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[FanFic] Cho'nar

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  • [FanFic] Cho'nar

    Hi Leute...n paar Freunde (vonnem aderen Forum) haben mich gebeten, mein Buch mal ins I-Net zu stellen. Naja, es passt ja wohl hier am besten rein...also schreib ich's einfach ma hier hin...immer stückchenweise.
    Als ich angefangen hab, war ich 13, das mag etwas holprigen Anfang erklären...ich hatte später einfach ned mehr die Lust, das ewig zu überarbeiten.
    Also denne: VIEL SPAß BEIM LESEN !



    Prolog


    Die romulanische Traskin befand sich in der Umlaufbahn des sechsten Planeten des Unar-Sonnensystems. Von hier aus würde sie zu ihrem ersten Testflug starten.
    Testanlass war eine neue Energieform: Trilitium, ein sehr instabiler Stoff, der in den Minen einer romulanischen Provinz abgebaut wurde.
    Die Traskin sollte vom Unar-System zur neutralen Zone fliegen und wieder zurück, um die neuen Geräte zu testen. Dabei sollten sie bis zu Warp 12 kommen, was dem Imperium einen starken militärischen Vorteil gegenüber der Föderation und dem Klingonischen Reich einbringen konnte, wenn es funktionierte.
    An Bord herrschte die übliche Aufbruchsstimmung. Die junge Kommunikationsoffizierin betrachte das Bild allgemeiner Hektik und hob eine Braue. Sie war verwundert, denn sie selbst spürte diese Aufregung nicht. Dabei war es ihr erster Flug auf einem Schiff der Warbirdklasse. Sie müsste eigentlich vor Aufregung kaum denken können. Sie spürte gar nichts. Oder doch? War dieses Kribbeln in ihrem Bauch Hunger oder die vermisste Aufregung? Sie hatte jedoch keine Zeit, um darüber nachzudenken.
    Der Commander sah sie von der Seite her an und sagte: ,,Bitten Sie die Zentrale um die Abdockerlaubnis.“
    ,,Jawohl, Sir.“
    Sie sprach kurz mit dem Hauptquartier des Planeten und teilte ihrem Vorgesetzten dann mit, dass die Erlaubnis erteilt worden war.
    Zufrieden lehnte Commander Noras sich zurück und rief: ,,Schauen wir mal, was das Triebwerk so drauf hat. Halbe Kraft voraus, Steuermann!“
    ,,Jawohl, Commander.“
    Die Traskin glitt lautlos in den Weltraum. Nun lagen die unendlichen Weiten und Schönheiten des Alls vor ihr. Die Kommunikationsoffizierin war überwältigt. Jetzt spürte sie es ganz deutlich. Das anfängliche Kribbeln hatte sich über ein Krabbeln zu einem fast schmerzhaften Stechen entwickelt. Das waren sie also, die unendlichen Weiten von denen ihr Großvater früher oft erzählt hatte. Kurz bevor er nach Remus ging, hatte er gesagt, dass es ihn freuen würde, wenn einer der Familie (und dabei hatte er sie angesehen) zur Flotte gehen würde.
    Sie wurde unsanft aus ihrer Träumerei herausgerissen. ,,Nachricht an das Hauptquartier: Wir haben Probleme mit dem Trilitium. Es bricht in sich zusammen. Wir können es nicht stabilisieren-“
    Die Traskin ging in einem roten Feuerwerk aus Explosionen unter.
    Es blieb nichts übrig.
    Nichts, außer Stille.
    Nichts, außer einer Rettungskapsel, die etwas abseits trieb. Sie war beschädigt, aber nicht lebensbedrohlich.
    -> Logische Träume <-
    \V/ Tai nasha no karosha!
    KEEP ON TREKKING!!!!!!

  • #2
    1. Kapitel


    Jim Kirk hörte die Stimme des Weckcomputers. ,,0900 Uhr...Weckzeit, Captain Kirk. 0900 Uhr...Weckzeit, Captain Kirk. 090-“
    ,,Ja, ist gut! Computer aus!“
    Kirk wälzte sich auf seiner Liege herum. Dann sprang er auf, bereute dies aber sofort und ließ sich zurück auf sein Bett fallen. Er hätte Pille und Scotty gestern Abend etwas früher verlassen sollen. Diese Kopfschmerzen! Vielleicht waren sie von dem sauranischen Brandy oder von Scottys Whisky. Der Schotte hatte ihn selbst gebrannt und wie alles, was Scotty selbst brannte, war er sehr stark. Zu stark vielleicht?
    Jim wälzte sich noch ein bisschen hin und her, dann stand er auf und ging unter die Dusche. Das Wasser tat ihm gut. Er fühlte, wie seine Kopfschmerzen langsam wichen und war gleich etwas munterer. Gemütlich zog er sich an. Es war sehr angenehm, endlich einmal Zeit für solche einfachen Dinge zu haben.

    Die Enterprise machte nach ihrer zweimonatigen Umrüstung die ersten Testflüge in der Nähe der neutralen Zone. Sie sollten ihre Feinde im Auge behalten, während sie ihre Systeme ausprobierten. Unglücklicherweise erwies sich dieser Auftrag als extrem langweilig.
    McCoy gab dem Captain den Rat seine Crew ein wenig herumzuscheuchen, welchen dieser gerne befolgte. Auf dem Weg zur Brücke überlegte Jim, wen er heute in die Mangel nehmen sollte. Gestern hatte er Chekov und Scotty mit Wendemanövern, Kursänderungen und Geschwindigkeitssprüngen auf Trab gehalten. Scotty hätte ihn danach wahrscheinlich am liebsten umgebracht. Er stand immer voll und ganz hinter seinem Captain, aber wenn es um seine Maschinen und deren Überbelastung ging, verstand der Schotte keinen Spaß. Leider sah er in fast allem eine Überbelastung seiner Lieblinge. Wahrscheinlich war der selbstgebrannte Whisky die Rache dafür.
    Vorgestern hatte er von Spock einen detaillierten Bericht über diesen Sektor und seine Besonderheiten verlangt. Er bereute dies bald, denn der Vulkanier hatte es tatsächlich geschafft, drei geschlagene Stunden über den am nächsten liegenden Sternhaufen zu reden. Zwischendurch war McCoy mit einem breiten Grinsen auf die Brücke gekommen. Für einen kurzen Augenblick hatte Kirk geglaubt, Pille hätte sich etwas ausgedacht, um ihn von dieser verdammten Brücke herunterzuholen. Aber McCoy hatte nur allen Mitgliedern der Brückenbesatzung Ohrenstöpsel angeboten, welche diese nur zu gerne angenommen hätten.
    Jim hatte sie schief angegrinst. Tut mir leid Leute, aber ihr wisst genau, dass ich das nicht zulassen kann.
    Spocks Reaktion auf die Situation war ein kurzes Unterbrechen seines Berichts und skeptisches Augenbrauenheben gewesen.
    Eigentlich fehlte jetzt nur noch Sulu und für den hatte er etwas ganz besonderes auf Lager. Grinsend und überaus zufrieden mit sich selbst und seiner grandiosen Idee ging er weiter durch die Flure der Enterprise.
    Nachdem Kirk auf der Brücke angekommen war und sich in seinen Sessel (den Spock ihm selbstverständlich sofort freigemachte) gesetzt hatte, drückte er auf einen Knopf und verlangte seinen Chefingenieur Montgomery Scott.
    ,,Aye Captain?“ dröhnte der tiefe Bass des Schotten aus dem Interkom.
    ,,Scotty, haben wir noch ein paar von den aufblasbaren Raumschiffen?“
    Erstaunt wechselten Sulu und Chekov einen Blick.
    ,,Aufblasbare Raumschiffe?! Hoffentlich muss ich keinen Kurs um sie herum berechnen!“ flüsterte Pavel ganz entsetzt.
    ,,Nein, nein, du warst gestern dran. Wahrscheinlich ist es etwas für mich." mutmaßte Sulu.
    Während dieses Gespräches hatten sich Kirk und Scott auf drei Sternenschiffe geeinigt. Die zusammengefalteten Hüllen wurden in die Torpedokanäle gelegt und zum Abschuss vorbereitet. Wie immer überwachte Scotty diese Maßnahmen selbst, denn fast nichts war schlimmer als verstopfte Torpedokanäle. Sie waren einfach zu schwer zu reinigen.
    Auf der Brücke gab Kirk den Feuerbefehl. Sulu justierte seine Geräte und schoss.
    Sekunden später konnten Captain, Steuermann und der Rest der Brückenbesatzung beobachten, wie sich die Raumschiffe entfalteten.
    Es war ein Anblick, der Kirk dazu veranlasste eine Grimasse zu schneiden. Uhura blickte weg, Sulu starrte entsetzt auf den Bildschirm und Chekov lachte leise.
    Vor ihren Augen waren fast realitätsgetreue Abbildungen der Enterprise zu sehen. Fast, denn sie hatten einen Fehler: Sie waren rosa! Spock hob eine Augenbraue. ,,Faszinierend.“, sagte er und schüttelte den Kopf. Diese Menschen dachten sich doch immer wieder etwas Neues aus. Und mit jedem Mal wurde es unlogischer.
    McCoy, der gerade die Brücke betreten hatte, war da ausnahmsweise einmal Spocks Meinung. ,,Verdammt! Ich hätte Schutzbrillen mitbringen sollen! Was sind das für hässliche Dinger, Jim?“
    ,,Das sind die Übungsraumschiffe der Föderation, Pille. Wir hatten diese hier noch vom letzten Mal übrig.“
    ,,Was wollt ihr damit üben? Vielleicht: Wie bringe ich meine Feinde dazu zu verschwinden, ohne meine Waffen zu benutzen?“
    ,,Ein außerordentlich faszinierender Vorschlag, Doktor. Ich werde ihn bei Gelegenheit überdenken.“
    Schwang da etwa Begeisterung in der Stimme des Vulkaniers mit?
    Kirk, der ein Streitgespräch zwischen seinen beiden Freunden verhindern wollte, sagte schnell: ,,Mr. Sulu wird auf die Schiffe schießen, während Mr. Chekov Ausweichmanöver durchführt.“
    ,,Ich will Sie nachher nicht mit einem akuten Sehfehler auf der Krankenstation sehen, ist das klar, Hikaru?“
    ,,Aye ,aye Doktor.“
    In de Zwischenzeit war Kirk noch etwas eingefallen. ,,Mr. Chekov, bevor Sulu auf die Schiffe schießt, sollten Sie einen Kurs um sie herum berechnen. Mr. Sulu, Sie dürfen nach eigenem Ermessen feuern.“
    Seine Befehle wurden mit einem ,,Aye“ von Sulu und einem gemurmelten ,,Verdammt“ von Chekov beantwortet.
    Jim drehte sich um. Er wollte etwas mit McCoy besprechen, aber als er dessen grinsendes Gesicht sah, wurde er misstrauisch. ,,Was ist, Pille? Warum guckst
    du so?“
    ,,Ich gucke so, weil mir eben ein genialer Gedanke gekommen ist, Jim.(Spock hob interessiert eine Braue.) Du hast doch jetzt nichts zu tun, Jim, oder?“
    ,,Nein, Pille. Zur Zeit nicht.“
    ,,Sehr gut. Das heißt, dass du jetzt mit mir auf die Krankenstation gehen wirst, damit ich dich untersuchen kann.“
    Spock ließ seine Augenbraue enttäuscht fallen. McCoy war wirklich der menschlichste Mensch, der ihm je begegnet war. So unvernünftig und unlogisch, dass es ihm, als Vulkanier fast weh tat. Das zuzugeben wäre natürlich ein Zugeben von Gefühlen gewesen und so hüllte sich der Wissenschaftsoffizier in Schweigen.
    Noch bevor Kirk protestieren konnte, hatte McCoy ihn beim Arm genommen und zum Turbolift geführt...
    In der Krankenstation angekommen, musste sich der Captain einigen Belastungstests unterziehen. McCoy war mit dem, was er sah, eigentlich zufrieden, aber er konnte es sich nicht verkneifen, seinen Freund ein bisschen zu ärgern.
    ,,Na, Jim. Du warst auch schon mal besser in Form. Man könnte meinen, jetzt wo du kaum etwas zu tun hast, kümmerst du dich etwas mehr um deine körperliche Verfassung. Ich verordne dir fünf Extrastunden in der Turnhalle.“
    ,,Pille, du weißt genau, dass ein Captain niemals nichts zu tun ha-...“
    Er brach ab, als er McCoys Gesicht sah. ,,Musst du mir immer so einen Schreck einjagen? Du sagst doch andauernd, dass ich mich nicht so aufregen soll. Ich muss sagen, dass du nicht sehr zu meiner Entspannung beiträgst!“
    ,,Schon gut, Jim. Ich werde jetzt noch einen Psychotest durchführen. Mal sehen, ob sich etwas veränd-...“
    ,,Captain Kirk bitte auf die Brücke! Captain Kirk bitte auf die Brücke!“
    ,,Tja, Pille. Tut mir wirklich leid. Wir holen das später nach, okay?“
    ,,Ja, ja Jim. Ich weiß nicht, wie du es schaffst, immer um den letzten Teil des Tests herumzukommen. Irgendwann krieg’ ich dich noch!“
    Als Kirk zur Tür hinaus war, ging McCoy in sein Büro, setzte sich in einen Sessel und grübelte vor sich hin. Dann hellte sich sein Gesicht auf und er rief: ,,Das ist es! Das nächste Mal mache ich den Psychotest zuerst und ich klebe Uhura den Mund zu!“
    Währenddessen war Jim schon auf der Brücke angekommen. Es war still. Man hörte nichts, außer die Stimme der Kommunikationsoffizierin, die ein Objekt rief, das anscheinend nicht antwortete.
    ,,Bericht!“ forderte der Captain und sah Spock an.
    ,,Als Mr. Sulu das erste der Raumschiffe abschoss, entdeckte Mr. Chekov eine Rettungskapsel. Sie ist leicht beschädigt, aber das waren nicht wir. Ich habe ein Lebenszeichen geortet. Es ist schwach, aber trotzdem regelmäßig genug, um jeden Irrtum auszuschließen.“ (Irrtum! Als ob er, ein Vulkanier, sich irren könnte.)
    ,,Mr. Chekov, übermitteln Sie dem Transporterraum die Koordinaten des Lebenszeichens. Uhura, sagen Sie Dr. McCoy, dass er so schnell wie möglich dorthin kommen soll. Es handelt sich um einen Notfall. Schildern sie ihm die Umstände. Hm...Mr. Spock, Sie kommen mit mir, Mr. Sulu, Sie haben das Kommando.“ Seine Befehle wurden bestätigt und er machte sich mit Spock auf den Weg. Im Turbolift sah er Spocks angespanntes Gesicht. Waren Vulkanier in der Kapsel? Warum war sein erster Offizier so...unruhig? Doch ehe er weiter darüber nachdenken konnte, waren sie angekommen.
    Als sie den Transporterraum betraten, sah Kirk, dass Spock fast ängstlich zur Plattform hinüberspähte. Sekunden später hatte sich der Vulkanier wieder vollkommen unter Kontrolle. Dann rauschte McCoy herein. Er hatte immer noch ein wenig schlechte Laune, aber als er auf die Plattform sah, vergaß er diese augenblicklich. Er betrachtete seinen Patienten und richtete einen Trikorder auf ihn. Kirk trat näher und sah dem Arzt über die Schulter. Auf der Plattform lag eine junge Romulanerin mit schulterlangen schwarzen Locken. Sie hatte einen schmalen Mund und eine sehr unromulanische Stupsnase.
    ,,Jim, sie ist schwer verletzt. Ich muss sie sofort operieren. Sie hat einen großen Blutverlust erlitten. Hm...Blutgruppe...naja, ich würde sagen, das romulanische Äquivalent zu Spocks Blutgruppe. Aber davon haben wir nicht genug im Speicher. Spock, würden Sie...?“
    ,,Aber natürlich...Captain?“ Spock sah seinen Freund und Vorgesetzten fragend an.
    ,,Okay, Spock. Pille, nach der Operation erwarte ich einen Bericht.“
    McCoy und Spock, der die Verletzte trug, verließen den Raum um zur Krankenstation zu gehen. Trotz der ernsten Situation musste Kirk lächeln. Es passiert selten, dass sie so nebeneinander gehen, ohne ein Sreitgespräch miteinander zu führen. Scotty neben ihm grinste ebenfalls. Wohl aus dem gleichen Grund.
    Auf der Krankenstation bereitete McCoy die Operation vor. Spock lag, an einen Blutspender angeschlossen, auf einer Liege, die Romulanerin auf einer anderen. Ein Teil des vulkanischen Blutes wurde nun in den Körper der Frau geleitet. Leonard machte sich sofort an die Arbeit. Er tat sein Bestes, aber es war schwierig, denn die romulanische Physiologie war der vulkanischen zwar ähnlich, aber doch unterschiedlich genug, um einige Probleme aufkommen zu lasen. Bei vielen Dingen musste er sich einfach auf sein ärztliches Gefühl verlassen.
    Die Operation dauerte mehrere Stunden. McCoy wischte sich den Schweiß von der Stirn, lehnte sich zurück und blickte zu Spock. Der Vulkanier hatte sich in Heiltrance versetzt. Leonard ließ ihn ruhen. Er wusste, dass er sich im Augenblick keine Sorgen um Spock machen musste.
    Der Doktor ging in sein Büro. Dort ließ er sich erschöpft in einen Sessel sinken und schloss die Augen. Es ist verrückt! Da haben Romulaner und Vulkanier schon gemeinsame Vorfahren und sind trotzdem so verschieden. Die Vulkanier haben den Weg der Vernunft, des Friedens und der Emotionslosigkeit eingeschlagen, die Romulaner sind emotionale Krieger, die lieber sterben würden, als sich zu ergeben. Als McCoy seine Augen wieder öffnete, sah er Kirk vor sich in einem Sessel sitzen.
    ,,Verdammt, Jim! Ich hab’ dir schon hundertmal gesagt, du sollst mich nicht immer so erschrecken!“
    ,,Entschuldige, Pille. Nachdem ich drei Stunden lang nichts von dir gehört hatte, ließ ich dich rufen. Du hast dich nicht gemeldet, also bin ich zur Krankenstation gegangen, um nachzusehen, was los ist.“
    ,,Jetzt weißt du’s ja.“, sagte McCoy abgekämpft.
    Als Kirk in das Gesicht seines Freundes sah, grinste er. ,,Ich glaube, ich habe etwas, das dir hilft, Doktor.“ Er ging zu McCoys Medizinschrank und holte eine Flasche sauranischen Brandy heraus. Diese hielt er dem Arzt vor die Nase. ,,Trink das, Pille. Dann geht’s dir besser. Das habe ich von einem Arzt gelernt, der immer genau wusste, was er sagte.“
    McCoy grinste seinen Freund dankbar an.
    Captain und Doktor saßen sich schweigend gegenüber und tranken ihren Brandy. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Dann sah Kirk den Arzt an und fragte: ,,Wird sie durchkommen, Pille?“ Sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran, wen er meinte.
    ,,Verdammt, ich bin Arzt und kein Wahrsager, Jim! Ich weiß es nicht. Ich weiß überhaupt nichts über die Romulaner. Jedenfalls lebt sie noch.“ Er blickte seinen Freund finster an. ,,Jetzt heißt es Abwarten, Jim.“
    Kirk sah McCoy über den Rand seines Glases in die Augen. ,,Ruh’ dich aus, Pille“ , sagte er leise. ,,Christine wird sich bei dir melden, wenn die Romulanerin aufwacht.“
    McCoy überlegte einen Augenblick. ,,Vielleicht hast du recht, Jim...aber ich kann jetzt nicht schlafen. Nicht, solange sie nicht aufgewacht ist. Geh’ zurück auf die Brücke, Captain. Ihr habt noch zwei von den hässlichen rosa Raumschiffen, die ihr abschießen könnt. Tut es, aber wehe ihr findet noch mehr Rettungskapseln. Dann könnt ihr die Insassen selbst operieren und zwar mit eurem Blut, denn Spock verkraftet erstmal nichts mehr.“ Als er Jims erschrockenes Gesicht sah, musste er innerlich lächeln. Man weiß bei ihm immer sofort, was er denkt. Jedenfalls, wenn man einer seiner wenigen guten Freunde ist. Ob Spock ihm das schon mal gesagt hat? ,,Es geht ihm gut, Jim. Geh’ bitte nicht zu ihm. Lass ihn erstmal richtig zu sich kommen. Spock ist fertig. Er ist momentan am Ende seiner Kräfte, auch, wenn er das nie zugeben würde. Ich habe mich in den letzten Wochen ein bisschen mit der vulkanischen Physiologie beschäftigt, damit ich herausfinden kann, wo mich dieser Vulkanier aufs Glatteis führt. Noch mal fall ich nicht auf so etwas, wie seinen Schwächeanfall auf Alpha Centauri IV herein. Hm...ich schick’ ihn zur Brücke, wenn er wieder auf den Beinen ist...“ Der Doktor sah aus, als ob er über ein ernsthaftes Problem nachdenken würde. Plötzlich grinste er von einem Ohr zum anderen. ,,Aber damit ich bestimmen kann, wann das sein wird, werde ich ihn festbinden. Entschuldige mich, Jim. Ich muss nachsehen, ob wir noch ein paar von den reißfesten Bändern haben, auf die die Föderation so stolz ist. Ich wollte sie schon immer mal ausprobieren, habe dich oder Spock aber nie in die Finger bekommen.“
    McCoy verließ das Büro. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Spock aufwacht. Ich muss mich beeilen, sonst krieg’ ich ihn nicht mehr zu fassen und er taumelt durchs Schiff, bereit, mir Ärger zu machen.
    Jim war an Spocks Bett getreten. Er sah das Gesicht seines Freundes. Es war blass. Irgendwie glaubte er, dass der Vulkanier ihn wahrnehmen konnte. Es war so, als blickte Spock seinen Captain an. Als wollte er sagen: Halten Sie McCoy davon ab, mich festzubinden! Bitte, Jim!
    Kopfschüttelnd machte sich der Captain auf den Weg zur Brücke...
    Dort herrschte Alarmzustand. Kirk verlangte einen Statusbericht und er erfuhr, dass sich Romulaner in unmittelbarer Nähe befanden.
    Kaum saß Jim in seinem Sessel, rief Uhura: ,,Captain, wir werden gerufen!“
    ,,Auf den Schirm, Lieutenant.“
    Ein Romulaner im Rang eines Commanders füllte das Blickfeld des Captains aus. Der Commander schien etwas verwirrt zu sein, fasste sich aber kurz darauf wieder, eine Geste, die Kirk an seinen ersten Offizier erinnerte.
    ,,Captain Kirk...ich bin Commander Trilus von der Emanos. Warum schießen Sie in der Nähe der neutralen Zone herum? Auf was schießen Sie eigentlich? Üben Sie, damit Sie unsere Kriegsschwalben besser treffen können? Was-...“
    Weiter kam er nicht, denn Kirk schnitt ihm das Wort ab. ,,Commander Trilus, wir haben lediglich ein paar Schießübungen mit diesen Raumschiffen dort gemacht, um unsere Systeme zu testen. Die Föderation beabsichtigt nicht, das Hoheitsgebiet anzugreifen, da kein Grund vorliegt, etwas derartiges zu tun.“ Einen Moment lang dachte er an McCoys Patientin, entschied dann aber, dem Commander nichts zu sagen. Dieser hatte sich inzwischen die Übungsraumschiffe angesehen und lachte verächtlich: ,,Captain, ich dachte immer, die Föderation hat wenigstens ein bisschen Geschmack. Es war ein Irrtum, wie ich jetzt bemerke. Rosa Raumschiffe! Also wirklich! Die einzigen, die solche Schiffe besitzen, sind die Zyklaner und die hegen keine feindlichen Absichten gegen die Föderation.“ Jim glaubte, den Commander etwas murmeln zu hören. Es klang wie: ,,Leider.“ Da Kirk sich aber nicht ganz sicher war, beschloss er, das Ganze einfach zu übergehen.
    ,,Wie gesagt, Commander Trilus, Diese Raumschiffe sind nur zu Übungszwecken gedacht und müssen daher nicht allzu realistisch sein. Hauptsache die Grundform eines Sternenschiffes kommt einigermaßen zum Vorschein.“ Aber eigentlich hat er Recht. Sie sind unglaublich geschmacklos! Das würde der Captain natürlich niemals vor dem Romulaner zugeben.
    Trilus setzte sich gerade selbstgefällig in seinen Sessel. ,,Wir werden Sie im Auge behalten, Captain. Bei der geringsten kriegerischen Handlung werden wir das Feuer auf Sie eröffnen. Dann werden wir sehen, ob Ihre Schießübungen etwas genützt haben.“ An der Steuerkonsole brummte Sulu etwas vor sich hin. Es klang wie: ,,Worauf er sich gefasst machen kann!“
    Jim seufzte und sagte: ,,Schießen Sie die restlichen Schiffe ab, Mr. Sulu. ( Seine Stimme besaß einen Unterton, den der Steuermann sehr wohl verstand. Er bedeutete: Nur die Übungsschiffe, Sulu! ) Miss Uhura, ich bin im Freizeitraum oder in meinem Quartier, falls mich jemand sprechen will. Mr. Sulu, Sie haben das Kommando.“
    ,,Aye, Sir!“
    Alle gingen wieder an ihre gewohnte Arbeit. Es war, als wären die Romulaner nie dagewesen. Kirk verließ die Brücke und machte sich auf den Weg zum Freizeitraum. Er würde ein bisschen Schach spielen. Das war die perfekte Gelegenheit, ein bisschen zu üben und sich ein paar neue unlogische Strategien auszudenken. Wenn Spock wieder aufwachte, sollte er eine Überraschung erleben. Nach einer langen Durststrecke würde Jim endlich mal wieder gewinnen.
    Inzwischen war im Lazarett die Hölle los. Spock war aufgewacht und steckte mitten in einem Streitgespräch mit McCoy. ,,Nein, Spock! Sie werden nicht aufstehen!“
    ,,Doktor, ich bin voll funktionsfähig. Es ist unlogisch, mich hier festzuhalten. Unlogisch, aber völlig logisch und typisch für Sie.“
    ,,Hören Sie auf, mir zu sagen, was logisch ist und was nicht, Spock! Ich habe meine eigene Logik und ich komme sehr gut mit ihr zurecht! Übrigens, diese Logik ist es auch, die mir sagt, dass Sie noch zu schwach sind, um aufzustehen. Jeder andere Arzt würde das bestätigen. Dieser Tatsache zufolge kann es doch nicht allzu schlimm um meine Logik stehen, oder Spock?“ Der Doktor grinste den Vulkanier an.
    Dieser schlug natürlich sofort zurück. ,,Doktor, ich glaube nicht, dass alle anderen Ärzte ähnlich unlogisch sind wie Sie. Da wir das allerdings im Moment nicht überprüfen können, werde ich Ihnen eine ganz einfache Logik vorlegen.“
    ,,Na da bin ich gespannt.“, brummte der Arzt, bereit, alles zu tun, was er tun musste, um den Vulkanier in seiner Krankenstation festzuhalten.
    ,,Ich bin Vulkanier, Doktor. Das heißt, dass ich in der Lage bin gefährliche Situationen für meinen Körper zu erkennen. Im Moment allerdings bin ich voll funktionsfähig, wie ich Ihnen schon fünfmal in den letzten 10 Minuten sagte. Ich glaube, ich muss nicht wiederholen, dass ich Ihr Handeln als unlogisch empfinde.“
    McCoys Gesicht wurde rot. ,,Sie grünblütiger, spitzohriger Giftzwerg! Ich werde die Krankenstation jetzt verlassen und in genau einer Stunde zurückkehren! Dann bin ich vielleicht so freundlich, Sie gehen zu lassen, Sie Logikmonster!“
    Der Doktor stürmte zur Krankenstation hinaus. Wieder einmal war er sauer auf das ganze Universum. Auf den Vulkanier mit seiner Sturheit, auf die Romulanerin, weil sie noch nicht wach war, auf die Enterprisecrew, weil sie nie etwas Besseres zu tun hatte, als sich durch ihre Unvorsichtigkeit kleine, unnötige Verletzungen zuzuziehen, auf alle Sternenschiffe, weil sie immer im unpassendsten Augenblick zu Ende waren und man vor nichts flüchten konnte und auf Jim Kirk, weil er sich nie untersuchen ließ!
    Er trat in den Turbolift und sah in ein Gesicht, dass ihn fragend anblickte. ,,Pille, warum bist du nicht...ah, ich weiß! Spock ist wach geworden und wollte wieder auf die Brücke.“
    ,,Ja, Jim. Ich danke allen Raumgeistern, dass ich auf die Idee gekommen bin, ihn festzubinden. Jetzt hab’ ich Ruhe vor ihm, sobald ich die Krankenstation verlasse.“
    ,,Falsch, Doktor.“, unterbrach ihn die kühle Stimme des Vulkaniers. Hätte McCoy Spocks Augen gesehen, so hätte er das Glitzern erkannt. Bei Vulkaniern waren Gefühlsschwankungen nur sehr selten auszumachen. Wenn überhaupt, dann verrieten sie sich durch das Glitzern ihrer Augen.

