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Picknick am Wegesrand von Arkadi und Boris Strugatzki

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  • Picknick am Wegesrand von Arkadi und Boris Strugatzki

    Nachdem ich sehr viel Gutes über dieses Werk gehört hatte, habe ich mir "Picknick am Wegesrand" endlich einmal zu Gemüte gezogen.


    Inhalt:

    Außerirdische haben die Erde erreicht. An 6 Stellen auf dem Planeten sind sogenannte Zonen entstanden, in denen mysteriöse Artefakte lagern und die normale Physik außer Kraft gesetzt zu sein scheint. Diese Zonen sind Sperrgebiete, aber einige Menschen, sogenannte "Schatzgräber" (oder Stalker,) begeben sich dennoch in sie hinein. Diese Draufgänger bergen außerirdische Artefakte und verkaufen sie dann am Schwarzmarkt weiter. Jenseits der Zonen gibt es nichts, dass auf die Besucher hindeutet, außer eben jenen Artefakten. Diese fremdartigen Technologien nutzt man teilweise, aber das Verständnis ist sehr gering. Die Menschen haben sich mit den Zonen arrangiert und jeder versucht, sie für seine Ziele zu nutzen. Die Intention der eigentlichen Außerirdischen bleibt aber stets rätselhaft. Letztgenannter Punkt führt zu zahllosen Spekulationen über die Zonen.



    Fazit:

    Das Buch wird seinem gewaltigen Ruf nur bedingt gerecht. Die Idee und deren Konsequenz war interessant, aber die Umsetzung sprach mich nur bedingt an. Leider passiert im Buch zwar recht viel, aber nur wenig davon ist wirklich interessant. Höhepunkte sind da noch die Gespräche und Reflektionen über die Zone. In meiner Buchausgabe (Suhrkamp, 17. Aufl.) gibt es noch ein lesenswertes Nachwort von Stanislaw Lem, welcher eine kluge Interpretation anbietet. Insgesamt empfand ich dieses Werk aber als recht zäh. Tatsächlich krankt das Buch an den gleichen Schwächen, die auch die Tarkowski-Verfilmung hat. An und für sich ist es faszinierend, aber die Ausführung macht vieles zunichte. Zudem hat man mit Roderic Schuchart auch eine sehr, sehr unsympathische Hauptfigur bekommen.

    Allerdings könnte das auch an der Übersetzung aus dem Russischen liegen. Ich habe mir sagen lassen, dass diese hier nicht so gelungen sein soll.


    Wie steht Ihr diesem Werk gegenüber?
    "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
    die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
    (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

  • #2
    Vorweg, ich liebe die Strugatzki-Brüder!

    Gut, Picknick am Wegesrand ist jetzt auch nicht mein Lieblingsbuch der Brüder, das ist "Ein Käfer im Ameisenhaufen", aber ich mag auch das Picknick. Das Picknick ist aber auch ein paar Jährchen für mich her.

    Was für mich anfangs nach den 70-er Jahre Scifi-Filmen al´a Hollywood, Star Trek und Star Wars sehr schwierig war, ist die ganz andere Herangehensweise der Russen an SciFi.
    Es wird sehr viel lamentiert, über Nebensächlichkeiten, zumindest geht man erst davon aus, aber diese Nebensächlichkeiten zusammen genommen ergeben dann einen sehr wichtigen Aspekt in der Geschichte.
    Und die Strugatzkis lieben es philosophische Diskussionen zu führen! Sehr grundlegende Diskussion, über uns, unser Wesen.
    Als Europäer steht man oft sich den Kopf kratzend davor, aber die Logik und Fremdartigkeit der anderen Zivilisationen, die tiefschürfenden Dialoge faszinieren auch.
    Und es gibt auf viele Fragen keine Antworten!
    Und es gibt nicht Episode 7, wo die mundgerecht nachgereicht werden!
    Das gefällt uns Lesern nicht immer, aber es regt die Phantasie ungeheuer an! Das fordert mich heraus und manchmal mag ich das.

