Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Buchbesprechung: Der Unbesiegbare von S. Lem

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Buchbesprechung: Der Unbesiegbare von S. Lem

    Der Unbesiegbare, stellt eines der Frühwerke Lems dar.

    Das Schiff "Unbesiegbarer" ist auf der Suche nach seinem Schwesterschiff, der "Kondor". Das Schiff wird auf der Oberfläche von Regis III gefunden, wo die Mannschaft tot aufgefunden wird. Nach und nach verfallen mehr und mehr Mannschaftsmitglieder des "Unbesiegbaren" in einem wahnhaften Zustand. Denn auf Regis III existiert eine weitere Spezies. Diesmal ist es kein Ozean, sondern eine Art flugfähiger Naniten.

    Das Buch erinnert sehr stark an "Solaris", das einige Jahre dannach geschrieben wurde. Es ist ebenfalls typisch für Lem nur wenig Hintergrundinfos über die Protagonisten zu liefern. Wir erfahren was nötig ist, ansonsten beschränkt er sich wie immer auf die Story, welche auch hier eine eigentümliche Atmosphäre aufbaut. Ich persönlich war von dem Buch begeistert und kann nur erneut Lem loben. Die Intentionen der Maschinen sind weiterhin unklar und die genauen Ursachen ihrer Entstehung ebenfalls. Die Protagonisten haben niemals Beweise, sondern nur Theorien, welche zu den Fakten passen. Es ist also auch möglich, das alles ganz anders ist...

    Wie empfandet ihr dieses Buch?
    "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
    die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
    (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

  • #2
    Zitat von EA-Loyalist Beitrag anzeigen
    Wir erfahren was nötig ist, ansonsten beschränkt er sich wie immer auf die Story, welche auch hier eine eigentümliche Atmosphäre aufbaut.
    Das mit der Atmosphäre stimmt, die baut Lem recht gut auf, aber es ist eben auch eine eigentümliche Atmosphäre: Öder Planet, jede Menge sehr rationale Wissenschaftler - kaum Frauen ?
    Zitat von EA-Loyalist Beitrag anzeigen
    Die Intentionen der Maschinen sind weiterhin unklar und die genauen Ursachen ihrer Entstehung ebenfalls. Die Protagonisten haben niemals Beweise, sondern nur Theorien, welche zu den Fakten passen. Es ist also auch möglich, das alles ganz anders ist...
    Eine der Stärken des Buchs ist es, keine vorschnellen Antworten zu liefern, aber eigentlich ist das Programm der Maschinen klar, man sieht ja, was sie tun.
    Zitat von EA-Loyalist Beitrag anzeigen
    Wie empfandet ihr dieses Buch?
    Intellektuell ansprechend, aber sonst eher langweilig. Lem gelingt es nur selten, seinen Charakteren wirklich Leben einzuhauchen. Lems Charaktere sind oft seltsam leblose Kunstmenschen, außer Ijon Tichy kann ich kaum eine seiner Romanfiguren mit Namen nennen.

    Kommentar


    • #3
      Ein sehr guter Roman.Auch spannend.
      Der erste SciFi Roman den ich gelesen habe,der versucht darzustellen wie eine Maschinenevolution aussehen könnte.
      Und das recht gut finde ich.
      Das Lem keine Charakterstudien abliefert empfinde ich nicht als Nachteil,im Gegenteil,das würde nur verwässern.
      Und der Astrogator und der Navigator werden ausreichend beleuchtet.
      Frauen kommen garnicht vor,oder hab ich was überlesen ?
      Man darf nicht vergessen,der Roman ist 1969 erschienen,Frauenwahlrecht gibt es z.B. in der Schweiz erst seit 1971.

      Erfrischend fand ich,das ein Mensch mal zu dem Schluss kommt:
      Müssen wir unsere Nase überall reinstecken,müssen wir alles vernichten was wir nicht richtig vestehen,warum lassen wir sie nicht in Ruhe?
      Die Maschinen verteidigen sich doch nur gegen Eindrinlinge.

      Heutzutage funny:Fliegen mit Lichtgeschwindigkeit durchs All und haben Rechenschieber an Bord.

