Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Raumschiff Bluefox --- Episoden 19-21

Einklappen
Dieses Thema ist geschlossen.
X
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Raumschiff Bluefox --- Episoden 19-21

    Was bisher geschah...

    Folge 19: Freiheit


    STARRING


    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Julia Haldemann ALS Lt. Cmdr. Gillian Haldman
    Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
    Tanya Steiner ALS Lt. Cmdr. Tanya Steaner
    Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
    Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
    Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Debbie Crossnicholls
    Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
    Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Helmut Nemitz ALS Adm. Helmuth Nemice
    Felicia Kraft ALS Adm. Felicia Croft

    Computerlogbuch der Bluefox, Counselor Knight, Sternzeit 55050.5

    ««Zwei Wochen sind vergangen, seit Commander Haldman zu uns gestoßen ist. Ich denke, sie hat sich gut eingelebt und die ehemaligen Kontakte längst wieder gefunden. Es scheint, als wäre sie mit uns allen vor einem Jahr an Bord gekommen!»»


    Cpt. Bluefox nahm in Zehn-Vorne gerade einen alkalischen Brandy zu sich, als der Wissenschaftsoffizier und Ex-Chefingenieur Lt. Cmdr. Lore sich plötzlich neben ihn auf einen Barhocker setzte. Der Captain war überrascht, den Androiden, der ja bekanntlich keine Nahrung benötigte, hier anzutreffen an der Bar! Bluefox fragte Lore neugierig mit einem Schmunzeln auf den Lippen:
    «Commander, haben Sie sich verlaufen?»
    «Im Gegenteil, Captain, ich bin hier vollkommen richtig. Ich habe soeben meinen Emotionschip erfolgreich verbessern können, an dem ich vor rund vier Monaten schon mal herumbastelte.» antwortete Lore.
    «Und? Sind Sie zufrieden? Machen Ihre Gefühle Fortschritte?» fragte der Captain.
    «Ich will es wohl hoffen, Sir! Ich kann jetzt die emotionale Wirkung eines alkoholischen Getränks erleben und interpretieren. Es fühlt sich großartig an!» antwortete der Androide.
    Nach einer kurzen Pause fügte Lore, seine linke Hand anhebend, hinzu:
    «Jedoch ist der Emotionschip noch lange nicht ausgereift. Ich werde noch einige Feinheiten einprogrammieren müssen, bevor ich sagen kann, daß ich ein Mensch bin.»
    «Und auch das ist immer noch relativ, Commander.» meinte Cpt. Bluefox.
    «Richtig. Ein Mensch werde ich nie sein, aber durch eine Mutation meiner Hautkolorierung könnte der menschliche Eindruck deutlich verstärkt werden.» erwiderte Lt. Cmdr. Lore.
    «Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg, Lore! Werden Sie schon bald ein Mensch. Ob nun ein Richtiger oder ein Androidenhafter, das kommt doch nicht drauf an.» sprach der Captain.
    Da gelangte plötzlich ein Funkspruch von der Brücke zum Kommunikator des Captains. Der drückte auf seinen Kommunikator und fragte knapp:
    ««Was gibt’s, Andrew?»»
    ««Ein rotgefärbtes Schiff ist soeben unter Warp gegangen, um uns abzufangen. In zwei Minuten kommt es in Sichtweite.»» erklärte Cmdr. Ceagy auf der Brücke.
    ««Was? Rot? Schon wieder eine neue Fraktion. Ich bin unterwegs, Commander.»» erwiderte der Captain und stieg vom Barhocker herunter. Er vergaß sogar, seinen Brandy auszutrinken! Lore freute dies anscheinend um so mehr, denn so brauchte der Androide kein Getränk zu bestellen! Lore kippte den Restinhalt des Glases gleich in sich und kommentierte:
    «Dieses Getränk interessiert mich aber brennend – im wahrsten Sinne des Wortes!»
    Da Lore aber keinesfalls passiv erscheinen wollte, folgte er Cpt. Bluefox gleich nach dem Leeren des Brandy-Glases. Eventuell könnte ja eine Notsituation eintreffen.
    Als Lore auf dem Weg zum Turbolift zu Bluefox aufgeschlossen war, fragte er ihn sogleich:
    «Captain, Sie sagten soeben: „Wieder eine neue Fraktion.“. Wie viele Fraktionen gibt es denn bereits in der Föderation nach dem Stand von gestern Abend?»
    «Fünf. Nach Angaben der Sternenflotte gibt es bereits die ITW-Fraktion, die Understreet-Fraktion, die Waldörfliche Fraktion, die Fraktion „Little Bridge“ und „Fraktion Sieben“. Wir gehören ja seit knapp drei Monaten nicht mehr zu den Fraktionen, sondern zum Hauptteil der Sternenflotte. Somit wäre „Fraktion Sieben“ eigentlich „Fraktion Fünf“. – Brücke! – Aber wir wollen ja nicht den Namen einer freien Gruppe verhunzen. Verdient hätte sie es zwar, ein Schiff von denen hat uns ja mal angegriffen, aber ist ja auch egal.» antwortete Cpt. Bluefox. Der Turbolift setzte sich in Bewegung.
    «Welche Farben gehören jetzt zu welchen Fraktionen?» fragte Lore.
    «Die Waldörfliche hat lindgrüne, die Understreet dunkelgraue, die „Little Bridge“ pinkfarbene und die „Siebener“ besitzen sonnengelbe Schiffe. Die ITW-Fraktion hielt es nicht für notwendig, sich kolorieren zu lassen. Dafür werden sie wohl, wenn sie entdeckt werden, eine hohe Buße bezahlen müssen. Sehr wahrscheinlich werden sie ein Schiff als Buße hergeben müssen, da sie ohnehin fast kein Latinum oder Dilithium besitzen.» erklärte der Captain. Lore hakte nach:
    «Latinum? Ich dachte, die Ferengi handeln mit diesem Zahlungsmittel.»
    «Nun, die Sternenflotte wäre sicher nicht unglücklich, Latinum zu besitzen, da sie damit guten Handel mit den Ferengi betreiben könnte. Keiner im Geheimdienst, den ich kenne, weiß, wie groß der Umfang aller Ferengi-Machenschaften ist.» meinte Cpt. Bluefox.
    «Somit ist es aber logischerweise unmöglich, daß die ITW-Fraktion überhaupt Latinum besitzt.» schlußfolgerte Lore.
    «Sie kennen Admiral Nemice, den Leiter der ITW-Fraktion, nicht! Der treibt mit allen Spezies Schabernack, die ihm über den Weg laufen. Gut, die Borg läßt er vielleicht aus.» witzelte Bluefox. Lore schwärmte lachend:
    «Eine tolle Pointe, Captain! Humor ist eine bereichernde Eigenschaft!»

    Eine starke Minute später waren Lore und Bluefox auf der Brücke angekommen und besetzten ihre angestammten Positionen. Der Captain befahl Lt. Cmdr. Lore:
    «Öffnen Sie einen Kanal zum fremden Schiff!»
    Da war auf dem Hauptschirm der Bluefox ein altbekannter Gegenspieler von Cpt. Bluefox zu sehen – Admiral Helmuth Nemice!
    Bluefox verschlug es fast die Sprache, da er mit diesem Mann nun wirklich nie und nimmer gerechnet hatte! Der Captain erhob sich aus seinem Kommandosessel und sprach:
    ««Admiral Nemice! Wie mir gerade aufgefallen ist, haben Sie Ihr Erscheinungsbild nun auch auf das Schiff ausgeweitet. Alles in rot – das steht Ihnen!»»
    Nemice kochte innerlich vor Wut und unterrichtete Bluefox über die Geschehnisse auf der Voyager, dem ITW-Hauptschiff. Er erklärte:
    ««Eure Föderation ist so etwas von ungehobelt! Als eines von euren Schiffen uns abfing, haben die mir gesagt, ich sollte auf dem schnellsten Wege zum Oberkommando fliegen mit der Voyager, um mein Schiff einer Kolorierung zu unterziehen. Ich weigerte mich natürlich zuerst. Ich habe aber dann entschlossen, mich der Eskorte anzuschließen, da sich unserer Position weitere Schiffe näherten. Als ich nach dem Zwangsaufenthalt im Oberkommando wieder auf mein Schiff durfte und wir losgeflogen waren, schaltete ich mal auf eine Außenansicht. – Es traf mich fast der Schlag! Mein Schiff war und ist jetzt noch signalrot! Haben Sie dafür eine Erklärung? Die Bosse der Sternenflotte haben mir nämlich keine Auskunft gegeben!»»
    Bluefox erwiderte gelassen:
    ««Nun, ich kann verstehen, daß man Ihnen nicht geantwortet hat, weil Sie sicherlich derart ausgerastet waren, daß man Ihnen gar nicht mehr hätte antworten können. Aber ich bin so nett und erkläre es Ihnen kurz: Die Föderation wurde in Fraktionen unterteilt. Sie sind Repräsentant der ITW-Fraktion. Es wurde anscheinend zu Ihrer Empörung entschieden, daß all’ Ihre Schiffe eine rote Lackierung bekommen, wenn Sie denn mehrere Schiffe besitzen, was ich wiederum bezweifle.»»
    Nemice konterte:
    ««Oh, da irren Sie sich, Captain! Wir haben immer noch unseren Hauptsitz in Winterthur und wir haben ein Shuttle der Klasse 2!»»
    Cmdr. Ceagy mußte sich wirklich Mühe geben, nicht schallend herauszulachen, als er nach diesem Kontern des Admirals zu seinem Captain hinüberschaute! Der machte ein anscheinend sehr belustigendes Gesicht und holte zu einem Konter seinerseits aus:
    ««Das ist wirklich beachtlich, nur würden unsere sechs Shuttles exklusive der Yacht des Captains sehr wahrscheinlich Ihr Schiff zerstören, bevor die Bluefox überhaupt eingreifen müßte.»» Der Sicherheitschef Lt. Cmdr. Chollet gab ein leises Glucksen von sich! Er konnte das Lachen aber gerade noch verklemmen.
    ««Ich weiß nicht, was Sie vorhaben, aber ich denke nicht, daß Sie auf einen Krieg aus sind mit uns!»» meinte Adm. Nemice.
    ««Nein, ich denke, das könnte ins Auge gehen, Admiral. Sie sind doch aus einem speziellen Grund hierher gekommen, nicht wahr?»» Bluefox wollte langsam, aber sicher auf den Kern des Treffens zugehen.
    ««Richtig. Es geht um die versäumte Zeit und das Ausstellen des Zeugnisses inklusive des Offizierspatentes durch meine Kollegin Admiral Croft. Dies ist ungültig, da sie nicht befähigt ist, Offizierspatente auszustellen.»» erklärte Nemice.
    ««Da irren Sie sich, Admiral. Admiral Croft sagte mir, sie könne dies. Haben Sie etwa diese Regel nach dem Ausstellen des Patentes aufgestellt?»» fragte Bluefox.
    ««Ja, das habe ich. Da es bisher noch keinen Anlaß dazu gab, habe ich diese Regel nicht in Kraft treten lassen. Da dies meiner Meinung nach aber ein illegales Handeln von Ihnen und Admiral Croft war, habe ich das Recht genutzt, ein Gesetz aufzustellen, welches das Ausstellen von Zeugnissen oder anderen Formularen durch Fremdpersonen verbietet. Nur noch ich darf solche Dokumente veröffentlichen. Tut mir leid, Captain, aber ich denke, Sie werden sich noch zwei Wochen plus einen Monat Strafzeit wegen der Umtriebe auf meinem Schiff aufhalten müssen. Ich habe bereits ein attraktives Programm für Sie aufgestellt!»» verkündete Adm. Nemice. Cpt. Bluefox erwiderte:
    ««Das ist das Letzte, was ich tun würde, glauben Sie mir. Aber ich glaube einfach nicht, daß Sie nur wegen meiner Absenz derart nachtragend sind. Sie wollen mich um jeden Preis auf Ihr Schiff holen. Da ist doch mehr dahinter als nur diese Absenz!»»
    ««In der Tat, Captain! Sie sind schlau! Es ist mir nicht entgangen, daß Sie Kontakt mit den Borg hatten und daß Sie auch sonst sehr viel wissen. In der zusätzlichen Strafzeit von vier Wochen sollten Sie mir nämlich all’ Ihr Wissen und Ihre eindrücklichsten Erlebnisse mit fremden Spezies aufschreiben. Natürlich sollten Sie dann auch aufschreiben, wie Sie aus diesen Situationen wieder herausgekommen sind, ohne ernsthaft beschädigt worden zu sein.»» erzählte Nemice. Bluefox erzählte ebenfalls eine kleine Geschichte:
    ««Es gab einmal Zauberer. Nicht daß ich einer wäre, aber die Zauberer hatten ihr Zauberergeheimnis, welches das Geheimhalten von allen magischen Kräften und Sprüchen beinhaltete. Keiner wußte je, wie es die Zauberer gemacht hatten. Bei mir sind es zwar keine Zaubersprüche oder Magieformeln, aber ich weiß, was Sie mit meinen Informationen anfangen würden. – Sie würden auf jeden Fall etwas Hinterhältiges machen damit. Ich weiß jetzt nicht genau, was Sie tun würden, aber irgendetwas Schlechtes.»»
    ««Ihnen kann es ja egal sein, was ich mit Ihren Informationen mache, aber Sie werden sie mir preisgeben, ob Sie nun wollen oder nicht!»» befahl Adm. Nemice.
    ««Begreifen Sie doch endlich, daß Sie uns unterlegen sind! Die Föderation steht hinter mir und mein Offizierspatent ist bereits von der Sternenflotte akzeptiert! Sie können nämlich gar nichts mehr ändern! Sie müssen froh sein, daß wir Sie und Ihre Voyager nicht abschleppen mit dem Traktorstrahl und Sie mit Ihren Anhängern dem Oberkommando übergeben! Ich könnte den Admirälen sagen, Sie sollten als dienstunfähig erklärt werden und nie mehr ein Raumschiff betreten dürfen!»» machte Bluefox Nemice klar.
    ««Sie sind so ein frecher Kerl, Bluefox! Das sollten Sie mir büßen! So etwas lasse ich mir nicht bieten! Sie sollten wissen, daß ich sehr wohl zurechnungsfähig bin! Wie sehr ich das bin, werden Sie gleich erfahren!»» brüllte Nemice. Sein Kopf wurde noch röter als er ohnehin schon war! Da wurde die Verbindung plötzlich unterbrochen und Lt. Cmdr. Chollet warnte:
    «Sir, die Voyager lädt ihre Waffensysteme und sie fahren die Schilde hoch. Zugleich haben sie mit einem Intensivscan unserer Hülle begonnen.» Cpt. Bluefox blieb cool und erwiderte:
    «Finden Sie die Frequenz des Scanners heraus und senden Sie einen Feedbackimpuls. Gegen den Rest haben Sie doch sicher etwas im Repertoire, Commander, oder nicht?»
    «Das habe ich in der Tat, Captain! Ich versuche, die Frequenz herauszubekommen. Wie soll ich vorgehen, Sir? Soll ich lediglich die Waffen außer Funktion setzen oder ein wenig mehr Schaden verursachen?» fragte der Sicherheitschef.
    «Schalten Sie ihre Schilde und ihre Waffen aus. Das sollte vorerst mal genügen. Aber tun Sie dies erst, wenn Sie die Frequenz des Scanners haben. Ich muß auf dem Holodeck kurz etwas vorbereiten – für alle Fälle. Man weiß ja nie, vielleicht will er uns noch entern! Commander Ceagy, Sie haben die Brücke!»
    «Auf dem Holodeck?» hakte Lt. Cmdr. Chollet nach. Als der Captain auf dem Weg zum Turbolift an Chollets Station vorbeikam, antwortete er mit einem singenden Ton:
    «Überraschung, Commander!»
    Lt. Cmdr. Chollet hob beide Augenbrauen kurz an und widmete sich wieder seiner Taktischen Station. Er wollte ja nicht noch einen Treffer an einer heiklen Stelle der Bluefox kassieren.
    Auf der Brücke war man auf ein allfälliges Feuergefecht gefaßt. Cmdr. Ceagy warnte per Schiffsfunk noch alle Crewmitglieder, die nicht auf der Brücke anwesend waren.

