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"The Great War" - Zyklus von Harry Turtledove

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  • "The Great War" - Zyklus von Harry Turtledove

    The Great War Zyklus
    Harry Turtledove






    How few Remain
    American Front
    Walk in Hell
    Breakthroughs
    Blood and Iron
    The Center Cannot Hold
    The Victorious Opposition
    Return Engagment
    Drive to the East
    The Grapple
    In at the Death

    USA, 1862, Bürgerkrieg

    Der Oberkommandierende der Armee der Konföderierten, General Lee gibt die geheime "Special Order 191" heraus, die Invasion Marylands, eine radikaler Plan, der mit hoher Wahrscheinlichkeit der Union eine vernichtende Niederlage beibringen würde. Doch durch einen dummen Zufall (Einer der Kurierreiter verliert seine Unterlagen) fallen die Pläne den Unionstruppen in die Hände, die Angreifer werden bei Antietam in die Falle gelockt. Dieser Sieg ermutigt Lincoln die Befreiung der Sklaven als Kriegsziel zu propagieren, eine Unterstützung der Südstaaten durch Frankreich und Großbritannien wird dadurch unmöglich und der Bürgerkrieg nimmt seinen bekannten Lauf.
    Doch was wäre wenn diese Tasche nicht verloren gegangen wäre? Wenn es Lee gelungen wäre die Unionstruppen zu überraschen und der Union eine vernichtende Niederlage auf eigenem Gebiet beizubringen?
    Aus dieser Frage hat Harry Turtledove, der vermutlich bekannteste und erfolgreichste Autor von Parallweltgeschichten, eine Mittlerweile elf-Bändige Reihe entwickelt, die "The Great War Multi-Series", gelegentlich auch als "Timeline 191" bekannt.

    Nach dem Sieg der Konföderierten bei Antietam (Im Prolog des ersten Bandes beschrieben) drohen Frankreich und Großbritannien auf Seiten der Konföderierten in den Bürgerkrieg einzugreifen und setzen die USA unter Druck, die Unabhängigkeit des Südens zu akzeptieren, die dieser Forderung in Anbetracht der hoffnungslosen militärischen Lage nachgeben. Zwei rivalisierende Nationen entstehen und insbesondere die verbitterten Nordstaaten warten auf eine Gelegenheit sich für die Demütigung im "War of Secession" zu rächen. Den Vorwand für einen Krieg erhalten sie 1881, als das bankrotte Mexiko gezwungen ist, zwei seiner nördlichen Provinzen an die Konföderierten Staaten zu verkaufen. Die USA, die um jeden Preis verhindern wollen, das die Grenze zum "Erbfeind" plötzlich Tausende Kilometer länger wird und die Konföderierten obendrein auch noch Zugang zum Pazifik erhalten, stürzen sich unüberlegt in den Krieg. Doch die Konföderierten, unterstützt von britischen und französischen Truppen und Flotten sind den USA mehr als ebenbürtig, die Niederlage nur eine Frage der Zeit.
    Nach Kriegsende tritt der junge Militärattache der Deutschen Botschaft an die US-Militärführung heran und präsentiert Ideen für eine Zusammenarbeit, sein Name ist Alfred von Schlieffen.
    Band 2, "American Front" macht erneut einen großen Sprung nach vorne, ins Jahr 1914. In Europa bricht der Erste Weltkrieg aus, doch diesmal bleibt er nicht auf den europäischen Kontinent beschränkt. Die USA, als Verbündeter der Mittelmächte und die Konföderierten als Alliierter der Entente ziehen zum dritten mal in den Krieg gegeneinander und auch in Kanada, Bestandteil des britischen Commonwealth werden bald die ersten Schützengräben ausgehoben.

    Die weiteren Bände schildern den Verlauf des Ersten Weltkrieges, an dessen Ende der Sieg der Mittelmächte und der wirtschaftliche Niedergang der ruinierten Konföderierten steht. Und in Richmond, der Hauptstadt des Südens beschließt ein Veteran der Konföderierten Armee, in die Politik zu gehen, um die vermeintliche Schmach der Niederlage zu rächen und die Verantwortlichen, die Afroamerikanische Bevölkerung zur Verantwortung zu ziehen. Die letzten Bände spielen schließlich in den vierziger Jahren.

