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  • Übersetzung von Buffy

    Ich studiere Kommunikation und muss eine Seminararbeit über die Probleme der Synchronisation und Untertitelung eines bestimmten Films oder einer bestimmten Serie schreiben.
    Nun bin ich Buffy- und Angelfan und würde diese Serie auch gerne für meine Arbeit nehmen. Leider kenne ich nur die deutsche Fassung und habe auch nicht mehr die Zeit jegliche Folgen in Bezug auf die Übersetzungsprobleme durchzuschauen. Kann mir einer einen Tipp geben welche Folgen besonders geeignet wären??

    Es wäre auch schön wenn jemand wüsste wer Buffy übersetzt hat. Im Internet finde ich leider nichts dazu und im Abspann wird auch kein Name eines Übersetzers der Serie eingeblendet.

    Mfg

  • #2
    Ich hab da zwar konkret keine Ahnung, aber ich würd spontan sagen am besten googelst du mal nach entweder speziellen oder allgemeinen Syncro-Bug-Seiten. Ich vermute zudem (aber das ist wirklich nur ne Vermutung) daß die Übersetzungsprobleme bei Buffy nicht so wahnsinnig gravierend sind, wie z.B. bei Babylon 5. Wer genau das übersetzt hat steht übrigens IMO normalerweise eh nicht dabei, sondern nur das entsprechende Studio.

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    • #3
      Zitat von Ilyria84
      Es wäre auch schön wenn jemand wüsste wer Buffy übersetzt hat. Im Internet finde ich leider nichts dazu und im Abspann wird auch kein Name eines Übersetzers der Serie eingeblendet.
      Ich habe auf die schnelle einen etwas ältereren Bericht bei buffy.de gefunden, der von einem Besuch im Synchro-Studio erzählt. Darin erfährt man, dass eine gewisse Martina Marx sich für das Dialogbuch verantwortlich zeichnet. Zumindest ab Staffel 3.
      http://www.buffy.de/v2.0/features/be...on/index.shtml


      Eine gute Seite für Synchrobugs war theslayer.de, deren Episodenguide selbige aufführte. Nur leider ist die mittlerweile irgendwie down. Ich habe aber in diesem Beitrag einer Buffy Newsgroup ein Link zu einem Zip File gefunden, welches ein BackUp enthält.

      Eine Folge mit besonders vielen Fehlern fällt mir nicht ein. Grundsätzlich hat die Synchro Probleme mit Popkultur Referenzen und Akzenten. In der Buffy Episode Tabula Rasa beispielsweise denkt Spike, nachdem er und alle anderen ihr Gedächtnis verloren haben, dass er Giles Sohn ist, eben weil beide mit einem britischen Akzent sprechen. Die Synchro überbrückt das Problem mehr schlecht als recht in dem die Charaktere dort irgendwelche geschwollenen Wörter benutzen. Ansonsten lässt sich ganz allgemein der Buffy Talk nicht 100% ins Deutsche rüber retten, wodurch die Serie einiges an Charm verliert.
      Zuletzt geändert von Ford Prefect; 12.02.2007, 16:41.
      Für einen Euro durch die Spree, nächstes Jahr am Wiener See. - Treffen der Generationen 2013
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      • #4
        Danke!

        Vielen Dank für die schnellen Tipps!

        Werde dem mal nachgehen

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        • #5
          hi ^^
          vllt ist meine antwort ja schon zu spät aber ich hab deinen beitrag zufäälig über google gefunden und mich gleich mal angemeldet in der hofnung dir helfen zu können.
          welche folge sich für mich am besten eigenet ist das musical "once more with feeling"

          da singen die leute zwar in englisch aber dadrunter steht die deutsche "übersetzung"
          bei dem lied wo buffy sing von wegen himmel und bla, singt sie im refrain immer:
          give me something to sing about.

          in der übersetzung steht das sie sich ein lied wünscht was ja aber vollkommen falsch ist, sie will kein lied sondern etwas worüber sie sich freuen kannbzw. singen.
          ja das ist die stelle die mir dazu erstmal spontan einfällt ^^

          ich hofe es war nicht nicht zu spät und ich konnte ein wenig helfen.


