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  • Testleser gesucht

    Hallo Ihr Lieben:

    Ich würde mich über einige Testleser freuen, die meinen SciFi Roman mit ca. 300 Seiten bewerten und bitte Euch, um entsprechende Hilfe.

    Die Geschichte handelt von dem Jugendlichen Tony, der unfreiwillig seine liberale Welt mit der totalitären Parallelwelt von Anton tauscht. Sie müssen sich ab diesem Zeitpunkt in der Welt des Anderen zurechtfinden. Mit dem Verlauf der Zeit müssen die Beiden nicht nur unzählige Abenteuer bestehen und ihre erste große Liebe verarbeiten, sondern "assimilieren" sich nach und nach in Sprache und Verhalten an den jeweils Anderen, ja müssen es zwingend gar, um schließlich und endlich das Finale der Geschichte erreichen zu können.

    Die Sprache ist sicher an einigen Stellen nicht ganz normal und vor Allem dem abgedrehten ersten Buben in der Geschichte geschuldet.

    Es geht mir zum jetzigen Zeitpunkt eher um ein qualitatives Lektorat, sprich Bewertung von Logik, Inhalt, Längen, Sprache, auch Bewertung der Sexszenen (Soll am Ende keine Pornographie sein) usw.

    Ein Korrektorat werden am Schluss sicherlich kompetente Leute hier im Hause durchführen, sprich meine Frau. Selbstverständlich sei es niemandem genommen, hier ebenfalls helfend einzugreifen.

    Über entsprechende Anfragen würde ich mich total freuen.

    Hier der Einstieg in den Roman!

    Kontinua


    Der Weltraum, unendliche Weiten. Galaxien, in die nie ein Mensch zuvor einen Fuß gesetzt hat. Lasst Eure Augen diese Sphären der Unendlichkeit nach Herzenslust durchwandern und irgendwann werdet Ihr ganz bestimmt eine Galaxie namens Milchstraße in dem ganzen Wirrwarr der Sterne finden. Wenn Ihr Sternengucker jetzt noch ein bisschen genauer schaut, vielleicht habt Ihr ja ein ganz potentes Glas, durch das zu blicken Euch vergönnt ist, dann leuchtet hier ein Stern im Besonderen so einfach vor sich hin. Er ist ganz unbedeutend und klein in der Unendlichkeit des Universums. Sein Name ist Sonne. Im gleichnamigen System eingebettet schlummert wiederum eine klitzekleine Winzigkeit von einem Planeten namens Erde. So winzig und klein, dass selbst die Architekten der Welt sie zu vergessen haben scheinen.

    Wir schauen noch tiefer in unser Teleskop des Typs Hubbel 2010, vorbei an Ozeanen und Meeren, exotischen Kontinenten und Ländern, die so schön sind, dass unsere Augen am Rohr ganz kurz geblendet werden. Jetzt, nachdem wir sie wieder öffnen, sind wir ganz unverhofft irgendwo und doch im Nichts gelandet. Wir wissen nicht mehr wo wir uns befinden, aber hier, mitten im Herzen des Großen und Ganzen, das sich die Schöpfung nennt, liegt das sagenumwobene Europa. Der Quell unerschöpflicher Ranken und Legenden. Unser Blick wandert weiter über Berge und Täler, Flüsse und Seen und eine unglaubliche Vielfalt der Natur erschließt sich unseren gierig aufsaugenden Augen.

    Mit bunten Federn und Fellen bekleidete Kreaturen streifen auf diesem Teil des Planeten herum und bevölkern seine uns schier erschlagende Artenfülle an Pflanzen. Völlig nackte zweibeinige Monstrositäten mit bedeckter Scham, ganz und gar hässlich anzuschauen mit ihrem tollpatschig taumelndem Gang und ihren vom Körper weit abstehenden, langen und unförmigen Extremitäten sind hier beheimatet. Schlängeln sich, nicht mehr zählbar und Ameisen gleich, auf über das Land tief einschneidenden und zerteilenden Wegen oder befördern sich gar, mittels extrem übelriechenden Blechbüchsen und Sardinen gleich, von einem Ort zum anderen.

