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[Fan Fic] Shuttlepod one - Szenen die uns vorenthalten wurden

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  • [Fan Fic] Shuttlepod one - Szenen die uns vorenthalten wurden

    Hm, das ist meine erste Star Trek FF. Sie ist etwas ungewöhnlich, aber, ich werd sie trotzdem mal hier reinsschreiben:

    ----------------------

    „Shuttlepod one“ (zu dt. „Allein“) – WAS WIRKLICH GESCHAH, oder Szenen die uns enthalten wurden

    [....]

    Der Sauerstoff war nun beinahe zu Ende und die Flasche Kentucky Burbon war bis auf den letzen Tropfen leer, so daß dieser auch nicht mehr als geringfügiger Wärmespender zu gebrauchen war.

    „Es - es - es war mir eine Ehre unter Ihnen zu dienen Commander!“ sagte Malcolm mit zitternder Stimme. An seinen Haaren hingen schon ein paar Eiszapfen herunter.
    Commander Tucker reagierte nicht.

    „Trip?“ Malcolm versuchte zu ihm herüber zu blicken. Es fiel ihm schwer. Alles an seinem Körper schien fest gefroren zu sein.

    Commander Tucker saß da und hatte die Augen geschlossen. War er tot? Noch hatten sie Sauerstoff.

    „Trip?“ fragte er erneut und begann ihn zu rütteln. Es half. Trip öffnete die Augen.

    „Was, haben wir die Enterprise schon erreicht?“

    „Nein, das nicht, aber“. Weiter kam Malcolm nicht, denn in diesem Augenblick fing das provisorisch zusammengebaute Etwas, daß Sensoren sein sollten, heftig an zu brummen.

    „Die Enterprise!“ Trip war schnellen auf den Beinen, als Malcolm gucken konnte.

    „Wir haben es geschafft.“ Malcolm schaffte es, zu lächeln. „Sie hatten die Explosion wohl doch gesehen.“ Jetzt stand auch Malcolm auf und begab sich neben Trip. Dieser allerdings machte kein so freudiges Gesicht. „Das ist nicht die Enterprise.“

    Malcoms Lächeln verschwand ebenfalls. „Was dann?“

    „Keine Ahnung. Aber sehen Sie mal nach draußen. Sieht so etwa die Enterprise aus?“

    Malcolm blickte aus dem Fenster, welches total zugefroren war. Ein Blick nach draußen zu werfen, war völlig unmöglich. Dennoch konnte er etwas sehen. Ein helles grünes Licht erfüllte den Weltraum vor ihnen. Es sah so aus, als würde es von einem schwarzen kleinen Punkt ausgehen.

    „Was ist das?“ fragte Malcolm.

    „Ich habe keine Ahnung.“ gestand Trip. „So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen.“

    „Ich hoffe nicht, daß es und feindlich gestimmt ist. Die Waffen funktionieren nämlich nicht mehr“. Malcolm rieb sich die Arme, denn obwohl er voll auf dieses Etwas konzentriert war, hatte es hier drin nicht an Kälte abgenommen.

    „Schön, haben wir hier drin wenigstens ne schöne Beleuchtung.“ sagte Trip und grinste. „Können wir unsere abschalten und noch mal fünf Minuten länger leben.“

    „Fünf Minuten könnten entscheidend sein.“ Malcolm hob seine Augenbrauen, worauf Trip sich zur Konsole begab, an der man die Elektrizität regeln konnte. „Auf weitere fünf Minuten“. sagte er wie ein Trinkspruch und wollte gerade den Schalter betätigen, als das grüne Licht plötzlich im Inneren des Shuttles zu leuchten begann. Trip griff automatisch nach seinem Phaser.

    „Was?“ schrie Trip und kaum hatte er dieses simple Wörtchen ausgesprochen, verschwand das grüne Licht und mitten im Shuttleinneren standen zwei Personen.

    „Das hier? Oh nein!“ sagte eine der beiden. „Das ist nicht fair! Nicht drei Flaschen auf einem Bild ™!“

    „Wer sind sie?“ fragte Trip und hielt seinen Phaser auf sie gerichtet. Dabei musterte er die beiden Personen. Sie waren eindeutig humanoid und weiblich, wie er an ihren Kurven erkennen konnte. Die eine war völlig in schwarz gekleidet und hatte lange blonde Haare, die zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Eigentlich sah sie wie eine Erdenfrau aus, wenn da nicht eine Ausnahme wäre – sie hatte spitze Ohren wie die Vulkanier. Eine blonde Vulkanierin? Das war mehr als makaber.

