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Islam-inspirierte SciFi

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  • Islam-inspirierte SciFi

    Ich bin (u.a.) Abonnent des Newsletters von Tor.com, und in diesem Newsletter wird auf eine englischsprachige Anthologie Islam-inspirierter SF hingewiesen, die insgesamt 12 Kurzgeschichten enthält. Die trägt den Namen "Islamicates Volume I : Anthology of Science Fiction short stories inspired from Muslim Cultures", und ich werde sie definitiv lesen - allein schon deshalb, weil mich interessiert, wie Islam und SciFi überhaupt zusammenpassen. Im Moment ist das für mich relativ schwer vorstellbar - etwa auf demselben Level wie Milchreis mit Knackwurst . Die Anthologie ist in 6 verschiedenen Formaten ([PDF] [EPUB] [MOBI] [AZW3] [FB2] [LIT]) frei downloadbar und soll demnächst auch in Papierform über Amazon vertrieben werden. Bei Erfolg soll sie regelmäßig erscheinen. Und wenn es außer mir noch mehr Neugierige gibt ... vielleicht können wir diesen Thread dann ja - sagen wir, ab Oktober - zum Diskutieren über diese erste Anthologie nutzen?
    Depend upon it, sir, when a man knows he is to be hanged in a fortnight, it concentrates his mind wonderfully.
    (Dr. Samuel Johnson)

    Main problem with troubleshooting is: trouble shoots back (Quelle: Google+)

  • #2
    Zitat von Eagleeye Beitrag anzeigen
    mich interessiert, wie Islam und SciFi überhaupt zusammenpassen. Im Moment ist das für mich relativ schwer vorstellbar - etwa auf demselben Level wie Milchreis mit Knackwurst
    Ach je, immer diese Klischees.
    Anthologien dieser Art gab es schon öfter wie z.b. http://www.apexbookcompany.com/colle...zine-issue-18/

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    • #3
      Es hört sich auf jeden Fall faszinierend an. Allein schon, weil es so selten ist, dass in Science Fiction - zumindest der, die mir meistens unterkommt - irgendetwas anderes als westlich-amerikanische und fiktive Alien-Kultur eine Rolle spielt. Das ist dann mal ein ganz neuer Blickwinkel, und ich bin gespannt auf diese Geschichten.
      Meine Fanfiktion, hauptsächlich über Babylon 5 und Delenn und/oder Lennier (http://www.fanfiktion.de/u/TallysGreatestFan)

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      • #4
        Ich sehe das eher skeptisch, da sich beide Dinge doch arg widerstreben.

        Außerdem hoffe ich doch, dass sich in ferner Zukunft zumindest die monotheistischen Religionen von selbst erledigt haben werden.


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        • #5
          Zitat von Tally Youngblood Beitrag anzeigen
          Es hört sich auf jeden Fall faszinierend an. Allein schon, weil es so selten ist, dass in Science Fiction - zumindest der, die mir meistens unterkommt - irgendetwas anderes als westlich-amerikanische und fiktive Alien-Kultur eine Rolle spielt. Das ist dann mal ein ganz neuer Blickwinkel, und ich bin gespannt auf diese Geschichten.
          Dann hier noch ein paar Lesetipps:

          Thomas R.P. Mielke
          Grand Orientale 3301
          http://www.sf-hefte.de/Details.php?i...ihe=Heyne%20SF

          Robert Silverberg
          Auf zu den Hesperiden!
          http://www.majipoor.com/work.php?id=360

          Garry Kilworth
          Die Nacht von Kadar
          https://en.wikipedia.org/wiki/The_Night_of_Kadar

          Philip Jose Farmer
          Die toten Welten des Bolg
          https://rnuninga.home.xs4all.nl/NovCol/NCum.htm

          George Alec Effinger
          Marid Audran - Zyklus
          Das Ende der Schwere
          Ein Feuer in der Sonne
          Der Kuß des Exils

          https://en.wikipedia.org/wiki/When_Gravity_Fails

          R.M. Meluch
          Jerusalem in Flammen
          https://www.fantasticfiction.com/m/r...salem-fire.htm

          Patricia Anthony
          Kalte Verbündete
          http://www.sfreviews.net/coldallies.html

          Francois Camoin
          Manche meiner Freunde sind Amerikaner
          in
          Fernes Licht
          http://buchwurm.org/wolfgang-jeschke...ience-fiction/
          Zuletzt geändert von Niven; 05.09.2016, 19:23.

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          • #6
            Also das bekannteste Beispiel für Scifi, das von einer islamisch geprägten Kultur inspiriert ist, dürfte Frank Herberts Dune sein. Herbert hat bei T.E. Lawrence geklaut, der im 1. Weltkrieg mehrere Jahre bei den Arabern gelebt hat. Vom Islam inspiriert bedeutet ja nicht unbedingt, dass da in einer Zukunftsgesellschaft die Scharia gelten müsse

