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[Buchbesprechung] Metal Gear Solid von Raymond Benson

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  • [Buchbesprechung] Metal Gear Solid von Raymond Benson

    2005 wird der ehemalige FOXHOUND-Agent Solid Snake reaktiviert, um eine Atomwaffenentsorgungsanlage in Alaska zu infiltrieren. Mitglieder seiner alten Einheit haben Geiseln genommen und drohen der freien Welt mit dem atomaren Erstschlag. Snake soll herausfinden, ob die Terroristen dazu in der Lage sind. Dabei kommt er einigen dunklen Geheimnissen auf die Spur, die ihn mit seiner Vergangenheit konfrontieren...
    Wie der Name schon vermuten lässt handelt es sich hierbei um eine Romanadaption des gleichnamigen Videospiels von 1998. Man mag sich fragen, wieso man 10 Jahre auf das Buch warten musste. Dann liest man aber, dass mit Hideo Kojima der geistige Vater der Serie als Berater mitgearbeitet hat. Und man liest Kojima-sans Handschrift mit jeder Zeile mit. Er hat penibel darauf geachtet, dass sein Spiel nicht zu einer bloßen Gameplayverschriftung wird. Wenn man MGS gespielt hat wird man signifikante Unterschiede bemerken, die aber genau genommen notwendig waren, damit der Roman seine Glaubwürdigkeit einigermaßen behalten konnte. Es liest sich mehr wie ein Hollywood-Agentenfilm als ein Spieleroman.
    Raymond Benson hat sich ja mit diversen Agentenbüchern, u.a. sogar einigen Original-James Bond Fortsetzungen einen Namen machen können. Er wird auch MGS in jedem Maße gerecht.

    Sicher einer der besten Videospielromane, die ich kenne. Und die Tatsache, dass der Roman zu Teil 2 auch von Benson und Kojima geschrieben wurde lässt mich neugierig werden.

    Nur eine Sache muss ich bemänglen und das ist leider ein dicker Kritikpunkt, der auch zum Punktabzug führt:
    Snake tötet im Verlauf der Handlung einfach zu viele Menschen. Und das geht eigentlich gegen den Sinn des Spiels, denn dort ist das Ziel ja ungesehen zu bleiben.
    To see the world, things dangerous to come to, to see behind walls, to draw closer, to find each other and to feel - that is the purpose of life.
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  • #2
    Hab inzwischen auch den Nachfolger Sons of Liberty gelesen:

    2007: Zwei Jahre nach den Ereignissen von Shadow Moses arbeiten Snake und Otacon inzwischen für eine Anti-Metal Gear Organisation, die auf einem Schiff des US-Marinekorps einen neuen Metal Gear-Prototypen vermutet. Was als Sicherung fotografischer Beweise beginnt, wird für Snake zum nassen Grab...
    2009: An der Stelle, an der der Tanker einstmals gesunken ist, erhebt sich nun die Big Shell, eine gewaltige Seewasserreinigungsanlage. Der Agent Raiden soll hier eine Reihe von Geiseln befreien, darunter den US-Präsidenten. Doch die Big Shell hält mehr für ihn bereit als ihm lieb ist...
    Oh je...
    Das was beim ersten Roman gut funktioniert hat, geht hier leider in die Hose: MGS2 ist nicht mehr als eine bloße Gameplayverschriftung mit 1:1 übernommenen Dialogen und null Zusatzinformationen oder -handlungen. Zwar tötet Raiden sehr viel weniger als Snake im ersten Buch, aber dessen Stil gefiel mir deutlich besser.
    Was noch ärgerlicher ist: Es tun sich durch die Unterschiede Logiklöcher auf. Z.B. erwähnt Otacon seine Schwester Emma und Snake meint, er habe noch nie von ihr erzählt....äh ja, Snake...im ersten Spiel hat er das wirklich nicht...aber im verdammten Vorgängerroman vom selben Autor schon!

    Leider gibt es keine weiteren Romane der Reihe.

    Der erste Roman ist unglaublich gut gelungen und auch lesenwert, wenn man nie zuvor MGS gespielt hat. Der Nachfolger baut da leider deutlich ab.
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