Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Stanislaw Lem ist tot!

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Stanislaw Lem ist tot!

    Habe soeben in den News gelesen, dass Stanislaw Lem, im Alter von 84 Jahren gestorben ist.

    http://oe1.orf.at/inforadio/62655.html?filter=5

    http://www.orf.at/060327-97891/index.html

    Er ist sicherlich einer der bedeutensten SF-Autoren des 20. Jhd. gewesen, aber außerdem war er auch philosophisch sehr gewandt.
    Das Interview auf dieser Seite solltet ihr euch anhören, ist wirklihc gut.

    Von seinen Werken sind sicherlich "Solaris" sowie "Sternentagebücher" die bekanntesten, ich selbst habe Solaris gelesen, wirklich ein gutes Buch. Sollte in keiner SF-Sammlung fehlen. Auch die russische Verfilmung von Andrej Tarkowskij dazu habe ich, ebenfalls empfehlenswert.

    Möge er in Frieden ruhen!
    Zuletzt geändert von Mr.Viola; 27.03.2006, 18:21.
    Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
    die Internationale erkämpft das Menschenrecht


    das geht aber auch so

  • #2
    Ja, schade.

    Kenne leider keine Bücher von ihm aber habe viel davon gehört. "Solaris" von Sodabergh muß ich mir mal angucken...

    hier mal eine kurze Kritik

    StarTrek-Folgen lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen, und eine davon ist »Mutation der Woche«. Die Story geht so: Irgendeine mysteriöse Strahlung (ersetzbar auch durch Transporterfehlfunktion, Virus oder Neelix' Essen) befällt ein armes Crew-Mitglied, das daraufhin mutiert (wahlweise auch halluziniert, desintegriert oder sich temporär eliminiert). Dann geht die große Suche nach den Ursachen los und am Ende wird irgendein fantastisches Gerät gebastelt, dass negativ polarisierte Tachyonen in die Subraum-Quanten-Matrix injiziert, und alles wird gut. Der Grund für das alles: Eine kostengünstige Episode, schließlich muss man ja die Staffel vollkriegen.

    »Solaris« kommt dem erschreckend nahe. Der Planet Solaris erzeugt auf der ihn umkreisenden Raumstation seltsame Effekte: Er erschafft perfekte Duplikate der für die Besatzung wichtigen Menschen, etwa den Sohn des Kommandanten oder die frühere Geliebte von Chris Kelvin (George Clooney). Warum dies geschieht, bleibt in Soderberghs Film vollkommen unbeantwortet - dabei hat Lem hier seinen großen Punkt. Ihm geht es um die (Un-)Möglichkeit der Kommunikation zwischen zwei Zivilisationen. Der Verleih bewirbt »Solaris« dagegen als Liebesgeschichte zwischen Clooney und McElhone (respektive deren Charakteren), was auf fatale Weise richtig und falsch zugleich ist. Soderbergh konzentriert sich tatsächlich nur auf diesen Teilstrang der Geschichte und ignoriert die größere Botschaft Lems. Das ganze Setting im Weltraum wird degradiert zum Experimentierfeld für Soderberghs formalen Spieltrieb. Wer allerdings mit Clooney Begriffe wie »sexy«, »gutaussehend« und »charmant« verbindet - worauf Fox zweifellos spekuliert - wird auf eine völlig falsche Fährte gelockt. Die Beziehung zwischen Kelvin und Rheya (Natascha McElhone) bleibt sehr kalt und distanziert, geradezu abstrakt, und enttäuscht somit die künstlich geschürten Erwartungen an einen romantischen Film.
    Quelle:Filmspiegel

    Vielleicht doch die Finger von lassen? Und dann lieber das Buch lesen?

    Bin aber nicht so ein Leser...

    Kommentar


    • #3
      Schade, dass er verstorben ist. Mein Beileid für seine Familie und Freunde.
      Seine Bücher waren und sind immer noch Meisterwerke der SF-Literatur. Gerade für SF-Fans aus der DDR-Zeit ist er noch immer ein Begriff, da er einer der wenigen Autoren war, der sich nicht ständig nur in endloser Kommunismus-Propaganda gewälzt hat.

      Zitat Skymarshall:
      Kenne leider keine Bücher von ihm aber habe viel davon gehört. "Solaris" von Sodabergh muß ich mir mal angucken...

