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[Buchbesprechung] Michael Moore - Querschüße

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  • [Buchbesprechung] Michael Moore - Querschüße

    "Downsize This" - Schrumpft euch gesund! Ist der Jagdruf der Aktienjongleure und Management-akrobaten überall auf der Welt. Michael Moore bläst jetzt in seiner gewohnt bissigen Art seinerseits zur Hatz gegen genau diese Personengruppe, der kurzfristiger Gewinn wichtiger ist als langfristige Zufriedenheit treuer Mitarbeiter oder unverschuldet in Not geratener Mitbürger.

    Dabei nimmt er wie auch in Bowling for Columbine oder Stupid White Men kein Blatt vor den Mund und argumentiert zu Themen wie Wahlen, Justiz, Politikern oder auch Deutschland.



    Dieses Buch ist eigentlich das Erste, was Moore geschrieben hat, in Deutschland erschien jedoch SWM früher, nun hat Piper auch dieses Werk übersetzt.

    Mein Eindruck ist gespalten. Zum einen sehe ich viel wahres in seinen Worten, zum anderen ist er hier oft mehr als nur bissig, beinahe schon polemisch, schießt mehr als einmal über das Ziel hinaus, ist noch nicht so pointiert wie in SWM. Darum halte ich dieses Buch zwar für interessant, aber nicht für so empfehlenswert wie seinen Nachfolger.

    Was sicher auch am Kapitel über die Deutschen liegen mag, ich gebe gerne zu, da bin ich voreingenommen und nehme ihm die Einschätzung durchaus übel. Womit ich ihm und dem Buch eventuell Unrecht tue.

    Dennoch konnte ich bei den meisten Kapiteln herzhaft lachen oder zumindest amüsiert-interessiert den Kopf über die amerikanischen, nein die mittlerweile weltweiten Verhältnisse schütteln. Insofern ist es aktuell wie eh und je, die Lage sieht eher noch schlimmer aus als in seiner überspitzenden Karikatur...

    ne knappe Zwei Minus ist immerhin drin.
    6
    Ausgezeichnet
    0.00%
    0
    Gut
    66.67%
    4
    Mittelmäßig
    16.67%
    1
    Unterdurchschnittlich
    0.00%
    0
    Schlecht
    16.67%
    1
    »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

  • #2
    Ich bin froh, dass mal endlich jemand was über das Buch schreibt, weil ich auch gerne mal was darüber wissen würde.
    Ich hab Stupid White Man gelesen und das was du als allgemeine Kritik zu diesem Buch geschrieben hast kann ich gut nachvollziehen:

    Mein Eindruck ist gespalten. Zum einen sehe ich viel wahres in seinen Worten, zum anderen ist er hier oft mehr als nur bissig, beinahe schon polemisch, schießt mehr als einmal über das Ziel hinaus, ist noch nicht so pointiert wie in SWM.
    Einen ähnlichen Eindruck hatte ich von Stupid White Man. Sicherlich fand ich es unterhaltsam, aber oft ebene auch zu oberflächlich und polemisch. Also, für mich hört es sich so an, als ob die 12,90 €, die man immerhin für die Ausgabe aus dem Piper-Verlag bezahlen muss, nicht gerechtfertigt wären.

    Was sicher auch am Kapitel über die Deutschen liegen mag, ich gebe gerne zu, da bin ich voreingenommen und nehme ihm die Einschätzung durchaus übel.
    Dazu würde es mich mal etwas mehr interessieren, was dich daran gestört hat.

    Aber was mich noch interessieren würde. Was ist eigentlich mit dem Film "The Big One", der letztlich auf öffentlich rechtlichen Fernsehsendern lief? Kann man sagen, dass das Buch in diesem Film ungefähr umgesetzt wurde? Ich meine, dass er in dem Film ja gerade dieses Buch vorstellt und dann von Fabrik zu Fabrik fährt und Entlassungen und Rationalisierungen kritisiert. Ist das Buch ungefähr das gleiche, oder unterscheidet sich das Buch vom Film schon etwas mehr und bekommt man vielleicht auch ein wenig mehr Fakten als im Film?

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    • #3
      Ich hab das Buch auch gelesen und bin völlig mit Sternengucker einer Meinung, ich fand vieles gut, aber das Deutschlandkapitel einfach daneben. Die Forderungen, die er an Deutschland stellt, sind einfach teilweise unbegründet und sehr provokativ. Das zweite Buch ist wesentlich besser und ja Geo, ich glaube Teile des Buches wurden in The Big One übernommen, den Teil mit dem einen Kerl, der nie zwinkert, kommt auch im Film vor.
      Ich würde sagen, kauf die das Buch und überles das Deutschlandkapitel, das kann man sich wirklich sparen.
      Sie meinen so eine Art Star Trek-Zephram Cochrane

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      • #4
        Umfrage hinzugefügt...

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        "Noch nie hat ein X irgendwo, irgendwann einen bedeutenden Punkt markiert...."

        "Das X markiert den Punkt...!"

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        • #5
          @Geordie, da ich bisher nur "Bowling for Columbine" von seinen Filmen kenne kann ich weder zu Roger and Me noch zu The BIg One etwas sagen. Möglich wäre es.