    Cpt. Bluefox war unterdessen auf dem Holodeck angekommen. Er sprach zum Computer:
    «Computer, erstelle eine Kopie der zweiten Etage des Winterthurer Zentralgefängnisses.»
    Der Computer machte ein paar Geräusche mit einer hohen Tonfrequenz. Nach wenigen Sekunden erwiderte die Computerstimme:
    «Kopie erstellt. Programm bereit. Sie können eintreten.»
    Doch der Captain wollte gar nicht eintreten, sondern machte sich wieder schleunigst auf den Weg zum Turbolift, der ihn auf die Brücke bringen würde.

    Als Bluefox wieder auf der Brücke angekommen war, fragte ihn Cmdr. Ceagy bereits kurz nach dem Eintritt:
    «Haben Sie die Erschütterung des Schiffes gemerkt?»
    «Was soll ich gemerkt haben?» fragte der Captain mit einem breiten Grinsen zurück. Danach befahl Cpt. Bluefox Lt. Cmdr. Chollet:
    «Commander, feuern Sie drei Phasereinheiten im Abstand von fünf Sekunden ab!»
    Lt. Cmdr. Chollet bestätigte den Befehl und tat, was ihm befohlen wurde.
    Lt. Nadine Humble, die an der Conn arbeitete, kommentierte:
    «Na, so schwach hätte ich die ITW nun doch nicht eingeschätzt! Haben die denn überhaupt Waffen, welche die Schilde eines Shuttles durchdringen können?»
    «Ich befürchte, daß Admiral Nemice seine letzten Trümpfe ausgespielt hat, Lieutenant. Es ist unwahrscheinlich, daß er noch ein As im Ärmel hat.» antwortete Lore, der direkt neben ihr an der Ops arbeitete. Lt. Humble drehte ihren Kopf um 90 Grad und hatte nun direkten Blickkontakt mit Lore, der die Pilotin bereits anschaute. Sie meinte:
    «Seit Sie Ihren Emotionschip haben, hat sich Ihre Ausdrucksweise stark verändert! Sie benutzen richtig menschliche Ausdrücke und Redewendungen, die Sie vorher noch nie gebraucht haben! Das macht einen richtig positiven Eindruck. Weiter so!»
    Lore hob die linke Augenbraue kurz an und erwiderte:
    «Danke sehr, Lieutenant, ich werde mich bemühen!»
    Als beide Offiziere wieder zum Sichtschirm blickten, erhellte eine kleine Explosion die untere Bildschirmhälfte! Cpt. Bluefox verlangte von Lt. Cmdr. Chollet einen Bericht.
    Der Sicherheitschef rapportierte:
    «Die Voyager wurde anscheinend stärker beschädigt, als ich berechnet hatte, Captain. Ein Treffer der zweiten Phasereinheit verursachte einen Folgeschaden an der Innenhülle, nachdem die Schilde zusammengebrochen waren. Ein Hauptgenerator ist durchgebrannt und hat diese Explosion ausgelöst. So wie es aussieht, müssen wir die Crew der Voyager evakuieren, da dieser Generator für die gesamte Lebenserhaltung des Schiffes verantwortlich ist – also, war.»
    «Auch das noch.» kommentierte Bluefox und vergrub den Kopf in seinen Händen. Einen Augenblick später schaute der Captain wieder zum Bildschirm hervor und klagte:
    «Können denn nicht mal die am schlechtesten ausgebildeten Techniker einen Generator mit einer Tritaniumlegierung isolieren?! Jetzt müssen wir noch die Crew evakuieren! Das glaube ich doch einfach nicht! Also schön, leiten Sie die Evakuation ein, Mr. Chollet. Beamen Sie alle Crewmitglieder gruppenweise in die Zellen auf Holodeck 2.» befahl er.
    «Was werden Sie mit diesen Leuten machen, Captain?» fragte Cmdr. Ceagy.
    «Nun, da sie jetzt kein eigenes Schiff mehr haben, weil dies gleich in die Luft fliegen wird, werden sie wohl irgendwo unterkommen müssen. Ich habe sie provisorisch mal ins Winterthurer Zentralgefängnis beamen lassen und dort werden sie auch bleiben, bis wir wieder im Orbit der Erde sind. Das Obergericht der Sternenflotte soll doch über Nemice entscheiden. Einige der Crewmitglieder, die ich auch ein wenig besser kenne, sind gar nicht mal so übel und wären nie freiwillig in der Crew an Bord der Voyager gekommen. Für diese wenigen Personen werde ich beim Obergericht ein gutes Wort einlegen. Besonders Admiral Croft ist eine gutmütige Person. Sie unterrichtete ja früher auch ganz offiziell auf der Erde als Englisch- und Musiklehrerin.» erklärte der Captain.
    «Vielleicht wird sie unsere neue Einsatzleiterin, Matt.» meinte Cmdr. Ceagy.
    «Warum denn das? Wir haben doch Ihre Mutter als Einsatzleiterin, oder etwa nicht mehr?» fragte Cpt. Bluefox verdutzt.
    «Es gefällt ihr doch nicht mehr so gut, wie sie zu Beginn geglaubt hat. Sie will lieber wieder auf der Erde arbeiten. Sie hat diverse Angebote von verschiedenen Abteilungen im irdischen Hauptsitz der Sternenflotte in San Francisco erhalten. Sie liebt Amerika. Sehr wahrscheinlich wird sie eines dieser Angebote annehmen.» erklärte der Erste Offizier.
    «Seit wann ist dies denn bereits bekannt?» wollte der Captain wissen.
    «Erst seit gestern. Bei der heutigen Offiziersbesprechung hätte ich es Ihnen ganz sicher mitgeteilt. Aber jetzt ist es ja auch in Ordnung.» antwortete Cmdr. Ceagy.
    «Wenn das so ist, dann brauchen wir ja wirklich eine neue Einsatzleiterin, zumindest einen Ersatz. Vielleicht bleibt Denise ja doch noch.» hoffte Cpt. Bluefox.
    «Wie schätzen Sie Croft ein?» fragte Ceagy.
    «Sie ist eine sehr humane Leiterin. Sie befiehlt nicht einfach von oben herab, auch wenn sie dies ab und zu tun müßte, laut Nemice.» beschrieb Bluefox Adm. Croft.
    «Ach, dieser Nemice. Den gibt es jetzt wohl nicht mehr, denke ich. Sie ist Admiral, Matt! Da wird sie doch wohl selbst entscheiden können, wie sie befehlen will.» meinte Ceagy.
    «Richtig, dieser Meinung bin ich auch. Jetzt, wo Nemice nicht mehr an der Macht ist, wird sich in der Sternenflotte einiges ändern. Keine ITW mehr, die ständig Schabernack trieb. Endlich mal etwas Ruhe.» schwärmte der Captain.
    Lt. Cmdr. Chollet unterbrach die Idylle und sprach:
    «Captain, ein Warpkernbruch steht bevor! Ich empfehle, auf eine sichere Distanz zu gehen.»
    «“Machen Sie es so“, sprach der legendäre Jean-Luc Picard.» erwiderte Cpt. Bluefox.
    Lt. Humble interpretierte dies als Befehl und manövrierte die Bluefox von der Voyager erst langsam weg, dann gab sie Gas! Die Bluefox beschleunigte auf Warp 3.
    Lt. Cmdr. Chollet wies den Captain auf etwas fast Vergessenes hin:
    «Ich denke, die ITW-Besatzung wird langsam unruhig im Gefängnis. Die verlangen sicher eine Erklärung.»
    «Was meinen Sie, Commander? Sollten wir mal die Insassen besuchen?» fragte Bluefox mit einem lieblichen Ton in der Sprache.
    «Wenn Sie Zeit haben, dann gerne!» antwortete Ceagy, ebenfalls mit verstellt liebevoller Stimme.
    Die Voyager explodierte eine Sekunde nach der Antwort des Ersten Offiziers und die Druckwelle breitete sich sichtbar in einem Kreis aus. Der Kreis verschwand aber kurz nach der Explosion, da das Schiff viel zu klein war, um eine ernsthafte Druckwelle zu erzeugen.

    Die Tür des Holodecks öffnete sich und Cpt. Bluefox und Cmdr. Ceagy traten ein. Da schrie Adm. Nemice dem Captain auch schon entgegen:
    «Sie haben mein Schiff zerstört! Und nicht genug! Sie beamen uns alle in ein Gefängnis, statt in Ihre Transporterräume! Was soll das?!»
    «Admiral, Sie sollten froh sein, daß wir Sie und Ihre Crew überhaupt herausgebeamt haben. Das Oberkommando wird entscheiden, ob Sie weiterhin ein Raumschiff kommandieren dürfen oder ob Sie für dienstuntauglich befunden werden. Ich will damit nichts zu tun haben, sonst wird mir vielleicht noch etwas vorgeworfen in späteren Zeiten. Zum Glück sind nicht alle Ihrer Leute so wie Sie. Diese werden eventuell mit einem blauen Auge davonkommen. So wie es aussieht, kann ich ja nicht Sie alle verantwortlich machen für das, was Sie persönlich vorhatten. Sie sind alleiniger Herrscher und somit konnte niemand Ihr Vorhaben in Frage stellen oder vermeiden. Daher ist die Mitschuld Ihrer Kollegen und Untergebenen relativ klein.» meinte Cpt. Bluefox. Da fragte Adm. Croft plötzlich:
    «Und was wird mit uns geschehen, wenn wir auf der Erde sind?»
    «Über die Zukunft aller anderen ITW-Mitglieder wird ebenfalls das Oberkommando entscheiden. Ich glaube aber nicht, daß Ihnen und Ihren Kollegen Gefangenschaft droht. Wenn Sie nicht mehr auf ein Raumschiff dürfen, dann wird man Ihnen sicherlich den freien Aufenthalt auf der gesamten Erde gewähren.» antwortete Cpt. Bluefox mit einer gewissen Sicherheit.
    Wenige Sekunden später verließen Cmdr. Ceagy und Cpt. Bluefox das Holodeck wieder. Adm. Nemice schrie ihnen noch nach:
    «Ich will nicht in die Psychiatrie! Richten Sie das dem Oberkommando aus!»
    Da konnten es Ceagy und Bluefox nicht mehr verklemmen – sie lachten einfach lauthals heraus!

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 55056.8

    ««Wir sind wieder im Orbit der Erde und das Oberkommando hat bereits entschieden. Admiral Nemice wird tatsächlich für dienstuntauglich befunden. Admiral Croft wird, nach dem bedauerlichen Rücktritt von Admiral Ceagy, unsere neue Einsatzleiterin. Felicia Croft ist nun bereits die dritte Frau in Serie nach Admiral Eagly und Admiral Ceagy, die mir über die Schulter blickt, wenn ich mein Schiff durchs All sausen lasse. Ich möchte noch vier Crewmitglieder der ITW speziell erwähnen, die sich ohnehin gegen Nemice auflehnen wollten in der nächsten Zeit:
    Captain Aline River wird, zusammen mit Doctor Sarah Boschenstone, den Außenposten „New Carrollton“ verstärken. Commander Andrew Rooth wird Biochemiker an Bord der U. S. S. Jackenboy. Ebenfalls auf die Jackenboy kommt Lieutenant Sean McNally. Er wird der neue Transporterchef.
    Ich kann jetzt wohl endlich sagen, daß ich frei bin! Das Gefühl der Freiheit ist wirklich schön. Endlich bin ich frei von dem Gedanken, noch sechs Wochen an Bord dieser blöden Voyager verbringen zu müssen. Auch habe ich keinen Helmy mehr, der immer so schreit, wenn er in Bedrängnis ist und der immer Schabernack und Hinterhältigkeiten trieb mit anderen Gruppen, die genauso dachten wie er. Hoffen wir mal, daß es nicht mehr so viele Menschen dieser Sorte gibt im weiten Raum. Gelöst von allen Gebundenheiten gegenüber der ITW-Fraktion blicke ich nun in die Zukunft und bin sehr gespannt, was sie mir und allen anderen Menschen geben und nehmen wird.»»


    --- ENDE ---
    Zuletzt geändert von Data; 05.03.2002, 15:45.

  • #2
    Folge 20: Die Wissenschaft vereint Menschen


    JUHUBILÄUM!!!


    STARRING


    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Julia Haldemann ALS Lt. Cmdr. Gillian Haldman
    Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
    Tanya Steiner ALS Lt. Cmdr. Tanya Steaner
    Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
    Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Debbie Crossnicholls
    Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
    Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Michael Weilenmann ALS Adm. Mike Henning
    Felicia Kraft ALS Adm. Felicia Croft
    Reinhard Winter ALS Richter
    Hannes Morger ALS Cpt. Stephen Wish
    Andreas Rüdt ALS Cmdr. Andrew Rooth
    Sean McNally ALS Chief Sean McNally

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 55412.3

    ««Unsere Barkeeperin, Judy Boeman, hat sich einen dreimonatigen Sonderurlaub genommen, um ein Psychologiepraktikum auf der Erdstation „Baltimore“ zu absolvieren. In dieser Zeit herrscht Selbstbedienung am Replikator in Zehn-Vorne.»»


