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Raumschiff Bluefox --- Episoden 25-26

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  • Raumschiff Bluefox --- Episoden 25-26

    Was bisher geschah...


    Folge 25: Veränderungen


    STARRING


    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Julia Haldemann ALS Lt. Cmdr. Gillian Haldman
    Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
    Judith Baumann ALS Cnslr. Judy Boeman
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Fabian Blatter ALS Chief Fabius Blater
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Stephanie Knecht ALS Dr. Steevy Knight
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Debbie Crossnicholls
    Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
    Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Kate Mulgrew ALS Cpt. Kathryn Janeway
    Robert Beltran ALS Cmdr. Chakotay
    Jeri Lynn Ryan ALS Seven of Nine
    Tim Russ ALS Lt. Cmdr. Tuvok
    Roxann Dawson ALS Lt. B’Elanna Torres
    Robert Duncan McNeill ALS Lt. Tom Paris
    Garrett Wang ALS F. Harry Kim
    Robert Picardo ALS Der Doktor
    Tanya Steiner ALS Lt. Cmdr. Tanya Steaner
    Evelyn Karlen ALS Adm. Eve Lynn Carlen

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 56084.8

    ««Seit dem zweiten Angriff der Borg gegen die Erde innerhalb von sechs Monaten sind nun zwei Wochen vergangen. Judy Boeman ist an Bord der Bluefox zurückgekehrt und wird, wie bereits abgemacht, den Posten von Steevy Knight übernehmen und unser neue Schiffscounselor sein. Steevy wird Nicole Strike in der Krankenstation als stellvertretende Chefärztin unterstützen. Jetzt haben wir also vier Ärztinnen an Bord der Bluefox. Zum großen Bedauern von mir und der Crew hat Counselor Boeman entschieden, ihren Zweitposten als Barkeeperin aufzugeben und ihn jemand anderem zu überlassen. Bisher ist noch nicht entschieden, wer dies sein könnte.
    Das zweite Kernthema meines Logbucheintrages ist das Folgende:
    Die U. S. S. Voyager, das Schiff, das vor zwanzig Jahren in den Badlands verlorengegangen war, hat sich tatsächlich gemeldet! Die Voyager war das Thema meiner Akademiearbeit. Keiner glaubte je, daß es die Voyager schaffen würde, je länger sie verschollen blieb. Soviel die Sternenflotte weiß, ist die Crew zu einem großen Teil wohlauf und alle Führungsoffiziere haben die Reise überstanden. Neelix, der Chefkoch, hat die Voyager vor kurzem verlassen, um seinem Volk beizustehen. Das ist wirklich komisch! Captain Janeway hat jetzt also das gleiche Problem wie ich!
    Die Voyager wird in ungefähr drei Tagen die Erde erreichen, weil sie von einem Transwarpkanal der Borg profitieren konnte, der sie kurzerhand vom Deltaquadranten in den Föderationsraum schickte! Aufgrund dieses wunderbaren Ereignisses hat die gesamte Sternenflotte ihren Betrieb eingestellt und ist nun daran, ein riesiges Fest für die Voyager und deren Besatzung zu veranstalten. Ich halte das für eine großartige Sache und habe meiner Mannschaft ebenfalls Landurlaub auf der Erde gewährt. Commander Steaner will noch eine Arbeit fertigstellen, für die sie noch die Hilfe eines weiteren Besatzungsmitglieds benötigt. Fähnrich Crossnicholls hat sich freiwillig gemeldet. Ich finde das großartig und werde dies in ihrer Akte vermerken. Die Crew des Maschinenraums ist wahrlich nicht zu beneiden im Moment. Der Tod der Geschwister Werwealy ist natürlich äußerst tragisch, so wie es auch der Tod von Chief Whiteman ist. Sie alle sind im Dienst gestorben und haben ihren Einsatz bis aufs Letzte bewiesen. Vorgestern sind darum die Crew und die Angehörigen der Verstorbenen in Zehn-Vorne zusammengekommen und wir haben alle zusammen der drei Offiziere gedacht. Es war ein denkwürdiger Anlaß. Ich werde sie alle sehr vermissen.»»


    Im Maschinenraum neigte sich die Arbeit dem Ende zu. Lt. Cmdr. Steaner und F. Crossnicholls waren beide froh, es doch noch an diesem Tag schaffen zu können. Ein letztes Mal kroch Lt. Cmdr. Steaner in die Jeffriesröhre, um den Druck in einer der wichtigsten Plasmaleitungen auf dem Schiff zu überprüfen. Dazu mußte sie einen Deckel öffnen und vorsichtig einen Meßstab durch ein Sicherheitskraftfeld hindurch in das Plasma stecken. Dann gab die Anzeige auf dem Tricorder den Druckwert an. Steaner hatte dies schon zweimal gemacht und hatte keine Bedenken, daß etwas schief laufen könnte.
    Sie hatte den Meßstab bereits ausgepackt aus ihrem Technikerkoffer und sie öffnete den Deckel der Plasmaleitung. – Ehe Steaner nur irgendetwas hätte tun können, füllte sich die gesamte Sektion der Jeffriesröhre mit purem Plasma! Die Chefingenieurin wurde sofort bewußtlos und sank auf den Boden! Das rasche Austreten des Plasmas erzeugte einen Unterdruck in der Jeffriesröhre, was wiederum einen Alarm im Maschinenraum auslöste.
    F. Crossnicholls eilte zur Hauptkonsole im Vorraum vor dem Warpkern und las den Text, der auf dem Bildschirm mit roter Schrift blinkte, leise mit:
    «Sauerstoffentzug in Jeffriesröhre 37 Beta.»
    Die junge Technikerin wußte sofort, was zu tun war. Sie checkte die Umweltbedingungen in Jeffriesröhre 37 Beta und fand schnell heraus, daß Plasma aus einer Hauptleitung ausgetreten war. Sie konnte alles übriggebliebene Plasma aus Jeffriesröhre 37 Beta absaugen und die normalen Umweltbedingungen wiederherstellen. Ebenso konnte sie das scheinbar ausgefallene Kraftfeld bei der Öffnung der Leitung reaktivieren. Zur Sicherheit schaltete sie im Maschinenraum die Energiezufuhr ab, damit nicht neues Plasma an den Unfallort gelangen konnte. Dazu brauchte sie lediglich, die Plasmatanks ferngesteuert zu verriegeln. Dann begab sie sich auf dem schnellsten Wege zu Jeffriesröhre 37 Beta.
    Stille und Dunkelheit empfingen F. Crossnicholls, als sie ihr Ziel erreichte. Sie zündete durch die ganze Röhre, bis sie auf einmal eine Gestalt entdeckte. Sie kroch zum leblosen Körper hin und zündete auf das Gesicht. Es traf Crossnicholls fast der Schlag! Hätte sie nicht gewußt, daß Lt. Cmdr. Steaner in diesem Bereich arbeitete und allein sein mußte, hätte sie nicht ausmachen können, wer es war! Das Gesicht von Steaner war mit unzähligen Plasmaverbrennungen übersät und die Uniform war nicht mehr goldgelb, sondern pechschwarz! F. Crossnicholls wußte, daß ein Mensch in einem geschlossenen Raum, der mit purem Plasma überflutet war, keine zehn Sekunden überleben konnte. Es war also eindeutig:
    Lt. Cmdr. Steaner war tot! F. Crossnicholls konnte es nicht fassen. So viele Tote innerhalb so kurzer Zeit – womit hatte die Besatzung der Bluefox das verdient, fragte sie sich. Als sie sich wieder einigermaßen fassen konnte, suchte sie die geöffnete Stelle der Plasmaleitung. Als sie die Stelle fand, schraubte sie den Deckel wieder auf das Loch. Nun waren die äußeren Umstände garantiert wieder normal und es bestand keine Gefahr mehr. Dem jungen Fähnrich ging die Erkenntnis durch den Kopf, daß ein kleines, ausgefallenes Kraftfeld derart große, schlimme Folgen haben konnte.

    Zum Glück war der Captain noch an Bord und arbeitete an den Missionsberichten des vergangenen Jahres. Als er gerade das Logbuch und die persönlichen Eindrücke der Mission mit dem Andromeda-Asteroidengürtel durchlas, wurde er vom Funkspruch von
    F. Crossnicholls unterbrochen:
    ««Crossnicholls an Bluefox: Im Maschinenraum hat es einen tödlichen Unfall gegeben. Könnten Sie bitte den Leichnam von Commander Steaner in die Krankenstation beamen?»»
    ««Was?!»» rief Cpt. Bluefox. Nach einer kurzen Pause antwortete er:
    ««Natürlich, ich beame sie von der Brücke aus direkt in die Intensivabteilung der Krankenstation. Ich begebe mich danach selbst dorthin, um sie noch zuzudecken. In diesem Zustand muß sie dann verweilen, bis Dr. Strike oder eine ihres Stabs wieder auf die Bluefox zurückgekehrt ist.»» Der Captain glaubte, nicht recht bei Sinnen zu sein!
    Während dem letzten Satz betrat er bereits die Brücke und ging wie ferngesteuert zur Taktischen Station hoch, um den Transportvorgang durchführen zu können.
    Auf dem Weg zur Krankenstation fragte der Captain F. Crossnicholls über Funk:
    ««Fähnrich, wie konnte das denn passieren? Haben Sie eine Erklärung?»»
    ««Die habe ich, Captain. Die gesamte Beta-Sektion ist mit Plasma überflutet worden. Commander Steaner sowie ich konnten nicht wissen, daß das Kraftfeld der Leitungsöffnung deaktiviert war. Sehr wahrscheinlich ist dies noch ein Fehler nach dem Borgangriff, den wir nicht behoben hatten.»» erklärte F. Crossnicholls. Cpt. Bluefox meinte nachdenklich:
    ««Mit fatalen Folgen, wie sich dies jetzt herausstellt. Indirekt fielen dem Angriff der Borg somit nicht nur drei, sondern vier Personen zum Opfer. Ein weiterer trauriger Logbucheintrag, den ich machen muß. Ich habe fast das Gefühl, daß sich die fast perfekten Umstände vor dem Angriff der Borg gerächt haben. Erst erlangen wir eine neue Technologie, dann war die Allianz mit „Fraktion Sieben“, dann dieses neue Schiff. Und jetzt dreht sich die Medaille.»»
    Der Captain betrat die Intensivstation. Lt. Cmdr. Steaner lag im mittleren Bett, kohlrabenschwarz vor dem Ruß der Verbrennungen. Cpt. Bluefox konnte sich diesem Anblick nur kurz hingeben, bevor er schnell die Decke daneben schnappte und die tote Chefingenieurin zudeckte. Er sagte leise zu ihr:
    «Sie hatten trotz allem einen schönen Tod, Tanya. Es ging sicher wahnsinnig schnell. Gespürt haben Sie fast nichts. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und speziell für Ihre Erfindung. Ruhen Sie in Frieden.»
    Nach diesen Worten verließ der Captain die Krankenstation wieder und begab sich zurück in seinen Bereitschaftsraum, um diesen traurigen Logbucheintrag zu machen. Gleichzeitig vermerkte er, daß Lt. Cmdr. Lore nach dem Urlaub wieder für den Maschinenraum zuständig wäre und daß Lt. Cmdr. Haldman die volle Zeit auf der Brücke an der Ops arbeiten würde.