    Vollends furchtbar anzuschauen finden sich hier auf einmal ganze Haufen voll von diesen ekligen Bestien. Einige abstoßend rotgesichtig, manche dick, andere gar dürr und alle tragen mitten im Gesicht riesige entstellende Widerwärtigkeiten. Emsig, unermüdlich wie die Bienen, wandern sie scheinbar ziel- und seelenlos umher.

    Reist mit Ihnen umher, durchstreift immer weiter diesen Teil der Welt, tief hinein bis in ihre Mitte und Ihr werdet endlich das Land namens Deutschland finden. Hier ruht schließlich und zu guter Letzt im Herzen der hessischen Pampa, schlussendlich mein Heim im Herddaweg 52. Ihr fragt Euch sicher schon, wer ich bin, der solch Hirngeschwülst von sich gibt. Nun ich bin einer dieser wundersamen Wesen, die ich gerade so treffend beschrieb und mein Name ist Anton. Ja genau der, aber nicht dieser aus diesem anderen Land namens Tirol. Nein, nein, nein, ganz und gar nicht dieser. Nein, ich bin der Anton, genannt Tony aus Auheim. Ganze fünfzehn Januare habe ich bereits erlebt und befinde mich in der großen Wende meines Lebens, denn ich habe beschlossen cool zu sein!

    Wenn Ihr zwei Leute nach ein und derselben Sache fragt, erhaltet Ihr mindestens zwei konträre Meinungen. Fragt Ihr mehr Personen, wird die Meinungsfindung zur unüberwindbaren Barriere in einem Ozean der Anschauungen. Allerdings wenn Ihr die Menschen nach mir fragt, dann fällt die gleichlautende Antwort immer und überall allergleich aus. Und sie ist leider alles andere als hip.

    Schlimme Jahre lagen nun hinter mir im Gustav-Einstein-Gymnasium in der nah gelegenen City Austadt. Schierer Extreme-Stadtschulhorror sag ich Euch. Es ist im höchsten Maße erstaunlich, was Menschen sich gegenseitig antun können und über das, was meine Kolegas im Gymnasium mir jahrelang angetan haben, könnte ich ganze Bücher schreiben.

    Dabei fing alles ganz harmlos in der Sechsten an, weil mir, damals noch ein ganz unschuldiger Bub, ein paar Tränen das Gesicht herunter kullerten, nachdem ich meine erste Zwei plus in Reli geschrieben hatte. Dies ist doch vollständig und in Gänze verständlich nach einer fünfteiligen Einser-Reihe, die es richtig in sich hatte. Total Stolz war ich. Immerhin nun Klassenbester, Liebling der Lehrschaft und auch meiner Eltern, die es im Moment im Sonstigen gar nicht einfach hatten.

    Oder lag es doch nicht auf der Hand? Zugegebenermaßen aber absolut und völlig unberechtigt, hatte ich bereits bei meinen Mitschülern einen gewissen Stempel auf der Stirn stehen. Streberleiche und Nerd waren die nettesten Beschreibungen, die ich aufschnappen konnte. Was soll das? So kann man doch nicht mit Menschen umgehen, oder doch?

    Bereits einen Tag nach dem Geflenne hat mich die ganze Schule angeschaut, als ob ich ein Aussätziger mit Lepra wäre. Wie bitte, Ihr wisst nicht was Lepra ist? Schaut gefälligst bitte, und so viel Höflichkeit muss dann doch noch sein, mal im Wiki nach Ihr Idioten und fragt nicht so doof. Sorry, aber ich bin schon wieder ganz aufgebracht und verlier den Faden.

    Ein oder zwei Leute gibt es immer die Mitleid mit einem haben und so erfuhr ich wenig später, dass einige Hirnis meiner Klasse einen Geistesblitz hatten und in Ihrer Erleuchtung eine gefakte Seite von mir im Netzwerk Kennst du wer geschaltet hatten. Der absolute Mega Gau für mein Ich. Ich war geoutet, down, ein absoluter K.O. Schlag für mein Ego. Plötzlich war ich der geile Pornoking der Schule, dieser Typus, der auf alte schrumpelige Lehrerinnen stehen soll. Bäh und igitt, wo selbst die Jüngeren unter denen doch schon alle Östrogenmumien über fünfundzwanzig waren. Ich wusste damals überhaupt nicht was das soll, mit meinen gerade zwölf zählenden Januaren! Möge der heilige Darth Vader über Euch kommen und Euch ins Land der Finsternis hauchen ihr Schweinepriester, die ihr Scham und Schande über mich gebracht habt. Vader kam, in Gestalt des Rektors des Gymnasiums und Herr Guddermann fegte all die bösen Bösewichte ins Nirwana des schulischen Seins. Für mich selbst kam allerdings jede Rettung zu spät und die paarmal Nachsitzen für die Übeltäter um Manuel Testostyrann waren bei Weitem nicht Strafe genug. So what! Ich reg mich schon wieder auf, aber mein Ruf war unwiederbringlich ruiniert und jetzt fing die Sache erst richtig an, schlimm zu werden.

