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Fantasy ohne Tolkien-Einfluss?

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  • Fantasy ohne Tolkien-Einfluss?

    Hallo,

    Mich würde mal interessieren, ob ihr Fantasybücher kennt, die nicht von Tolkien bzw. Herr der Ringe beeinflusst wurden. Es heißt immer, nach HdR war alles anders.
    Nun, wer, wie ich, weit nach der ersten Veroffentlichung geboren wurde, kann sich nicht si recht vorstellen, wie das gemeint ist . Klar, es gibt viele Erklärungen: "Vorher war das so und so, und das so und so und so."
    Doch ein Büch erklaren, ist nie so verständlich wie es selbst gelesen zu haben.

    Vielleicht habt ihr ja ein paar "nicht kontaminierte" Titel auf Lager!
    Ich versuche meinen Status und meine Beitragszahl in diesem Forum durch sinnvolle Beiträge zu erhöhen.
    Neues Ziel: Weniger Tippfehler...Das geht so nicht weiter!

  • #2
    "Oath of Swords" von David Weber

    oder "Legend" von David Gemmel

    zum Bleistift
    Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

    - Florance Ambrose

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    • #3
      Zitat von berg-ulme Beitrag anzeigen
      Hallo,

      Mich würde mal interessieren, ob ihr Fantasybücher kennt, die nicht von Tolkien bzw. Herr der Ringe beeinflusst wurden. Es heißt immer, nach HdR war alles anders.
      Nun, wer, wie ich, weit nach der ersten Veroffentlichung geboren wurde, kann sich nicht si recht vorstellen, wie das gemeint ist . Klar, es gibt viele Erklärungen: "Vorher war das so und so, und das so und so und so."
      Doch ein Büch erklaren, ist nie so verständlich wie es selbst gelesen zu haben.

      Vielleicht habt ihr ja ein paar "nicht kontaminierte" Titel auf Lager!
      Ich vermute du meinst damit etwas ohne böse magische Artefakte, Orks und Elfen?
      Oder kannst du das noch etwas genauer erläutern?

      Mir hat Ursuka K. LeGuins Sage vom Erdsee sehr gut gefallen.
      Man sollte sich vor dem Lesen aber klar machen, dass es keine Action-Story ist.
      Die Handlung läuft eher gemäßigt ab, in einem ausführlichen, teils philosophischen Schreibstil. Eine Story die mit dem Erwachsenwerden beginnt und sich um Übernahme von Verantwortung dreht.
      Erdsee - Wikipedia

      Ebenfalls sehr anders als Tolkien empfand ich "die Gilde der schwarzen Magier".
      Allerdings fand ich den ersten Teil der Trilogie ziemlich langweilig. So richtig gepackt hat mich erst der letzte Teil, in dem dann auch der Schreibstil angenehmer wurde und die in den ersten Teilen im Übermaß gestreuten Details endlich zu einem einheitlichen Bild zusammenfielen
      Trudi Canavan - Wikipedia


      Ganz anders sind auch Lian Hearns Bücher über den "Clan der Otori". Allein schon durch das Low-Fantasy-Setting, dass in einem an das feudale Japan angelegten Reich spielt.
      Der Clan der Otori - Wikipedia
      Bei der Reihe empfehle ich aber nach dem dritten Band der Kerntrilogie (Der Glanz des Mondes) aufzuhören.

      Oder du versuchst es mal mit ein paar Werken von Neil Gaiman, der sich ziemlich für alle möglichen Mythologien interessiert, was in seinen Büchern auch durchscheint.
      Nebenbei hat er einen recht einfach zu lesenden Schreibstil und bedient sich nicht selten eines herrlich ironischen bis makaberen Humors.
      Neil Gaiman - Wikipedia
      Los, Zauberpony!
      "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