    Es war selbstverständlich, daß die Besatzung nicht gerade erheitert reagierte, als Cpt. Bluefox die Nachricht vom Tod Lt. Cmdr. Steaners in Zehn-Vorne verkündete.
    Dennoch war man auf der Bluefox guten Mutes, daß es wieder bergauf gehen sollte in der nächsten Zeit, vor allem wenn die verlorengegangenen Freunde eigentlich nur positive Gefühle auslösten bei der Mannschaft.

    Als der Rest der Crew von ihrem Landurlaub wieder auf die Bluefox zurückgebeamt wurde, schrieb man den 7. Juli 2399. Es war der Tag, an dem die U. S. S. Voyager NCC 74656 laut Cpt. Janeway in den Orbit der Erde eintreten sollte. Sowohl im Oberkommando als auch auf dem neuen Flaggschiff der Sternenflotte war man auf eine große Feier gerüstet! Am frühen Abend sollte es soweit sein. Als prunkvolle Eröffnung des Festes sollte die Voyager über die „Golden Gate Bridge“ in San Francisco fliegen, wo bereits Feuerwerkskörper installiert waren und nur noch darauf warteten, direkt unter der Voyager zu explodieren!

    An Bord der U. S. S. Voyager um 18:38 Uhr:

    «Tom, schwenken Sie in einen niederen Orbit ein und vermindern Sie die Geschwindigkeit auf 300 Stundenkilometer. Über San Francisco fliegen Sie die „Golden Gate Bridge“ an und bremsen auf 200 Stundenkilometer ab. Mit dieser Geschwindigkeit fliegen wir dann über die Brücke.» befahl Cpt. Janeway. Lt. Paris bestätigte den Befehl mit einem klangvollen „Ja, Mam!“.
    Cmdr. Chakotay funkte an alle Besatzungsmitglieder:
    ««An alle, hier ist die Brücke. Ich hoffe, es sind alle bereit, San Fransisco zu sehen! Lehnen Sie sich aus den Fenstern und genießen Sie die Ankunft!»»
    Cpt. Janeway schwärmte:
    «Sie ist so wunderschön. Endlich sind wir zu Hause.»
    «Und es ist keine Finte von irgendeiner Anomalie oder einem fremden Wesen!» fügte
    Cmdr. Chakotay hinzu.
    F. Kim an der Ops sprach:
    «Captain, es kommt eine Meldung herein vom Oberkommando der Sternenflotte.»
    «Auf den Schirm!» erwiderte Cpt. Janeway.
    ««Hier spricht Admiral Eve Lynn Carlen vom Oberkommando in San Francisco. Ich habe die Ehre, Sie als Erste auf der Erde willkommen zu heißen. Sie haben nach Ihrer Ehrenrunde die Landeerlaubnis auf dem Hauptplatz der Sternenflottenakademie.»» informierte Adm. Carlen.
    ««Wir haben verstanden, Admiral, vielen Dank! Janeway, Ende.»» entgegnete Cpt. Janeway.
    Der Captain drehte sich zu Seven of Nine an der mittleren Konsole direkt über ihr um und fragte sie:
    «Seven, sind Sie auch froh, daß wir endlich zu Hause sind?»
    «Es freut mich für die Besatzung, daß wir die Erde erreicht haben. Für mich hat dieses Ereignis keinen großen Einfluß.» antwortete Seven.
    «Oh, das sollte es aber. Sehr wahrscheinlich wird die Voyager nicht sofort wieder auf Missionen gehen, auf jeden Fall nicht unter meinem Kommando. Wie es scheint, werden Sie etwas Zeit auf der Erde verbringen müssen. Wenn es jetzt noch keinen großen Einfluß auf Sie
    hat, dann wird sich dies noch ändern, glauben Sie mir.» meinte Janeway.
    «Wahrscheinlich.» erwiderte Seven knapp und schaute wieder nach vorne zum Bildschirm. Auch Janeway drehte sich wieder in die normale Blickrichtung.
    Tuvok, der vulkanische Sicherheitschef der Voyager, redete nie sonderlich viel, aber nun fragte er Seven von sich aus etwas, nämlich:
    «Werden Sie Ihre Familie besuchen?»
    «Ich denke schon. Meine Tante wird es kaum erwarten, mich zu sehen, so wie ich sie das letzte Mal im Gespräch über die Subraumverbindung erlebt habe.» antwortete Seven. Sie wurde neugierig: «Und Sie, Commander?»
    «Ich werde die nächste Zeit mit meiner Frau und meinen Söhnen verbringen und viel reisen. Wir haben schon einige Ziele vereinbart.» antwortete Lt. Cmdr. Tuvok.
    Lt. Torres kam aus dem Turbolift heraus und betrachtete ebenfalls kurz die Erde. Es schien so, als wäre sie – wie Seven – nicht sonderlich angetan von einem längeren Aufenthalt.
    Fast die Hälfte der Crew sowie auch Lt. Torres, Lt. Paris und Cmdr. Chakotay waren Mitglieder des Maquis und sie alle hatten ein wenig Angst, sich vor dem Obergericht der Föderation verantworten zu müssen. Aber sie alle waren sich auch sicher, daß Cpt. Janeway alles tun würde, um dies zu vermeiden.
    Da zirpte plötzlich Cpt. Janeways Kommunikator. – ««Ich hoffe wohl, daß Lieutenant Barclay und Counselor Troi noch leben. Die haben uns schon den halben Weg begleitet.»» funkte der Doktor von der Krankenstation an den Captain. Sie antwortete:
    ««Das will ich schwer hoffen, Doktor! Können Sie die Erde auch sehen?»» fragte sie.
    ««Oh, ja, Captain! Ich habe die Hauptschirmansicht der Brücke direkt zu meinem Computer im Labor umgeleitet. Sie sieht großartig aus. Es ist immer noch der blaue Planet.»» antwortete das medizinische Notfallhologramm.
    ««Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, überfliegen wir in ein paar Minuten die „Golden Gate Bridge“. Dann müssen Sie unbedingt zuschauen! Janeway, Ende.»» informierte Janeway den Doktor noch, bevor sie die Verbindung zur Krankenstation schloß.
    Lt. Paris an der Conn informierte nun die Brückenmannschaft. Er sprach:
    «Wir treten jetzt in die westliche Hemisphäre ein. Der Überflug der „Golden Gate Bridge“ erfolgt in zwei Minuten.»
    «Großartig, Mr. Paris. Bringen Sie uns runter.» erwiderte Cpt. Janeway.

    Wieder zurück auf der Bluefox:

    ««An die gesamte Crew, hier ist die Brücke. Wenn jetzt noch einer keinen Bildschirm gefunden hat, soll er so schnell wie möglich einen aufsuchen und auf die Hauptschirmansicht wechseln. Die Voyager wird jeden Moment die „Golden Gate Bridge“ überfliegen, so macht es zumindest den Anschein. Sie hat soeben den äußeren Orbit verlassen und startet einen Sinkflug. Bluefox, Ende.»» funkte Cpt. Bluefox vom mittleren Kommandosessel aus an den Rest der Besatzung, der nicht auf der Brücke war. Das waren, ehrlich gesagt, nicht mehr viele Leute. Die meisten versammelten sich ohnehin bereits am schwungvoll gestalteten Geländer über den Kommandosesseln, links und rechts von der Taktischen Station.
    Cmdr. Ceagy drehte sich zu Cpt. Bluefox hin und bemerkte:
    «Also, vor einer Woche hätte ich nie mit der Voyager gerechnet. Hatten Sie noch eine kleine Hoffnung auf dieses tapfere, kleine Schiff?» Cpt. Bluefox wunderte sich über die Beschreibung der Voyager durch seinen Ersten Offizier und entgegnete:
    «Tapfer – ja, aber klein? Schiffe der Intrepid-Klasse sind beinahe doppelt so groß wie Schiffe der Defiant-Klasse. Defiants sind klein, aber Intrepids finde ich noch ganz anständig. Zu Ihrer Frage: Ja, ein Fünkchen Hoffnung bestand meiner Ansicht nach immer für die Voyager. So lange nicht das Gegenteil berichtet wurde, sprich die Zerstörung, stand doch noch alles offen! Keiner wußte, wo die Voyager war. Für meine Begriffe war dieses Schiff wie die beiden Jugendlichen, die sich angeblich im Wald verirrt haben und zwei Wochen nicht mehr nach Hause kamen. Die Eltern dachten sich auch schon alles Mögliche aus, aber so lange sie nicht wirklich wußten, wie der Hase läuft, konnten sie nicht definitiv sagen, daß ihre Kinder für immer verloren waren. Vor vier Tagen las ich die Nachrichten – et voilà – die Buben waren wieder zurück. Fragen Sie mich nicht, wie das geschah. Es war nämlich nicht erklärt worden.» erzählte der Captain.
    «Hat in der Tat Parallelen zur Geschichte mit der Voyager. Ob die Jungs wohl auch so viel erlebt haben wie die Mannschaft der Voyager?» fragte Cmdr. Ceagy.
    «Das bezweifle ich!» entgegnete Cpt. Bluefox schmunzelnd.
    Lt. Cmdr. Chollet unterbrach die beiden Schiffsleiter und warnte:
    «Hallo, die Voyager fliegt gleich über die „Golden Gate Bridge“! Wenn Sie so weiterplaudern, verpassen Sie sie noch!»
    «Wir haben alles unter Kontrolle, Danny! Aber trotzdem, danke für die Information.» erwiderte Cpt. Bluefox.