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          • #6
            Die schönste Geschichte bezüglich Übersetzung ist die letzte Folge der 3. Staffel. Dort steht Buffy am Ende am Fenster des Raumes, der später zu Dawns Zimmer wird und sagt im Original: "We're waiting for Dawn", was natürlich eine geniale Anspielung auf die 4. Staffel ist. Leider wussten die Übersetzer das natürlich nicht und haben es daher (korrekt) mit Dämmerung übersetzt. Wobei das Wortspiel ja so im Deutschen nicht funktioniert hätte, da hätte man sich was neues ausdenken müssen. Aber schade ist es schon, dass das verloren gegangen ist.
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            • #7
              Zitat von Wes Jansen Beitrag anzeigen
              ...was natürlich eine geniale Anspielung auf die 4. Staffel ist. Leider wussten die Übersetzer das natürlich nicht und haben es daher (korrekt) mit Dämmerung übersetzt...
              Auf die fünfte Staffel! Dawn taucht erst in der fünften Staffel auf. Joss Whedon hatte Dawn aber schon ziemlich früh eingeplant.

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              • #8
                Jaja, bei so vielen Staffeln kann man schon mal durcheinanderkommen. Daher glaub ich dir jetzt einfach mal
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                • #9
                  Ich habe mal kurz die Transcripts zum Finale von Staffel 3 durchsucht und kann beim besten Willen die Zeile "We're waiting for dawn" nicht finden.

                  In "Restless" (letzte Episode der vierten Staffel) gibt es in einer Traumsequenz eine Szene mit Tara und Buffy in einem Zimmer im Hause Summers in denen die sich unterhalten und Tara endet mit: "Be back before dawn!"

                  Den erste Hinweis auf Dawn dürfte es in "This year's girl" geben, der Episode in der Faith aus dem Koma erwacht. Dort macht Faith ebenfalls in einem Traum zusammen mit Buffy ein Bett und eine Dialgzeile von Faith lautet: "Little sis coming. I know. So much to do before she gets here."
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                  • #10
                    Zitat von Wes Jansen Beitrag anzeigen
                    Jaja, bei so vielen Staffeln kann man schon mal durcheinanderkommen. Daher glaub ich dir jetzt einfach mal

                    Spoiler
                    Erste Staffel: Big Bad - der Meister

                    Zweite Staffel: Big Bad - Angelus

                    Dritte Staffel: Big Bad - Der Bürgermeister (letztes Schuljahr/Faith taucht auf/Der Bürgermeister fliegt im Staffelfinale mit der Schule in die Luft)

                    Vierte Staffel: Big Bad - Adam (Schule ist zuende/College beginnt/an der Uni unterrichtet Professor Maggie Walsh, die, Frankenstein spielend, Adam erschafft)

                    Fünfte Staffel: Big Bad - Glory (Dawn taucht auf, da sie der "magische Schlüssel" ist, auf den Glory so scharf ist)

                    Sechste Staffel: Big Bad - Evil Willow (Rachefeldzug gegen Warren)

                    Siebte Staffel: Big Bad - Das Urböse/First Evil

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                    • #11
                      Buffy Synchronisation

                      Nachdem ich nun schon mit mehreren Leuten über das Thema gesprochen habe, interessiert mich doch wirklich, was ihr von der deutschen Synchronfassung der Serie haltet.

                      Mit meinem persönlichen Englisch bleibe ich bei einem hohen Sprachtempo schonmal hängen. Dennoch habe ich mir in letzter Zeit einfach mal ein wenig Buffy im O-Ton zu Gemüte geführt. So habe ich nur den englischen Originalton eingeschaltet u. zur Unterstützung noch die englischen Untertitel. Geht es mir dann zu schnell, drücke ich mal eben kurz die Pausetaste. Wenn man alleine guckt, stört das ja sonst niemanden.

