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Spiegel-Interview mit Shatner

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    [justify]Was macht eigentlich... Captain Kirk? SPIEGEL ONLINE traf William Shatner bei der Verleihung des Kabel 1 Awards und plauderte mit dem "Star Trek"-Veteranen über die unendlichen Weiten des Internet, den 11. September und die "amerikanische Seele".

    SPIEGEL ONLINE: Mr. Shatner, Sie haben gerade eine DVD namens "Mind Meld" veröffentlicht, die zeigt, wie Leonard "Mr. Spock" Nimoy Sie interviewt und umgekehrt. Die Idee war, wie Sie gesagt haben, "nicht die schrecklichen Fragen beantworten zu müssen, die Journalisten gemeinhin fragen". Wieso gestatten Sie gerade Nimoy einen so intimen Einblick in Ihr Leben?

    William Shatner: Leonard und ich sind seit 35 Jahren sehr enge Freunde, so dass es möglich war, in einer sehr intimen Atmosphäre über Dinge zu sprechen, über die ich mit Journalisten sonst niemals reden würde. Da tauschen sich dann zwei bekannte Persönlichkeiten über sehr persönliche Dinge aus; Dinge, wie zum Beispiel den tragischen Tod meiner Frau Nerine. Wir sprechen über Trauer und Verlust, darüber, wie verletzlich und zerbrechlich wir alle sind. Natürlich haben wir aber nicht nur über die traurigen Seiten unseres Lebens gesprochen, sondern auch über die schönen...

    SPIEGEL ONLINE: Wie sicher die gemeinsame Zeit in der Serie "Star Trek". Ist Ihnen die Rolle als Captain James T. Kirk während Ihrer Karriere eigentlich zu einer Bürde geworden, weil niemand mehr den Schauspieler William Shatner in Ihnen sieht, sondern immer nur den Kapitän der "Enterprise"?

    Shatner: Sicherlich nicht in dem Sinne, wie es eine Last ist, einen Haufen Steine auf dem Rücken einen Berg hinaufzuschleppen. Und wenn die Frage wäre, ob die Rolle eine Last oder doch eine Bereicherung war, dann würde ich antworten, dass die Rolle eher mich durch die Jahre getragen hat als ich die Rolle.

    SPIEGEL ONLINE: Es gibt dazu eine Anekdote, die Sie in einer "Late Night"-Show erzählt haben sollen: Sie spielen an Halloween mit Ihren Kindern "Trick or Treat". Dabei tragen Sie zwei Captain-Kirk-Masken übereinander. Sie legen die erste ab zum Vorschein kommt Kirk; Sie legen die zweite ab - und es ist immer noch Captain Kirk. Wo aber ist der echte William Shatner geblieben?

    Shatner: Wir hatten damals einen ziemlichen Spaß mit diesen Masken. Eigentlich trägt doch jeder von uns die verschiedensten Masken, um sich von Zeit zu Zeit zu verstellen und unkenntlich zu machen. Wenn es also überhaupt irgendwo "echte" Persönlichkeiten gibt, dann glaube ich schon, dass es auch einen William Shatner gibt. Und meine Frau Elizabeth sieht den sicherlich häufiger ohne Maske als irgendwer sonst.

    SPIEGEL ONLINE: Als Captain der "Enterprise" standen Sie für die Utopie der Drehbuchautoren, dass die unterschiedlichsten Kulturen in friedlicher Koexistenz leben; davon scheinen wir heute weiter entfernt denn je...

    Shatner: Das ist wahr, es scheint wirklich, als sollten die Menschen nie schlau werden. Der 11. September hat unser aller Leben total verändert. Was da geschehen ist, bleibt für viele von uns bis heute unbegreiflich. Die amerikanische Frage war stets "Warum hassen sie uns so?". Eine Frage, die eigentlich relativ einfach zu beantworten ist, wenn man sich den Rest der Welt anschaut. Denn dieser "Rest" ist so groß und hat so wenig, während Amerika von allem im Überfluss besitzt.

    SPIEGEL ONLINE: Kann man es sich so leicht machen und sagen, dass die al-Qaida das personifizierte Böse sind, etwa wie es die Klingonen in "Star Trek" waren?