    Die U. S. S. Bluefox war unterwegs in einem entfernteren System nahe der Föderationsgrenze. Im Moment stand kein zu erledigender Auftrag seitens der Föderation an.
    Auf der Brücke herrschte eine gute Stimmung nach dem Frühstück in Zehn-Vorne. Kein Wunder, denn Lt. Boeman servierte allen Crewmitgliedern zum feierlichen Abschied noch ein richtiges Frühstück, nicht bloß eine Tasse mit schwarzem Kaffee drin und einem Croissant. Das war zwar auch im Angebot, aber dazu standen noch diverse Käse- und Fleischsorten, Brotaufstriche und andere Leckereien auf der „Speisekarte“!
    Es war natürlich kein richtiger Abschied, denn alle wußten, daß Lt. Boeman drei Monate später wieder zurückkommen würde.
    Lt. Boeman war erst seit einer Stunde fort und schon fragte Lt. Cmdr. Chollet:
    «Gibt es zum Mittagessen heute ebenfalls eine solche Steigerung zum Frühstück wie gestern?» Cmdr. Ceagy antwortete belustigt:
    «Wenn Sie anstelle von Judy kochen würden, dann wäre das Gegenteil der Fall!»
    Die gesamte Brückenmannschaft lachte herzhaft über die Antwort des Ersten Offiziers.
    Mitten im Gelächter wurde die Brückencrew von Lt. Cmdr. Lore unterbrochen:
    «Sir, ein Schiff nähert sich uns mit hoher Warpgeschwindigkeit und lädt die Waffen. Es ist auf einem Abfangkurs.» Der Captain war sogleich wieder voll konzentriert und meinte:
    «Wenn man es lustig hat im Dienst, wird man doppelt so oft unangenehm überrascht. Danny, aktivieren Sie die vorderen Phaserbänke und die Schutzschilde.» befahl er.
    «Schirme sind oben, Phaser bereit.» bestätigte Lt. Cmdr. Chollet.
    «Sie haben uns erreicht und feuern!» warnte Lt. Cmdr. Lore.
    Die Bluefox schüttelte es kurz, aber kräftig durch! Einen Herzschlag später gleich noch einmal! Dann legte der Gegner eine kurze Feuerpause ein. Cpt. Bluefox rief:
    «Schadensbericht!»
    «Wir haben für einen kurzen Augenblick die Trägheitsdämpfer verloren. Jetzt ist das Schiff wieder stabil. Die Schilde halten. Der Zustand der Schilde liegt bei 80 Prozent.» berichtete
    Lt. Cmdr. Chollet. Cmdr. Ceagy kommentierte:
    «Die haben vielleicht starke Phaser! Erst dachte ich, es seien zwei Quantentorpedos gewesen. Das Schiff ist anscheinend von „Fraktion Sieben“, denn es ist sonnengelb.» ergänzte er zur Information aller Brückenoffiziere. Der Erste Offizier hatte in seiner Armlehne ein Computer-Panel integriert, mit dem er die gleichen Sensoranalysen machen konnte wie Lt. Cmdr. Lore an der Ops vorne.
    Als der Captain die Bezeichnung „Fraktion Sieben“ hörte, war auf einmal nicht mehr gut Kirschen essen mit ihm! Er wußte um die Stärke dieser Fraktion und deren Quantität an Schiffen. Ohne dieses seltsame Wunderkind wäre die Bluefox „Fraktion Sieben“ vor einem knappen Jahr mit größter Wahrscheinlichkeit nicht entkommen und zerstört worden.
    Darum wollte er nun diesen Konflikt möglichst diplomatisch und zivilisiert lösen und befahl:
    «Mr. Chollet, rufen Sie das gegnerische Schiff.»
    Lt. Cmdr. Chollet entgegnete nach einem fehlgeschlagenen Kontaktversuch:
    «Sie antworten nicht.»
    Da feuerte das gelbe Schiff wieder eine Einheit ihrer starken Bordphaser ab! Wieder wurde die Bluefox durchgeschüttelt!
    «Trägheitsdämpfer wieder für eine Sekunde ausgefallen! Sie schaffen es jedes Mal, unsere Trägheitsdämpfer zu treffen! Sie wollen scheinbar, daß wir alle zu Boden stürzen, damit wir unsere Stationen nicht besetzt halten können!» analysierte Lt. Cmdr. Chollet.
    «Zu dumm, daß Sie an der Taktik arbeiten, Danny.» kommentierte der Captain.
    Cmdr. Ceagy gab eine weitere Information durch:
    «Wir haben es mit einem Schiff der Akira-Klasse zu tun. Sehr wendig und starke Phaser sowie gute Schilde. Ich empfehle dringendst, zurückzuschießen, Matt.» ergänzte er.
    «Einverstanden. Danny, Phaser und Photonentorpedos harmonisch nach Ihrem System abfeuern. Geben Sie bei wichtigen Veränderungen sofort Berichte durch.» befahl Bluefox.
    Chollet bestätigte den Befehl und feuerte sogleich die erste Einheit Phaser und drei Photonentorpedos mit pyramidaler Streuung ab.
    Die Offensive brachte erste Erfolge ein! Lt. Cmdr. Chollet berichtete fortlaufend:
    «Gegnerische Schilde werden schwächer. Ich muß versuchen, deren Achterschildbatterie zu treffen, damit ich an die heiklen Systeme gelangen kann.»
    Zehn Sekunden später:
    «Ein Torpedoeinschlag an der Backbordgondel verursachte ein Plasma-Leck. Die Schilde in dieser Region versagen vollkommen. Ich intensiviere das Feuer in dieser Region.» rapportierte der Sicherheitschef.
    Während der Bluefox-Offensive war aber der Gegner keinesfalls passiv! Als Chollet bei einer Stelle in der Nähe der Brücke eine Phasereinheit abgab, sandte das Gegnerschiff einen Feedbackimpuls an die Phaserbank der Bluefox zurück! Dies verursachte wieder einen kräftigen Ruck auf der Bluefox! Lt. Cmdr. Chollet warnte:
    «Wir haben unsere Frontphaser verloren, Captain! Die haben doch tatsächlich noch einen Joker im Ärmel gehabt. Sie haben unsere Frontphaser durch einen Feedbackimpuls ausgeschaltet.»
    Doch plötzlich geschah etwas Unerwartetes. Lore erkannte es zuerst:
    «Sir, das gegnerische Schiff hat seine Selbstzerstörung aktiviert! Explosion erfolgt in drei Sekunden!»
    «Lieutenant Humble, bringen Sie uns hier weg, Warp 4. – Energie!» befahl Cpt. Bluefox.

    Tatsächlich explodierte das gelbe Schiff von „Fraktion Sieben“ gleich darauf! Die Bluefox erhielt noch einen saftigen Hieb am Achterschild aufgrund der starken Druckwelle, die das Gegnerschiff erzeugte nach dessen Explosion!
    Es herrschte erst für ein paar Sekunden totale Stille auf der Brücke. Die Überraschung und Verdutztheit stand allen Offizieren ins Gesicht geschrieben, selbst dem Captain! Er war derjenige, der als Erster das Schweigen brach:
    «Warum haben die das getan? Nur weil ihre linke Warpgondel nicht mehr funktionierte? Reagiert man so, wenn man in Bedrängnis ist?»
    Cpt. Bluefox gingen viele Gedanken durch den Kopf in diesem Augenblick. Er sinnierte auch darüber nach, ob er auch so handeln würde. Nein, dachte er sofort, so etwas käme nie in Frage. Es gäbe ja immer noch Fluchtkapseln! Das eigene Schiff zerstören, ohne der Crew eine Flucht zu ermöglichen? Wenn dann die Rettungskapseln zerstört würden, wäre es zwar das gleiche Ergebnis, aber es hätte immerhin der Schimmer einer möglichen Rettung für vereinzelte Crewmitglieder sein können!
    Der Captain war schlichtweg enttäuscht. Enttäuscht über eine derartige Aufgabe!

    Vier Stunden später trommelte Lt. Cmdr. Steaner, die Chefingenieurin, alle Führungsoffiziere zu einer Sondersitzung in der Beobachtungslounge zusammen. Sie fand mit Lt. Cmdr. Chollet etwas sehr Merkwürdiges heraus während der Schadensinspektion nach der Schlacht mit dem Schiff von „Fraktion Sieben“. Steaner legte sogleich los:
    «Commander Chollet und ich machen den Rundgang durchs Schiff und prüfen beschädigte Stellen mit unseren Tricordern. Da sagt er plötzlich zu mir, daß dies eine Antimateriesignatur habe! Ich fragte, was er meine und er antwortet mir daraufhin, daß die Brandstellen Rückstände von Antimaterieelementen enthalten.» Chollet fuhr fort:
    «Auf gut deutsch: Die Phaser, welche die Gegner benutzt hatten, waren keine normalen Phaser, sondern Phaser mit Antimateriespuren. Dies verursachte bei uns auch das Ausfallen der Trägheitsdämpfer. Dies alleine ist zwar noch kein Grund, eine Sondersitzung einzuberufen, aber es kommt noch dicker. Commander Steaner ist Expertin in Antimaterie und deren Reaktionen in Raum sowie Zeit. Erklären Sie bitte doch mal genau, was Sie herausgefunden haben.» Steaner erklärte ihre Theorie:
    «Das, was in den Phasern des gegnerischen Schiffes ist, ist noch nicht Antimaterie, aber eines der Vorelemente davon. Sehr wahrscheinlich könnte dies durch einen Mutara-Nebel verursacht worden sein, durch den das Schiff eventuell durchgeflogen ist. Wenn die Schilde des Gegnerschiffes im hochgefahrenen Zustand waren während dem Durchfliegen des Nebels, dann sammelten sich Rückstände in den Schutzschirmen, die nicht absorbiert werden konnten. Mutara-Nebel bestehen aus instabilen Elementen der Antimaterie. Durch das Eindringen dieser Teilchen in die Schutzschirme des Gegnerschiffes könnten sie stabilisiert worden sein. Als dann die Phaser gegen uns zum Einsatz kamen, wurden automatisch auch Spuren dieser stabilen Elementteilchen zu uns hinüber transportiert und blieben – zu unserem großen
    Glück – intakt und stabil! Bisher ist es noch keinem Föderationsschiff gelungen, eines dieser Vorelemente von Antimaterie zu stabilisieren. Nun ist es soweit! Wir sind im Besitz von einigen stabilen Elementteilchen und könnten somit eine Forschung anstellen, wie Antimaterie repliziert werden könnte! Wir hätten dank dieser neuen Technologie einen unerschöpflichen Vorrat an Antimaterie und könnten über eine Distanz von Millionen Lichtjahren reisen! Die Geschwindigkeit bliebe selbstverständlich gleich hoch. In unserer momentanen Ressourcenknappheit wäre dies ja ein Geschenk vom Himmel!»
    Die gesamte Crew taumelte nun zwischen zwei Gefühlszuständen – Staunen und Euphorie!
    Cpt. Bluefox gab als Erster einen Kommentar ab zu Steaners Theorie:
    «Das klingt ja traumhaft! Hoffentlich klappt es!»
    Cmdr. Ceagy ergriff die Initiative:
    «Wir sollten unbedingt zum Oberkommando der Föderation zurückkehren und ihnen davon berichten. Ein Forscherteam sollte dann gleich mit den Studien beginnen. Ich würde mich freiwillig melden, dort zu bleiben, bis das Problem gelöst und die Ressourcenknappheit kein Thema mehr ist.» Doch Lt. Cmdr. Steaner stoppte den Ersten Offizier! Sie sprach:
    «Halt, halt, nicht so schnell, Commander! Ich war noch nicht ganz fertig. Die ganze Sache hat einen Haken. Wir haben nicht genug von diesen Elementteilchen.»
    Es war in der Lounge ein deutliches Stöhnen von Cmdr. Ceagy zu hören. Er wußte es schier, daß da noch ein Aber kommen würde!
    «Wieviel haben wir und wieviel ist nötig?» fragte der Captain.
    «Wir bräuchten sicher doppelt so viel Elementteilchen. Die Teilchen müssen sich ja zu einem ganzen Element vereinen. Dafür sind es aber noch deutlich zu wenige Teilchen. Am besten wäre natürlich ein vollkommenes Element, aber Weihnachten haben wir noch nicht.» antwortete Lt. Cmdr. Steaner.
    «Wie bekommen wir diese Teilchen am besten?» fragte Chief Whiteman, der ebenfalls immer an den Sitzungen der Führungsoffiziere teilnahm. Da meldete sich Lore mit einer Antwort:
    «Es klingt für Sie sicherlich paradox, aber die einzige Möglichkeit ist, daß wir uns noch einmal beschießen lassen von einem Schiff von „Fraktion Sieben“.»
    «Wir gehen hier nicht auf Selbstmordmissionen, Lore.» erwiderte Cmdr. Ceagy prompt.
    Doch der Captain war hier anderer Meinung als sein Erster Offizier! Er meinte zu Lores Vorschlag:
    «Auf jeden Fall müssen wir dieses Material bei „Fraktion Sieben“ holen, anders geht es nicht. Aber ideal wäre es, wenn man nicht auf uns schießen würde, sondern wenn wir erklären könnten, was unsere Absicht ist. Es schwebt mir insgeheim vor, daß wir diese technologische Errungenschaft „Fraktion Sieben“ vorstellen und sie mit ihnen teilen werden, wenn die Forschung erfolgreich sein sollte.»
    Lt. Cmdr. Chollet erhob sich und meinte entsetzt:
    «Das ist absurd!»
    Auch Cpt. Bluefox stand auf und erwiderte dem Sicherheitschef:
    «Sie verstehen wohl die Reaktion von „Fraktion Sieben“ nicht! Wenn wir tatsächlich so großzügig sind, dann werden sie uns den Zugang zu ihren Phaserbänken geben und wir können uns so viele Elemente nehmen, wie wir benötigen, um die Forschung zu starten! Es benötigt sehr viel Vertrauen der Gegner, aber wenn sie merken, daß es funktionieren könnte, dann werden sie auf diesen Deal einsteigen. Die Wissenschaft vereint Menschen, Danny!»
    Cmdr. Ceagy stimmte zu: «Es könnte funktionieren.»
    Daraufhin befahl der Erste Offizier Lt. Cmdr. Steaner:
    «Tanya, erstellen Sie einen schriftlichen Bericht zu dem, was Sie uns gerade mitgeteilt haben in der Sitzung! Diesen Bericht werden wir dann „Fraktion Sieben“ schicken.»
    Die Chefingenieurin nickte Cmdr. Ceagy zu.
    Lt. Cmdr. Chollet setzte sich wieder, ebenso Cpt. Bluefox. Der Sicherheitschef konnte nun diesen Schritt doch nachvollziehen. Er selbst hätte jedoch nie so entschieden, wenn er das Kommando gehabt hätte. In solchen Momenten wie diesem war Chollet doch froh, noch ein paar Offiziere über sich zu haben, die ihm eine vielleicht voreilige Entscheidung abnahmen!
    Cpt. Bluefox sprach abschließend:
    «Wenn das alles war, dann können wir ja an die Arbeit gehen. Andrew, setzen Sie einen Kurs zum offiziellen Raum von „Fraktion Sieben“. Informieren Sie mich, wenn wir dort sind. Tanya, Sie werden also diesen Bericht aufsetzen und der Rest begibt sich wieder auf die Stationen. Ich danke Ihnen.»
    Alle Offiziere verließen nach den Befehlen des Captains die Beobachtungslounge.

