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  • Diskussion zu 2 Charakteren

    Hi,

    ich möchte mal etwas zu 2 Charakteren aus der Serie loswerden und auch gerne hören wie eure Meinung dazu ist.

    Wichtig: Ich habe bisher nur die SERIE geschaut, nicht die BÜCHER gelesen. Also bitte nix spoilern! Auch dann nicht wenn es vielleicht einige Unklarheiten, die ich bisher noch mit den Charakteren habe, erklären könnte. Vielen Dank



    Also der erste wäre Jamie Lannister. Ich finde der Jamie am Ende von Staffel 3 hat absolut nichts mehr mit dem Jamie der allerersten Folge zu tun. Soweit ok, wenn es denn eine vernünftige, nachvollziehbare Charakterentwicklung gegeben hätte, aber die muss wohl an mir vorbeigegangen sein.
    Klar, wenn man wochen- und monatelang in Gefangenschaft ist, und dann auch noch seine Hand verliert, dann mag das ein traumatisches Erlebnis sein, das einen Menschen stark verändert, aber solch einen bestimmten und deutlichen Bruch habe ich nicht gesehen.
    Am Anfang schubst der einfach einen kleinen Jungen total skrupellos in die Tiefe und es kümmert ihn nichtmal wirklich. Man spürt keinerlei Zweifel oder schlechtes Gewissen, aber gegen Ende der 3. Staffel rettet er dann plötzlich Brienne, bringt sich dabei sogar selbst in Lebensgefahr. Das passt einfach nicht. Auch bei dem was er ihr erzählt, wirkt er fast schon wie einer der "guten, ehrenhaften Ritter", der einfach nur missverstanden wird. Sollte das alles nur gespielt sein, und er verspricht sich etwas davon?? Eine typische, wohldurchdachte Lannister Intrige?

    Ich hoffe mal, dass es dazu irgendwann nochmal eine Erklärung gibt, denn im Moment wirkt der Charakter auf mich viel zu willkürlich mit einer Entwicklung, die nicht gut genug erklärt wurde.
    Falls jemand dazu Anmerkungen hat, immer her damit! Aber wie gesagt, bitte nichts spoilern.



    Der 2. Charakter ist Daenerys Targaryen. Hier geht es eigentlich um was ganz anderes. Auch ein bisschen um die Entwicklung, aber nicht hauptsächlich.
    Ich habe schon häufiger von anderen gehört oder in Diskussionen gelesen, dass man es so toll findet, hier endlich mal eine starke Frau zu haben, die sich in einer von Männern dominierten Fantasy Welt durchsetzt. Aber das kann ich absolut nicht verstehen. Für mich hat die ständig einfach nur mehr Glück als Verstand. Die Welt von GoT ist voll mit starken Frauen oder überhaupt Personen. Daenerys ist hier keine gesonderte Ausnahme, im Gegenteil. Sie hat ständig irgendjemanden, der ihr verfallen ist und sich sofort bereitwillig vor sie schmeisst - mit gezücktem Schwert und Schild.

    Eine Sansa dagegen mag wie das komplette Gegenteil wirken. Sie ist immer noch das kleine, naive, zerbrechliche Mädchen, das sie von Anfang an war, aber schaut mal was sie alles durchmachen und ertragen musste, und dennoch lebt sie und gibt nicht auf. Sie spielt weiterhin tapfer ihre Rolle, obwohl sie eigentlich mutterseelenallein und vollkommen machtlos ist. Sowas finde ich persönlich viel stärker und respektabler. Gleiches gilt für Catelyn, Arya oder die ganzen Prostituierten und Sklaven. Und natürlich die ganzen Männer, die auch viel verloren haben.

    Wäre Daenerys nicht so wunderschön (wie ein Engel :3 ), würde mich jede Szene mit ihr regelrecht nerven
    Ich finde einfach, sie hat ihre momentane Macht ebenso wenig verdient wie ein Joffrey. 2 kleine dumme Kinder, die mit mehr Glück als Verstand zu Macht gekommen sind und demnächst wohl um den eisernen Thron buhlen.
    Natürlich ist sie die sympathischere der beiden, nicht so tiefböse und sadistisch, aber dennoch auch irgendwie ein bisschen schizophren. In der einen Sekunde schaut sie noch mit ihren grossen Augen wie ein kleines, scheues Rehlein, und in der nächsten ist sie absolut Badass und auch irgendwie machthungrig. Vermutlich bringt sowas der Inzest mit sich, ein bisschen gestört sind sie dann alle

    Irgendwie erinnert sie mich auch an Galadriel aus HdR, wenn diese den einen Ring an sich genommen hätte. Grausam und schön, hätte sie alle Herzen verführt und hätte den Platz des dunklen Herrscher eingenommen. Sie war aber weise und stark genug darauf zu verzichten.