    Zuerst verschwanden ständig meine Sachen. Ob nun Füller, Bücher, Jacke oder Stifte, auf einmal waren sie im tiefen Loch der Gemeinheiten verschwunden und es gab Ärger deswegen mit den Lehrern und meinem Familienrat at home. Ständig befand ich mich damals auf dem Fußboden der Tatsachen. Kaputte Aldi-Hose, meine wunderschönen Kinderbeine bis zur Unkenntlichkeit zerschrammt, die Hände geschürft und entstellt und alles nur weil aus heiterem Himmel irgendwelche Extremitäten meinen Weg kreuzten.

    In den unendlich dauernden Pausen wurde mir dann noch die Rolle des außenstehenden Blödis zu teil. Ich war das Scheißtier, dem man mal gerne das gourmet belegte Brötchen klaute oder den Liebslings Mülli-Joghurt aus der Hand schlug weil es ja eigentlich fett genug war und kein Futter mehr brauchte. Die Schülerwissensbank wurde in den Pausen mein ganz persönliches Safe House, in das ich mich wie eine kleine unbedeutende Küchenschabe verziehen konnte. Und letztere wurden dort zu Hauf meine ganz persönlichen Kolegas. Übrigens, für meine Rolle erhielt ich damals den Schul-Oskar und ich musste sie immer und immer wieder zur Belustigung meines Fachpublikums darbieten.

    Ich fing daraufhin an in der Nacht zu alpen, hatte kolossale Drüsenausbrüche. Später kam dann ausgelassene Pipinaniererei in der Schlafkoje dazu und mein bis dahin zuverlässiges Verdauungssystem rebellierte gegen Irrsinn und Kalamität. Substanzlos und gnomenhaft fand ich mich. Und fand mich auf einmal beim Psychater wieder. Ich war die läppischste Nebensache der Welt geworden, nur dazu da, meinen finsteren Schindern unendlich viel Freude zu bereiten.

    Flennt mal nicht gleich los Leute, ihr wisst doch ich bin der Tony und mein Nachname ist Optimismus, also hinweg mit Eurem Mitleid! Oder wie Nitzsche es wohl sagen würde, als ich den anderen leiden sah, da schämte ich mich um seiner Scham willen, und als ich ihm half, da verging ich mich hart an seinem Stolze.

    Der August war nun da und bei sommerlich warmen Temperaturen brach das achte Schuljahr an. Eine zwar nur kurze, aber doch höchstwillkommene Verschnaufpause bot sich durch die Sommerferien. Sie ersparten mir zunächst weitere Schande, in einem sich inzwischen hoch hinaus auftürmendem Meer der Verletzungen meines Geistes.

    Gott, was war ich zunächst maßlos happy, als ich die kleinen Pimpfe in meiner Klasse wahrnahm. Über die Ferien war ich glatt zu einem Riesen mutiert und schaute nun von oben lässig auf die kleinen Scheißer herab. Mein Alter Ego wuchs und wuchs, um endlich den Himalaja zu erklimmen, sodass ich tatsächlich wieder Mut fasste. Doch der Schein erwies sich schon bald als trügerisch und blendend, und enthüllte mir seine geballte Faust der Wahrheit aus seinem Nebel. Letzteres sozusagen im allerwahrsten Sinne des Wortes.