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      • #4
        Nun da fallen mir als erstes die Werke von Fritz Leiber ein. Speziell seine Geschichten von Fafhrd und dem Grauen Mausling, so viel schwarzer Humor und nackte Mädchen wird man bei Tolkien vergeblich suchen.
        Die Fantasyromane von Lyon Sprague de Camp sind gute alte Heroic Fantasy, aber wohl nur antiquarisch zu bekommen. Der Schreibstil von Jack Vance ist sicher nicht von Tolkien beeinflusst. Seine "Dying Earth"-Romane oder die Lyonesse-Trilogie gehören zu dem besten was je an Fantasy geschrieben wurde.
        Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
        Dr. Sheldon Lee Cooper

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        • #5
          Das, was man normalerweise als Fantasy bezeichnet, ist kaum ohne Tolkien-Einflüsse denkbar.
          Vorher gab es nichts in dieser Art. Ähnlich, nahezu gleichzeitig und relativ unabhängig sind nur die Chroniken von Narnia von C. S. Lewis (Lewis und Tolkien waren befreundet).

          Davor war die phantastische Literatur eher dem Genre Horror verhaftet wie z. B. in den klassischen Schauerromanen Frankenstein, Dracula usw.
          Eigene Wege findet man in der romantischen Literatur z. B. bei E.T.A. Hoffmann. Oft ist hier aber noch die Herkunft aus dem Märchen zu bemerken.

          Im zwanzigsten Jahrhundert kam als Motiv die Science Fiction dazu.

          Die moderne Fantasy versucht sich schon länger von dem starken Einfluss zu lösen, den Tolkien verursacht hat. Es gibt viele interessante, auch Genre übergreifende Stoffe.

          Einen guten Startpunkt zum Schmökern und Entdecken bietet das Wikipedia-Portal Phantastik:
          Portal:Phantastik - Wikipedia
          "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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          • #6
            Auch ganz anders ist die Rhapsody Serie von Elizabeth Haydon. Der erste Teil heißt auf deutsch Tochter des Windes. Ich denke aber, wenn man des Englischen mächtig ist, sollte man es auf englisch versuchen, ist etwas schoneneder für den Geldbeutel
            Hier geht es um die Magie der Namen und Musik, um Assassinen und auch ein bisschen Zeitreisen. Die erste Trilogie ist auf jeden Fall zu empfehlen, bei Teil 4 und 5 war ich nicht mehr so begeistert, werde mir aber demnächst den 6. auch noch zulegen, um zu sehen, wie es weitergeht.

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            • #7
              Ich selbst habs noch nicht gelesen, aber soviel ich weiß sind die Bücher "Der Goldene Kompass" "Das magische Messer" und "Das Bernsteinteleskop" von Phillip Pullman keine Fantasy im Tolkienstil.
              DIE GÖTTIN
              "I'd agree with you, but nope" - The Motherfucking Emperor
              "My boobs are killing me because you used them to balance an AK-47!!! Now get out!" - Rei Miyamoto
              "Irgendwann biste als Gegner halt auch mal gebrochen." - Thomas Müller nach dem 7:1 gegen Brasilien

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              • #8
                Nicht vergessen darf man die "Conan"-Geschichten. Robert E. Howard hat damit so ziemlich das Subgenre der "Sword & Sorcery" geschaffen. Damals wurde das Genre allerdings noch Science Fantasy genannt. Die Geschichten kann ich nur empfehlen, lesen sich ausgezeichnet (besonders in der ursprünglichen Reihenfolge, in der innerhalb Conans Lebensgeschichte immer wieder hin und her gesprungen wird).
                Waldorf: "Say, this Thread ain't half bad."
                Stalter: "Nope, it's all bad."

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                • #9
                  Naja also wirklich frei vom Einfluß Tolkiens war wohl nur die Fantasy die vor der Veröffentlichung seiner Bücher erschien, wobei man sagen muss, dass auch Tolkiens Werke dem Einfluss vorangegangener Fantasy unterlagen. Im Prinzip ist Fantasy ja nichts anderes als die Erwachsenenvariante von Fantasy, daher wurden Tolkiens Werke stark von klassischen Märchen beeinflusst. Da jeder Fantasyroman in irgendeiner Form auf klassischen Märchen aufbaut und die Gleiche Inspirationsquelle hat kann man wohl sagen: NEIN sowas gibt es nicht!