    „Stecken Sie das Ding weg, das kann uns eh nichts anhaben“, sagte die andere mit einem beiläufigen Lächeln. Trip bemerkte, daß sie ihn auf eine Art anschaute, die irgendwie vertraut wirkte.

    Trip versuchte sie unaufmerksam zu mustern. Sie sah unverkennbar wie ein Mensch aus. Keine spitzen Ohren oder sonstige Abwandlungen. Im Gegensatz zu der anderen Person trug sie handelsübliche Bluejeans mit leichtem Schlag, schwarze Stiefletten mit Absatz und eine weißes T-Shirt. Ihre dunkelblonden, leicht gelockten Haare waren fast schulterlang.

    „Ich frage sie noch einmal, wer sind Sie?“ Trip dachte nicht daran den Phaser runter zu nehmen.

    „Nennen Sie mich einfach ‚Hesaki‘“ sagte die Frau mit dem weißen T-Shirt. „Und sie MrsLegolas.“ Sie lächelte Trip zu.

    „Sind Sie Menschen?“ fragte Malcolm. Er hatte sich bisher still verhalten.

    „In gewisser Weise schon.“ sagte MrsLegolas. „Hesaki zumindest. Ich bin das, was man eine Halbelbe nennt.“

    „Ah ja.“ Malcolm hatte weder den Begriff Halbelbe noch Elbe nie zuvor gehört.

    „Kommen Sie von der Erde?“ Trip hatte sich einen Schritt näher an die Gestalten gewagt.

    Hesaki nickte. „Ja. Dort lebe ich schon mein ganzes Leben.“

    „Wie kommen Sie dann hierher. Ich habe kein Schiff gesehen. Oder soll etwas dieses grüne Licht ihr Schiff sein?“

    Hesaki lächelte. „Wir kommen hier auf eine Weise her, die kein Schiff der Sternenflotte noch sonst ein Raumschiff antreiben kann.“

    „Ich verstehe nicht.“ Trip hielt den Phaser fest in seiner Hand.

    „Sie werden früh genug verstehen, Charles „Trip“ Tucker III.“ sagte Hesaki.

    „Woher kennen Sie meinen Namen?“ Trip hatte seine Stimme erhoben und zielte mit seinem Phaser jetzt genau auf Hesaki. Er war bereit abzudrücken, wenn es sein mußte.

    „Wir wissen vieles über Sie.“ MrsLegolas schaute zu Malcolm und lächelte ihn auf eine Art und Weise an, die Malcolm nicht behagte. „Nicht wahr Stinky?“
    „Woher?“ sagte Malcolm.
    MrsLegolas lächelte weiter. „Oder wie war das mit dem vulkanischen Wort für ‚innerer Frieden‘?“

    „Jetzt reichts. Aufhören.“ Malcolm griff nach seinem Phaser und schoß auf MrsLegolas.
    Der Strahl ging mitten durch sie durch, doch er tat ihr nicht das geringste.

    „Wie kann das sein?“ Malcolm schaute abwechselnd ungläubig auf seinen Phaser und auf MrsLegolas.

    „Ich habe Ihnen doch gesagt, sie können uns mit Ihren Phasern nichts tun.“ Sagte Hesaki.

    „Aber wie ist das möglich?“ Waren sie vielleicht nur Projektionen?
    Seine Neugierde war zu groß, als daß er was anderes tun konnte. So trat Trip auf Hesaki zu, bis er direkt vor ihr stand. Sei war kleiner als er. Er konnte ihren warmen Atmen auf seinem Gesicht spüren und es war eine Wohltat. Offensichtlich schien ihr die Kälte hier drin nichts auszumachen.
    Trip hob seinen Arm und berührte damit zaghaft Hesaki an dem Oberarm.

    Was hatte er erwarte? Das er durch sie durchgreifen konnte?
    Nichts dergleichen. Er spürte Muskel und Fleisch durch die Baumwolle. Sie war definitiv keine Projektion.

    Hesaki schaute zu ihm hoch. Lächelte ihn an. „Sie brauchen keine Furcht vor uns zu haben. Wir wollen Ihnen nur helfen.“

    „Wir wissen, daß Sie angst haben zu streben und daß ihr Schiff, die Enterprise noch weit entfernt ist. Aber wir können Ihnen versichern, daß sie rechtzeitig eintreffen wird und sie beide retten.“ erklärte MrsLegolas.

    „Woher wollen Sie das wissen?“ Trips Ton war scharf.

    „Wir wissen es einfach, aber mehr können und dürfen wir Ihnen nicht sagen. Haben Sie einfach vertrauen.“ sagte Hesaki sanft.