    Cpt. Bluefox und Lt. Cmdr. Lore studierten im Bereitschaftsraum die Raumkarte mit den strategisch wichtigen Punkten, welche im Besitz von „Fraktion Sieben“ waren.
    Lt. Cmdr. Steaner und Lt. Werwealy arbeiteten im Maschinenraum gemeinsam am Bericht für „Fraktion Sieben“.
    Auf der Brücke hatte Cmdr. Ceagy das Kommando. Lt. Boer an der Ops scannte ununterbrochen den Kurzstreckenbereich nach getarnten und ungetarnten Schiffen von „Fraktion Sieben“. Lt. Humble paßte den Kurs an, wenn ein Raumschiff in Reichweite war. Aber leider waren nie Schiffe von „Fraktion Sieben“, sondern immer nur welche der Sternenflotte unterwegs, wie es auch normalerweise sein sollte. Cmdr. Ceagy bemerkte nach dem sechsten Schiff, das gefunden wurde, mit einer fröhlichen Stimme:
    «Die Föderationsflotte wird immer größer! Respekt!» Er fuhr eher melancholisch fort:
    «Aber eigentlich würde ich jetzt schon mal gerne ein Siebener-Schiff sehen.»
    Er lehnte sich entspannt in den Kommandosessel zurück. Da kam plötzlich ein Funkspruch vom Captain zu seinem Kommunikator:
    ««Bluefox an Ceagy: Lore und ich haben die Zentrale von „Fraktion Sieben“ ausgemacht. Sie befindet sich von unserer jetzigen Position aus drei Lichtjahre entfernt. Die Koordinaten sind 325.8. Passen Sie den Kurs an.»» befahl Cpt. Bluefox.
    ««Ich habe verstanden. Koordinaten 325.8.»» bestätigte Cmdr. Ceagy. Er leitete den Befehl gleich an Lt. Humble weiter.

    Die Bluefox drang in den Raum von „Fraktion Sieben“ ein. Cmdr. Ceagy staunte nicht schlecht über die Fläche des Territoriums der „Siebener“. Lt. Cmdr. Chollet informierte:
    «Das gesamte Gebiet, in dem „Fraktion Sieben“ Stationen besitzt, hat eine Länge von 14 und eine Breite von zehn Lichtjahren. Die Zentrale befindet sich also erstaunlicherweise eher im äußeren Kreis und nicht, wie erwartet, im Mittelpunkt. Ein taktisch kluger Standort. Viele gehen zuerst mal in die Mitte und schauen dort, ob was zu finden ist.»
    Cpt. Bluefox und Lt. Cmdr. Lore betraten nun ebenfalls die Brücke und verfolgten das Geschehen von da aus, weil man ja die Zentrale ausfindig gemacht hatte.
    Da warnte Lt. Cmdr. Chollet Cpt. Bluefox auf einmal:
    «Captain, ein Schiff nähert sich uns. Es hat einen Abfangkurs programmiert. Es ist definitiv „Fraktion Sieben“. Kommunikationsreichweite in zehn Sekunden.» fügte er hinzu.
    «Roter Alarm, alle Mann auf die Kampfstationen!» verkündete Cmdr. Ceagy per Funk an die gesamte Crew.
    «Auf den Schirm, wenn bereit, Mr. Chollet.» befahl Cpt. Bluefox.
    Zum Überraschen aller Offiziere berichtete Lt. Cmdr. Chollet plötzlich:
    «Captain, sie haben ihre Waffen nicht aktiviert. Sie rufen uns!»
    «Und wir hätten die Unseren gleich abgefeuert. Das nenne ich eine positive Überraschung.» kommentierte Cpt. Bluefox und machte sich auf eine diplomatische Lösung des Problems bereit. In diesem Moment betrat Cnslr. Knight die Brücke. Sie wollte unbedingt diese spannende Situation miterleben.
    Sie nahm im Sessel des Counselors Platz.
    «Auf den Schirm!» sprach der Captain.
    Als ein in Admiralsuniform gekleideter, um die vierzig Jahre alt scheinender Mann auf dem Bildschirm erschien, erhoben sich Cpt. Bluefox und Cmdr. Ceagy aus ihren Sesseln und gingen ein paar Schritte in die Ebene nach vorne, um dem Admiral größer zu erscheinen.
    Der Captain stellte sich und Cmdr. Ceagy vor:
    ««Hier spricht Captain Matthew Bluefox vom Föderationsraumschiff Bluefox NCC 1701-E. Neben mir steht mein Erster Offizier, Commander Andrew Ceagy. Mit wem habe ich das Vergnügen, zu sprechen?»» fragte er offen. Der Admiral antwortete:
    ««Sie sprechen mit Admiral Mike Henning, dem Kommandanten des Raumschiffes Seven, dem Flaggschiff unserer Fraktion.»»
    Lt. Cmdr. Lore bemerkte: «Es ist ein Schiff der Galaxy-Deluxe-Klasse, Captain. Eine Art Aufbau für die normale Galaxy-Klasse.»
    ««Ein schönes Schiff, Admiral! Drei Warpgondeln habe ich gesehen! Mein Wissenschaftsoffizier sagte mir gerade, daß es auf der Galaxy-Klasse basiert. So eine dritte Warpgondel würde unserem Schiff auch noch stehen!»» scherzte Bluefox.
    ««Gut denkbar, Captain. Sie sind aber nicht nur zum Plaudern extra hierher geflogen, denke ich.»» erwiderte Adm. Henning schmunzelnd.
    ««Das ist richtig, Admiral. Kommen wir also zur Sache: Ein Schiff Ihrer Fraktion hat uns vor ungefähr einem Jahr angegriffen und beinahe zerstört. Nur mit der Hilfe eines Jungen, dessen Spezies wir nicht sonderlich gut kennen, konnten wir entkommen. Er ließ eine Art Dekompilierungsstrahl auf Ihr Schiff los mit verheerender Wirkung: Das Schiff wurde zerstört. Ich bedaure dies zwar, jedoch wäre es sonst uns an den Kragen gegangen, vermute ich.»» erklärte der Captain Adm. Henning. Dieser fragte:
    ««Unter wessen Kommando stand dieses Schiff?»»
    ««Einen Moment, bitte, Admiral.»» entgegnete Bluefox und äugte zu Lore hinunter. Lore hatte diese Mission in seinem Speicher integriert und konnte somit genau Auskunft geben.
    Er sprach:
    «Das Raumschiff stand unter dem Kommando von Captain Jack Archer, Sir.» Bluefox nickte Lore dankend zu und widmete sich wieder Adm. Henning und sprach:
    ««Jack Archer. Sagt Ihnen der Name etwas?»»
    ««Etwas ist gut, Captain! Dieser Mann bereitete uns schon oft Probleme. Wissen Sie, wir haben eine sehr freie Politik in unserer Fraktion, wenn nicht für manche Leute sogar etwas ungezügelt. Captain Archer hatte mehrere Schiffe unter seinem Kommando. Wenn einer bei uns den Rang eines Captains hat, dann ist er für seine Taten selbst verantwortlich. Das bedeutet, daß man mich oder meine Schiffe nicht verantwortlich machen kann für das, was er getan hat und für das, was seine Kollegen tun.»» erklärte Henning.
    ««Eine Fraktion innerhalb einer Fraktion, sozusagen.»» erfaßte Bluefox.
    ««Exakt, Captain. Archer hat sich seit über einem Jahr nicht mehr bei der Zentrale gemeldet. Als dann die Nachricht zu uns kam, daß sein Schiff durch unbekannte Art und Weise zerstört wurde, nahmen seine Gefährten Kurs auf das Föderationsgebiet mit dem Ziel, alles zu zerstören, was ihnen in den Weg kommt.»» informierte Henning.
    ««Ja, von diesem Angriff habe ich nicht nur gehört, sondern miterlebt! Vor kurzem hat uns ein weiteres Schiff Ihrer Fraktion angegriffen. Es war gelb, somit deutlich erkennbar. Nach der ersten Offensive des Gegners haben wir zurückgeschlagen. Wir hatten das stärkere Schiff und brachten das Gegnerschiff in Bedrängnis. Plötzlich aktiviert der Kommandant des gegnerischen Schiffes die Selbstzerstörung! Wir können im letzten Moment entkommen. In der Reparaturphase haben wir dann eine besondere Entdeckung gemacht. Es ist möglich, daß Archer und seine Kumpanen die Schiffe aufgerüstet haben mit besonderen Phasern. Es ist aber auch denkbar, daß all’ Ihre Schiffe mit diesen sonderbaren Phasern ausgestattet sind. Wir haben unsere Forschungen aufgezeichnet und werden sie Ihnen gleich übermitteln. Wenn Sie sich die Informationen und Erkenntnisse durchgelesen haben, können Sie uns mitteilen, ob Sie mit unserem Plan einverstanden sind.»» erklärte Cpt. Bluefox. Adm. Henning erwiderte:
    ««Ich bin offen für Ihre Aufzeichnungen. Schicken Sie sie mir, sobald Sie bereit sind.»»
    ««Sie sind im Nullkommanichts bei Ihnen, wir haben sie nämlich bereits fertiggestellt.»»
    meinte Cpt. Bluefox und schloß den Kanal daraufhin zur Seven.
    Sogleich funkte der Captain an den Maschinenraum:
    ««Bluefox an Maschinenraum: Tanya, könnten Sie den Bericht, den Sie erfaßt haben, direkt zum Raumschiff Seven beamen? Referenz: Admiral Mike Henning.»»
    ««Verstanden. Ich übermittle die Nachricht sofort.»» bestätigte Lt. Cmdr. Steaner.
    Cmdr. Ceagy fragte Cpt. Bluefox:
    «Was meinen Sie, Matt? Haben wir bald neue Alliierte?»
    «Ich hoffe dies mehr als alles Andere im Moment. Mein Gott, Andrew, stellen Sie sich das mal vor! Alle Schiffe und alle Einrichtungen von „Fraktion Sieben“ würden mit uns geteilt werden!» schwärmte der Captain. Er fuhr fort:
    «„Fraktion Sieben“ ist mit Sicherheit die größte Randgruppe der Menschen. Vielleicht wird die Seven das neue Flaggschiff der Föderation.»
    «Dann wären Sie aber nicht mehr der Kommandant des Flaggschiffes. Das wäre doch auch etwas schade.» meinte Cmdr. Ceagy schmunzelnd.
    «Das wäre ein klitzekleiner Wermutstropfen im Vergleich dazu, daß unsere Flotte schon bald doppelt so stark sein könnte.» entgegnete Cpt. Bluefox.
    Da meldete sich Cnslr. Knight zu Wort:
    «In all’ dem Tumult um eine allfällige Fusion geht hier ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit dem Leben auf der Bluefox unter.» Der Captain studierte einen Moment, kam aber nicht darauf. Cnslr. Knight half ihm auf die Sprünge:
    «Wenn wir so viele Schiffe und Stationen besitzen würden, würde die „neue Föderation“ viel mehr Crewmitglieder auf ihren Schiffen postieren – auch auf der Bluefox. Wir sind hier ein kleines, aber feines Team. Ich glaube kaum, daß es eine vergleichbare Mannschaft gibt in der Sternenflotte. Diese gemütliche, kollegiale Atmosphäre würde zerstört, wenn unsere Crew plötzlich fünfmal größer wäre. Es wäre auch für Sie eine ganz andere Aufgabe als Schiffsverantwortlicher! Sie müßten führerischer auf die Mannschaft wirken, Sie müßten härter durchgreifen als Sie es bisher mußten! In den Korridoren würden mich immer wieder Personen grüßen, deren Namen ich nicht mal kenne! Dann frage ich eine dieser Personen nach dem Namen und habe ihn wieder vergessen, wenn ich sie am Tag darauf in Zehn-Vorne beim Mittagessen antreffe. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich denke, gerade Sie sind einer, der gerne in einem eingespielten Team arbeitet. Ich bin Ihnen in dieser Beziehung nicht unähnlich. Mir würde es nicht mehr gefallen, wenn auf einmal 120 Leute auf unserem Schiff leben und arbeiten würden, von denen 100 Stück uns vollkommen fremd sind.»
    Cpt. Bluefox stufte die Meinung des Counselors immer sehr weit oben in seiner Liste ein. Zudem war Cpt. Bluefox wirklich derjenige, der immer darauf gepocht hat, nicht zu expandieren. Er mußte sich also etwas einfallen lassen, daß die Crew so blieb, wie sie immer gewesen war. Er wollte nämlich auf keinen Fall wie andere Captains sein! Sein Schiff sollte immer etwas Besonderes repräsentieren – nicht nur die Sternenflotte, sondern auch die Unabhängigkeit in der gesamten Organisation!
    Der Captain war derart tief in diesen Gedanken versunken, daß er gar nicht merkte, wie schnell die Zeit verging! Er wachte erst wieder richtig auf, als ihm Lt. Cmdr. Chollet folgendes meldete:
    «Captain, Admiral Henning meldet sich.»
    «Auf den Schirm.» erwiderte Cpt. Bluefox. Er sah einen erstaunten Adm. Henning!
    ««Captain, ich habe mir Ihren Bericht durchgelesen. Ich kann nur sagen, es ist sehr interessant, dieses Element! Und Sie denken, daß wir solche Elemente besitzen?»» fragte er verwundert. Cpt. Bluefox antwortete:
    ««Ganz recht. Aber um diesen Verdacht bestätigen zu können, müssen wir auf Ihre Phaserbank zugreifen können. Ich würde gerne einen Energiegenerator zu uns in den Frachtraum beamen, um ihn nach dem so heißgeliebten Element zu durchsuchen.»»
    ««Ich sehe in Ihnen klar einen richtigen Forscher, Captain. Ich vertraue Ihnen. Ich gewähre Ihnen den Zugriff auf meine Phaser. Hoffentlich finden Sie, was Sie brauchen.»» erwiderte Adm. Henning. Bluefox korrigierte den Admiral:
    ««Was die gesamte Föderation braucht, wollten Sie wohl sagen.»»
    Henning fragte mit einem Schmunzeln auf den Lippen:
    ««War das ein versteckter Schritt zu einer Allianz?»»
    ««Ich wußte, daß wir uns verstehen, Mr. Henning!»» antwortete Bluefox mit einem breiten Grinsen. Selbst Lt. Cmdr. Chollet und Cnslr. Knight, die nicht so erpicht darauf waren, zu fusionieren, waren über die Diplomatiekünste des Captains erstaunt und freuten sich trotzdem. Niemand wußte, was aus der Föderation werden würde. Es war gar nicht vorbestimmt, daß die Crew auf der Bluefox aufgestockt werden sollte.