    Der erste Streit folgte sogleich mit einem dieser Knirpsis, fragt mich bitte nicht worum es dabei ging. Ein Jahr ist eine lange Zeit und zum Schutze des Geistes lässt der Schleier des Vergessens, ganz gern mal die eine oder andere Synapse verschwinden. An eins kann ich mich aber dann doch noch ganz genau erinnern, ich stand vor ihm, schubste ihn und wollte ihn in den Schwitzkasten nehmen, groß und stark wie ich nun war. Doch weit gefehlt, diese Art der Auseinandersetzung zwischen jungen Kavalieren war ihm scheinbar fremd. Als dann aus dem Nebel seine geballte Faust der Wahrheit sprach und in mein bis dahin makellos wunderschönem Gesicht wie eine Trompetenfanfare schmetterte, fand ich mich auf dem Fuß- und Hosenboden wieder. Ein schierer Schwall von Blut ergoss sich über mich. Auf mein Hemd, meine Hose, dem Linoleum auf dem Fußboden usw. Echt Leute, ich schwören und ich war jetzt um ganze zwei halbe Zähne leichter.

    Erleichtert, dass ich nun so schnell an Gewicht verloren hatte, schaute ich in den Spiegel über dem Waschbecken im Klassenraum und stellte in meinem allerbestem Hessisch fest, "Wer iss’n dess doa mit dee schebbe Naas doa?“. Das mit dem Slang ist keine Show Leute und passiert mir echt immer dann ab und wann, wenn ich aufgeregt bin. Tja, also was soll ich Euch Gutes darüber sagen? Nach meinem Aufenthalt im Krankenhaus lief die Sache weiter aus dem Ruder in diesem meinem ganz persönlichen Fegefeuer. Auf immer und ewig den Höllenflammen von Manuel Minirambo, dem Anwärter auf den goldenen Hirnschrittmacher, ausgeliefert.

    Alles in allem eine in höchstem Maße traumatische Zeit. Für mich Äonen während und in der ich ständig von Ängsten geplagt wurde, was als nächstes auf mich zukommen könnte. Ich schaffte es inzwischen kaum mehr aufzustehen und in die Schule zu gehen. Gerne spielte ich beim Heimdoktor den Sterbenskranken, um diesen seelisch monströsen Grausamkeiten zu entrinnen, aber letzten Endes hatte ich keine Wahl. In dem Bewusstsein eigentlich das deutlich weiter entwickeltere Lebewesen in der Evolutionskette zu sein, musste ich mich doch immer wieder dem Wahnsinn der Schulraubtiere stellen.

    Doch nun genug von meinen Peinlichkeiten, denn Ihr sollt ja noch meine anderen Seiten kennen lernen. Eins darf ich Euch aber noch zum Abschluss dieses Lebensabschnittes sagen, gebt niemals auf, streicht niemals die Segel, haltet durch Leute, beugt niemals nie Euren Nacken nicht den Ungerechten dieser Welt. Irgendwann schlägt ein Jedermanns Stündchen, auch wenn es noch so lange dauert. Schon bald sollte nun meine Ära kommen und ich würde, wie der Phönix aus der Asche, auferstehen und meine Peiniger heimsuchen. Doch dazu mehr in einem anderen Kapitel meiner ganz eignen kleinen Mär.

    Kontinua 2

    Nun sollte sich endlich und endgültig alles an meinem Dasein für immerdar und zum Guten wenden. Fünfzehn und Einhalb war ich inzwischen nun. Die ganzen Ferien hatte ich an einem Comeback mit Glanz und Gloria getüftelt. Mein ganzes Hirnschmalz und all mein Karma schienen aufgebraucht. Als Popstar wollte ich mich in die Herzen der für mich nun interessanten Ladyschaft beamen und meine unrühmliche Vergangenheit sollte sich auflösen in Schall und Rauch. Barbies ich komme und ich liebe Euch. Nur noch angesagte Markenklamotten und -schuhe waren im Schrank. Gesang und Gitarre bis zum Abwinken hatte ich mir gegeben und heute, sollte es endlich los gehen. Zum Start in die Neunte hatte ich nun, selbstredend wieder mit Selbstbewusstsein bis ins Mark meiner Knochen strotzend, meine neue Gitarre geschultert. Ich also ab und wie eine Feder gespannt in die Schule. Leute seht her, hier bin ich, der neue Tony.

    Hallo, sieht mich wer?