    Tatsächlich! Lt. Cmdr. Chollet irrte sich nicht. Die Voyager befand sich nur noch wenige Kilometer von der „Golden Gate Bridge“ entfernt. Das Schiff schien, in den Kanal zu stürzen, aber kurz vor der legendären Brücke riß Lt. Paris das Schiff wieder in die Höhe! Durch den Wind, den die Voyager erzeugte, während sie so nahe über dem Kanal flog, wirbelte es das Wasser richtiggehend auf! Es war ein traumhafter Anblick!
    Es vergingen keine drei Sekunden, da sauste die Voyager über die „Golden Gate Bridge“, wo auch sofort das Feuerwerk losging! Dies war der zweite Moment, wo die Besatzungen der Bluefox und des Oberkommandos nur noch ein „Oh“ und „Ah“ von sich geben konnten!
    Nachdem die Voyager wieder in den äußeren Orbit einschwenkte, hörte auch das Feuerwerk auf. Das war also der Anfang eines grandiosen Festes, das noch zweifellos kommen sollte!

    Eine Stunde später ereignete sich etwas Besonderes. Lt. Cmdr. Chollet informierte
    Cpt. Bluefox:
    «Captain, die Voyager ruft uns. Welche Ehre!»
    «In der Tat, Mr. Chollet. Auf den Schirm!» entgegnete Cpt. Bluefox.
    ««Hier spricht Captain Kathryn Janeway von der Voyager. Mir wurde erzählt, daß Ihr Schiff das Flaggschiff der Föderation ist. Ich dachte mir, ich könnte Sie und Ihre Crew, die ja, wie mir mitgeteilt wurde, nicht besonders groß ist, zu einem Dinner in unserem Kasino einladen! Ich und mein Erster Offizier Commander Chakotay sind für das Essen verantwortlich.»»
    meinte Cpt. Janeway.
    ««Das ist ja vielleicht eine Überraschung! Ich bin sofort dabei! Vielen Dank! Ich denke, daß wir alle kommen können. Wir sind jetzt noch 19 Personen. Vor kurzer Zeit waren wir jedoch noch 23 Crewmitglieder. Leider haben wir vier Leute in einem aufreibenden Kampf mit einem Borgkubus verloren.»» ließ Cpt. Bluefox Cpt. Janeway wissen.
    ««Das tut mir leid für Sie, Captain...»» Da hielt Cpt. Janeway inne, weil sie ja den Namen des Captains der Bluefox noch gar nicht kannte!
    ««Bluefox! Bluefox ist mein Name – wie das Schiff!»» sprach Cpt. Bluefox.
    Cpt. Janeway mußte lachen und meinte:
    ««Das habe ich auch noch nie gehört! Klingt aber toll, Mr. Bluefox! Dann machen wir also noch eine Zeit ab. 20 Uhr? Wäre das recht für Sie alle?»» fragte sie.
    ««Eine Superzeit. Ich denke, da können alle. Ich werde es gleich per Schiffsfunk weiterleiten. Ich freue mich riesig auf das Voyager-Dinner!»» antwortete Cpt. Bluefox strahlend.
    ««Also schön, Captain, bis dann.»» entgegnete Cpt. Janeway abschließend und schloß die Kommunikationsverbindung zur Bluefox.
    «Na, das nenne ich einen Supertag!» bemerkte Cmdr. Ceagy.
    «Es geht ein wenig auf und ab. Jetzt geht es wieder steil aufwärts!» stimmte der Captain zu.
    Der Abend näherte sich rasch. Wie auch vom Captain erwartet waren keine Crewmitglieder der Bluefox zu etwelchen Terminen besetzt, was bedeutete, daß die gesamte Besatzung der Bluefox an diesem einmaligen Ereignis teilnehmen konnte.
    Als auch der alte neue Transporterchef Chief Blater sich selbst auf die Voyager gebeamt hatte, begaben sich alle miteinander zum Kasino, das sich auf Deck 2 befand. Der zweite Transporterraum der Voyager, der normalerweise für den Eingreiftrupp, auch das „Hazard-Team“ genannt, gebraucht wurde, war auf Deck 4. Somit blieb ihnen eine Fahrt mit dem Turbolift der Voyager also auch nicht erspart.
    Als die ersten Leute der Bluefox-Crew das Kasino betraten, erhob sich Cpt. Janeway von ihrem Stuhl und breitete ihre Arme aus. Sie sprach strahlend:
    «Meine Damen und Herren, herzlich willkommen auf der U. S. S. Voyager! Es ist alles bereits hergerichtet. Sie müssen sich also nur noch irgendwo hinsetzen.»
    «Besten Dank, Captain Janeway! Es ist mir und meiner Crew eine Ehre, hier zu sein!» erwiderte Cpt. Bluefox und setzte sich sogleich an einen freien Platz – direkt neben
    Cpt. Janeway! Cmdr. Ceagy nahm rechts von Cpt. Bluefox Platz.
    «Nun, was wollen wir denn noch warten? Guten Appetit!» eröffnete Cpt. Janeway das Dinner.

    Einige Zeit verging und es wurde später Abend. Einige der Bluefox-Crew beamten bereits zurück, weil es inzwischen schon 23 Uhr war und am folgenden Morgen wieder normaler Dienst auf dem Programm stand.
    Der Captain blieb noch mit seinem Ersten Offizier ein Weilchen im Kasino, so lange auch Cpt. Janeway noch Lust und Zeit hatte, zu bleiben. Interessante Gespräche wurden geführt zwischen den beiden Captains, was sowohl Diplomatie als auch Durchsetzungsvermögen anging. Mitten in dieser Konversation kam Cpt. Janeway etwas in den Sinn:
    «Oh ja, ich wollte Ihnen noch etwas erzählen. Das weiß sonst im Fall niemand außer mir, noch jemandem und jetzt dann gleich Ihnen. Nicht einmal mein Sicherheitschef Tuvok, der sonst alles weiß, hat eine Ahnung davon. Ich dachte, zwischen Captains könnte man so ein Geheimnis aufbewahren.» Dann drehten sich beide ganz unauffällig etwas nach hinten. Janeway fuhr mit halblauter Stimme fort:
    «Ich habe meinen Führungsoffizieren gesagt, daß ich in nächster Zeit keine Missionen mehr leiten wolle, weil ich auch mal Urlaub brauche. Das ist ja noch nicht so schlimm, aber wenn die wüßten, mit wem ich meinen Urlaub verbringe, dann hätte das für mich einen Rüffel beim Oberkommando abgesetzt. – Ich bin schon seit acht Jahren mit meinem Ersten Offizier Chakotay zusammen und wir haben das bisher immer verbergen können. Jetzt haben wir das erste Mal die Gelegenheit, irgendwohin zu fahren, ohne daß ich ein schlechtes Gewissen haben muß. Wir fahren mit einem Rundkursshuttle durch meine Heimatgegend, durch Bloomington, Indiana. Falls Sie Lust haben, können Sie uns gerne einmal besuchen kommen. Chakotay und ich haben vor, in Bloomington eine kleine Villa zu kaufen und uns beide zur Ruhe zu setzen. Aber, wie gesagt, nur Sie, Chakotay und ich wissen das. Die Crewmitglieder rechnen damit, daß sie irgendwann wieder auf die Voyager zurückkönnen, aber das wird, so denke ich, nicht passieren. In diesem Zusammenhang habe ich jetzt ein kleines Problem.»
    Cpt. Bluefox fragte erst:
    «Was denn für eines?» Danach erhob er sich und sagte zu Cmdr. Ceagy:
    «Entschuldigen Sie mich und Captain Janeway einen Moment.»
    Auch Janeway stand auf und beide verließen für einen kurzen Augenblick das Kasino. Janeway antwortete nun auf Bluefox’ Frage:
    «Das Problem ist folgendes: Dadurch, daß die Voyager sehr wahrscheinlich nie mehr in dieser Mannschaftszusammenstellung unterwegs sein kann, wird ein Crewmitglied, das mir besonders am Herzen liegt, ziemliche Probleme bekommen. Ich spreche von Seven of Nine.»
    «Ah ja, Seven of Nine kenne ich ein wenig, zumindest ihre Geschichte. In einem Datenstrom, den Sie der Sternenflotte vor einigen Jahren gesandt haben, wurde ihre Lebensgeschichte in einer schmalen Form veröffentlicht. Es ist ein Bestseller geworden in der Bibliothek der Bluefox! Hat sie sich an die Umstände gut anpassen können?» fragte Cpt. Bluefox.
    «Nicht ganz. Sie hat wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht, aber ich habe das Gefühl, daß es ihr nicht behagen wird auf der Erde oder auf irgendeinem fremden Schiff ohne eine gute Struktur und ein kollegiales Verhalten in der Crew.» antwortete Cpt. Janeway.
    Cpt. Bluefox erkannte, worauf Cpt. Janeway hinauswollte und fragte keck:
    «Sie denken...» Weiter kam er gar nicht, weil Janeway nickte und sprach:
    «Genau! Ich denke, daß sie bei Ihnen in guten Händen wäre. Sie kommandieren sicher nicht einfach so das Flaggschiff der Sternenflotte. Andererseits weiß ich, daß Sie nicht glücklich sind, wenn zu viele fremde Leute auf Ihrem Schiff herumlaufen. Ich denke aber, daß ein einziges Crewmitglied den Kohl auch nicht mehr fett machen würde.»
    «Das stimmt. Bei Seven of Nine ist das natürlich auch etwas anderes. Sie braucht ein gutes Schiff, auf dem sie eine Karriere bei der Sternenflotte beginnen kann. Ich will mich und meine Crew jetzt überhaupt nicht in die Höhe schwingen, aber ich denke, die Bluefox ist ein sehr gutes Schiff für Neuankömmlinge, die ein wenig speziell sind. Ich muß zugeben, daß ich selbst wohl am meisten Macken und Spleens habe!» erwiderte Cpt. Bluefox und lachte am Schluß. Cpt. Janeway meinte:
    «Ihre Crew muß natürlich auch noch einverstanden sein. Aber wenn dies kein Problem ist, was ich natürlich hoffe, dann kann sie Ihnen mal einen Besuch abstatten im Verlaufe der nächsten Tage. Das Problem wird eher sein, wie ich Seven dies erklären soll. Sie wird sicher wissen wollen, warum sie die Voyager wahrscheinlich für immer verlassen muß.»
    «Am besten ist natürlich immer die Wahrheit. Seven ist doch jemand, die auf den Mund sitzen kann. Meine Bedenken sind eher, daß es Seven bei uns nicht gefällt.» sorgte sich Bluefox.
    «Am Anfang wird es für beide Seiten schwierig. Aber ich habe das Gefühl, daß es sich ähnlich entwickeln wird wie auf der Voyager. Ich glaube, daß sie sich einleben und sich an Sie, Ihre Besatzung und Ihr Schiff gewöhnen wird. Vielleicht müssen wir den Alkoven noch auf die Bluefox beamen, damit sie sich regenerieren kann. Die Regeneration ist für sie nicht mehr zwingend, aber Sie wissen ja: Zu Beginn eines neuen Lebensabschnittes ist etwas, an das man sich gewöhnt hat und nicht verlieren möchte, Gold wert!» erklärte Janeway.
    «Ich verstehe.» gab Bluefox nickend zurück. Er fügte schmunzelnd hinzu:
    «Hoffentlich sind Frachträume von Schiffen der Galaxy-Klasse gleich groß oder größer als diejenigen von Schiffen der Intrepid-Klasse, sonst haben wir ein Problem!»
    «Wer hat denn das größere Schiff von uns beiden?» fragte Janeway und zog pfiffig ihre rechte Augenbraue hoch. In diesem Moment drehten beide um und liefen wieder Richtung Kasino. Bluefox antwortete:
    «Hoffen wir, daß die Proportionen auch im Frachtraum stimmen, dann ist alles im Lot auf’m Boot.» Janeway kicherte kurz über Bluefox’ Spruch.

