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[Buchbesprechung] City of Pearls

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  • [Buchbesprechung] City of Pearls

    City of Pearls, Autorin Karen Traviss, erschienen 2003 im Orbis Verlag (nur englischsprachig bis heute)

    Ende des 23ten Jahrhunderts bricht eine Expedition der Federated European Union (fortan FEU genannt) auf, um das System von Cavanaghs Star, etwa 25 Lichtjahre von Sol entfernt, zu untersuchen. Dort war eine Gruppe von religiös geprägten Siedlern verschwunden, hatte sogar einen Hilferuf abgesetzt. Und ihre Fracht war eine ungeheuer wertvolle Sache, eine sehr vollständige Gen-Datenbank bzw Tiefkühlkonserve aller möglichen Gene der Erde.
    Da es jetzt auf Terra ein wenig bergab geht - die großen Corporationen haben mehr und mehr Macht von den Regierungen übernommen und halten die Welt mit ihrem Netz aus Patenten und Lizenzen im Würgegriff, auf dem Agrikultursektor ist zB gar nichts mehr ohne Lizenz möglich - sind die Möglichkeiten einer neuen erdähnlichen Welt und dieser Datenbank unbegrenzt.
    Die Expedition besteht aus 14 Menschen: Die Polizistin Shan Frankland (Abteilung Environmental Hazards) dient als "Superintendent" und damit als Expeditionsleiterin, zweite in der Kommandokette ist die Navy-Offizierin Lindsay N. dazu kommen 6 Royal Marines (nur dem namen nach königlich, aus Tradition quasi) und eine "Payload" von 6 wissenschaftlichen Spezialisten, die den 6 Corporationen angehören,d ie die Expedition finanziert haben... Franklands Befehle sind dabei durch ein sogenanntes Surpressed Briefing geschützt, ein drogenunterstütztes hypnotisches Schulungsprogramm, das seine Inhalte erst nach Auslösung durch bestimmte Stichworte nach und nach freigibt.
    Auf Cavanaghs Star 2 macht man dann nach 75 Jahren Cryogenischem Schlaf eine beunruhigende Entdeckung: Die Kolonie der verschollenen Siedler existiert und blüht, aber sie sind nicht die "Herren" des Planeten sondern leben nur dank eines Vertrags mit Außerirdischen überhaupt noch... den Wess'har, die den Trabanten CS3 bewohnen, der mit 2 eine gemeinsame Umlaufbahn einschlug und den Bezeri, die die Ureinwohner des Planeten sind, Tintenfischartige die die Ozeane bewohnen und gerade erst mit der Erforschung der Dry Lands begonnen haben... darüberhinaus gibt es noch eine dritte Rasse, die Iseri, die vor Jahrhunderten einmal den Planeten zu besiedeln begonnen hatten, bis ihre Siedlung das Leben der Bezeri in Gefahr brachte und darum die Wess'har alle Iseri Siedlungen spurlos ausgelöscht haben, vom Erdboden von CS2 getilgt für alle Zeit. Die Siedlung und das kleine Camp der Expedition sind darum ständig in Gefahr bei Bruch der komplizierten Tabus der Wess'har das Schicksal der Iseri Kultur zu teilen und ohne Warnung vernichtet zu werden. Was soll Frankland machen? Was wird ihr Surpressed Briefing ihr wirklich über die Mission verraten und was will Aras, der wess'harische Aufpasser über die Siedlung wirklich?


    Ein spannendes Buch das einmal mit einer sehr ungewöhnlichen Ausgangslage spielt... nicht nur die Polizistin die in der Vergangenheit dafür bekantn war, dass sie nicht immer bedingungslos auf Seiten des Gesetzes oder der Corporationen stand sondern auch schon mit "Bioterroristen" sympathisiert hat, die nervige Payload, die bs auf den Standard-Journalisten für die fernsehgerechte Dokumentation des ganzen ihre eigene Vorstellung von den Rechten und Pflichten der Expedition hat, der schwangeren Navy-Lieutenant die irgendwo zwischen marines, Payload und Superintendent schwankt mit ihrer Loyalität und den Siedlern, die unter den gegebenen Umständen zu strengen Veganern wurden und ein sehr amishartiges Leben in einer im erdboden eingegrabenen Stadt führen, um die Umwelt so wenig wie möglich zu (zer)stören...
    Vor allem aber Aras, der Ausgestoßene aus seinem Volk, der auch von den Menschen, die er "gethes" nennt, Leichenfresser, gemieden wenn auch respektiert wird. Seine Sichtweise scheint zuerst absolut fremdartig zu sein, im Laufe der Zeit aber entpuppt er sich imme rmehr als erstaunlich menschenähnlich, geprägt vom Exil und den Erfahrungen als c'naatat, als Elitekrieger mit gewissen... unerwarteten Sonderausstattungen.

