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[Buchbesprechung] George Orwell - 1984

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  • [Buchbesprechung] George Orwell - 1984

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    Sehr schlecht
    2.63%
    1
    Recht darf nie Unrecht weichen.

  • #2
    George Orwell - 1984

    Wer kennt das Buch, wie findet ihr es?

    Es ist mit Abstand eines meiner Lieblingsbücher, weil es erschütternd ist. Die Story selbst ist doch eher eine unspektakuläre Romanze aber das Faszinierende am Buch ist ganz klar das Milieu - die Motive, Beweggründe, die Methoden und nicht zu vergessen die abartigen und sadistischen "Heilmethoden" sind glaubwürdig und präzise dargestellt und deshalb so erschütternd. Auch die Unmöglichkeit, in einer derartigen Welt als Individuum zu existieren regt doch in einer gewissen Weise zum Nachdenken an...

    Eure Meinung?
    He gleams like a star and the sound of his horn's /
    like a raging storm

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    • #3
      Auf jeden Fall ein ziemlich gutes Buch. Auch wenn ich die Klausur dazu in den Sand gesetzt habe kann ich es jedem nur herzlich empfehlen.

      IMHO taugt es nur im Original was, da ich bisher noch keine Übersetzung gefunden habe, die mir gefallen hätte.

      Das Buch ist auch um Längen besser als der Film, auch wenn der Film nicht schlecht ist.

      Das politische Prinzip ist sehr klar verständlich und gut ausgearbeitet. Die technischen Details werden vielleicht ein wenig zu beiläufig abgehandelt, einige sind nicht durchführbar (man kann nicht JEDEN Ort überwachen), aber schließlich sind sie auch völlig zweitrangig - das Buch soll ja keine Science Fiction sein.

      In diesem Buch ist alles zweitrangig und steht hinter dem Aufzeigen der Welt von Oceania zurück. Charaktere, technische Details werden nicht richtig ausgearbeitet, die Beziehung des Protagonisten zu O'Brien bleibt weitergehend unklar, genauso wie dessen Motive, viele Fragen bleiben offen. Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Lesers mit dem Zaunpfahl in Richtung Big Brother und seine Methoden gelenkt. Typische utopische Literatur also.

      Normal gefällt mir so etwas nicht, in 1984 mache ich aber eine Ausnahme, weil das Buch dennoch eine große atmosphärische Dichte hat und sehr fesselnd ist.
      Schaut doch mal auf meinem Blog vorbei... freue mich immer über alte Bekannte!
      Lest *gute* Harry Potter-Fanfiction!

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      • #4
        Es ist lange her, daß ich es gelesen habe.

        Aber es ist erstaunlich, wie es Orwell gelungen ist, sich die Stimmung einer solchen Welt so genau vorzustellen... Die ständige Angst, das Unbehagen, die diffuse, bei aller Abgestumpftheit vorherrschende Hektik; irgendwie kommt mir im Nachhinein die Atmosphäre im Polen der Achtziger auch so vor, wenn auch nicht ganz so krass (aber ich war ja ein Kind). Und als ich 1994 in Moskau war - nachdem alles vorbei war quasi - da vermittelte allein schon die Bauweise ebendieses Gefühl der Beklemmung. Faszinierend.

        Das politische Prinzip ist sehr klar verständlich und gut ausgearbeitet. Die technischen Details werden vielleicht ein wenig zu beiläufig abgehandelt, einige sind nicht durchführbar (man kann nicht JEDEN Ort überwachen), aber schließlich sind sie auch völlig zweitrangig - das Buch soll ja keine Science Fiction sein.
        ..eher eine Anti-Utopie. Aber daß man nicht jeden Ort so überwachen kann, ist unwesentlich, solange man den Leuten den Eindruck vermittel, man tue es... Du weißt nie, wer nicht vielleicht doch mithört, etwas gegen Dich auslegt, Dich anschwärzt... Du könntest jeden Moment etwas falsch machen, selbst ohne es wissen...

        Der Film "Der innere Kreis" vermittelt das auch sehr eindrucksvoll.

        Pirx
        Zuletzt geändert von Pirx; 19.06.2002, 07:07.
        Versucht, die Welt ein bißchen besser zu hinterlassen, als ihr sie vorgefunden habt.

        Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung

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        • #5
          Original geschrieben von Phelia
          Die technischen Details werden vielleicht ein wenig zu beiläufig abgehandelt, einige sind nicht durchführbar (man kann nicht JEDEN Ort überwachen), aber schließlich sind sie auch völlig zweitrangig - das Buch soll ja keine Science Fiction sein.
          Also ich denke nicht, daß eine solche Überwachung undurchführbar ist. Lediglkich der Zeitpunkt deucht mir 100 Jahre zui früh dafür gewählt zu sein.