    Aber auch wenn McCoy jene Augen nicht sah, regte er sich fürchterlich auf.
    ,,Wie können Sie es wagen, sich meinen ärztlichen Anweisungen zu widersetzen, Sie grünblütiger, spitzohriger-...“
    Wieder durfte er nicht ausreden. ,,Ich wagte es, weil ich, wie ich Ihnen schon sagte, voll funktionsfähig bin. Es erschien mir als unlogisch, weiterhin auf der Krankenstation zu bleiben. Eigentlich wollte ich dem Captain-...“
    Pille schlug zurück. Diesmal durfte der Vulkanier nicht ausreden.
    ,,...Hundesohn! Es ist mir egal, was Sie eigentlich wollten! Sie werden sich wieder zur Krankenstation begeben.“
    Der Doktor hielt inne und überlegte kurz, ob er den Vulkanier noch mal beleidigen sollte. Er entschied sich dagegen. Nicht, dass es ihm an Schimpfwörtern gefehlt hätte (McCoy konnte da sehr kreativ sein), aber er hatte noch eine wichtige Frage. ,,Wie sind Sie eigentlich aus dem Lazarett entkommen?“
    Als Spock nicht antwortete, wurde der Arzt unruhig. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, schob Kirk ihn beiseite und brüllte ins Interkom hinein. ,,Spock?! Spock, was ist los? Melden Sie sich, Spock! Das ist ein Befehl!“
    Auf einmal knackte es. Captain und Doktor hörten nun Christine Chapels Stimme sagen: ,,Sir, Mr. Spock ist zusammengebrochen.“
    Fassungslos stand Kirk da. Spock, der ewig logische Vulkanier, hatte sich überschätzt. Das gab es nicht. Das ging nicht! McCoy hingegen grinste. Er wusste, dass es nichts Ernstes war und wollte seinen Freund beruhigen. ,,Mach dir keine Sorgen, Jim. So etwas ist normal, wenn man so viel Blut verloren hat wie Spock.“ Dann grinste er erneut. ,,Es ist nicht zu fassen. Verdammt, Jim...ich hatte recht und Spock nicht! Nicht, das ich daran gezweifelt hätte, aber bis jetzt ist er noch nie auf die Nase gefallen mit seiner Sturheit. Das ist...ich weiß nicht! Spock hat sich überschätzt und nun spürt er endlich mal die Folgen. Vielleicht hört er jetzt endlich auf mich! Vielleicht widerspricht er mir nicht mehr in medizinischen Dingen! Vielleicht...äh, Jim? Geht’s dir gut? Komm wir gehen zum Lazarett. Dort kannst du versuchen, Spock etwas Vernunft einzubleuen und ich kann ihm eine Standpauke halten.“ Dankbar für dieses Angebot schritt Kirk mit schnellen Schritten voraus. Er machte sich Sorgen um seinen Freund. Er lief so schnell, dass McCoy kaum nachkam.

    Spock lag in der Krankenstation. Trotz seines Schwächeanfalls auf dem Flur fühlte er sich gut. Zu gut, um hier im Lazarett zu liegen, nur um Zeit und Arbeitspotential zu verschwenden. Tief in ihm regte sich Wut. Wut auf den Doktor, der ihn ständig entweder bemutterte oder provozierte. Aber als Vulkanier unterdrückte er dieses Gefühl sofort.
    Neben ihm lag die Romulanerin. Sie sah aus, als hätte sie einen furchtbaren Alptraum. Ständig verzog sie ihr Gesicht und stöhnte. Offensichtlich bereiteten ihr die inneren Verletzungen große Schmerzen.
    Ehe Spock sie weiter beobachten konnte, hörte er ein wütendes Schnaufen, dass seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte.
    Ein zorniger Leonard McCoy stand an seinem Bett. Der Doktor versuchte nicht einmal, seine Wut zu verbergen. ,,Spock, Sie grünblütiger, spitzohriger, sturer-...“
    ,,Spock, wie geht es Ihnen? Was hat Sie dazu veranlasst, McCoys Anweisungen zu missachten?“ Kirk ließ keinen Zweifel daran, auf wessen Seite er war. Diesmal war Spock zu weit gegangen. Im Großen und Ganzen hatte Jim nichts gegen die kleinen Reibereien zwischen seinen beiden besten Freunden, aber wenn es dabei um die Gesundheit von einem der beiden ging, verstand er keinen Spaß. ,,Captain, ich hielt es für unlogisch, dass der Doktor mich hier festhielt.“, rechtfertigte sich der Vulkanier.
    ,,Trotzdem! Sie sollten sich mal überlegen, wie ich Arzt geworden bin, wenn meine Diagnosen angeblich nicht zutreffen!“
    ,,In der Tat, Doktor. Das sollte ich wirklich einmal tun.“
    ,,Na, dazu haben Sie ja jetzt sehr viel Zeit, Mr. Spock!“ McCoy war sauer. Was erlaubte sich dieser Vulkanier eigentlich?! Er wollte noch etwas hinzufügen, wurde aber von Jim unterbrochen.
    ,,Pille, sie wacht auf!“ Kirk deutete auf die Liege der Verletzten.
    Der Doktor lief zum Bett der Romulanerin, richtete seinen Trikorder auf sie, las die Werte ab und verabreichte ihr ein Mittel gegen Schmerzen. Er hoffte, dass sie bald aufwachen würde, aber sie wälzte sich nur hin und her. Seine Patientin hatte anscheinend sehr starke Schmerzen.
    Spock überlegte kurz. Dann sagte er: ,,Schlagen Sie sie.“
    ,,Was?!“
    ,,Schlagen Sie sie, Doktor.“
    McCoy starrte Spock an. War der Vulkanier verrückt geworden oder war das ein vulkanischer Witz? Leonard hatte noch nie über vulkanische Witze lachen können, aber dieser hier war wirklich makaber. Plötzlich wurde er von Kirk beiseite geschoben. Der Captain fing an, die Romulanerin zu schlagen.
    Als das keine Wirkung zeigte, bat Spock den Doktor, seine Sicherheitsbänder zu entfernen. Völlig perplex tat es der Doktor. Spock stand auf und ging zum Bett der Verletzten. Er berührte ihr Gesicht und seine Finger suchten ihre Karma-Punkte.
    ,,Mein Geist zu deinem Geist. Unsere Gedanken werden eins.“ Er drang in ihre Seele ein. Dort herrschte Chaos. Er fand sie nicht!
    Spock rief die Romulanerin. Er konnte es sich nicht erklären, aber auf einmal wusste er ihren Namen. Nach schier endlosem Suchen fand er sie und griff nach ihrer Hand, um sie zurückzuziehen. Gemeinsam kehrten sie zurück ins Leben...
    McCoy und Kirk sprangen zurück. Die Romulanerin fuhr hoch und schrie: ,,Wer seid ihr?! Was wollt ihr?! Wo bin ich?! Wie-...“
    ,,Beruhigen Sie sich bitte. Wie ist Ihr Name?“
    Beruhigen! Wie sollte sie sich beruhigen, wenn alles, woran sie sich erinnerte, ein großer Knall und unglaublich viele Todesschreie waren?! Dieser Terraner...Terraner! Oh nein, jetzt war sie auch noch Gefangene der Föderation. Ein Vulkanier und zwei Terraner standen vor ihr und blickten sie neugierig an.
    Als die Romulanerin nicht antwortete, sagte Spock: ,,Sie heißt T’Jaca, Captain.“
    Dann ergriff der erste Terraner wieder das Wort. ,,Sie sind an Bord des Föderatiosraumschiffes Enterprise.“
    Oh nein, auch noch auf dem stärksten Schiff der Föderation!
    Jim sah die Romulanerin an. Sie wirkte geschockt. Schnell redete er weiter. ,,Ich bin Captain James T. Kirk, das ist Mr. Spock, mein Wissenschaftsoffizier und das Doktor McCoy, mein Stabsarzt. Wir würden gerne wissen, wieso Sie sich in einer Rettungskapsel befanden, als wir Sie entdeckten.“
    ,,Ich verrate ja auch der Föderation die Geheimnisse des Imperiums! Sie sind dumm, Kirk! Kein Romulaner würde das jemals tun.“
    Jim war sauer. Was erlaubte sich diese T’Jaca eigentlich?! Sie konnte froh sein, dass sie noch am Leben war. Aber wie ein richtiger Romulaner dankte sie ihnen nicht, sondern beleidigte sie. Bemüht, höflich zu bleiben, sagte er: ,,Ich denke, Sie werden sich früher oder später beruhigen. Ich werde in zwei Stunden noch mal wiederkommen.“
    ,,Gut, aber bevor Sie gehen, muss ich Ihnen noch was sagen.“
    Drei Männer starrten T’Jaca an. Sie genoss die Aufmerksamkeit einen Augenblick und sagte dann: ,,Sie haben eine schreckliche Frisur, Captain.“
    ,,Was?!“
    Drei Stimmen riefen dies aus. Eine war kühl aber neugierig, eine war ungläubig und eine zitterte vor Wut.
    ,,Ja. Hässlich! Bei uns haben die Männer besser aussehende Frisuren, Captain. So ähnlich, wie die des Vulkaniers.“ Sie deutete auf Spock, welcher eine Augenbraue hob, um das vermeintliche Kompliment zu kommentieren.
    Jim war inzwischen rot angelaufen. ,,Ich werde Sie unter Arrest stellen lassen!“
    ,,Nein! Du kannst sie nicht unter Arrest stellen, Jim. Sie muss sich ständig unter ärztlicher Beobachtung befinden. Es wäre ein zu großes Risiko, wenn wir sie allein ließen. Im Ernstfall könnten die zwei Minuten, die ich zu den Arrestzellen brauche, ihr Tod sein.“
    Der Arzt sah Kirk fast bittend an, während Spock sich überlegte, wie lange er zu den Arrestzellen brauchte und zu dem Schluss kam, dass es höchst wahrscheinlich 1.35 Minuten sein würden.
    Der Captain sah McCoy in die Augen und sagte: ,,Ich kann se-...na gut, Pille. Aber wenn sie dir Ärger macht, kommt sie trotz aller ärztlicher Beobachtung unter Arrest.“

    Nachdem Jim die Krankenstation verlassen hatte, sah Leonard die Romulanerin an. ,,Sie sollten mir dankbar sein, T’Jaca.“, brummte er.
    Seine Patientin blickte in seine Augen. Es lag nur Aufrichtigkeit in diesem Blick. McCoy war verwundert. Er hatte immer gedacht, dass Romulaner zu so etwas nicht fähig waren.
    ,,Ja, ich bin Ihnen dankbar und deshalb dürfen Sie mich Jackie nennen.“
    ,,Gut und Sie können Pille zu mir sagen.“
    Verblüfft betrachtete T’Jaca das Gesicht des Terraners. ,,Ist ‘Pille’ Ihr Vorname?“
    McCoy lachte. ,,Nein, dass ist auch ein Spitzname, genauso wie Jackie. Sie sollten sich jetzt ausruhen. Es war eine sehr schwere Operation. Ich werde morgen gegen sieben Uhr auf die Krankenstation kommen und nach Ihnen sehen. Gute Nacht, T’Jaca.“
    ,,Gute Nacht, Pille.“ Die Romulanerin lächelte den Doktor an.
    McCoy verließ die Krankenstation und ging zu seinem Quartier. Hunderte von Fragen gingen ihm durch den Kopf.
    -> Logische Träume <-
    \V/ Tai nasha no karosha!
    KEEP ON TREKKING!!!!!!

    Kommentar


    • #3
      2. Kapitel


      In seinem Quartier wollte Leonard einfach nur noch schlafen. Aber kaum hatte er sich hingelegt, kamen die vielen Fragen, die er vorhin mühsam abgeschüttelt hatte, wieder. Diese Romulanerin war einfach zu nett. Normalerweise waren Romulaner nur dann freundlich, wenn sich daraus ein Vorteil für sie ergab. T’Jaca aber, konnte sich keinen Vorteil mehr erhoffen und das wusste sie auch. Sie hatte immerhin gerade Jim Kirk beleidigt. Aber was wollte sie dann?
      Außer diesen gravierenden Dingen störte McCoy nur noch eine Kleinigkeit. Warum hatte das Blut der Romulanerin menschliche Faktoren aufgewiesen? War sie nur Halbromulanerin?
      Doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, fiel er in einen leichten, unruhigen Schlaf.
      Spock lag in der Krankenstation. Die Romulanerin neben ihm schlief schon. Sie atmete ganz ruhig. Spock fragte sich, wie sie so unlogisch, ja fast schon dumm, gewesen sein konnte, den Captain zu beleidigen. Der Vulkanier schüttelte den Kopf und entspannte sich. Mal sehen, ob man im Liegen meditieren kann. Spock drang tief in sein Bewusstsein ein und eliminierte seine Wut auf Doktor McCoy. Was das anbetraf, hatte er eine gewisse Routine, denn er tat das mindestens einmal in der Woche. Dann schlief auch der Wissenschaftsoffizier der Enterprise ein.
      Jim Kirk drehte sich von der linken auf die rechte Seite. Er wusste nicht, wie oft er das in der letzten Stunde getan hatte, denn irgendwo in der Nähe von 50mal hatte er sich verzählt. Diese verdammte Romulanerin! Sie sollte froh sein, dass sie noch lebt und nicht meine Frisur beleidigen! Warum tat sie das? Was erhoffte sie sich dadurch? Vielleicht, dass er die Beherrschung verlor und einen dummen Fehler beging, der ihr zur Flucht verhelfen könnte? Wenn sie das denkt, hat sie sich geschnitten. Wenn ich die Beherrschung verliere, gibt es immer noch Pille und Spock. Außerdem werde ich die Beherrschung nicht verlieren!
      Durch diese Tatsache beruhigt, gelang es dem Captain endlich, die richtige Seite zu finden und einzuschlafen.

      Am nächsten Morgen lief ein sehr schlecht gelaunter McCoy durch die Flure der Enterprise. Nicht nur dass er gestern nicht einschlafen konnte, nein, er hatte auch noch geträumt, dass Spock auf einmal leitender Chefarzt auf diesem Raumschiff wurde. Das war der schlimmste Alptraum, den er innerhalb der letzten drei Monate gehabt hatte. Und an allem war dieser Vulkanier schuld!
      T’Jaca lag in ihrem Bett. Sie war schon seit zwei Stunden wach. Spock neben ihr schien noch zu schlafen, obwohl man das bei Vulkaniern nie genau sagen konnte.
      Die Romulanerin überlegte sich, ob sie eine Schwester nach Essen fragen sollte, aber da hörte sie die Stimme des Doktors. ,,Morgen, Spock. Morgen, T’Jaca“, brummte er. ,,Spock, Sie dürfen in die Kantine, aber in 15 Minuten sind Sie wieder hier.“
      Es war herrlich, so etwas zu diesem sturen Spitzohr sagen zu dürfen.
      Der Vulkanier stand auf und verschwand. Für den Wissenschaftsoffizier der Enterprise war das fast zu hastig, aber natürlich würde Spock sich eher die Zunge abbeißen, als das zuzugeben.
      Dann wandte McCoy sich T’Jaca zu. ,,Es tut mir leid, Jackie, aber Sie dürfen noch nicht aufstehen. Was wollen Sie zum Frühstück?“
      ,,Ich kann mir das aussuchen?!“ Die Romulanerin war verwundert. Bei ihnen bekamen die Gefangenen nur Grundnahrungsmittel. Sie überlegte kurz und sagte dann: ,,Am liebsten hätte ich jetzt T’zarik.“
      ,,Tarizk?!
      ,,Nein! T’zarik. Das ist eine Mischung aus B’rebut und Ki’taze.“ Als T‘Jaca McCoys Gesichtsausdruck sah, fügte sie schnell hinzu: ,,Das sind die romulanischen Äquivalente zu Hase und Katze.“
      Leonard schluckte. ,,Äh, ich probier’s. Aber falls es nicht klappen sollte, was könnte ich Ihnen sonst noch bringen?“ Der Doktor hoffte, dass er es diesmal aussprechen konnte.
      ,,Hm...Pizza.“
      ,,Pizza?! Sie wissen, was eine Pizza ist!?“
      ,,Ja und ich hätte gerne eine T’za - äh...Salamipizza.“
      ,,Salami...na gut, ich bin in einer halben Stunde wieder hier.“
      Hastig verließ McCoy das Lazarett. Eine Romulanerin, die wusste, was Pizza war. Bei den Romulanern war es zwar üblich, soviel, wie möglich über den Feind herauszufinden, aber dass sie etwas über die Essgewohnheiten der Terraner wussten, verblüffte McCoy nun doch.
      Vollkommen verwirrt betrat der Doktor die Kantine und stellte sich in die Reihe vor Replikator 2. Um diese Zeit war es normalerweise fast leer hier, aber heute konnte man sich nicht mal eine Mahlzeit holen, ohne 15 Minuten in der Schlange stehen zu müssen. Hinter ihm stand Fähnrich Crook. Er war zwei Köpfe größer als McCoy und gehörte zur Sicherheitsabteilung. Crook sah den Doktor verlegen an und zögerte bevor er ihn fragte: ,,Äh...Doktor McCoy. Wie...wie geht es der Romulanerin?“
      Augenblicklich war es still im Saal. Leonard suchte Jims Augen. Der Captain saß mit Spock und Scotty an einem Tisch und nickte McCoy zu. Der Doktor grinste. Ich könnte jetzt fies sein und ihm sagen, dass das hier niemanden außer den Führungsoffizieren etwas angeht. Aber das ging nicht. Sie waren immerhin auf der Enterprise und hier lief alles etwas anders.
      ,,Bis jetzt geht es ihr gut, aber mit Sicherheit kann ich das erst morgen sagen, Fähnrich.“
      Augenblicklich leerte sich die Kantine. Der Doktor sah wieder zu Jims Tisch. Captain und Chefingenieur grinsten von einem Ohr zum anderen. Spocks Gesichtsausdruck zeigte wie immer eine ausdruckslose vulkanische Maske.
      Als Leonard endlich am Kantinenreplikator angekommen war, versuchte er vergeblich, sich an den Namen dieses Katzenessens zu erinnern. Nach zweieinhalb Minuten gab er es auf und sagte: ,,Eine Salamipizza, eine rote Frühstücksgrütze mit Rührei, einen Kaffee und einen Früchtetee.“


      Kirk hörte die ungewöhnliche Bestellung seines Stabsarztes und als McCoy an ihrem Tisch angelangt war, fragte er: ,,Pille, seit wann isst du Salamipizza zum Frühstück?“
      McCoy zog die Augenbrauen hoch. ,,Jim, was denkst du von mir? Glaubst du, ich hätte gar keinen Geschmack mehr? Meine Patientin braucht auch etwas zu essen. Übrigens...hast du irgend etwas mit deinen Haaren gemacht? Du siehst heute irgendwie anders aus.“
      Leonard sah erst den Captain und dann den Chefingenieur und den Wissenschaftsoffizier an. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich.
      Während Scotty grinste und Spock die linke Augenbraue hob, lief Jim rot an.
      ,,Ich...äh...hab sie mir heute anders gekämmt, weil...du weißt schon...T’Jaca-“ Weiter kam er nicht, denn McCoy fing an zu lachen.
      ,,Jim, ich glaub’s nicht“, sagte er dann leise zu Kirk. ,,Du hörst auf eine Romulanerin die sich in Gefangenschaft befindet? Wenn Spock Captain gewesen wäre, hätte sie seine Ohren beleidigt. Sie hat das aus Prinzip zu dir gesagt. Um dich zu ärgern, Jim.“ Grinsend begann McCoy, seine Grütze zu essen. Dann erhob er sich, nahm die Pizza und den Früchtetee und verließ die Kantine.
      T’Jaca wunderte sich. Entweder verspätete der Doktor sich, oder ihr Zeitgefühl funktionierte nicht mehr. Unter Umständen konnte das ein echtes Problem werden. Ohne Zeitgefühl durfte sie keine hohen militärischen Posten besetzen, weil es für einen Zenturio oder einen Commander unentbehrlich war, die Zeit ohne Uhr bestimmen zu können. Ohne diese Fähigkeit könnte sie- doch da roch sie Pizzaduft. Der Arzt stand in der Tür und lächelte. Es war verblüffend, wie oft diese Terraner lächelten.
      ,,Tut mir Leid, dass es so lange gedauert hat, Jackie.“ McCoy stellte das Tablett auf T’Jacas Bett. ,,Guten Appetit. Ich weiß zwar nicht, wie man Pizza zum Frühstück essen kann, aber lassen Sie sich’s schmecken.“
      ,,Danke, Doktor.“
      Während T’Jaca aß, tauchte Spock wieder auf. Der Vulkanier hatte sich zuviel Zeit gelassen und McCoy nutzte das natürlich nur zu gerne aus.
      ,,Mr. Spock, wissen Sie noch, was das letzte Mal passiert ist, als Sie meine Anweisungen missachteten?“
      ,,Ich brach zusammen, Doktor.“, antwortete der Vulkanier wahrheitsgemäß. Zufrieden bemerkte McCoy eine gewisse Zerknirschtheit in Spocks Tonfall.
      ,,Und warum sind Sie dann zu spät gekommen?“
      ,,Zum Einen, weil der Captain mich noch etwas mit mir zu besprechen hatte, zum Anderen, weil ich es noch immer unlogisch finde, dass Sie mich hier festhalten.“
      Der Doktor merkte, dass Spock sich nicht umstimmen ließ. Wieder einmal überlegte er sich, ob er aufgeben und den Vulkanier auf die Brücke schicken sollte. Da das aber einer totalen Niederlage gleichgekommen wäre, entschied McCoy sich dagegen. Statt dessen berief er eine Versammlung ein. Es ging um T’Jacas Therapie. Sie musste dafür in die Turnhalle, war aber eine Gefangene, die eigentlich unter Arrest stand. Leonard hatte am Frühstückstisch mit Jim darüber gesprochen, aber keiner von beiden hatte eine annehmbare Idee gehabt.


      Fünf Minuten später saß die gesamte Brückencrew im Besprechungsraum. Chekov blickte ernst in die Runde. ,,Wir sollten sie mit jemandem von der Sicherheit hingehen lassen.“
      ,,Ob da einer reicht?“, erwiderte Scotty nachdenklich. ,,Immerhin ist sie Romulanerin. Ich will nichts gegen unsere Sicherheitsleute sagen, aber ich denke, wir sollten vorsichtig sein.“
      ,,Nein, ich halte es für falsch, einen Sicherheitsoffizier mit ihr gehen zu lassen.“ Sechs Augenpaare waren starr auf Sulu gerichtet. Der Rudergänger lächelte wissend und sagte: ,,Wir wollen doch etwas über die Pläne der Romulaner erfahren, oder? Ich meine, es ist wirklich eine großartige Chance, etwas mehr über das Imperium zu erfahren. Da sollten wir es doch darauf anlegen, dass T’Jaca uns vertraut. Vielleicht erzählt sie uns dann, was wir wissen wollen. Wenn wir sie mit jemandem von der Sicherheit losschicken, fühlt sie sich sicherlich beobachtet und wird uns nicht mal ihren Familiennamen verraten.“
      ,,Sie heißt T’Jaca, Tochter von T’Jona. Es ist eine sehr alte Familie, deshalb der ungewöhnliche Name. T’Jona ist der Name ihrer Mutter.“
      Kirk sah seinen ersten Offizier an. ,,Haben Sie das bei der Mentalverschmelzung erfahren, Spock?“
      ,,Ja, Captain. Diese Verschmelzung war sehr aufschlussreich, enthielt aber nichts, was strategisch für uns von großem Wert sein könnte.“
      Jim räusperte sich und sagte dann: ,,Gut. Um zur Diskussion zurückzukommen, wir könnten ja den Sicherheitsleuten eine andere Uniform verpassen.“
      ,,Sie verkleiden, Jim? Glaub mir, T’Jaca würde es merken und nur noch misstrauischer werden und dann hätten wir echte Probleme.“ McCoys Tonfall war zu überzeugend, um darüber noch weiter zu diskutieren.
      ,,Ich finde, wir sollten eine Frau mit ihr gehen lassen.“
      Die Offiziere blickten erstaunt in Uhuras Richtung. Der Lieutenant lehnte sich zurück und sagte: ,,Wenn wir einen Mann schicken, hält sie die ganze Föderation für Schwächlinge. Nicht, dass sie das jetzt nicht auch schon tut, Captain, aber eine Frau würde ihr wahrscheinlich mehr Respekt einflößen.“
      Uhura sah ihren Kommandanten an. Dieser blickte in die erwartungsvollen Gesichter seiner Führungsoffiziere und sagte schließlich: ,,Gut. Ich halte das für einen vernünftigen Vorschlag. Wenn alle damit einverstanden sind, schicke ich Sie, Uhura, mit T’Jaca in die Turnhalle. Sie sind während dieser Zeit vom Dienst befreit, Lieutenant. Allerdings werden Sie sich mit Mr. Sulu abwechseln, damit Sie auch ab und zu einmal auf der Brücke sind.“
      Die Brückencrew erhob sich und verließ den Raum. Uhura lächelte glücklich, denn insgeheim hatte sie gehofft, etwas Zeit mit der Romulanerin verbringen zu können. Sie wollte gerade den Raum verlassen, als McCoy sie beiseite nahm. ,,Bevor Sie zu T’Jaca gehen, kommen Sie bitte in mein Büro. Ich muss Ihnen noch die Übungsanleitungen geben.“
      Der Kom-Offizier nickte und lief Sulu und Chekov hinterher.

      Als Doktor McCoy zurück auf die Krankenstation kam, lag Spock bereits auf seiner Liege. Zufrieden grinste der Arzt ihn an. Die Miene des Vulkaniers zeigte keine Gefühlsregung, aber Leonard wusste, dass er einen wichtigen Sieg errungen hatte.
      T’Jaca lag in ihrem Bett und langweilte sich. ,,Doktor, was passiert jetzt mit mir? Ich muss doch nicht die ganze Zeit über im Bett liegen bleiben, oder?“
      McCoy lächelte. Diese Romulanerin war wirklich etwas Besonderes. Sie besaß nicht den für ihre Rasse so typischen Hochmut gegenüber Feinden und das machte sie sympathisch. ,,Keine Sorge, T’Jaca. Sie werden gleich mit jemandem zum Rekonvaleszenzturnen aufs Freizeitdeck geschickt. Sie müsste eigentlich bald kommen.“
      Wieder einmal war die Romulanerin erstaunt. ,,Ihr habt Frauen bei euch in der Sicherheit?“
      McCoy lachte. ,,Sie ist nicht vom Sicherheitspersonal, Jackie. Sie -ah, da kommt sie ja. Warten Sie hier kurz. Ich muss noch etwas mit ihr besprechen.“
      Der Doktor eilte auf Uhura zu und zog sie in sein Büro. ,,OK, Lieutenant. Hier sind die Übungsanleitungen gespeichert. Sorgen Sie dafür, dass T’Jaca sich nicht überanstrengt. Das könnte verheerende Folgen haben.“
      Uhura nahm die Informationskapsel entgegen, stand auf und verließ den Raum. Das würde eine interessante Erfahrung werden.
      McCoy blieb in seinem Sessel sitzen und dachte nach. Jim hatte Wachen auf das Freizeitdeck beordert. Sie sollten so tun, als wären sie zum Vergnügen dort, aber gleichzeitig mussten sie T’Jaca im Auge behalten. Leonards Meinung nach war das vollkommen unnötig. Allerdings fiel ihm auf, dass er in T’Jaca keine Romulanerin und schon gar keinen Feind sah. Das konnte unter Umständen gefährlich werden. Vielleicht hatte Kirk ja recht und T’Jaca war eine Agentin, die sich nur auf die Enterprise geschmuggelt hatte, um sie von innen heraus zu zerstören. Andererseits hatte Jim, was Romulaner anging, eine kleine Paranoia, was seine Sicherheitsmaßnahmen wieder übertrieben erscheinen ließ. McCoy seufzte und schloss die Augen. Am besten fand er sich einfach mit der Tatsache, das T’Jaca scharf bewacht wurde, ab. Vor der Krankenstation hatte man ja auch Sicherheitspersonal postiert.

      T’Jaca sah eine dunkelhäutige Frau auf sich zukommen. Die Terraner sind vernünftiger, als ich dachte. In den meisten Erzählungen wird immer nur von Männern berichtet, aber anscheinend achten sie auch ihre Frauen.
      Die Terranerin lächelte und sagte: ,,Hallo, ich bin Lieutenant Nyota Uhura und werde Sie bei Ihren Übungen unterstützen.“
      T’Jaca bedachte die Frau mit einem prüfendem Blick. Sie schien ehrenhaft zu sein. Deshalb erwiderte die Romulanerin: ,,Ich bin T’Jaca, Tochter von T’Jona.“ Sie grinste, als sie das erschrockene Gesicht des Lieutenant sah (In ihr existiert wahrscheinlich viel Wasser.) und fügte hinzu: ,,Aber Sie können mich T’Jaca nennen.“
      Erleichtert atmete Uhura aus. ,,Nun, dann kommen Sie mal mit. Wir müssen zum Freizeitdeck, wo sich die Turnhalle befindet. Es ist nicht weit.“

      Doktor McCoy sah den beiden Frauen lächelnd nach. Es würde mich sehr wundern, wenn Jackie Ärger macht. Sie ist sich ihrer Situation bewusst und vernünftig genug, um keinen Mist zu bauen. Hoffe ich jedenfalls.