    und genau dieses c'naatat, ein genetisch aktives Virus das Wunderkräfte besitzt und verleihen kann, wird zum Messstein an dem die Expedition, die Siedlung, das ganze fragile System zu scheiten droht. Frankland muss es schaffen, die diplomatischen Verwicklungen aufzulösen ohne dass es zur Katastrophe kommt.

    (der Romantitel bezieht sich im übrigen auf die Stadt F'nat, die Hauptstadt der Wess'har auf ihrer Welt CS3 (Wesshar'ej), die von den Siedlern die sie sehen durften als Stadt der Perlen bezeichnet wird, dem alles bedeckenden Perlmuttüberzug aus Insektenabsonderungen nach, der sie wie das biblische Zion der offenbarung aussehen lässt...)

    Ich fand das Buch hochinteressant, wenn auch bemerkenswert schwer zu lesen, was daran liegen könnte, dass es ausnahmsweise mal kein bekannter Kosmos war in den man vorstoßen konnte sondern eine Eigenschöpfung der Autorin... auf den letzten Seiten aber, wenn der Plot und die Surpressed Briefing Sache endlich mal aufgespannt ist wird es zu atemlos dahinrasender Handlung und endet überraschend früh und auf interessante Weise.
    Ursprünglich nur gekauft, weil das Star Wars Buch der Autorin auf eine besondere Weise ... anders war als die üblichen Romane dieses Franchise hat mich City of Pearls überzeugt, die ganze Hexalogie um die Wess'har und Frankland lesen zu wollen. Wenn man erstmal das Setting "intus" hat, muss es ja geradezu eine Freude sein, diese immer verrückter werdende Lage zu studieren.

    fünf von sechs Sternen, da die erste Hälfte mehr nach 4 **** verlangt und erst das Ende ****** erlaubt ^_^
    »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

  • #2
    Klingt verwirrend, aber auch interessant... mal was anderes, wie du schon sagtest. Bücher mit "eigenem" Universum sind eh etwas schwerer zu lesen, da alles fremd ist. Schafft die Autorin es denn wenigstens, es interessant & verständlich rüberzubringen? Es gibt nichts schlimmeres als Bücher, bei denen man erst 100 Seiten später erfährt was eigentlich los ist.

    Werd mir das Buch mal auf meinem Wunschzettel notieren.
    Es heißt aber City of Pearl (Singular) und es gibt auch noch zwei Folgebände (Crossing the Line und The World Before)

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    • #3
      Also von der Atmosphäre her ist es interessant.
      Die Außenseiter-Polizistin die es gewohnt ist, sich alleine durchzusetzen, bringt sie gut rüber, vermutlich weil sie selbst nicht sehr viel anders ist, wenn man nach Blogs und Interviews urteilen darf

      Dass der Plot relativ lange zum Entwickeln braucht ist glaube ich Absicht, da es ein wenig geheimnisvoll sein soll und man ansonsten, wenn die Mission von Anfang an klar gewesen wäre viel zu überfordert mit den vielen Informationen gewesen wäre... schon das Eintreffen auf einer Welt, die nicht von EINER (menschen) sondern von dreien (Menschen, Wess'har und Bezeri) besiedelt und von der vierten (Isenj) angeflogen wird ist ein ziemlicher Kulturschock, zumal die Jungs und Mädels nur einen Tag haben sich darauf vorzubereiten, den Rest der Reise lagen sie im Cryo-Schlaf...

      Also ist es ganz gut, dass man am Anfang nahezu ohne Infos da steht und das ganze erst nach und nach enthüllt wird. Es frustriert natürlich auch ein wenig, aber dadurch kann man IMO mit der Hauptfigur der es genauso geht besser mitfühlen von daher: es trägt sehr zur Stimmung bei.

      Echt? Nur eine Perle? Auch egal.

      Die Nachfolger kenne ich ja noch nicht. Der vierte Teil soll wohl "Matriarch" heissen (Blog-Info) und im Herbst/Frühwinter rauskommen. bis dahin will ich 2 und 3 gelesen haben insgesamt wird es eine Hexalogie.
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