          Aber wenn heute manche Großstadt schon an jeder Ecke Kameras sitzen hat und ECHELON für die NSA alle Telefongespräche die die Amis in die Finger bekommen nach Stichworten durchsuchen kann, so ist die Kombination dieser beiden Ideen beinahe schon der stand aus 1984. Man braucht nur noch neue bauvorschriften, damit in jerdes Zimmer so eine Einheit reinmuss, den Rest erledigen Computer.

          Machbar ist es durchaus, die Frage wäre eher: Ist es FINANZIERBAR? Denn alleine schon die zigbillionen Überwachungseinheiten für die Häuser/Zimmer kosten ne Menge und die Verarbeuitung dürfte noch aufwändiger werden.

          Ergebnis könnte allerdings wirklich so eine Art "Minority Report werden: Bestrafung vor Begehen der Straftat, weil schon die Äußerung einer kriminellen Absicht strafbar wurde. Irgendwie muß man den Aufwand ja rechtfertigen und absolute Prophylaxe ist für die Masse des Volkes immer ein genehmes Argument. Solange bis sie selber drunterfallen
          »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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          • #6
            Und wer weiß schon, inwiefern wir die Freiheit, in der wir zu leben meinen, nicht einfach nur vorgegaukelt bekommen...

            *heute latent paranoid *

            Pirx
            Versucht, die Welt ein bißchen besser zu hinterlassen, als ihr sie vorgefunden habt.

            Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung

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            • #7
              Original geschrieben von Sternengucker


              Also ich denke nicht, daß eine solche Überwachung undurchführbar ist. Lediglkich der Zeitpunkt deucht mir 100 Jahre zui früh dafür gewählt zu sein.

              Ich behaupte auch nicht, dass das Prinzip nicht durchführbar ist, sondern einige der im Buch aufgeführten Details nicht durchführbar sind. Inzwischen habe ich wirklich nicht mehr viele Beispiele im Kopf, aber mir fiel einiges während dem Lesen auf, was so schlicht nicht funktionieren kann. Aber, wie ich sagte, es sind nur Details.

              Habe übrigens Bestnoten gewählt bei der Umfrage
              Schaut doch mal auf meinem Blog vorbei... freue mich immer über alte Bekannte!
              Lest *gute* Harry Potter-Fanfiction!

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              • #8
                Aber ich denke das ist alles nur eine Frage der Zeit.
                Und so viel Technisches ausser dem Teleschirm gab´s da ja auch gar nicht.
                Viel wichtiger ist ja auch eher die Schilderung des Leben´s in Ozeanien und der "Verhöre".

                Ist euch an der Folterszene im Buch eigentlich die kleine Parallele zu einer Star Trek Episode aufgefallen?
                Das mit den 2+2 ist nicht 4 sondern 5 weil es die Partei sagt.
                Hat mich doch sehr an ein Verhör erinnert in der ein Gul, Picard immer nach einer bestimmten Anzahl Lichter fragt..........

                "..es sind trotzdem...4 Lichter...."
                Faszinierend!!!

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                • #9
                  Das war eigentlich von TNG eine Homage an "1984".
                  Die Episode hieß "Mission auf Celtris III (Teil 2)" und kommt nächsten Samstag wieder.
                  Die letzten Fetzen der Existenz hoben sich im hellen Lichtdunst von ihm und enthüllten alles, was dahinter lag und noch kommen würde.
                  "Die Rückkehr"

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                  • #10
                    Ich weiß natürlich das es im Jahre 1948, in dem 1984 von Orwell geschrieben wurde, TNG noch nicht gab.

                    Ich schrieb ja auch: "Ist euch die parallele aufgefallen."......
                    Faszinierend!!!

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                    • #11
                      Ich musste das Buch jetzt für die Schule lesen, und war echt begeistert. Das Buch ist Klasse geschrieben und die Atmosphäre erdrückend!
                      Ich finde das Ende aber sehr deprimierend, das am Ende die Partei den Sieg davon trägt, aber das tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch:

                      Bei der Scene mit den Fingern musste ich auch sofort an "Mission auf Celtris III" decken. Eine gelungene Homage wie ich finde.

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                      • #12
                        Ein empfehlenswertes Buch. Besonders interessant fand ich den Umgang mit der Sprache.

                        Das Ministerium für Frieden befasst sich mit dem Krieg
                        Das Ministerium für Überfluss versorgt die Bevölkerung mit den zu knappen Konsumgütern.
                        Im Ministerium für Liebe wir gefoltert.
                        Das Ministerium der Wahrheit befasst sich mit der Fälschung der Nachrichten und der Geschichte.