                      Ich persönlich bin eigentlich ein sehr großer Freund von Synchronisationen. Diese Medaille hat halt mehrere Seiten. Deutschland hat die Synchroarbeit im Gegensatz zu so manch anderem Land ziemlich perfektioniert. Dennoch gibt es einfach viele Dinge, die sich nicht synchronisieren lassen: Wortspiele, Wortwitze, Sprichwörter, Dialekte und die Bedeutung selbiger usw. usf.
                      Es gibt ausserdem immer wieder haarsträubende Fehler in Synchronisationen, die im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass die Dialoge am Ende überhaupt keinen Sinn mehr haben.
                      Auf der Buffy-Seite der Wikipedia wird - was mir persönlich nicht aufgefallen wäre - nebenbei auch noch auf einen kleinen Übersetzungsfehler der fünften Buffy-Staffel hingewiesen: Die Kugel "Dagons Furcht". Buffy findet das leuchtende Ding vor der Fabrikhalle, in der Glory den Mönch gefangen hält.
                      Giles findet schließlich in einem seiner Bücher den Namen der Kugel: "Dagons Furcht".
                      Wie das einem routinierten und geschulten Berufsübersetzer passieren kann, ist mir eigentlich ein Rätsel. "Dagons Furcht" hieße im englischen Originial "Dagon´s Fear". So wurde es auf jeden Fall verstanden. In Wirklichkeit wird jedoch "Dagon Sphere" gesagt (Dagon Kugel). Das ergibt in meinen Augen wesentlich mehr Sinn als "Dagons Furcht". Synchronarbeit ist leider durchzogen von solchen Missgeschicken. Viele Dinge lassen sich auch einfach nicht vernünftig übersetzen. Doppelbedeutungen im Englischen und vielerlei Wortwitz verschwinden bei der Übersetzung einfach. Da kann man nichts machen.
                      In vielen Ländern laufen ausländische Filme prinzipiell im O-Ton - eventuell mit Untertiteln. Ich will mal behaupten, dass bereits viele Schüler dadurch eine Menge Übung im Englischen haben, welche allein durch das Ansehen der Hollywoodfilme zustande kam. Hierzulande siegt so einfach sehr häufig die Bequemlichkeit. Auch ich lehne mich gerne zurück und/oder verfolge Filme manchmal auch mit halb geschlossenen Augen auf der Couch - im Liegen. An Untertitel ist so überhaupt nicht zu denken und die innere Übersetzung schnell gesprochener englischer Dialoge ist mir auf diese Weise auch oftmals zu anstrengend. Mal so nebenbei mache ich das nicht - höchstens mal gezielt, wie ich es jetzt bei Buffy getan habe, um mir das selber mal genauer zu Gemüte zu führen. Fakt ist, dass gerade Buffy im O-Ton Qualitäten hat, die in der Synchronfassung fehlen.
                      Dennoch gefällt mir die Deutsche Fassung sehr gut. Die Stimmen sind in meinen Augen gut gewählt und manchmal gefallen sie mir sogar besser.
                      Das ist letztendlich eine Glaubensfrage. Einige Leute meinen, dass die Synchronstimme überhaupt nicht besser sein kann, andere glauben das schon.
                      Einige amerikanische Schauspieler finden ihre deutsche Synchronstimme besser als ihre eigene - z.B. Gillian Anderson, welche in Akte X von der rauchig klingenden Stimme Franziska Pigullas synchronisiert wurde. In der Realität hat Anderson eine eher hohe und piepsige Stimme. Pigulla, die auch als n-tv Nachrichtensprecherin tätig war, gibt dem Charakter Scully in meinen Augen etwas, was die Originalstimme nicht leisten konnte. Da schließe ich mich Gillian Anderson voll an, die ihre deutsche Synchronstimme besser fand. Ein Schauspieler kann eine Menge tun. Mienenspiel, Gestik, Dramaturgie, Tonlage und -höhe usw. usf. Aber beliebig verändern kann ein Mensch nunmal seine eigene Stimme nicht - auch wenn es der Rolle zugute käme. Dort sind nunmal die natürlichen Begrenzungen unserer Stimmbänder, die eine überdimensionale Flexibilität verhindern. Diese Begrenzung kann halt eine Synchronisation aufheben. So gibt es auch immer wieder Rollen, in denen ein Synchronsprecher die Originalstimme des Schauspielers ersetzt, obwohl beide in der selben Sprache sprechen. Manchmal meinen Regisseure, dass der Schauspieler mit seiner Mimik perfekt für die Rolle ist - diese oder jene Synchronstimme dann allerdings perfekt für die Stimme der gespielten Figur.
                      Synchronsprecher sind halt auch Schauspieler. Nicht jeder Synchronsprecher ist Bühnen- oder Filmschauspieler aber die Synchronarbeit ist halt auch eine Art des Schauspiels mit der Stimme. Gerade in Fernsehserien oder Blockbustern sind die Darsteller oftmals keine großartigen Charakterdarsteller. Das Mienenspiel eines Ben Affleck oder einer Jennifer Lopez sind - vorsichtig ausgedrückt - bescheiden. Mit den Stimmen sieht es oftmals genauso aus. Deren Emotionsumfang ist auch nicht immer so superperfekt.
                      Ein guter und gefragter Synchronsprecher kann so manchen Rollen eine zusätzliche Tiefe verleihen, die in der Originalfassung definitiv fehlt. Natürlich macht auch das aus einem Ben Affleck keinen Charaktermimen.
                      So manchem Filmfan geht es auf den Geist, dass man halt die selben Stimmen immer wieder in allen möglichen Filmen hört. Die Anzahl der Synchronsprecher ist halt geringer als die Anzahl der Schauspieler.
                      Ich persönlich finde es jedoch faszinierend, wie oft man kaum mitbekommt, wer alles von den selben Synchronleuten gesprochen wird.
                      Durch die optischen Unterschiede der Darsteller kommen viele Leue schon überhaupt nicht darauf, dass die Stimme immer identisch ist. Dann sind viele Synchronsprecher jedoch auch sehr vielfältig und passen bei den unterschiedlichsten Charakteren und Rollen.