    Ein guter Parallelweltroman zieht seine Faszination daraus, dass das beschriebene glaubwürdig ist und eben tatsächlich hätte passieren können. Dadurch, das Turtledove seine Geschichte im wesentlichen aus Analogien zu unserer tatsächlichen Welt aufbaut, gelingt ihm dies hervorragend, er beschreibt eine zwar phantastische, aber dennoch glaubwürdige Welt. Angereichert wird das ganze mit zahlreichen historischen Persönlichkeiten, von Mark Twain über Abraham Lincoln bis zu George Armstrong Custer und Theodore Roosevelt. Aber die Handlung beschränkt sich nicht auf die große Politik, sondern eine Unzahl von "Leuten wie du und ich", Soldaten, Seeleute, Arbeiter, Politiker, Farmer usw. usw. verleihen der Geschichte eine enorme Bandbreite und halten sie trotz des gemächlichen Erzähltempos spannend. Dutzende Handlungsstränge erfordern die konstante Aufmerksamkeit des Lesers, sie es das Leben auf einer Farm im besetzen Quebec, die Nöte der von Rationierungen gebeutelten Zivilisten in den USA, das sterben in den Gräben von Kentucky und Maryland, das Leben der Matrosen und Piloten, der afroamerikansiche Widerstand gegen ihre Unterdrücker oder die politischen Reibereien an der "Heimatfront" zwischen Befürwortern und Gegnern des Krieges.

    Nach bisher zweieinhalb Bänden bleibt für mich als vorläufiges Fazit:
    Die Sicherlich umfangreichste Parallweltgeschichte die je geschrieben wurde ist ein Pflichttermin für jeden, der sich für den amerikanischen Bürgerkrieg und/oder den Ersten Weltkrieg interessiert und jeder SF-Fan, der dringend auf der Suche nach einer Abwechslung ist, sollte hier mal einen Blick rein werfen.
    Einziger Wehrmutstropfen für die Deutschen Leser: Beim gegenwärtigen Stand wird es keine Deutsche Version der Reihe geben, Turtledove lehnt aus persönlichen Gründen (Seine Großeltern starben im Holocaust) eine Übersetzung seiner Bücher ins deutsche ab.

  • #2
    Hört sich auf jeden Fall sehr interessant an, solche alternative Geschichten sind sowieso äußerst spannend. Ist eigentlich geplant, dass die Serie weitergeführt wird, oder endet die Story in den 40iger Jahren?
    Schade dass mit der deutschen Übersetzung, wobei ich es nicht ganz verstehe. Es ist schon äußerst fraglich, ob ob die deutschen Jahrgänge, die die NS-Zeit aktiv miterlebten, zum Zielpublikum gehören. Es liegt natürlich dem Autor frei, ein solches Verbot auszusprechen, aber man fragt sich schon ob das künstlerische Freiheit ist, oder totale Intoleranz gegenüber der deutschen Bevölkerung.
    Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
    die Internationale erkämpft das Menschenrecht


    das geht aber auch so

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    • #3
      Ich würde sogar sagen nachdem er selbst in seiner AU Story die Südstaaten zu einer Art Ersatz-Nazideutschland gemacht hat (wenn man den Texten hier und in der englischen Wikipedia trauen kann ) hat er mit Bewältigung und Metaphern zu dem Thema kein allzu großes Problem... wäre es nicht GERADE wichtig, seine Botschaft den Nachkommen der verhassten Mörder zugänglich zu machen?

      Naja, wir können ja nicht für Herrn Turteltaub sprechen, aber merkwürdig bleibt es schon...

      Aber auch auf englisch sind seine Romane (Guns of the South war einfach nur genial!!) ein Genuss, so dass dem interessierten Leser schon nichts entgehen wird. Und eine gute Übung sind englische Lektüren auch noch
      »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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      • #4
        Ich fand seinen Worldwar-Zyklus übrigens auch nichts schlecht.