      Lies lieber das Buch. Es ist um Lichtjahre besser (meiner Meinung nach)! Der Film ist zwar nicht schlecht, geht aber ganz anders an die Geschichte ran.

      Für alle "per Anhalter durch die Galaxis"-Fans: Lest die Sternentagebücher! Ihr werdet Euch wundern!
      Dummheit und schlichtes Gemüt sind der genetisch bedingte Normalzustand der menschlichen Spezies.
      -Georg Schramm-

      Kommentar


      • #4
        das ist wirklich sehr bitter
        ich hab fast alles von Ihm gelesen..und das übrige steht zumindest noch ungelesen im Regal.
        Toller Autor..und sehr symphatisch wirkender Mensch
        http://www.titanic-magazin.de/news/e...der-witz-7003/

        https://www.campact.de/ttip/

        Kommentar


        • #5
          Lem war in den Achtzigern einer der ersten "Stars" in meinem Sci-Fi-Universum und er hat mich in nicht unbedeutendem Maße der Sci-Fi näher gebracht. Ein echt großer Autor, der wirklich erstklassige Geschichten auf absolutem Top-Niveau geschaffen hat. Schade dass er nun tot ist. Wieder ein großer Geist, der von uns gegangen ist.

          Er ruhe in Frieden.

          --'-,--@
          2+2=4

          Kommentar


          • #6
            Ja, ein großer Autor des SF ist tot, schade!!

            Lem hat wirklich viel beigetragen zu diesem schönen Genre und gerade seine Auseinandersetzungen zwischen Mensch und Technik haben wirklich was prophetisches gehabt. Er hat ja quasi auch das Internet vorhergesagt und auch einige andere Dinge.

            R.I.P. Stanilaw!
            "Education is the most powerful weapon which you can use to change the world."Nelson Mandela
            DEUTSCHE AIDS-HILFE-DRK
            ÄRZTE OHNE GRENZEN-AMNESTY INTERNATIONAL DEUTSCHLAND

            Kommentar


            • #7
              Stanislaw Lem ist tot

              Nachruf: Stanislaw Lem
              von Armin Rößler und Martin Hofer

              (ar) "Der klügste Phantast der Literatur" betitelte die Süddeutsche Zeitung ihren Nachruf auf Stanislaw Lem. Es ist zwar eher ungewöhnlich, dass es ein Science-Fiction-Autor in die Feuilletons der Tageszeitungen schafft, im Fall Lem aber nicht weiter verwunderlich. Denn dem polnischen Schriftsteller wird, was ja selten genug vorkommt, bescheinigt, Science- Fiction mit literarischem Anspruch verfasst zu haben. Er selbst hatte dagegen keine sonderlich hohe Meinung von dem Genre, in dem er seine größten Erfolge feierte. Am 27. März 2006 starb Stanislaw Lem nach längerer Krankheit in einer Klinik in Krakau im Alter von 84 Jahren an Herzversagen.

              Stanislaw Lem wurde am 12. September 1921 als Sohn eines Arztes in Lemberg in der heutigen Ukraine, das damals zu Polen gehörte, geboren. Er studierte Medizin, zunächst in Lemberg, nach dem Zweiten Weltkrieg in Krakau, erschien jedoch nicht zur Abschlussprüfung, um einer Einberufung als Militärarzt zu entgehen. Während des Krieges, als Polen von Deutschland besetzt war, hatte er sein Studium unterbrechen müssen und als Automechaniker und Schweißer für eine deutsche Firma gearbeitet. Für eine polnische Widerstandsorganisation schmuggelte er in dieser Zeit Sprengstoff, Munition und Geräte aus dem Betrieb. Ab 1946 veröffentlichte Lem in Zeitschriften Erzählungen, Gedichte und wissenschaftliche Artikel, nach dem Ende seines Studiums war er Mitarbeiter der Zeitschrift "Zykie Nauki" ("Leben der Wissenschaft"). Sein erster Science-Fiction-Roman "Der Mensch vom Mars" erschien in mehreren Episoden ebenfalls bereits 1946, wurde danach vergessen und erst 1989 in deutscher Sprache veröffentlicht. 1948 begann er die Arbeit an einem zeitgenössischen Roman, "Das Hospital der Verklärung", der jedoch wegen Problemen mit der Zensur erst 1955 in erweiterter Form unter dem Titel "Die Irrungen des Dr. Stefan T." erscheinen konnte. Lem verfasste zahlreiche Fachpublikationen zur Kybernetik, Literaturtheorie und Futurologie. Mit der umfangreichen zweibändigen Abhandlung "Phantastik und Futurologie" (1970) setzte er sich auch theoretisch mit dem Genre Science-Fiction auseinander.