    Okay, Schuchart ist nicht unbedingt sympathisch, aber mir gefallen Hauptfiguren mit Macken und irgendwie hat man ja auch Mitleid mit ihm, wer hätte schon gern seinen von den Toten wiederauferstandenen Vater am Tisch sitzen und ein behindertes Kind?
    Entgegen der um sich greifenden Legendenbildung habe ich mein "altes" Forum nicht freiwillig verlassen, sondern ich wurde von den neuen "Betreibern" vor die Tür gesetzt, um den "echten" Fans den Anblick meiner Geschichten zu ersparen!

    Kommentar


    • #3
      Zitat von EA-Loyalist Beitrag anzeigen
      (...)

      Wie steht Ihr diesem Werk gegenüber?
      Genauso wie es ist, ist es perfekt.
      This post is protected by : Azatoth, demon sultan and master of illusion. ZOCKTAN!, Hiob 30, 16-17, Streichelt mein Ego,
      "I was a victim of a series of accidents, as are we all."
      Yossarian Lives!

      Kommentar


      • #4
        Zitat von Zocktan Beitrag anzeigen
        Genauso wie es ist, ist es perfekt.
        Du stehst dem Werk perfekt gegenüber? Wie machst Du das denn? (Von Dir, nach all Deinen Kommentaren im PF, hätte ich etwas mehr sprachliche Gewandtheit erwartet. ) Man kann ja aus diesem Einzeiler vielleicht erahnen, was Du meinst.

        Zitat von EA-Loyalist Beitrag anzeigen
        Das Buch wird seinem gewaltigen Ruf nur bedingt gerecht. Die Idee und deren Konsequenz war interessant, aber die Umsetzung sprach mich nur bedingt an. Leider passiert im Buch zwar recht viel, aber nur wenig davon ist wirklich interessant.
        Was findest Du jetzt warum nicht interessant?

        Der Roman ist ein Klassiker, der in der Tradition eines Märchens steht, nur dass das Unerklärliche in der pseudorationalen Beschreibung der SF dargestellt wird. Zum Teil gab es das in trivialer Form schon in Star Trek TNG, wo Geister als Energiewesen auftreten und vom Tricorder nachgewiesen werden konnte. Picknick am Wegesrand soll den Leser natürlich etwas ratlos zurücklassen, in der Furcht, es könnte etwas geben, das sich den rationalen Erklärversuchen entzieht. Die Gegenstände, die die Außerirdischen hinterlassen haben, sind nicht nur in der Hinsicht, wie sie funktionieren, ein Rätsel, sondern auch in der Frage, welchem Zweck sie dienen. Von daher hinterlässt der Roman am Ende eine gewisse Leere und nicht unbedingt das Gefühl, eine interessante Geschichte gelesen zu haben.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von irony Beitrag anzeigen
          (...)Von Dir, nach all Deinen Kommentaren im PF, hätte ich etwas mehr sprachliche Gewandtheit erwartet.
          Das macht nichts.

          Zitat von irony Beitrag anzeigen
          Man kann ja aus diesem Einzeiler vielleicht erahnen, was Du meinst.
          Vielleicht.
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          • #6
            Zitat von Zocktan Beitrag anzeigen
            Vielleicht.
            Wahrscheinlich doch eher nicht. Das war ironisch gemeint. Jeder hat andere Vorstellungen davon, was er unter "perfekt" versteht. Natürlich gibt man sich eine Blöße, wenn man es weiter ausführt, was man unter "perfekt" versteht. Man drückt sich dabei dann vielleicht selbst nicht so perfekt aus, aber so entsteht eine Diskussion. Wenn man natürlich eine perfekte Haltung bewahren will, sollte man möglichst wenig schreiben. Nicht, dass aufgrund des Geschriebenen noch eine Diskussion entsteht.