    Eine knappe Stunde später war das Dinner auch für die Nachtschwärmer vorüber, denn auch eine Kathryn Janeway konnte nicht einfach frei machen, wenn es ihr gerade gefiel, besonders dann, wenn es noch die letzten Berichte zu erstellen gab und viele andere Arbeiten, die vor dem Verlassen eines Raumschiffes anfielen.
    Auch Cpt. Bluefox und Cmdr. Ceagy gingen gleich daraufhin in die Federn, um am nächsten Tage wieder fit zu sein.
    Dieser kommende Tag sollte für eine Person etwas Besonderes werden – für Seven of Nine.
    Bereits einen Tag nach der Ankunft der Voyager erzählte Cpt. Janeway ihr die Geschichte, die sie Cpt. Bluefox am Abend davor erzählt hatte, in ihrem Bereitschaftsraum. Seven konnte dies verstehen! Sie sagte zu Janeway:
    «“Es ist kein Verbrechen, wenn ein Mensch liebt“ – Zitat des Doktors. Das gilt auch für Sie und Commander Chakotay. Ich habe mich mehrere Male mit dem Gedanken auseinandergesetzt, daß ich die Voyager verlassen müßte, wenn sie zurück auf der Erde ist. Nun trifft diese Situation ein. Ich werde mich anpassen.»
    Janeway war froh, daß Seven momentan wirklich reif genug war, den Schritt zu machen, den sie vor einigen Jahren noch nicht hätte tun können und wollen. Sie erwiderte:
    «Was immer Sie auch tun, wie immer Sie auch entscheiden; ich wünsche Ihnen das Beste der Welt. – Viel Glück, Seven. – Sie werden mir fehlen!» Kathryn Janeway vermochte ihre Gefühle nicht mehr zu verbergen und eine Träne kullerte über ihre linke Wange! Auch dies verstand Seven nun. Für Seven war Cpt. Janeway immer eine sehr wichtige Person, eine Mentorin. Nun mußte sie sich von dieser wichtigen Person trennen. Die Drohne in ihr verhinderte auch in diesem Moment, dem Moment des Abschieds, das Zeigen der Gefühle. Janeway aber wußte, daß Seven mindestens genauso bekümmert war, daß sie nun verschiedene Wege gehen würden, genauso wie sie auch wußte, daß für Seven die Chance kommen würde, neue Leute kennenzulernen. Sie sagte zu Seven:
    «Sie verlieren nichts! Im Gegenteil, in einer neuen Gruppe von Menschen werden Sie nur gewinnen. Es wird schöne, aber auch kritische Momente geben. – Eigentlich, wie es schon auf der Voyager war!» Seven nickte und erwiderte:
    «Ich stimme mit Ihnen überein. Ich hoffe einfach, daß die ersten Tage nicht all zu schwierig werden; sowohl für mich als auch für die Besatzung der Bluefox.»
    «Das klingt so, als ob Sie sich entschieden haben!» erkannte Janeway aus Sevens Antwort.
    «Ja. Ich denke, es gibt kein anderes Schiff, in welches mein Alkoven hineinpaßt!» entgegnete Seven. Janeway schien es, als hätte Seven bei dieser Antwort ein wenig ihre Mundwinkel zu einem Schmunzeln angehoben!
    «Die Bluefox ist zwar nicht das einzige Schiff der Galaxy-Klasse in der Flotte der Föderation, aber ich denke, sie ist das Menschlichste.» meinte Cpt. Janeway.
    «Auf Wiedersehen, Kathryn.» sprach Seven.
    Ja, Janeway hörte richtig – Seven hatte sie gerade ‚Kathryn’ genannt! Das drückte gleich noch eine Träne aus ihrem linken Auge! Janeway ging auf Seven zu und umarmte sie. Seven blieb stehen und regte sich nicht. Der Captain war rund einen halben Kopf kleiner als die großgewachsene Seven und konnte ihren Kopf somit richtig an die Schulter lehnen!
    Nach der Umarmung verließ Seven den Bereitschaftsraum, durchquerte die Brücke und ging zum Transporterraum, um sich von dort aus auf die Bluefox beamen zu lassen.

    «Captain, Seven of Nine beamt an Bord. Transport ist im Gange.» berichtete Chief Blater
    Cpt. Bluefox. Der erwiderte schmunzelnd:
    «Ich bin bereit.»
    Seven rematerialisierte sich direkt vor Cpt. Bluefox, der gleich vor der Transporterplattform stand. Er begrüßte sie:
    «Seven of Nine, herzlich willkommen an Bord der U. S. S. Bluefox NCC 1701-F, der neuen Bluefox. Ich bin Captain Matthew Bluefox, hinter mir steht unser Transporterchef, Chief Fabius Blater.»
    «Freut mich, Sie kennenzulernen, Captain. Ich wollte Ihnen mitteilen, daß ich mich
    entschieden habe.» erwiderte Seven.
    «Entschieden?» fragte Cpt. Bluefox verwundert.
    «Nach Absprache mit Captain Janeway habe ich mich entschieden, an Bord der Bluefox zu dienen.» erklärte Seven. Cpt. Bluefox war sichtlich baff! Er meinte:
    «Ah, das geht also so schnell bei Ihnen! Dann freut es mich, Sie in der Besatzung der Bluefox als neues Crewmitglied willkommenheißen zu dürfen! Ich werde Ihnen in dem Fall gleich mal Ihr Quartier zeigen. Von denen haben wir nämlich in Hülle und Fülle. Danach stelle ich Ihnen die wichtigsten Orte und Offiziere vor, damit Sie einen Überblick erlangen können über dieses Schiff. In Ordnung?»
    Während er Seven den Vorschlag unterbreitete, begaben sie sich auf den Weg zum Turbolift.
    «Ihr Vorschlag ist akzeptabel, Captain. Jedoch muß ich Ihnen sagen, daß ich kein Quartier benötige. In Kürze wird mein Alkoven in einen Ihrer Frachträume transportiert. Ich würde dann einen Teil dieses Frachtraumes als mein ‚Quartier’ betrachten.» antwortete Seven.
    «Das wäre der Bereich, wo Sie sich regenerieren, aber bei uns hat jeder ein Quartier. Sogar Lore, unser Chefingenieur. Er ist ein Androide, bräuchte somit keinen Schlaf. Aber er betreibt Hobbys, wie das Malen von Bildern. Die Staffelei ist in seinem Quartier untergebracht. Zudem hat er vor kurzem ein Haustier repliziert, eine Katze, so viel ich weiß. Auch die ist in seinem Quartier sicherlich gut versorgt. – Deck 3. – Es ist ja nicht auszuschließen, daß Sie noch irgendein Hobby entwickeln oder bereits eins haben!» erklärte Cpt. Bluefox.
    Seven gab nach, nickte dem Captain zu und erwiderte:
    «Wie Sie meinen.» Nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu:
    «Ich wollte Ihnen keine Umstände bereiten, aber wie ich sehe, haben Sie bereits vorgesorgt.»
    «Wir haben Platz zum Verschwenden, was Personalunterkünfte betrifft.» versicherte Bluefox Seven. Die hob nur kurz ihre Augenbrauen an.
    Die Turbolifttür öffnete sich und Cpt. Bluefox führte Seven zu ihrem Quartier. Er erinnerte sich:
    «Sie wollten doch noch Ihren Alkoven in einen unserer Frachträume beamen, nicht wahr? Ich denke, Frachtraum 2 ist genau der Richtige. Wenn Sie den Alkoven hinübertransportiert und sich einigermaßen zurechtgefunden haben, rufen Sie mich per Kommunikator. Ich glaube, derjenige von der Voyager funktioniert auch hier. Wenn nicht, replizieren Sie sich einen Neuen. Selbstverständlich sind alle Personalquartiere mit einem Replikator ausgerüstet. Ich werde Sie dann, wie bereits erwähnt, durch die Bluefox führen. Ich mache jetzt gleich noch einen Logbucheintrag, damit es offiziell ist.» erklärte er.
    Als sie bei Sevens neuem Quartier angelangt waren und die Tür sich öffnete, verabschiedete sich der Captain vorübergehend von Seven und machte sich auf den Weg zum Bereitschaftsraum.