    Nun gut, Rom wurde auch nicht in der ersten Schlacht erobert. Aber ich hatte auch nicht wirklich Zeit zum Grübeln oder zum Nachdenken über den kleinen Knick im Plan, denn da kam sie schon um die Ecke. Kommen ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck für diesen alles hinwegfegenden Tsunami. Sie divierte, natürlich wie eine Diva Ihr Dummies, wie denn sonst!

    Wieder zurück!

    Sie divierte über den Schulhof und fokussierte wie ein Brennglas alle Blicke auf Ihre geballte Ladung weiblicher Sexualität. Wie, Ihr wisst nicht was ein Brennglas ist, schaut gefälligst ins Wiki und unterbrecht mich jetzt ja nicht noch einmal, Leute. Also weiter im erotischen Gedicht. Sie hatte lange braune Haare, Gesicht Typ Pink Lady, Beine bis zum Hals und noch mehr, jaha Baby, noch viel mehr und ich wurde schon ganz gaga im Kopf über diese ganze stereotype Scheiße!

    Aber Stopp, ist das nicht die Nola aus meiner Klasse? Das gibt’s doch nicht, klar ist das die Nola. Ich glaub mein Hamster bohnert, die hat sich in den Ferien aber verändert. Im vorherigen Schuljahr hatte sie noch ausgesehen wie eine Latte, vorne flach, hinten plan und ihre Kleider des Typs fünf Euro Container flatterten um sie herum wie die Motten um das Licht. Nun das, aufgebrezzelt, kurvengetuned und aufgepimpt, in Kompressionskleidung des Typs Hugo Bossi Nippelalarm, würden nun die Jungs um sie herumflattern wie die Fliegen um den Schmeiß.

    Ich also nichts wie hin zu ihr und treffenderweise, in höchstem Maße Einfallreichtum sprühend sage ich zu ihr, "hallo Nola".

    Sie brüllt mir in die Fresse "Hey, ich bin doch keine Schlampe, schau mich nicht so gierig an du Perverser" und schon war sie, die Augen strikt auf ihr Ziel ausgerichtet und ohne mit der linken Wimper zu zucken, an mir vorbei.

    Sie bot sich daraufhin tatsächlich wie eine läufige Hündin Manuel dem Fußballer Kapitano an und scharwenzelte freudig um ihn herum. Gott versteh die Welt! Warum suchte sie sich ausgerechnet den aus, diesen Gehirn amputierten Hirni, mit dem ich noch mehrere Rechnungen seit der Kennst du wer Sache offen hatte. Scheiße und ich trollte mich wie ein räudiger Hund, aber meine Chance würde schon noch kommen meine Bella.

    Wir hatten sogleich Englisch in der ersten Stunde, mein absolutes Lieblingsfach. Wie alle anderen Fächer auch, aber sagt es ja nicht weiter. Ich konnte mich im Hier und Jetzt auf überhaupt nichts mehr konzentrieren. Meine Hirnzellen schienen abgestorben zu sein, wie im Suff. Mein Gott, ob sich das wieder gibt?

    Mein Blick schien wie ein Fels in der Brandung. Strikt und in peinlichster Weise nicht mehr zu verheimlichen, wie eine todbringende Waffe die Augen auf sie gerichtet, gaffte ich mit offenem Mund. Ich hoffe, ich habe nicht gesabbert, zumindest kann ich mich daran nicht mehr erinnern. Weiter in der Romanze. Sie füllte mich nun schon bis in die letzte Lücke meines Ichs aus und ich merkte this is love und meine Gedanken schweiften nun vollends ab. Ich war im Himmel, auf Wolke sieben, gleich neben der Startbahn ins ewig währende Glück.

    "…. Tony" schreckte Herr Trauermeier mich auf.

    "Please Mr. Trauermeier?" Eine Erwiderung, die mir die ersten Minuspunkte in seiner Liste einbrachte. Was soll's, Trauermeier war schon ein schräger bavarischer Vogel, ausgestattet mit einer schwarzen, antik anmutenden Brille, langen fettigen Haaren und lässigen, bequem wirkenden Klamotten sah er aus wie die Inkarnation eines Harvard Professors. Mit seinen Listen setzte er auf Transparenz bei der Benotung und sammelte freudig Negativas, bis sein Maß voll war. Das sollte den Eltern ein nettes Gespräch mit ihm und den Schülern unfreiwilligen Sozialdienst einbringen. Bei ihm herrschte noch traditionelle bavarische Zucht und Ordnung. Wenn ihr mich fragt, der spinnte und das total!