      Auf dem Freizeitdeck wurden T’Jaca und ihre Begleiterin bereits von Hikaru Sulu erwartet. Der Rudergänger der Enterprise war aufgeregt. Er fragte sich, ob er alles richtig machen würde, ob es ihm gelänge, das Vertrauen der Romulanerin zu gewinnen. Aber bevor er sich weiter verrückt machen konnte, begann Uhura zu sprechen. ,,T’Jaca, ich möchte Ihnen Lieutenant Hikaru Sulu vorstellen. Heute werden wir beide mit Ihnen üben, später immer nur noch einer von uns.“
      Die Romulanerin und der junge Terraner reichten sich die Hände. Sie hat einen festen Händedruck, dachte Sulu anerkennend. T’Jaca hingegen schnaubte nur. Also doch ein Mann. Das war ja mal wieder typisch für die Föderation. Sie mussten immer auf Nummer Sicher gehen und dazu brauchten sie Männer!
      Sulu merkte, dass der Romulanerin etwas nicht passte. Schnell sagte er: ,,OK, dann fangen wir jetzt an. Nyota, hast du die Aufzeichnungen des Doktors dabei?“ ,,Ja, hier sind sie.“
      Uhura schob die Datenkapsel in ein Lesegerät und aktivierte es. Die Computerstimme sagte T’Jaca, was sie zu tun hatte. Ganz nach romulanischer Sitte versuchte Jackie, den Anforderungen gerecht zu werden. Zähneknirschend ertrug sie den stechenden Schmerz, der sich in ihrer rechten Hüfte bemerkbar machte. Uhura erinnerte sich an die Anweisung des Doktors, T’Jaca solle sich nicht überanstrengen.
      ,,Wissen Sie, T’Jaca, Sie sollten erstmal aufhören.“
      ,,Ja genau! Bei uns auf der Erde gibt es einen schlauen Satz: Wenn Sie nicht mehr können, verschnaufen Sie ein bisschen.“, fügte Hikaru hinzu. Es tat ihm fast weh, der Romulanerin zuzusehen. Sie musste wirklich große Schmerzen haben.
      ,,Es ist Ihre erste Stunde, T’Jaca. Verlangen Sie nicht zuviel von sich. Es wird mit jedem Mal etwas besser und leichter gehen, aber jetzt reicht es erstmal.“
      T’Jaca sah den Terraner an. Seine Züge schienen echtes Mitgefühl auszudrücken. Aber Jackie wollte kein Mitleid. Sie wollte von diesem Schiff runter. Sie musste zurück ins Imperium, denn sie hatte dort eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Sie musst ihrem Großvater helfen.
      T’Jaca wurde jäh aus ihren Gedanken gerissen, als Sulu sie ansprach.
      ,,Was halten Sie von einem Drink? Ich lade Sie ein, OK.“
      Der junge Terraner lächelte. Er ist ein schönes Exemplar seiner Rasse. Vielleicht etwas zu abgerundete Ohren, aber sonst...
      Ohne es richtig zu merken, nickte die Romulanerin dem Rudergänger zu. Uhura half ihr beim Aufstehen und sie gingen gemeinsam zur Theke.
      T’Jaca wunderte sich, als man sie fragte, was sie trinken wolle. Sie hatte sich noch immer nicht an diese Art, Gefangene zu behandeln, gewöhnt. Dann sah sie eine gelbe Flüssigkeit im Becher eines Crewmitglieds und fragte: ,,Was ist das Gelbe da?“
      ,,Das ist Orangensaft. Wollen Sie welchen?“
      T’Jaca nickte und legte den Kopf schief. Sie dachte nach. Orangensaft, das kam ihr bekannt vor. Vielleicht hatte ihr Vater etwas davon erzählt...
      Sulu wandte sich an Fähnrich Muclas, der zur Zeit hier Dienst hatte.
      ,,Zwei Orangensäfte, bitte.“
      ,,Drei“, warf Uhura ein.
      ,,Du trinkst Orangensaft? Seit wann? Ich dachte du bist allergisch darauf.“
      ,,Der Doktor hatte etwas Freizeit - etwas zuviel, wie er behauptete - und da hat er ein bisschen herum experimentiert. Das Ergebnis war ein Mittel gegen meine Allergie.“
      Sulu grinste und korrigierte sich. ,,Drei Orangensäfte.“
      Kurz darauf saßen die drei an einem Tisch und unterhielten sich. Schließlich fragte Sulu etwas, das er schon immer wissen wollte.
      ,,Haben die Romulaner eigentlich eine Religion?“
      ,,Ja, haben wir.“ T’Jaca legte den Kopf schief und überlegte. Wie erklärte man das am besten.
      ,,Wir glauben an die Elemente. Sie begleiten uns durch unser ganzes Leben. Wir werden durch ihren Willen geboren und sterben durch ihren Willen. Es gibt fünf : Feuer, Wasser, Erde, Luft und Metall.“
      Uhura sah die Romulanerin erstaunt an. Dann fragte sie: ,,Was bedeuten sie?“
      ,,Feuer steht für Entschlossenheit, Mut, Kampfgeist, Impulsivität und Emotionalität. Die meisten Führer sind voll von Feuer, aber auch von Luft.“
      ,,Es gibt mehrere Elemente in einem Individuum?“, warf Sulu ein.
      ,,Ja, natürlich. Die Elemente sind zwar in verschiedenen Proportionen enthalten, aber nie allein. Jedes braucht die anderen um zu existieren. Luft, zum Beispiel, ist eine sehr wichtige Voraussetzung für Feuer. Wer vom Feuer beherrscht wird, der findet auch immer sehr viel Luft in seinem Inneren. Luft bedeutet allerdings auch Gemeinschaftssinn. Dann gibt es das Wasser. Es steht für Dualität und Unsicherheit. Die Erde ist die Mutter des Lebens. Deshalb bedeutet sie Umsicht und Übersicht. Und Metall steht für Ruhe, Gelassenheit und Vernunft. Es ist das vorherrschende Element der Vulkanier.“
      Sulu hatte der Romulanerin aufmerksam zugehört. Das alles erinnerte ihn sehr an die Lehre seines Großvaters, der wie alle Chinesen an die Tierkreiszeichen und deren Elemente glaubte. Er sah, dass T’Jacas Becher leer war und fragte: ,,Wollt ihr noch was?“
      Uhura und Jackie verneinten, aber die Romulanerin hatte noch eine Frage. Sie wollte wissen, was Orangen seien. Nyota starrte sie an. Es kam ihr irgendwie komisch vor, dass jemand so selbstverständliche Dinge nicht kannte.
      ,,Äh...das sind...Früchte. Runde, orange Früchte. Man kann sie auch essen. Sie könnten den Doktor fragen, ob er Ihnen zum Mittagessen eine mitbringt.“
      ,,Heißen sie Orangen, weil sie orange sind?“
      Uhura war sprachlos. Darüber hatte sie noch nie nachgedacht.
      ,,Ich...ich weiß nicht. Vielleicht.“
      Als Sulu die Ratlosigkeit des Kom-Offiziers bemerkte, grinste er. Wozu gibt es Vulkanier?
      ,,Da müssen sie Spock fragen. Unser Wissenschaftsoffizier weiß alles.“
      Uhura begann zu kichern, doch Jackie verstand diesen Witz nicht.
      Dann erhob Sulu sich und sagte: ,,So, ich glaube, unser Dienst fängt bald wieder an. Ich bringe Sie zurück zur Krankenstation, OK? Nyota, kannst du Captain Kirk sagen, warum ich später komme?“
      Uhura nickte, nahm die drei Becher und warf sie in den Resteverwerter. Dann machte sie sich auf den Weg zur Brücke.


      McCoy sah T’Jaca und Sulu ins Lazarett kommen. Wie schon so oft in den letzten Tagen wunderte er sich. Seine Patientin wirkte so unromulanisch. Wie sie mit Hikaru redete. So locker, so offen. Man könnte es mit einem Lachanfall eines gewissen Vulkaniers vergleichen.
      Der Doktor ging auf Jackie zu und sagte: ,,So, jetzt folgt eine Routineuntersuchung. Mr. Sulu, der Captain hat nach Ihnen gefragt. Sie sollten sich besser beeilen.“
      Der Rudergänger nickte, verabschiedete sich von T’Jaca und verließ die Krankenstation.
      Nachdem er Jackie untersucht hatte und die gleichen verwirrenden Faktoren wie immer festgestellt hatte, konnte er einfach nicht mehr anders. Er musste wissen, ob sein Verdacht stimmte.
      ,,Jackie, kann es sein, dass Sie ein menschliches Elternteil haben?“
      Endlich war es heraus! Gespannt beobachtete der Arzt T’Jacas Gesicht. Man sah ihr an, dass sie stark nachdachte. Schließlich sah sie dem Doktor in die Augen und sagte: ,,Ja, Pille. Mein Vater war ein Starfleetoffizier. Nach einem Gefecht fiel er in die Hände der Romulaner. Meine Mutter beanspruchte ihn für sich als Sklaven. Zuerst pflegte sie ihn gesund und dann diente er ihr treu und ergeben. Mein Vater wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hätte, wenn er ihr nicht gehorchte, also war es nur vernünftig, wenn auch unromulanisch, was er tat. Später verliebten sich die beiden ineinander und heirateten. Vor zehn Jahren starb mein Vater dann an einer sehr seltenen Krankheit.“
      McCoy bemerkte, dass Jackie nicht gern über dieses Thema sprach und deshalb verordnete er ihr erstmal ein bisschen Ruhe.
      ,,Heute Nachmittag wird Sulu Sie zur Turnhalle begleiten. Aber jetzt zu schöneren Dingen: Was wollen Sie zum Mittagessen?“
      ,,Hm...B’lazu wäre nicht schlecht.“
      McCoy starrte die Romulanerin an. Gab es in dieser verdammten Sprache denn nicht wenigstens ein Wort, dass er aussprechen konnte?
      ,,B-was?!“
      T’Jaca lachte. ,,Suppe, Doktor. Suppe mit Gemüse. Ach und eine Orange bitte.“
      ,,Eine Orange?!“ Jetzt war Leonard wirklich verblüfft.
      ,,Ja, ich habe heute Orangensaft getrunken und Nyota sagte, dass man Orangen auch essen kann. Eine Eigenschaft, die uns noch mit den Vulkaniern verbindet, ist die Neugier, deshalb würde ich sehr gerne eine probieren.“
      ,,Ja, OK. Ich bin bald zurück. Ruhen Sie sich jetzt ein wenig aus.“ McCoy sah sich um. ,,Wo ist dieser verdammte Vulkanier? Christine, haben Sie Spock gesehen?“
      Christine Chapel sah den Doktor mit einem humorvollen Glitzern in den Augen an. ,,Er ist vorhin an mir vorbei gegangen und sagte, dass er es für unlogisch hielte, hier darauf zu warten, dass Sie ihm sagen, er könne gehen. Es würde sowieso geschehen.“
      Entgeistert starrte McCoy seine Krankenschwester an. Dann drehte er sich um und grummelte etwas vor sich hin. Es klang wie: ,,Dieser Vulkanier wird noch sein blaues Wunder erleben. Ich könnte sein Blut rot färben, Mal sehen, wie er reagiert, wenn an ihm etwas sichtbar menschlich ist.“

      Jim unterhielt sich mit Scotty, als Spock kam. Der Captain sah den Vulkanier an. ,,Spock wann dürfen Sie eigentlich wieder auf die Brücke?“
      ,,Das wird der Doktor entscheiden, Captain.“
      ,,Ja und der ist gerade ziemlich sauer auf Sie, Spock!“
      Captain und Wissenschaftsoffizier drehten sich um. Hinter ihnen stand McCoy und man sah ihm an, dass er wütend war.
      ,,Warum müssen Sie eigentlich immer das letzte Wort haben, Spock?! Können Sie sich nicht wenigstens einmal damit abfinden, dass ich bestimmen darf?“
      ,,Nicht, wenn Sie es aus unlogischen und emotionalen Gründen tun, Doktor.“ McCoy starrte den Vulkanier fassungslos an. Dann explodierte er. ,,Wissen Sie was, Spock? Sie haben gewonnen! Sie können wieder zurück auf die Brücke, aber ich sage Ihnen eins: Wenn Sie jemals wieder nach einer Operation Schmerzen oder andere Probleme haben sollten, kommen Sie damit bloß nicht zu mir! Wie Sie gehandelt haben, war unlogisch, Spock. Es ist unlogisch, meinen Zorn auf sich zu richten und es machte Ihnen Spaß, genau das zu tun. Und wissen Sie was: Das war eine überaus emotionale Handlung, Sie Halbvulkanier!“
      McCoy redete sich den ganzen Ärger, der sich über die Jahre hinweg bei ihm angesammelt hatte, von der Seele. Dann sah er dem Vulkanier in die Augen. Spock erwiderte diesen Blick, sagte jedoch nichts. Der Doktor würde sich schon wieder beruhigen. Etwas in dieser Art passierte etwa alle zwei Wochen.
      Jim hingegen sah, dass an diesem Streit etwas anders war. McCoy hatte den Vulkanier nicht geneckt, er hatte ihn beleidigt. Das war ein waschechter Streit. Hoffentlich wurden beide bald wieder vernünftig.
      Leonard sah den Captain und den Chefingenieur an seufzte und sagte: ,,Jim, ich habe etwas über T’Jaca herausgefunden, Sie ist eine Halbromulanerin, denn ihr Vater war menschlich. Ich werde jetzt zurück zum Lazarett gehen und einen Bericht schreiben.“
      Pille stand auf und verließ den Raum. Jim sah dem Doktor nach. Dann blickte er Spock in die Augen. Der Vulkanier zeigte nicht mal die Spur eines Gefühls. Sein Gesichtsausdruck war so stoisch wie immer.
      Irgendwie ärgerte sich Jim darüber, doch er wusste ja, dass Spock nur so tat, als ob ihm das nichts ausmache. Tief in dieser vulkanischen Seele verbarg sich ein fühlendes, menschliches Herz, dem diese Sache sehr zu schaffen machte. Was Spock zeigte, war auch keine echte Gefühlslosigkeit, es war die vulkanische Maske, die er zur Schau stellte, wenn er die Schwächen in seiner Beherrschung nicht zeigen wollte.
      Jim hatte das Gefühl, dass er etwas sagen müsste.
      ,,Tja, Spock...äh...ich erwarte Sie in spätestens einer Stunde auf der Brücke.“
      Mit diesen Worten drehte der Captain seinem Wissenschaftsoffizier den Rücken zu und verließ die Kantine. Scotty saß schweigend auf seinem Platz und konnte angesichts der jüngsten Ereignisse nur noch den Kopf schütteln.


      McCoy war inzwischen an der Krankenstation angelangt. Ohne ein Wort zu sagen, stellte er Jackie ihr Essen vor die Nase und ging dann in sein Büro. Dort
      setzte er sich an seinen Bericht über Spock.
      T’Jaca sah dem Doktor verwundert nach. So wütend kannte sie ihn noch nicht. Eigentlich hatte sie ihn ja fragen wollen, wo der Vulkanier war, denn sie wollte mit ihm über Orangen reden, aber bei McCoys Gesichtsausdruck überlegte sie es sich doch anders. Sie konnte das Orangenmysterium auch noch später lösen. Dazu war ja bestimmt genug Zeit. Obwohl, so schlecht waren diese Terraner gar nicht. Es gab tatsächlich noch solche wie ihren Vater. Ihre Mutter hatte sich geirrt...

      Jim lag auf seinem Bett. Gerade hatte er seine Gedanken von Pille und Spock abgelenkt und T’Jaca zugewandt. Er hatte dem Flottenkommando ihre Gefangennahme gemeldet und wartete nun auf eine Antwort. Als ihm klar wurde, dass es länger dauern könnte, stand er auf und betrachtete sein Gesicht im Spiegel. Ihm fiel seine Frisur auf, die wirklich...ungewöhnlich aussah. Schnell nahm er einen Kamm und kämmte sich das Haar so, wie er es immer trug. Kirk hatte nicht vor, sich wegen einer vorlauten Romulanerin zum Narren zu machen.
      In diesem Moment piepte das Interkom. Kirk drückte auf einen Knopf an der Wand und fragte: ,,Was gibt’s, Uhura?“
      ,,Captain, die Nachricht vom Flottenkommando ist eingetroffen. Admiral DeLancy wünscht, Sie zu sprechen.“
      ,,Ich spreche mit ihr in meinem Quartier.“
      ,,Aye, Sir.“
      Auf dem Bildschirm in der Mitte seines Schreibtisches war nun das Gesicht einer etwa fünfzigjährigen Frau zu sehen. Sie hatte scharfe Züge und ihr Haar war hochgesteckt. Man sah keine einzige graue Strähne, aber Jim wusste, dass DeLancys Haar gefärbt war.
      ,,Jim“, sagte sie freundlich. ,,Schön, Sie wieder zu sehen.“
      ,,Ich freue mich ebenso, Laura.“
      ,,Nun gut. Was Ihre Nachricht angeht, so muss ich Ihnen sagen, dass Sie die Romulanerin zur Starbase 12 bringen sollen. Unterwegs müssen Sie allerdings noch einen Konflikt auf CardonVI lösen.“
      ,,Einen Konflikt? Aber wir sind doch keine Diplomaten.“
      ,,Ich weiß, Jim. Aber die Situation dort eskaliert und die Enterprise ist das einzige Schiff in Reichweite. Wie haben keine Zeit um erst noch ein Diplomatenteam loszuschicken. Die genauen Daten werden gerade in Ihren Computer überspielt. Bitte versuchen Sie Ihr Bestes.“
      ,,Ich verstehe. Gut, wir werden diesen Auftrag erfüllen. Auf Wiedersehen, Laura.“
      ,,Auf Wiedersehen, Jim.“
      Der Bildschirm wurde wieder schwarz. Jim aktivierte das Interkom und sagte:
      ,,Lieutenant Uhura, bitte alle Stabsoffiziere in den Besprechungsraum.“
      -> Logische Träume <-
      \V/ Tai nasha no karosha!
      KEEP ON TREKKING!!!!!!

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      • #4
        ach so...wenn ihr hier wirklich lest...wie findet ihr's denn?
        -> Logische Träume <-
        \V/ Tai nasha no karosha!
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        • #5
          3. Kapitel


          Als Lieutenant Hikaru Sulu im Besprechungsraum ankam, merkte er, dass er mal wieder der Letzte war. Schnell setzte er sich auf seinen Platz. Jim registrierte es und fing an. ,,Also, ich habe nachgefragt, was wir mit dieser T’Jaca machen sollen und mir wurde gleich noch ein neuer Befehl erteilt.“
          An Kirks Tonfall erkannte Hikaru, dass es etwas war, das dem Captain nicht sonderlich gefiel. Wahrscheinlich irgend etwas mit Diplomatie.
          ,,Wir sollen auf CardonVI einen Konflikt lösen und T’Jaca anschließend zur Starbase 12 bringen.“ Jim sah seine Führungsoffiziere an und wartete.
          Pavel Chekov holte tief Luft. Er wollte seinem Captain nicht widersprechen, aber er hielt den letzten Teil dieses Auftrags für...unklug. ,,Captain, wenn wir T’Jaca ausliefern, werden wir nie erfahren, was wir wissen wollen.“
          ,,Der Meinung bin ich auch, Jim. Wir sollten sie an Bord behalten. Sie kann doch sowieso nicht abhauen.“ McCoy sah seinen Freund an.
          Dann meldete sich Spock zu Wort. ,,Ich denke, es wäre nur logisch T’Jaca auszuliefern. Die Spezialisten von Starbase 12 können sich besser um sie kümmern. Es würde uns nur Zeit und Arbeitspotential kosten, wenn wir sie an Bord behielten.“
          Pille setzte schon zu einer bissigen Antwort an, aber Uhura kam ihm zuvor. ,,Ich finde nicht, dass wir Zeit verschwenden, wenn wir T’Jaca hierbehalten. Sie macht keinen Ärger und wir kommen doch fast alle (sie sah den Captain an) ganz gut mit ihr zurecht.“
          Um weitere Diskussionen abzublocken, sagte Jim: ,,Ich werde noch einmal mit Starfleet Command reden. Vielleicht lässt sich noch etwas machen.“ Er sah sich um, blickt in die Gesichter seiner Offiziere. Sie schienen alle zufrieden zu sein. ,,OK, dann alle auf ihre Posten. Mr. Sulu, Sie sind vom Dienst befreit, weil Sie sich um T’Jaca kümmern müssen.“
          ,,Aye, Captain!“
          Die Brückencrew verließ den Raum und ging an die Arbeit. Es gab viel zu tun. Man musste sich mit Cardons Geschichte befassen, das Problem begutachten, das Außenteam zusammenstellen...

          Sulu ging in sein Quartier. Er wollte sich noch seinen Trainingsanzug holen, weil es bestimmt besser wäre, wenn er T’Jaca nicht nur zusah, sondern selbst mitturnte. Der Rudergänger war schon fast wieder zur Tür hinaus, als sein Blick auf das Florett seines Großvaters fiel. Dieser Mann war ein begnadeter Fechter gewesen und hatte Sulu viel beigebracht. Jedesmal, wenn der junge Lieutenant an den alten Mann dachte, wurde er traurig. Dieser Mann war mehr als nur ein Großvater für ihn gewesen.

          T’Jaca lag ungeduldig in ihrem Bett. Sie wartete auf McCoys Rückkehr.
          Als er endlich kam, überhäufte sie ihn mit Fragen. ,,Was passiert jetzt mit mir? Ist der Captain noch wütend? Wo komme ich jetzt hin? Auf einen Strafpla-“
          ,,Um Himmels Willen, Jackie! Hören Sie auf mit diesem Gefrage! Höchstwahrscheinlich müssen wir Sie auf der Starbase 12 abliefern. Und jetzt stehen Sie bitte auf, Jackie. Lieutenant Sulu wird gleich kommen, um Sie zur Turnhalle zu begleiten. Eigentlich müsste er schon längst da sein. Der Junge hat wirklich ein Talent fürs Zuspätkommen.“
          Kaum hatte McCoy das gesagt, hörte er ein freundliches ,,Hallo, T’Jaca. Doktor.“
          ,,Schön, dass Sie heute noch kommen, Lieutenant. Bevor Sie fragen: Es sind die gleichen Übungen wie vorhin und jetzt lasst mich in Ruhe meine Arbeit machen, alle beide!“
          Sulu grinste. Wenn der Doktor andere Menschen dermaßen anschnauzte, bedeutete das, dass er extrem schlechte Laune hatte. Und Hikaru wusste genau, dass dieser Gefühlszustand etwas mit einem gewissen Vulkanier zu tun hatte. Um weiteren Beschimpfungen zu entgehen, verließen er und T’Jaca so schnell sie konnten das Lazarett und machten sich auf den Weg zur Turnhalle.
          Dort angekommen, begann Jackie sofort mit ihren Übungen. Sulu half ihr so gut er konnte, führte ihr einige Übungen vor und gab ihr Hilfestellung.
          Nach einer Stunde war die Romulanerin fix und fertig. Wie schon das letzte Mal lud Hikaru sie zu einem Drink ein.
          Nachdem sie sich ihren Orangensaft bestellt hatten, setzten sie sich an einen Tisch. Zuerst schwieg T’Jaca, doch dann fragte sie: ,,Mr. Sulu, was passiert mit mir, wenn ich auf der Starbase 12 angelangt bin?“
          ,,Ich...ich weiß es nicht, T’Jaca. Und wenn ich ehrlich bin, dann will ich es auch gar nicht wissen.“
          Die Romulanerin sah ihr Gegenüber erstaunt an. ,,Was meinen Sie damit?“
          ,,Ich meine damit, dass...ach ich weiß nicht. Können wir nicht über etwas anderes reden?“
          T’Jaca begriff, dass es nichts Angenehmes sein konnte, was sie auf Starbase 12 erwartete. Sie schloss die Augen, legte den Kopf schief und dachte nach. Würde man sie foltern? Würde man versuchen romulanische Geheimnisse aus ihr herauszupressen? Würde es mit großen Schmerzen verbunden sein? Egal! Sie würde nichts sagen!
          Hikaru sah der Romulanerin an, dass sie Angst hatte. Unter anderen Umständen hätte er jetzt den Arm um sie gelegt, um sie zu trösten. In diesem Fall jedoch, befürchtete er, dass sie ihm diesen auskugeln würde. Da kam ihm eine Idee.
          ,,T’Jaca, ich würde Ihnen gerne unser Botanikdeck zeigen. Es interessiert mich, ob es auf Romulus ähnliche Pflanzen gibt, wie auf der Erde.“
          Jackie sah den Rudergänger an. Es war ein ungeschicktes Ablenkungsmanöver, aber sie willigte ein.

          Kurze Zeit später befand sie sich in einem Raum, der so viele unterschiedliche Blumen beherbergte, dass man sie kaum zählen konnte. Eine Art gefiel ihr ganz besonders. Sie hatte wunderschöne weiße Blüten und erinnerte sie an eine C’laru, eine Pflanze, die nur in den tiefen Wäldern von B’Tangu wuchs. Ihr Großvater hatte Bilder von seinen Reisen mitgebracht und ihr diese sonderbare Blume, die ohne Licht auskommt, gezeigt.
          Sulu betrachtete seine Begleiterin. Ihre dichten, schwarzen Locken fielen über ihre Schultern, als sie die Pflanze vor sich betrachtete. Sie schien völlig vergessen zu haben, dass er da war. Wie kann man nur so fasziniert von einer Narzisse sein?
          ,,Was ist das für eine Blume?“, wollte die Romulanerin wissen.
          ,,Das ist eine Narzisse. Diese Art kommt aus Frankreich, aber es gibt noch mindestens hundert andere.“
          Jetzt war der Rudergänger der Enterprise in seinem Element. Er beschrieb die Erde und die Vielfalt ihrer Pflanzen. Als ihm dann aber klar wurde, dass er mit einer Romulanerin redete, verstummte er.
          T’Jaca sah ihn an. ,,Da möchte ich auch mal hin.“, sagte sie gedankenverloren.
          ,,Wohin?“, fragte Hikaru verwirrt.
          ,,Na zur Erde. Mein Vater hat mir sehr viel von seinem Heimatplaneten erzählt.“ ,,Von seinem Heimatplaneten?!“
          Sulu konnte es nicht fassen. Diese Romulanerin - naja, Halbromulanerin - war aber auch immer für eine Überraschung gut.

          Jim Kirk saß im Kommandantensessel auf der Brücke der Enterprise. Er hatte schlechte Laune. Dieser Konflikt auf CardonVI interessierte ihn nicht im geringsten. Das war wieder so eine Sache, wo man sich den Mund fusselig reden konnte, wie man wollte und doch passierte nichts. Die Cardonier waren sehr stur. (Spock würde wahrscheinlich ganz gut mit ihnen auskommen.) Sie hielten nichts von Außenweltlern. Der Föderation waren sie nur beigetreten, weil sie deren Schutz vor den Romulanern brauchten. Sie hielten sich an ihren Vertrag, interessierten sich aber kein bisschen für das Leben außerhalb ihres Planeten. Jetzt war es zum Staatsstreich gekommen und die neuen Herrscher wollten sich von der Föderation lossagen. Kirk und seine Mannschaft sollten ihnen die Vorzüge einer Allianz mit derselben noch einmal deutlich machen.
          Jim seufzte, als Chekov ihm meldete, dass der Kurs jetzt berechnet und eingegeben sei. Dann wandte er sich an den jungen Fähnrich am Ruder und sagte: ,,Sol 6, Miss Ferryl.“ Und schon war die Enterprise unterwegs, um eine neue Katastrophe zu verhindern.