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            • #7
              Die Wahrnehmung von Kunst ist individuell. Man kann über die Art und den Inhalt eines Kunstwerks diskutieren, aber sicherlich nicht dadrüber, welche Meinung man dazu hat, denn welchen Erkenntnisgewinn soll es dabei geben? Alles was man in diesem Bereich besprechen kann ist so subjektiv, dass es unmöglich ist eine Diskussion zu führen.

              Edit: Und was hat das mit "Blöße" zu tun?
              Zuletzt geändert von Zocktan; 06.12.2014, 11:18. Grund: Fehlerteufel und so.
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              • #8
                Zitat von irony Beitrag anzeigen
                Was findest Du jetzt warum nicht interessant?
                Meine Antwort kommt etwas spät, sieh es mir bitte nach.

                Mich selbst konnte "Picknick am Wegesrand" nicht völlig überzeugen, da meine Erwartungen etwas anders waren. Die Idee und deren Ausführung verstanden zu gefallen, aber wirklich in die Geschichte hineingezogen wurde ich nicht.

                Ich habe schon oft erleben müssen, dass echte oder vermeintliche Literaturklassiker ihrem gewaltigem Ruf keineswegs immer gerecht werden. Vielleicht liegt es am Alter des Werkes oder an der - angeblich - schwachen Übersetzung, aber ich fand diesen Roman eher als kleines Denkspiel überzeugend, denn als nennenswerte Geschichte.

                Insofern kann ich Deiner Einschätzung im Grunde nur beipflichten.
                "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
                die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
                (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

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                • #9
                  Ich kann Deine Einschätzung schon verstehen EA-Loyalist, manche Namen von Autoren und Werken erschlagen einen erst und man geht sehr ehrfurchtsvoll daran, um dann zu merken, ja, ist gut, netter Ansatz, aber es haut einen nicht vom Stuhl.

                  Übrigens bin ich damals von Tarkowskijs (Schreibweise ?) Verfilmung als Kind/Jugendlicher tief beeindruckt gewesen, es war alles so ganz anders als bei den amerikanischen Scifi-Filmen der 70-er (muss schon solange her sein). Deshalb habe ich angefangen später die Strugatzki-Brüder zu lesen.
                  Entgegen der um sich greifenden Legendenbildung habe ich mein "altes" Forum nicht freiwillig verlassen, sondern ich wurde von den neuen "Betreibern" vor die Tür gesetzt, um den "echten" Fans den Anblick meiner Geschichten zu ersparen!

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                  • #10
                    Hi,

                    Irgendwie tut es mir sehr leid dass dich dieser Roman nicht "geflashed" hat (ein anderes Wort fällt mir nicht ein.) Man fühlt sich irgendwie um etwas 'betrogen'.


                    Ich denke, dass man heute keine Chance mehr hat diesen Roman so zu erfassen wie sie ihn geschrieben haben. Es fehlt heute einfach der gesellschaftliche Kontext unter welchem die Strugatzkies geschrieben haben. Dieser Roman kann heute gar nicht mehr so wirken wie er das damals getan hat, da der historische Kontext nicht mehr gegeben ist. Die fehlende Komponente ist "Sozialismus", Klassenkampf der Systeme, und die daraus resultierende Wahrnehmung und Interpretation.

                    (Ich lehne mich mal aus dem Fenster und vermute, dass du in den 90ern oder später geboren bist!?)

                    Ich habe diesen Roman Mitte der 80er in der DDR gelesen, da war ich etwa 13-15... und mich hat er damals umgehauen. Und von da an habe ich alles von den Strugatzkies gelesen, was ich in die Finger kriegen konnte.

                    Ich denke die Strugatzkie-Romane wirken sehr anders, wenn man sie unabhängig und VOR der 'moderneren', westlichen SciFi gelesen hat. Und es hilft, wenn man in einem sozialistischen Staat aufgewachsen und geprägt wurde.