      Kommentar


      • #4
        Frauen kamen wirklich nicht vor. In "Solaris" und in "Fiakso" streng genommen auch nicht (die Hallus aus "Solaris" sind keine echten Frauen).

        Frauen tauchen in Lems Bücher eher selten auf. Allerdings sollte man das nicht falsch verstehen. An nicht wenigen Stellen karrikiert Lem Männer, wenn sie unter sich sind. Auch kann er deren Wegbleiben sogar oft recht gut erklären. In "Solaris" spielt sogar eine irreale Frau eine wichtige Rolle in der Geschichte.

        Was den Rechenschieber angeht, so muss ich da auch an die Lochstreifen und Vakuumröhren denken, welche in Solaris beschrieben werden. Ist halt etwas Nostalgik. Ich muss, wenn ich so was lese, immer zwangsläufig an Orion und TOS denken.
        "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
        die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
        (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

        Kommentar


        • #5
          Damals war Raumfahrt wohl noch eine Männerdomäne.In " Das Boot " sind auch keine Frauen an Bord.
          Gottseidank haben die Zeiten sich geändert,eine Frau war schonmal Kommandant des Spaceshuttle.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von LoneLee Beitrag anzeigen
            Damals war Raumfahrt wohl noch eine Männerdomäne.
            Ganz so einfach kann man hier nicht argumentieren. Science-Fiction soll / will / kann ja fortschrittlich sein. "Der Unbesiegbare" ist von 1964, der "Star Trek"-Pilotfilm "The Cage" von 1965. In Lems Buch gibt es also überhaupt keine Frauen. In "The Cage" ist eine Frau sogar erster Offizier des Schiffes, was zwar von den Studiobossen nicht gerne gesehen wurde, aber kurze Zeit später gab es dann eben doch eine Serie mit Frauen (auch im Offiziersrang) an Bord der Enterprise. Wie unterschiedlich dann eben doch die Science-Fiction der 60-er Jahre ist
            Zuletzt geändert von irony; 23.06.2009, 07:10.

            Kommentar


            • #7
              Das ist soweit natürlich richtig. Allerdings waren Frauen in der Science Fiction lange Zeit (wenn überhaupt vorhanden) nur "schmückendes Beiwerk". Das war ja nicht nur bei Lem so.

              Dazu muss man wohl auch die Autoren an sich berücksichtigen. Denn die erste SF-Autorengeneration bestand hauptsächlich aus "Abenteuerschreibern", welche sich auf die Geschichten an sich konzentriert haben und die Protagonisten einfach bis dato noch nicht "gesehene" Abenteuer bestehen lassen wollte.
              Sie sind in einer Welt aufgewachsen, in der es die letzten großen (männlichen) Entdecker gab. Man denke nur an Shackleton, Scott, Amundsen.

              "Die zweite Generation" bestand zum Großteil aus wissenschaftlich/ technisch sehr bewanderten Autoren. Auch bei ihnen spielten Frauen eher noch untergeordnete Rollen. Sie waren fasziniert davon, die neuen technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen auszubauen und dadurch mögliche Zukunfstszenarien aufzuzeigen.

              Erst als diejenigen, welche mit Science Fiction Romanen/ Filmen aufgewachsen sind, selber im Alter waren solche Geschichten zu erzählen, begann so langsam der Wandel. Natürlich gibt es noch immer etliche Autoren, die in die beiden ersten "Gruppen" fallen.
              Doch die Zeiten haben sich nun einmal geändert und solche Geschichten sind immer auch ein Spiegelbild der jeweiligen Zeit. Also tauchten auch immer mehr Frauen in tragenden Rollen auf.
              Dazu kommen die weiblichen Scifi Autoren. Die gab es früher gar nicht.
              Außerdem wäre doch sonst die diesbezügliche Vorreiterrolle (im TV) von ST hinfällig und damit würde dem Star Trek Mythos doch ein wesentlicher Bestandteil fehlen. Wer will denn sowas?*g*
              "Not born. SHIT into existence." - Noman the Golgothan
              "Man schicke dem Substantiv zwanzig Adjektive voraus, und niemand wird merken, daß man einen Haufen Kot beschreibt. Adjektive wirken wie eine Nebelbank."
              Norman Mailer

              Kommentar

              Lädt...
              X