          T’Jaca sah den Lieutenant an und sagte: ,,Ja, mein Vater kam von der Erde.“
          ,,Also sind Sie Halbromulanerin.“
          Die Halbromulanerin nickte und schwieg. Sulu merkte, dass sie nicht darüber sprechen wollte. Er überlegte kurz und sagte dann: ,,Kommen Sie mit, T’Jaca. Ich möchte Ihnen etwas zeigen.“
          In Jackie stieg wieder die Neugier, die ihr Volk mit den Vulkaniern verband, auf. Es war wieder eines von Sulus ungeschickten Ablenkungsmanövern, aber diesmal war es willkommen.
          Die beiden gingen durch den Frühlingsgarten hindurch und näherten sich dem Englischen Garten. Dann blieb Sulu auf einmal stehen. Jackie sah sich um. Was wollte er ihr denn nun zeigen? Doch nicht etwa diese Baumschule da?! Wie schafften es die Menschen nur, so verkrüppelte Bäume zu züchten?
          ,,Was glauben Sie, wie alt diese Bäume sind?“ Hikaru sah sie erwartungsvoll an.
          ,,Hm...Fünf Jahre vielleicht?“
          Der Rudergänger lachte. ,,Der da hinten ist zweihundert Jahre alt, der da hundert und der hier vorne neunzig.“
          Verwundert starrte Jackie erst die Bäume und dann Sulu an. ,,Sie lügen!“
          ,,Nein, das sind Bonsaibäume. Man schneidet ihre Äste und Zweige so weg, dass diese Formen entstehen. Sie haben sogar Namen!“
          ,,Ihr gebt euren Bäumen Namen?!“ Jackie konnte es nicht fassen. Sie waren verrückt, diese Menschen, verrückt! Sulu sah sie an und zeigte dann auf einen ganz alten Baum. ,,Der da hinten hat meinem Großvater gehört. Er hat ihn mir geschenkt, als ich vor zwei Jahren mal wieder auf der Erde war. Sein Name ist Chichu.“
          ,,Chichu? Hat das irgend eine Bedeutung?“
          ,,Nein, mein Großvater gab seinen Dingen keine bedeutungsvollen Namen.“ T’Jaca sah Hikaru fragend an und der Rudergänger erklärte es ihr. ,,Er dachte, dass schon zu vieles im Leben von Bedeutung sei. Da müssen nicht auch noch die Namen seiner Bäume von Bedeutung sein.“
          Jackie nickte anerkennend. ,,Eine interessante Ansicht. Wenn ich jemals auf die Erde kommen sollte, werde ich ihren Großvater besuchen. Sein Denkweise ist bemerkenswert.“
          Sulu lächelte traurig. ,,Ich fürchte, das geht nicht.“
          ,,Ja. Schade, dass Romulaner nicht auf die Erde dürfen.?“
          ,,Erstens das und zweitens ist mein Großvater...gestorben, kurz nachdem ich an der Kommandoakademie angefangen habe. Er hat es gewusst. Deshalb hat er mir Chichu geschenkt. Er war nicht nur mein Großvater. Er war auch mein bester Freund.“
          ,,Die Beziehung zu ihrem Großvater war voller Luft, war es nicht so, Mr. Sulu?“
          ,,Was?!“ Hikaru kapierte gar nichts.
          T’Jaca sah ihn mitfühlend an. ,,Naja...Luft bedeutet Gemeinschaftssinn.“
          ,,Ach so. Ja, das stimmt. Aber nennen Sie mich bitte Hikaru. Wenn ich mit jemandem über meinen Großvater rede, naja...dann ist das schon ziemlich persönlich. Deshalb denke ich, dass es besser wäre, wenn Sie mich mit meinem Vornamen ansprechen.“
          In Jackies Augen blitzte es humorvoll. ,,Ist das jetzt von Bedeutung?“
          Sulu lachte und wollte etwas sagen, aber in diesem Moment ertönte eine Stimme aus dem Interkom. ,,Mr. Sulu bitte auf die Brücke. Wir haben Cardon erreicht. Mr. Sulu -“
          ,,Ja, ja, ich komme.“
          Beim Eintreffen in einen neuen Orbit mussten leider alle Senioroffiziere auf ihrem Posten sein. Sulu stand auf und ging mit T’Jaca zur Tür. Er würde ihn viel Zeit kosten, wenn er sie jetzt noch zur Krankenstation bringen müsste. Da sah er einen Yeoman auf dem Gang. Diesen fragte er, ob er T’Jaca zum Lazarett bringen könnte. Als der Yeoman bejahte, verabschiedete Sulu sich schnell noch von der Romulanerin und eilte davon. T’Jaca drehte sich in seine Richtung. ,,Hikaru...“
          ,,Ja?“
          ,,Sie können mich Jackie nennen.“
          Sulu lächelte. ,,OK, Jackie.“

          Pille wartete im Lazarett auf seine Patientin. Als sie endlich kam, durfte sie sich erstmal eine Standpauke anhören. ,,Wo, zum Teufel, waren Sie so lange. Wissen Sie eigentlich, dass das äußerst gefährlich für Ihre Gesundheit ist!? Wie kann man nur so verantwortungslos sein?“
          Jackie senkte den Kopf. ,,Es tut mir leid, Pille. Aber ich war noch mit Hikaru in eurem...naja, Botanikraum, würde ich sagen.“
          Der Doktor hob die Augenbrauen. ,,Na gut, aber jetzt legen Sie sich hin und sind schön artig. Ich muss auf die Brücke. Bis später.“
          Auf dem Weg zum Kontrollraum dachte McCoy nach. Hikaru. So, so. Sulu hat es also geschafft, ihr Vertrauen zu gewinnen...

          Jim starrte auf den Hauptbildschirm seines Sternenschiffes. Dort war das Gesicht eines der Oberhäupter von CardonVI zu sehen. Das er merkwürdig aussah, wäre eine Untertreibung gewesen. Der Cardonier hatte keine Haare, sondern Federn auf seinem Kopf. Außerdem sah er nicht durch zwei, sondern durch fünf Augen. Alle hatten eine andere Farbe und waren anscheinend planlos und ohne erkennbaren Nutzen auf dem Kopf verteilt.
          ,,Ich bin Oberst Torak.“, sagte der Cardonier leise.
          ,,Mein Name ist James T. Kirk. Ich bin der Captain des Raumschiffs Enterprise und komme im Auftrag der Föderation. Wir möchten Sie von den Vorzügen einer Allianz mit den Vereinten Planeten überzeugen.“
          Torak lachte verächtlich. ,,Na, dann fangen Sie mal an, Captain. Aber Sie werden es schwer haben. Cardon kommt nämlich auch sehr gut ohne Ihre Hilfe zurecht. Wir können genug landwirtschaftliche Produkte erzeugen, um uns selbst zu ernähren und die Romulaner haben sich seit einer Ewigkeit nicht mehr blicken lassen.“
          Jim holte tief Luft. ,,Also, erstmal fände ich es besser, wenn wir das in einem Konferenzraum auf Cardon oder an Bord der Enterprise besprechen könnten, denn dann könnte ich Ihnen die guten Seiten der Föderation besser verständlich machen.“
          Nach längerem Hin und Her willigte der Oberst ein und lud den Captain und drei seiner Stabsoffiziere offiziell auf den Planeten ein.

          Jim, Pille, Spock und Pavel standen auf der Tranporterplattform. Scotty, der an der Schaltkonsole stand, runzelte die Stirn. ,,Captain, diese Leute, die auf Cardon die Macht haben...sie sind dafür bekannt, sehr gewalttätig zu sein. Was ist, wenn sie Sie als Geiseln nehmen, um sich einen Vorteil gegenüber der Föderation zu schaffen?“
          ,,Keine Sorge, Scotty. Selbst wenn so etwas passieren würde; die Diplomaten der Föderation holen uns da schon wieder raus.“
          Erstaunt drehte Pavel Chekov sich seinem Captain zu. ,,Die Diplomaten? Ich dachte, wir sind die Diplomaten.“
          ,,Das sind wir auch, Mr. Chekov, aber ich habe noch mal mit Admiral DeLancy gesprochen. Das Diplomatenteam wird zusammengestellt und losgeschickt werden. Bis sie hier eintreffen, sollen wir die Stellung halten.“
          ,,Also dürfen wir das Feuer unter Kontrolle halten, damit sie es dann löschen können?!“ Man sah McCoy an, dass ihm dieser Gedanke nicht sonderlich gefiel. Cardon war ein sehr feuchter Planet. Der Doktor dachte wehmütig an sein gemütliches Quartier. Außerdem würde er lieber einen Tag allein mit Spock verbringen, als auf diesen Planeten zu beamen.


          Jim gab den Befehl zum Beamen und Scotty aktivierte den Transporter.
          Sie matrialisierten in einem kahlen Raum. Vor ihnen stand der Oberst und sein Stab. Die Mitglieder beider Seiten nickten sich zu und Torak bat Kirk und seine Leute, sich zu setzen. Bis jetzt war alles sehr ruhig verlaufen, doch nun fing der Oberst an seinen Standpunkt noch einmal ziemlich offen und verständlich darzulegen. Er wollte nichts mit dem Alten zu tun haben. Für Cardon sollte eine neue Ära anbrechen. Er wollte den Fehler der Alten in die Föderation einzutreten korrigieren.
          ,,Warum war es ein Fehler, eine Allianz mit den Vereinten Planeten zu schließen?“, fragte Kirk. Der Captain der Enterprise wollte es ruhig angehen lassen, Zeit schinden und auf die echten Diplomaten warten.
          ,,Weil CardonVI abhängig war. Wir mussten einen Vertrag einhalten und durften gewisse uns auferlegte Gesetze nicht missachten. Es ist nicht ehrenhaft, in Abhängigkeit zu leben.“
          Ah! Da ist also der Haken. Ehre! Jim seufzte. Das würde schwieriger werden, als er gedacht hatte. Er wollte etwas sagen, aber Pavel kam ihm zuvor. ,,Wäre es nicht ehrenvoll, in der Sternenflotte zu dienen, neue Welten zu entdecken und zu erforschen?“
          ,,Nein!“, sagte einer der Cardonier. ,,Wir wollen unter uns bleiben. Andere Rassen haben nicht dasselbe Ehrgefühl wie wir. Daraus könnten sich Probleme ergeben.“
          Dann schaltete sich Pille ein. ,,Es ist aber ehrenhaft, den ersten Schritt zu tun, etwas Neues zu probieren.“
          ,,Wir...“ Der Oberst zögerte. ,,Wir müssen erst unser Inneres stabilisieren. Wir sind nicht bereit für die Außenwelt.“
          ,,Die Sternenflotte kann warten, aber wenn Sie die Föderation verlassen, werden Sie niemals die Möglichkeit haben, neue Welten zu entdecken. Es ist demzufolge nur logisch, wenn Sie sich uns wieder anschließen.“
          Alle starrten Spock an. McCoy schüttelte den Kopf. Dieser Vulkanier redete von Logik und das zu einem Volk, das von der Ehre geleitet wurde. Es war unglaublich, wie sehr der Wissenschaftsoffizier von seiner Logik überzeugt war.
          Kirk sah den Oberst an. ,,Entschuldigen Sie, aber ich muss kurz mit meinem Stabsarzt sprechen.“ Dann sagte er etwas leiser : ,,Pille, ich glaube, es wäre besser wenn du wieder an Bord gehen würdest. Du musst dich um T’Jaca kümmern und das hier kann noch einige Stunden dauern.“
          ,,Ja, sie sind leider nicht so logisch, wie Spock annimmt. Irgendwie sind sie mir dadurch ziemlich sympathisch. OK, Jim. Ich gehe zurück und passe auf meine Patientin auf...ach so! Sie wollte mit dir reden, Jim. Wenn du wieder auf dem Schiff bist, komm doch bitte ins Lazarett.“
          Damit erhob sich der Doktor, verabschiedete sich und beamte auf die Enterprise zurück.

          Dort angekommen ging er sofort auf die Krankenstation. T’Jaca lag in ihrem Bett und las. Es war ein irdisches Buch. ,,Woher haben Sie das, Jackie?“
          ,,Nyota hat es mir geliehen. Zwischen meinen Übungen muss ich ja auch mal etwas anderes tun, als rumliegen und nachdenken. Übrigens ich muss unbedingt mit dem Captain sprechen. Es geht um einen intergalaktischen Krieg. Ich...mein Großvater könnte ihn verhindern, aber ich muss zu ihm, um ihm zu helfen.“
          ,,Äh, Jackie...Entschuldigung, aber glauben Sie ernsthaft, dass Jim beim Föderationsrat ein gutes Wort für Sie einlegt, damit Sie wieder zurück ins Imperium gehen können? Und das auch noch nachdem Sie seine Frisur beleidigt haben? So etwas vergisst er nicht so schnell.“
          ,,Ja, ich weiß. Deshalb möchte ich ja mit ihm sprechen.“
          ,,Ich werde es ihm noch mal sagen. Ich denke, morgen ist er wieder an Bord. Gute Nacht, Jackie.“
          T’Jaca legte den Kopf schief. Sie fühlte, wie das Wasser Besitz von ihr ergriff.
          ,,Gute Nacht, Pille.“, sagte sie leise.

          Am nächsten Tag (Tag und Nacht wurden auf der Enterprise, so gut es ging, simuliert) kamen Kirk, Spock und Chekov wieder an Bord. Die Diplomaten waren eingetroffen und übernahmen das Ganze jetzt. Sie waren schneller, als erwartet, gekommen, denn sie wurden von Planeten in der Nähe weggerufen, um diesen Fall zu übernehmen. Die Enterprise nahm jetzt Kurs auf die Starbase 12.

          Pille hatte das gemeinsame Frühstück mit Jim und Spock vorzeitig beendet, weil dieser Vulkanier ihn wirklich unglaublich aufregte. Die beiden hatten sich seit zwei Tagen nicht mehr gestritten und sowohl McCoy als auch Spock litten langsam an Entzugserscheinungen. Aber der Doktor hatte ja noch seine Romulanerin...
          T’Jaca saß an einem Tisch in der Krankenstation und hatte eine Orange in der Hand. Es war die vom letzten Abendessen. Jackie wollte sie nicht essen, weil sie etwas brauchte, worüber sie nachdenken konnte. Was war da besser als diese runde, orange Frucht, deren Namen sie sich nicht erklären konnte.
          McCoy sah, wie die Romulanerin diese Orange in ihrer Hand drehte. Jackies Augenbrauen standen fast senkrecht nach oben, so sehr konzentrierte sie sich. Der Arzt lachte leise. Wie kann man nur so fasziniert von einer Orange sein?
          In diesem Moment betrat Hikaru Sulu das Lazarett. Sein erster Blick galt T’Jaca und er war verwundert, sie sitzend zu sehen. ,,Doktor McCoy, ich dachte, sie darf noch nicht lange sitzen.“
          ,,Naja, irgendwann müssen wir ja anfangen. Außerdem kann man im Sitzen besser nachdenken.“
          Sulu lachte. ,,Ich weiß nicht, wie man so fasziniert von einer Orange sein kann.“
          ,,Immerhin lenkt es sie ein bisschen ab. Sie hat mich gestern nach der Starbase ausgefragt.“
          ,,Ja, mich und Uhura auch.“ McCoy sah den Lieutenant an.
          ,,A propros Uhura: Wo ist Sie? Eigentlich ist sie doch jetzt dran.“
          ,,Sie hat heute etwas wichtiges zu tun. Sie muss-“
          ,,Hikaru!“
          T’Jaca hatte den Rudergänger entdeckt und strahlte übers ganze Gesicht. Sulu lächelte ebenfalls und McCoy bemerkte in seinen Augen ein merkwürdiges Glitzern. Der Doktor grinste und scheuchte Patientin und Betreuer zur Tür hinaus.

          Jim, Spock und Scotty saßen in der Kantine und diskutierten über einen Landurlaub. ,,Starbase 12 ist genau richtig. Wir könnten uns ein paar schöne Tage machen, während die Enterprise umgerüstet wird.“ Der Schotte war begeistert von seiner Idee.
          Spock schien nicht anders zu können. Er musste dem Chefingenieur die Freude verderben. ,,Um einen Landurlaub genehmigt zu kriegen, brauchen wir Doktor McCoys Urteil. Die Besatzungsuntersuchungen sind abgeschlossen, zumindest fast (Jim lief rot an.) und der Doktor sagte, dass alle in bester Verfassung wären. Einen Landeurlaub zu genehmigen, wäre von Seiten der Sternenflotte äußerst unlogisch.“
          Scotty stöhnte. Dieser Vulkanier nervte ihn wirklich. Warum musste denn immer alles logisch sein.
          Doch Spock war noch nicht fertig. ,,Die Enterprise wurde erst vor kurzem neu ausgestattet, was eine Umrüstung überflüssig macht. Ich denke, es wird nur einen kurzen Routinecheck geben, der circa 22,42 Stunden in Anspruch nehmen wird.“
          Jim erhob sich. ,,Ich denke, es wird Zeit, dass wir auf die Brücke gehen. Bis später, Scotty.“
          Der Captain und sein erster Offizier verließen gemeinsam die Kantine der Enterprise. Scotty sah ihnen nach. Wütend starrte er Spocks Rücken an. Dieser Vulkanier! Er konnte McCoy verstehen. Irgendwann wurde einem diese verdammte Logik zuviel!

          Auf der Brücke herrschte mittelmäßiger Betrieb. Uhura besprach gerade Ankunfts- und Aufenthaltszeit mit der Raumstation. Chekov kontrollierte seine Instrumente. Wie alles, was mit seinem Dienst zusammenhing, tat er das sehr gründlich, denn nichts lag ihm ferner, als seinen Captain zu enttäuschen. Der Lieutenant am Ruder tat gar nichts. Er starrte nur auf den Hauptbildschirm, der die wunderschönen, unendlichen Weiten des Alls zeigte.
          Kirk und Spock betraten den Kontrollraum. Der Vulkanier setzte sich sofort an seine Station und überprüfte die wissenschaftlichen Geräte. Jim hingegen sah sich erstmal um. Dieser vertraute Raum mit der hohen Decke...für ihn war das der schönste Platz auf der Welt. Er schloss die Augen und lauschte. Man hörte nur die üblichen Brückengeräusche, nichts weiter. Zufrieden setzte sich der Captain in seinen Sessel und betrachtete den Hauptbildschirm. Alles war friedlich, hier und da ein paar Sternenhaufen, am Rand des Schirms ein Klasse-2-Nebel, ab und zu ein paar Planeten...

          Hikaru Sulu hatte sich gerade mit T’Jaca an einen Tisch gesetzt. Heute tranken die beiden Bananensaft. Im Moment unterhielten sie sich über Jackies Heimatplaneten. ,,Ich weiß, dass er bei den Menschen Romulus heißt. Wir nennen ihn allerdings Ri’han.“
          ,,Ri’han? Und wie heißt Ihr Volk?“ Hikaru fand das wahnsinnig interessant und Jackie konnte sehr gut erzählen.
          ,,Mein Volk nennt sich Ri’hannsu und wir sind nicht nur Krieger, wie ihr immer denkt. Der Krieg ist eine hohe Kunst, aber nicht die einzige. Wir beherrschen noch viele andere. Die Kunst des Gesangs, der Dichtung, der Malerei und was weiß ich nicht alles. Es ist ein bisschen, wie dieses Rom, von dem Sie mir erzählt haben.“
          Sulu nickte. Während er sich sehr für die Romulaner interessierte, wollte Jackie viel über die Menschen wissen. Beide verrieten sich natürlich keine Staatsgeheimnisse oder so etwas, denn es war immer noch der Feind, dem sie gegenüber saßen, auch, wenn sie das ziemlich oft vergaßen. Jetzt musste T’Jaca allerdings zurück zur Krankenstation.

          Jim saß immer noch in seinem Sessel. Kann nicht endlich mal was passieren? Dem Captain dieses großen Raumschiffes war langweilig und das passierte weiß Gott nicht oft. Auf einmal piept das Interkom. ,,Hier Kirk.“
          ,,Jim, ich fände es toll, wenn du in die Krankenstation kommen würdest.“
          Es könnte so vieles passieren. Warum gerade das? ,,Pille, ich hab jetzt keine -“
          ,,Es ist nicht wegen deiner Untersuchung.“
          Kirk atmete auf. Und da der Arzt sowieso wusste, was er dachte, sagte er: ,,Ach so, na gut, ich komme.“ Und schon war der Captain zur Tür hinaus.

          Pille saß mit Christine Chapel an einem Tisch. Gerade beendete er seinen letzten Satz. ,,...er kommt, verriegeln Sie die Tür, OK?“
          ,,Warum die Tür verriegeln, Pille?“
          Erschrocken fuhr der Doktor herum. ,,Jim! Schön, dass du da bist. Würdest du dich bitte hinlegen.“
          Der Captain sagte kein Wort. So schnell er konnte, rannte er zur Tür. Diese ging allerdings nicht auf. ,,Du bist doch ein verdammter Quacksalber, Pille!“
          ,,Jim, als leitender Arzt der Enterprise befehle ich dir, dich von mir untersuchen zu lassen!“
          Kirk seufzte. Wenn sein Freund seine Position als Chefarzt der Enterprise rauskehrte, gab es kein Entrinnen mehr. Er legte sich auf die Pritsche und fand sich mit seinem Schicksal ab. Der Doktor machte sich sofort an die Arbeit. Christine Chapel hatte den automatischen Türöffner wieder aktiviert, was sich als fataler Fehler herausstellte. Hikaru und Jackie kamen nämlich gerade herein und die Romulanerin begann sofort zu reden. ,,Captain Kirk. Ich möchte unbedingt mit Ihnen sprechen. Es geht um meine Auslieferung an Starbase 12.“
          McCoy erdolchte T’Jaca mit seinem Blick. Er war so nah dran gewesen. So nah!
          Kirk wusste nicht, ob er froh oder sauer sein sollte. Auf der einen Seite kam er jetzt um die Untersuchung herum, auf der anderen hatte die Romulanerin sich noch mit keinem Ton für das Beleidigen seiner Frisur entschuldigt (und das ging ihm nach wie vor sehr nahe). Doch dann sah er McCoy an. ,,Können wir in dein Büro gehen?“
          Der Arzt nickte und machte ihm den Weg frei. Er gab sich ganz ruhig, sagte kein Wort, aber innerlich hätte er Jackie umbringen können. Gerade hatte er Jim da, wo er ihn haben wollte (auf einer Diagnoseliege) und da kam sie rein und zerstörte seinen genialen Plan. Wirklich! Erst Uhura und jetzt sie! Wütend sah er den beiden nach.
          Jim und T’Jaca betraten das Büro, setzten sich und starrten sich an. Dann begann die Romulanerin zu reden. ,,Captain, zuerst einmal wollte ich mich bei Ihnen entschuldigen. Es ist eine romulanische Angewohnheit, Terraner zu beleidigen. Das ist schon fast angeboren.“
          Jim lächelte. Irgendwie konnte er dieser Romulanerin nicht böse sein. ,,Na gut. Aber was wollten Sie jetzt mit mir besprechen?“
          T’Jaca legte den Kopf schief und sah den Captain an. ,,Ich wollte Sie bitten, mich nicht auf der Starbase abzuliefern.“
          Kirk holte tief Luft. Das war es also! Deswegen war sie so freundlich. Sofort war seine Antipathie Jackie gegenüber wieder da. ,,Und warum sollte ich das tun?“
          ,,Weil es sonst in der nächsten Zeit einen Krieg zwischen dem Imperium und der Föderation geben wird.“
          Jim lachte bitter. ,,Doch nicht etwa wegen Ihnen? Sind Sie so wichtig für die Romulaner?“
          Verlegen sah Jackie ihr Gegenüber an. ,,Nein aber-“ T’Jaca brach ab und kniff die Augen zusammen. Dann hob sie stolz den Kopf. Von diesem Terraner würde sie sich nichts vorschreiben lassen und se würde ihn auch um nichts bitten. ,,Ich muss eben. Lassen Sie mich gehen.“, verlangte sie.
          Fassungslos starrte Kirk die Romulanerin an. ,,Sie erwarten doch nicht etwa von mir, dass ich Sie jetzt freilasse?!“ Er sprang auf und ging zur Tür. ,,Wenn doch, so muss ich Sie enttäuschen. So redet niemand mit mir.“, sagte er gefährlich ruhig. ,,Vielleicht können Ihnen die Spezialisten auf Starbase 12 etwas Respekt eintrichtern. Da es Ihnen wieder besser zu gehen scheint und Sie offenbar nicht mehr in akuter Lebensgefahr schweben, werden Sie von nun an wie eine Kriegsgefangene behandelt. In vier Stunden docken wir an die Basis an. Bis dahin stehen Sie unter strengstem Arrest, T’Jaca, Tochter von T’Jona!“ Jim verließ das Büro. Schade, dass man auf diesen neuen Raumschiffen keine Türen mehr zuknallen konnte. Gut, dass er diese Romulanerin nicht mehr wie ein rohes Ei behandeln musste, da ihre Verletzungen erstaunlich schnell geheilt waren. Vielleicht hatten die Romulaner ebenso wie die Vulkanier eine Art Selbstheilungstechnik. Kirk ließ eine Wache rufen und Jackie abführen, ohne auf McCoys und Sulus Einwände zu hören. Er hatte diese Romulanerin so was von satt, das gab’s gar nicht! Er war wirklich froh, sie auf der Starbase loszuwerden. Wahrscheinlich hatte Spock recht gehabt, als er sagte, dass es Verschwendung von Zeit und Arbeitspotential war, wenn sie T’Jaca hier behielten. Nein! Nicht nur wahrscheinlich, sondern ganz bestimmt. Diese Jackie würde auf der Basis ihr blaues Wunder erleben. Da hatte sie keinen Arzt, der wie ein Vater zur ihr und keinen Betreuer, der wie ein Bruder war. Dann würde sie die Föderation mal richtig erleben und das geschah ihr recht!
          T’Jaca folgte geknickt der Wache. Was sollte sie jetzt nur tun? Der Captain glaubte ihr nicht und ließ sie nicht gehen. Es war voraussehbar gewesen, aber bis vor einer Minute hatte sie noch gehofft. Sie wollte nicht gefoltert werden. Sie würde nichts sagen. Das hatte sie sich fest vorgenommen. Aber sie hatte Angst...schreckliche Angst. Doch das würde sie niemals zugeben. Weder vor der Föderation, noch vor dem Senat, sofern sie ins Imperium zurückkehren würde.
          -> Logische Träume <-
          \V/ Tai nasha no karosha!
          KEEP ON TREKKING!!!!!!

          Kommentar


          • #6
            4. Kapitel


            McCoy stand vor Jim und redete auf ihn ein. Die beiden hatten sich in Kirks Quartier zurückgezogen und hier ließ der Doktor seiner Wut freien Lauf.
            ,,Verdammt, Jim! Was hat sie dir getan? Das kann doch nicht nur wegen den Haaren sein!“
            Kirk seufzte. ,,Hör endlich auf mit meinen Haaren. T’Jaca benutzt uns nur. Sie will unbedingt ins Imperium zurück und ich glaube nicht, dass es wegen ihres Großvaters ist. Ich glaube nicht mal, dass sie einen hat!“
            McCoy sah seinen Freund an und sagte: ,,Wenn die Leute auf der Starbase herausfinden, dass sie die Wahrheit gesagt hat, bringst du sie dann zurück?“
            ,,Pille, was hast du nur an dieser Romulanerin gefressen? Sie ist der Feind!“
            ,,Nein, sie ist nicht der Feind. Ich glaube wirklich nicht, dass sie gelogen hat. Sie ist so...menschlich, Jim. Sie könnte nie so gut lügen, wie ein echter Romulaner.“
            Kirk runzelte die Stirn. ,,Und was ist, wenn sie nur eine sehr gute Schauspielerin ist?“
            McCoy gab sich geschlagen. ,,OK, Jim. Aber ich werde noch mal mit ihr reden und ihr sagen, was sie jetzt erwartet.“
            Damit erhob sich der Doktor und verließ das Quartier des Captains.
            Jim sah seinem Freund nach, als dieser sein Quartier verließ. War diese Halbromulanerin wirklich so menschlich? Oder konnte sie sich nur sehr gut verstellen? Romulaner waren gute Schauspieler. Aber konnte sie damit nicht nur Sulu und McCoy täuschen sondern auch die medizinischen Computer der Enterprise? War sie vielleicht gar keine Halbromulanerin, war es eine neue Technik des Imperiums? Was sollte er von dieser Situation halten. Sollte er T’Jaca und Pille vertrauen? Einer Romulanerin vertrauen! Andererseits war McCoy ein sehr guter Menschenkenner. Was sollte er tun?!

            McCoy betrat den Arrestbereich der Enterprise. Zwei Wachposten standen vor T’Jacas Zelle. Der Doktor winkte ihnen zu und sie traten zur Seite. Dann räusperte sich Leonard, um Jackies Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Romulanerin ignorierte ihn allerdings gnadenlos. McCoy sah sie an. Zusammengekauert saß sie in einer Ecke ihrer Zelle und starrte zu Boden. Ihr Körper wirkte angespannt und ihre Gesichtszüge wie versteinert. Pille seufzte und sagte: ,,Jackie, ich muss mit Ihnen reden.“
            Wider Erwarten fauchte die Romulanerin ihn an. ,,Verschwinden Sie, Doktor McCoy! Ich dachte, die Geschichten, die sich mein Volk über die Terraner erzählen, wären erfunden und übertrieben gewesen, aber jetzt erlebe ich es selbst. Wenn ein Krieg ausbricht, geschieht Ihnen das nur recht und ich bete dafür, dass die Romulaner siegen. Ich wollte eine Annäherung zwischen unseren Gebieten, dem der Romulaner und dem der Föderation, schaffen, aber ihr seit es nicht wert, dass man sich um euch bemüht! Ihr seid alle gleich. Gleich dumm! Ich hasse euch! Und Sie hasse ich ganz besonders, Doktor! Ich dachte, ich hätte einen Freund gefunden. Sie haben mich so an meinen Vater erinnert, aber das war nur gespielt, damit Sie mein Vertrauen gewinnen und ich Geheimnisse des Imperiums verrate! Ich sage Ihnen eins: Ich werde nie, niemals in meinem Leben freiwillig etwas über das Imperium erzählen! Nie und jetzt verschwinden Sie!“
            McCoy starrte die Romulanerin an. So einen Gefühlsausbruch hatte er nicht erwartet. Allerdings bestätigte das nur seinen Verdacht, dass Jackie keine vollwertige Romulanerin war und man ihr ihr menschliches Erbe sehr wohl anmerkte. Sie konnte ihre Gefühle nicht halb so gut verbergen wie Spock und sogar ein Romulaner konnte es besser. Das war eindeutig menschlich an ihr und gefiel dem Doktor unglaublich. Er versuchte noch einmal mit ihr zu sprechen. ,,Jackie, ich -“
            ,,T’Jaca, für Sie!“
            Seine Patientin war zu keinem Kompromiß bereit und McCoy wollte schon aufgeben. Aber da kam dem Doktor eine Idee, die es wert war ausprobiert zu werden. Sofort machte er sich auf den Weg zur Brücke.