                    Die Strugatzkies haben vor allem in einem sozialistischen System geschrieben, als PHILOSOPHEN (!) und haben alle ihre Werke in einem ganz anderen philosophischen Kontext geschrieben als das moderne westliche SciFi Schreiber taten und tun. In ihren Romanen stehen immer eher die sozialistische Gesellschaft und die Frage "was macht den sozialistischen Menschen eigentlich aus?", im Vordergrund und nicht die Action und Unterhaltung, oder die nächste 'beängstigende', überwältigende Technologie. Vor allem liefern sie keine fertigen Antworten zu den Fragen die sie aufwerfen sondern der Leser muss seine eigenen Antworten finden!

                    (O.T.: Das ist meiner Meinung nach auch der Grund weshalb Holywood-Kino so schal ist, egal wie bombastisch und geil die Bilder und der Sound ist! Der Zuschauer wird nur zum Passagier... Zuschauer degradiert. Aber er hat keine Chance geistiger Akteur der Handlung zu sein. Jeder Mittwoch Abend Tatort ist geistig herausfordernder )


                    Hinzu kommt, dass die Surkamp-Übersetzung in der Tat 'schlecht' ist.
                    Sprachlich ist sie sicherlich korrekt.

                    Die russische Sprache an sich, ist schon einmal sehr anders als das englisch/deutsche Sprachgefühl (Grammatik, Flow, Sprichwörter, Dinge die zwischen den Zeilen stehen ... all das sind Dinge die z.T. nur bedingt übersetzbar sind.

                    Aber, Surkamp ist ein westdeutscher Verlag und vor allem fehlte in deren Übersetzung das Quentchen Fingespitzengefühl und Erfahrung das man braucht um einen Roman zu übersetzen, der in einem FREMDEN Gesellschaftssystem geschrieben wurde! Die Version die in der DDR übersetzt und produziert wurde, liest sich anders. Sie ist aber für jemanden der nicht in diesem Gesellschaftssystem gelebt hat auch nicht in ihrer Gänze erfassbar. Sie war es damals nicht, und sie ist es heute erst recht nicht (mehr).


                    Beste Grüße
                    Mic
                    -=Wir sind alle einmalig, für alle Zeiten... sollten wir uns nicht auch so behandeln?=-
                    -= ... warum das so ist? ...weis Gott, oder weis der Geier!... ich bete nur, dass es sich dabei um zwei verschiedene Instanzen handelt!=-

                    Die seltsame Welt des Herrn B.

                    Kommentar


                    • #11
                      Hallo Mic.

                      Zweifelsohne ist der fehlende Kontext ein Problem bei diesem Roman. Das bemerkt man beispielsweise auch in manchen von S. Lem's Texten, welche ich aber wiederrum sehr schätze. Geboren bin ich übrigens im Jahr 1986 - die DDR kenne ich somit nicht als bewusster Mensch. Unabhängig davon empfand ich andere Bücher aus den Oststaaten als sehr angenehm. Ich denke nicht, dass es nur hieran liegt, weshalb ich von "Picknick am Wegesrand" eher enttäuscht bin. Kannst Du mir vielleicht ein anderes Buch der Strugatzkis nahe legen? Ich möchte den Autoren gerne noch eine Chance geben.
                      "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
                      die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
                      (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

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                      • #12
                        Zitat von EA-Loyalist Beitrag anzeigen
                        Hallo Mic.