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 56121.4

    ««Es ging alles sehr schnell über die Bühne. Seven of Nine ist seit fünf Minuten unser zwanzigstes Crewmitglied. Dieses kleine Jubiläum wird morgen in Zehn-Vorne dementsprechend gefeiert. Natürlich muß ich immer wieder daran denken, daß es jetzt eigentlich 24 Leute sein müßten, aber es kommt schon noch die Zeit, wo ich nicht mehr so intensiv an diesen Verlust denken werde.
    Ich hoffe, daß sich Seven so schnell wie möglich hier wohlfühlt. Ich werde die Führungsoffiziere in der täglichen Kurzsitzung heute Abend nochmals speziell darauf hinweisen, daß sie Seven so gut wie möglich in die alltäglichen Arbeiten integrieren sollten. Dann, denke ich, wird das sicherlich ganz gut laufen. – Dann ist wieder alles im Lot auf’m Boot!»»


    --- ENDE ---

  • #2
    Folge 26: Eine tierische Macht


    STARRING


    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Julia Haldemann ALS Lt. Cmdr. Gillian Haldman
    Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
    Jeri Lynn Ryan ALS Seven of Nine
    Judith Baumann ALS Cnslr. Judy Boeman
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Fabian Blatter ALS Chief Fabius Blater
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Stephanie Knecht ALS Dr. Steevy Knight
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Debbie Crossnicholls
    Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
    Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Roland Peter ALS Cpt. Rowland Peter
    Hannes Morger ALS Cpt. Stephen Wish
    Michael Weilenmann ALS Adm. Mike Henning

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 56356.3

    ««Admiral Mike Henning, Captain Stephen Wish, Captain Rowland Peter und ich sind in Zehn-Vorne zusammengekommen, um die aktuelle Lage zu besprechen. Die Borg haben zur Abwechslung mal eine Pause eingelegt und doch nicht im Dreimonatsabstand einen Kubus geschickt! Captain Peter und ich sahen uns gestern und der baldige Kommandant der Liberty machte mir einen sehr guten Vorschlag. Daher habe ich es für wichtig befunden, daß sich die Kommandanten der vier größten Raumschiffe der Sternenflotte zu einer Sondersitzung treffen sollten. Zehn-Vorne ist mir natürlich immer willkommen und ist auch bei anderen Leuten sehr beliebt.»»


    Alle Teilnehmer der Sondersitzung erschienen pünktlich in Zehn-Vorne. Der Gastgeber war natürlich schon eine Viertelstunde früher dort, um alles herzurichten und um einen Tisch reservieren zu können.
    Als sich dann alle gesetzt hatten, eröffnete Cpt. Bluefox mit fröhlichen Gesicht die Sitzung:
    «Herzlich willkommen in Zehn-Vorne, der Bar und dem Gemeinschaftsraum der Bluefox. Ich möchte nicht lange faseln, sondern gleich das Wort Captain Peter übergeben. Er und seine Idee sind der Grund, warum wir hier zusammengekommen sind.»
    Cpt. Peter erklärte seinen Plan der Runde:
    «Mein Schiff, die U. S. S. Liberty, ist endlich fertig und weltraumtauglich. Alle Systeme funktionieren. Es hat einige Zeit gedauert, daher konnte ich mit der Liberty noch nicht gegen die Borg eingreifen, weder beim ersten, noch beim zweiten Kampf. Die Liberty ist zwar stark, aber zusammen wären wir stärker! Ein Schiff der Sovereign-Klasse kann einiges ausrichten, jedoch mit der Bluefox, der Jackenboy und der neuen Netherwell würde dies bereits eine Miniflotte ergeben. Ich beabsichtige mit meinem Vorschlag, die vier stärksten Schiffe der Föderation in großen Notfällen zusammenzuziehen. Ich habe diese Idee mal „Notfusion“ getauft. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktionen!»
    «Das klingt sehr gut, aber es ist nicht immer einfach. Wenn die Netherwell in Not ist, dann ist nicht immer gleich eine Bluefox, eine Jackenboy und eine Liberty zur Stelle. Wie wollen Sie dieses Problem angehen?» fragte Adm. Henning.
    «Die meiste Zeit verbringen die Hauptschiffe entweder auf Missionen oder im Raumdock. Wenn zum Beispiel die Bluefox unterwegs ist, dann wird die Jackenboy eventuell gerade in der Werft gewartet. Die Bluefox sendet dann das spezielle Notfusionssignal auf einer gut isolierten Frequenz – und die Jackenboy fliegt sofort zu den Koordinaten. Es ist mir klar, daß nicht immer alle Schiffe zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein können.» erklärte Cpt. Peter.
    «Eine eigene Frequenz – tolle Idee, Rowlin! Ich werde mich mit Lore und Seven mal unterhalten. Die wissen sicher, welche Frequenzbereiche von den Borg und anderen Spezies nicht unbedingt beachtet werden. Ich will ja nicht, daß wir, wenn wir unser Notsignal absetzen, eine Zielscheibe auf unsere Hülle malen!» meinte Cpt. Bluefox.
    Cpt. Peter nickte Cpt. Bluefox zu und sprach:
    «Ich werde mich auch schlau machen in meiner Besatzung. Eine Frequenz habe ich bereits ausprobiert, die am Folgetag noch keine fremden Schiffe angelockt hat. Als sich ein Föderationsschiff in der Nähe der Liberty befand, bat ich deren Captain, ihre Kommunikationssysteme auf meine Frequenz einzustellen – und es hat funktioniert! Sie haben meine Nachricht empfangen!» Auch Cpt. Wish schien positiv beeindruckt. Er meinte:
    «Eine tolle Erfindung, Rowland. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung des Signals.»
    Gut gelaunt verließen die vier Schiffskommandanten Zehn-Vorne wieder. Bluefox begleitete seine Gäste noch bis zum Transporterraum und beamte sie persönlich von Bord.
    Zwei Minuten später war die Bluefox wieder alleine im aktuellen Sektor.