        "The Great war" sehe ich mir vielleicht mal an.

        mfg
        Dalek
        "The Earth is the cradle of humanity, but one can not live in a cradle forever."
        -Konstantin Tsiolkovsky

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        • #5
          Ist eigentlich geplant, dass die Serie weitergeführt wird, oder endet die Story in den 40iger Jahren?
          Nein, zur Zeit nicht, Turtledove hatte nach zehn Jahren Dauerbeschäftigung auch keine Lust mehr auf das Thema. 11 Bände sind ja auch eigentlich mehr als ausreichend Die einzige Ergänzung, die ich gerne sehen würde, wäre ein Anthologie, die das Geschehen ausserhalb der USA beschreibt, etwa den Deutschen Sieg in Verdun oder Italiens verbleiben in Neutralität.
          Was die Deutschen Übersetzungen angeht, stimme ich dem zu, schön wäre es sicherlich, zumal es äußerst Ungewöhnlich ist, das der Autor da überhaupt ein Mitspracherecht hat, normalerweise stellt er erst fest, das sein Roman übersetzt wurde, wenn die ersten Einzahlungen auf seinem Bankonto stattfinden.
          Zuletzt geändert von Kopernikus; 02.02.2008, 13:56.

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          • #6
            Och, Anthologie-technisch liesse sich sicher auch etwas in Richtung "was für eine Form nahm die Dekolonialisierung nach diesem Weltkrieg an" oder "wie entwickelte sich Vietnam" denken... wäre wahrscheinlich auch nicht uninteressant
            »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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            • #7
              Man könnte sicherlich vieles machen, aber irgendwo muss man auch mal einen Schluß ziehen, sosnt verkommt das ganze am Ende zum GZSZ der Alternativwelt-Romane
              Ausserdem hat Turtledove so auch mal die Möglichkeit, sich um andere Interessante Epochen zu kümmern, ich bin z.B schon sehr auf "The Battle of the Teutoberg Forest" gespannt

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              • #8
                Zitat von Kopernikus Beitrag anzeigen
                Man könnte sicherlich vieles machen, aber irgendwo muss man auch mal einen Schluß ziehen, sosnt verkommt das ganze am Ende zum GZSZ der Alternativwelt-Romane
                Ausserdem hat Turtledove so auch mal die Möglichkeit, sich um andere Interessante Epochen zu kümmern, ich bin z.B schon sehr auf "The Battle of the Teutoberg Forest" gespannt
                Und mich würde ein Beitrag von ihm zum "Ring of Fire"-Zyklus von Eric Flint und Freunden interessieren.
                Depend upon it, sir, when a man knows he is to be hanged in a fortnight, it concentrates his mind wonderfully.
                (Dr. Samuel Johnson)

                Main problem with troubleshooting is: trouble shoots back (Quelle: Google+)

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                • #9
                  Zitat von Eagleeye Beitrag anzeigen
                  Und mich würde ein Beitrag von ihm zum "Ring of Fire"-Zyklus von Eric Flint und Freunden interessieren.
                  Achja, noch so eine Reihe, die ich gerne mal antesten würde, aber irgendwie werden die Stapel ungelesener Bücher nicht kleiner und die Tage auch nicht länger, egal was man macht....

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                  • #10
                    Zitat von Kopernikus Beitrag anzeigen
                    Achja, noch so eine Reihe, die ich gerne mal antesten würde, aber irgendwie werden die Stapel ungelesener Bücher nicht kleiner und die Tage auch nicht länger, egal was man macht....
                    Immerhin hat die "Ring of Fire"-Serie einen - nicht unerheblichen - Vorteil zu bieten: Du kommst an die meisten Romane kostenlos ran: Guckst Du nämlich hier.
                    Depend upon it, sir, when a man knows he is to be hanged in a fortnight, it concentrates his mind wonderfully.
                    (Dr. Samuel Johnson)

                    Main problem with troubleshooting is: trouble shoots back (Quelle: Google+)

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