            Dort angekommen ging er direkt auf Jims Sessel zu. ,,Du, Jim, ich woll -, äh Spock, hallo.“
            Der Vulkanier, der im Kommandantensessel saß, sah den Arzt an.
            ,,Was wollten Sie sagen, Doktor?“
            ,,Ich, äh, ich wollte mir Sulu ausleihen. Könnten Sie ihn entbehren, Mr. Spock?“
            Nachdem McCoy sich von dem Schock, Spock anstatt Jim im Kommandantensessel zu sehen, erholt hatte, ging er sofort zum unpersönlichen Ton über um dem Wissenschaftsoffizier zu zeigen, dass er immer noch sauer auf ihn war. Dieser sah den Doktor aber nur verständnislos an und sagte: ,,Wenn es Mr. Sulu nichts ausmacht, ausgeliehen zu werden, so kann ich ihn entbehren, um ihre Worte zu benutzen, Doktor.“
            McCoy registrierte, dass es ein Versöhnungsversuch in Form eines Wortgefechtes war und freute sich diebisch den Vulkanier leiden zu sehen. Natürlich würde er nicht auf diesen Versuch eingehen, da es toll war, dass auch Spock unter Entzugserscheinungen, was ihre Streits anbetraf, litt.
            Bevor Doktor oder Wissenschaftsoffizier noch etwas sagen konnten, stand Hikaru Sulu auf und sagte: ,,Mr. Spock, bitte um Erlaubnis die Brücke mit Doktor McCoy verlassen zu dürfen.“
            Spock hob eine Braue. Wusste der Rudergänger etwa mehr als er? Doch dann drückte er auf den Interkomknopf am Kommandantensessel und sagte: ,,Ich erbitte Ablösung für Lieutenant Sulu. Miss DeLuas, bitte auf die Brücke.“
            Sulu und McCoy verließen den Kommandoraum und betraten den Turbolift. Hikaru sah sein Gegenüber an und fragte: ,,Wie geht es ihr, Doktor?“
            Pille seufzte. ,,Sie wollte nicht mit mir reden. Jedenfalls nicht so, dass ich auch was sage. Sie hat mir bestimmt fünf Minuten lang erzählt, wie sehr sie von den Menschen enttäuscht ist. Von Vulkaniern sprach sie nicht. Wahrscheinlich hat sie Spock gesehen und sofort jegliche Hoffnung auf eine erträgliche Zusammenarbeit mit seiner Rasse aufgegeben“
            Hikaru lächelte. Es war zwar ein schwacher Witz, aber er zeigte, dass McCoy noch nicht seinen Humor verloren hatte und es folglich noch eine Chance gab T’Jaca umzustimmen.
            ,,Warum soll ich zu ihr?“, fragte er.
            ,,Nun vielleicht will sie ja mit Ihnen reden.“, war McCoys Antwort.
            Als der Doktor das Gesicht des Rudergängers sah, musste er unwillkürlich grinsen. ,,Ach kommen Sie, Junge. Glauben Sie, ich bin blind? Ich merke doch, wie Sie und Jackie sich ansehen. Sogar unser emotionaler Kühlschrank Spock würde es mitkriegen, wenn er Sie beide zusammen sähe.“
            Hikaru wurde rot. ,,Äh...und Sie meinen, ich könnte Jackie zur Vernunft bringen. So, dass sie sich nicht gegen die Behandlung, die sie auf Starbase12 erwarten, sträubt, weil das alles nur noch schlimmer machen würde?“
            McCoy nickte ernst. ,,Ganz genau, Mr. Sulu und ich hoffe, Sie werden damit Erfolg haben.“
            Im Arrestbereich war inzwischen einiges los. ,,Lassen Sie mich bloß in Ruhe!“
            ,,Ach kommen Sie. Ich muss die Energiefluktuation vom Inneren ihrer Zelle messen, sonst könnte Sie ein sehr konzentrierter Energiestrahl treffen.“
            ,,Wenn Sie hereinkommen, breche ich Ihnen sämtliche Knochen!“
            Scotty und T’Jaca standen sich gegenüber und starrten sich an. Bei der Überprüfung der Sicherheitsverliese hatte der Chefingenieur eine Schwankung der Energieströme festgestellt und wollte diese nun genauer untersuchen. Um das tun zu können, musste er allerdings das energetische Feld von der Innenseite der Verliese abtasten. Und jetzt stand diese Romulanerin vor ihm und wollte ihn nicht reinlassen! Der Schotte sah die Romulanerin an. Eigenartigerweise war sie ihm am Anfang irgendwie sympathisch gewesen und nach allem, was Sulu ihm erzählt hatte, schien sie eigentlich eine nette Person zu sein. Eigentlich hatte er sich darauf gefreut, sie endlich auch mal kennen zu lernen, aber im Moment wünschte er sich nur, dass sie leise war und ihm keinen Ärger machte. Natürlich tat Jackie ihm diesen Gefallen nicht. Sie stand in der Ecke ihrer Zelle, alle Muskeln gespannt, wie eine Raubkatze in Gefangenschaft, die nur darauf wartete sich auf ihren Wärter zu stürzen. Sie wollte hier raus. Sie musste ihrem Großvater helfen! Es könnte schon zu spät sein...
            In diesem Moment kamen Sulu und McCoy herein. Der Doktor nickte Scott und den Wachen zu und wollte sie gerade bitten, die Verliese zu verlassen, als Scotty anfing ihm mit einer furchtbaren Leidensmiene sein Leid zu klagen. ,,Doktor, bringen Sie Ihre Patientin zur Vernunft. Ich muss ihre Zelle kontrollieren, aber sie lässt mich nicht hinein.“
            Sulu winkte den Chefingenieur und den Doktor zu sich. Die drei flüsterten eine Weile miteinander und dann sagte Scott zufrieden: ,,Das ist eine sehr gute Idee, Junge! So machen wir’s!“ Dann ging er zum Interkom und aktivierte es. ,,Scott an Brücke!“
            ,,Hier Kirk.“
            Aha, Jim ist also wieder auf seinem Posten, dachte McCoy. Scott redete indessen weiter und erklärte dem Captain ihren Plan. ,,...wir wollten Hikaru mit T’Jaca in sein Quartier gehen lassen, damit er sie dort so lange beschäftigen kann, bis wir hier fertig sind.“
            ,,Außerdem soll er Jackie etwas Vernunft eintrichtern, damit sie sich nicht gegen die Methoden der Spezialisten auf Starbase12 sträubt und alles nur noch schlimmer macht.“ McCoy hoffte, dass der Captain zustimmen würde.
            Jim saß in seinem Sessel und spitze die Lippen, wie er es immer tat, wenn er nachdachte.
            ,,Kann Mr. Sulu garantieren, dass die Romulanerin nicht versucht das Schiff zu verlassen?“
            Sulu trat an das Interkom heran. ,,Ja, das kann ich, Sir:“
            ,,Na gut, aber warum redet ihr so leise?“
            ,,Wir wollen nicht, dass Jackie etwas von unserem Plan erfährt, weil dann nur noch misstrauischer wird, als sie es sowieso schon ist.“
            Sulu trat vom Interkom zurück und Jim seufzte. ,,Ich weiß wirklich nicht, warum ihr alle so ein Theater um T’Jaca macht, aber meinetwegen. Nur noch eins: Wenn sie doch abhauen sollte, droht euch ein Kriegsgerichtsverfahren und dagegen kann ich nichts tun, merkt euch das, vor allem Sie, Mr. Sulu. Kirk Ende.“
            Die drei Offiziere drehten sich um und Scott ließ die Wachen abtreten. Dann verließen er und McCoy ebenfalls das Verlies und es waren nur noch T’Jaca und Hikaru da.
            Trotzig sah die Romulanerin dem Lieutenant in die Augen. ,,Was wollen Sie?“
            ,,Ich möchte mit Ihnen reden. Ich habe soeben die Erlaubnis bekommen, Sie mit in meine Kabine zu nehmen. Wenn ich Sie jetzt rauslasse, versprechen Sie, mich nicht in irgendeiner Weise zu verletzen?“
            T’Jaca legte den Kopf schief, eine Tatsache, die Hikaru zeigte, dass er schon fast wieder die alte Jackie vor sich hatte. ,,OK, aber ich weiß nicht, ob das Wort eines Romulaners viel taugt. Immerhin sind wir der Feind!“
            Hikaru sah T’Jaca an. Sie war wohl doch noch nicht ganz die Romulanerin, die ihm so sympathisch war.
            ,,Jackie -“
            ,,T’Jaca!“
            Sulu lächelte. ,,Jackie, kommen Sie mit und erzählen Sie mir von ihrem Großvater, bitte.“
            ,,Was für eine Art von Verhör soll das sein? Was glauben Sie, wie dumm wir Romulaner sind! Außerdem bin ich T’Jaca für Sie, Mr. Sulu.“
            Sulu sah T’Jaca an, deaktivierte das Kraftfeld und sagte. ,,Das nehme ich als: Ja.“ Dann nahm er die Romulanerin bei der Hand und ging mit ihr zu seinem Quartier. Dort angekommen bot er Jackie einen Platz auf seinem Sofa an, den sie ohne ein Wort zu sagen annahm. Dann sahen sich die beiden eine Weile an und schließlich seufzte T’Jaca.
            ,,Woher wussten Sie, dass ich mein Versprechen halten würde?“
            Sulu lächelte. ,,Sie sind anders als die Romulaner, die ich bis jetzt kennengelernt habe, ganz anders. Ich habe Ihnen einfach vertraut.“
            Erstaunt blickte T’Jaca dem Menschen in die Augen. ,,Sie haben mir...vertraut?“
            ,,Ja, das habe ich. Ich...äh, ich würde Sie ja gerne mit aufs Botanikdeck nehmen, aber der Captain hat nur erlaubt, dass Sie sich in meiner Kabine aufhalten. Hören Sie, Jackie, das man Sie eingesperrt hat...damit hat Doktor McCoy nichts zu tun. Es ist einfach eine Sicherheitsvorschrift, die wir von Anfang an hätten einhalten sollen, aber Sie waren zu schwach und die Gefahr für ihr Leben zu groß. Es tut mir leid, dass Sie jetzt in der Zelle sitzen müssen, aber seien Sie doch vernünftig. Wenn Sie jetzt auf stur schalten, wird alles nur noch schlimmer.“
            Der Rudergänger sah die Romulanerin an. Ihre Augenbrauen waren zusammengezogen und standen fast senkrecht in die Höhe, ein Zeichen dafür, dass sie sich sehr konzentrierte. Sulu fuhr fort: ,,Wenn Sie ...naja...kooperieren, dann haben Sie vielleicht die Chance, wieder ins Imperium zurückzukommen. Wenn Sie nicht kooperieren, dann werden Sie wahrscheinlich auf einen der Strafplaneten der Föderation gebracht. Ich-“
            ,,Vergessen Sie’s!“ Jackie war aufgesprungen und starrte den Rudergänger wütend an. ,,Sie sind nicht anders als Pille und alle anderen von der Föderation. Ich werde nicht kooperieren! Ich denke nicht mal daran, denn ich bin mir sehr sicher, dass ich danach nicht ins Imperium zurückkehren kann. Und jetzt bringen Sie mich zurück in meine Zelle! Ich dachte wirklich, dass wenigstens Sie anders sind, aber...das war wohl ein Irrtum.“
            Sulu startete einen letzten Versuch. ,,Jackie, wir sind alle nicht so, wie Sie denken. Wir wollen Ihnen helfen. Bitte, lassen Sie sich meine Worte noch mal durch den Kopf gehen.“
            T’Jaca stand an der Tür und starrte den Offizier wortlos an. Sulu seufzte und begleitete sie zum Sicherheitstrakt der Enterprise.
            Dort angekommen, sah er sie an. ,,Bitte, Jackie...“
            Doch die Romulanerin schenkte ihm keine Beachtung, ging einfach durch die Zellentür, deren Kraftfeld noch nicht aktiviert war und setzte sich wieder in die hintere Ecke. Hikaru seufzte, aktivierte das Kraftfeld und machte sich auf den Weg zum Kommandodeck.
            Als er den Kontrollraum der Enterprise betrat, warf ihm Uhura einen neugierigen und zugleich besorgten Blick zu. Hikaru schüttelte fast unmerklich den Kopf. Kirk hatte diese stumme Konversation bemerkt und als Sulu an seinem Sessel vorbeiging, klopfte er ihm auf die Schulter und sagte leise: ,,Machen Sie sich nichts draus, Lieutenant. Romulaner sind von Natur aus sehr stur.“
            Der Rudergänger lächelte traurig und sagte: ,,Aye, Sir. Danke, aber ich dachte, diese Romulanerin wäre anders.“
            Kirk bemerkte ein seltsames Glitzern ins Sulus Augen. Er fragte sich, ob ihm da irgend etwas entgangen war. Naja, er würde mit Pille darüber reden...aber auf keinen Fall in der Krankenstation. Die Gefahr, ein zweites Mal eingeschlossen zu werden, war zu groß.
            Der Dienst auf der Brücke verlief ganz normal und sehr, sehr ruhig. Das gab Jim die Gelegenheit einmal nachzudenken, wie er Pille und Spock wieder zusammenkriegen könnte. Er merkte sehr wohl, dass die beiden sich am liebsten wieder vertragen, das aber niemals zugeben würden. Vielleicht sollte er die beiden mal in Lebensgefahr bringen. Wenn sie einander retten mussten, vertrugen sie sich meistens wieder. Aber wie sollte man einen Vulkanier und einen Arzt an Bord eines Raumschiffs, das auf dem Weg zur nächsten Starbase war, in Lebensgefahr bringen?

            Uhura hatte gerade ihren Brückendienst abgeschlossen. Sie lief durch die Flure der Enterprise und grübelte vor sich hin. Es war zur Zeit wirklich langweilig auf der Brücke. Nichts passierte und der Umstand, dass Spock und McCoy sich nicht mehr stritten, machte es auch nicht gerade besser. Was die beiden sich schon an den Kopf geworfen haben! Uhura lachte leise, als sie an vergangene Streitereien dachte. Das waren noch Zeiten. Oh Gott, sie redete, als wären Jahre vergangen, seit sie das letzte Streitgespräch gehört hatte, dabei waren es nur Tage. Aber da es ja schon zur Gewohnheit geworden war, dass die beiden sich gegenseitig ärgerten, kam einem eine so streitlose Zeit, wie diese, unendlich lang vor.

            Auch Chefingenieur Scott hatte seine Schicht beendet und war wieder auf dem Weg in den Sicherheitstrakt des Sternenschiffes.
            Dort traf er McCoy, der immer noch versuchte mit T’Jaca zu reden. Er merkte, wie sehr die Romulanerin dem Doktor ans Herz gewachsen war. Leonard stand die Enttäuschung über Jackies Verhalten ihm und den anderen gegenüber förmlich ins Gesicht geschrieben. Als er Scotty eintreten hörte, sah er ihn an. Einen Moment hoffte Scotty, eine spitze Bemerkung über seine Präsenz zu hören. So etwas wie es scheint ein neues Hobby der Crew zu sein, Jackie zu beobachten vielleicht. Aber dann drehte der Doktor seinen Kopf weg und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Jackie, die immer noch in ihrer Ecke saß.
            In diesem Moment betrat Fähnrich Pavel Chekov den Raum und sagte: ,,Sir, Doktor, wir sind da. Ich soll T’Jaca zum Transporter begleiten.“, und etwas leiser zu Leonard: ,,Der Captain sagte, Sie könnten mitkommen, Doktor.“
            Dankbar lächelte Pille den jungen Offizier an. ,,OK, dann machen wir mal, dass wir hier wegkommen.“
            Chekov deaktivierte das Kraftfeld und sah T’Jaca an. ,,Würden Sie bitte vor mir laufen.“
            Stolz und mit erhobenem Kopf, ohne auch nur ein einziges Mitglied ihrer Eskorte zu beachten, schritt Jackie voraus. Jetzt war sie ganz Tochter ihres Volkes, eine Romulanerin, wie sie im Buche stand.
            Im Transporterraum angekommen wurden Chekov, T’Jaca und Pille von Jim empfangen. Der Captain sah alle drei noch einmal an, dann wandte er sich dem jungen Lieutenant an den Schaltkonsolen zu und sagte: ,,Mr. Kyle -“
            Weiter kam er nicht, denn er wurde von Sulu und Uhura unterbrochen. Die beiden standen vor ihm und Uhura sagte: ,,Sir, wir bitten darum, mitkommen zu dürfen.“ Jim sah Rudergänger und Kommunikationsoffizierin an, seufzte leise und lächelte dann.
            ,,Erlaubnis erteilt, Lieutenant.“
            Zufrieden grinsend betraten Hikaru und Nyota nun ebenfalls die Plattform und nahmen Beamposition ein. T’Jaca legte den Kopf schief. Warum kamen sie mit. Hatten die Terraner so viel Angst davor, dass sie ausbrechen könnte, oder hatte sie die beiden falsch eingeschätzt und sie kamen aus Freundschaft mit. Naja...sie waren Menschen...also wohl eher das Erstere. Doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, spürte sie, wie sich ihr Körper in seine Einzelbestandteile auflöste...und dann spürte sie gar nichts mehr. Sie existierte für einen kurzen Moment nicht mehr...
            Doch dann fand sie sich in einem Transporterraum wieder, der viel größer war, als der auf der Enterprise. Der Offizier hinter den Kontrollen winkte sie von der Plattform herunter. An der Tür standen zwei Posten, die T’Jaca bewachen sollten.
            Von jetzt an übernahm McCoy das Kommando. Er führte sie zu den Untersuchungskammern. Dort warteten schon zwei in weiße Kittel gekleidete...naja...Menschen wäre nicht das richtige Wort. Humanoiden träfe es besser. Der eine war ein Tellarit, eine kleine schweinsgesichtige Kreatur, die zur Begrüßung ein lautes Schnaufen von sich gab. Leonard wusste, dass Tellariten sehr reizbar waren.
            Der andere war ein Andorianer. Diese Spezies fiel vor allem durch ihre blaue Hautfarbe auf. Es waren gewitzte, schlaue, aber meistens sehr freundliche Wesen. Sie waren hochgewachsen und ziemlich dünn. Außerdem hatten sie zwei Fühler auf dem Kopf. McCoy erinnerte sich an eine Geschichte, die den Andorianern den etwas unglücklichen Namen Blaue Fliegenfresser eingebracht hatte. Das Fliegenfresser stammte von ihrer ersten Besichtigung der Erde. Damals wurde ihnen zum Empfang ein riesiges Büfett bereitgestellt. In einer, der zahlreichen Suppen, schwamm eine tote Fliege und der andorianische Botschafter dachte, es sei eine menschliche Spezialität, probierte sie und sie hat ihm anscheinend geschmeckt. Da dieses Ereignis aus diplomatischen Gründen nie schriftlich festgehalten wurde, sondern nur mündlich überliefert ist, weiß man nicht, ob man ihm noch mehr Fliegen vorgesetzt hatte. Die Föderation versucht heute noch, diesen Vorfall zu vertuschen.

            McCoy stand vor den beiden Ärzten und seufzte. Ein Tellarit, der mit einem Andorianer zusammenarbeitet. Na das kann ja lustig werden. Tellariten waren dafür bekannt, dass sie Andorianer verabscheuten und diese erwiderten diese Gefühle nur zu gern. Allerdings, erinnerte sich der Doktor, gab es niemanden, wirklich niemanden, der Tellariten leiden konnte.
            Hikaru beugte sich zu T’Jaca und flüsterte: ,,Denken Sie daran: Je mehr Sie sich widersetzen, desto schlimmer wird es. Bitte bauen Sie keinen Mist, Jackie.“
            Die Romulanerin sah dem Terraner in die Augen und für einen Moment hoffte Sulu, dass sie endlich wieder vernünftig wurde. Doch als man Jackie abführte, drehte sie sich um und sagte:
            ,,T’Jaca für Sie, Mr. Sulu!“
            Die Antwort war ein mehrstimmiges Seufzen, denn alle hatten Sulus Worte gehört und gehofft, Jackie würde sie sich zu Herzen nehmen.
            Stumm folgte die Romulanerin den Doktoren in das Behandlungszimmer. Sie hatte Angst, war aber fest entschlossen, diese nicht zu zeigen. Sie würde nichts sagen, gar nichts.
            Als sie das Zimmer betrat, sah sie an der Wand einen großen Spiegel. Was sollte das? Sollte sie sich im Spiegel betrachten, während sie gefoltert wurde? Doch weder der Tellarit noch der Andorianer schenkten der großen verspiegelten Fläche am Ende des Raumes Beachtung. Sie bedeuteten der Romulanerin sich auf die Liege zu legen und begannen mit ihren Untersuchungen.
            Hinter dem Spiegel standen McCoy, Sulu, Uhura und Chekov. Für sie war es allerdings eine Glasscheibe, die es ihnen ermöglichte, die Vorgänge im Inneren des Raumes zu sehen. Leonard merkte, wie seine Hände zu schwitzen begannen.
            Um Himmels Willen! Hoffentlich macht Jackie keinen Ärger. Bei einem Tellariten kann das gefährlich werden. Wie ist der überhaupt zu diesem Job gekommen?!

            Etwa zur gleichen Zeit beamten Kirk, Spock und Scott auf die Station. Der Captain wollte sich ein wenig umsehen und Spock wollte die Computerbibliothek aufsuchen. Scotty hingegen wollte einkaufen. Er musste seinen Vorrat an Spirituosen auffüllen. Vor kurzer Zeit war ihm der sauranische Brandy ausgegangen. Hoffentlich bekam er hier welchen.
            Nachdem die drei also im Transporterraum materialisiert waren, ging jeder seiner Wege. In knapp fünf Stunden würden sie wieder zurück auf die Enterprise beamen.

            Scotty betrat einen dunklen Raum, in dem er ein Spirituosengeschäft vermutete. Langsam ging er an den Regalen vorbei. Dann fand er die Kasse. Er beugte sich zum Ladeninhaber vor und sagte leise: ,,Haben Sie hier auch etwas exklusivere Sachen?“
            Der Mann hinter der Kasse lächelte wissend. ,,Kommt darauf an, was für einen Geschmack Sie haben.“
            Scotty grinste. ,,Einen sehr guten, Junge, aber zur Zeit ist mir nach romulanischem Bier und sauranischem Brandy.“
            ,,Sauranischer Brandy geht klar, bei romulanischem Bier jedoch gibt es ein paar Probleme. Man kommt sehr schwer an das Zeug heran...ist verdammt gefährlich, es zu verkaufen...“
            ,,Ach kommen Sie!“ Scotty wurde langsam ungeduldig. Die Luft in diesem Laden war verdammt stickig und außerdem war es ziemlich eng. ,,Sie wissen genau, dass ich nichts verrate. Wieviel wollen Sie?“
            ,,Drei Flaschen, 20 Credits.“
            Verblüfft starrte der Schotte dem Verkäufer in die Augen.
            ,,20 Credits! Auf Starbase 5 kriegt man vier Flaschen für 15! Ich würde sagen...hm...zehn.“
            ,,Fünfzehn.“
            ,,Elf und keinen mehr.“
            Der Ladeninhaber seufzte. ,,Also gut, aber erzählen Sie keinem von diesem Abkommen, sonst wollen alle so billiges Bier haben.“
            Scotty grinste. ,,Keine Sorge, Junge. Ich schweige wie ein Grab.“
            Gut gelaunt verließ der Chefingenieur der Enterprise den Laden und verstaute seinen Einkauf in einem Schließfach. Dann schlenderte er die Passage entlang und sah sich die Schaufenster an.
            Jim hatte eine der alten Kneipen betreten, in denen er früher immer gesessen hatte. Er ging zum Tresen und bestellte sich ein Sodawasser. Dann fiel ihm die hübsche Frau auf, die am anderen Ende des Tresens saß. Er gesellte sich zu ihr und fragte, ob sie etwas trinken wolle. Sie wollte und bald darauf saßen die beiden bei Sodawasser und unterhielten sich. James T. Kirk hatte wieder eine neue Eroberung gemacht.
            Spock sah sich um. Der Raum, in dem er sich gerade befand, war klein und sehr übersichtlich. Der Vulkanier setzte sich vor ein Computerterminal und rief eine Reihe von Daten auf, die sich mit gefangengenommenen Romulanern befassten. Er überflog die Artikel und hob eine Augenbraue, als er einen Artikel Doktor McCoys bezüglich dieses Themas fand. Vor vielen Jahren hatte der Arzt schon einmal mit einem romulanischen Gefangenen zu tun gehabt. Es war einfach faszinierend, wie sehr sich beide Fälle glichen. Auch damals wollte der Romulaner unbedingt ins romulanische Imperium zurück und es wurde ihm gestattet. Die Unruhen, die damals zwischen der Föderation und dem Imperium herrschten, hörten augenblicklich auf. Spock begann, weitere Informationen zu diesem Fall anzufordern. Mit großem Interesse begann er, sie zu studieren...

            T’Jaca durfte aufstehen. Sie fühlte sich wie ein S’ighew, ein romulanisches Essen, dass kleinen Kindern vorgesetzt wurde, wenn diese nicht artig waren. Es war keine Folter in dem Sinne gewesen, aber die Föderation hatte ihre eigenen, sehr wirksamen Methoden. Sie wusste nicht, was nun mit ihr geschehen würde. Vielleicht würde man sie jetzt auf einen der Strafplaneten bringen und vielleicht ergab sich dort die Möglichkeit zum Selbstmord. Sie hatte ihren Schwur gebrochen. Gegen ihren Willen hatte sie geredet und den beiden Ärzten alles gesagt, was diese wissen wollten. Gut, dass sie keinen hohen militärischen Rang besaß und deshalb keine lebenswichtigen Geheimnisse des Imperiums wusste und sie demzufolge auch nicht verraten konnte. Man hatte sie hypnotisiert und deshalb konnte sie nichts gegen ihre Schande tun. Nun wartete sie in einen Raum, aus dem sie unmöglich entkommen konnte, weil er keine Tür besaß. Sie war hineingebeamt worden und das war wahrscheinlich der einzige Weg, diesen Raum zu betreten oder zu verlassen.
            Auf einmal wurde sie hinausgebeamt und Pille kam strahlend auf sie zu. ,,Jackie, Sie dürfen wahrscheinlich zurück. Das Flottenkommando wird diese Sache noch einmal gründlich untersuchen und dann entscheiden, was getan werden muss.“
            Die Romulanerin starrte den Arzt an. Gerade wollte sie etwas sagen, doch Uhura war schneller. ,,Sagen Sie jetzt nicht, dass wir Sie T’Jaca nennen sollen.“
            ,,Das werden wir nämlich nicht tun.“, fügte Sulu fröhlich hinzu.
            Geschlagen lächelte T’Jaca ihre Freunde an. Warum mussten Menschen nur so hartnäckig sein? Und besonders dieser kleinen Gruppe von Menschen konnte sie noch nicht mal böse sein. Naja...da sie sowieso bald den rituellen Selbstmord beging, konnte sie sich auch mit ihnen vertragen. Sie sah die Offiziere an und sagte: ,,Na gut, ihr habt gewonnen.“
            Dann gingen sie gemeinsam zum Transporterraum und beamten aufs Schiff zurück.
            Zwei Stunden später trafen Spock und Scott ein und eine weitere Stunde später kam Jim zurück. Leonard maß ihn mit einem abschätzenden Blick. Dann fragte er: ,,Wie hieß sie?“
            Kirk lachte. ,,Tanitia. Woher weißt du es?“
            Der Doktor grinste überlegen. ,,Du stinkst nach kaltem Schweiß, Jim.“
            Mit hochrotem Kopf ging der Captain in sein Quartier und duschte. So etwas peinliches! Hoffentlich war Pille der einzige, der etwas bemerkt hatte. Warum lief eigentlich seit ein paar Tagen alles schief. Erst musste er sich die Witze eines Romulaners über die Übungsraumschiffe der Föderation anhören, dann durfte er einen Konflikt auf Cardon VI lösen, danach eine Halbromulanerin, die sein Haar beleidigt hatte, zur medizinischen Untersuchung auf Starbase 12 bringen und jetzt erwischte ihn Pille auch noch nach einem Abenteuer! Das konnte doch alles nicht wahr sein! Als er sich eine neue Uniform angezogen hatte, piepte das Interkom. Uhuras Stimme meldete ihm, dass eine Nachricht von Starfleet eingetroffen war.
            ,,Stellen Sie es in meine Kabine, Lieutenant.“
            ,,Aye, Sir.“
            Jim setzte sich vor seinen Bildschirm, der nun mit dem Gesicht Admiral DeLancys ausgefüllt war.
            ,,Jim!“, begrüßte sie ihn.
            Kirk blickte sie fragend an. ,,Laura, was gibt’s denn?“
            ,,Na wie? Haben Ihnen Doktor McCoy und die anderen noch nichts erzählt? Die Föderation hat einen neuen Auftrag für die Enterprise. Er hat mit T’Jaca zu tun.“
            Verärgert runzelte Jim die Stirn. Nachher würde es ein sehr ernstes Gespräch mit Pille geben.
            ,,Was sollen wir denn tun?“
            ,,Ihr sollt T’Jaca zur neutralen Zone begleiten und sie dann mit einem Außenkommando hineinschicken, um sie zu überwachen, aber vor allem um ihr zu helfen, wenn sie versucht, den drohenden Krieg zu verhindern.“
            ,,Dann ist die Untersuchung also zu ihren Gunsten ausgefallen?“, fragte der Captain.
            ,,Ja, sie hat die Wahrheit gesagt.“, bestätigte DeLancy. ,,Und noch etwas, Jim. Lassen Sie sich bloß nicht von den Romulanern erwischen. Sie haben noch ein Sodawasser bei mir offen.“
            ,,Keine Sorge. Gibt es ein Zeitlimit?“
            ,,Nein. Sie haben soviel Zeit, wie T’Jaca und der Außentrupp benötigen. Machen Sie’s gut, Jim.“
            ,,Auf Wiedersehen, Laura.“
            Der Bildschirm wurde grau und Jim drehte sich um. Einen Moment überlegte er was er tun sollte. Dann aktivierte er das Interkom. ,,Uhura, schicken Sie bitte Doktor McCoy in mein Quartier.“
            ,,Aye, Sir.“

            Zwei Minuten später stand McCoy vor Jim und bemühte sich krampfhaft, nicht zu lachen. Der Captain lief vor ihm hin und her und hielt ihm eine Moralpredigt über das Informieren Vorgesetzter von wichtigen Neuigkeiten. Schließlich konnte Leonard sich nicht mehr zurückhalten. ,,Jim, jetzt mach mal ‘n Punkt.“, lachte er. ,,Du solltest dich mal hören. Es ist von unbestrittener Notwendigkeit, einen Vorgesetzten von allen Neuigkeiten zu informieren. Gott, wo hast du so reden gelernt? Ich hab dir nichts gesagt, weil du erstens viel zu beschäftigt damit warst, dir in deiner Kabine die letzten Reste deines kleinen Abenteuers abzuwaschen und zweitens, weil du es eh noch früh genug erfahren hättest. Jetzt interessiert mich viel mehr, was du zu tun gedenkst, um deine Worte zu benutzen.“
            Jim sah seinen Freund von der Seite her an. ,,Werd bloß nicht frech, alter Mann. Was deine Frage angeht, ich gedenke, eine Versammlung einzuberufen, bei der auch T’Jaca anwesend sein sollte. Würdest du also so freundlich sein und sie von ihrem bevorstehenden Glück unterrichten.“
            ,,Nur, wenn du aufhörst so zu reden. Das ist ja schon fast spockhaft.“, brummte der Doktor.
            ,,Ich schlage dich nur mit deinen einen eigenen Waffen, Pille.“, konterte Jim.
            -> Logische Träume <-
            \V/ Tai nasha no karosha!
            KEEP ON TREKKING!!!!!!