    Ich sagte also zu ihm, "Schreiben Sie's auf Herr Trauermeier. Die Rechnung servieren Sie mir dann bitte später" und Peng, Bingo, Satz und Sieg. Plötzlich war er da. Ein Riss im Stempel auf meiner Stirn tat sich auf und ähnlich einem schwarzen Loch fing er an positive Energie zu fressen und zu fressen und zu fressen. Das Allerbeste war, die ganze Klasse lachte herzhaft aus allen Poren. Einen Moment brauchte ich schon noch, aber allmählich begriff ich dann doch, he, die lachen ja gar nicht über mich!

    Trauermeier tobte, spuckte und geiferte mir, was von meinen Eltern zu ihm zitieren, ins Gesicht. Was weiß ich was ihm, in diesem des Gedenkens würdigen Momentes, sonst noch einfiel. Ich hörte überhaupt nicht mehr zu und sonnte mich in meinem ganz privaten Augenblick des Ruhmes. Einfach nur geil sage ich Euch!

    Der zweite Schultag brach an und mein Wecker klingelte. Knopf gedrückt, umgedreht und weiterratzen! Mein ganz persönlicher Familienwecker hatte eine vollautomatische Wiederholung und lies das natürlich nicht zu. Kurz danach klopfte sie an die Tür, "Tony du kommst schon wieder mal zu spät!". Ich schlafwanderte von der Matratze in die Wanne und döste in der warmen Brühe grad mal wieder weg. Sie rief erneut von unten "Tony Schatz, es ist Zeit!".

    "Erbarmen!" Ich frottierte mich ab und stieg schnell in meine neuen Beinkleider von Hilfinger und die Shoes von Adidas ein. Dresscode ist alles Alter! Ich zog mir schnell noch ein Frühstücksstückchen rein und dann ging's ab in die Bahn, weil ich den Bus sowieso schon verpasst hatte. Was soll's, zu spät komm ich so oder so!

    Zehn Minuten zu spät! Und als ich den Klassenraum betrat, ich hatte welch ein Zufall, schon wieder Englisch in der Ersten, hatte Herr Trauermeier seinen treffenden morgendlichen Einsatz. "Guten Morgen Tony! Das trifft sich gut, ich habe gerade das Klassenbuch für einen Eintrag in der Hand!"

    "Herr Trauermeier, entschuldigen Sie bitte mein zu Spät kommen, aber ich bin total unschuldig!", setzte ich an.

    Herr Trauermeier unterbrach sofort, "alle Deine Mitschüler haben es geschafft pünktlich zu erscheinen Tony, es ist Deine Pflicht dafür zu sorgen rechtzeitig im Unterricht zu sein, weshalb ich das hier nicht weiter ausdiskutieren möchte!"

    "Aber Herr Trauermeier was kann ich denn dafür, dass man der Bahn heute am frühen Morgen die Räder geklaut hat!"

    Und ab hier ging der Tag so richtig schön ab. In der Pause Gitarre raus und losgeträllert. Ich schmalzte und schnulzte so vor mich hin und plötzlich war ich umringt von lauter mannstollen Barbies die mich voller Verlangen aus Ihren Scheinwerfern im Gesicht heraus anleuchteten. Ich genoss die in mich hinein pulsierende, wärmende Kraft aus der Tatsache schöpfend für genau diesen Moment geboren worden zu sein. Welch ein Quell der Labsal und Glückseligkeit hatte sich hier für meine aufs tiefste gepeinigte Seele geöffnet. Das rockte einfach nur noch und ich leerte diesen Becher, den Nachhall lüstern mundend, bis zur Neige. In meinem offenen Gitarrenkoffer hatte ein Jemand gar einige Münzen geworfen. Ich zählte ab und war nun tatsächlich neun Euro, fünfundneunzig Cent reicher. So machte das Leben einfach nur noch Spaß. So konnte es weitergehen Leute!

    Zwei Tage Comeback und ich hatte es endlich geschafft in der Schule Präsenz zu zeigen, wahrgenommen zu werden. Nicht bei allen, nein, aber doch bei vielen und ich fühlte mich einfach nur Raumschiff.