              Zur Science-Fiction kam Stanislaw Lem auf ungewöhnliche Art und Weise: Den Kurzroman "Der Mensch vom Mars" hatte er nach eigenen Worten noch während des Zweiten Weltkriegs geschrieben, um sich abzulenken. 1950 soll er sich dann bei einem Zufallsbekannten über den Zustand der polnischen Nachkriegs-SF beklagt haben - der Mann entpuppte sich als Direktor eines Verlags und schickte ihm einen unterschriftsreifen Vertrag. Lem schrieb "Die Astronauten" (auch: "Der Planet des Todes"), einen abenteuerlichen Roman über einen Flug zur Venus, 1951 veröffentlicht und allgemein als sein Debüt wahrgenommen. Wie auch von "Gast im Weltraum" (1955) hat sich Lem später von diesem Roman distanziert.
              Den Anfang seiner wirklich bedeutenden Romane macht "Eden" (1959), in dem die Begegnung mit dem Anderen, dem Fremden, das kaum oder gar nicht verstanden werden kann, im Mittelpunkt steht. Ähnliches gilt für "Solaris" (1961), seinen vielleicht bekanntesten Roman. Die amerikanische Schriftstellerin Ursula K. LeGuin urteilt in ihrem Vorwort zur deutschen Ausgabe im Rahmen der "Meisterwerke der Science Fiction" im Heyne Verlag: "Für uns in Amerika war es eine Offenbarung. Wir entdeckten nicht nur ein brillantes Werk, sondern auch einen Science-Fiction-Autor, von dem wir erfuhren, dass er in seinem Heimatland ungeheuer populär und überall in Europa wohlbekannt war, doch von dem wir nichts gewusst hatten. [...] 'Solaris' war unverkennbar von einem Meister seines Fachs geschrieben worden." Der Roman wurde zweimal verfilmt: von Andrej Tarkovskij (Sowjetunion, 1972) und von Steven Soderbergh (USA, 2002). Verfilmt wurden auch "Die Astronauten" als "Der schweigende Stern" (DDR, 1960) und die Erzählung "Die Verhandlung" als "Der Test des Piloten Pirx" (Polen/Sowjetunion, 1979). Als weitere bedeutende Romane Lems, die in eine Reihe mit "Eden" und "Solaris" zu stellen sind, seien "Der Unbesiegbare" (1964), "Die Stimme des Herrn" (1968) und "Fiasko" (1987) genannt.
              Nicht vergessen werden dürfen seine Erzählungen, unter denen drei Zyklen hervorheben sind: die "Sterntagebücher" um den Weltraum-Münchhausen Ijon Tichy, seine Robotergeschichten ("Robotermärchen", 1964, und "Kyberiaden", 1965) sowie die Geschichten um den Piloten Pirx (entstanden zwischen 1959 und 1971). Die "Sterntagebücher", deren erste Geschichten ab 1954 erschienen, lagen 1971 in einer gesammelten Ausgabe vor - Ijon Tichy wurde danach noch zum Held dreier Romane: "Der futurologische Kongress" (1971), "Lokaltermin" (1981) und "Friede auf Erden" (1987).
              "Fiasko", sein letzter Roman, ist eine Art Schlussstrich unter sein Schaffen, greift er doch viele Motive aus älteren Werken wieder auf. Denn 1988 beschloss Lem, mit dem Schreiben von Belletristik aufzuhören. "Da stehe ich wie mit einem Löffel voll Wasser vor dem Atlantik und will noch etwas dazugießen!", sagte er. Und: "Ich halte mich heute lieber an die empirischen Wissenschaften als Rettungsanker, damit es mich nicht fortspült."

              Weitaus mehr Informationen zu Leben und Werk des Autors gibt es auf seiner umfangreichen Homepage: http://www.lem.pl.