    Lt. Cmdr. Steaner arbeitete mit Technikern der Seven und mit ihren eigenen Leuten eifrig an der neuen Technologie. Sie standen vor einer wichtigen Hürde. Lt. Cmdr. Steaner befahl:
    «Lieutenant Werwealy, starten Sie den Scan. Wenn das Grundelement der Phaserbatterie tatsächlich eine Antimateriereaktion aufweist, dann – ja dann...» Sie konnte nicht weiterreden, weil sie derart gespannt war auf das Ergebnis des Scans!
    «Scan läuft. Ich schalte meinen Tricorderbildschirm auf den Hauptschirm der Brücke.» berichtete Lt. Werwealy.
    Auf der Brücke war man selbstverständlich darüber informiert, daß der große Moment anstand. Alle zitterten innerlich vor Nervosität!
    «Scanergebnisse erscheinen in drei Sekunden.» kommentierte Lt. Werwealy. Sie zählte hinunter: «Zwei, eins, null.»
    Mitten in der Zahl „null“ schrie Lt. Cmdr. Steaner auf vor Begeisterung! Kurz darauf jubelte auch die gesamte Brückenbesatzung! Sogar Lore, der ja seinen Emotionschip aktivieren konnte bei Bedarf, jubelte mit der Mannschaft mit! Jeder Bericht war überflüssig. Es hatte also funktioniert. Die Erleichterung und die Freude war allen ins Gesicht geschrieben.
    Cmdr. Ceagy und Cpt. Bluefox umarmten sich und stießen Freudenschreie aus! Es herrschte das reinste Chaos auf der Bluefox!
    Natürlich wollte man diese Superstimmung sogleich auf die Seven übertragen, also sprach der Captain, immer noch freudetrunken:
    «Danny, öffnen Sie einen Kanal zur Seven. Es ist ein Bericht fällig!»
    «Sie können sprechen.» bestätigte Lt. Cmdr. Chollet.
    ««Wir haben es tatsächlich geschafft, Admiral! Ihre Phaser schreiben Geschichte!»» sprach Cpt. Bluefox.
    ««Ich habe in den letzten fünf Jahren, so weit ich mich erinnern kann, keine bessere Nachricht gehört!»» erwiderte Adm. Henning mit einem breiten Strahlen im Gesicht.
    Nach einer Weile fragte Cmdr. Ceagy Cpt. Bluefox:
    «Ich kann mir noch nicht genau vorstellen, wie dieses Element nun zu Antimaterie verarbeitet wird. Wie machen die das?» Cpt. Bluefox antwortete:
    «Fragen Sie mich nicht, Commander. Die werden es wohl selbst am besten wissen. Wenn Sie Lust haben, gehen wir mal zusammen in den Maschinenraum und fragen!» schlug er vor.
    «Einverstanden. Lore, Sie haben die Brücke.» sprach Cmdr. Ceagy.

    Als die beiden Schiffsleiter im Maschinenraum ankamen, meinte der Captain sogleich mit einer extra kindlich gestellten Stimme und einem Schmunzeln:
    «Wir würden also schon gerne wissen, wie man Antimaterie macht.»
    «Wie wäre es, wenn ich einen Vortrag machen würde in Zehn-Vorne? Dann könnte Admiral Henning auch gleich zuschauen – und das Ganze wäre noch in einer freundlichen Atmosphäre.» schlug Lt. Cmdr. Steaner vor. Ceagy und Bluefox nickten zustimmend.

    So arrangierte man also ein erstes Treffen zwischen Föderation und „Fraktion Sieben“ auf der Bluefox in Zehn-Vorne. Adm. Henning war natürlich der Ehrengast. Lt. Cmdr. Steaner hatte keinerlei Lampenfieber. Es ging ja schließlich um etwas Positives und Druck wurde ihr auch sonst nicht aufgesetzt. Adm. Hennings Anwesenheit sollte ihre Rede auch nicht groß beeinflussen. Als alle wichtigeren Offiziere sich versammelt hatten, legte Steaner los:
    «Guten Abend, allerseits. Ich wurde angefragt, zu erklären, wie das geht mit dem Antimateriemachen. Also schön, es ist zwar ein wenig kompliziert, aber die Fachleute werden es vielleicht verstehen: Ich repliziere zuerst eine Art Transistor, mit dem ich die äußerst kleinen Elemente, von denen ich ja nun in Hülle und Fülle habe, durch drei Zonen leite. Diese heißen Emitter, Kollektor und Basis. Die Basis ist die Hauptleitung und befindet sich in der Mitte. Hier werden die Teilchen in die exakt gleiche Spannung gestellt. Je geringer die Abweichung der Spannung der Elemente ist, desto eher besteht die Chance, daß sie sich teilen und somit verdoppeln. Wenn ich mehrere Transistoren aneinanderkopple, erhalte ich logischerweise um so mehr Teilchen. Diese sind immer noch genug stark, um Antimaterie zu produzieren. Ich stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem Wissenschafts- und Forschungszentrum der Sternenflotte, damit wir die Technik des Spaltens noch verbessern können. Das Einzige, was wir jetzt noch brauchen, ist ein Energiekonverter, der die Energie den Elementchen am Schluß entzieht und in rohe Antimaterie umwandelt. Solche Konverter hat die Sternenflotte schon früher hergestellt, um andere Arten von plasmischer Energie zu erzeugen, die in Rohstoffen enthalten sind. Ein erster Test hat funktioniert. Auch die Antimaterieelemente können konvertiert werden. Es klingt jetzt sicher alles etwas kompliziert, aber es funktioniert! Wir haben durch das Konvertieren eine Formel in den Computer eingeben können, welche die Variable, die wir immer suchten, durch dieses Element ersetzt. Die Vorgänge verändern sich nicht groß, aber die Wirkung ist fatal! Wir haben, wenn wir alles richtig machen, unbegrenzt Antimaterie zur Verfügung. Wir können somit Dilithiumkristalle, die ja für das Funktionieren eines Warpantriebes notwendig sind, replizieren, meine Damen und Herren! Wir brauchen sie nicht mehr mühsam und teuer von den Ferengi oder von den Vulkaniern zu kaufen. Wir müssen auch keine Schiffe mehr entsenden, um Planeten zu suchen, die Dilithiumvorkommen enthalten. Der Schiffsbau profitiert davon ebenfalls. Einige Materialien können jetzt mit einer Dilithiumlegierung versehen werden, um besser zu isolieren. Schiffshüllen werden somit schwerer durchdringbar für feindliches Feuer! Abschließend kann ich sagen, daß wir hier und jetzt ganz sicher Geschichte geschrieben haben.»
    Nach dem Ende von Lt. Cmdr. Steaners Vortrag applaudierte das gesamte Publikum. Einige begeisterte Jubelrufe waren ebenfalls im Applaus zu hören und gaben der gesamten Atmosphäre einen emotionalen, euphorischen Rahmen.
    Adm. Henning erhob sich kurz und sprach:
    «Ich würde mich freuen, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. „Fraktion Sieben“ ist nicht mehr das, was es einmal war. Ihr Captain weiß bereits, daß unsere Politik sehr frei, ja schier ungezügelt ist, da wir keine Kontrolle haben über unsere Schiffskommandanten. Wenn sie unsere Zentrale verlassen und wir sie aus den Langstreckensensoren verlieren, dann kann alles passieren, jedoch bekommen wir davon erst dann etwas mit, wenn es uns berichtet wird von Schiffen, die sich regelmäßig bei der Zentrale melden. Ich denke, die Föderation, die gesamte Menschheit ist in einem wirtschaftlichen Aufschwung! Wenn „Fraktion Sieben“, die in eine Rezession gerät, wieder in die Föderation aufgenommen werden könnte, dann wären wir alle schon bald in einer Hochkonjunktur, die lange anhalten wird! Momentan verfügen wir über 24 Schiffe, von denen wir wissen, daß sie intakt und bemannt sind. Es sind allesamt fähige Offiziere und Crewmitglieder. Ich kenne sie beinahe alle persönlich mit dem Namen. Die Föderation ist eine Organisation der Menschen, „Fraktion Sieben“ ist es ebenfalls. Wir sind alle Menschen und machen Fehler. Ein großer Fehler unsererseits war, daß wir uns separiert haben. Damit waren nicht alle einverstanden und gingen daher ihre eigenen Wege. Für den Schaden, den einige unserer Schiffe bei der Sternenflotte angerichtet haben, möchte ich mich offiziell entschuldigen. Abschließend dazu möchte ich garantieren, daß all’ unsere Schiffe und Stationen der Föderation zur Verfügung stehen werden. Wenn wir eine Einheit werden, dann werden wir eine neue Föderation!»
    Nach dieser eindrücklichen Rede setzte sich Henning wieder. Erneut klatschte das Publikum Beifall, fast noch mehr als nach Lt. Cmdr. Steaners Vortrag! Alle waren sich bewußt, daß hier und in diesem Moment mit größter Sicherheit eine neue Ära eingeläutet wurde. Die Föderation erlebte tatsächlich einen unbeschreiblichen Aufschwung durch das Erlangen dieser Technologie.

    So sah es auch das Oberkommando der Sternenflotte auf der Erde in San Francisco.
    Cpt. Bluefox stellte in seinem Bereitschaftsraum eine Verbindung her zu Adm. Croft, der Einsatzleiterin. Er sprach:
    ««Admiral, wie Sie schon sicher vernommen haben, sind die Tests positiv verlaufen und wir haben eine neue Technologie für das 25. Jahrhundert! Zudem erhalten wir, wenn das Oberkommando seinen Segen gibt, 24 neue Schiffe für unsere Flotte! Der Fraktionschef Admiral Mike Henning von „Fraktion Sieben“ hat sich für die Angriffe seiner Schiffe entschuldigt und möchte sich uns wieder anschließen. Seine Rede war wirklich beeindruckend, Admiral. Ich bin sicher, er ist uns wohlgesonnen.»»
    ««Ich werde der Sache nachgehen, Captain. Sie haben mich dank Ihrer Beziehungen zum Gericht der Sternenflotte wieder in die Einheit geholt. Jetzt wollen Sie eine weitere wichtige Figur zurückholen, die zurückwill. Da ich in Sie ein besonders großes Vertrauen habe, denke ich kaum, daß Gefahr droht.»» erwiderte Adm. Croft.
    ««Hoffen wir das Beste für „Fraktion Sieben“. Sie wäre eine Bereicherung für die Föderation, da bin ich mir sicher. Nur schon wegen dem Flaggschiff, das sie haben. Es heißt Seven! Es ist ein aufgerüstetes Schiff der Galaxy-Klasse. Wenn wir fusionieren würden, dann könnte diese Seven gleich den Flaggschiffstatus behalten!»» meinte Cpt. Bluefox.
    ««Dieser Mr. Henning ist ja Admiral. Wenn wirklich ein Zusammenschluß beider Organisationen stattfände, dann käme Henning ins Oberkommando. Sie wären nach wie vor der Kommandant des Flaggschiffes, so wie es aussieht! Die Seven wäre dann die neue Bluefox, denke ich!»» entgegnete Adm. Croft.
    ««Das wäre noch genialer! Ein neues Schiff würde mir und der Mannschaft sicherlich guttun, aber ich wollte noch etwas fast Vergessenes deponieren bei Ihnen: Von der Crew kommt doch eindeutig der Wunsch, daß wir nicht größer werden wollen. Können Sie schauen, daß nicht all zu viele Crewmitglieder auf die Bluefox kommen, wenn wir fusionieren würden? Ideal wäre es natürlich, wenn wir das bleiben könnten, was wir momentan sind – ein eingespieltes, kleines Team mit einem schönen, großen Schiff.»» sagte der Captain.
    ««Das gefällt Ihnen, was? Ich werde mein Bestes tun für Sie und Ihre werte Crew.»» versicherte Adm. Croft Cpt. Bluefox.
    Damit gab sich der Captain zufrieden und verabschiedete sich noch von seiner Vorgesetzten.
    Eine Woche später versammelten sich einerseits die gesamte Crew der U. S. S. Bluefox, andererseits Adm. Henning und die kommandierenden Offiziere von „Fraktion Sieben“, um das Urteil des Obergerichts der Föderation in San Francisco zu erfahren.
    Als sich alle gesetzt hatten und keiner mehr einen Mucks von sich gab, eröffnete der Richter die Sitzung. Es war ja kein Prozeß, bei dem ein Verbrecher vorgeführt wurde. Es war lediglich die Verkündung der Entscheidung des Richters. Dieser sprach:
    «Sehr verehrte Damen und Herren, geschätzte Offiziere, geschätzte Crewmitglieder, ich heiße Sie alle recht herzlich willkommen zur Bekanntgebung vom Urteil des Obergerichtes. Ich möchte es nicht allzu lange machen, daher sage ich einfach:
    Das Begehren des Fraktionschefs Admiral Michael Henning von „Fraktion Sieben“ auf Wiederaufnahme seiner Organisation wurde geprüft und besprochen. Aufgrund von Meinungen und Informationen sowie Fakten ist das Obergericht der Föderation der Vereinten Planeten zum Entschluß gekommen, daß es für uns eine Freude ist, die ehemalige „Fraktion Sieben“ wieder in der Föderation willkommen zu heißen!»
    Vor allem die Offiziere der nun also ehemaligen „Fraktion Sieben“ jubelten nach diesem Urteilsspruch des Richters! Aber auch der Rest freute sich natürlich und applaudierte. Man war nun also wieder eine Einheit, eine neue Föderation!
    Als der Applaus verstummte, ergriff der Richter noch einmal das Wort:
    «Da wir nun über eine stattliche Anzahl von 52 Raumschiffen verfügen, von denen nun zwei der Galaxy-Klasse angehören, tauchte die Frage nach einem neuen Flaggschiff auf. Welches sollte es sein? Auch diese Entscheidung wurde mir zugeteilt. Ich habe entschieden, daß die Crew der U. S. S. Bluefox NCC 1701-E auf die frühere Seven, die neue U. S. S. Bluefox NCC 1701-F, transferiert und auf vielseitigen Wunsch nicht verstärkt wird. Die Bluefox-E wird umbenannt auf den Namen Jackenboy NCC 78231-B. Die alte Jackenboy wird demontiert und brauchbares Material wird für den Bau neuer Schiffe verwendet. Genauere Informationen über die Zusammenstellung der Mannschaften entnehmen Sie dem offiziellen Logbuch. Ich danke Ihnen.»
    Nach diesem Entscheid freute sich die Seite der Bluefox-Crewmitglieder um so mehr! Die Zusammenstellung der Crew blieb also unverändert und als „Dessert“ sollte die Mannschaft unter dem Kommando von Captain Matthew Bluefox auch noch ein neues Raumschiff bekommen – die U. S. S. Bluefox NCC 1701-F.
    Cpt. Bluefox rief im Lärm des Applauses zu Cmdr. Ceagy hinüber:
    «Hoffentlich finden Sie Ihre Koffer zum Umziehen, Andrew!»
    «Ich glaube, ich beame meine Ware einfach so, wie sie ist, auf das neue Schiff!» scherzte Ceagy.
    «Ich bin nicht schuld, wenn Sie dann eine Schweineordnung haben!» gab Bluefox zurück.

