweifel ich, dass er sich auf eine ähnliche Scharade wie Snape überhaupt eingelassen hätte.

                            Er ist eben ein straight edge Typ und gibt nicht viel auf Vernunft wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat.

                            Abschließend denke ich mir wären IRL beide Typen aufs äusserste verhasst. Der eine weil er nicht aus sich herausgeht und sich anders gibt als er eigentlich ist. Und der andere weil er nicht einen Moment sein Hirn benutzt. Aus diesem Grunde wäre ich vermutlich auch Ravenclaw geworden
                            "Gott würfelt nicht!"
                            -Albert Einstein

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                            • #15
                              Aber Hallo? Hier wird schon wieder viel zu viel romantisiert.

                              Snape ist sicher nicht der unverbesserliche Schurke als der er am Anfang hingestellt wird, er ist einer der ambivalentesten Charaktere der Serie.

                              Aber er ist mit ebenso großer Sicherheit auch nicht gut!

                              Von Anfang an hat er merkwürdige, zweifelhafte oder eindeutig falsche Überzeugungen getroffen und nur eine einzige davon bereut. Die ihn nicht einmal dazu brachte sich selbst zu ändern, sondern nur dazu die Seiten zu wechseln und fürderhin jetzt zu allen gemein zu sein (eventuell einschliesslich sich selbst) nicht mehr nur zu den Nicht-Todessern...

                              Snape ist von Geburt bis zum Tod ein (relativ überzeugter) Fan schwarzer Magie (Levicorpus und Sectumsempra sind ihm "einfach so" eingefallen? ja klar...), wenn auch wohl ab dem Tag X nicht mehr so ganz jeden schwarzen Magiers.

                              Ebenso ist er ein ganz gewaltiger Reinblutfanatiker und seine gewisse Zuneigung zu Lily Evans änderte daran nur sehr wenig. Dass er Hermine nie ein Schlammblut genannt hat ist noch das höchste der Gefühle in Punkto Unterstützung der Idee, dass seine diesbezüglichen Vorurteile sich abgemildert haben könnten.

                              Ausserdem ist er selbst ja wohl genau jener Arroganz schuldig, die er ständig und ohne Pause James und Harry vorwirft... HalbblutPRINZ???? Muggelhasser, Todesser, parteiischster aller Hauslehrer, selbsternannter idealer Lehrer für DatDA... Überheblichkeit, wohin man nur sieht. Kein Wunder dass er sich mit seinem entgegengesetzten Konkurrenten im Bezug auf den Titel "eingebildetester Schüler von Hogwarts" während der Schulzeit so unversöhnlich gestritten hat und das auch noch weit über diese hinaus übel nimmt... oder über den Tod...

                              Nein, Snape ist weder der Engel als den ihn Harry seinem kleinen Sohn gegenüber darstellt noch der Teufel als den er ihn zB direkt nach dem Tod von Sirius darstellt. Er ist ein komplizierter, vielschichtiger und durchaus interessanter Charakter.

                              Ein Held? Sicher... er hat eine Menge durchgemacht, aus welchen Gründen auch immer... Selbstmitleid oder echte Buße? aus den paar Sekunden Gedankenschnippseln kann man das kaum wirklich umfassend schliessen, nur ahnen oder reininterpretieren.
                              Ein strahlender Held ohne Fehl und Tadel? Nichts weniger als das. Seine Taten und Worte über 7 Jahre sprechen schon eine sehr negative eindeutige Sprache, die ihn nun wirklich nicht als das Unschuldslamm von Hogwarts und den schmalzlockigen, schwarzbecapeten Superman der Zaubererwelt darstellen.



                              Sirius? Sirius hat das Pech, dass er nur als Plotvehikel für Harrys Charakterentwicklung gebraucht wird... erst macht er ihm Mut und muntert ihn auf, tröstet ihn sogar über die Dursleys hinweg, dann wird er ihm genommen und das mehrfach, bis er am Ende beseitigt wird, weil Harry nicht hoffen darf, sondern verzweifeln muss, mehr und mehr, bis eben "das Ende nahe ist"
                              Auf seine Art und Weise ist er aber auch nicht weniger ambivalent als Snape... er setzt nur deutlichere Kontrapunkte, wird über die Gegensätze seines Charakters definiert statt über die Einseitigkeit und Blindwütigkeit desselben. Fanatismus statt Herzlichkeit, Wut statt Gutmütigkeit usw... jedesmal wenn er eine positive Seite bekommt muss sich gleich etwas schwermütiges, bitteres, fieses daruntermischen... das schlimmste ist der Wagemut, diese ständige riskobereite, das sicher nicht unter "guter Einfluss auf Harry" fällt und am Ende Sirius eben tötet...
                              Sprich: Black hatte keine Chance... er war nicht dazu bestimmt um zum fleckenlosen Helden geschrieben zu werden, sondern er ist ein Emotionsvehikel das einzig und allein Harrys Entwicklung vorantreiben darf und kann. Der Todfeind, der Verräter der sterben muss, der gute Freund und Pate bei dem man leben wird oder doch nicht... dann der verworrene der James und HArry nicht auseinander halten kann und schliesslich der reckenhafte aber leichtsinnige Retter.

                              In gewisser Weise ist er sogar ein sehr guter Vaterersatz, denn so wie sich James im Denkarium-Clip des Grauens (TM) präsentiert ist er nicht minder verantwortungslos gewesen und um 3 erfolgreiche Einsätze gegen Voldilein persönlich sprechen auch nicht gerade für den Typ, der gerne auf Nummer Sicher geht. Von seinem verfrühten und unsinnig heroischen Tod mal ganz abgesehen... Wo ein besinnlicherer, vorsichtigerer Black gelandet wäre, sieht man ja ganz gut an Lupin der sofort als er sich entschliesst Verantwortung zu übernehmen immer gleich übervorsichtig wird (Lehrer und Ehemann) andererseits aber auf sich allein gestellt keine Risiken scheut (Werwolfauftrag).
                              Aber neben seinem Unwillen hat eben auch "das Schicksal" (also JKRs Pläne für Harry) Black davon abgehalten ebenfalls so zu werden. Ihn jetzt gegen das ach so hehre Beispiel Snapes (nobles A****loch, was für eine Rolle) aufzuwiegen ist schlichtweg unfair. Black mag nicht der gut gelaunteste Charakter der Buchreihe sein oder der beständigste was den Gemütszustand angeht, aber er hat nur sehr wenige schlechte Entscheidungen getroffen und die dann noch nicht einmal absichtlich so schlecht wie möglich... da ist kein Vergleich zu Snape auch nur möglich.
                              »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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