            Kommentar


            • #7
              5. Kapitel


              Jim stand am Ende des großen Konferenztisches und sah seine Offiziere an. ,,Wo ist Lieutenant Sulu?“
              Chekov antwortete ihm. ,,Der...äh....kommt gleich, Sir. Sie kennen ihn doch.“
              ,,Ja und ich kenne niemand anderen, der so kontinuierlich zu spät kommt. Ich muss wirklich mal mit ihm reden.“ Jim war verärgert. Er wollte endlich anfangen und Jackies Gegenwart linderte seine Ungeduld nicht gerade. Sie sah ihn immer so komisch an. So, als suche sie einen neuen Schwachpunkt in seiner Frisur. Aber da kam Sulu und Kirk konnte endlich beginnen. ,,Gut, jetzt, wo alle da sind...“, er sah Hikaru scharf an und der Rudergänger zuckte unmerklich zusammen. ,,...können wir ja den neuen Auftrag besprechen. Er lautet, wie die meisten schon wissen...“ Diesmal erdolchte Jim McCoy mit seinen Blicken. ,,...T’Jaca zu unterstützen, da sich herausgestellt hat, dass sie die Wahrheit gesagt hat. Ich entschuldige mich hiermit ganz offiziell bei Ihnen, T’Jaca.“ Die Romulanerin nickte ihm zu. Sie verzieh ihm, denn so abwegig war es ja nicht, wenn man einen Romulaner als Lügner bezeichnete. Kirk lächelte und fuhr fort. ,,Um Ihnen helfen zu können, müssen wir wissen, was uns erwartet. Könnten Sie uns bitte über Ihren Plan informieren. Sie haben doch einen Plan, oder?“
              ,,Naja, eigentlich besteht mein Plan bis jetzt darin meinen Großvater zu finden. Wenn ich ihn dann gefunden habe, muss ich dafür sorgen, dass er am Leben bleibt, denn so lange er lebt, wird es keinen Krieg geben.“
              ,,Warum nicht?“, fragte Scotty.
              ,,Das ist ein Geheimnis. Ich kann es Ihnen wirklich nicht sagen. Ich unterstehe einem Eid, der mir dies verbietet.“ Bittend sah sie Kirk an. er Captain spitzte die Lippen und dachte einen Augenblick nach. ,,Na gut. Aber ich will Ihnen sagen, dass mir das nicht sonderlich gefällt.“ T’Jaca nickte. Dann meldete sich Spock zu Wort. ,,Wohin müssen wir eigentlich fliegen? Wo vermuten Sie Ihren Großvater?“
              ,,Ich denke, dass er zu Hause ist. Er versteckt sich normalerweise nie vor seinen Feinden.“ Jim übernahm wieder das Gespräch. ,,Und wo ist dieses Zuhause? Ich wüsste gerne, wie weit wir von der neutralen Zone entfernt sein werden und wie groß unsere Chancen stehen da wieder heil rauszukommen.“
              T’Jaca legte den Kopf schief und dachte nach. ,,Hm...es ist in der Nähe von Ro’lezu. Wir müssten ungefähr einen Tag, plus minus zwei Stunden fliegen .“
              ,,Um exakt nach Ro’lezu zu kommen etwa 1,24 Tage.“, warf Spock ein.
              Ein unterdrücktes Seufzen erfüllte den Besprechungsraum der Enterprise. Da war er mal wieder, der Logikfanatiker in Spock.
              T’Jaca hob eine Braue und sagte: ,,Ja, minus zwei oder drei Stunden, etwa, weil wir nicht exakt auf Ro’lezu leben, Mr. Spock.“
              Um einen etwaigen Streit zwischen Spock und T’Jaca abzublocken, machte Jim schnell weiter. ,,OK und wer gehört jetzt zum Außenteam. Hm...ich würde sagen Lieutenant Uhura, weil wir vielleicht mit dem Außenteam kommunizieren müssen, dann Lieutenant Sulu, weil wir einen guten Piloten brauchen werden, Pille, weil wir einen Arzt brauchen, Spock, weil wir jemanden außer T’Jaca benötigen, der romulanisch spricht und ich.“
              McCoy hob erstaunt die Augenbrauen. ,,Wieso du, Jim?“
              ,,Weil ich der Captain bin.“
              ,,Genau deshalb sollten Sie dableiben, Sir.“
              Jim starrte Spock an. ,,Warum, Mr. Spock?“
              ,,Die Romulaner kennen Sie und ich glaube nicht, dass Sie dort besonders beliebt sind. Außerdem sind Sie der Captain und die neuen Vorschriften besagen, dass der Captain möglichst immer an Bord seines Raumschiffs sein sollte.“
              Der Captain lief rot an. ,,Das ist eine sehr wichtige Mission, Spock. Ich muss dabei sein!“
              ,,Nein, musst du nicht, Jim. Wir sind alle Spezialisten auf unseren Gebieten und ich glaube, du solltest genug Vertrauen in uns haben, dass wir das alleine schaffen. Wir werden es nämlich auch alleine schaffen, Jim.“
              Kirk wusste nicht, was er sagen sollte. Egal, was er jetzt als Argument hervorbringen würde, es würde sich immer wie der Beweis eines Nichtvertrauens anhören und er hatte Vertrauen in seine Offiziere. Nur...er wollte auch dabei sein. Was sollte er denn solange machen? Routinekontrollflüge?! Aber er hatte sowieso keine Chance. Wenn sich sein Bordarzt mit dem Wissenschaftsoffizier gegen ihn verschwor, dann war’s das und er konnte gar nichts dagegen tun. Er seufzte und sagte dann: ,,Gut, wir werden in drei Stunden an der neutralen Zone sein. Suchen Sie sich Ihre Ausrüstung zusammen und melden Sie sich dann bei mir, kurz bevor es losgeht. Bis dahin sind Sie alle vom Dienst befreit. T’Jaca, was benötigen Sie?“
              ,,Äh, ich würde sagen...romulanische Kleidung, Captain.“
              Plötzlich schlug McCoy sich an die Stirn. ,,Jim! Wir haben etwas total wichtiges vergessen. Wenn...wenn wir uns im Imperium aufhalten und wenigstens einen Tag überleben sollen, dann müssen wir einigermaßen wie Romulaner aussehen. Naja...bei allen, außer Spock und natürlich T‘Jaca, ergeben sich da gewisse Probleme...“
              ,,Pille, kannst du sie nicht operieren, ihnen solche Ohren ankleben, oder so?“
              ,,Ich weiß nicht, Jim. Aber ich kann’s probieren.“
              ,,Gut in einer Stunde melden sich alle, die Ohren brauchen, bei McCoy auf der Krankenstation. Los geht’s!“
              Schnell standen alle Anwesenden auf. Sie hatten noch verdammt viel zu tun und nur wenig Zeit.
              Uhura ging in ihr Quartier. Schnell sammelte sie ein paar für sie sehr wichtige Dinge zusammen und steckte sie in einen Föderationssack. Doch dann fiel ihr ein, dass sie den Romulanern nicht erklären könnte, wie sie an so einen Sack gekommen war. Also ließ sie sich vom Computer einen neutralen Sack replizieren. Die Bantufrau packte ihre Sachen wieder um und blieb schließlich vor einer kleinen Holzschachtel stehen. Sie öffnete sie und sah hinein. Im Inneren befand sich eine wunderschöne Kette, die ihr ihre Eltern zum Abschied geschenkt hatten. Uhura erinnerte sich noch genau an die Worte ihres Vaters, als dieser ihr die Kette überreichte.
              Er hatte gesagt: ,,Vergiss niemals, wer du bist. Du bist Nyota Uhura, Tochter der Bantu. Vergiss niemals wohin du gehörst. Du gehörst zu unserer Erde, unserem Land, zu unserer Familie. Vergiss niemals, was du hast, meine Tochter. Du hast den dir gegebenen Namen und dessen Bedeutung. Uhura: Freiheit. Sei frei! Frei von Unterdrückung durch Dumme, aber auch frei von der eigenen Dummheit. Vergiss es nicht, Nyota Uhura! Vergiss es nicht.“
              Dann war sie gegangen und später starben ihre Eltern. Uhura hatte viele Erinnerungen, aber diese einfache Kette, aus dem Fell eines Geparden und den Knochen eines Adlers, war die schönste und wertvollste. Ich glaube, ich sollte sie mitnehmen. Sie war immer mein Beschützer und jetzt kann ich Schutz sehr gut gebrauchen. Und schon war die Holzschachtel in ihrem Sack verschwunden.

              Hikaru Sulu sah sich in seinem Quartier um. Himmel, was nimmt man auf eine Reise durchs romulanische Imperium bloß mit? Er könnte einen der Kraniche, die sein Großvater einst für ihn gebastelt hatte, mitnehmen und vielleicht Unterwäsche. Zivilkleidung brauchte er nicht, weil der Computer ihnen später nach Jackies Anweisungen romulanische Kleidung replizieren würde. Er hatte also wirklich nicht viel zum Mitnehmen und so steckte er die paar Dinge in einen kleinen Sack, den er sich umhängen konnte. Dann machte der Rudergänger sich auf den Weg zum Lazarett...

              Spock befand sich in den wissenschaftlichen Laboren und wählte einige Instrumente aus, die er mitnehmen würde. Aus seiner Kabine benötigte er nichts also wäre es unlogisch gewesen, sie aufzusuchen. Gerade prüfte er einen Trikorder. Das Gerät befand sich in bestem Zustand und so verstaute der Vulkanier es in seiner Tasche. Dann nahm er sich weitere Apparaturen vor...

              Pille hatte die letzten Vorbereitungen für die Operation beendet, als T’Jaca das Lazarett betrat. ,,Jackie? Was wollen Sie denn hier? Sie haben doch schon spitze Ohren.“
              ,,Ich wollte mich bei Ihnen entschuldigen, Pille. Ich war so voller Feuer und so enttäuscht, dass ich nicht gemerkt habe, wie mein Benehmen Sie und die anderen verletzte. Es tut mir leid.“
              McCoy lächelte. Ich wusste gar nicht, dass Romulaner sich entschuldigen können. Vielleicht können es Vulkanier dann auch. Vielleicht entschuldigt Spock sich für sein Benehmen vor ein paar Tagen. Das wäre einfach genial! Einen sich entschuldigenden Spock.... Herrlich!
              ,,Jackie, Sie waren total verwirrt und deshalb werde ich es vergessen, OK?“
              ,,Danke, Pille.“
              T’Jaca strahlte den Arzt glücklich an. Es war toll solche Freunde zu haben. In diesem Moment kam Hikaru herein und Jackie sah ihn an. ,,Äh, Hikaru?“
              Der Rudergänger grinste und sah sie an. ,,Ja, T’Jaca?“
              ,,Es...es tut mir sehr leid, wie ich mit Ihnen gesprochen habe. Könnten wir die letzten 24 Stunden nicht einfach vergessen?“
              ,,Klar, Jackie. Freut mich, dass Sie vernünftig geworden sind.“
              Kurze Zeit später trafen Uhura und Spock ein. Pille konnte es sich einfach nicht verkneifen.
              ,,Spock, was tun Sie denn hier? Sonst meiden Sie die Krankenstation doch immer, oder wollen so schnell wie möglich hier weg.“
              Natürlich konterte Spock sofort. ,,Ich denke, dass meine Anwesenheit hier erforderlich ist, weil ich das Unternehmen leite und das hier unter mein Kommando fällt. Es ist wichtig, dass ich hier alles überwache. Was den zweiten Teil Ihrer Frage betrifft...ich denke, jeder will so schnell wie möglich von der Krankenstation runter. Übrigens...Mr. Scott wird gleich noch zu uns stoßen. Er wird ebenfalls an dem Unternehmen teilnehmen. Ich glaube, es wäre unlogisch zu erwähnen, dass er auch modifizierte Ohren braucht, Doktor.“
              McCoy sah den Vulkanier an, grummelte etwas über Emotionalität und drehte ihm dann den Rücken zu. Er bedeutete Sulu, sich auf die Liege zu legen, injizierte ihm ein Betäubungsmittel und begann mit der Operation. Außer den Ohren des Rudergängers veränderte er auch die Augenbrauen ein wenig, so dass sie etwas noch oben standen.
              T’Jaca sah ihm zu und dachte bei sich: Er hätte einen verdammt hübschen Romulaner abgegeben. Schade, dass er ein Mensch ist.
              Nachdem er mit Sulu fertig war, wandte McCoy sich Uhura zu. Auch ihr Äußeres wurde so verändert, dass man sie, wenn man nicht genau hinsah, für eine Romulanerin halten konnte. Dann kam Scotty unters Messer und zum Schluss ließ McCoy sich von Dr. M’Benga operieren.
              Als Jim eine Stunde vor dem Abflug in die Krankenstation kam, musste er grinsen. Es war, als hätte er fünf Vulkanier vor sich. Natürlich würde er das McCoy niemals sagen, denn dieser würde dann mindestens ein Jahr nicht mehr mit ihm sprechen. Wenn man den Doktor mit einem dieser Logikmonster, wie Pille die Vulkanier gern nannte, verglich, sah dieser sofort rot. Also sagte Kirk: ,,Gute Arbeit, Pille. Ihr seht wirklich sehr echt aus. Das Shuttle ist bereit. Ich erwarte euch dann in einer Stunde im Hangar. Pille, kommst du bitte mal mit.“
              McCoy ging hinter dem Captain in sein Büro.
              ,,Was ist los, Jim?“, fragte er und sah seinen Freund an.
              Kirk holte tief Luft, bevor er anfing zu sprechen. ,,Pille...pass auf die anderen auf, ja. Ich weiß, dass das eigentlich Spocks Aufgabe ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob er das alleine schafft. T’Jaca zum Beispiel sieht in dir viel mehr eine Schutzperson als in ihm.“
              Verwirrt sah Leonard den Captain an. ,,Jim, warum soll ich Spock helfen? Du glaubst doch sonst immer so unerschütterlich an ihn. Warum diesmal nicht?“
              Kirk lächelte. ,,Weil ich nicht dabei bin und du dich mit ihm gestritten hast.“
              ,,Ach komm. Als ob ihm das so viel ausmachen würde. Es ist sicherlich verdammt erholsam, sich nicht andauernd mit mir streiten zu müssen.“
              ,,Nein, er ist nicht so konzentriert wie sonst. Das hier ist unser bislang gefährlichstes Manöver. Ihr müsst auf alles vorbereitet sein. Wenn irgend etwas schiefgeht, wenn T’Jaca zum Beispiel doch gelogen hat -“
              ,,Jetzt hör endlich mit Jackie auf! Sie hat die Wahrheit gesagt. Punkt!“
              Jim seufzte. ,,OK, angenommen sie hat nicht die Wahrheit gesagt und verrät euch, dann müsst ihr zusammenhalten, ein Team sein und zwar besonders du und Spock. Ihr müsst die anderen dann da raus holen und wir können euch nicht helfen. Schon bei dem Gedanken daran wir mir schlecht. Naja...es...es ist einfach besser, wenn ihr euch wieder vertragt.“
              Pille war nicht sonderlich angetan von diesem Vorschlag. Aber dann sagte er: ,,Gut, dann sag’ deinem vulkanischen Sicherheitsoffizier, dass er sich bei mir entschuldigen soll und die Sache ist vergessen.“
              ,,Pille! Du weißt ganz genau, dass er sich nicht entschuldigen wird. Kannst du nicht den ersten Schritt machen?“
              Entsetzt sah der Doktor den Captain an. ,,Ich?! Wieso ich? Ich hatte doch recht, bei unserem Streit. Dieser verdammte vulkanische Hunde-“ McCoy hielt inne und dachte nach. Dann fragte er: ,,Reicht denn nicht auch ein Waffenstillstand, Jim?“
              Kirk schüttelte den Kopf. ,,Tut mir leid, Pille, nicht in dieser Situation. Ich brauche euch beide und zwar in Bestform. Ihr seid aber nur in Bestform, wenn ihr euch streiten könnt. Bitte, Pille. Wenn das Ganze vorbei ist, könnt ihr damit weitermachen, euch zu ignorieren, aber für diese Mission hört bitte auf. Ich rede jetzt auch noch mal mit Spock, OK.“
              ,,Ja, ist gut. Ich schick ihn rein.“ Der Doktor verließ sein Büro und schloss die Tür hinter sich. Das Einsatzteam sah ihn erwartungsvoll an. McCoy grinste und sagte: ,,Spock, jetzt sind Sie dran. Viel Spaß bei Ihrer Standpauke.“
              Der Vulkanier hob fragend ein Augenbraue, ging dann aber schnell durch die Tür in das Büro hinein.
              Jim sah seinen ersten Offiziere an. ,,Wie fühlen Sie sich, Spock?“
              ,,Ich fühle mich gut, Captain. Ich bin absolut in der Lage, dieses Außenteam zu führen.“
              Kirk lächelte. ,,Nein, das meinte ich nicht, Spock. Ich fragte Sie, ob es Ihnen seelisch gut geht.“ Das war zwar etwas zu geradeaus, aber Jim wusste nicht, wie er seinem Freund sonst klar machen sollte, dass er sich mit McCoy vertragen musste. Es ging einfach nicht anders.
              Spock senkte den Blick und sagte gepresst: ,,Ich wüsste nicht, was mein seelischer Zustand mit unserer Mission zu tun hätte.“
              ,,Oh, ich schon. Spock, damit diese Mission gelingt, müssen Sie sich unbedingt wieder mit McCoy vertragen.“ Jim sah Spock in die Augen.
              Der Vulkanier hatte seine emotionslose Maske aufgesetzt, um sich nicht durch eine Gefühlsregung zu verraten. Der Streit mit dem Doktor war ihm nicht halb so egal, wie man vielleicht dachte. Er vermisste die kleinen Meinungsverschiedenheiten sehr, doch er wusste nicht, wie er das dem Doktor klarmachen sollte, ohne Gefühle zu zeigen. Wenn er Gefühle zeigen würde, hätte McCoy einen wichtigen Sieg in ihrem endlosen Streit über Emotionen errungen und das ging auch nicht. Ohne es zu merken, sah Spock seinen Captain und Freund fragend an. Jim bemerkte es, wollte den Vulkanier aber nicht bloßstellen. Also sagte er: ,,Seien Sie einfach so wie immer zu ihm, Spock. Vielleicht renkt sich das dann wieder ein.“
              Spock sah den Captain an. Stumme Dankbarkeit und Zufriedenheit war in seinem Blick zu erkennen. Dann drehte er sich um und ging. Als der Wissenschaftsoffizier schon fast zur Tür hinaus war, fiel Kirk noch etwas ein. ,,Ah, Spock...viel Glück.“
              Spock hob eine Braue und antwortete: ,,Danke, Jim.“
              Dann verließ er das Büro.

              Eine halbe Stunde später war das Außenteam, alle in romulanischen Uniformen, fast vollständig vor dem Shuttle versammelt. Nur Sulu fehlte noch. Gerade kam er um die Ecke gerannt. Jim verabschiedete seine Leute und wünschte ihnen viel Glück. Jackie hob beide Augenbrauen und starrte die Raumfähre an. McCoy bemerkte es und fragte: ,,Was ist denn?“
              Die Romulanerin schnaubte verächtlich. ,,Wie lange wollt ihr im Imperium überleben? Zehn Minuten?“
              Scotty sah sie verwirrt an, doch dann fiel der Groschen. ,,Ah! Das Shuttle. Es ist Föderationsstandard pur. Das hab ich ja vollkommen vergessen.“
              Kirk blickte seinen Chefingenieur fest an. So etwas war noch nie passiert. Wahrscheinlich war es einfach zuviel Stress gewesen. ,,Scotty, wie lange brauchen Sie?“
              Der Schotte holte tief Luft. ,,Wenn T’Jaca mir hilft... mindestens vier Stunden.“
              ,,Ich geb’ Ihnen zwei.“
              ,,Aye, Sir.“
              Kirk drehte sich dem Rest des Teams zu und sagte: ,,In zwei Stunden treffen wir uns wieder hier.“
              Und zu Sulu: ,,In exakt zwei Stunden, Lieutenant!“
              Dann verließ er den Hangar.

              ,,Nein, die Seitenflügel müssen etwas länger sein. So etwa.“
              ,,Alles klar, Mädchen.“
              Scott und T’Jaca arbeiteten nun schon eine Stunde ohne Pause. Ihre Kleidung war mit Substanzen verschiedenster Art verschmiert. Das Shuttle hatte eine völlig andere Form andere Form angenommen. Es war eckiger und erinnerte stark an einen Raubvogel. Aber nicht nur am Äußeren, auch am Inneren war viel verändert worden. Die Kerninstrumente waren allerdings noch dieselben. Sie wurden lediglich unter großen, klobigen Apparaturen versteckt. Gerade schweißte Scotty ein großen Stück Metall an einen der Seitenflügel der Fähre. Jackie und ein paar andere Mechaniker hielten das Shuttle auf der anderen Seite fest, damit es nicht auf Scott fiel, während er schweißte.
              Sie waren eine halbe Stunde früher fertig und so hatten sie Zeit, sich ein bisschen zu unterhalten.
              ,,Sagen Sie mal, T’Jaca...was sind Sie eigentlich im Imperium? Sind Sie Technikerin?“
              Jackie lachte und wischte sich den Dreck von der Stirn. ,,Nein, ich bin Komm-Offizierin, aber wir müssen uns alle ein bisschen mit Technik beschäftigen, um im Notfall bei Reparaturen helfen zu können.“ Jackie sah an sich hinunter. ,,Äh, wissen Sie, wo ich mich hier duschen kann?“
              ,,Am besten gehen Sie in die Krankenstation. Da sind Duschen. Bis nachher.“ Scotty verließ den Hangar. um sich noch ein bisschen in seiner Kabine zu entspannen. Jackie machte sich auf den Weg in die Krankenstation. Unterwegs traf sie Hikaru.
              ,,Hallo, wo wollen Sie denn hin, Jackie?“
              ,,Ins Lazarett, um zu Duschen.“ Jackie lächelte Sulu an. ,,Und wo wollen Sie hin?“
              ,,Zum Hangar, damit ich nicht wieder zu spät komme.“ Der Rudergänger lachte. ,,Wenn ich nämlich noch einmal zu spät komme, muss ich die Kantine putzen und dazu hab ich nun wirklich keine Lust.“
              ,,Na gut, dann beeilen Sie sich mal. Sie haben nur noch ein viertel Stunde, um die letzten hundert Meter zurückzulegen.“
              ,,Sehr witzig. Sie waren zu lange in McCoys Nähe. Das hat Ihnen nicht besonders gut getan.“ Grinsend setzten beide ihren Weg fort.

              Als Jackie im Lazarett ankam, hörte sie ein eigenartiges Geräusch in McCoys Büro. Sie blickte durch die Tür, gerade rechtzeitig, um eine Flasche romulanisches Bier herunterfallen zu sehen. Mit blitzschnellen Reflexen, die denen der Vulkanier in nichts nachstanden, gelang es ihr, die Flasche aufzufangen. Dankbar sagte McCoy: ,,Jackie, gut, dass Sie da waren. Ich wollte diese Flaschen nur verstecken., für den Fall, dass die Enterprise während meiner Abwesenheit genauer untersucht wird, oder Jim mal wieder Durst bekommt.“ Dann sah er T’Jaca an. ,,Sie sollten sich duschen, bevor wir los fliegen. Da hinten sind die Duschen.“
              So schnell sie konnte, säuberte Jackie sich. Dann zog sie neue Sachen an und begab sich mit Leonard zum Shuttlehangar.
              Jim und die anderen warteten bereits auf sie. Der Captain seufzte. ,,Da ist Sulu mal pünktlich und nun kommt ihr zu spät. Ich weiß schon, was wir das nächste Mal üben, wenn wir Kontrollflüge machen sollen.“
              Dann sah er Spock, Scott, Uhura, Sulu und T’Jaca der Reihe nach an. ,,Viel Glück. Kommt ja in einem Stück wieder zurück und lasst euch bloß nicht erwischen, OK?“
              Seine kurze Rede wurde mit einem: ,,Aye, Sir.“ kommentiert und dann stieg das Außenteam in die Fähre.
              Jim trat zum Interkom und gab den Befehl: ,,Schotten öffnen.“
              Ein paar Sekunden später glitt das Shuttle in die eisigen Weiten des Alls hinaus, bereit dort hin zu fliegen, wo noch kein Mensch gewesen ist...
              -> Logische Träume <-
              \V/ Tai nasha no karosha!
              KEEP ON TREKKING!!!!!!

              Kommentar


              • #8
                6. Kapitel


                Es war völlig ruhig im Inneren der Fähre. Scott und Spock saßen vorn an den Konsolen und steuerten das Shuttle, während die anderen hinten im Passagier- und Frachtraum vor sich hin starrten. Sie waren jetzt schon sechs Stunden unterwegs und hatten vor fünfeinhalb Stunden die romulanische Grenze überflogen. Bis jetzt war alles gut gegangen.
                Zu gut für Pilles Geschmack. Es war zu ruhig hier. Warum waren sie noch nicht von einer Patrouille kontrolliert worden? Warum ging alles so verdammt glatt? Er sah zu Jackie. Auch sie schien nervös zu sein. Ständig sah sie aus dem Fenster und suchte die Gegend ab. Dann blickte McCoy in Sulus Richtung. Der Rudergänger kratzte sich an seinem rechten Ohr. In einer Stunde würde er Spocks Platz übernehmen und das schien auch ihn nervös zu machen. Dazu kamen noch die neuen Ohren. Es war einfach ungewohnt, so etwas an seinem Kopf zu haben. McCoy verstand nicht, wie Spock damit tagtäglich leben konnte. Naja, er hatte sie ja schon seit seiner Kindheit, das alte Spitzohr...
                Uhura ließ sich neben McCoy in den Sitz fallen. Sie hatte ihre Schicht gerade beendet und nun war Jackie dran. Dankbar dafür, endlich etwas tun zu können, schritt die Romulanerin schnell in den vorderen Teil der Fähre.
                McCoy wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen.
                ,,Was glauben Sie, wie lange wir noch fliegen müssen, Doktor?“ Uhura sah ihn fragend an.
                ,,Ich hoffe nicht mehr allzu lang. Ich fliege nicht gern in Raumfähren durch romulanische Imperien. Da fangen meine neuen Ohren immer an zu krabbeln. Ich werde Spock fragen, wie er es aushält, wenn die Dinger so krabbeln. Er muss das immerhin schon sein ganzes Leben aushalten, der arme Kerl.“
                Uhura lächelte. Sieht ganz so aus, als wollte McCoy sich wieder mit Spock vertragen. Gott sei Dank!
                ,,Schlafen Sie ein wenig, Uhura. Wir wecken Sie, wenn Sie wieder dran sind.“
                McCoy streckte sich. Dann stand er auf um Scotty abzulösen. Im Pilotensessel neben ihm saß bereits Sulu, der die Geräte überprüfte.
                McCoy blickte auf seine Anzeigen und stellte fest, dass alles in Ordnung war. Er war froh, auch etwas tun zu können und nicht nur hinten rumsitzen zu müssen, um auf einen Notfall zu warten.
                Auf einmal wurde Sulu unruhig. ,,Doktor...da bewegt sich etwas auf uns zu. Es ist ein romulanischer Kreuzer.“
                McCoy drehte sich um und rief Spock. Dann stand er auf und Sulu setzte sich auf seinen Platz. Spock übernahm die Hauptkontrollen. Scott, Uhura und McCoy blieben im Hinteren des Shuttles möglichst außer Sichtweite.
                T’Jaca drehte sich Spock zu und sagte: ,,Wir werden gerufen.“
                ,,Auf den Schirm.“
                Das Gesicht eines alten Romulaners erschien nun vor ihnen. Jackie flüsterte Spock etwas zu und dieser sagte in akzentfreiem Romulanisch: ,,Seien Sie gegrüßt, Commander Dales, Befehlshabender auf der Dirazin. Ich bin Suck, Anführer dieser Gruppe. Wir sind unterwegs zu Stützpunkt 5. Dort werden wir neue Befehle erhalten. Dürfen wir weiter, oder benötigen Sie in irgend einer Weise unsere Hilfe, Commander Dales?“
                Der alte Romulaner kniff die Augen zusammen. ,,Wie groß ist ihre Besatzung?“
                ,,Die, die Sie hier sehen und drei andere. Sie befinden sich im hinteren Teil unseres Schiffs. Ihre Schicht beginnt erst in zwei Stunden.“
                Der Commander lächelte zufrieden. ,,Gut sagen Sie mir Ihre Kennnummer, damit ich der Flotte melden kann, dass mit Ihnen alles in Ordnung ist und Sie nicht noch mal angehalten werden.“
                Spock überlegte fieberhaft. Was sollten sie jetzt machen? Er müsste sich kurz mit T’Jaca unterhalten, aber so lange muss Dales abgelenkt werden. McCoy erkannte den Plan des Vulkaniers und betrat den Kontrollraum der Fähre.
                ,,Bei den Elementen! Dales von der Dirazin! Das ich das noch erleben darf! Ich wollte Sie schon immer mal treffen. Ich verehre Sie unglaublich. Sie sind einer der größten Krieger des Imperiums und ein Vorbild für jeden, der etwas auf sich hält.“
                Spock hatte sich inzwischen mit T’Jaca über ihre Kennnummer geeinigt und wandte sich wieder dem Commander zu. Dieser starrte ihn feindselig an. ,,Wieso spricht der da (er deutete auf McCoy) kein Ri‘hannsu?“
                ,,Unsere letzte Mission lautete, Romulaner zu befreien, die im Kindesalter von den Klingonen gefangen genommen wurden. Da wir in der Nähe des Föderationsgebietes operierten, spionierten wir unsere Feinde gleich noch ein wenig aus. Daher auch die Richtung aus der wir kommen. “
                Spock blickte kurz in Jackies Richtung und sie nickte unmerklich.
                Da auch der Commander zufrieden zu sein schien, nannte Spock ihre Kennnummer und Dales ließ sie weiterfliegen.