    Doch auch ein schöner Schultag musste sich schlussendlich einmal dem Ende nähern und wie ein Proton im Beschleuniger an die Lichtgeschwindigkeit aufschließt, so zogen diese magischen Augenblicke in meinem Leben in Windesseile davon.

    Also ging ich ab nach Hause und auf dem Heimweg überkam mich tatsächlich das Verlangen nach einer Zigarette. Ich wollte über den schönen Tag sinnieren und all die schönen Dinge vor meinem Inneren Revue passieren zu lassen. Ich weiß das klingt jetzt total kitschig und wie einer Werbung auf Youtube entsprungen, aber so war es wirklich. Ich konkret schwören Alter!

    Mein Pech, dass ich keine Kippen mehr hatte. Das war aber keineswegs ein Wunder bei meinem Schülerschmalspurbudget, sondern stellte vielmehr den Regelfall dar. Da mein Portemonnaie aktuell zwar nicht prallgefüllt, aber so doch einen gewissen Spielraum für Kapricen hergab, latschte ich den nächstgelegenen Zigarettenautomaten im Gebrüder Brunn Center ab.

    Wie, nicht schon wieder und das K... hat nun wirklich nichts mit Kapriolen zu tun, sag ich Euch. Also Ihr ab ins Wiki und ich weiter im Sujet.

    "So ein blöder Apparat, will einfach die Glimmstengel nicht hergeben", dachte ich. "Die eine abgef…(beeb) Münze fällt einfach immer wieder durch. Ein komischer Euro ist das bei genauerer Inaugenscheinnahme aber schon! Könnte das Einer aus den neuen europäischen Ländern im Osten sein? Da, muss ich zu meinem Leidwesen eingestehen, kenne ich mich gar nicht so gut aus. Was soll's!", ich spuckte drauf, damit es flutschte und rein mit ihm! "Jetzt steckt das doofe Teil nun auch noch im Automaten fest."

    Ich erinnere mich noch, dass ich total wütend war und die münzenfressende Höllenmaschine mit meinen Fäusten auf den Wahltasten traktierte. Endlich hörte ich wie das störrische Teil in den Münzer fiel und im gleichen Augenblick war eine Art Welle zu spüren. Ganz kurz, fast unmerklich, wie als ob die Erde zart erbebte. Oder bewegte ich mich? Ich wurde leicht elektrisiert. Für einen kurzen Moment wurde alles schwarz um mich herum, dann war plötzlich wieder alles in grelles Licht getaucht, blendete mich. Als die Welle schließlich abgeebbt war, öffnete ich die Augen. Aus der Welt um mich herum schien plötzlich alle Farbe gesaugt und ich bekam eine fürchterliche Erektion meiner Körperbehaarung. Scheiße wo war ich?




    LG Juan

  • #2
    Hallo Juan,

    würdest Du mir drei kurze Fragen beantworten?
    • Wie lange schreibst Du schon?
    • Ist es Dein erster Roman?
    • Wie oft hast Du die Erstfassung überarbeitet?

    Lieben Gruß,
    Viola
    »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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    • #3
      Und, wenn ich noch 2 Fragen hinzufügen dürfte:

      Wer ist das Zielpublikum?
      * nach Alter (Jugendliche/Erwachsene)
      * nach Lese-Erfahrung (SF-Einsteiger/SF-Verschlinger)

      In welche(s) Subgenre(s) der Phantastischen Literatur würdest du den Text einordnen?
      * SF / Hard-SF
      * Trans-/Posthumanismus / Cyberpunk
      * Fantasy
      etc.

      Beim Lesen deines Textes fällt natürlich die sehr jugendliche Sprache auf. Offengestanden, ich finde sie gar etwas überkonstruiert und unnatürlich. Und wenn sich der Roman dann vorwiegend an Jugendliche richten soll, kann das nach hinten losgehen.

      Dazu noch die Ankündigung von (mehreren?) Sexszenen. Du gibst zwar an, dass da keine Hardcore kommen soll, aber was verstehst du unter "Pornographie"? Was schwebt dir vor: Lediglich eindeutige Wortwahl in den Dialogen oder einfach Beschreibungen des Aktes, ohne zu sehr ins Details zu gehen?