    Shatner: Ich glaube nicht, dass es so etwas wie das personifizierte Böse, einen Teufel, Satan oder wie immer man es nennen mag, wirklich gibt. Denn diese verirrten Menschen, die uns das angetan haben, waren nach ihrem Selbstverständnis sicherlich davon überzeugt nicht "abgrundtief böse" zu handeln, sondern vielmehr legitime Gründe für ihr Vorgehen zu haben. Dabei aber haben sie die amerikanische Seele völlig falsch eingeschätzt; was übrigens nicht das erste Mal in der Geschichte war. Sie haben geglaubt, die Amerikaner seien viel zu reich und zu satt, um gemeinsam aufzustehen und dieses Verbrechen zu sühnen.

    SPIEGEL ONLINE: Die "amerikanische Seele" - was genau macht die Ihrer Meinung nach eigentlich aus?

    Shatner: Sie ist stark, unverwüstlich und patriotisch. Amerikaner sind stolz darauf, Amerikaner zu sein, so wie ich auch. Und ich bin Kanadier.

    SPIEGEL ONLINE: Was hätte Captain Kirk am 11. September getan?

    Shatner: Kirks Charakter war eine Mischung aus den Ideen der verschiedensten Autoren, und natürlich wollte jeder, dass die eigenen Ideen in die Rolle einfließen. Manchmal widersprachen sich dann auch Charakterzüge. Was sich aber wie ein roter Faden durch die Person James T. Kirk zog, war ein großer Sinn für Menschlichkeit, aber auch eine Unbeirrbarkeit, wenn es darum ging, diese Menschlichkeit walten zu lassen. Angesichts der Ereignisse vom 11. September hätte Kirk kaum anders reagiert, als Amerika das tatsächlich getan hat, also mit großer Trauer, mit Zorn, aber auch mit dem Gefühl dafür, dass wir in diesem Augenblick alle Amerikaner waren.

    SPIEGEL ONLINE: Und was war William Shatners erste Reaktion?

    Shatner: "Special Effects", ich habe geglaubt es handele sich um Spezialeffekte. Elizabeth und ich haben die schrecklichen Ereignisse am Fernseher verfolgt. Und wie viele andere auch waren wir zunächst sicher, dass es sich hier um Fiktion mit ziemlich gut gemachten Special Effects handeln musste. Dann aber setzte sich langsam die schreckliche Erkenntnis durch, dass es sich hier nicht um einen Film handelte, sondern um grausame Realität.

    SPIEGEL ONLINE: Fiktion, die Wirklichkeit wird; Glauben Sie, dass wir irgendwann auch beamen können, wie in "Star Trek", oder die Zeit bereisen, wie in "Time Tunnel"?

    Shatner: Ich bin sehr an diesen modernen Technologien interessiert und lese viel Fachliteratur und Magazine, wie "Scientific America", "Dicovery" oder "National Geographic". Und ich versuche zu verstehen, was in unserer Vergangenheit passiert ist und in unserer Zukunft vielleicht passieren kann. Es ist ungeheuer faszinierend, sich vorzustellen, was war, bevor man geboren wurde, und was sein wird, wenn man nicht mehr hier ist. Dass Zeitreisen und Beamen möglich wird, glaube ich allerdings nicht.

    SPIEGEL ONLINE: Ihre Begeisterung für neue Technologien zeigt sich auch auf Ihrer eigenen Website...

    Shatner: Das Internet ist wohl die wichtigste Erfindung, die jemals gemacht wurde. Die Tatsache, dass jeder von jedem Punkt auf der Erde Zugang zu jeglicher Information hat, ist das Beste, was der Menschheit passieren konnte. Dass ich mit meiner Website Teil dieser Entwicklung bin, macht mich stolz. Denn diese Site macht deutlich, welche Möglichkeiten das Web bietet. Meine Tochter Liz schreibt gerade einen Roman für mich, eine Art Web Opera und jeder User kann per E-Mail die Hauptfigur Ruby erreichen. Noch während die einzelnen Episoden entstehen, kann man Vorschläge machen und damit sofort Einfluss auf Rubys Charakter nehmen. Und auch ich selbst stelle mein Verhalten zur Diskussion und bemühe mich dann den Wünschen meiner Fans gerecht zu werden. Ich bin nicht sicher, ob es so etwas vorher schon gegeben hat.[/justify]

    Quelle: Spiegel
    "...To boldly go where no man has gone before."
    ...BASED UPON "STARTREK" CREATED BY GENE RODDENBERRY...


  • #2
    Der Captain hat eine eigene Website?
    Das entzog sich bisher meiner Kenntnis.
    Wie lautet die Adresse wenn ich fragen darf?
    Faszinierend!!!

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    • #3
      Oh Mann, Journalisten und ihre Fragen.....

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      • #4
        auch auf die gefahr hin, dass das hier ein einzeiler wird : die domain lautet www.williamshatner.com

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