                Jim saß in seinem Sessel und spitzte die Lippen. Gerade hatte er eine weitere Nachricht vom Flottenkommando erhalten. Man würde ihm drei neue Offiziere zur Verfügung stellen, die die Aufgaben des Chefingenieurs, des Arztes und des Wissenschaftsoffiziers übernehmen sollten. Sie würden in einer Stunde eintreffen.
                Kirk fand das nicht gerade gut, denn er hatte im Laufe der Jahre die Erfahrung gemacht, dass er sich nur sehr schwer an neue Offiziere gewöhnen konnte. Das war ein echtes Problem, weil er wahrscheinlich die nächsten zwei Wochen mit ihnen auskommen musste und wenn die Romulaner angriffen, musste er sich voll auf sie verlassen können. Er konnte ihnen jedoch nicht völlig vertrauen, weil er sich immer überlegen würde: Was hätten Spock, Pille und Scotty jetzt getan?
                Er konnte nur hoffen, dass das Außenteam sich beeilen würde und bald wieder da war.

                Spock saß im hinteren Teil der Raumfähre und versuchte sich zu entspannen. Er beobachtete Uhura, die aus dem Fenster sah und mit einer kleinen Kette spielte. Der Vulkanier bemerkte, dass sie Angst hatte. Sie war ungewöhnlich nervös. Aber er wollte sie jetzt nicht stören. Was immer sie da tat, es schien ihr sehr wichtig zu sein.
                Der Vulkanier richtete seine Aufmerksamkeit auf McCoy, der sich im vorderen Teil des Shuttles mit T’Jaca und Sulu unterhielt. Wenn man sie so sah, konnte man denken, sie kennen sich schon seit Jahren. Es schien ein sehr vertrauliches Gespräch zu sein, denn sie redeten leise. Da fiel Spock etwas ein, was er den Doktor seit seinem Aufenthalt auf der Starbase unbedingt fragen wollte. Er ging nach vorne in den Kontrollraum und stellte sich zwischen die beiden Pilotensessel.
                ,,Doktor McCoy. Ich bin in der Bibliothek der Flottenbasis auf einen faszinierenden Artikel gestoßen. Es ging um einen Romulaner, der von der Föderation gefangen gehalten wurde.“ Spock sah den Arzt an und wartete. Leonard blinzelte und fragte dann: ,,Warum erzählen Sie mir das, Spock?“
                ,,Weil Sie den Artikel verfasst haben, Doktor.“
                McCoy dachte kurz nach. ,,Ach so, Sie meinen Desarus. Ja, ich habe mich damals auf Starbase 3 um ihn gekümmert.“
                T’Jaca hatte bisher nur stumm zugehört, doch nun sprang sie auf. ,,Desarus ist mein Großvater. Ich wusste nicht, dass er auch schon Gefangener der Föderation war. Aber er hat die Menschen immer in Schutz genommen, wenn ein Romulaner schlecht über sie geredet hat.“ Spock hob verblüffte eine Braue. ,,Faszinierend.“, murmelte er leise.
                Pille dagegen grinste. ,,Ihr Großvater war ein verdammtes Schlitzohr. Man konnte ihn fragen, was man wollte, er hatte immer eine Antwort und brauchte nie lange nachzudenken. Ich hab ihn damals mit einem vulkanischen Arzt zusammen untersucht und wir haben rausgefunden, dass er kein Spion war, sondern zufällig, wie er es nannte, das Gebiet der Föderation betreten hatte. Desarus war damals auf der Reise nach...äh...B’Tangu, glaube ich. Oh Gott, diese Untersuchung war schrecklich!“
                Verwirrt hob Jackie die Augenbrauen. ,,War mein Großvater so schwierig? Das sähe ihm gar nicht ähnlich.“
                McCoy lachte. ,,Nein, aber ich musste drei Stunden mit einem Vulkanier zusammen verbringen. Drei Stunden! Und nur Dr. Sinol als Gesprächspartner. Es waren die schlimmsten Stunden meines Lebens.“
                Spock hob eine Braue und fragte: ,,Was hat Sie denn an seiner Gesellschaft gestört, Doktor?“
                Leonard sah ihn an. ,,Wenn ich Ihnen sage, dass er genau wie Sie war, wissen Sie dann, warum es schrecklich war?“
                Ohne sich auch nur den Hauch eines Gefühls anmerken zu lassen, blickte Spock dem Arzt in die Augen. ,,Ich glaube, ich habe verstanden, Doktor. Wenn Sinol so wie ich war, müssen Sie furchtbar gelitten haben.“
                McCoy starrte den Vulkanier an. Er bemerkte das humorvolle Glitzern in dessen Augen und grinste zufrieden. ,,Sie sagen es, Spock.“
                Von hinten war ein leises Lachen zu hören. Uhura hatte ihren kleinen Streit belauscht. Die Bantufrau war einfach nur froh, dass die beiden sich wieder vertragen hatten. Endlich gab es wieder etwas zu lachen, wenn Spock und McCoy zusammen waren. Scott und Sulu hatten es ebenfalls bemerkt und auch sie grinsten übers ganze Gesicht.
                Angesichts der allgemeinen Erheiterung, deren Ursache ihm rätselhaft blieb, konnte Spock nur noch eine Augenbraue heben.

                ,,Willkommen auf der Enterprise.“ Jim stand im Transporterraum und begrüßte seine neuen Offiziere.
                Zuerst war da Commander Triup, ein Andorianer. Er sollte Spock ersetzen. Triup galt als der zweitbeste Wissenschaftsoffizier der Sternenflotte. Der beste war gerade im romulanischen Imperium unterwegs.
                Neben Triup stand Lieutenant Tarus, die neue Chefingenieurin. Sie war ein äußerst hübsches Exemplar der Gattung Mensch. Auch sie hatte schon eine beachtliche Karriere hinter sich. Tarus kam von der Yorktown und war auch dort schon Leiterin des Maschinenraums gewesen. Sie war die jüngste Chefingenieurin der Sternenflotte und das machte sie Jim verdammt sympathisch, weil er mit seinem Alter, als er die Enterprise übernahm, ebenfalls einen Rekord gebrochen hatte.
                Etwas weiter hinten stand Doktor Chilan, ebenfalls ein Mensch. Er war etwas älter als McCoy, hatte aber nicht dessen Lachfalten. Er wirkte wie ein sehr ernster Mann, mit dem in medizinischer Hinsicht nicht zu spaßen war.
                Um Gottes Willen! Hoffentlich geht er nicht Pilles Aufzeichnungen durch und findet heraus, dass ich noch untersucht werden muss. Bei ihm komme ich bestimmt nicht so leicht davon. Am Ende stellt er mich noch vors Kriegsgericht, oder erklärt mich für dienstunfähig, solange ich mich nicht untersuchen lasse. Verdammter Psychotest!
                Jim seufzte. Das würden interessante Wochen werden. Hauptsache die waren nicht so, wie seine letzten Ersatzoffiziere. Mit denen war er nämlich absolut nicht zurecht gekommen.


                Das Außenteam war immer noch unterwegs. Die letzten drei Stunden war nichts mehr passiert. Seit ihrer kleinen Unterhaltung mit Dales war alles gut gegangen.
                Zu gut, dachte McCoy bei sich. Es war einfach nicht normal, dass sie hier so leicht durchfliegen konnten. Die Romulaner vertrauten doch niemandem. Sie vertrauten nicht mal sich selbst. Warum waren sie nur ein einziges Mal angehalten worden. Er sah zu T’Jaca.
                Die Halbromulanerin saß an ihrer Konsole und schien überhaupt nicht besorgt zu sein. Konnte sie nur gut spielen, oder war wirklich alles in Ordnung. Vielleicht hatten sie und Scotty das Shuttle so gut umgebaut, dass die Romulaner gar keinen Verdacht schöpfen konnten.
                Der Chefingenieur jedenfalls war auch die Ruhe selbst. Er vertraute darauf, dass sie gemeinsam alles überstehen und meistern konnten.
                McCoy blickte neidisch in seine Richtung. Wenn ich nur auch so ein Optimist wäre. Dann wäre alles viel einfacher.
                Auf einmal stand Spock vor ihm. Leonard zuckte zusammen und starrte den Vulkanier böse an. ,,Müssen Sie mich so erschrecken, Spock? Verdammt, tun Sie das nie wieder!“
                Verständnislos blickte Spock auf den Arzt herunter. ,,Ich verstehe die Logik Ihres Verhaltens nicht, Doktor. Im Moment passiert doch gar nichts. Es ist alles ruhig. Warum sind Sie so nervös?“
                McCoy seufzte. ,,Gerade weil nichts passiert, bin ich nervös. Es ist einfach zu ruhig. Das ist doch nicht normal. Bei uns in Georgia nennt man so etwas die Ruhe vor dem Sturm.“
                Spock hob eine Braue. ,,Wissen Sie auch, welche Art von Sturm uns ereilen wird, Doktor?“
                Genervt zog Leonard beide Brauen in die Höhe. ,,Ich bin Arzt kein Wetterfrosch, Spock! Können Sie mich nicht einfach in Ruhe lassen?“
                Ganz leise (sogar Spock hatte Mühe es zu verstehen) murmelte McCoy: ,,Gott, wie hab ich das vermisst!“
                T’Jaca hatte ihre Unterhaltung gehört und drehte sich nun zu ihnen. ,,Ich weiß auch nicht, warum uns niemand außer Dales kontrolliert hat. Vielleicht hat das Imperium gerade wichtigere Dinge zu tun.“
                Wie als Bestätigung hörten sie auf einmal Sulus aufgeregte Stimme, die ihnen meldete, dass sie gerufen wurden.
                Spock sah McCoy an. ,,Da haben Sie Ihren Sturm, Doktor.“ Dann stellte er sich neben Sulu.
                ,,Auf den Schirm, Lieutenant.“
                Ein Romulaner mit sehr scharfen Zügen erschien vor ihren Augen. Hikaru schnappte nach Luft. ,,Verdammt. Mr. Spock, dass ist Trilus. Wir sind ihm an der neutralen Zone begegnet, kurz nachdem wir T’Jaca an Bord geholt hatten.“
                ,,Ich weiß, Mr. Sulu. Bleiben Sie ruhig.“
                Spock drehte sich dem Commander zu und sagte: ,,Ehre sei mit Ihnen, Commander Trilus. Was können wir für Sie tun?“
                ,,Wer sind Sie und wie lange waren Sie nicht mehr im Imperium?“
                ,,Ich bin Commander Suck und wir befanden uns auf einer Außenmission im Föderationsgebiet. Wir befreiten dort Gefangene. Vor acht Stunden und fünfundfünfzig Minuten haben wir die romulanische Grenze überschritten.
                Der romulanische Commander brummte etwas von rosa Raumschiffen und sagte dann: ,,Gerade ist eine Klingonenstaffel ins Imperium eingedrungen. Alle zur Verfügung stehenden romulanischen Schiffe haben den Befehl beim Kampf gegen die Eindringlinge zu helfen. Warum haben Sie diesen Befehl nicht erhalten, Commander Suck?“
                Spock wusste nicht, was er darauf sagen sollte. Diesmal rettete Scott die Situation. ,,Ich bin S’Tavin, der Ingenieur. Unsere Langstreckenkommunikation ist ausgefallen. Wir können weder senden, noch empfangen. Leider hatte ich nicht genug Ersatzteile um den Schaden zu reparieren.“
                Misstrauisch betrachtete Trilus den Schotten. ,,Warum spricht der kein Romulanisch?“, fragte er Spock. Der Vulkanier wiederholte die Geschichte, die er auch schon Dales erzählt hatte und hoffte, dass Trilus ebenfalls so leichtgläubig war.
                Der Romulaner hob eine Braue und brummte: ,,Na gut. Sie werden mit uns gegen die Klingonen kämpfen. Und machen Sie keine Gefangenen. Nur ein toter Klingone ist ein guter Klingone.“
                Dann wurde die Komverbindung deaktiviert.
                Fassungslos starrte McCoy auf den Bildschirm. ,,Wir sollen den Romulanern beim Kampf gegen die Klingonen helfen. In einem Shuttle!“
                ,,Seien Sie bitte leise, Doktor. Ich muss nachdenken. Ich glaube, wenn wir ein Schiff vernichtet haben, ist unsere Arbeit getan. Mr.Sulu, wir haben nur begrenzte Feuerkraft, jeder Schuss muss sitzen.“
                ,,Aye, Sir.“
                Das Shuttle bewegte sich in Richtung der Koordinaten, die es von der Emanos erhalten hatte. Als es seinen Bestimmungsort erreicht hatte, meldete sich T’Jaca zu Wort. ,,Mr. Spock, ich kann die Klingonen erfassen.“
                ,,Gut, überspielen Sie Sulu die Daten, T’Jaca. Mr. Sulu, Zielerfassung. Feuer.“
                Der Schuss saß. Ein beträchtlicher Teil des Triebwerks des schweren Kreuzers wurde zerstört und die Hälfte der Schutzschilde der Klingonen fielen aus. Der zweite Schuss deaktivierte die Schilde vollständig und der dritte zerstörte das Schiff. Sulu wusste genau, wo er hinzielen musste.
                Spock gab den Befehl die Kampfzone zu verlassen.
                ,,Wir werden gerufen.“, meldete Jackie.
                ,,Auf den Schirm.“
                Trilus’ Gesicht füllte nun Spocks Blickfeld. ,,Warum kämpfen Sie nicht weiter, Suck?!“
                ,,Wir haben nur noch ausreichend Energie für einen Schuss und das reicht nicht um einen Kreuzer zu zerstören. Ich halte es nicht für logisch, weiter zu kämpfen, wenn man keine Gewinnchance mehr hat. Wir wären Ihnen wahrscheinlich nur im Weg, Commander Trilus. Wenn wir Ihnen allerdings noch irgendwie zur Hand gehen können.“ Spock blickte den Commander fast unterwürfig an.
                Der Romulaner brummte etwas Unverständliches und fragte dann: ,,Haben Sie auf Ihren Reisen Vulkanier getroffen, Suck?“
                Spock nickte stumm und sein Gegenüber grinste. ,,Das merkt man, Suck. Man merkt es wirklich. Nun gut. Wir werden Ihnen jetzt bestimmte Koordinaten übermitteln. Sie werden Ihren letzten Schuss dorthin feuern und dann können Sie weiter fliegen. Trilus Ende.“
                Spock drehte sich zu Sulu. ,,Feuer, Lieutenant.“
                Ein gut gezielter Schuss traf das klingonische Schiff an Backbord und dann flog das romulanische Shuttle weiter.

                Kirk begab sich von der Brücke ins Lazarett. Gerade war er von Doktor Chilan dorthin gerufen worden und es war wahrscheinlich besser für Jim, wenn er sich fügte, bevor der derzeitige Chefarzt der Enterprise durchs Interkom meldete, warum er ihn erwartete.
                Verdammt! Diesmal komme ich bestimmt nicht davon. Dieser Chilan würde mich, wenn’s sein muss sogar ans Bett fesseln. Na ja. Irgendwann musste das ja kommen.
                Kirk wurde bereits erwartet, als er die Krankenstation betrat. ,,Sagen Sie mal. Sind alle auf diesem Schiff so langsam wie Sie. Ich habe auch noch anderes zu tun, als Sie zu untersuchen. Das ist mein letztes Dienstjahr und so einen langsamen Captain habe ich noch nie gesehen. Kaum zu glauben, dass Sie der berühmte James T. Kirk sind. Wenn es nicht in dieser Akte stünde, ich würd’s nicht glauben.“
                Während Jim sich hinlegte, dachte er sich so seinen Teil über den Doktor.
                Gut dass das sein letztes Dienstjahr ist. Dann müssen nach mir nicht mehr allzuviele leiden. Mein Gott, ich dachte, Pille wäre respektlos, aber mit Pille bin ich auch befreundet, während das hier lediglich ein Aushilfsarzt ist. Ich werde mich bei Starfleet Command beschweren. Dann wird sein letztes Dienstjahr früher zu Ende sein, als er es sich wünscht!
                Der Doktor wollte gerade mit der Psychoanalyse beginnen, als eine Stimme durchs Interkom meldete. ,,Captain, Hier ist eine Nachricht von Commander Spock, Sir.“
                Danke! Danke, danke, danke! Jim sprang vom Bett und wandte sich dem Doktor zu.
                ,,Sie können ja erstmal mit etwas anderem weitermachen, Doktor Chilan. Ich werde mich später bei Ihnen melden.“
                Und schon war der Captain zur Tür hinaus.

                Das gesamte Außenteam und T’Jaca standen dicht gedrängt vor dem kleinen Bildschirm der Kommunikationseinheit. Sie benutzten das abgeschirmte sekundäre System, damit sie nicht von den Romulanern entdeckt würden. Es wäre ja auch etwas eigenartig, wenn man mit einer defekten Langstreckenkommunikation bis ins Föderationsgebiet kommen würde. Jetzt erschien das Gesicht ihres Captains.

                Kirk musterte seine Leute. Sie schienen alle wohlauf zu sein. Während Spock vom Verlauf der ersten zehn Stunden berichtete, bemerkte Jim, dass der Vulkanier neben Pille stand. Zufrieden lächelte er. Die beiden haben sich also wieder vertagen. Gut so.

                Leonard wartete bis Spock ausgeredet hatte. Der Captain schien keine weiteren Fragen zu haben, aber McCoy hatte eine. Er grinste und fragte: ,,Jim, wie sind deine neuen Offiziere denn so?“
                ,,Ersatzoffiziere, Pille, Ersatzoffiziere. Wie sie sind? Naja...dazu kann ich eigentlich nur eins sagen...“ Jim machte eine Pause um die Spannung zu steigern und Leonards Grinsen wuchs in die Breite.
                Ich weiß, was jetzt kommt.
                ,,Kommt so schnell wie nur irgendwie möglich zurück, das ist ein Befehl!“
                Ich wusste es!
                McCoy, Sulu, Scotty, Uhura und Jackie lachten, während Spock lediglich eine Braue hob. Was für eine seltsame Formulierung, aber natürlich würde er diesen Befehl erfüllen.
                ,,Aye, Sir. Wir werden uns beeilen. Ich denke, dass wir in spätestens 3,21 Tagen wieder zurück sein werden.“

                Jim atmete erleichtert auf. Es würden zwar drei sehr lange Tage werden, aber nun hatte er etwas festes, auf das er sich freuen konnte. Er sagte: ,,Kirk Ende.“, und deaktivierte das Kommgerät auf seinem Schreibtisch.
                So. Nun musste er sich eine gute Beschäftigung für sich selbst einfallen lassen. Irgend etwas, beim dem er auf keinen Fall gestört werden durfte. Aber was?
                Jim saß in seinem Sessel und dachte nach. Plötzlich ertönte aus dem Interkom die Stimme des Doktors. ,,Captain, ich nehme an, dass Ihre Unterredung beendet ist. Würden Sie nun bitte ins Lazarett kommen?“
                Kirk seufzte. ,,Ja, Doktor. Ich komme sofort.“
                Es war wahrscheinlich sein längster Gang zur Krankenstation überhaupt. Nicht einmal, wenn er wirklich krank gewesen wäre, hätte er so lang gebraucht. Jim Kirk schlich die Gänge der Enterprise entlang. Er hatte diesmal auch nicht den Turbolift benutzt. Das hatte er das letzte Mal freiwillig vor drei Jahren getan, als er sich mit Pille gestritten hatte und sich eine Entschuldigung einfallen lassen musste. Und bei jedem Schritt wünschte er sich, dass irgend etwas passieren würde. Kurz vor der Krankenstation, Jim hatte nun alle Hoffnung aufgegeben, war tatsächlich eine Stimme aus dem Interkom zu hören. Es war die von Fähnrich DeLuas.
                ,,Captain Kirk auf die Brücke. An Backbord sind drei romulanische Schiffe aufgetaucht.“
                Auf einmal wusste Jim, wie sich Engelsstimmen anhören mussten. Er kehrte um, ging zum nächsten Interkom, sagte, dass er gleich da sei und machte sich auf den Weg zur Brücke...diesmal allerdings mit Turbolift.


                Spock saß wieder im hinteren Teil der Fähre. Seit dem letzten Gespräch mit dem Captain waren zehn Stunden vergangen und Sulu hatte gerade seinen Platz eingenommen.
                T’Jaca saß in einem Sessel hinter ihm. Sie betrachtete die Sterne durch ein Fenster. Es waren eigentlich keine Sterne, sondern vielmehr Striche. Das wurde durch die hohe Geschwindigkeit des Shuttles hervorgerufen. Trotz allem erkannte die Romulanerin fast jeden Stern, denn die Striche waren verschieden gefärbt und Astronomie war ihr Lieblingsfach in der Schule gewesen. Jetzt war sie nicht mehr allzu weit von zu Hause entfernt. Sie freute sich darauf, ihre Großeltern wiederzusehen. Hoffentlich ging es ihnen gut.
                Hikaru saß im Kontrollraum der Raumfähre. Auch er betrachtete die Sterne. Ab und zu ließ er seinen Blick über die Instrumente schweifen. Es war alles ruhig.
                Zu ruhig, wie der Doktor dachte. Er saß neben Sulu und blickte nervös hin und her. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass die Romulaner ihnen wirklich glaubten. Vielleicht hatten sie irgendwo eine Falle vorbereitet. Komischerweise schien nur er so zu denken. Alle anderen waren die Ruhe in Person. Es war wirklich eigenartig.
                Uhura saß an der Kommunikationsstation und überwachte den Subraumverkehr in diesem Sektor. Es war gut, dass das Shuttle einen Translator hatte, denn sonst hätte die Bantufrau kein Wort verstanden. Wenn ich wieder auf der Enterprise bin, werde ich anfangen Romulanisch zu lernen.
                Scotty befand sich in der Maschinenkammer (man konnte es nicht Raum nennen) des Schiffs. Er überprüfte die Aggregate stündlich, denn in diesem Territorium wollte er kein Überraschungen erleben.
                Es war alles ruhig. Das Außenteam flog weiter und immer tiefer in das Hoheitsgebiet der Romulaner hinein.

                Jim saß in seinem Sessel und spitzte die Lippen. Drei romulanische Schiffe...was wollten die hier?
                Kirk drehte sich zu DeLuas und sagte: ,,Öffnen Sie einen Kanal, Fähnrich.“
                ,,Aye, Sir.“ Und eine halbe Minute später: ,,Sie können sprechen, Sir.“
                ,,Romulanisches Schiff! Hier spricht Captain James T: Ki-“
                ,,Wir wissen, wer Sie sind, Kirk.“, knurrte eine tiefe Stimme. ,,Wir sind hier um Sie zu beobachten. Wer in der Nähe der neutralen Zone mit Phasern auf rosa Raumschiffe schießt, der muss im Auge behalten werden. Finden Sie das nicht auch, Kirk?“
                Jim bemerkte, dass sich seine Rückenmuskeln verspannten. Verdammte Romulaner! Überall mussten sie sich einmischen und dann waren sie immer die Größten, egal, ob sie verloren hatten oder nicht. Und sie werden verlieren...

                T’Jaca hatte nichts zu tun. Sie betrachtete auch weiterhin die Sterne. Bald würden sie an ihrem Heimatplaneten angekommen sein. Sie freute sich darauf ihren Großvater, ihre Mutter und ihre Großmutter wiederzusehen. Hoffentlich war noch nichts passiert. Hoffentlich kam sie nicht zu spät!
                Die Romulanerin wurde jäh aus ihren Gedanken gerissen.
                ,,Wir haben Sichtkontakt zu Re- ... Re’li- ... Okay, zu diesem Planeten, zu dem wir wollten.“, meldete Hikaru Sulu.
                Pille grinste. ,,Keine Sorgen Lieutenant. Ich kann es auch nicht aussprechen.“
                ,,Ich auch nicht.“, sagte Scott.
                ,,Das ist doch ganz einfach. Re - la - zu.“ T’Jaca verstand nicht, wie man sich mit einem so simplen Namen so schwer tun konnte. Sie kam nach vorne, um sich den Planeten anzusehen.
                Dann meldete sich Spock zu Wort. ,,Gut Mr. Sulu. Fliegen Sie bitte den dritten Planeten des Sonnensystems an. Das müsste meinen Berechnungen zu Folge Re’lazu sein.“ Fragend sah er T’Jaca an.
                Die Romulanerin nickte. ,,Das ist richtig, Mr. Spock. Hikaru, bitte fliegen Sie den Planeten von der sonnenlosen Seite an. Da wohnen wir nämlich. So ist es ein kürzerer Weg in der Atmosphäre von Re’lazu.“
                ,,Gut. Lieutenant, tun Sie, was T’Jaca sagt.“
                ,,Aye, Sir.“

                Während Sulu das Shuttle zu besagter Stelle steuerte, nahmen Spock und der Rest des Außenteams Kotakt mit der Enterprise auf.
                ,,Hier Kirk.“
                ,,Captain. Ich wollte nur sagen, dass wir T’Jacas Heimatplaneten erreicht haben und bald landen werden. Haben Sie irgendwelche besonderen Befehle für uns, Sir?“ Spock blickte auf den Bildschirm.
                ,,Nein, nein, Spock. Sie sind doch alle Spezialisten auf Ihren Gebieten. Sie schaffen das schon alleine.“
                McCoy grinste. ,,Jim, glaubst du, dass das der richtige Zeitpunkt ist um nachtragend zu sein. Du siehst uns vielleicht nie wieder. Ich denke, angesichts der Situation sollten wir Frieden schließen.“
                Erschrocken sah Jim seine Offiziere an. ,,Was ist denn los. Ihr könnt nicht...ihr müsst zurück kommen! Mit diesem Aushilfsarzt überlebe ich das nächste Jahr nicht!“
                ,,Wen hast du denn?“
                ,,Dr. Chilan.“
                Pille konnte nicht anders. Schadenfroh grinste er seinen Freund an. ,,Hat er dich schon untersucht?“
                ,,Nein, noch nicht. Zweimal war er ganz nah dran. Beim ersten Mal habt ihr die Enterprise gerufen und beim zweiten Mal die Romulaner. Pille, hilf mir doch.“
                Der Doktor dachte nach. Er wollte endlich Jims Akte fertigmachen, aber er wollte es selbst erledigen. Wie klang das denn, wenn der Schiffsarzt erst durch einen Aushilfsarzt ersetzt werden musste, damit sich der Captain untersuchen ließ? Also sagte er: ,,OK, sag ihm, dass ich gesagt habe, dass er dich in Ruhe lassen soll. Als Beweis kannst du ihm ja diese Nachricht vorspielen. Aber nur unter einer Bedingung: Wenn ich wieder da bin, dann lässt du dich von mir untersuchen...und zwar ohne Widerrede!“
                Nach einem sehr langen Kampf gegen die Untersuchung musste Jim sich geschlagen geben. Aber von Pille und Chilan war Pille doch das kleinere Übel.
                ,,Gut. Du hast gewonnen, Pille. Wenn das alles war, dann wünsche ich euch viel Glück und beeilt euch bitte.“
                Spock bestätigte und unterbrach die Verbindung.