    Etwas begann zu piepsen.
    „Der Sauerstoff.“ Trip schaute hektisch zu einer Anzeigetafel. „Er reicht noch für drei Stunden.“

    „Dann müssen wir aufbrechen.“ Sagte MrsLegolas bestimmt. „Es wird Zeit.“

    Hesaki nickte.
    Sie blickte zu Trip und schien über etwas nachzudenken.

    „Hesaki!“ sagte MrsLegolas beistimmt.

    „Ich weiß, das es entspricht jetzt wirklich dem Klischee aber ich muß es tun. Ich will es tun. Ich kann gar nicht anders. Deswegen bin ich auch hier.“
    Hesaki trat wieder näher an Trip heran, der sich aufgrund seines Ganges zur anzeige etwas von ihr entfernt hatte.
    Sie schaute ihm in die Augen und nahm seine Hände in die ihren. Dann schloß sie ihre Augen und küßte ihn sanft auf den Mund.

    Trip wußte nicht, wie ihm geschah. Dieser Kuß war so völlig anders als alle vorherigen in seinem Leben. Gefühle, die nicht von dieser Welt zu sein schienen, durchströmten ihn und ob er wollte oder nicht, er erwiderte diesen absolut einmaligen Kuß, wohl wissend, daß er so etwas nie wieder erleben würde.
    Keine von Beiden kam das Kopfschütteln der beiden anderen mit.

    „Vergiß mich nicht!“ hauchte Hesaki mit einem Lächeln, als sie sich von Trip abwandte und zu MrsLegolas trat. „Ich werde dich auch nie vergessen.“
    „Wie könnte ich.“ gestand Trip. Denn das war nach diesem Erlebnis völlig unmöglich.
    „Lebe wohl.“ sagte sie zu ihm.
    „Lebe wohl.“ entgegnet er ihr.

    Sie trat so neben MrsLegolas, daß sie wieder in der gleichen Position standen, wie bei ihrer Ankunft.

    „Warte!“ Trip kam auf Hesaki zu und reichte ihr etwas. „Hier nimm das. Ist nichts besonderes“.
    Hesaki nahm es und stellte fest, daß es ein Baseballcap war. Aber nicht irgendeines, sondern das, welches Trip getragen hatte.
    „Danke!“ sagte Hesaki. „Ich hab leider nichts bei mir, was ich dir geben kann.“
    Trip lächelte. „Nicht nötig, ich habe schon etwas bekommen.“
    Dann trat er wieder ein Schritt von ihr zurück.

    MrsLegolas blickte zu Malcolm. „Ach übrigens. MrTripper hat Ihnen die Story vom Pferd erzählt. In einer Atmosphäre ohne Sauerstoff können keine Haare und Nägeln mehr wachsen.“
    Dann waren die beiden so schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen waren und mit Ihnen das grüne Licht.

    [...]

    Das Nächste, an das sich Trip erinnern konnte, war, wie er auf der Krankenstation der Enterprise erwachte. Sie hatten es tatsächlich geschafft, wie die Frauen vorhergesagt hatten.

    Nachdem Dr Phlox ihm gesagt hatte, er könne die Krankenstation ruhigen Gewissen verlassen, begab sich Trip in sein Quartier. Trip beschloß, sich dort erst einmal zu entspannen und steuerte sein Bett an. Dort entdeckte er einen kleinen, weißen Zettel. Trip nahm ihn in die Hand, faltete ihn auf und las die handgeschriebenen Worte, die darauf standen: ‚Die Phantasie ist wichtiger als das Wissen. Wissen ist beschränkt, Phantasie umspannt die Welt‘. Albert Einstein.

    Trip mußte den Zettel mehrmals lesen ehe er die Bedeutung der Worte verstand.
    Dann machte er sich auf den Weg zu Malcolm, um ihm das zu zeigen. Er mußte es erfahren.

    „Und, das ist ein Zitat von Albert Einstein.?“ Malcolm zuckte mit den Achseln.

    „Malcolm, verstehen Sie den nicht. Das ist es, damit sind die Frauen zu uns gekommen. Mit Hilfe der Phantasie.“

    „Ja, sicher, wir haben beide die selbe Phantasie geträumt.“ Malcolm schüttelte den Kopf.
    Trip schaute Malcolm ernst an. „Und wer sagt, daß nicht wir die Ausgeburt der Phantasie eines anderen sind?“

  • #2
    Hier die Fortsetzung!

    Anmerkung: Diese Fortsetzung funktioniert natürlich nur, wenn man vom vorhergegangenen Kapitel den letzten Teil wegnimmt, in der Trip herausfindet, wie die beiden Frauen an Bord des Shuttles gekommen sind.