    Seit dem Urteil des Gerichts waren drei Tage vergangen. Alles war geräumt auf der alten
    Bluefox, die ja nun die neue Jackenboy war.
    Cpt. Bluefox betrat ein letztes Mal die große, voluminöse Brücke. Er schritt langsam in die Ebene hinunter, zwischen die Stationen Conn und Ops. Er stand nun vor dem Hauptschirm. Dieser zeigte die kleinen, weißen Punkte, welche die Menschen immer begleiteten, wenn sie auf Raumfahrt gingen. Es waren natürlich die Sterne, kleinere und größere.
    Der Captain begann, zu lächeln. Er war einfach wahnsinnig froh, daß es weiterging. Es stand auf der Kippe, als darüber diskutiert wurde, ob die Crew aufgestockt werden sollte oder nicht. Wenn es passiert wäre, dann wäre es nie mehr das Gleiche gewesen und es hätte Cpt. Bluefox nie mehr so viel Spaß gemacht im Vergleich zu den letzten 14 Monaten.
    So viel Glück und Freude auf einmal empfand der Captain noch nie, so glaubte er dies in diesem Moment. Eine neue Technologie, ein neues Schiff, neue Freunde – das war einfach großartig!
    Mit diesen schönen Gedanken im Kopf verließ Cpt. Bluefox die Brücke wieder und machte sich auf den Weg zum Transporterraum. Um seine Schulter hing noch ein Koffer der Sternenflotte. Darin hatte er seine zwei teuersten Flaschen mit alkalischem Brandy aus älteren Jahren, ein Bild seiner gesamten Mannschaft und als Polsterung eine Ersatzuniform.
    Als der Captain im Transporterraum angekommen war, beamte Chief Sean McNally gerade zwei Offiziere an Bord. Chief McNally, der Transporterchef der Jackenboy, begrüßte
    Cpt. Bluefox und meinte:
    «Guten Tag, Captain! Ich bin bereits im Dienst, kaum habe ich das Schiff gewechselt. Ich muß ja die Mannschaft hierherbeamen. Sie möchten sicher auf die neue Bluefox, nicht wahr?»
    «Da liegen Sie vollkommen richtig, Mr. McNally. Aber warten wir doch noch schnell, bis Sie die beiden Kollegen hier haben.» erwiderte der Captain.
    Als sich die beiden materialisiert hatten, konnte sie Cpt. Bluefox erkennen. Freudig empfing er sie. Er sprach:
    «Captain Wish! Commander Rooth! Lange nicht mehr gesehen! Besonders Sie, Mr. Rooth. Wie geht es Ihnen?» Cmdr. Andrew Rooth, der Erste Offizier der Jackenboy, antwortete:
    «Ich kann nicht klagen! Dank Ihnen habe ich hier eine Superstelle bekommen!»
    «Gern geschehen, ich kann mir gut vorstellen, daß ein Posten außerhalb der ITW-Fraktion immer eine Superstelle ist!» scherzte Cpt. Bluefox. Cmdr. Rooth entgegnete:
    «Den Namen ITW kann ich nicht mehr hören, Captain. Das ist passé. Jetzt kann ich als gelernter Biochemiker dieses wunderschöne Schiff unterstützen und Captain Wish assistieren in der Leitung des Schiffes. Das ist ein Traumberuf für mich!»
    «Wenn das so ist, dann ist ja alles in Ordnung, Mr. Rooth.» meinte Cpt. Bluefox.
    Cpt. Wish fragte Cpt. Bluefox:
    «Captain, sind Sie bereit?»
    «Antwort Eins: Ja, ich bin bereit und übergebe Ihnen das Schiff. Antwort Zwei: Sie sind Captain, ich bin Captain. In der Sternenflotte ist es üblich, daß man sich unter Captains duzt. Ich bin Matt.» antwortete Cpt. Bluefox.
    «Stephen ist mein Name. Dann wünsche ich dir viel Glück auf deinem neuen Schiff!» sprach Cpt. Wish.
    «Das wünsche ich dir auch! Halte Sorge zu meinem alten Kahn!» mahnte Bluefox schmunzelnd.
    «Aber sicher doch!» erwiderte der erste und einzige romulanische Sternenflottencaptain.
    Cpt. Bluefox stand auf die Transporterplattform und befahl Chief McNally: «Energie!»

    Auf der anderen Seite angekommen, wurde der Captain von seinem Ersten Offizier freundlich empfangen und gleich auf etwas hingewiesen:
    «Willkommen auf der Bluefox-F, Captain. Vorsicht – drei, nicht zwei Stufen!»
    «Das habe ich bereits gemerkt. Ich beame insgesamt bereits das dritte Mal hin und her. Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre, Andrew, aber ich habe das Gefühl, es ist noch einmal dunkler geworden hier drinnen. Die Neue ist eindeutig schwächer beleuchtet als die Alte.» bemerkte der Captain.
    «Sie irren sich nicht, Matt. Ich habe das Licht gedämpft, um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Wir sollten entspannt in den ersten Diensttag an Bord der Bluefox-F einsteigen.»
    meinte Cmdr. Ceagy.
    «Einverstanden, gehen wir es ruhig an. Abgesehen von der Dunkelheit ist es aber wirklich ein wunderschönes Schiff. Die Brücke ist ein wenig enger, aber es hat immer noch drei Sessel in der Mitte. So kann auch Cnslr. Knight Platz nehmen, wenn sie Brückenschicht hat.» merkte Cpt. Bluefox an. Cmdr. Ceagy begann, zu schmunzeln. Er entgegnete:
    «Sie werden es nicht glauben, aber das erwähnte Steevy gleich als Erstes.»
    Der Captain lachte kurz über diesen Zufall und sprach:
    «Und der arme Danny muß wieder in den sauren Apfel beißen. Die Taktische Station hat wieder keine Sitzmöglichkeit integriert!»
    Sich amüsierend über des einen Freud, des andern Leid schlenderten Cpt. Bluefox und
    Cmdr. Ceagy durch einen Korridor Richtung Turbolifttür...

    Computerlogbuch der Bluefox-F, Captain Bluefox, Sternzeit 55439.7

    ««Die gesamte Crew hat sich langsam, aber sicher auf der neuen Bluefox installiert und ich glaube, sie fühlen sich alle wohl – so, wie ich auch. Ich freue mich sehr auf die Zeit, die uns jetzt bevorsteht. Es wird eine schöne Zeit, denke ich, denn mit solch positiven Ereignissen, mit denen wir belohnt wurden, lebt es sich gleich doppelt so munter! Mögen wir auch mit der Bluefox-F in Galaxien vordringen, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat!»»


    --- ENDE ---

    Kommentar


    • #3
      Folge 21: Angriff der Borg (Teil 1)

      Tja, mit dieser Episode muss ich euch, wie im FSG-Info-Thread über "RB" erwähnt, bis Mitte Februar vertrösten. Aber ich bin sicher, dass ihr jetzt mal mit Episoden eingedeckt seid, bis Mitte Februar ist.

      Viele Grüsse vorerst mal und bis dann!

      Euer Captain Matthew Bluefox.

      Kommentar


      • #4
        Und mit zwei Wochen Verspätung geht es weiter...

        Folge 21: Angriff der Borg (Teil 1)


        STARRING


        Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
        Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
        Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
        Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
        Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
        Julia Haldemann ALS Lt. Cmdr. Gillian Haldman
        Tanya Steiner ALS Lt. Cmdr. Tanya Steaner
        Stephanie Knecht ALS Cnslr. Stephanie Knight
        Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
        Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
        Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
        Deborah Grossniklaus ALS Dr. Debbie Crossnicholls
        Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
        Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
        Fabian Werffeli ALS F. Fabius Werwealy
        Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
        Andrea Berger ALS F. Andrea Berger
        Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
        Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy

        GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

        Jeri Lynn Ryan ALS Borg-Königin
        Felicia Kraft ALS Adm. Felicia Croft
        Michael Weilenmann ALS Adm. Mike Henning
        Bruno Bamert ALS Dr. Hanspeter Örgelisauer
        Anja Kaspereit ALS Annie Casperyte
        Andreas Frey ALS Freyer, der Barkeeper
        Björn Muntwyler ALS Lt. Bjurne Monty
        Matthias Weber ALS F. Matthew Webber
        Robert Picardo ALS Holographischer Doktor
        Ethan Phillips ALS Holographischer Portier
        Verschiedene Schauspieler ALS Borgdrohnen

        Angesichts der Umstände war man zur Übereinkunft gekommen, daß nun doch neue Mitglieder an Bord der Bluefox kommen sollten. Cpt. Bluefox sah ein, daß das Flaggschiff der Föderation in einer aufreibenden Schlacht mit einer Rumpfcrew nichts herausholen konnte. Vor allem in den Bereichen Technik und Sicherheit waren starke Defizite vorhanden, die behoben werden mußten. In den Krisenbereichen wurden vorwiegend Offiziere von den Raumschiffen Netherwell und Jackenboy abgezogen, denn dort herrschte ein Überschuß an Securitys und Technikern.
        Der Captain war natürlich nicht sonderlich erfreut über den Entscheid des Oberkommandos, die Crew nun doch aufzustocken, nachdem es noch vor wenigen Wochen geheissen hatte, es würde alles beim Alten bleiben. – Aber es gehörte eben auch zum Job eines Schiffskommandanten, Kompromisse einzugehen.
        Aufgrund des Anwachses der Besatzung mußte Cpt. Bluefox Personalien von beinahe hundert Offizieren aufnehmen. Irgendwann, spät in der Nacht, nahm es schießlich doch noch ein Ende und der Captain schlief völlig übermüdet ein.
        – Als er die Augen öffnete, fand er sich in einer düsteren, ihm reichlich vertrauten Umgebung wieder! Er stand in einem Regenerationsalkoven! Dann schaute er sich um. Links und rechts neben sich sah er noch viel mehr Alkoven! Von da an wußte er, daß er in irgendeinem Borgschiff sein mußte. Er betrachtete sich selber, so gut er konnte. Er erinnerte sich wieder ganz genau an den Moment, wo er von den Borg assimiliert wurde. An seinen Armen konnte er eine ganze Menge Implantate und Panzerungen erkennen. Er war ein Borg! –
        Der Captain erlebte soeben einen Ausschnitt aus seiner kurzen, aber einschneidenden Existenz als Andronus in Form eines Traums. Nach dieser Vision wachte Cpt. Bluefox wieder auf. Es war ihm vollkommen schwindlig. Er taumelte zum Lavabo seines Quartiers und begann, sein Gesicht zu waschen. Er blickte in den Spiegel vor sich. Da schoß plötzlich ein sternförmiges Borgimplantat aus seiner rechten Wange hervor! Der Captain schrie auf – und erwachte erneut! Er hatte also einen Traum im Traum!
        Als Bluefox nun erwachte, fühlte er sich wieder voll fit und war bereits in seiner Uniform! Er war nun wirklich in der Realität, auch wenn er das in den ersten Momenten noch bezweifelte.
        Der Grund, daß Bluefox erwachte, war allerdings logisch: Eine Nachricht kam auf seinem privaten Computer an. Das piepste immer ziemlich laut, damit man wußte, daß eine Nachricht angekommen war.
        Bluefox drückte den Knopf zum Öffnen des Kanals. Adm. Felicia Croft war am anderen Ende der Leitung. Sie fragte:
        ««Captain, ich habe Sie doch nicht geweckt?»»
        ««Wie kommen Sie darauf, daß ich geschlafen habe? Es stimmt wirklich, ich bin kurz eingenickt, aber das macht nichts. Was wollten Sie mir mitteilen?»» entgegnete Cpt. Bluefox.
        ««Die ersten Kolonien der Föderation an den äußersten Grenzen sind gefallen. Langstreckensensoren melden, daß...» –
        Bluefox unterbrach den Satz von Adm. Croft und beendete ihn:
        ««Ja, ich weiß – die Borg.»»

        Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 55790.6

        ««Wir haben von der Sternenflotte den Befehl erhalten, die Neutrale Zone zu bewachen. Doch mich – und ich befürchte, auch den Rest Sternenflotte – beschäftigt momentan etwas ganz Anderes viel intensiver. – Die Borg, unser tödlichster Feind, haben mit einer Invasion der Föderation begonnen und es scheint, als könnten sie diesmal nicht aufgehalten werden.»»