                        Zweifelsohne ist der fehlende Kontext ein Problem bei diesem Roman. Das bemerkt man beispielsweise auch in manchen von S. Lem's Texten, welche ich aber wiederrum sehr schätze. Geboren bin ich übrigens im Jahr 1986 - die DDR kenne ich somit nicht als bewusster Mensch. Unabhängig davon empfand ich andere Bücher aus den Oststaaten als sehr angenehm. Ich denke nicht, dass es nur hieran liegt, weshalb ich von "Picknick am Wegesrand" eher enttäuscht bin.
                        (na klasse... eine Stunde geschrieben und alles weg weil weil die Forensoftware auslogged! DAS macht so richtig Spass! )

                        Also wenn du den beiden noch eine Chance geben willst dann empfehle ich:

                        Kurzgeschichten: "Mittag 22 Jahrhundert" (gemeint ist der Mittag der Menschheitsentwicklung)

                        Nur um ein Gefühl für die Schreibweise und die Thematiken zu bekommen.
                        Und dann lies die Maxim Kammerer Trilogie:

                        Die Bewohnte Insel
                        Ein Käfer im Ameisenhaufen
                        Die Wellen ersticken den Wind

                        (kleine Nebengeschichte auch in diesem Universum: "Der Junge aus der Hölle")


                        KLeiner Tip am Rande:
                        "Die bewohnte Insel" wurde von den Russen 2009 sehr aufwendig verfilmt! Sehr guter Film, aber wie immer .... das Buch ist besser!

                        Kommt MORGEN, am 23.2. auf Tele5 Dark Planet: Rebellion - TELE 5

                        Aber Vorsicht:
                        Die Dialoge sind, da sie aus dem Russischen syncronisiert sind, streckenweise gewöhnungsbedürftig... und leider gibt es eine Grotten-schlechte Fernseh-Version, die so stark und schlecht zusammengekürzt wurde, dass die Handlung völlig unlogisch wird!!
                        Ich hoffe Tele5 zeigt die ungekürzte Vollversion! Ansonsten gibt es die volle Version gerne als Stream bei mir



                        Bei LEM Empfehle ich meine Lieblingsgeschichte: "Der Flop"



                        Um noch einmal auf den gesellschaftlichen Kontext zurück zu kommen: Einspruch energisch!

                        LEM und Strugatzkie sind eine Klasse für sich! Wenn man nicht im System aufgewachsen ist, dann wird man bei deren Romanen nie das volle Aroma bekommen sondern immer nur einen Teil erfassen und dann bleibt das Gefüh eines "schalen Geschmackes"... der mit der Zeit immer schlimmer wird. DAS ist bei jedem Roman so!
                        Lies mal Jules Verne! Zum kotzen langweilig...
                        (Aua... ja ja ... ich weis!!!! DAS darf man nicht sagen! Ist ein Klassiker!)


                        Aber ich gebe mal ein kleines Beispiel: Ein Witz aus den 80ern...war damals bei uns ein Brüller!
                        (bitte erst lesen und dann ggf. googeln)

                        Ein russischer Mechaniker sitzt, wie jeden Tag am Band und baut seine Teile zusammen.
                        Plötzlich stutzt er und fragt seinen Kollegen:
                        "Sag mal... was bauen wir hier eigentlich zusammen!?"
                        "Keine Ahnung! Mir haben sie gesagt: Kaffemaschinen!"
                        "Und wieso gibt es dann keine Kaffemaschinen zu kaufen? Wir bauen hier doch jeden Tag Tausende zusammen...???"
                        "Was weis ich? Gibt doch eh keinen Kaffe zu kaufen... also wenn du unbedingt eine Kaffemaschine brauchst, dann nimm dir doch einfach jeden Tag eine Handvoll Teile mit und bau dir eine zusammen!?"
                        "Super Idee! Mach ich!"
                        ...

                        3 Monate später, nach der Urlaubszeit, treffen sie sich wieder und der Kollege fragt: "Naaaa, hast du deine Kaffemaschine!?"
                        "Hör bloss auf... Das ist keine popelige Kaffemaschine.... das muss ein Kaffevollautomat sein! Aber ich versteh ums Verrecken nicht wo man da den Kaffe reinmachen soll!!!??? ... ich hab jeden Tag ein paar Teile mitgehen lassen und habe gebaut und geschraubt... jetzt steht da ein riesen Kaffeautomat.... so ein großes rundes Ding in meinem Garten ... steht "SS20" drauf!"