    Ich weiss wohl, dass die Khaleesi zu den beliebtesten Charakteren in der Serie gehört, aber da ich das absolut nicht nachvollziehen kann, erkläre ich es mir bislang einfach so, dass sie für Frauen ein heldenhaftes Vorbild ist und für uns simpel-gestrickte Männer liegt es vermutlich einfach an ihrem süssen Aussehen

    Naja, bin mal gespannt wie das alles noch weitergeht und wie ihr das seht. Anmerkungen und Kritik sind gern willkommen

  • #2
    Zitat von EpicQ Beitrag anzeigen
    Also der erste wäre Jamie Lannister. Ich finde der Jamie am Ende von Staffel 3 hat absolut nichts mehr mit dem Jamie der allerersten Folge zu tun. Soweit ok, wenn es denn eine vernünftige, nachvollziehbare Charakterentwicklung gegeben hätte, aber die muss wohl an mir vorbeigegangen sein.
    Ohne etwas zu verraten: der Jaime im Buch hat ein paar der schlimmen Dinge nicht getan und kommt somit zu Beginn in der Serie wesentlich schlechter weg. Zusätzlich geht in der Serie nicht so richtig hervor was für ein Mann er ist, nämlich jemand der erst handelt und dann nachdenkt. Die Aktion mit Bran war eine Kurzschlussreaktion und in der grausamen Welt von Game of Thrones erlebt ein Ritter häufig schlimmeres, als der Tod eines Kindes.
    Durch die Gefangenschaft, seine Reise mit Brienne und den Verlust seiner Hand erlebt er wohl erstmal selbst viele Grausamkeiten am eigenen Leib und hat reichlich Zeit darüber nach zu denken. Er sieht wie Brienne absolut treu ihrem Eid folgt und vielleicht dient sie ihm gewissermaßen als Vorbild.
    Insgesamt fehlen einfach ein paar Details in der Serie, sodass ich deine Ansicht nachvollziehen kann.
    Der 2. Charakter ist Daenerys Targaryen. Hier geht es eigentlich um was ganz anderes. Auch ein bisschen um die Entwicklung, aber nicht hauptsächlich.
    Ich habe schon häufiger von anderen gehört oder in Diskussionen gelesen, dass man es so toll findet, hier endlich mal eine starke Frau zu haben, die sich in einer von Männern dominierten Fantasy Welt durchsetzt. Aber das kann ich absolut nicht verstehen. Für mich hat die ständig einfach nur mehr Glück als Verstand.
    Jop, für mich ist sie bislang das Gegenstück zu den Starks. Die versuchen auch alles richtig zu machen, aber es geht auch wirklich alles schief was schief gehen kann.
    Dany hat da gewissermaßen das Glück der Tüchtigen.
    Aber nicht nur, sie beweist auch gewisse Fähigkeiten. Sie behauptet sich sogar unter den Dothraki und gegenüber ihrem Khal.

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    • #3
      Danke, das bringt schonmal etwas Licht in die Sache bei Jamie. Vermutlich sollte ich auch endlich mal anfangen die Bücher zu lesen ^^

      So eine Serie hat natürlich weniger Platz, man muss vieles verkürzend darstellen, aber ich fürchte bei Jamie hat man dann wirklich etwas zu viel verkürzt.


      Was du zu Dany schreibst, finde ich eigentlich auch ganz gut. Klar, ein bisschen eigene Stärke beweist sie natürlich auch, aber dann klappt auch immer alles für sie und damit ist sie wirklich eine ganz grosse Ausnahme in der Serie.
      Um nochmal den Vergleich zu Sansa zu bemühen..... beide werden (bzw sollen) zwangsverheiratet werden (wie übrigens jede andere Frau und viele Männer. Also auch wenn sowas für uns natürlich fürchterlich wirkt, ist das in dieser Welt etwas vollkommen normales und sie teilt dieses Schicksal mit nahezu jeder anderen Person), aber während Dany mal wieder das Glück hat, dass Khal Drogo eigentlich gar nicht so ein Ar*** ist und sie sich wirklich anfangen zu lieben, bleibt Sansas Verlobter ein Ar*** oder wird sogar immer schlimmer. Dabei haben beide versucht sich in ihre Rolle einzufügen und eine gute Ehefrau bzw Verlobte zu sein.

      Insofern muss ich bislang leider bei meinem Urteil bleiben, dass mir andere Charaktere mehr Respekt abringen und ich den "Hype" um die Kahleesi nicht ganz verstehen kann :P

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      • #4
        So gesehen hat Sansa durch ihre Zwangsheirat mit Tyrion eigentlich auch mal "Glück" gehabt. Aber auch abgesehen von seiner Statur wird Tyrion für sie ein Mitglied der Familie bleiben, die sie nicht nur seit über einem Jahr gefangen hält und malträtiert, sondern auch noch den Großteil ihrer Angehörigen und Freunde auf dem Gewissen hat.

