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Die lange Reise von R. A. Heinlein

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  • Die lange Reise von R. A. Heinlein

    Dieses Buch aus den frühen 60ern habe ich zufällig beim Stöbern auf einem Bücherflohmarkt entdeckt. Heinlein beschreibt hier die sonderbaren Verhältnisse an Bord der „Vanguard“. Es handelt sich bei ihr um ein Generationenraumschiff, welches in 60 Jahren die Strecke Sol – Alpha Centauri bewältigen sollte. Doch leider kam eine Meuterei dazwischen. Seit dieser Zeit (die genaue Spanne wird nicht genannt) treibt das Schiff im All. An Bord hat sich eine Gesellschaft entwickelt, welche das Schiff als das gesamte Bekannte Universum anzusehen pflegt. Die anarchischen Zustände nach der Meuterei haben ihren Tribut gefordert. Die Gesellschaft der Menschen an Bord fiel auf eine primitivere Ebene zurück. Die alten Lehrbücher und Anweisungen wurden zu heiligen Texten, deren genaue Bedeutung Ansichtssache ist. Der einstige Chefkonstrukteur der Vanguard, Jordan, ist im Laufe der Jahrhunderte (?) zu einer Art Schöpfergottheit geworden und das Ziel „Centaurus“ entspricht unserem Himmel. Das alles ist so haarsträubend, das man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann. Dennoch ist nichts davon unglaubhaft, wenn man die Hintergründe bedenkt, welche zur Entstehung dieser Gesellschaft beitrugen. An Bord haben sich zwei Gruppierungen gebildet. Es gibt die „Mannschaft“, welche sich in die Kasten der Wissenschaftler (mehr Priester als Forscher) und die der Bauern aufteilt. Die oberen Bereiche des Schiffes werden von den „Meuterern“ regiert. Unter ihnen finden sich viele Mutanten, die durch die Strahlung des Alls teilweise groteske Körper erhalten haben. So hat etwa der wichtigste Kopf der Meuterer, Joe-Jim, zwei Köpfe auf dem Hals. Im Laufe der Handlung wird der Hauptprotagonist, ein junger Wissenschaftler namens Hugh Hoyland, mit der Wahrheit über das Schiff und den Raum konfrontiert. Danach beginnt eine Kette von Ereignissen, die zu einer weiteren Teilung der Menschen an Bord führen sollen...

    Fazit: zugegeben, die Handlung dieses kurzen Buches (knapp 160 Seiten) ist nicht so überzeugend, die Welt dafür umso mehr. Heinlein gelingt es eine überzeugende Raumschiff-Gesellschaft zu erschaffen, welche sich schon so lange in ihrer Umgebung aufhält, dass sie keine Ahnung mehr von ihrer ursprünglichen Herkunft hat. Der technologische Niedergang ist spürbar (Messer und Schleudern sind die einzigen Waffen, später werden Schwerter eingeführt, welche eine enorme Verbesserung darstellen) und besonders die Religion der Mannschaft, welche auf der echten Mission fußt, kann überzeugen. Dieses Buch ist nur noch gebraucht zu bekommen. Wer es jedoch (wie ich) zufällig findet und sich etwa für Gesellschaftsexperimente interessiert, tätigt keinen Fehlkauf.
    "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
    die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
    (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

  • #2
    Die Original-Geschichte "Orphans of the Sky" hatte Heinlein sogar noch früher geschrieben, sie wurde 1941 in zwei Teilen in dem Pulp-Magazin "Astounding Science Fiction" abgedruckt.
    Siehe auch: http://lh3.ggpht.com/abramsv/R3Fh-UK...0/ast_4105.jpg

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    • #3
      Herrlich, alleine schon wegen des Covers.

      Bei meinem Buch war vorne von den 60ern die Rede. Damit bezog man sich wohl auf die erste gedruckte Ausgabe der Geschichte in einem Band.
      "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
      die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
      (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

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