    Wiedersehen mit ungeahnten Folgen


    Es war dunkel und kalt. Ein grünes Licht flackerte auf und erhellte kurz den Raum ehe MrsLegolas und Hesaki daraus traten.

    „Und wo sind wir jetzt?“ MrsLegolas konnte in der Dunkelheit nichts erkennen.

    „Keine Ahnung.“ Auch Hesaki wußte nicht weiter.

    „Hallo, Ist das jemand. Wir brachen hier Hilfe!“

    Hesaki kam die Stimme sehr bekannt vor, jedoch konnte sie momentan nicht zuordnen.

    „Wer das wohl ist?“ fragte MrsLegolas.
    „Laß es uns herausfinden.“ meinte Hesaki und trat einen Schritt nach vorne. Sie stolperte dabei fast. Direkt vor ihr war eine Treppe. Von weiter unten schien ein kleiner Lichtstrahl zu kommen.
    „Oh verdammt. Wir brauchen mehr Licht!“ sagte Hesaki.
    MrsLegolas suchte nach einem Schalter, fand einen, betätigte ihn und das Licht sprang an.

    „Hallo, hier!“ Es war eine andere Stimme, ebenfalls bekannt.

    Die beiden Damen, diesmal auch ihre eigene Kleidung wieder tragend, liefen langsam die enge Treppe hinunter. Hier roch es irgendwie komisch.

    Unten angekommen sahen sie Regale voller Flaschen und verschlossene Kisten.
    „Wir sollten vorsichtig sein. Vielleicht ist es eine Falle.“ warnte MrsLegolas.
    Hesaki nickte und lief langsam nach rechts, an einem der Regale vorbei. MrsLegolas folgte ihr. Dann, als sie das Ende des Regals erreicht hatte, sahen sie die Personen zu den bekannten Stimmen.

    Es kam wie es kommen mußte.
    Hesaki blieb voller Entsetzen und Überraschung stehen und konnte sich nicht bewegen, während MrsLegolas in schallendes Gelächter ausbrach.

    Auf dem Boden saßen zwei Herren, nur bekleidet mit Unterhose und Unterhemd, beides in blau und waren festgebunden.
    Es handelte sich dabei nicht um irgendwelche Herren, sondern um Charles ‚Trip‘ Tucker III und Malcolm ‚Stinky‘ Reed, jene zwei, die sie vor kurzem einen Besuch im Shuttle abgestattet hatten.

    „Was stehen Sie hier so rum?“ Trip schien wütend zu werden. Offensichtlich hatte er die beiden nicht erkannt.

    „Tschuldigung.“ sagte MrsLegolas. „Aber ich kann nicht anders.“ Sie lachte immer noch. „Das hier ist einfach zu köstlich.“ Sie blicke kurz zu den Regalen. „Das gibt meinem Satz ja ganz neue Dimension. 100, 500 plus zwei Flaschen auf einem Bild?“ Sie johlte los.

    „Ich muß mich entschuldigen“, sagte Hesaki. „Sie kann gar nicht anders.“

    Trip blickte zu ihr. Schaute sie genauer an.
    „Hesaki?“ Es kam überrascht.

    Hesaki nickte mit einem Lächeln. „Ich hätte nicht geglaubt, dich so schnell wieder zu sehen.“
    „Ich hätte nicht damit gerechnet, dich je wieder zu sehen.“ entgegnete Trip.
    „Wie lange?“ fragte Hesaki, für die es nicht mal eine Woche war.
    „Drei Monate.“ Er machte Anstalten aufzustehen, schaffte es aber aufgrund seiner Fesseln nicht.
    „Könntest du mir bitte etwas zur Hand gehe, ich bin leider kein Houdini.“

    Hesaki lief zu Trip und ging in die Hocke.
    „Ich würde nichts lieber als das, aber wer sagt mir, daß du dann nicht einfach davon rennst und mich hier wie bestellt und nicht abgeholt, zurückläßt?“

    „Das tut er bestimmt nicht.“ Schaltete sich Malcolm ein. „Selbst wenn Sie es mir nicht glauben, aber wenn es keiner mitbekam, hat er ständig von Ihnen gesprochen.“

    „Er übertreibt maßlos.“ Flüsterte Trip Hesaki zu. „Aber ich habe mehr als einmal an dich denken dürfen.“

    Hesaki wurde rot. „Man du verstehst es eine Frau verlegen zu machen.“

    Trip lächelte. „Das war eigentlich nicht das, was ich erreichen wollte. Es sollte einfach nur ein Kompliment sein und nachdem, was da Unglaubliches im Shuttle passiert war, konnte ich dich einfach nicht vergessen.“