        Der Captain ließ alle Führungsoffiziere in die Beobachtungslounge kommen. Als sich alle versammelt hatten, fragte Cmdr. Ceagy Cpt. Bluefox: «Wieviele Schiffe?»
        «Eins – und es nimmt direkten Kurs auf die Erde. Es wird die Föderationsgrenze in einer knappen Stunde überschreiten. Admiral Henning mobilisiert eine Flotte im Andromeda-Sektor. Admiral Croft wird das Geschehen auf der Erde leiten.» antwortete Cpt. Bluefox.
        Lt. Cmdr. Lore bemerkte:
        «Mit maximaler Warpgeschwindigkeit sind wir in fünf Stunden und 25 Minuten...» –
        «Wir fliegen nicht hin!» fiel der Captain Lore ins Wort.
        Cmdr. Ceagy reagierte verwundert auf diesen Entscheid von Cpt. Bluefox und fragte ihn:
        «Was soll das heißen – „Wir fliegen nicht hin“?»
        «Unser Befehl lautet: Patrouille der Neutralen Zone. Es könnte sein, die Romulaner beschließen, die Situation auszunutzen.» erklärte Cpt. Bluefox.
        Cnslr. Knight runzelte die Stirn und fragte sich: «Die Romulaner?»
        Lt. Cmdr. Lore gab einen wichtigen Input:
        «Captain, ich muß bemerken, daß seit über einem Jahr kein feindliches Verhalten mehr festgestellt wurde bei den Romulanern. Die Friedensverhandlungen auf „Shagra 2“ haben gewirkt. Ich denke nicht, daß sich das Sternenimperium genau diesen Moment aussucht, um einen Konflikt auszulösen.»
        Dr. Strike rätselte: «Denkt die Sternenflotte, wir bräuchten noch mehr Testflüge?»
        Lt. Cmdr. Steaner begriff diesen Befehl absolut nicht und mußte nun einfach etwas dagegen sagen:
        «Sir, wir haben in den letzten drei Wochen nur noch Testflüge gemacht und haben die Waffen sowie die Sensoren und die Warpgeschwindigkeit optimiert. Die Bluefox-F ist das bestentwickelte Schiff in der gesamten Flotte. Wir haben sogar noch zusätzliche, freiwillige Tests durchlaufen und positive Ergebnisse erzielt. Wir sollten an der Front sein!»
        «Ich habe das alles mit dem Oberkommando der Föderation besprochen. Die Flotte wird auch ohne uns auskommen. Mit den vielen Schiffen von „Fraktion Sieben“ wird es einfacher sein. Die Befehle stehen fest.» erwiderte Cpt. Bluefox hart. Es war ihm bewußt, daß er gegenüber seiner Mannschaft loyal wirken mußte. Nicht jeder Captain, insbesondere nicht derjenige des Flaggschiffes würde, wenn es ihm mal nicht passen würde, gleich gegen die Befehle seiner Vorgesetzten handeln. Es herrschte einen Moment lang totale Ruhe in der Lounge, bis der Captain anhängte: «Nummer Eins, setzen Kurs auf die Neutrale Zone.»
        Das war alles. Obwohl alle anderen Führungsoffiziere nicht begreifen konnten, warum dieser Befehl momentan eine derart ungewöhnlich hohe Priorität hatte, wendete niemand mehr etwas gegen den Entscheid von Bluefox ein. Alle Offiziere außer Cpt. Bluefox verließen die Beobachtungslounge.
        Als es ganz still war, befahl Bluefox dem Computer, ein Stück klassische Musik laufen zu lassen, und dies nicht zu leise. In der Lounge störte es nicht. Bluefox hörte die Musik deshalb so laut, weil er nicht mehr all zu sehr an diese Invasion der Borg und an die Passivität seines Schiffes in dieser Situation denken wollte. Er schloß zur Musik seine Augen und drehte sich Richtung Panoramafenster.
        Als er seine Augen wieder kurz öffnete – es war bestimmt eine halbe Stunde vergangen – sah er im Fenster eine zweite Person. Sofort drückte er den Knopf zum Stoppen der Musik und drehte sich um. – Es war Cmdr. Ceagy. Der Erste Offizier wollte seinem Vorgesetzten den Bericht der letzten Forschungen durchgeben. Er wunderte sich über die laute Musik von vorhin und fragte knapp: «Matthäus-Passion?»
        «Requiem.» antwortete der Captain. Ceagy wollte es noch etwas genauer wissen: «Und das Stück?»
        «“Recordare“.» gab Bluefox zur Antwort.
        Cmdr. Ceagy erinnerte sich an die Bedeutung des Werks und meinte:
        «Das heißt doch „Totenmesse“, oder nicht?» Bluefox antwortete:
        «Ja. Aber ich höre die Musik nicht im Bezug auf die Borg, sondern weil es einfach ein schönes Stück ist und ablenkt. Was haben Sie?» fügte er hinzu, nachdem er das Pad in der Hand des Ersten Offiziers erblickte. Cmdr. Ceagy berichtete:
        «Wir haben unsere erste Sensorenüberprüfung der Neutralen Zone abgeschlossen.»
        Ceagy überreichte Bluefox das Pad mit den Ergebnissen der Forschungen. Bluefox las laut:
        «20 Weltraumstaubpartikel pro Kubikmeter, 52 ultraviolette Strahlungsspitzen und ein Komet
        der zweiten Klasse – oh, das verdient wirklich unsere volle Aufmerksamkeit.» meinte Bluefox entgeistert und warf das Pad auf den Tisch, wie wenn er beim „Schieber“ eine Karte ausspielen würde. Ceagy wußte natürlich auch, daß das im Moment etwas vom Deprimierendsten sein kann, vor allem für den Captain. Er dachte sich:
        „Da greifen die Borg an, und wir dürfen nicht dabei sein und mithelfen, die Menschheit zu retten! Und das ganze Theater nur, weil der Captain einmal von den Borg in deren Kollektiv assimiliert wurde. Das ist echt bitter.“ Laut bemerkte er nur:
        «Captain, wieso sind wir hier draußen und jagen Kometen?»
        Bluefox brachte die Sache wieder einmal, ganz in seiner Manier, auf den Punkt:
        «Sagen wir es mal so: Die Sternenflotte hat keine Bedenken im Bezug auf die Crew der Bluefox. Sie ist sich nur nicht ganz sicher im Bezug auf ihren Captain. Die Mitglieder des Oberkommandos befürchten, daß ein Mensch, der einmal von den Borg gefangengenommen und assimiliert wurde, nicht mehr in der Lage ist, Situationen zu meistern, in denen er ihnen erneut gegenübersteht.» Ceagy entgegnete ermutigend:
        «Genau diese Erfahrung, die Assimilierung ins Kollektiv, macht Sie zum idealen Anführer des Kampfes gegen die Borg in unserem Sonnensystem!»
        Nach einem kurzen Schweigemoment kam ein Funkspruch zur Lounge:
        ««Captain, hier spricht Lore von der Brücke. Wir haben soeben die Nachricht der Flotte bei der Erde erhalten. Sie haben die Borg angegriffen!»»
        Bluefox und Ceagy rannten ohne Unterstützung des Turbolifts auf die neu gestaltete Brücke der U. S. S. Bluefox. Der Captain befahl Lt. Cmdr. Chollet:
        «Schalten Sie alle Föderationsfrequenzen auf hörbar. Ich möchte wissen, wie es läuft.»
        Ein verbaler Tumult war nun auf der Brücke der Bluefox zu hören. Mehrere Schadensberichte und Fetzen von anderen Meldungen waren darunter. Es klang eher nach einem negativen Verlauf der Schlacht. Besonders, als eine weibliche Stimme rief:
        ««Flaggschiff an Oberkommando: Verstärkung! Wir stehen vor einem Kernbruch!»»
        «Das war Admiral Croft. Sie ist jetzt sehr wahrscheinlich auf der Netherwell, da die Jackenboy unter Admiral Henning und Captain Wish ja im Andromeda-Sektor ist und man dort vermutlich nicht mitbekommen hat, daß der Kubus sie ignoriert hat und direkt zur Erde geflogen ist.» bemerkte der Captain. Er machte eine kurze Pause und befahl daraufhin:
        «Fähnrich Strike, setzen Sie Kurs auf die Erde! Maximum Warp!» Erneut pausierte er, schaute seine Brückenmannschaft an und verkündete:
        «Ich habe die Absicht, gegen die aktuellen Vorschriften der Sternenflotte zu verstoßen. Jeder, der gegen diese Entscheidung ist, soll es mir bitte jetzt mitteilen. Es wird in meinem Logbuch vermerkt.»
        Lt. Cmdr. Lore drehte sich von der Ops aus in die Richtung der anderen Brückenoffiziere und sprach offen:
        «Ich glaube, ich spreche für alle hier, Sir, wenn ich sage: Zur Hölle mit unseren Befehlen!» Der Captain mußte schmunzeln und rief aus:
        «Alle Mann auf die Gefechtsstationen! Alarmstufe Rot!»

        Die Bluefox erreichte ihr Ziel in knapp 5½ Stunden, wie es Lore ja noch vorausgesagt hatte.
        «Fähnrich Strike, zeigen Sie uns die Erde.» befahl Cpt. Bluefox dem Steuermann.
        Das Bild eines Kampfes von ungefähr 30 Schiffen der Sternenflotte – darunter auch viele Schiffe der ehemaligen „Fraktion Sieben“ – gegen den riesigen Borgkubus war zu sehen. Dazu trieben noch viele Trümmer und nicht vollständig zerstörte Schiffswracks im Raum.
        Der Sicherheitschef Lt. Cmdr. Chollet war völlig baff und meinte zu diesen Bildern:
        «Das sieht ja schlimmer aus als in meinem Quartier!»
        Da bebte die Bluefox kurz! Eine Raumladung schlug im hinteren Teil des Schiffes ein.
        Auf der Brücke der Bluefox waren nun durch die immer noch offenen Kanäle Rufe und auch Schreie von vielen tapferen Offizieren deutlichst hörbar. Darunter waren oft Ausrufe wie «Schildsysteme am Zusammenbrechen!» oder «Der Kern bricht in wenigen Minuten!» zu hören.
        Einen Moment später erhellte eine relativ großräumige Explosion den Bildschirm! Eines der wichtigsten Föderationsraumschiffe war soeben vom Destruktionsstrahl des Kubus ernsthaft getroffen und zerstört worden. Es war die U. S. S. Netherwell, das Admiralsschiff, wo auch
        Adm. Felicia Croft, die Einsatzleiterin der Bluefox, an Bord war.
        Lt. Cmdr. Chollet bestätigte dies zum Bedauern des Captains sogleich:
        «Captain, die Netherwell wurde zerstört. Ich habe vor wenigen Sekunden einen Bericht von
        der Jackenboy erhalten. Admiral Henning hat befohlen, das Schiff in Sicherheit zu fliegen. Die Jackenboy ist schwer beschädigt. Der Kubus hat die Flotte im Andromeda-Sektor definitiv nicht ignoriert. Alle Schiffe außer der Jackenboy wurden gänzlich vernichtet.»
        Cpt. Bluefox war nun gezwungen, zu handeln. Da nun Hennings Zweitschiff sowie Crofts Hauptschiff kampfunfähig geschossen oder zerstört waren, war Cpt. Bluefox der ranghöchste Offizier der Flotte. Er war sich dessen bewußt und reagierte. Er sprach zum Rest der Flotte über die geöffneten Frequenzen:
        ««An alle Schiffe, die noch übrig sind: Hier spricht Captain Matthew Bluefox vom Raumschiff Bluefox! Ich übernehme das Kommando über die gesamte Flotte. Das Admiralsschiff wurde soeben zerstört! Wir müssen unsere Kräfte auf einen Punkt des Borgschiffes konzentrieren! Richten Sie Ihr Feuer auf folgende Koordinaten. Feuern auf mein Kommando!»»
        Dann tippte der Captain auf der Schalttafel von Lt. Cmdr. Lore, der Ops, ein paar Zahlenkombinationen ein. Der Androide bemerkte:
        «Captain, diese Koordinaten deuten auf kein vitales System eines Borgkubus hin!» «Vertrauen Sie mir, Lore.» meinte Cpt. Bluefox sicher.
        Lore schickte die Daten zur Flotte hinaus. Der Captain wartete, bis Lt. Cmdr. Chollet den entscheidenden Bericht durchgab:
        «Die Flotte hat reagiert und hält sich bereit.» Cpt. Bluefox zögerte keine Sekunde und sprach:
        «Feuer!»
        Alle Schiffe feuerten mit allem, was sie hatten, auf die gleiche Stelle des Borgschiffes. Das Loch wurde immer größer und größer! Da sprühten auf einmal Funken aus allen Stellen des Borgwürfels! Cpt. Bluefox befahl der Flotte:
        ««Feuer einstellen und in Deckungsreichweite fliegen! Das Ding fliegt gleich auseinander!»» Doch noch bevor der riesige Kubus explodierte, startete eine kleinere, kugelförmige Sphäre der Borg aus einer gleich großen, ebenfalls runden Startrampe des Würfels. Die Sphäre schaffte es, gerade noch herauszurasen, bevor der Kubus sich in Hunderten von Stücken und einer giftgrünen Wolke auflöste! Einige große Trümmer waren noch erkennbar.
        Das vergleichsweise kleine Borgschiff setzte einen Kurs direkt Richtung Erde!
        Lt. Cmdr. Chollet an der Taktischen Station berichtete:
        «Captain, der Kubus ist gänzlich zerstört, aber die Sphäre nimmt Kurs auf den mitteleuropäischen Kontinent! Laut den visuellen Sensoren handelte es sich beim Hauptschiff der Borg nicht um einen Taktischen Kubus, sondern, wenn ich das mal so ausdrücken darf, lediglich um einen Standardkubus.» Cmdr. Ceagy fragte:
        «Sind weitere Borgschiffe in der Umgebung der Erde oder der Föderationsgrenzen?»
        Lt. Cmdr. Lore antwortete:
        «Ich kann Ihnen keine Antwort geben, Sir. Die Langstreckensensoren sind offline. Wir haben am Kontrollraum der Langstreckensensoren auf Deck 27 einen direkten Treffer erhalten.»
        Lt. Cmdr. Chollet warnte:
        «Sir, es werden temporale Aktivitäten in der Umgebung der Borgsphäre angezeigt!»
        Der Erste Offizier wollte es genauer wissen und fragte den Sicherheitschef:
        «Welcher Art sind diese temporalen Aktivitäten?»
        «Es bildet sich in diesen Momenten gerade ein Zeitstrudel um das Borgschiff. Laut den Daten, die ich gerade von der Taktischen Station erhalte, fliegt die Sphäre direkt in die
        Vergangenheit.» antwortete Lt. Cmdr. Chollet.
        «Wieviel Lebenszeichen sind auf der Erde erkennbar?» fragte der Captain. Lore antwortete:
        «Die Bevölkerung der Erde beträgt ungefähr neun Milliarden – alles Borg!»
        Cnslr. Knight, die bisher noch gar nie etwas gesagt hatte, weil sie mit dem Durchsehen der
        Flottenverluste beschäftigt war, reagierte auf den unfaßbaren Bericht von Lore total verwundert: «Wie geht das?»
        «Sie haben es wohl in der Vergangenheit getan. Da haben sie die Erde assimiliert und so die
        Geschichte verändert!» antwortete Cpt. Bluefox. F. Strike fragte verblüfft:
        «Und wieso sind wir dann noch hier?»
        Lt. Cmdr. Lore versuchte, eine passable Erklärung für diese zweifellos äußerst interessante Frage des Steuermanns zu finden. – Schließlich antwortete er:
        «Vermutlich hat uns dieser Zeitstrudel von den Veränderungen irgendwie geschützt!»
        Lt. Cmdr. Haldman kam nun auch auf die Brücke und setzte sich sogleich an eine der hinteren Brückenkonsolen, die hauptsächlich Analyse- und Bibliothekkonsolen waren. Mit dem leitenden Wissenschaftsoffizier betrat auch die Chefärztin Dr. Strike die Brücke.
        Natürlich wollte der Doktor diese spannenden Momente miterleben.
        «Sir, der Wirbel bricht zusammen!» warnte F. Strike. Der Captain befahl dem Piloten:
        «Halten Sie Kurs, Mr. Strike! Wir folgen ihnen in die Vergangenheit. Wir müssen den angerichteten Schaden wieder reparieren!»

        Auf der Erde, in der Vergangenheit:

        Es war Nacht. In der Schweiz, genauer gesagt, im zürcherischen Eglisau, lief mitten auf einem Feld noch eine Party. In einem der drei Partyzelte brannte noch Licht. Es war augenscheinlich nicht mehr viel los. Gerade liefen ein Mann um die fünfzig und eine vergleichsweise sehr junge Frau, eher um die zwanzig Jahre aus dem beleuchteten Zelt. Der Mann rief noch ins Zelt hinein: «Auf Wiedersehen und bis morgen!»
        Die beiden schlenderten vom Zelt weg. Da sagte sie zu ihm mit einem verschmitzten Lächeln: «Das werden Sie noch bereuen!»
        «Wissen Sie, Annie, Sie kennen mich doch langsam und Sie sollten bereits längst wissen – ich bereue nie etwas!» entgegnete der Mann.
        Einen Augenblick später stupste er Annie an und meinte mit einer fast flehenden Stimme:
        «Na, kommen Sie, Annie, noch einen Drink!»
        «Sie kriegen wohl nie genug, Herr Örgelisauer!» meinte Annie genervt und fügte hinzu:
        «Ich fliege sicher nicht mit, wenn der Pilot dieser Rakete betrunken ist!»
        Örgelisauer konterte:
        «Und ich fliege das Ding sicher nicht, wenn ich nüchtern bin!»
        Sie liefen noch ein Stück auf das offene Feld hinaus. Annie blickte zu den Sternen hoch.
        Da fragte sie plötzlich: «Was ist das?»
        Er schaute auch kurz nach oben und antwortete:
        «Das? Das ist das Sternbild des Löwen.»
        «Nein! Das!» rief Annie und zeigte dorthin, wo Örgelisauer hinschauen sollte. An diesem Ort, sehr weit oben, bewegte sich ein Punkt zwischen den Sternen mit einer ungewöhnlich hohen Geschwindigkeit. Einen kurzen Moment später sah es so aus, als ob sich dieser Punkt teilen würde, aber das zweite Objekt wurde rasant größer! Eine Sekunde danach wurde es, noch extremer als bei einem heftigen Gewitter, taghell und ein Feuerball schlug etwa 40 Meter von den beiden Personen entfernt, genau beim Partyzelt ein!
        Die Erde erbebte kurz und die beiden Personen haute es von der Einschlagskraft des fremden Objektes voll auf das dürre Gras! Ein paar Sekunden danach hob Annie den Kopf wieder an und rief: «Das war ein Meteor!»
        «Nach so vielen Jahren?» fragte sich Örgelisauer.
        «Achtung! Noch einer! Auf den Boden!» warnte Annie.
        Schon schlug der nächste Fremdkörper aus dem Nachthimmel ein, diesmal ein paar Meter rechts vom Zelt. Annie war trotz der Riesengefahr neugierig und richtete sich in eine Sitzposition auf. Sie wollte sehen, was sich beim Zelt abspielte.
        Die Leute stoben in alle Richtungen davon. Einer packte sein Fahrrad und fuhr Richtung Feldweg. Doch da knallte es ein drittes Mal an der exakt gleichen Stelle wie beim zweiten Feuerball! Durch die Einschlagskraft schmierte es den Mann geradewegs von seinem Fahrrad auf den Weg!
        Annie schrie zu Örgelisauer hinüber: «Wir müssen zur Phoenix!» Örgelisauer entgegnete:
        «Zur Hölle mit der Phoenix!»
        Auf die ersten drei Geschosse folgten weitere zwei und beide detonierten beim vordersten Partyzelt. Der sechste Feuerball knallte in ein verstecktes Erdloch. Dorthin versuchten Örgelisauer und Annie, hinzugelangen. Es war eine Raketenbasis, die im Besitz der beiden war. Plangemäß sollte die dort stationierte Rakete am Morgen darauf starten.