      Eine deftige Wortwahl scheint ja zur Zeit ein Modetrend bei YAL (Young-Adult-Literature) zu sein. Dagegen kann eine überbordende Verwendung von, sagen wir mal, Erotik, deine ganzes Werk kaputt machen - sofern du nicht explizit einen Erotik-Roman produzierst.

      Zu Frage 2:
      Du nennst es eine SciFi-Geschichte. Der obige Textauszug läßt allerdings noch keine SF-Elemente erkennen. Im Moment scheint das lediglich eine 'Bodyswitch'-Geschichte zu.
      Ich vermute mal, daß im weiteren Verlauf noch eine Maschine/Alien/MadScientist dazukommt, der das auslöst. Falls nicht, und die Verwandlung aus unerklärlichen oder magischen Gründen stattfindet, dann wäre das Fantasy. ( Ein Zigarettenautomat ist zwar auch eine Maschine, aber wenn der plötzlich anfängt, Leute zu vertauschen, wofür er eindeutig nicht gebaut wurde, dann fällt das für mich auch erstmal unter Fantasy. )

      Du sollst natürlich hier nicht das Ende des Romans verraten, aber wenn du Leser suchst, dann mußt du denen auch was zum Fressen vorwerfen: Ich persönlich lese nicht so gerne Fantasy, daher spricht mich dein Textauszug jetzt auch nicht besonders an.

      Das bedeutet: Falls die Erklärung für den Rollentausch tatsächlich das spannungserzeugende Element ist und definitiv nicht vorher verraten werden soll (auch nicht angedeutet), dann solltest du gerade am Anfang andere kleine, unscheinbare Andeutungen einbauen, die auf eine SciFi-Geschichte hinweisen.

      Ansonsten könnte ein Leser, der das Buch/Ebook mit einer gewissen SciFi-Erwartung beginnt, schnell die Lust verlieren.

      Ist natürlich alles nur meine Meinung.
      Zuletzt geändert von xanrof; 20.10.2014, 13:46.
      www.novum-somnium.com
      future • dreams • imagination• science• fiction
      >> blog, essays, short stories, cgi, art <<

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      • #4
        Zitat von xanrof Beitrag anzeigen
        Und, wenn ich noch 2 Fragen hinzufügen dürfte:

        Wer ist das Zielpublikum?
        * nach Alter (Jugendliche/Erwachsene)
        * nach Lese-Erfahrung (SF-Einsteiger/SF-Verschlinger)

        In welche(s) Subgenre(s) der Phantastischen Literatur würdest du den Text einordnen?
        * SF / Hard-SF
        * Trans-/Posthumanismus / Cyberpunk
        * Fantasy
        etc.
        Da Deine Fragen detaillierter sind als meine, will ich auch ein wenig offener sein.

        Zitat von xanrof Beitrag anzeigen
        […] Beim Lesen deines Textes fällt natürlich die sehr jugendliche Sprache auf. Offengestanden, ich finde sie gar etwas überkonstruiert und unnatürlich. Und wenn sich der Roman dann vorwiegend an Jugendliche richten soll, kann das nach hinten losgehen.
        Solange Juan nicht antwortet, kann meine Einschätzung vollkommener Blödsinn sein, aber der Text wirkt auf mich unausgereift, so als sei er nicht oder kaum überarbeitet worden. Dazu kommt noch die Präsentation:

        Wer Betaleser sucht, sollte dies etwas "professioneller" tun. Juan, weißt Du, was ein Exposé ist, wie es aufgebaut sein sollte (das Beispiel gilt ebenso für Literaturexposés) und wozu es dient (Leseprobe ; PDF-Datei)?

        Außerdem empfehle ich Dir, Dein Manuskript mithilfe dieser Richtlinie selbstkritisch noch einmal durchzugehen.


        xanrof, ich hoffe, wir beide haben Juan jetzt nicht allzu sehr verunsichert.


        Lieben Gruß,
        Viola
        Zuletzt geändert von Viola; 20.10.2014, 15:00.
        »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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        • #5
          Viola, das hoffe ich ernsthaft auch nicht.

          Daher @JuanJoe: Nicht entmutigen lassen, wir wollen dir das Schreiben nicht ausreden.
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