    Hesaki lächelte und beugte sich näher an Trip heran. „Dabei weiß ich aber, daß du dich bis vor ein paar Stunden noch von deinen Hormonen hast leiten lassen, bis, na ja, das lassen wir lieber.“

    Trip wurde etwas rot. „Woher weißt du das alles?“
    „Ich bin eine gute Beobachterin.“ Entgegnete ihm Hesaki mit einem Grinsen. „Und dich zu beobachten macht besonders Spaß.“

    „Gott, euer Geflirte-Geflüster ist ja nicht zum Aushalten.“ MrsLegolas schüttelte den Kopf. „Könnt ihr nicht hinter ein Regal verschwinden?“

    Trip blickte zu ihr mit einem ernsten Gesicht. „Würde ich ja, wenn ich könnte, aber ich fürchte mir sind die Hände gebunden.“ Der Sarkasmus in seiner Stimme war nicht zu überhören.

    Hesaki schenkte MrsLegolas einen bösen Blick und mache sich dann daran, Trips Hände zu befreien. Die Knoten waren fest zugemacht und sie hatte enorme Schwierigkeiten, schaffte es aber dann doch. Sie legte den Strick beiseite. Trip löste den Strick an seinen Füßen.
    „Soll ich dir beim Aufstehen helfen?“
    „Danke, das schaff ich schon.“ Trip war schon auf den Beinen, ehe er diesen Satz zu Ende gesprochen hatte.
    Dann streckte er Hesaki seine Hand entgegen. „Darf ich bitten?“
    Hesaki grinste, nahm sie und verschwand mit Trip hinter einem Regal.

    „Ähem Entschuldigung, würden Sie mir vielleicht auch helfen?“ Malcolm schaute zu MrsLegolas.
    MrsLegolas wollte das eigentlich nicht. Zum einen hatte es Vorteile, wenn ein Mann einer Frau hilflos ausgeliefert war und zum anderen hatten Fesselspiele ja auch etwas für sich.
    „Ich weiß nicht so recht.“ Sagte sie. „Was bekomme ich denn dafür?“
    Malcolm schaute MrsLegolas entsetzt an. „Wie bitte?“
    MrsLegoals lies ihre Wimpern klimpern und zeigte Malcolm ihre spitzen Ohren.
    „Ich weiß doch, daß sie auf spitze Ohren stehen?“ Sie beugte sich über Malcolm und mahte sich daran, seine Fesseln zu lösen.
    Sie versuchte es, was sich aber als äußerst schwer herausstellte. Dann verlagerte sie ihr Gewicht absichtlich falsch und beide kippten nach hinten.

    Inzwischen hatten Trip und Hesaki das hinterste Regal erreicht, hinter welchem sie völlig unbeobachtet waren.
    „Sag mal ist dir nicht kalt?“ fragte Hesaki.
    Trip schüttelte den Kopf. „Ganz im Gegenteil.“
    Hesaki wurde daraufhin wieder etwas rot. Sie lehnte gegen einen Pfeiler, zwischen denen die Regale angebracht waren.
    „Weißt du Charles.“ „Trip! Nenn mich Trip.“ unterbrach er sie.
    Hesaki lächelte ihn an. „Nein, so nennt dich doch jeder. Ich will dich lieber, hm, sagen wir Charlie nennen.“
    „So hat mich meine Mutter immer genannt.“
    „Oh.“ Hesaki verzog den Mund. „Ich will natürlich nicht, daß du deine Mutter in mir siehst.“
    Trip schüttelte den Kopf. „Nein, denn wenn du es sagst, klingt es ganz anders. Viel schöner.“
    „Okay, Charlie.“ Hesaki betonte den Namen besonders.
    Trip lächelte und kam Hesaki näher.
    „Was hast du vor?“ Hesaki war etwas verunsichert.
    „Dich küssen, was sonst?“
    „Ich weiß nicht –“ begann Hesaki, doch weiter kam sie nicht, denn Trip hatte die Initiative ergriffen und seinen Mund auf den ihren gelegt.