                      Auf der Voyager existierte beispielsweise neben Tuvok noch ein weiterer Vulkanier: Vorik. Dessen Pon Farr durften die Voyager-Zuschauer bedauerlicherweise miterleben. Vorik wurde synchronisiert vom Sprecher Thomas Nero Wolff. Dieser lieh seine (eigentlich recht markante) Stimme auch Wolverine in den X-men-Filmen. Dieser Charakter ist völlig anders als der des eher farblosen, blassen und kühlen Vulkaniers Vorik.
                      In der Serie Buffy synchronisierte Thomas Nero Wolff Anthony Stewart Head als Giles. Wenn man nicht bewusst darauf achtet, würde man das niemals merken. Mitunter wirken die Stimmen sogar völlig anders, weil die Schauspieler so völlig unterschiedlich aussehen. Giles finde ich wirklich perfekt synchronisiert. Jeder kleine Stotterer, jede Unsicherheit, aber auch Wärme, Mitgefühl oder Ärger - Wolff schafft all diese Nuoncen mit Bravour.
                      Xanders Stimme stammt von Gerrit Schmidt-Foss, der auch Leonardo DiCaprios Feststimme liefert (z.B. in Titanic). Persönlich sehen konnten wir Gerrit Schmidt-Foss in Loriots Pappa Ante Portas als dessen Filmsohn "Dieter Lohse", dessen einzige Textzeilen mehr oder weniger nur im Vorstellen seiner vielen Freundinnen bestanden.
                      Angels Stimme hört man etwas weniger. In diesen Fällen jedoch merkt man es so ziemlich sofort, brennt sich die markante Stimme doch ziemlich schnell bei jedem ein. Angel wurde im deutschen von Boris Tessmann synchronisiert, der u.a. auch Alexander Siddig als Julien Bashir in DS9 sprach. Bei DS9 war Tessmann auch für die komplette deutsche Dialogregie verantwortlich.
                      Die Auswahl des Sprechers für die deutsche Synchronstimme von Seth Green als Oz war - gelinde gesagt - etwas abenteuerlich. Hier scheiden sich wohl die Geister. Ich persönlich finde die Stimme in diesem Fall okay, andere finden es fürchterlich. Der Altersunterschied zwischen Darsteller und Sprecher ist allerdings schon ziemlich gewaltig. Seth Green wurde im Jahr 1974 geboren, der Sprecher Santiago Ziesmer bereits im Jahr 1953. Das Alter will aber im Grunde nichts heissen. Vor zwanzig Jahren klang Ziesmer nämlich genauso wie heute. Bereits 1986 synchronisierte Ziesmer z.B. Matthew Broderick als Ferris in "Ferris macht blau". Mehr als zehn Jahre später sprach er dann bei Buffy den Daniel Osbourne alias Oz, der so ziemlich im selben Filmalter war wie Ferris in den 80ern. Parallel spricht Ziesmer jedoch auch immer Leute, die auch seinem tatsächlichen Alter entsprechen. Einige Leute jedoch sehen Oz sprechen und denken dabei unweigerlich und ständig an Sponge-Bob. Das kann schon ziemlich irritierend sein.
                      Was ich von Kendras Synchronstimme halten soll, weiss ich wirklich nicht. Die erinnert mich unweigerlich irgendwie an die Sesamstraße. Schwer zu glauben, dass ein Mensch wirklich so eine Stimme hat. Ich würde persönlich sagen, dass diese Stimme für Synchronarbeiten eher ungeeignet ist und kaum jemals den Originalstimmen entsprechen dürfte.
                      Ärgerlich finde es eher, wenn Sprecher zwischendurch ausgetauscht werden.
                      Drusilla hatte z.B. in den späteren Buffystaffeln eine andere Stimme als noch in der zweiten. Die deutsche Synchronsprecherin Carola Ewert übersetzte Faith in fast der gesamten Zeit. Während Dushkus Auftritt in der vierten Angel-Staffel jedoch war Ewert aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, Faith zu sprechen. Das Ergebnis war ekelhaft irritierend. Irgendwas stimmte einfach nicht.
                      Der Bürgermeister von Sunnydale wurde von einem alten Hasen des Synchrongeschäftes gesprochen. Als Feststimme von Steve Martin, Richard Dreyfuss und Mich Pileggi (AkteX - Director Skinner) dürfte Norbert Gescher den meisten von uns bekannt sein.
                      Privat verwaltet Gescher das literarische Erbe von Joachim Ringelnatz, welcher der erste Ehemann von Geschers Mutter war.
                      Interessant finde ich manchmal, wie verwickelt die Beziehungsgeflechte der Synchronszene untereinander sind. Viele Kinder von synchronisierenden Eltern beginnen selbst im Kindesalter mit der Synchronarbeit.