                        Ich finde die Idee einer neuen Sprache namens „Neusprech“ für besonders faszinierend. Mit Hilfe dieser Sprache ist es der Bevölkerung nicht mehr möglich systemkritisch zu denken.

                        Im Buch wird auch ein Farbplakat mit dem Gesicht eines Mannes beschrieben, welches den „Big Brother“ zeigen soll. Forscher an der University of Newcastle upon Tyne haben ein Experiment mit einem Foto gemacht auf der die Augenpartie eines Menschen zu sehen ist, mit erstaunlichen Ergebnissen.

                        Zitat:
                        "Unser Gehirn ist darauf programmiert, auf Augen und Gesichter zu reagieren, ob wir diese nun bewusst wahrnehmen oder nicht", erklärt Melissa Bateson von der University of Newcastle. "Die neuen Resultate zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für selbstsüchtiges Verhalten sinkt, wenn sich Menschen beobachtet fühlen - mit weitreichenden Konsequenzen für das alltägliche Leben."

                        http://www.scienceticker.info/news/E...qdQqNHcD.shtml
                        Ooh, and here, out of the mists of history, the legendary Esquilax, a horse with the head of a rabbit and the body of a rabbit.
                        "Wie? Kein Blut, keine Innereien? Und trotzdem führt ihr Krieg? - Diese sinnlose Verschwendung von Gewalt stimmt mich traurig..."
                        „Ich seh nix, Ich hör nix, Ich weiß nix! - gar nix!“

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                        • #13
                          Zitat von Esquilax Beitrag anzeigen
                          Ein empfehlenswertes Buch. Besonders interessant fand ich den Umgang mit der Sprache.

                          Das Ministerium für Frieden befasst sich mit dem Krieg
                          Das Ministerium für Überfluss versorgt die Bevölkerung mit den zu knappen Konsumgütern.
                          Im Ministerium für Liebe wir gefoltert.
                          Das Ministerium der Wahrheit befasst sich mit der Fälschung der Nachrichten und der Geschichte.

                          Ich finde die Idee einer neuen Sprache namens „Neusprech“ für besonders faszinierend. Mit Hilfe dieser Sprache ist es der Bevölkerung nicht mehr möglich systemkritisch zu denken.
                          Das Prinzip die Sprache so umzuwandeln ist faszinierend, und bedrückend. Schon die Nazis haben versucht Wörten eine Neue Bedeutung zuzuschreiben um ihr tun nicht als das darzustelen was es ist. Neusprech geht noch weiter, hier wird ein Wort vollkommen umdefiniert. Gedanken die Systemkritisch sind kommen gar nicht auf wenn man kein Wort für Politischen Wiederstand oder ähnliches hat. Ich Glaube das Phänomen dass manche Leute bei Nahtod Erlebnisen beschreiben kommt dem am Nächsten, es gibt einfach keine Worte für das was sie Erlebten also ist es ihnen nicht möglich sich klar auszudrücken... das denke ich jedenfalls.

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                          • #14
                            Das Buch war Thema meiner Deutsch-Abiturklausur und ich muss sagen: So sehr ich es geliebt habe, so sehr habe ich es auch wegen der bedrückenden Stimmung gehasst. Ich halte es für eines der wichtigsten Bücher, die je geschrieben worden sind. Erschreckend finde ich, wie aktuell dieses Thema heute wieder ist (gerade auch jetzt in der Überwachungsdiskussion zur Terrorabwehr).

                            Ich hoffe, dass 1984 auch zukünftig als Pflichtlektüre in vielen Schulen eingesetzt wird (vielleicht auch gemeinsam mit "Fahrenheit 451", das stellenweise ebenso stark auf mich gewirkt hat).
                            Pearls of never spoken words ring through
                            Source of pure eternity comes true
                            An electric lapse of thoughts will keep me waiting for YOU

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                            • #15
                              Ich habe dem Buch hier auch die Höchstnote gegeben(also superplusgut ) Ich hab es vor vielen Jahren für ein Schulreferat aus der Büchereri ausgeliehen und innnerhab von 24 Stunden durchgelesen. Selten habe ich mich beim Lesen eines Buches so bedrückt gefühlt. " Sie wollen ein Bild der Zukunft? Stellen sie sich einen Stiefel vor, der in ein menschliches Antlitz tritt- wieder und wieder.

                              Zum Glück hat sich Orwells Albtraum nicht erfüllt und wird sich nicht erfüllen, weil die zentrale Prämisse "allmächtiger Staat" nicht erfüllt ist.
                              I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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