                  .
                  EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                  Miro1990 schrieb nach 45 Sekunden:

                  *Erwachsenenvariante von Märchen
                  Zuletzt geändert von Miro1990; 02.12.2007, 21:47. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

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                  • #10
                    Also ich fand zB die Buchvorlage zu "der dreizehnte Krieger" das Buch "Eaters of the Dead" von Michael Chrichton sehr schön zu lesen und als sehr gute und spannende Beowolf Umsetzung bewegt es sich fern der Pfade Tolkiens.

                    Auch beim Lied von Eis und Feuer sehe ich wenn überhaupt nur minimale Ähnlichkeiten, zumal anfangs der Autor noch so zitiert wurde, dass er sich die Rosenkriege des mittelalterlichen Englands zum Vorbild genommen hätte... (auch darüber wuchs sein Text schnell hinaus) weiter weg von Tolkiens prähistorischer Sagenwelt kann man wohl kaum noch liegen und doch Ritter verwenden Wenn man mit der Lupe sucht, findet man aber sicherlich auf den 4000 Seiten die eine oder andere Ähnlichkeit im Detail.

                    Leider habe ich das Buch noch nicht gelesen, aber ich liebe den FILM zu "The Princess Bride"/"Die Braut des Prinzen", hierbei handelt es sich nicht um irgendeine schnöde 08/15 Nachahmung oder Kopie Tolkiens sondern höchstens um eine Parodie, wobei es durchaus auch als Märchen gesehen werden könnte oder als Abenteuerfilm der 40er Jahre (Errol Flynn und so "Swashbuckling" halt). Fantasy ist das aber in jedem Fall Und angeblich soll der Roman genauso verrückt bzw liebenswert skurril sein.

                    Ansonsten bliebe der Tipp es in der Ecke der arthurianischen Literatur zu versuchen... wenn man den Legendenkreis benutzt, braucht man nicht in diese Drachen-Orks-und-Elfen-Ecke zu gehen, darum bleiben deise Sorte Roman meistens auch tolkienfern...
                    Wobei man halt wissen muss, ob man Artus mag
                    »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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                    • #11
                      Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
                      Das, was man normalerweise als Fantasy bezeichnet, ist kaum ohne Tolkien-Einflüsse denkbar.
                      Vorher gab es nichts in dieser Art. Ähnlich, nahezu gleichzeitig und relativ unabhängig sind nur die Chroniken von Narnia von C. S. Lewis (Lewis und Tolkien waren befreundet).
                      So schlimm steht's gar nicht um die Fantasy (zeigen ja auch die antworten in diesem Thread. )
                      Das was eindeutig Tolkien-Einfluss hat ist diese ganze Massenware, in dem Elfen gegen Orks kämpfen und sicher lassen sich all die tausende D&D Romanen auch dazu zählen.

                      Was mir grad noch einfällt ist die Malazan Book of the Fallen - Reihe (im deutschen Götterspiel oder Spiel der Götter, weiß grad nicht.)
                      Ich fand den ersten Band nicht sooo packend, aber die Reihe hat viele Verehrer.


                      Michael Moorcock wäre auch ein Autor, den man sich da mal näher anschauen sollte. Allen voran seinen "Elric von Melniboné". Dark Fantasy in einem sehr esotherischen Schreibstil.
                      Los, Zauberpony!
                      "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

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                      • #12
                        Ich danke schon mal, für die vielen Vorschläge, obwohl meine Vorgabe etwas schwammig war. Eigentlich meinte ich "Altes Zeug", also vor Tolkien.
                        Ich werde mir, die Tipps genauer ansehen. Ist ja bald Weihnachten.

                        Als Leser versuche ich aus dem meinen Autorendreieck Gaiman-Pratchett-Adams rauszukommen.
                        Die ganzen Tolkien-Kopien mag ich nicht, weil...ich es nicht gut finde, wie die Leute "Heil Messias!!!" brüllen, wenn um seine Bücher geht. Besonders, weil ich sie total langweilig war.
                        Okay, kindische Einstellung, aber is so. Andere Leute finden sie gut und sollen die Bücher lesen.