              "Der Leser hat�s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen" - Thomas Mann

              (mho) Stanislaw Lem und die Science-Fiction - das war über seine gesamte Schaffenszeit hinweg ein Verhältnis intensiver, beiderseitiger Hassliebe. Bekanntlich hegte er eine Mischung aus Verachtung, Enttäuschung und Resignation für das von in seinen Augen weitgehend von trivialer "Zeittotschlag-Literatur" geprägte Genre SF sowie das zugehörige Fandom, das dieses Futter weitgehend kritiklos konsumiert, anstatt echte Visionen und geistige Herausforderungen einzufordern. Und er hielt sich nicht zurück, seine Kritik schonungslos zu äußern.
              Ein Nachruf für Lem also in einem Fan-Magazin, das sich vorwiegend mit Themen wie "Star Trek" und "Buffy" beschäftigt? Ihm selbst wäre wahrscheinlich nichts unbedeutender gewesen. Doch Nachrufe sind nicht für die Verstorbenen da, sondern für die Hinterbliebenen - und unter uns Hinterbliebenen sind offensichtlich nicht wenige, die neben der von ihm als Trivialunterhaltung geschmähten Literatur auch Lems Werke zu schätzen wissen.

              Bedeutet das nun, dass sie diese Werke aus den "falschen Gründen" lesen und schätzen? Wie Lem selbst in seiner literaturtheoretischen Analyse "Phantastik und Futurologie" 1970 ausführt, hat ein Leser - im Rahmen der gängigen literarischen Konventionen - stets das Recht, ein Werk anders zu interpretieren als dies der Autor beim Schreiben bewusst vorgesehen hat. Und an anderer Stelle des gleichen Textes nennt er sogar als ein mögliches Anzeichen herausragender literarischer Qualität die "Polyinterpretierbarkeit" des betreffenden Werkes, sein "Schillern" in einem ganzen Spektrum möglicher Bedeutungsebenen. Es scheint somit, als wäre Lem Opfer der Qualität seiner Werke geworden: Vom Autor als philosophische und futurologische Gedankenexperimente erschaffen, werden diese von vielen Lesern in erster Linie über ihre literarische oder gar unterhaltende Ebene rezipiert.

              Für ihn war das wohl in etwa so, als lobte man ein Gemälde für die ansprechende Textur seiner Leinwand. Denn der Unterhaltungsaspekt war für Lem nie allein im Mittelpunkt, sondern stets als Substrat seiner Ideen gedacht, als der Träger, der Prozess und Ergebnis seiner Visionen und Gedanken transportieren sollte. Er resignierte schließlich an der Tatsache, dass ihm darin nicht nur kaum ein Autor folgen wollte (oder: konnte), sondern dass er auch seine eigenen Werke vorwiegend als eskapistische Unterhaltungsliteratur konsumiert sah. Was wenig verwundert, wenn doch, wie er in " Phantastik und Futurologie" schreibt, sich die sinnvolle Interpretation eines Werkes aus den literarischen Konventionen seines Genres ergibt: Wer Lems Werke in einer Buchhandlung finden will, sucht unter normaler Literatur vergebens - sie stehen in der SF-Fantasy-Abteilung, eingeklemmt zwischen Regalmetern von Perry Rhodan, Shadowrun und Battletech sowie den derzeit beliebten Elfen-, Troll- und Zauberer-Endloszyklen.

              Die jüngste Verfilmung seines Hauptwerks "Solaris" durch Steven Soderbergh ist exemplarisch für diesen Effekt: Die Liebesgeschichte zwischen Kris Kelvin und seiner verstorbenen Frau, im Buch nur ein Nebenstrang und Mittel zur Vermittlung einer Botschaft, bildet hier die Haupthandlung. Es ist ein durchaus beeindruckender Film daraus geworden - doch von dem, was Lem mit seinem Roman zum Ausdruck bringen wollte, ist im Film nur noch wenig zu entdecken.

              Lems Schaffen wurde also geschätzt und bewundert - doch nicht immer für das, was ihm eigentlich am Herzen lag. Seine Resignation scheint dennoch übertrieben. Das Feuilleton lobte ihn bekanntlich schon lange in den höchsten Tönen als Vertreter literarisch ernstzunehmender Science-Fiction (und folgte ihm häufig auch nur zu gerne in seinem Urteil über den Großteil der restlichen Genre-Vertreter). Aber selbst wenn man Werke wie "Solaris", "Der futurologische Kongress", "Friede auf Erden" oder auch die "Sterntagebücher" und "Robotermärchen" nur zu Unterhaltungszwecken aufschlägt: Niemand klappt sie am Ende zu, ohne dabei hier und da etwas von den originellen Gedanken und Visionen mitgenommen zu haben, die hier nur so zwischen den Buchseiten hervorquellen.