        Bei Jaime ist die Wandlung im Buch vielleicht noch etwas besser nachzuvollziehen, aber er ist meines Erachtens auch in der Serie nicht zu einem Ned Stark-Typus herangewachsen. In Brienne sieht er einen Teil seiner selbst, den er glaubt verloren zu haben. Sein Rettung von Brienne wiegt nicht seine anderen Taten auf. Sein Verhältnis zu seiner Schwester lässt in ihm das Schlechteste hervorkommen. Er würde alles für sie tun, wie er in der ersten Staffel mehrmals preisgegeben hat. Und er wird für seine vielleicht "nobelste" Tat, den irren König Aerys davon abzuhalten Kings Landing in Flammen aufgehen zu lassen, von allen, insbesondere aber von den "Guten" verachtet. Da kann man schon ein seltsamen Verhältnis zu Realität haben. Seine erzwungene Trennung (Gefangenschaft) von Cersei hat ihm aber gut getan, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zurückzubesinnen, möchte ich als Zuschauer meinen.

        Bei Daenerys sind tatsächlich allerhand glückliche Umstände eingetreten. Aber wo Glück ist, da ist auch Unglück. Zwar hat sich Drogo privat nicht als grobschlächtiger Barabr entpuppt und ließ sich von ihr gut managen, aber ihr naives Weltbild hat schlussendlich das Leben Drogos und das ihres ungeborenen Kindes gekostet. Dafür hat sie wiederum 3 Drachen bekommen, hat aber durch Drogos Tod auch den Großteil der Dothraki-Horde, sprich ihre Armee, eingebüßt. In Qarth hat sie nicht die Hilfe bekommen, die sie als Targaryen-Sprößling mit 3 Drachenbabies auf dem Arm erhofft hat zu bekommen: Hilfe, um den eisernen Thron von Westeros an sich reißen zu können. Nein, Verrat war der Preis ihrer Reise dorthin. Die Situation hat sie zwar gemeistert und ist nicht nur um eine Lektion, sondern auch um ein Schiff reicher geworden, ihrem Ziel Nr. 1 bringt sie das trotzdem nicht wirklich näher. Zu den weiteren Geschehnissen aus Staffel 3 werde ich als buchkundiger nichts schreiben, da diese Handlungen noch nicht beendet sind, um sie abschließend beurteilen zu können. Ich denke aber, dass Daenerys' Reise von vielen Aufs und Abs gekennzeichnet ist, aber auch das sie es bisher geschafft hat, aus den Kriesen gestärkt hervorgehen zu können, zumindest was ihre Persönlichkeit betrifft.

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        • #5
          nochmal danke, dass ihr so nett und gekonnt etwaige Spoiler umschifft. Das ist sicherlich schwierig, hier seine Sicht kundzutun, wenn man eigentlich schon viel mehr weiss, aber es ausklammern muss. Danke & Respekt!

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          • #6
            Sansa gebührt natürlich auch viel Respekt. Zu Beginn ist sie natürlich naiv und träumt von Leben als Königin in der großen Hauptstadt. Aber schon sehr schnell geht alles schief. Ihr Wolf stirbt, ihre komplettes Gefolge wird gemetzelt, der Vater trotz ihrer Bitten geköpft. Völlig allein und isoliert wird sie Tag für Tag verprügelt und gedemütigt. Jede kleine Hoffnung wird durch Schreckensnachrichten überschattet, der Tot ihrer Brüder, die Verwüstung der Heimat, die Red Wedding. Keine Flucht + tollen Ehemann in Highgarden, sondern die Heizeit mit einem Gnom und Mitglieder der verhassten Familien.
            Ich finde es äußerst respektabel, dass sie nicht längst irgend eine Dummheit begangen hat oder sich einfach in den Tod gestürzt hat.
            Arya leistet auf ihre Weise auch Großes, was in den Büchern noch wesentlich besser rüberkommt.

            Bei den Starks wirken aber selbst gelungene Aktionen allerdings brotlos. Robb gewinnt Schlacht um Schlacht und verliert den Krieg...Bei Dany sieht man dagegen den Fortschritt, ihre Gefolge wächst, genau wie die Drachen und sie selbst wird selbstsicherer.

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            • #7
              Zitat von DefiantXYX Beitrag anzeigen
              Sansa ...
              Ich finde es äußerst respektabel, dass sie nicht längst irgend eine Dummheit begangen hat oder sich einfach in den Tod gestürzt hat.
              ...
              Wobei sie einmal schon vesrucht hat, sich ins Elend und Verderben zu stürzen... Sie wollte Joffrey von der Mauer stürzen, egal, welche Folgen das für sie haben sollte: Stürzt sie mit oder verliert sie anschließend ihren Kopf... ? In dem Moment war sie so verzweifelt, dass sie es getan hätte, wenn der Hund nicht dazwischengegangen wäre und dies, ohne dass Joffrey etwas davon mitbekommen hat...

              Ansonsten: Endlich mal jemand, der die Leistungen der beiden jungen Frauen zu würdigen weiß.
              Zuletzt geändert von Anthea; 03.11.2013, 06:06.

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