    Am Tag darauf näherte sich die Bluefox einem Planeten. Auf der Oberfläche hauste eine kleine Föderationskolonie. Der Planet befand sich an der Grenze zur Neutralen Zone, aber doch noch klar auf der Föderationsseite. An sich war der Planet ja nichts Spezielles, aber die beiden fremden Schiffe, die im Orbit kreisten, erregten die Aufmerksamkeit von
    Lt. Cmdr. Lore, der momentan auf der Brücke das Kommando hatte. Er befahl dem Steuermann F. Strike, auf einer sicheren Distanz zu bleiben und kontaktierte Cpt. Bluefox:
    ««Lore an Bluefox: Wir befinden uns in einer geringen Entfernung zur Penthara-Kolonie. Im Orbit von "Penthara 4" bewegen sich zwei der Föderation völlig unbekannte Raumschiffe. Unsere Sensoren können das Innere der Schiffe nicht scannen.»»
    ««Halten Sie die Position, Commander, ich komme sofort.»» antwortete Cpt. Bluefox.
    Als der Captain auf der Brücke ankam, erhob sich Lore aus dem mittleren Kommandosessel und gab ihn Bluefox frei. Der setzte sich sogleich hinein und betrachtete die Situation auf dem Hauptschirm. Lore setzte sich an die Ops und löste F. Ceagy ab.
    ««Bluefox an Commander Ceagy und Seven of Nine: Melden Sie sich bitte auf der Brücke.»»
    funkte Cpt. Bluefox an die betroffenen Personen. Beide bestätigten die Bitte des Captains.
    Bis Ceagy und Seven auf der Brücke erschienen, schaute sich Bluefox weiterhin die Schiffe an. Er befahl Lore:
    «Vergrößern Sie die Ansicht auf die größtmögliche Sichtweite, in der noch beide Schiffe zu sehen sind.»
    «Aye, Sir.» bestätigte Lt. Cmdr. Lore.
    Tatsächlich konnte man nun die Oberflächenstruktur der Schiffshüllen deutlich besser erkennen. F. Strike wunderte sich zurecht und fragte Lt. Cmdr. Lore:
    «Was ist denn das für ein Material, aus dem diese Hülle besteht? Sieht aus, als wäre es organisch!»
    «Ihre Vermutung ist korrekt. Ich habe die Sensoren so kalibrieren können, daß sie wenigstens die Außenhülle scannen können. Die Hülle besteht definitiv aus organischen, aber auch aus mechanischen Komponenten.» stimmte Lore zu.
    Die Turbolifttür oben rechts öffnete sich und Cmdr. Ceagy und Seven kamen herein. Seven löste F. Strike an der Conn ab und Cmdr. Ceagy setzte sich in den Sessel des Ersten Offiziers.
    Cpt. Bluefox fragte Lt. Cmdr. Lore:
    «Aus welchen Metallgruppen besteht der mechanische Teil?»
    «Ich kann nur ein bekanntes Metall isolieren. Es ist Tritanium, Sir!» antwortete der Androide, sichtlich selbst überrascht!
    «Tritanium? Das ist doch das Material, aus dem auch die Schiffshüllen der Föderation bestehen, nicht wahr?» vergewisserte sich Cpt. Bluefox bei Cmdr. Ceagy, der ihm nur zustimmen konnte. Cpt. Bluefox paßte dieser Gedanke überhaupt nicht! Fremde Schiffe mit bekannten Komponenten. – Das deutete fast eindeutig auf eine Eroberung hin!
    Bluefox und Ceagy erhoben sich nacheinander aus ihren Sesseln und hatten den gleichen Gedanken: Es mußte etwas getan werden! Cpt. Bluefox ergriff die Initiative:
    «Der einzige Weg, um herauszufinden, was sich innerhalb dieser Schiffe verbirgt, ist folgender: Wir müssen es uns selbst ansehen. Seven, Lore, Sie beide kommen mit mir auf eine Außenmission. Commander Ceagy, Sie haben die Brücke.»
    Dann funkte er gleich noch an die Krankenstation:
    ««Bluefox an Strike: Wir treffen uns in drei Minuten in Transporterraum 2. Rüsten Sie sich standardmäßig für eine Außenmission aus.»»
    ««Wohin gehen wir?»» fragte Dr. Strike.
    ««Wenn ich das wüßte!»» antwortete Cpt. Bluefox lachend.
    ««Toll! Ich freue mich riesig!»» erwiderte Dr. Strike. Sie übertrieb natürlich absichtlich, um Bluefox noch mehr zum Lachen zu bringen – und sie schaffte es!
    Als sich alle vier Außenteammitglieder im Transporterraum besammelt hatten, betraten sie die Transporterplattform, um sich von Chief Blater an den Zielort beamen zu lassen. Er informierte den Außenteamleiter Cpt. Bluefox noch:
    «Captain, ich weiß nicht, wo Sie landen werden. Auch kann ich Ihnen nicht garantieren, daß ich Sie ohne Probleme wieder zurückholen werde. Daher habe ich drei Transportverstärker bereitgestellt.» Der Transporterchef holte drei Leuchtstangen unter der Transporterkonsole hervor. Blater fügte hinzu:
    «Damit wird es Ihnen möglich sein, zu uns zurückzukehren, wenn ich Sie nicht erreichen kann oder umgekehrt. Jedoch geht dies nur, wenn die Schilde der Bluefox gesenkt sind. Hoffen wir mal, daß die gegnerischen Schiffe keine Überraschung bereithalten.»
    Lore löste das Elastband, welches um das Dreierpack gebunden war und band sich selbst die Transportverstärker auf den Rücken.
    «Ich verlange keine Wunder, aber ich will, daß Sie uns an einem Stück wieder zurückbringen!» erwiderte der Captain und kniff sein rechtes Auge kurz zusammen.
    «,,Keine Wunder“, haben Sie gesagt!» mahnte Chief Blater mit einem humorvollen Hintergrund in der Stimme.
    «Los, beamen Sie jetzt!» forderte Bluefox den Transporterchef kichernd auf.
    «Ja, ja, schon gut.» entgegnete Chief Blater und initialisierte den Transport.

    Das Erste, was Cpt. Bluefox und seine drei Kollegen an Bord des fremden Schiffes wahrnehmen konnten, war einerseits feuchtwarme Luft und andererseits tiefe Dunkelheit!
    Zum Glück gehörten zur Standardausrüstung in einer Außenmission kleine Scheinwerfer dazu, die bei Bedarf unkompliziert und bequem am Arm montiert werden konnten.
    Lt. Cmdr. Lore klappte sofort seinen Tricorder auf und untersuchte die Gegend. Er informierte Cpt. Bluefox:
    «Captain, es befinden sich keine Lebenszeichen an Bord. Das Schiff scheint, verlassen zu sein.» Bluefox stellte das Missionsziel klar:
    «Wir müssen an eine Kontrollkonsole gelangen, um herauszufinden, ob sich die Besatzung vielleicht auf dem Planeten aufhält. Ich habe stark das Gefühl, daß die beiden Schiffe erst vor kurzem in den Orbit eingetreten sind und die Mannschaften momentan versuchen, die Föderationskolonie auszulöschen, um selbst den Planeten kolonisieren zu können.»
    Dr. Strike bemerkte:
    «Dabei wäre doch genug Platz auf dem Planeten, um zwei verschiedene Kolonien zu gründen. Das müßte eine ziemlich rabiate Spezies sein.»
    Lt. Cmdr. Lore schlußfolgerte:
    «Der Schiffshülle nach zu urteilen ist die Spezies ebenfalls teils biologisch, teils mechanisch aufgebaut. Die zweite Variante ist, daß sie rein biologisch ist und eines unserer Schiffe mit dieser Biomasse umsponnen hat.»
    «Ich tippe mal auf Ihre zweite Variante, Commander.» kommentierte Cpt. Bluefox.
    Der Captain machte einen Schritt vorwärts. Als er mit dem linken Fuß auf dem Untergrund wieder aufkam, federte es seinen Fuß leicht zurück! Sofort teilte er dies seinen Kollegen mit:
    «Dieser Boden ist elastisch! So etwas habe ich noch nie erlebt! Laufen Sie mal umher!»
    Auch bei den anderen federte es die Schritte zurück. Lore scannte interessiert die Unterlage mit seinem Tricorder und stieß nur auf Rätsel! Er kommentierte seine Handlungen:
    «Es wird eine Art biogenetische Masse angezeigt. Sie ist unglaublich eng miteinander verknotet und vernetzt. Es deutet darauf hin, daß sich die unbekannte Spezies den Spinnentieren zuordnen läßt. Ich werde insbesondere den Boden weiterhin untersuchen und allfällige Erkenntnisse sofort bekanntgeben.» Cpt. Bluefox sprach:
    «Danke sehr, Lore. Irgendwie freue ich mich nicht mehr so auf diese Außenmission wie noch vor einigen Minuten. Ich hasse Spinnen!» Da meldete sich plötzlich Seven zu Wort:
    «Ihre generellen Gefühle für Spinnen sind in diesem Fall irrelevant, da Sie noch nicht wissen, ob es wirklich Spinnen sind.»
    «Wenn Lore etwas vermutet, dann stimmt es fast immer. Ich bezweifle, daß dies heute anders sein sollte.» entgegnete Cpt. Bluefox, einerseits um Lore zu loben, andererseits um seinem Pessimismus etwas Luft zu machen.
    Kurz später fand Seven noch etwas Beunruhigendes! Sie teilte ihren Teamkollegen mit:
    «Ich habe eine humanoide Leiche gefunden. Sie ist stark verwest. Das deutet nun in der Tat daraufhin, daß es Eroberer sind.»
    «Es sind nicht nur Eroberer, sondern, noch schlimmer, Nomaden. Sie haben nicht die Absicht, hier eine Kolonie zu gründen und ihre Schiffe im Orbit zu lassen. Sie holen sich nur ihr Freßchen und kommen wieder zurück, um vielleicht noch einen Imbiß beim nächsten Planeten zu holen. Ich habe, um ehrlich zu sein, keine Lust mehr, weiterhin auf diesem Schiff zu verweilen! Laßt uns zurückbeamen.» erkannte der Captain, wie es um das Außenteam stand. Nach dieser Idee des Captains hatte plötzlich niemand mehr etwas gegen seinen Vorschlag einzuwenden!
    Cpt. Bluefox funkte an die Bluefox:
    ««Captain Bluefox an Raumschiff Bluefox: Können Sie mich hören?»» – Doch es kam keine Antwort! Es war dem Captain nun immer weniger geheuer! Auch nach einem zweiten Funkversuch antwortete Chief Blater nicht! Lore meinte:
    «Ich denke, es wird Zeit, die Transportverstärker aufzubauen. Die Leuchtstangen müssen so weit auseinander stehen, damit wir alle im Innenraum des Dreieckes, welches sich dann bildet, Platz haben. Ich habe ein gutes Auge für Raumgeometrie. Ich werde sie gleich selbst in einer idealen Distanz aufstellen.»
    «Machen Sie schnell, Commander! Man weiß ja nie.» meinte Cpt. Bluefox.
    Während Lore die Transportbaken aufbaute, scannten Dr. Strike und Seven die Umgebung mit ihren Tricordern. Doch derjenige, der etwas bemerkte, war erneut Lore, obwohl er mit dem Aufbauen der Baken beschäftigt war! Er hielt kurz inne und sprach:
    «Ich empfange ein Signal, Sir! Es kommt aus westlicher Richtung. – Unhörbar für das menschliche Ohr. Es ist ein extrem hochfrequentes Signal.»
    «Spinnengesang?» fragte Cpt. Bluefox.
    «Definitiv.» antwortete Lore. Bluefox erwiderte geschockt:
    «Nein, nicht im Ernst, oder?!»
    Der Captain machte zuerst einen Scherz, aber dieser wurde von Lore soeben bestätigt!
    «Nichts wie weg hier! Lore, beeilen Sie sich!» befahl Cpt. Bluefox.
    Da hatte auf einmal auch Seven etwas zu berichten:
    «Ich empfange Vibrationen, die den Untergrund erschüttern. Es zittert nur minimal, aber
    meßbar für den Tricorder.»
    Da kippte eine Bake um!
    «Sir, es ist mir nicht möglich, alle drei Transportverstärker gleichzeitig zu stützen. Könnten Sie und noch jemand die anderen beiden festhalten?» bat Lore Cpt. Bluefox.
    «Kein Problem, Lore. Doc, würden Sie mal bitte die andere Stange dort drüben festhalten?»
    Dr. Strike bejahte und begab sich zur dritten Transportstange.
    Seven warnte:
    «Ich kann jetzt eine Struktur erkennen, die sich uns rapide nähert! Sie ist nur noch 400 Meter von uns entfernt. Voraussichtliches Zusammentreffen bei gleichbleibender Geschwindigkeit in 18 Sekunden ab jetzt!»
    Der Tricorder von Seven gab nun ein Alarmsignal von sich, das den Captain noch mehr verunsicherte! Lore wies Bluefox und Strike an:
    «Drücken Sie nun fest auf den oberen Teil der Stange. Dadurch wird er in die untere Sektion eingefahren. Dann können wir beamen.»
    Noch nie begriff Cpt. Bluefox so schnell, was zu tun war! Er preßte mit aller Kraft auf den Kopf der Bake. – Da klinkte sich die obere Hälfte tatsächlich ein! Auch der Doktor schaffte das Einklinken nach wenigen Sekunden.
    Seven klappte ihren Tricorder zusammen und huschte in die Dreiecksfläche! Um den Transport vollenden zu können, durfte niemand die Transportverstärker berühren, weil die freigesetzte Energie während dem Transportvorgang im Kontakt mit organischer Substanz tödliche Folgen haben konnte! Lore erwähnte dies auch nochmals zur Erinnerung. Bluefox erhob sich ganz vorsichtig und sprach zu den Baken:
    «Bleibt stehen, bleibt stehen!»
    Dr. Strike war neugierig und richtete ihre Scheinwerfer absichtlich in die Richtung, von der sich diese schnelle Lebensform dem Außenteam näherte, laut Sevens und Lores Informationen. Lore warnte seine Kollegen:
    «Ich initialisiere den Transport. Bereithalten!»
    Genau in dem Moment, als die Crewmitglieder begonnen hatten, sich zu dematerialisieren, erreichte die unbekannte Kreatur das Außenteam und schaffte es gerade noch, den Captain anzufassen! Mehr konnte sie aber nicht mehr ausrichten, denn Lore schaffte es gerade noch im richtigen Moment, das Außenteam von Bord des Spinnenschiffes zu beamen!