                        ... kurz wirken lassen

                        Jeder Ossi wird jetzt hoffentlich grinsen! Denn wir haben SS20 erlebt...
                        Die Wessis dieser Zeit werden es vielleicht auch noch wissen, aber ich schätze, Tendens sinkend!
                        Die 90er geborenen werden jetzt vielleicht völlig ratlos sein, weil sie vielleicht noch nie von SS20 gelesen oder gehört haben. Der Witz ist also nicht komisch!


                        Spoiler

                        SS20 war das damalige massenweise hergestellte Atomraketensystem im Ostblock, welche auch in der DDR stationiert werden sollte! Das Nato-Gegenstück war die Pershing 2 und das "Star Wars System" war das damalige SDI System das die Amerikaner installieren wollten...



                        In diesem Sinne! Der gesellschaftspolitische Kontext eines jeden Romans ist wichtig! (abgesehen von Marvel Comics... (Edit 2: ... und SPACEBALLS! ...weil ich es gerade sehe! ).

                        Jeder Roman hat seine Zeit und irgendwann ist der Kontext in dem er stand und welcher ihn wichtig und revolutionär machte, einfach vergangen und die Halbwertzeit ist abgelaufen!

                        Also, nicht zu lange mit dem lesen eines Romans warten!

                        beste Grüße
                        Mic
                        Zuletzt geändert von Mic-Re; 22.02.2015, 20:58.
                        -=Wir sind alle einmalig, für alle Zeiten... sollten wir uns nicht auch so behandeln?=-
                        -= ... warum das so ist? ...weis Gott, oder weis der Geier!... ich bete nur, dass es sich dabei um zwei verschiedene Instanzen handelt!=-

                        Die seltsame Welt des Herrn B.

                        Kommentar


                        • #13
                          Zitat von Mic-Re Beitrag anzeigen
                          "Mittag 22 Jahrhundert"
                          der Empfehlung schliesse ich mich gerne an.


                          Mag schon sein das man mit einem DDR oder allgemein Ostblock Hintergrund vielleicht noch einen zusätzlichen Bezug zu den Strugatzki´s ... Andrej Tarkowskij ...Rostozki..von mir aus auch Lem und anderen hat.

                          Aber für mich als Wessi-Bayern steckt da auch viel drin...gerade bei den Strugatzki´s geht es oft um um Sinnhaftichkeiten..Selbstbetrug..Egofallen...allgemein um innere Reisen innerhalb einer äusseren
                          was da aus der UdSSR kam ist teilweise großartig...und selten ein Dampfhammer der einen Trifft sondern Stimmungsfilm..oder Roman...der zunächst auf der Gefühlsebene wirkt...was auslöst und einen ..in Bewegung versetzt.
                          Im Morgengrauen ist es noch still...Stalker...Solaris...Die dritte Zivilisation... Picknick am Wegesrand undundund..eine lange Liste...

                          ich möchte gar nicht abstreiten das es bei den Strugatzki´s und anderen auch einen revolutionären Aspekt gibt. Aber ich bezweifle das mich diese Werke nur ansprechen weil ich ein Kind des kalten Kriegs bin...
                          ..

                          spannend finde Stalker und sein Bezug und Nichtbezug zu Picknick am Wegesrand
                          man sollte es sich nicht antun das zu vergleichen...was Tarkowskij da gemacht hat ist etwas anderes..großartiges.
                          Stalker hat hier aber ein eigenes Topic
                          Zuletzt geändert von monochrom; 22.02.2015, 21:34.
                          http://www.titanic-magazin.de/news/e...der-witz-7003/

                          https://www.campact.de/ttip/

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von monochrom Beitrag anzeigen

                            ich möchte gar nicht abstreiten das es bei den Strugatzki´s und anderen auch einen revolutionären Aspekt gibt. Aber ich bezweifle das mich diese Werke nur ansprechen weil ich ein Kind des kalten Kriegs bin...
                            ..
                            Nein, da hast du sicherlich recht.

