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[Comic-Besprechung] Orbital

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    Orbital, Bd. 1: Brüche
    Text: Sylvain Runberg
    Zeichnungen: Serge Pellé
    Übersetzung: Tanja Krämling
    Erschienen beim Splitter Verlag im November 2007. Im Original in Frankreich erschienen in zwei Bänden bei Dupuis im April 2006 und Juni 2007.
    Deutscher Comic Guide-Eintrag

    Im Jahre 2278 wird kurz vor einem Referendum über die Mitgliedschaft der Menschheit in der interstalleren Konföderation auf eine Konferenz von Befürwortern in Prag von isolationistischen Terroristen ein Anschlag verübt.

    Jahre später: Kaleb, der bei diesem Anschlag seine Eltern verloren hat, wird als erster Vertreter der menschlichen Rasse zum Offizier der IDA, der Interweltlichen Diplomatischen Abteilung ernannt. Ein echtes Ereignis, denn nachdem die Isolationisten zeitweise die Regierung der Menschheit stellten und kriegerische Feldzüge gegen die friedlichen Sandjaren führten, werden die Menschen von der restlichen Bevölkerung der Galaxis als unterentwickelt betrachtet.

    Ziel der IDA ist die diplomatische Lösung von Konflikten zwischen verschiedenen Rassen und die Wahrung des Friedens. Gemeinsam mit dem jungen Sandjaren Mezoke, dessen Geschlecht für Nicht-Sandjaren ein Geheimnis bleiben muss, bildet Kaleb ein beispielhaftes Kampfbinom.

    Während einer Trainingsübung wird der Mut der beiden ein erstes Mal auf die Probe gestellt. Und nicht lange darauf kommt es zum ersten echten Einsatz auf dem Planeten Senestam.

    Runberg & Pellé führen uns in ein interessantes neues SF-Universum. Anders als in vielen anderen SF-Serien spielt die Menschheit nur eine untergeordnete Rolle im galaktischen Gefüge.
    Das Hauptaugenmerk liegt auf politischen Auseinandersetzungen und Intrigen. sowie den Charakteren. Idealismus, Zynismus, Rassismus und Egoismus prallen hier voll aufeinander, die Hauptcharaktere dürfen kaum einer anderen Person vertrauen, und sie müssen viel Leid mitansehen.

    Nach dem actionreichen und dramatischen Finale scheinen einige Handlungsfäden allerdings noch nicht aufgeklärt, ich hoffe, diese werden in den Folgebänden noch fortgesetzt oder abgeschlossen.

    Die Zeichnungen sind wunderbar anzuschauen. Detailliert, aber nicht überrealistisch kommen sie daher, erinnern ein wenig an jüngere Zeichentrickproduktionen aus Amerika und Europa.
    Die Außerirdischen sind recht interessant gestaltet, mal mehr, mal weniger menschlich. Besonders faszinierend ist hierbei Kalebs Partner Mezoke. Seine Kultur verbietet es ihm, sein Geschlecht an Außenweltler zu verraten. Weder Kaleb, noch der Leser erfährt das wahre Geschlecht Mezokes, doch der Zeichner gab ihm deutlich weibliche Reize. Ein intelligentes Spiel mit den Erwartungen und Gefühlen der Leser, vor allem der männlichen.

    Im Original erschien diese Geschichte in zwei Bänden, was offenbar der geplante Zyklenrhythmus (schöne, doppeltgemoppelte Wortschöpfung, nicht?!) ist. Der deutsche Splitter Verlag wollte die Leser wohl nicht zu lange auf die Fortsetzung warten lassen und hat beide Bände in einen ziemlich dicken Band gepackt. Noch ordentlich Zusatzmaterial wie Skizzen, Autorenbiografien und Texte zum "Orbital"-Universum und den Hauptcharakteren runden den Band wunderbar ab. Mit dem zweiten Zyklus macht Splitter aber mit dem Originalformat weiter, Band 2.1 ist bereits erschienen.

    Alles in Allem ein schöner Band, fesselnde Geschichte und wunderbare Zeichnungen. Diese Reihe werde ich sicherlich weiter verfolgen. 9/10
    Waldorf: "Say, this Thread ain't half bad."
    Stalter: "Nope, it's all bad."
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