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Iny Lorentz - Die Wanderhure (und andere Bücher)

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  • Iny Lorentz - Die Wanderhure (und andere Bücher)

    Moin!

    Iny Lorentz ist ja derzeit die aktivste und bekannteste deutsche Autorin historischer Frauenromane. Ich habe gerade ihr bekanntestes Buch, "Die Wanderhure" gelesen und nehme das zum Anlass, einen eigenen Thread über die Autorin und ihr Werk zu eröffnen.

    Lorentz, Iny:
    Die Wanderhure : Roman / Iny Lorentz. - München: Knaur, 2005
    ISBN-10 3-425-62934-8 €8,95


    Spoiler
    1410: Marie, die einzige Tochter des Witwers Mathias Schärer, soll mit Magister Ruppert, einem Juristen verheiratet werden. Doch in der Nacht vor der Hochzeit, als der Vertrag über die Mitgift unterzeichnet ist und Ruppert als Erbe eingesetzt ist, wird sie von ihrem zukünftigen Ehemann beschuldigt, eine Hure zu sein. Marie wird ins Gefängnis geworfen und dort mehrfach vergewaltigt. Am nächsten Morgen wird sie als Hure verurteilt und nach einer schweren Prügelstrafe aus der Stadt getrieben. Der junge Wirtssohn Michel, der bis über beide Ohren in Marie verliebt ist, will ihr nachhreisen, wird jedoch von den zwei Gardisten, die Marie aus der Stadt geführt haben, in die Irre geführt.

    Als sie krank im Straßengraben liegt, ist es die Wanderhure Hiltrud, die sich der jungen Marie annimmt und sie gesund pflegt. Um zu überleben verkauft Marie schließlich auch ihren Körper aber ihr einziger Gedanke ist die Rache an Ruppert. In den nächsten Jahren nutzt Marie alle Chancen um ihre Rache vorzubereiten. Sie sammelt Informationen und spart Geld um Meuchelmörder zu engagieren. Der Zufall spielt ihr schließlich einige Dokumente in die Hand, mit denen sie Ruppert vor Gericht bringen könnte - wäre sie nicht nur eine rechtlose Wanderhure.

    Fünf Jahre nach ihrer Verbannung kehrt Marie schließlich nach Konstanz zurück als der Kaiser dort ein Konzil einberuft um zu entscheiden, welcher der drei zu der Zeit amtierenden Päpste der rechtmäßige Stellvertreter Christi ist. Hier trifft sie auch ihren Jugendfreund Michel wieder, der inzwischen ein angesehener Offizier geworden ist. Als ihr Onkel und ihre Cousine Hedwig ebenfalls Opfer von Rupperts Intrigen werden, beschließt Marie, etwas zu unternehmen. Mit ihren Liebesdiensten versichert sie sich der Unterstüzung des Grafen von Württemberg und mit Hilfe aller Huren der Stadt gelingt es ihr, die Aufmerksamkeit des Kaisers zu erlangen. Ruppert und seine Handlanger werden dingfest gemacht und verurteilt. Marie wird rehabilitiert und mit Michel verheiratet. Durch ihr Erbe, dass Marie nun endlich zugesrochen wird, ist sie eine reiche Frau.

    Ende gut, alles gut.


    Meine Rezension:

    Die Wanderhure ist ein von vorne bis hinten vorhersehbares Buch. Iny Lorentz bedient sich altbekannter Handlungsmuster um das Schicksal von Marie zu schildern. Somit ist das, was das Buch interessant macht, nicht die Handlung sondern eher sie Milieustudie über das Leben von Huren im Deutschland des 15. Jahrhunderts.

    Den größten Fehler macht die Autorin jedoch mit dem sehr überhetzten Anfang des Romans. Noch bevor man die Gelegenheit hatte, Marie und ihren Vater kennenzulernen, sind sie bereits in Schwierigkeiten. So fällt es schwer, für Marie Sympathie zu empfinden. Tatsächlich hat mich ihr Schicksal bis zum Ende des Buches relativ wenig interessiert.

    Dennoch fand ich das Buch nicht schlecht. Dadurch, dass die Autorin auf bekannte Handlungmuster zurückgreift, braucht man sich nicht sehr in das Buch einzulesen. Das macht "Die Wanderhure" zu einem Roman, den man gut auf dem Weg zur Arbeit im Zug oder in der Straßenbahn lesen kann. Große Literatur erwartet einen nicht aber man wird gut unterhalten.

    Ich gebe dem Buch 7 von 10 möglichen Punkten.

    MfG
    Whyme
    "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
    -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten
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