                        Ich will nur wissen, wie war es bevor er kam? Dann muss man sich nicht auf Aussage von "Bücherexperten" verfassen, die natürlich alles Tolkien-Fans sind.
                        Märchen und Mythen finde ich sehr gut (Gruß an Miro 1990). Aber es ist schwierig an die echten Märchen zu kommen. In den ersten ging es oft wie heute in Fernsehen auch um Macht, Sex und Gewalt. Nicht die Light-Versionen der Grimm-Brüder.
                        Ich versuche meinen Status und meine Beitragszahl in diesem Forum durch sinnvolle Beiträge zu erhöhen.
                        Neues Ziel: Weniger Tippfehler...Das geht so nicht weiter!

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                        • #13
                          Eine Sammlung unzensierter Märchen suche ich auch schon lange, bin da für jeden Tipp dankbar. Leider kennen heute viele Leute fast nur noch die Werke von Tolkien oder seinen Nachfolgern. Weshalb dieses Genre häufig nur darauf reduziert wird. Dabei sollte man doch öfters mal über den Rand blicken.
                          Ich interessiere mich seit längeren für chinesische Wuxia-Romane (Kung Fu-Romane), die man gut und gern als eine chinesische Form von Fantasy bezeichnen kann. Leider gibt es da nichts auf Deutsch, selbst auf Englisch ist die Auswahl recht klein. Wenn es doch jemanden interessiert hier ein Link zu einer Seite mit Fanübersetzungen: Wuxiapedia - The comprehensive wuxia knowledge base
                          Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                          Dr. Sheldon Lee Cooper

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                          • #14
                            Als Fantasy-Autoren vor Tolkien würde ich noch Frank L. Baum (Zauberer von Oz) und Lewis Carroll (Alice im Wunderland) sehen. Beide haben Phantasiewelten erschaffen, die über die traditionellen Märchenerzählungen hinausgehen.
                            Man findet aber wie schon gesagt auch originelle Ideen bei den Schöpfern der großen Kunstmärchen, wie E.T.A. Hoffmann, Clemens Brentano, Chamisso, Tieck usw.
                            Kunstmärchen im eher traditionellen Stil kommen von Hauff und Andersen.
                            Davor sind vielleicht noch die Feengeschichten vor allem aus Frankreich interessant und die Fabeln. (Die Fabel als Literaturgattung gibt es aber schon seit dem Altertum.)

                            Erst in der Romantik wurden aber wirklich neue Wege beschritten und die modernen Motive, wie z. B. Doppelgänger eingeführt. Die Verklärung des Rittertums führte auch zur Einbindung von Sagenmotiven, was ja dann später auch bei Tolkien eine entscheidende Rolle spielte (z. B. Beowulf-Lied und Kalevala).

                            Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gibt es viele interessante Phantastik-Literatur, die sich völlig von den Märchenmotiven gelöst hat und eher aus dem Schauer/Grusel/Horrorgenre kommt. (Lovecraft, Poe usw.)

                            Seit den 70er Jahren gibt es viele Autoren, die in der Fantasy eigene Wege beschritten haben. Momentan kann man eher eine Massenvermarktung der klassischen High Fantasy beobachten, was wohl vor allem auf den großen Erfolg der Tolkien-Verfilmung durch Peter Jackson zurückzuführen ist.

                            Eine umfangreiche Seite zu moderner Fantasy-Literatur ist diese:
                            Bibliotheka Phantastika - Fantasy-Literatur online: Rezensionen & Infos rund um Fantasy-Bücher
                            Dort kann man stöbern nach Autoren, Zyklen oder Subgenres und findet Rezensionen zu zahlreichen Serien.
                            "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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                            • #15
                              Du könntest es ja mal mit ganz alten Sachen, wie irgendwelchen Heldensagen (Edda, Beowulf usw.) versuchen, nur sind die afaik oft in Versform. Da sich Tolkien selber aber da bedient hat, wirste dann wieder Parallelen finden.
                              When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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