    Gleich nach der Rematerialisierung im Transporterraum der Bluefox schrie der Captain auf! Dr. Strike untersuchte ihn mit dem medizinischen Tricorder. Nach einem kurzen Scan sagte sie zu ihm:
    «Sie sind in Ordnung, allem Anschein nach. Sie sind nur erschrocken!»
    «Das Ding hat mich für einen ganz kurzen Moment angepackt! Da habe ich auch wahrlich einen triftigen Grund, zu erschrecken!» rechtfertigte sich Cpt. Bluefox.
    «Ist ja nichts passiert.» beruhigte ihn der Doktor.
    ««Bluefox an Brücke: Bringen Sie uns hier weg mit Warp 8!»» funkte Cpt. Bluefox an die Brücke, wo man auch sogleich reagierte:
    ««Hier Humble, Sir. Ich habe verstanden.»» bestätigte Lt. Humble an der Conn.

    Zehn Minuten später arbeitete Cpt. Bluefox wieder im Bereitschaftsraum an den Offiziersakten und vermerkte die aktuelle Mission detailliert im Schiffslogbuch. Das gab doch einige Stunden Arbeit, bis es fertig sein sollte! Als er mittendrin war, so richtig ungestört, läutete es plötzlich.
    «Ja, bitte!» rief Cpt. Bluefox. Zur Überraschung des Captains kam nicht etwa Cmdr. Ceagy, sondern Seven herein! Der Grund, warum Bluefox seinen Ersten Offizier erwartete, war klar. Er dachte, Cmdr. Ceagy würde gleich nachfragen, wie denn die Mission gelaufen wäre. Seven blieb vor dem Schreibtisch stehen und erklärte ihre Absicht:
    «Ich wollte Ihnen danken, Captain.»
    «Wofür? Ich denke, Sie sollten sich bei Lore bedanken. Ich habe das gleich nach der Rückkehr auf die Bluefox gemacht.» erwiderte Cpt. Bluefox bescheiden. Er fügte hinzu:
    «Ich leitete zwar die gesamte Mission, aber die Arbeit hat vor allem Lore gemacht.»
    «Sie haben entschieden, auf das Schiff zurückzukehren. – Ich sagte auf der Außenmission, daß Ihre Gefühle für Spinnen in diesem Bezug irrelevant seien, aber das waren sie nicht. Es war ein Instinkt, der Sie dazu bewogen hat, richtig zu entscheiden. Für diesen Entscheid
    wollte ich mich bedanken.» erklärte Seven.
    «Ich handelte im Interesse und in der Sicherheit des Teams. Da gab es keine Alternative. Trotzdem, gern geschehen, Seven! Ich bin sicherlich derjenige, der am glücklichsten ist, daß wir alle heil auf der Bluefox angekommen sind!» – Nach dem letzten Wort griff sich Bluefox plötzlich an den Hals und stöhnte! Er kniff das Gesicht zusammen vor Schmerz!
    Seven zögerte keine Sekunde und eilte zum Replikator. Sie sprach:
    «Medizinischer Tricorder und Standard-Hypospray!»
    Wenige Sekunden später erschien das Gewünschte. Seven schnappte sich die medizinischen Utensilien sogleich und untersuchte den Captain.
    «Ist der Schmerz nur im Hals?» fragte Seven.
    «Nein, aber vorwiegend!» antwortete Bluefox mit krächzender Stimme.
    «Ich habe eine mögliche Ursache für Ihre Schmerzen entdeckt. In Ihrem Großhirn befindet sich ein mikroskopisch kleiner Fremdkörper. Es könnte ein Virus sein.» analysierte Seven.
    «Alles, nur das nicht! Diese Spinnen bringen mich noch in den Tod!» bangte Bluefox.
    «Wenn Sie einverstanden sind, würde ich Sie gerne in ein schwaches Koma versetzen, damit Sie keine Schmerzen mehr verspüren. Danach beame ich Sie auf die Krankenstation.»
    schlug Seven vor.
    «Einverstanden. Tun Sie es!» willigte Bluefox ein.
    Seven gab dem Captain mit dem replizierten Hypospray eine Injektion, die ausreichte, um ihn vorläufig stillzulegen. Danach begab sie sich zur Brücke und übertrug die Transporterkontrolle auf die Conn. Dadurch war sie in der Lage, Cpt. Bluefox in die Krankenstation zu beamen.

    Zwei Minuten später, Dr. Strike hatte bereits mit einer gründlichen Untersuchung des Captains begonnen, erreichte Seven die Krankenstation. Es interessierte sie sehr, wie es nun weiterging mit Cpt. Bluefox, nicht nur aus wissenschaftlichen, sondern auch aus persönlichen Gründen. Sie hängte es zweifellos nicht an die große Glocke, aber er bedeutete ihr schon etwas!
    Sie fragte Dr. Strike nach dem aktuellen Stand. Der Doktor antwortete:
    «Im Großhirn befindet sich ein Virus. Es nistete sich erst vor wenigen Minuten definitiv ein. Die einzige logische Erklärung ist, daß er dieses Virus nach der Berührung mit der Spinne auf dem fremden Schiff erhalten hat. Offensichtlich hat ein einziger Körperkontakt ausgereicht, um verheerende Folgen auszulösen. Ich weiß nicht, wie ich es entfernen soll! Ich könnte es vielleicht, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, welche Folgen das für den Captain haben könnte. Momentan besteht einfach die große Gefahr, daß sich das Virus vermehrt! Diesen möglichen Vermehrungsprozeß müssen wir dringendst stoppen!» erkannte Dr. Strike.
    «Stasis.» kam es aus Sevens Mund. Seven mußte einmal die Voyager alleine durch einen radioaktiven Nebel steuern. Die Crew war in den Stasisbehältern geschützt. Ihr spontaner Gedanke war, daß das Virus durch permanente Stasis absterben würde.
    Dr. Strike fand die Idee von Seven generell gut, sah darin aber einen Haken:
    «Stasis ist eine Möglichkeit, aber ich weiß nicht, wie lange der Captain in permanenter Stasis bleiben müßte. Vielleicht zwei Wochen, vielleicht aber auch zwei Jahre!»
    «So lange, bis das Virus abgestorben ist. Oberste Priorität hat die Gesundheit des Captains. Wieviel Zeit er verlieren wird, ist irrelevant. Je schneller, je besser, da stimme ich Ihnen selbstverständlich zu.» meinte Seven.
    «Ich werde den Vorschlag Commander Ceagy unterbreiten. Er muß nun letztendlich entscheiden, was wir mit dem Captain machen sollen. Er wird den besten Vorschlag auswählen, aber so lange wir nur eine Idee haben, wird er wenig Auswahlmöglichkeiten zur Entscheidung haben.» erwiderte Dr. Strike.