    MrsLegolas lag praktisch auf Malcolm und sah ihm direkt ins Gesicht. Sie schwiegen sich beide einige Sekunden an, ehe Malcolm das Schweigen brach.
    „Würden Sie freundlicherweise von mir runter gehen.“
    „Sind Sie sicher? MrsLegolas lächelte und schaute Malcolm direkt in die Augen.
    „Ja, der Boden ist nämlich ziemlich hart.“
    „Oh wir wollen natürlich nicht, daß sie sich ihen süßen Hintern abfrieren.“ MrsLegolas rollte beiseite und lies Malcolm aufsitzen. Dann erbarmte sie sich und nahm ihm die Stricke an den Händen ab. Sofort machte sich Malcolm daran, seine Füße zu befreien.
    Eine bedrückende Stille trat ein, die MrsLegolas durchbrach. „Was die wohl da hinten machen?“
    „Reden, nehme ich an.“ Kommentierte Malcolm.
    „Wahrscheinlich.“ Nur, daß MrsLegolas das nicht wirklich glaubte.

    Hesaki wußte nicht, ob das so eine gute Idee war. Ihr Kopf sagte ihr, daß sie das nicht zulassen sollte. Es würde nur die ganze Situation, die sie das letzte Mal schon angerichtet hatte, nur noch weiter komplizieren. Ihr Herz dagegen brachte ihr ein eindeutiges Ja entgegen.
    Sie war ihn ihrem alten Dilemma. Der Fluch des Sternzeichen Waage, sich nie entscheiden zu können lag seit Jahren auf ihr und das hier war wieder so eine Situation. Was also sollte sie tun. Auf ihren Kopf oder auf ihr Herz hören?
    Sie dachte zwar nur eine Sekunde darüber nach, aber das schien eine Ewigkeit zu sein. Der Rat ihrer Freundin fiel ihr ein. Sie hatte zu ihr gesagt, sie solle anfangen mehr auf ihr Herz zu hören. War dies der richtige Zeitpunkt dafür?
    Ja.
    Hesaki entschied sich dafür und begann den Kuß von Trip zu erwidern. Sie nahm ihre Arme hoch und schlang sie um seine Taille, zog ihn so näher zu sich heran.
    Trip reagierte darauf. Auch er schlang seine Arme um Hesaki und begann sie leidenschaftlicher zu küssen.

    „Ich muß sagen, als Colonel Brandon in Sinn und Sinnlichkeit zeigte sich Rickman doch schon mal von einer anderen Seite.“ Erklärte Malcolm. MrsLegolas und er hatten es geschafft, sich auf einer neutralen Ebene zu unterhalten, die beiden zusagte – britische Schauspieler.
    „Nur leider konnte ich nie verkraften, daß er tatsächlich diese olle Winslet am Schluß geheiratet hat.“ MrsLegolas schüttelte den Kopf.
    „Hätten sie das anders gemacht, wäre es keine Literaturverfilmung mehr geworden.“ meinte Malcolm.
    „Wohl wahr.“ MrsLegolas blickte zu den Regalen. „Die beiden sind aber schon verdammt lange da hinten.“
    „Ja, da haben Sie recht. Ich frage mich, über was die wohl die ganze Zeit reden?“
    Wohl eher über was sie nicht reden, dachte sich MrsLegolas und es schüttelte sie bei dem Gedanken, was da hinten, irgendwo zwischen zwei Regalen vor sich ging.

    Hesaki wurde bewußt, daß sie, der absolute Gegner der One-night-stands, gerade dabei war, einen zu erleben. Aber war der absolute Wahnsinn. Und noch konnte sie nicht mal sagen, ob es denn bei diesem einen Mal bleiben würde. Das würde die Zukunft zeigen.
    Hesaki bedauerte nicht, daß sie nun auf ihr Herz gehört hatte und genoß es regelrecht, was Trip und sie gerate taten. Sie hatten sich voller wilder Leidenschaft geküßt, und dabei war es nicht geblieben.
    Hesaki lag auf ihren Kleidern, die als Unterlage den harten Boden etwas angenehmer gestalteten. Doch davon bekam sie gar nichts mit. Ihre Gedanken waren völlig bei Trip und dem, was gerade vor sich ging.

    „Wissen Sie, ich danke Ihnen, ich habe mich schon gefragt, wie wir hier sonst freikommen sollen.“ Malcolm rieb sich die Hände. Leichte Druckstellen zeichneten sich an seinen Handgelenken ab.
    MrsLegolas lächelte. Doch ihr Lächeln verschwand gleich wieder.
    Bei Salazar, sie hätte ihn nicht entfesseln dürfen.