          Was mir an dem Deutschland-Kapitel missfällt? Na die Behauptung, es wäre eine tolle Bestrafung für all die Nazi-Mistkerle dass man ihnen nach dem Krieg das Land so schön wieder aufgebaut hat, dass sie heute (also zu Zeiten des Erscheinens des Buches) das reichste Land der Welt seien und sie nichts aber auch gar nichts zur Entschädigung zahlen.
          Die Zahlen die vorkommen sidn wiederum in keinerlei Relation gesetzt: sind es Gelder die 1960 flossen, dann wäre die Summe zB von 1 mio ja deutlich mehr als 1990 oder 2000.
          Wenn das wirklich die Art ist wie er "recherchiert" dann fürchte ich,d ass noch sehr viele andere Unsauberkeiten in den Büchern versteckt sind, darum wurmt mich das, weil ich mir zufällig einbilde selbst ganz gut über Deutschland Bescheid zu wissen Und wenn man dann solche Halbfakten sieht... naja.

          Aber wie gesagt, es mag auch daran liegen, dass ich mich betroffen fühle und nicht mehr objektiv genug bin. Gebe ich offen zu dass das möglich ist
          »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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          • #6
            So, naja, antworte ich auch mal wieder.
            Also, mit Patrice habe ich vor kurzem per ICQ auch über das Buch gesprochen und er erzählte mir ähnliches wie du. Naja, wenn er das ernst meinen sollte finde ich das schon sehr sehr heftig, aber könnte es nicht auch ironisch gemeint sein? Also, ich habe, meine ich, mal im Internet irgendwo etwas von Moore gelesen, dass er zur Zeit des Mauerfalls gerade in Deutschland gewesen wäre und da klang es schon mehr so als, ob er sich etwas mit deutscher Geschichte und Politik wüsste und dann hatte er glaube ich noch beklagt, dass ein paar Jahre später Bush Senior(damals US-Präsident zur Zeit der Wende) in Deutschland irgend einen Preis bekommen habe, bei dessen Verleihung wohl Gorbatschow und Kohl auch dabei waren und da meinte er wohl, dass diesen Preis wohl eher Gorbatschow als Bush verdient gehabt hätte.
            Naja, wie auch immer, ich hab jetzt nachdem ich von meiner London-Reise wieder zurück bin wieder ein Moore-Buch mit nach Hause gebracht.
            Das Buch heißt "Dude, where's my country?" und gilt als Nachfolger von "Stupid White Men" und beschäftigt sich wohl noch etwas stärker mit Bushs Politik und den Kriegen in Afghanistan und im Irak. Also, in Großbritannien und den USA ist das wohl 2003 zu erst erschienen. Das Vorwort von Moore, das wohl hier für die britische Ausgabe extra geschrieben wurde, war von August 2003. Das bedeutet wohl, dass das Buch sehr aktuell ist. Bin mal gespannt, was Moore da so über Deutschland schreibt. Im Vorwort(bin noch nicht weiter gekommen) hat er erst mal nur etwas über die "Coalition of the Willing" geschrieben und dabei besonders auf UK eingegangen. Könnte mir ja vorstellen, dass er über die "Coalition of Weasels" auch noch spricht und dabei Deutschland auch erwähnt. Also, ich halte ich auch dem Laufenden, wenn ich das Buch gelesen hab und schreib das am besten in einem Thread zu dem neuen Buch.

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            • #7
              Ich bin mir eben absolut nicht sicher, wie es gemeint ist, das geht aus dem Kontext wirklich nicht eindeutig hervor. Deshalb bin ich in meiner Meinung ja noch so gespalten - gerade weil ich auch andere Arbeiten kenne und normalerweise mit dem was er sagt übereinstimmen kann. Es fasziniert mich wie er seinen Daumen immer auf die Stelle legt, die weh tun soll und dabei immer den Nerv trifft. Wobei ich in diesem Fall und zwei-drei anderen Sachen aus dem Buch nicht so sicher bin ob er nur versucht hat und daneben griff oder ob ich ihn einfach nicht verstehen.

              Zu "Dude": ja bitte mach ne Rezi auf, würde mich schon interessieren
              »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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              • #8
                Original geschrieben von Patrice
                Ich hab das Buch auch gelesen und bin völlig mit Sternengucker einer Meinung, ich fand vieles gut, aber das Deutschlandkapitel einfach daneben. Die Forderungen, die er an Deutschland stellt, sind einfach teilweise unbegründet und sehr provokativ. Das zweite Buch ist wesentlich besser und ja Geo, ich glaube Teile des Buches wurden in The Big One übernommen, den Teil mit dem einen Kerl, der nie zwinkert, kommt auch im Film vor.
                Ich würde sagen, kauf die das Buch und überles das Deutschlandkapitel, das kann man sich wirklich sparen.
                An dem Deutschlandkapitel (wo man ja in gewisser Weise selbst der Betroffene ist) sieht man sehr schön, daß Moore teilweise sehr populistisch ist und sich auch schon mal mit Halbfakten zufrieden gibt...

                Aber trotzdem hat er natürlich bei vielen Thema recht und versteht es vortrefflich den Nerv zu treffen...
                Streichle niemals einen brennenden Hund !

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