    «In permanente Stasis versetzen für unabsehbare Zeit? Das ist ja Wahnsinn! Wenn der Captain nur schon ein halbes Jahr nicht mehr auf diesem Schiff wäre, müßten wir einen Ersatz für ihn finden. Ich habe noch nicht die notwenigen Qualifikationen, um ein derart wichtiges Raumschiff für längere Zeit zu kommandieren – und abgesehen davon, will ich das auch nicht. Die Ablösung während dem ersten Kampf mit den Borg hat mir schon völlig gereicht. Dies hier ist sein Schiff. Ich gehe einen Kompromiß ein: Wenn der Captain nicht nach einem Monat wieder auf den Beinen ist, dann trete ich zurück!» rief Cmdr. Ceagy im Bereitschaftsraum aus.
    Beim Teilsatz „Dann trete ich zurück“ fuhr dem Doktor ein Schauder durch den Magen!
    Sie versuchte, den Ersten Offizier zu beruhigen:
    «Commander, es ist keineswegs gesagt, daß es überhaupt einen Monat dauert. Normale Viren sterben bereits deutlich früher ab. Ich muß aber zugeben, daß dieses Virus sehr komplex ist. Ich habe so eine Art noch nie gesehen in meiner bisher andauernden Karriere.» gestand
    Dr. Strike.
    «Hoffen wir, daß es ein normales Virus ist. Ich bin nämlich mit dieser Taktik nicht ganz einverstanden, aber wie ich sehe, haben Sie keine Alternativen.» erriet Cmdr. Ceagy.
    Seven bestätigte dies: «Nein, haben wir nicht.»
    «Also gut! Dann verfrachten Sie den Captain in eine Stasiseinheit und verstauen diese in Frachtraum 2. – Wegtreten!» entschied der stellvertretende Kommandant der Bluefox.

    In der Beobachtungslounge erklärte Cmdr. Ceagy am Tage darauf den restlichen Führungsoffizieren die Lage:
    «Laut Doctor Strike ist es nicht möglich, den Captain mit der normalen Sternenflottenmedizin von diesem Virus zu befreien. Also mußte eine Alternative her und wir haben eine gefunden. Wir haben unseren Captain in eine Stasiseinheit verlegt und beides zusammen vorerst mal im zweiten Frachtraum gelagert.»
    Der Erste Offizier holte zu einem zweiten Teil seines Berichtes aus, der aber einen wesentlichen Unterschied zum ersten Part darstellte. Daher machte er auch eine kleine Pause und veränderte merkbar seinen Tonfall und die Aussprache:
    «Sie wissen wohl so gut, wie ich, daß dies nicht die Lösung auf Dauer ist. Wenn wir Glück haben, dann erholt sich der Captain schneller als erwartet und das Virus stirbt bereits im frühen Wachstumsstadium ab. Aber wenn das nicht passiert, haben wir ein ernsthaftes Problem. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Wenn Captain Matthew Bluefox nicht binnen einem Monat wieder der Mann wird, der er noch gestern Morgen war, werde ich dieses Schiff verlassen, denn ich bin weder geistig noch moralisch bereit, ihn zu ersetzen. Ich habe es schon einmal getan und das hat mir gereicht. Auch dort wußte ich nicht, ob er jemals der Alte werden würde. Das erste Mal hatten wir Glück, doch was wird jetzt geschehen?»
    Die Frage des Commanders stand offen im Raum und starrte den Rest der Führungsoffiziere in der Lounge an. – Was sollte nun also geschehen? Dr. Strike antwortete schließlich:
    «Zaubern können ich und mein medizinischer Stab auch nicht. Und, Commander, es ist mir bewußt, was auf dem Spiel steht. Es wird eine Kettenreaktion auslösen. Wenn Sie zurückträten, dann hätte Danny keine Lust mehr, mir würde es stinken, und so weiter. Wir haben in letzter Zeit im Verhältnis zu einer normalen Crew eines Sternenflottenraumschiffes sehr viele Crewmitglieder verloren, die meisten im Kampf gegen die Borg. Wir haben im ersten Missionsjahr nicht einmal annähernd so stark aufs Dach bekommen wie im letzten Halbjahr! Verluste hinnehmen war uns praktisch ein Fremdwort. In diesem riesigen Schiff glaubten wir uns als unverwundbar. Nichts könnte diese Hülle durchbrechen. Das erste Mal, wo die meisten von uns erkannten, daß dies ein Fehler war, trat beim ersten Zusammentreffen mit den Borg ein. Als der Captain entführt wurde, ging ein Riesenhallo durch das Schiff! Keiner rechnete jemals mit so einem Zwischenfall. Als Captain Bluefox vom Borgkubus gerettet wurde, vergaß man bereits wieder, daß es noch andere Spezies im Weltraum gab, die uns mehr als gefährlich werden konnten. Die Romulaner haben plötzlich eine Pause eingelegt, die Cardassianer haben sich ebenfalls zurückgezogen, da blieben nicht mehr viele Feinde übrig. Die Föderation hat sich gut erholt und neue Technologien erforschen können, unter anderem die Antimaterieproduktion durch das simple Replizieren, bei deren Entwicklung wir ja stark beteiligt waren. Da kamen die Borg, total überraschend für die gesamte Sternenflotte, ein zweites Mal mit einem Kubus und hinterließen ein großes Loch in unserer Armada. Und nicht genug: Sie hinterließen auch in unseren Herzen große Löcher. Drei unseres kleinen Teams kamen bei diesem Angriff ums Leben. Von da an war unsere Euphorie stark gebrochen. Als dann kurz darauf Commander Steaner aufgrund eines Unfalls starb, verloren wir eine weitere wichtige Person. Seven of Nine stieß kurz darauf zu uns. Sie war ein echter Gewinn für die Mannschaft, sowohl im Bereich des Wissens, als auch in der Effizienz. Es ging also wieder aufwärts, als gestern plötzlich diese Außenmission im Spinnenschiff auf dem Programm stand. Und wieder dachte der Großteil der Crew: „Spinnen? Kein Problem!“ – So irrt man sich. Ich denke, nur schon die Erkenntnis, daß wir jetzt schon wieder vor einem derartigen Absturz stehen, lädt viele Leute unserer Mannschaft zur Kapitulation ein. Commander, Sie spielen in dieser Beziehung keine Ausnahmerolle.»
    «Doctor, es geht darum, daß ich unmöglich ein Schiff erben kann!» erklärte Cmdr. Ceagy.
    Seven meldete sich plötzlich:
    «So wie ich den Captain in dieser kurzen Zeit kennengelernt habe und wie ich jetzt auch diese Besprechung mitverfolge, habe ich das Gefühl, daß er immer an Sie alle geglaubt hat. Sie, Commander, haben das Gefühl, daß Sie ihn nicht ersetzen können. – Das müssen Sie auch nicht. Ich denke, Captain Bluefox hat den Wunsch, daß diese Abenteuer weitergehen, im Geiste dieses kleinen Kollektivbewußtseins, das sich hier ohne Zweifel nicht nur entwickelt, sondern auch extrem verstärkt hat.»
    Cmdr. Ceagy korrigierte Seven und erwiderte ihre Meldung:
    «Entwickelt hat sich unser Teamgeist schon lange, bevor wir auf diesem Schiff wieder zusammengekommen sind. Aber Sie haben Recht, er hat sich intensiviert, seit wir wieder so eng zusammenarbeiten. Ich muß Ihnen zustimmen, daß der Captain es gerne sähe, daß wir weiterhin auf Missionen gehen. Ich würde das auch gerne tun, aber dazu reicht einfach meine Ausbildung in der Sternenflotte nicht aus. Dazu reicht aber auch die bisherige Akademieausbildung bei einigen Leuten in dieser Crew nicht aus. Sie haben die Akademie ja zu einem großen Teil nicht mal vollständig abgeschlossen, haben Ausbildungen abgebrochen, um sich uns anzuschließen. Kurz gesagt: Es ist einfach zu gefährlich
    Es war wie beim Kartenspiel! Jedes Mal, wenn jemand eine Meldung in die Runde gab, glaubte der Rest, daß dies der höchste Trumpf im Spiel war, aber immer kam noch jemand und übertrumpfte die vorherige Aussage! Diese letzte Wortmeldung von Cmdr. Ceagy sollte stechen. Keiner konnte mehr etwas dazu sagen, denn der Erste Offizier hatte einfach Recht! –
    Es war zu gefährlich.
    Abschließend blieb Cmdr. Ceagy noch das ausklingende Wort:
    «Nun, ich schlage vor, daß alles bleibt, wie es war. Wir werden einen Monat zuwarten und hoffen. Außerdem werden wir uns verhäuft zu Lagesitzungen treffen und Doctor Strike sowie auch Seven of Nine werden standardmäßig daran teilnehmen. – Ich danke Ihnen.»
    Die Zukunft sah also nicht sehr rosig aus, eher so neblig wie der dunkelgrüne Nebel, durch den die Bluefox als Abkürzung flog, um schneller an der Raumstation "Deep Space Twelve" andocken zu können.

    --- ENDE --- FÜR IMMER...?

    [Erklärung des Autors Captain Matthew Bluefox]
    Wie bereits im ultraneuen INFO-Thread erklärt wird dies mal eine vorläufige Einstellung der Serie "Raumschiff Bluefox" sein, weil auch ich mit meinen Ideen momentan etwas am Ende bin. Jedoch heisst dies nicht, dass es das dauerhafte Ende sein soll. Ich schreibe diese Geschichten schon seit mehreren Jahren und ich denke, es wäre fast ein wenig schmerzlich, wenn es ausgerechnet an so einem unbedeutenden Datum enden sollte.
    Wie in Star Trek wird es eventuell auch in RB mal eine Grossgeschichte geben, jedoch (noch) unverfilmt. Hörspiele reichen mir momentan vollkommen...
    [/Erklärung des Autors "blu" Bluefox]

    Viele Grüsse von Matthew Bluefox, einem Captain aus Leidenschaft...

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