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            • #7
              Zitat von Eagleeye Beitrag anzeigen
              Ich bin (u.a.) Abonnent des Newsletters von Tor.com, und in diesem Newsletter wird auf eine englischsprachige Anthologie Islam-inspirierter SF hingewiesen, die insgesamt 12 Kurzgeschichten enthält. Die trägt den Namen "Islamicates Volume I : Anthology of Science Fiction short stories inspired from Muslim Cultures", und ich werde sie definitiv lesen - allein schon deshalb, weil mich interessiert, wie Islam und SciFi überhaupt zusammenpassen. Im Moment ist das für mich relativ schwer vorstellbar - etwa auf demselben Level wie Milchreis mit Knackwurst . Die Anthologie ist in 6 verschiedenen Formaten ([PDF]
              Ich habe mir die zweite Kurzgeschichte, "Insha'Allah", mal durchgelesen, und muss sagen, dass die mit dem Islam speziell gar nicht viel zu tun hat, eher mit Religion im allgemeinen. Da ist also dieser Herr Khafid, der ein "nabu'a" genanntes Gerät erfunden hat, mit dem es möglich ist, in begrenztem Maße die Zukunft vorherzusagen. Und dieser Khafid hat eine Tochter Aliyaa, die zusammen mit einem Dr. Assad an der Weiterentwicklung dieses Gerätes arbeitet. Khafid selbst sinniert unterdessen darüber nach, welche Auswirkung dieses Geräte auf die Religion hat, ob mittels dieses Gerätes der Mensch sein Schicksal nun selbst bestimmen könne oder ob das Schicksal weiterhin von Gott bestimmt wird, und ob dieses Gerät dazu führen wird, dass immer mehr Menschen Religion für überflüssig halten.

              Einmal abgesehen davon, dass Khafid, Aliyaa und Assad Namen aus dem arabischen Sprachraum sind, dass Khafid das arabische Wort "Allah" für Gott verwendet (was BTW auch in keinster Weise speziell islamisch ist, so nennen z.B. die arabischen Christen Gott auch Allah), und dass Khafid seine Gedanken zur Zukunft der Religion in Phrasen wie "Werden sie [die Menschen] weiterhin den heiligen Koran lesen?" fasst, geht es in dieser Kurzgeschichte überhaupt nicht speziell um den Islam, sondern um Religion im allgemeinen. Khafid könnte genausogut einen europäischen oder ostasiatischen Namen tragen und in seinen Gedanken von der Bibel statt vom Koran schwelgen, ohne dass sich am Aussagegehalt der Kurzgeschichte irgendetwas bedeutendes ändern würde.

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              • #8
                Die Islamische Kultur lädt nicht gerade ein Werke hervorzubringen die das Dogma in Frage stellen und damit auch die Ordnung der Dinge

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                • #9
                  Inspiriert kann vieles heißen.

                  Im Acorna-Zyklus von Anne McCaffrey ist ein Mitglied der "Heldengruppe" Muslim und tischt seinem Onkel auf, der Gruppe der "Neohaddithen" beigetreten zu sein um jemand verschleiern (im Sinne des Wortes) zu können.
                  In gewissem Sinne ist das auch islaminspiriert.

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                  • #10
                    Zitat von T'Lu R'Galay Beitrag anzeigen
                    Im Acorna-Zyklus von Anne McCaffrey ist ein Mitglied der "Heldengruppe" Muslim und tischt seinem Onkel auf, der Gruppe der "Neohaddithen" beigetreten zu sein um jemand verschleiern (im Sinne des Wortes) zu können.
                    Was soll "jemand verschleiern" in diesem Zusammenhang bedeuten? Will der seine Frau zwingen, einen Tschador zu tragen?

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                    • #11
                      Da sich m.E. SciFi wie wir es kennen (vorwärtsgewandte aufgeklärte Zukunft) und Islam (rückwärtsgewandter Totalitarismus) ziemlich konträr gegenüberstehen, sehe ich Scifi am ehesten als Literatur- und Kunstform zur Gesellschaftskritik. Dort könnte ein langfristiger Ansatzpunkt liegen. Schließlich wurde auch bei uns Gesellschaftskritik in Fabeln und auch Scifi verpackt, um den Zensur zu entgehen.

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                      • #12
                        Zitat von umbrielus Beitrag anzeigen
                        Da sich m.E. SciFi wie wir es kennen (vorwärtsgewandte aufgeklärte Zukunft) und Islam (rückwärtsgewandter Totalitarismus) ziemlich konträr gegenüberstehen, sehe ich Scifi am ehesten als Literatur- und Kunstform zur Gesellschaftskritik.
                        Selbst wenn man auf Seiten des Islam diejenige Fraktion betrachtet, die einen rückwärtsgewandten Totalitarismus vertritt, so ist selbst diese Fraktion im Prinzip durchaus in der Lage, Scifi-Geschichten hervorzubringen. Z.B. könnte so eine Geschichte eine hochtechnisierte Zukunftsgesellschaft beschreiben, in der dennoch der Islam Staatsreligion ist, die Scharia gilt, als Staatsform ein Kalifat herrscht, und viele der verfügbaren technischen Geräte nur von Männern, nicht aber von Frauen, bedient werden dürfen. Sozusagen ein Saudi-Arabien des 24. Jahrhunderts. Raumfahrt wäre zwar eher problematisch, weil man auf einem Raumschiff oder einem fremden Planeten schlecht in Richtung Mekka beten kann, aber Scifi muss ja nicht Space Opera bedeuten.

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                        • #13
                          Zitat von Agent Scullie Beitrag anzeigen
                          Z.B. könnte so eine Geschichte eine hochtechnisierte Zukunftsgesellschaft beschreiben, in der dennoch der Islam Staatsreligion ist, die Scharia gilt, als Staatsform ein Kalifat herrscht, und viele der verfügbaren technischen Geräte nur von Männern, nicht aber von Frauen, bedient werden dürfen. Sozusagen ein Saudi-Arabien des 24. Jahrhunderts.
                          Joanna Russ
                          Zwei von ihnen
                          https://en.wikipedia.org/wiki/The_Two_of_Them

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                          • #14
                            Zitat von Agent Scullie Beitrag anzeigen
                            Was soll "jemand verschleiern" in diesem Zusammenhang bedeuten? Will der seine Frau zwingen, einen Tschador zu tragen?
                            Auf die Gefahr hin zu spoilern: das Einhornmädchen soll unkenntlich gemacht und als normale Frau ausgegeben werden.

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