              Auch wenn er selbst es womöglich bis zum Schluss nicht glauben konnte: Stanislaw Lem hinterließ einen großen Fußabdruck bei seinem Besuch auf unserem staubigen Planeten. Dieser Abdruck sieht wohl nicht so aus, wie Lem selbst ihn sich gewünscht hätte, doch er ist tiefer und er wird sich als dauerhafter erweisen, als er es sich in seinem Pessimismus vorgestellt hat.
              Quelle: Corona Newsletter

              Ich denke, dieser Nachruf sagt eigentlich alles.
              Für mich war Lem einer der ersten SciFi-Autoren, die ich überhaupt gelesen habe.
              Möge er in Frieden ruhen.

              succo
              Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

              Kommentar


              • #8
                Also wir haben bereits einen Thread vom 27.03. (sein Todestag!) im Bücherforum ->http://www.scifi-forum.de/showthread.php?t=33494 und im Newsforum (geschlossen) ->http://www.scifi-forum.de/showthread.php?t=33500
                Du bist irgendwie spät dran.

                Forum verlassen.

                Kommentar


                • #9
                  Vor allem bin ich aus Berufsgründen eher selten im Forum. Vielleicht kann ja ein Mod die Threads zusammenlegen. Ich finde nämlich den Nachruf den ich gepostet habe recht gut und passend.

                  Gruß, succo
                  Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

                  Kommentar


                  • #10
                    Leider bin ich erst jetzt auf diesen Thread gestossen. Die Nachricht vom Tode Stanislaw Lems, war für mich beinahe wie ein Schlag in die Magengrube.
                    Für die Welt der Science Fiction ist es ein FIASKO und hinterlässt in meinem Herzen DIE VOLKOMMENE LEERE.
                    Im Jahr 1997 hatte ich das Glück und die Ehre diesen grossen Schriftsteller und symphatischen Menschen bei einer Lesung in Krakau erleben zu dürfen. Ein unvergessliches Erlebnis. Ihm zuzuhören war als höre man DIE STIMME DES HERRN.
                    Da ich in der ehemaligen DDR aufwuchs, bin ich mit seinen Werken gross geworden. Durch ihn war ich unzählige Male GAST IM WELTRAUM. Schon immer war es mein Traum gewesen, ihn persönlich kennen lernen zu dürfen. Weshalb ich schon Tage vorher unter SCHLAFLOSIGKEIT litt. DAS RÄTSEL, wie er es schaffte, seine Leser immer wieder mit seinen Geschichten zu begeistern und in fremde Welten und Galaxien zu entführen, wird für immer ungelöst bleiben.
                    Das Ende seiner Geschichten war für mich immer wie eine RÜCKKEHR VON DEN STERNEN. Wie die Verbannung aus dem Garten EDEN.
                    Wie kein Zweiter liess er uns einen Blick hinter DIE MASKE der Realität werfen.
                    An diesem Tag las er aus seinen STERNTAGEBÜCHERN. Zwar verstand ich, da ich des polnischen kaum mächtig bin, fast kein Wort von dem was er sagte. Genauso gut hätte DER MENSCH VOM MARS vor mir sitzen können. Aber allein seine Anwesenheit und die trotz seines hohen Alters unglaubliche Ausstrahlung, verliehen der Veranstaltung etwas magisches.
                    Gegen ihn und seine Art zu schreiben, wirken die meisten anderen Autoren des Genres hölzern und steif wie ASTRONAUTEN in ihren Anzügen.
                    Wenn ich also das nächste Mal in einer kalten MONDNACHT SOLARIS lese, werde ich mit Sicherheit daran denken müssen, das DER UNBESIEGBARE seinen letzten und entscheidenden Kampf verloren hat.
                    Das Leben ist nun mal leider kein ROBOTERMÄRCHEN.

                    In diesem Sinne, danke für fantastische und fantasiereiche Werke.

                    "Die erste Voraussetzung für Unsterblichkeit ist der Tod" - Stanislaw Lem
                    Zuletzt geändert von Tordal; 19.01.2007, 12:36.
                    "Not born. SHIT into existence." - Noman the Golgothan
                    "Man schicke dem Substantiv zwanzig Adjektive voraus, und niemand wird merken, daß man einen Haufen Kot beschreibt. Adjektive wirken wie eine Nebelbank."
                    Norman Mailer

                    Kommentar

                    Lädt...
                    X