    „Sag mal, Hesaki ist aber nicht dein richtiger Name, oder?“
    Hesaki strich sich ihr T-Shirt glatt, welches sie gerade angezogen hatte und lächelte Trip an. „Wie kommst du darauf?“
    „Er klingt so asiatisch und du bist doch definitiv eine Europäerin.“
    „Ja, aber wie hast du das bemerkt?“ Hesaki zog den Reißverschluß ihrer Stiefel nach oben und versuchte aufzustehen. Trip half ihr dabei.
    „Das merke ich an deiner Aussprache. Kein Amerikaner hätte so einen Dialekt drauf. Und außerdem siehst du aus wie eine Europäerin.“
    Hesaki lachte. „Ja du hast Recht. Ich bin Deutsche und heiße nicht wirklich Hesaki.“
    „Sondern?“ Trip strich ihr eine Strähne ihres Haares aus dem Gesicht.
    Hesaki schwieg und schaute zu Boden.
    Trip griff nach ihrem Kinn und hob ihren Kopf an, so daß sie gezwungen war ihn anzusehen.
    „Komm schon. Ich habe das Gefühl, du weißt fast alles über mich, aber ich so gut wie nichts über dich.“
    Damit hatte Trip nicht ganz unrecht, nein eigentlich hatte er völlig recht.
    Allerdings gab es da etwas, was sie von ihm wissen wollte. Schon sehr lange quälte sie die Frage nach dem, was wirklich in der Dekontaminationskammer mit dem kleinen Trip passiert war. Hesaki war aber klug genug, diese Frage (noch) nicht zu stellen.
    Was aber sollte sie ihm von sich erzählen? Was durfte sie ihm sagen? Auf jeden Fall nicht zu viel.
    „Okay, du willst was über mich wissen.“
    „Das du Europäerin bist, weiß ich ja mittlerweile schon.“ Trip grinste.
    „Immerhin etwas.“ Hesaki schlang die Arme um seine Hals und zog ihn näher zu sich heran. Trip hingegen legte seine Hände auf ihre Taille.
    „Also, ich bin genau genommen Deutsche und bin wie du Südstaatler.“
    „Bayern?“ kam es von Trip ganz automatisch.
    Hesaki versetzte ihm mit ihrer Hand einen Schlag auf den Rücken. „Baden-Württemberg.“
    „Ah ja.“ Kam es von Trip. Offensichtlich verbanden selbst jetzt in der Zukunft alle Amerikaner nur Bayern mit Deutschland.
    „Dann verrate ich dir noch, daß ich über 21 bin.“
    „Deinen Namen. Bitte.“ Flehte Trip. Er gab nicht auf. Er sah sie mit einem Hundeblick an. Wie konnte sie dem widerstehen?
    Hesaki reckte sich und flüsterte Trip ihren richtigen Namen ins Ohr.
    „Ah ja. Der klingt wirklich deutsch.“
    „Sag ich doch. Hänge ihn aber bitte nicht an die große Glocke, ja?“
    Trip lächelte. „Versprochen!“ Er drückte ihr einen Kuß auf den Mund.
    Währenddessen drang ein Geräusch in beider Ohren, daß klang, als wäre jemand geschlagen worden.
    „Was?“ Trip lies Hesaki augenblicklich los und rannte nach vorne. Hesaki folgte ihm, lief aber langsamer.

    „Großer Gott, was haben Sie mit ihm gemacht?“ Trip blickte abwechselnd zu MrsLegolas und Maclolm, der bewußtlos auf dem Boden lag.
    „Das selbe, was ich mit Ihnen machen werde.“ Sagte MrsLegolas und ehe Trip reagieren konnte, spürte er einen Schlag und verlor das Bewußtsein. Er bekam nicht mehr mit, wie er auf dem Boden aufschlug.

    „Was sollte das denn? Ist das die Rache für Titanic und Fis?“ Hesaki war wütend und kniete sich zu Trip. Sie fühlte seinen Puls. Er lebte noch.
    „Nein, natürlich nicht, aber-“
    „Was schlägst du die denn zusammen? Was haben die dir getan?“
    „Laß mich erst mal ausreden!“ MrsLegolas hatte ihre Stimme gehoben und schrie fast.
    Hesaki fuhr kurz zusammen,
    Mit normaler Stimme fuhr MrsLegolas fort. „Ich habe mich mit Malcolm unterhalten. Sehr nett, über belanglose Dinge. Dann hat er angefangen sich bei mir fürs Freilassen zu bedanken. Er meinte, er hätte nicht gewußt, wie er sich sonst hätte befreien sollen.“
    „Ja und?“
    „Verdammt, fällt es dir denn nicht ein? Du müßtest es eigentlich besser wissen als ich.“
    Hesaki schluckte. „Oh.“
    „Genau, sie werden sich mit einer zerbrochenen Flasche befreien. Also hilfst du mir jetzt?“ MrsLegolas war dabei Malcolm die Hände und Füße zu fesseln.
    Es war wohl nötig.
    Hesaki nahm sich den Strick und band Trips Hände hinter seinem Rücken zusammen. Dann seine Füße.
    „Tut mir leid Charlie.“ Sagte sie dabei.
    „Charlie?“ MrsLegolas riß die Augen auf. „Du nennst ihn Charlie?“
    Hesaki zuckte mit den Schultern. „Meine Sache.“ Sie verknotete die Stricke noch einmal. Jetzt waren sie wieder richtig fest.