                      Detlef Bierstedt, den deutschen StarTrek-Fans als Serienstimme von Commander William T. Riker bekannt aus TNG bekannt, ist z.B. der Vater von Marie Bierstedt, die Alyson Hannigan ihre Stimme in sämtlichen Buffyfolgen lieh und für die deutschen Fernsehzuschauer fest mit Willow verknüpft ist.

                      David Nathans Stimme ist im deutschen Synchrongeschäft unglaublich gefragt, seit vielen Jahren die Feststimme von Johnny Depp und mittlerweile mehr oder weniger Feststimme von Christian Bale (American Psycho, Equilibrium). Auch Leonardo DiCaprio sprach er in zwei Filmen (Gilbert Grape und Total Eclipse). Vielen anderen jedoch leiht er seine Stimme regelmäßig und ist mit seiner Vielseitigkeit so ziemlich in jedermanns Ohr. Nathan, der in seiner Freizeit eher "Berliner Schnauze" redet, synchronisiert bei Buffy James Marsters als Spike. Auch sein Vater, Michael Pan, ist schon lange im Synchrongeschäft und uns allen spätestens seit TNG als Festtimme von Brent Spiner als Data bekannt.
                      Anya wurde gesprochen von Dascha Lehmann, deren Vater Manfred Lehmann uns allen als deutsche Feststimme von Bruce Willis bekannt ist.
                      Director Snyder wurde gesprochen von Klaus Jepsen, der auch den "Mystery Man" (Robert Blake) in Lost Highway oder den Obdachlosen /die Stimme in Twelve Monkeys synchronisierte. Jepsen starb leider im Jahr 2005 nach schwerer Krankheit.
                      Bei Ben in der fünften Buffy-Staffel war ich eine ganze Weile am überlegen, woher ich die Stimme kenne. Schlussendlich viel es mir ein und das Internet bestätigte es dann. Die Stimme gehört Marius Clarén, der unter anderem Tobey Maguire seine deutsche Feststimme leiht. Auch Jake Gyllenhall wird häufiger von Clarén gesprochen. Über seine jugendliche und sympathische Stimme stolpert man in deutschen Filmen immer wieder. In Stephen Kings "Sturm des Jahrhunderts" sprach er den Jungen Davie Hopewell, der die alte von Andre Linoge erschlagene Frau in ihrer Wohnung fand.
                      Oliver Feld, der Wesley Wyndam-Price synchronisierte, höre ich eigentlich schon seit Beginn der 90er Jahre sehr gerne. Besonders häufig allerdings taucht die Stimme nicht auf.

                      Obwohl ich im Laufe der Jahre ein ganz gutes Gehör für die deutschen Sprecher entwickelt habe, passiert es mir doch hin und wieder einmal, dass ich eine Rolle bereits sehr lange verfolge und auf einmal feststelle, dass ich den Sprecher ja aus zig anderen Rollen kenne. Ich bin dann so im Charakter der Figur versunken, dass ich so etwas nicht bemerke. Gerade wenn die Stimme markant ist, empfinde ich so etwas als Zeichen einer guten Synchronarbeit. Über die Qualität der Dialogübersetzungen sagt das natürlich noch nichts aus. Dennoch steht und fällt in Deutschland so mancher Film mit der Qualität seiner Synchronisationen.
                      In einigen Fällen gefallen mir die deutschen Synchronstimmen bei Buffy besser als die Originalstimmen. So mancher Witz geht leider unwiederbringlich verloren. Hier kommt die deutsche Fassung natürlich nicht im Ansatz an das Original heran.

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