                            Aber, wie geschrieben: Ich denke dieses selbst gelebte "Insiderwissen", hilft unheimlich dabei diese Romane so zu erfassen wie sie geschrieben wurden, und dieses Hintergrundwissen fehlt den Kindern der 90er und später geborenen.

                            Somit haben gerade diese, so hochgelobten, Romane einen sehr anderen und bestimmt auch "schwächeren" Impact auf den Lesenden... halt das was EA-Loyalist am Anfang schrieb:
                            "Naja, Nett... aber nicht der Knaller!"


                            ... wärend meine kleine innere Stimme entsetzt schreit: "Blasphemie!!!! Peitscht ihn, Peitscht ihn, werft ihn in den See!"


                            Aber mitlerweile kann man das klar sagen...
                            Ich hoffe es werden auch in Zukunft noch Leute den Zugang zu diesen Romanen finden, aber er wird sicherlich ganz anderes sein als der unsere, und viele werden enttäuscht sein.


                            Grüße
                            Mic
                            -=Wir sind alle einmalig, für alle Zeiten... sollten wir uns nicht auch so behandeln?=-
                            -= ... warum das so ist? ...weis Gott, oder weis der Geier!... ich bete nur, dass es sich dabei um zwei verschiedene Instanzen handelt!=-

                            Die seltsame Welt des Herrn B.

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                            • #15
                              Zitat von Mic-Re Beitrag anzeigen
                              Also wenn du den beiden noch eine Chance geben willst dann empfehle ich:

                              Kurzgeschichten: "Mittag 22 Jahrhundert" (gemeint ist der Mittag der Menschheitsentwicklung)

                              Nur um ein Gefühl für die Schreibweise und die Thematiken zu bekommen.
                              Und dann lies die Maxim Kammerer Trilogie:

                              Die Bewohnte Insel
                              Ein Käfer im Ameisenhaufen
                              Die Wellen ersticken den Wind

                              (kleine Nebengeschichte auch in diesem Universum: "Der Junge aus der Hölle")


                              KLeiner Tip am Rande:
                              "Die bewohnte Insel" wurde von den Russen 2009 sehr aufwendig verfilmt! Sehr guter Film, aber wie immer .... das Buch ist besser!
                              Vielen Dank für die Tipps!

                              Zitat von Mic-Re Beitrag anzeigen
                              LEM und Strugatzkie sind eine Klasse für sich! Wenn man nicht im System aufgewachsen ist, dann wird man bei deren Romanen nie das volle Aroma bekommen sondern immer nur einen Teil erfassen und dann bleibt das Gefüh eines "schalen Geschmackes"... der mit der Zeit immer schlimmer wird. DAS ist bei jedem Roman so!
                              Lies mal Jules Verne! Zum kotzen langweilig...
                              Ich würde jetzt nicht sagen, dass "Solaris" oder "Fiasko" (meine Lem-Leiblinge) auf den ideologischen Hintergrund der Warschauer Pakt-Staaten angewiesen sind.


                              Zitat von Mic-Re Beitrag anzeigen
                              Jeder Roman hat seine Zeit und irgendwann ist der Kontext in dem er stand und welcher ihn wichtig und revolutionär machte, einfach vergangen und die Halbwertzeit ist abgelaufen!
                              Ja, dem stimme ich zu. Wie schon erwähnt sind viele Literaturklassiker mittlerweile eher seicht als grandios. Die Zeit geht eben auch hier nicht spurlos vorüber. Jules Vernes Werke haben sich aber meiner Meinung nach gut gehalten, aber das ist vermutlich eine Ansichtssache. Bei ihm ist es wohl eher die Weitsicht als der Schreibstil, welcher anspricht.
                              "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
                              die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
                              (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

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