    MrsLegolas hatte aus gleich nach ihr vollendet und stand auf. „Gut, dann können wir gehen.“
    „Nichts da!“ sagte Hesaki. „Ich verlasse Charlie nicht, ohne mich zu verabschieden. Das hat er nicht verdient.“
    MrsLegolas schüttelte den Kopf.
    Hesaki stand auf und lief zu einem Regal. Dort nahm sie eine Flasche heraus und stellte sie in Trips Reichweite.
    „Was wird das jetzt? Drei Flaschen auf einem Bild ™ hatten wir doch schon?“
    „He, um sich mit einer kaputten Flasche befreien zu können, muß er auch an eine herankommen.“
    MrsLegolas hob die Augenbrauen. „Hast recht. Und was wollen wir jetzt machen?“
    „Warten bis sie aufwachen!“ sagte Hesaki und setzte sich auf eine Kiste.

    Fünf Minuten saßen die beiden Frauen das und schwiegen. Jeder wartete darauf, daß die Herren aufwachten.
    „Sag mal, was habt ihr eigentlich die ganze Zeit da hinten gemacht?“ fragte MrsLegolas plötzlich.
    „Geredet.“ antwortete Hesaki trocken und wurde dabei leicht rot.
    MrsLegolas wußte es besser, dachte sich ihren Teil.

    Weitere fünf Minuten vergingen, ehe sich Malcolm zu bewegen begann.
    „Au, warum haben Sie mich geschlagen?“ Seine Stimme klang nicht mehr freundlich.
    „Ich hatte meine Gründe.“ Sagte MrsLegolas tonlos.
    Jetzt begann auch Trip sich zu bewegen. Hesaki eilte sofort zu ihm.
    „Alles in Ordnung mit dir?“ fragte sie besorgt.
    „Ja. Aber deine Freundin hat einen starken Schlag drauf.“ Er versuchte seine Arme zu bewegen und stellt fest, daß er gefesselt war.
    „Was soll das? Mach mich bitte sofort wieder los.“
    „Ich kann nicht.“ Hesaki blickte ihn traurig an. „Ich habe meine Gründe und hoffe, du vertraust mir.“
    Trip nickte. Er tat es. Er wußte nicht wieso, aber er wußte, daß er es konnte.
    „Können wir jetzt gehen?“ fragte MrsLegolas.
    Hesaki nickte.
    „Sehen wir uns wieder?“ Trip klang voller Hoffnung.
    „Mit Sicherheit.“ Sagte Hesaki. „Ich kann dir nur noch nicht sagen, wann, aber versprich mir eines. Lebe deine Leben normal weiter. Mach es nicht von mir abhängig.“
    Trip nickte. Er wußte nicht, ob er es schaffen würde, denn dazu bedeutete sie ihm schon viel zu viel. Aber er würde es versuchen. Vergessen würde er sie aber niemals.
    „Ich werde das hier nie vergessen“ sagte Hesaki.
    Dann beugte sie sich zu Trip hinunter und gab ihm einen langen Kuß.
    „So sagt man in Baden-Württemberg auf Wiedersehen.“
    Sie erhob sich und lief ein paar Schritte zurück und setzte Trips Baseballcap mit einem Lächeln auf. Trip erwiderte ihr Lächeln.
    MrsLegolas trat zu Trip hin. „Und ich werde Ihnen jetzt zeigen, wie man bei den Halbelben auf Wiedersehen sagt.“ Sie knallte Trip eine mit ihrer flachen Hand.

    „Wofür war das jetzt?“ fragte Hesaki, als MrsLegolas bei ihr angekommen war.
    „Dafür, daß du jetzt vielleicht Tripper hast.“
    „Langsam wird der Witz aber alt.“ Sagte Hesaki und winkte Trip ein letztes Mal zu. Sie hoffte, daß die Zeit bis zum nächsten Treffen schnell vorbei gehen würde.
    Dann erfaßte sie das grüne Licht und sie verschwanden.

    „Also die baden-württembergische Art gefällt mir besser.“ Sagte Trip, nachdem das Licht verschwunden war.
    „Mir auch.“ Stimmte Malcolm seinem Freund zu.

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