        Zurück im Weltraum:

        Die Bluefox trat aus dem Zeitstrudel aus. Man orientierte sich zuerst einmal.
        «Meldung!» befahl der Captain.
        «Schutzschilde unten, Langstreckensensoren noch offline.» meldete Cmdr. Ceagy.
        Lt. Cmdr. Lore berichtete:
        «Sir, den astrometrischen Aufzeichnungen zur Folge sind wir im späteren 21. Jahrhundert.
        Es befinden sich radioaktive Isotope in der Atmosphäre der Erde. Darauf ist zu schließen, daß wir uns etwa zehn Jahre nach dem dritten Weltkrieg befinden.» schlußfolgert der Androide.
        «Klingt logisch, Captain.» meinte Cmdr. Ceagy.
        «Warum logisch?» fragte Cnslr. Knight, die links von Cpt. Bluefox und Cmdr. Ceagy im Sessel des Counselors saß. Cpt. Bluefox erkannte die Logik. Er meinte:
        «Ich verstehe, was Sie meinen, Commander. Alle wichtigen Städte sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden; es bestehen noch keine vernünftigen Regierungen. Kurz
        gesagt: Kein Widerstand der Menschen!» realisierte Cpt. Bluefox.
        Da rief Lt. Cmdr. Chollet: «Captain!»
        Bluefox drehte sich um. Der Sicherheitschef zeigte auf den Hauptschirm. Dort spielte sich etwas Unschönes ab. – Die Borgsphäre feuerte mit bläulichen, torpedoähnlichen Geschossen auf die Erdoberfläche!
        «Mr. Chollet, bereiten Sie eine Salve Quantentorpedos vor! Machen Sie diese Sphäre unschädlich!» befahl der Captain mit gereizter Stimme.
        Vier Quantentorpedos wuchteten aus den Schächten der Torpedorampen des Raumschiffes Bluefox und hielten mit einer enormen Geschwindigkeit auf die Borgsphäre zu!
        Gleich daraufhin detonierten sie ziemlich genau im Kern der Sphäre. Durch die Explosion der Torpedos riß es die ganze Kugel auseinander! Nur noch Trümmer waren dort, wo noch vor wenigen Augenblicken eine ganze Borgsphäre war!
        «Warum feuern sie auf die Oberfläche? Lokalisieren Sie bitte die Einschlagsregion, Danny.» bat Cpt. Bluefox Lt. Cmdr. Chollet.
        «Die Geschosse gingen in der Region der damaligen Schweiz nieder, genauer gesagt, etwa im Bereich des Zürcher Rheingebietes! Linkerhand des Rheins befindet sich ein größeres Feld. Dort detonierten die Körper.» antwortete Lt. Cmdr. Chollet. Der Captain fragte:
        «Ist in der Nähe dieses Feldes ein Gebäude oder ein Bunker oder so was? Nach dem dritten Weltkrieg wird es eventuell noch solche Bunker oder vielleicht auch Waffenlager geben.»
        «Nein, nur drei kleine Zelte. – Doch, einen Moment! Hier habe ich etwas! Sehen Sie sich das bitte einmal an!» forderte Lt. Cmdr. Chollet Cpt. Bluefox auf.
        Der Captain eilte zum Taktikbildschirm hoch und schaute auf den kleinen Bildschirm. Es war ein Infrarotbild. Cpt. Bluefox staunte nicht schlecht! Er erkannte die Struktur und beschrieb
        das, was seiner Meinung nach auf diesem Bild zu sehen war:
        «Das ist eine Raketenbasis oder etwas in der Art! Sie liegt etwa 25 Meter unter dem Boden. Eine Leiter führt hinunter. Ich glaube, wir sollten uns das einmal ansehen. Ich habe eine Idee:
        Diese Basis könnte sogar die Raketenbasis des legendären Hanspeter Örgelisauer sein! Er war der erste Mensch, der mit einem weltraumtüchtigen Flugkörper die Warpgeschwindigkeit erreichte! Dann hätte ich sogar das genaue Datum. Es wäre heute der 4. April im Jahr 2063.»
        «Der Tag vor dem ersten Kontakt.» bemerkte Cmdr. Ceagy.
        «Überprüfen Sie das, Mr. Lore!» befahl Cpt. Bluefox. – Nur wenige Sekunden später fand Lore das genaue Datum heraus und teilte es dem Captain mit:
        «Sie haben Recht, Sir! Wir schreiben in der aktuellen Zeitlinie den 4. April 2063.»
        «Sie sind sicherlich gekommen, um den ersten Kontakt zu verhindern.» erkannte
        Cnslr. Knight.
        «Richtig, und unsere Aufgabe wird es sein, die Borg an ihrem Vorhaben scheitern zu lassen.»
        meinte Cpt. Bluefox entschlossen. Er fragte den Steuermann:
        «Können Sie mir sagen, wie groß der Schaden der Raketenbasis ist, Fähnrich?»
        «Nein, Captain, die Langstreckensensoren sind immer noch offline.» antwortete F. Strike.
        «Wir müssen runterbeamen und selber handeln! Diese Basis ist für die Menschheit Gold wert, wenn nicht sogar noch mehr.» meinte Cpt. Bluefox.
        «Doktor, Lore, Sie beide kommen mit mir. Commander Ceagy, Sie haben in der Zwischenzeit das Kommando über die Bluefox und den Rest der Föderationsflotte.» entschied der Captain. Er ergänzte per Funk:
        ««Bluefox an Sicherheit: Ein Supportteam soll uns in Transporterraum 2 treffen.»»
        Dann befahl er dem Schiffscomputer noch:
        «Computer, Zivilkleidung; gegen die Mitte des 21. Jahrhunderts.»
        Nach diesem Satz schloß sich die Tür des Turbolifts.

        Auf der Erde, in der Nähe des Erdloches:

        Cpt. Bluefox erblickte die Öffnung als Erster und dirigierte die anderen in kürzester Zeit zu dieser Stelle. Drei Sicherheitsleute der U. S. S. Jackenboy und die drei Führungsoffiziere der Bluefox stiegen eine, an der Wand angelehnte Leiter hinunter.
        Als die sechs Offiziere unten angekommen waren, sahen sie nichts Schönes. Viele tote Menschen lagen herum und etliche kaputte, zum Teil noch geladene Stromkabel hingen an den Wänden und von der Decke herab.
        Dr. Strikes Kommentar von ihrem medizinischen Tricorder erschien daher fast überflüssig:
        «Captain, diese Menschen sind alle tot.»
        «Wir müssen das Warpschiff inspizieren und Hanspeter Örgelisauer finden. Folgen Sie mir!» forderte der Captain die anderen Offiziere auf. Zu Dr. Strike und den drei Sicherheitsleuten sprach er: «Sehen Sie bitte nach, ob Örgelisauer unter den Toten zu finden ist.»
        Er wandte sich Lt. Cmdr. Lore zu und sagte zu ihm:
        «Und wir beide schauen mal, in welchem Zustand das Warpschiff ist.»
        Lore und Bluefox öffneten gemeinsam eine große, schwere Tür. Sie standen nun in einer hohen Halle. Die Rakete war noch da und sogar an einem Stück erhalten!
        «Ich scanne die Sache einmal.» meinte Lore. Als er einen oberflächlichen Scan gemacht hatte, berichtete er:
        «Captain, das gibt viel Arbeit für die Techniker. Das Schiff ist inwendig ziemlich beschädigt. Auch hier, zum Beispiel, im unteren Mantelbereich hat es einige Dellen drinnen.»
        Der Captain lief einmal um die ganze Rakete herum und meinte:
        «Ein interessantes Schiff ist es dennoch. Und wichtig ist es sowieso.» – Da schoß plötzlich jemand mit einer Maschinenpistole ohne Vorwarnung von einer der unteren Etagen in die Richtung von Cpt. Bluefox und Lt. Cmdr. Lore! – Die beiden Offiziere hechteten sofort hinter zwei große Container in Deckung. Bluefox rief nach draußen:
        «Nicht schießen! Wir wollen Ihnen helfen!» Doch der Schütze – oder eher die Schützin – schrie zurück: «Blödsinn!» – Dann ballerte sie weiter in die Richtung der beiden Offiziere.
        Lore nahm seine momentane Pflicht, den Captain zu schützen, voll und ganz wahr und sprach zu Bluefox: «Sir, lassen Sie mich das erledigen.»
        «Ich bitte Sie darum!» antwortete Cpt. Bluefox, immer noch überwältigt von dem Schrecken, der ihm soeben durch diese Schüsse eingejagt worden war.
        Lore stieg hastig einige Treppen hinunter und näherte sich rapide der Stelle, von der die Schüsse herkamen. Lore erblickte die Täterin und schlich genau über die Stelle, wo sie stand! Zum Glück merkte es die Frau nicht, daß Lore da oben war! Sie hatte langes, schwarzes Haar und eine braune, für ihre Körperstatur eindeutig zu lang geschneiderte Lederjacke.
        Noch immer blickte sie ganz gespannt zum Captain hoch, doch der war hinter diesen beiden Containern sehr gut geschützt.
        Lore entdeckte eine Stelle, die ihn vier Stockwerke nach unten befördern würde. Dafür mußte er aber hinunterspringen, denn eine Leiter oder eine Treppe gab es dort nicht. Für Lore waren Sprünge dieser Höhe kein Problem, also sprang er einfach, ohne zu zögern, hinunter! Warum er das gemacht hatte, zeigte sich sofort. – Er stand genau vor der fremden Dame mit der Maschinenpistole! Die eröffnete natürlich sofort das Feuer auf den Androiden! Doch Lore, einem Mann aus Prozessoren und Schaltkreisen, machte das wenig aus, solange er nicht am Hinterkopf heikel getroffen wurde. Nach ein paar Schußserien hatte die äußerst aggressiv wirkende Frau plötzlich keine Munition mehr in ihrer Waffe! Sie schaute Lore an und sah, daß der zwar sicher um die 30 Löcher in seinem Pullover hatte, aber immer noch stand! Der Androide sagte freundlich zu der völlig verdutzten Frau: «Ich grüße Sie!»
        Das war etwas zu viel für die junge Scharfschützin und sie wurde ohnmächtig! Lore rief in die Richtung von Cpt. Bluefox:
        «Captain! Die Gefahr ist gebannt! Aber ich denke, diese junge Dame, die auf uns geschossen hat, benötigt nun ärztlichen Beistand!»
        Der Captain kam hinter den Tonnen hervor. Zusammen brachten sie die Frau zu Dr. Strike in die Vorhalle. Dort konnte der Doktor sie provisorisch behandeln. Die Chefärztin sagte aber noch zu Bluefox und Lore:
        «Captain, Commander, ich muß mich und Sie beide impfen. Sie hat Thetastrahlenvergiftungen schwerster Art!»
        Lore bemerkte die Strahlung, wußte jedoch nicht, daß sie gefährlich war. Er informierte:
        «Die Strahlung tritt durch eines der defekten Ansaugventile aus. Ich schlage vor, wir sollten diese Stelle zuerst reparieren.»
        Dr. Strike injizierte sich und den beiden Männern ein Antiserum aus ihrem Hypospray.
        «Ich muß mit ihr auf die Krankenstation.» meinte Dr. Strike. Der Captain sagte zur Chefärztin in einem mahnenden Tonfall: «Doktor, die Oberste Direktive.»
        «Captain, bitte nicht die Oberste Direktive! Ich werde sie schon bewußtlos halten. Ich bin mit den medizinischen sowie mit den sozialen Protokollen der Sternenflotte vertraut!»
        entgegnete Dr. Strike etwas genervt.
        «Wie Sie meinen, aber dann muß Commander Ceagy mit einem Suchtrupp runterkommen. Örgelisauer war nicht unter den Toten, wie ich sehe. Also könnte er noch leben. Wir müssen ihn finden!» sagte der Captain.
        Nachdem Dr. Strike ihre Patientin für einen Transport vorbereitet hatte, funkte sie an Chief Whiteman:
        ««Strike an Raumschiff Bluefox: Beamen Sie mich und die Person bei mir direkt in die Krankenstation.»»
        Auch Cpt. Bluefox nutzte die Gelegenheit, die Bluefox kurz zu kontaktieren:
        ««Außenteam an Maschinenraum!»» – ««Steaner hier!»» antwortete die Chefingenieurin.
        ««Commander, wir haben hier unten ein Problem. Örgelisauers Rakete wurde durch den Borgangriff schwer beschädigt. Beamen Sie mit einem Trupp Techniker direkt in die Raketenhalle der Basis. Es gibt eine Menge Arbeit.»» erklärte Cpt. Bluefox Lt. Cmdr. Steaner
        die Mission.
        ««Ich habe verstanden. Steaner, Ende.»» bestätigte Lt. Cmdr. Steaner und schloß den Kanal zu Außenteamleiter Cpt. Bluefox. Der kontaktierte sogleich auch noch Cmdr. Ceagy:
        ««Andrew, hier ist Matt. Wir haben Örgelisauer immer noch nicht gefunden. Sie müssen mit einem kleinen Suchtrupp ebenfalls runterbeamen und ihn finden. Er kann nicht weit weg sein, wenn ihm die Flucht gelang.»»
        ««Hier Andrew. Alles klar! Ich bin gleich unten!»» bestätigte der Erste Offizier und schloß die Verbindung zum Captain.

        Inzwischen im Maschinenraum:

        Lt. Cmdr. Steaner erklärte nach dem Funkspruch des Captains die Mission ihrem Stab:
        «Sie haben es vielleicht gehört. Wir müssen auf die Erde beamen. Es gibt dort an einer Warprakete des 21. Jahrhunderts einiges zu reparieren. Fähnrich Crossnicholls, Fähnrich Berger und Fähnrich Webber, Sie drei leiten die Einsatzteams, bestehend aus je vier Personen! Zum Glück haben wir so viele Techniker bekommen durch die Nottransporte.
        Ich werde die ganze Arbeit koordinieren und bei Problemen helfen. Lieutenant Werwealy, Sie haben das Kommando im Maschinenraum, bis ich wieder zurück bin. Checken Sie mit den restlichen Technikern an Bord noch die Hauptumweltsysteme! Es wird zu warm hier drinnen. Na dann, los!»

        Fortsetzung folgt...

        Und so geht es weiter!
        Zuletzt geändert von Narbo; 22.03.2002, 16:18.

        Kommentar

        Lädt...
        X