                Jim lehnte sich in seinem Sessel zurück. Sie waren also angekommen. Na gut. Dann konnte es ja nicht mehr allzu lange dauern, bis sie wieder da waren. Dann setzte er sich grinsend mit der Krankenstation in Verbindung.
                ,,Hier Chilan.“
                ,,Hier ist Kirk. Dr. Chilan, ich wollte Ihnen nur sagen, dass - “ Aber Jim durfte nicht ausreden.
                ,,Ja, ja. Es wurde schon eine Nachricht ins Lazarett geschickt. Wenn Sie nichts dagegen haben, Captain, würde ich mich jetzt, da das geklärt ist, gern wieder meiner Arbeit zuwenden. Chilan Ende.“
                Jim deaktivierte das Interkom und lächelte zufrieden vor sich hin. Er hatte es geschafft! Endlich war er diesen Arzt los. Gott sei Dank!
                -> Logische Träume <-
                \V/ Tai nasha no karosha!
                KEEP ON TREKKING!!!!!!

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                • #9
                  7. Kapitel



                  Das gesamte Außenteam stand vor dem Bildschirm und betrachtete den darauf abgebildeten Planeten. Er bestand größtenteils aus einer grünen flüssigen Substanz. Hier und da waren kleine Landmassen, die man kaum als Kontinent bezeichnen konnte. Diese Oberfläche war von einem zartrosa Nebel umschlungen.
                  Alle waren still. Dieser Planet war so...so wunderschön. Sogar Spock bemerkte eine ihm unerklärliche Regung in seinem Inneren.
                  ,,Faszinierend.“, sagte er.
                  ,,Es ehrt mich, dass Ihnen mein Heimatplanet gefällt, Mr. Spock.“ T’Jaca lächelte. Sie freute sich einfach wieder zu Hause zu sein. Sie fühlte schon fast das kühle X’avon (die grüne Substanz) auf ihrer Haut. Doch im Moment konnte sie nicht weiterträumen...
                  ,,Mr. Spock, unser Landeplatz ist von einem Kraftfeld abgeschirmt. Da kann ich das Shuttle nicht landen, Sir.“ Sulu blickte den Vulkanier an. Dieser beugte sich über die Sensoren und fing an zu arbeiten.
                  Pille drehte sich zu Jackie und fragte sie: ,,Ist das normal?“
                  ,,Nein, das...das bedeutet, dass etwas passiert ist. Etwas schlechtes, würde ich sagen.“
                  Scott, der sich bis jetzt lässig an einen der Pilotensessel gelehnt hatte, riss die Augen auf. ,,Wie schlecht?“, zischte er.
                  ,,Sehr schlecht. Jede Region auf diesem Planeten besitzt so ein Kraftfeld, aber sie werden nur im allergrößten Notfall aktiviert. Es muss etwas passiert sein. Wir müssen da runter, Hikaru!“
                  Um sie zu beruhigen, legte McCoy der Romulanerin eine Hand auf die Schulter.
                  Das letzte, was sie im Moment gebrauchen konnten, war eine hysterische Führerin, die vor lauter Streß nicht mehr wusste, wohin sie sie führte.
                  Inzwischen hatten sich Sulu und Spock auf einen geeigneten Landeplatz, etwa 10 Kilometer von ihrem eigentlichen Bestimmungsort entfernt am Rand des Kraftfeldes, geeinigt.
                  Der Vulkanier wandte sich an seine Crew und sagte: ,,Bitte nehmen Sie Ihre Plätze im hinteren Teil der Fähre ein. Es wird etwas unruhig werden.“
                  Pille sah Spock an. Er wusste, dass der Erste Offizier zum Understatement neigte und war sich deshalb ziemlich sicher, dass es etwas mehr als ein bisschen unruhig werden würde.

                  Zwei Minuten später wurde McCoy klar, dass er sich nicht geirrt hatte. Auf dem Weg nach unten fielen ihm etwa hundert Bezeichnungen in fünfzehn Sprachen für diese Fahrt ein. Am besten gefiel ihm Höllenritt, was der Sache auch ziemlich nahe kam.

                  Hikaru Sulu wachte auf. Vorsichtig bewegte er seine Arme und Beine.
                  Gut, nichts gebrochen.
                  Ganz langsam drehte er den Kopf und sah sich um. Neben Ihm lag T’Jaca, vor ihm Spock und hinter ihm Doktor McCoy. Alle waren von diesem rosa Nebel umgeben. Gerade begann Spock sich zu bewegen. Hikaru kroch zu ihm, um ihn zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Gemeinsam weckten sie dann die anderen.
                  Nachdem sie sich um das Shuttle versammelt hatten, fragte Pille: ,,Wo sind Scotty und Uhura?“
                  Erschrocken riss Sulu die Augen auf. Das hatte er noch gar nicht bemerkt. Er sah sich um. Sie waren nirgends zu sehen. ,,Ich hoffe, sie wurden nur ein bisschen weiter weg geschleudert.“, stammelte er und begann sich umzusehen.
                  ,,Nein, ich glaube, sie wurden von den Da’lazu verschleppt.“ T’Jaca schien sich ziemlich sicher zu sein. Pille startete den Versuch das Wort auszusprechen. ,,Da’l - Da’li - OK, wer ist das?“
                  ,,Das sind die Eingeborenen. Sie lebten hier schon, bevor die ersten Romulaner den Planeten besiedelten. Das hier ist ihr Gebiet, deshalb können sie hier nach ihren Regeln leben.“
                  ,,Was würde so ein Da’lu-Dingsda mit seinen zwei Gefangenen tun...theoretisch?“, wollte McCoy wissen.
                  T’Jaca antwortete ihm: ,,Nun, er würde sie als Sklaven benutzen...theoretisch.“
                  ,,Was meinen Sie mit theoretisch, Jackie?“, fragte Sulu sich an seinem rechten Ohr kratzend.
                  ,,Naja, es gibt immer Ausnahmen und im Moment ist gerade der fünfte Tag der Yna?“
                  ,,Der was?“ Pille und Sulu starrten die Romulanerin an.
                  T’Jaca blickte zu Spock. Dieser nickte unmerklich und sagte: ,,Auch auf Vulkan gab es diese Göttin...früher jedenfalls.“
                  Man merkte, dass er sich nicht gerne an diese frühe Zeitalter der Vulkanier, jenes, als sie noch emotional und unlogisch gewesen waren, erinnerte. Nach einem leisen Seufzen erzählte er weiter. ,,Sie liebt die Gewalt. Sie ist dem Mars der römischen Götterkultur sehr ähnlich, um einen irdischen Vergleich zu benutzen. Allerdings steht die Yna auch für Kälte. Damals auf Vulkan wurden ihr zahlreiche Opfer dargebracht und zwar nicht nur niedere Wesen, sondern auch Vulkanier, vor allem Kriegsgefangene.“
                  ,,Das ist ja alles schön und gut.“, mischte sich McCoy ein. ,,Aber warum haben die Eingeborenen die frühere Götterkultur der Vulkanier übernommen?“
                  Diesmal antwortete ihm T’Jaca. ,,Als die ersten Romulaner hier eintrafen, begannen sie, die Eingeborenen zu zivilisieren, wie sie sich damals ausdrückten. Leider nahmen die Da’lazu die Götter viel ernster, als der gottergebenste Romulaner es sich wünschen oder vorstellen konnte.“
                  Während dieser Erklärung war Hikaru immer unruhiger geworden. ,,Wenn sie wahrscheinlich in so großer Gefahr schweben, warum stehen wir dann noch hier rum. Wir sollten sie schnellstens retten.“
                  T’Jaca hob eine Braue. ,,Das ist nicht so einfach, wir Sie denken, Hikaru. Wir müssen die Nacht abwarten und uns dann in das Dorf schleichen. Wenn sie uns erwischen, was tagsüber wahrscheinlicher als nachts ist, dann werden wir echte Schwierigkeiten bekommen.“
                  ,,Wir sollten uns aber zumindest schon mal auf den Weg zum Dorf machen, damit wir seine Bewohner und deren Schwachpunkte analysieren können.“, meinte Spock und ging auf den Wald zu, hinter dem sich das Dorf aller Wahrscheinlichkeit nach befand. Da T’Jaca nichts dagegen sagte, folgten die anderen dem Vulkanier.

                  Uhura rieb sich die Füße. Sie waren über eine Stunde gelaufen und man hatte ihr die Schuhe ausgezogen, wahrscheinlich, um sie auf bevorstehende Schmerzen vorzubereiten oder sie zu demütigen. Nachdem sie ihre Zehen wieder spüren konnte, sah sie sich um.
                  Sie befand sich allem Anschein nach im Zelt des Stammesoberhauptes, denn im Vergleich zu den anderen Behausungen war diese hier sehr viel luxuriöser, wenn man überhaupt von Luxus sprechen konnte. Vor dem Lederfetzen, der wahrscheinlich eine Tür darstellen sollte, standen zwei Wachen. Hinter Uhura war ein Lager aufgebaut. Es bestand gänzlich aus Fellen, rosa Fellen. Die Bantufrau musste lachen, als sie sich an die rosa Raumschiffe erinnerte. Suchend sah sie sich nach Scotty um, denn er war der einzige, den sie in der letzten Stunde gesehen hatte. Von den anderen hatte sie nichts gehört. Vielleicht waren sie nicht gefangen genommen worden, was ihre Aussicht auf eine Flucht erheblich erhöhte. Gerade als sie überlegte, wie sie an Scotty herankommen könnte, wurde dieser durch den Lederfetzen (man konnte es wirklich nicht Tür nennen) hereingestoßen.
                  Als Montgomery Scott Uhura sah, hellte sich sein Gesicht auf. Endlich jemand mit dem er reden konnte! Zu zweit standen auch ihre Fluchtchancen viel besser. Es war sehr wahrscheinlich, dass zumindest einer entkommen könnte. Nun, sobald man sie hier allein ließ, würde er mit der Komm-Offizierin darüber reden.
                  Uhura bemerkte, dass der Wächter, der Scotty hereingestoßen hatte, sie komisch ansah.
                  Hoffentlich sind wir keine Opfergaben für irgendeinen Gott, dachte sie.


                  Inzwischen hatte das Außenteam den Rand des Dorfes erreicht. Es war von einer hohen Mauer umgeben und lag mitten auf einer Lichtung zwischen riesengroßen Bäumen. In Gedanken verglich Pille diese Bäume mit den Redwoods, die auf der Erde in Kalifornien wuchsen. Vorhin hatte er sich mit Sulu über eine eventuell vorhandene Ähnlichkeit zwischen diesen Baumarten unterhalten. Nach relativ kurzer Zeit waren sie zu dem Entschluss gekommen, dass Redwoods im Vergleich zu diesen Bäumen wie Zahnstocher wirkten. Außerdem hatten die Bäume hier hellrosa Blätter.
                  Etwa hundert Meter vom Dorf entfernt machten sie Rast und setzten sich um einen großen Stein herum. Spock sah den Verbliebenen des Außenteams ernst in die Augen. ,,Wenn ich ganz ehrlich sein soll: Ich weiß nicht, wie wir Lieutenant Uhura und Commander Scott da herausholen sollen. Hat jemand eine Idee?“
                  Erstaunt blickte Pille dem Vulkanier in die Augen. Er gibt zu, dass er keine Ahnung hat. Ist er krank?! Seit wann tut er so was?
                  ,,Ich finde, wir sollten noch einen reinschicken.“, sagte T’Jaca.
                  ,,Wieso? Damit wir noch einen retten müssen?!“
                  ,,Nein, Hikaru. Damit die Da’lazu denken, sie hätten alle von uns und wieder etwas unachtsamer werden. Ich habe bemerkt, dass sie Wachen aufgestellt haben, also wissen sie, dass mehr Fremde als ihre zwei Gefangenen existieren. Allerdings benutzen sie Zahlen nicht so wie wir. Eigentlich kann man sagen, sie haben keine, doch genaugenommen ist das unmöglich, denn wie könnten sie sonst ihre Zelte bauen. Sie wissen nicht wie viele wir sind. Sie wissen nur, dass noch jemand da ist. Wenn sich einer von uns fangen lässt und sie sonst niemanden sehen, werden sie denken, dass sie jetzt alle haben und weniger wachsam sein.“
                  T’Jaca sah in die Runde, ob es jemanden gab, der ihr nicht zustimmte. Anscheinend waren alle einverstanden.
                  Nach einer kurzen Pause fragte McCoy: ,,Und wer soll sich fangen lassen?“
                  Spock sah ihn an. ,,Ich würde sagen, wir schicken Sie hinein.“
                  ,,Miiich!! Spock, sind Sie verrückt geworden? Warum ausgerechnet ich? Ich hab doch gar keine Ahnung, was ich dort machen soll, wie ich mich verhalten soll und überhaupt wären Sie oder T’Jaca viel besser geeignet. Sie wüssten wenigstens, was Sie da drin tun sollten.“
                  ,,Also ich finde Mr. Spocks Idee gar nicht so schlecht, Doktor. Sie könnten auch gleich nachsehen, ob den beiden etwas fehlt, ob sie verletzt sind oder so.“
                  ,,Ich stimme Mr. Sulu zu.“, sagte T’Jaca. ,,Sie sind die beste Wahl, Pille. Außerdem können Sie als Gefangener in diesem Dorf weder etwas falsch noch etwas richtig machen. Seien Sie einfach nur da. Das genügt schon, um sich unbeliebt zu machen.“
                  Hilfesuchend blickte McCoy Spock an. Als ihm jedoch klar wurde, wen er da ansah (Der war ja an allem schuld!), drehte er den Kopf schnell weg.
                  ,,Gut nachdem nun alle meinen Einsatz so einstimmig beschlossen haben, bitte ich darum, mir die Einzelheiten des Planes zu erklären.“
                  Spock sah den Doktor an. ,,Sie werden sich von den Da’lazu fangen lassen. Dann bleiben Sie einen Tag im Dorf. Danach müssten sie eigentlich aufgehört haben, nach uns zu suchen. Bei Anbruch der nächsten Nacht werden wir sie befreien.“
                  ,,Das klingt ja alles schön und gut, Spock. Aber wie wollt ihr uns finden? Wollt ihr jedes Zelt einzeln untersuchen? Dauert das nicht ein bisschen zu lange?“
                  T’Jaca lachte: ,,Glücklicherweise weiß ich, dass die Da’lazu ihre Gefangenen immer im Häuptlingszelt unterbringen. Man glaubt, je mehr Gefangene das Innere des Häuptlingszeltes gesehen haben desto mächtiger wird der Häuptling.“
                  ,,Faszinierend. Da wir nun auch das letzte Problem gelöst haben - “
                  ,,Ja ja. Ich geh ja schon. Schönen Abend noch.“ Und Pille verschwand in Richtung Dorf.

                  ,,Endlich! Ich dachte schon, der geht gar nicht mehr weg!“ Scotty ließ sich neben Uhura auf den Boden fallen. Die Bantufrau sah den Chefingenieur an. ,,Irgendeine Idee, Mr. Scott?“
                  ,,Ja, Mädchen. Wie wär’s, wenn - “
                  ,,Hey, lasst mich los! Ich...ich hab mich doch nur verlaufen. Ich gehöre dem...dem Nachbarstamm an!“
                  Eine Minute später wurde Doktor McCoy in das Zelt gestoßen. Er grinste sie schief an. ,,Wirklich nette Leute.“ Aber dann wurde sein Ton ernst. ,,Haben Sie irgendwelche Schmerzen? Sie müssen morgen wirklich voll auf Ihrer gesundheitlichen Höhe sein. Sie müssen sich quasi wie ein Durchschnittsvulkanier fühlen.“
                  Uhura starrte den Arzt an. ,,Doktor McCoy. Wie kommen Sie denn hierher?“
                  ,,Ich habe mich fangen lassen. Spock und die anderen warten noch bis zur Nacht und dann holen sie uns hier raus.“ McCoy konnte in normaler Lautstärke sprechen, da die Da’lazu Föderationsstandard nicht verstanden, was auch sein vorheriges Geschrei sinnlos erscheinen ließ. Aber das war einfach ein Reflex gewesen. Wenn ein Mensch gefangen genommen wird, dann schreit er erstmal.
                  ,,Äh, das ist ja ganz toll, Doktor, aber warum mussten Sie sich extra fangen lassen. Doch nicht nur um uns das zu sagen?“ Scott sah den Arzt an.
                  ,,Naja, eigentlich wollten wir Sie ja überraschen, aber Spock sagte, das wäre nicht fair.“
                  McCoy grinste, erzählte den beiden Offizieren dann aber doch vom echten Plan.

                  Sulu dreht sich um. ,,Sie ziehen ab, Mr. Spock.“
                  ,,Jetzt schon? Sind sie sich so sicher, dass keiner mehr da ist?“
                  ,,Höchstwahrscheinlich ja.“ T’Jaca blickte in Richtung Dorf. ,,Es war lange Zeit ruhig geblieben. Die jetzigen Generation kennt Fremde oder Kriege nur noch aus Erzählungen. Ich denke, sie machen sich keine großen Sorgen um ihr Leben. Außerdem sehen die Fremden wie Romulaner aus. Und mit den Romulanern leben die Da’lazu schon seit unzähligen Jahrhunderten zusammen.“
                  ,,Das ist eine logische Schlussfolgerung, T’Jaca. Ich schlage vor, wir warten noch zwei Stunden und dann beginnen wir mit der Ausführung unseres Planes.“ Spock nahm Sulus Wachposten ein. ,,Bis dahin können Sie beide sich etwas ausruhen. Ich übernehme die Wache.“

                  Sulu und T’Jaca legten sich nebeneinander auf den Boden um sich so besser unterhalten zu können.
                  ,,Jackie, wissen Sie, was ich mich seit ungefähr zwei Stunden frage“
                  ,,Nein. Was denn?“
                  ,,Wenn die Da’lazu keine Zahlen kennen, warum wissen sie dann, dass heute der fünfte Tag dieser Yna ist?“
                  ,,Das sagen wir Romulaner. Für die Da’lazu ist es einfach die Zeit zwischen dem Fels und dem Meer.“
                  ,,Häh?“
                  T’Jaca musste lachen. ,,Wenn die Sonne bei den Felsen untergeht, beginnt die Zeit der Yna, wenn sie über dem Meer untergeht, so endet die Zeit der Kriegsgöttin. Das ist so wie Sommer und Winter.“
                  Sulu hörte aufmerksam zu. Er hatte die Kulturen anderer Völker schon immer interessant gefunden, aber das war irgendwie etwas neues. Vielleicht, weil eine Romulanerin davon erzählte.
                  ,,Was ist die Yna? Sommer oder Winter?“
                  ,,Die Yna ist der Sommer.“
                  ,,Und der Winter?“
                  ,,Der Winter gehört dem Calyro. Das ist der Gott der Wärme und des Friedens.
                  Hikaru sah T’Jaca an. ,,Warum gehört der Winter dem Gott der Wärme?“
                  Irritiert blickte T’Jaca ihm in die Augen. ,,Warum denn nicht? Was ist daran so schwer zu verstehen?“
                  ,,Naja...der Winter ist kalt und...ich meine Calyro, Gott der Wärme, obwohl...vielleicht verehren sie ihn, damit es bald wieder warm wird.“
                  ,,Ach so. Sie meinen, der Winter hier ist kalt. Nein, ich habe nur dieses Wort benutzt, weil es der Bedeutung des Winters in landwirtschaftlicher Hinsicht am ehesten entspricht. Auf der Erde wächst im Winter von alleine nichts, weil es zu kalt ist. Hier wächst während der Zeit des Calyros nichts, weil es zu warm ist.“
                  Ganz einverstanden war Sulu mit dieser Erklärung allerdings nicht. ,,Warum verehren sie ihn denn, wenn er ihnen nicht hilft, sondern Schwierigkeiten bereitet? “
                  T’Jaca seufzte. Diese Menschen verstanden aber auch gar nichts! ,,Sie müssen den Glauben an Calyro mit dem Glauben an Yna verbinden. Es ist so wie bei den Elementen. Sie sind alle in unserem Körper, allerdings in verschiedener Konzentration.“
                  ,,Also wäre der Sommer ohne Calyro zu kalt und ohne Yna zu heiß. Man braucht sie also beide.“
                  ,,Genau. Und da im Winter die Eigenschaft des Calyro vorherrscht, ist er eben diesem gewidmet. Beim Sommer und Yna ist es dasselbe.“
                  Erschöpft lehnte Jackie sich zurück. Es war unglaublich schwer, einem Terraner etwas begreiflich zu machen. Ob Romulaner in den Augen der Föderation ebenfalls so schwer von Begriff waren?

                  Spock lehnte sich zurück, sah in den Himmel und dachte nach.
                  Die Sterne beurteilen nicht, was sie sehen. Das war ein Sprichwort der Klingonen. Vielleicht hatten sie recht. Aber konnten die Sterne auch das Innere der Individuen unter ihnen betrachten? Konnten sie sehen, dass er sich vor Angst am liebsten in seiner Kabine unter der Bettdecke verkrochen hätte? T’Jaca hatte zwar laut den Spezialisten von Starbase 12 die Wahrheit gesagt, aber was war, wenn die Romulaner eine neue Gedankentechnik besaßen, welche die Föderation noch nicht entschlüsselt hatte. Konnte es sein, dass T’Jaca sie alle zum Narren hielt. Was war, wenn morgen früh eine Horde romulanischer Soldaten hier auftauchen würde, um sie in ein Kriegsgefängnis zu stecken? Ihre Präsenz hier reichte als Grund für einen intergalaktischen Krieg aus. Was sollte er nur tun? Was?
                  Spock seufzte. Es wäre ihm sehr viel lieber gewesen, wenn Jim diese Mission geführt hätte, oder, wenn er wenigstens dabei gewesen wäre. Was den Captain der Enterprise anging, so gab es ein faszinierendes Phänomen. Jim Kirk konnte machen, was er wollte, er kam immer heil davon.

                  Jim Kirk saß in seiner Kabine in seinem Lieblingssessel. Er dachte nach. Jetzt, da er sich nicht ständig selbst vor Doktor Chilan retten musste, hatte er ja auch die Zeit dazu.
                  Wie ging es wohl Spock und den anderen. Verlief alles nach Plan? Warum hatten sie sich so lange nicht mehr gemeldet? War etwas passiert?
                  Naja...es würde wohl wieder eine jener schlaflosen Nächte werden, die man als Raumschiffcaptain unerhört oft hatte. Aber immerhin: Er war Chilan los.
                  Das werde ich Pille nie vergessen, dachte er. Wenn er wieder da ist, darf er mich so oft untersuchen, wie er Lust hat. Naja...zumindest einmal.

                  McCoy, Uhura und Scott saßen wie auf Kohlen. Jeden Augenblick konnten Spock und die anderen hereingestürmt kommen. Sie mussten bereit sein. Die ganze Aktion musste schnell, ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen.
                  ,,Wie lang dauert es denn noch, Doktor?“, fragte Uhura.
                  ,,Ich weiß nicht. Eigentlich müssten sie jetzt bald kommen.“
                  ,,Hoffentlich geht das gut.“, brummte Scotty. ,,Mir wäre wohler, wenn der Captain hier wäre. Wenn er da ist, geht alles immer irgendwie gut.“

                  Spock stand auf. Es war Zeit zu gehen.
                  ,,Mr. Sulu, T’Jaca würden Sie bitte aufstehen. Es geht los.“
                  ,,Aye, Sir.“
                  ,,Ja, Mr. Spock.“
                  Wenig später waren die drei auf dem Weg zum Dorf.


                  ,,Nein, Mr. Spock. Wir sollten besser nicht durch das Dorftor gehen.“
                  ,,Warum nicht?“
                  Der Vulkanier sah die Romulanerin an. Die Wachen waren doch abgezogen, also konnte man auch gefahrlos durch das Dorftor gehen.
                  T’Jaca sagte gar nichts. Sie zog den Vulkanier einfach nur mit sich zu einem Spalt in der Mauer. Es hatte die Form der Schießscharten des irdischen Mittelalters. Spock sah hindurch.
                  Zwei Wachen standen an der Innenseite des Tores. Sie wirkten überaus konzentriert.
                  ,,Danke.“, sagte Spock schlicht. Was hätte er auch sonst sagen sollen. T’Jaca hatte ihm zwar gerade das Leben gerettet, aber sie hatten keine Zeit für überschwengliche Danksagungen.
                  ,,Ist schon gut. Wir sollten hier über die Mauer klettern. Ab einer bestimmten Höhe sind wir von den Augen der Wachen abgeschirmt. Ein Zelt steht genau zwischen ihnen und uns.“ Die Romulanerin begann die Mauer hochzuklettern.
                  Nachdem beide die andere Seite sicher erreicht hatten, machten sie sich schweigend auf die Suche nach dem Häuptlingszelt. Schließlich blieb T’Jaca vor einer der Behausungen stehen. Sie war größer als die anderen und auch etwas anders bemalt. Es waren Hände darauf zu sehen. Hände mit drei Fingern, wie sie die Kinder der Da’lazu hatten. Die restlichen fünf wuchsen ihnen erst nach dem vierzehnten Lebensjahr.
                  ,,Ich glaube, das ist es, Mr. Spock.“, flüsterte die Romulanerin.
                  ,,Gut. Dann versuchen wir es.“ Spock schob sich vorsichtig zum Eingang, der mit einem Lederfetzen bedeckt war, hin. Er zog den Fetzen weg und...
                  ...hörte ein lautes Geschrei. Mindestens zehn Da’lazukinder sahen und schrien ihn entgeistert an. Sofort war T’Jaca, die auf der Hinterseite des Zeltes gewartet hatte neben ihm. Leise begann sie ein Lied zu singen. Spock verstand den Text und Sinn des Liedes nicht, aber es bewirkte, dass die Kinder aufhörten zu schreien. Nur ein kleiner Junge stieß noch einen Schrei aus. Es klang allerdings mehr nach ,,Mit uns ist alles in Ordnung.“ als nach ,,Hilfe!“
                  So schnell sie konnten, suchten T’Jaca und Spock weiter. Schließlich sagte die Romulanerin. ,,Das ist es. Diesmal bin ich mir sicher.“
                  Der Vulkanier sah sie an. ,,Gut. Wenn Sie sich wirklich sicher sind, dann versuchen wir es noch einmal.“
                  Spock und T’Jaca gingen lautlos um das Zelt herum, bis sie direkt hinter den Wachen standen. Während der Vulkanier seinen Gegner mit einem Nervengriff außer Gefecht setzte, schlug die Romulanerin dem anderen mit der flachen Hand auf dem Hinterkopf. Beide gingen geräuschlos zu Boden. Spock schob den Lederfetzen, der wahrscheinlich als Tür dienen sollte, beiseite.
                  ,,Gott sei dank! Sie sind da!“ Uhura sah aus, als wolle sie dem Vulkanier um den Hals fallen.
                  ,,Ich hab mich noch nie so gefreut Sie zu sehen Spock!“ Pille grinste ihn an.
                  ,,Leider kann ich dieses Kompliment nicht zurückgeben, da - “
                  ,,Schon gut, Spock. Ich weiß ja, dass manche ihrer Freude über ein Wiedersehen besser Ausdruck verleihen können als andere.“ Pille schob sich durch den Ausgang. ,,T’Jaca, wie geht es Ihnen? Wo ist Sulu?“
                  ,,Er wartet am Tor auf uns, Pille.“
                  So schnell sie konnten ohne zuviel Lärm zu machen, verließen Uhura, Scotty, Spock, Pille und T’Jaca das Dorf. An der vereinbarten Stelle trafen sie Sulu und gingen zum Lagerplatz zurück. Dort angekommen, packten sie ihre Sachen und verschwanden. Wenn sie sich beeilten, würden sie etwas nach Morgengrauen am Haus von Jackies Großvater ankommen...
                  -> Logische Träume <-
                  \V/ Tai nasha no karosha!
                  KEEP ON TREKKING!!!!!!

                  Kommentar


                  • #10
                    8. Kapitel




                    T’Jaca lächelte. Wie lang war sie nicht mehr hier gewesen? Hier in diesen Wäldern hatte sie das Kämpfen gelernt. Das Kämpfen und auch alles andere. Wie schön war es, wieder hier zu sein!
                    Es hat eine Zeit gegeben, da hab ich nicht mehr daran geglaubt das alles hier wiederzusehen, dachte sie bei sich.
                    Spock lief direkt hinter der Romulanerin. Er überlegte die ganze Zeit an einem einzigen Problem herum. Schließlich hielt er es nicht mehr aus. Er machte zwei große Schritte und als er dann neben T’Jaca stand, sagte er : ,,T’Jaca, ich habe eine Frage.“
                    Er wartete eine Weile, um sicher gehen zu können, dass sie ihm zuhörte.
                    Auf ein Nicken der Romulanerin fuhr er fort: ,,Als wir in diesem Kinderzelt waren...was haben Sie da gesungen.“
                    Jackie schmunzelte. Dieser Vulkanier weiß viel, aber doch nicht alles.
                    ,,Das war das Lied der Mutter der Elemente. Man singt es kleinen Kindern vor, damit sie wissen, dass alles in Ordnung ist. Als Kind bekommt man gesagt, dass, wenn man dieses Lied hört, einem nichts geschehen kann. Es war die einfachste Möglichkeit die Kinder zu beruhigen.“
                    Spock nickte. ,,Das ist auch eine der Gottheiten, die die Da’lazu von den Romulanern übernommen haben.“
                    ,,Und das ist auch gut so“, mischte sich Pille von hinten in das Gespräch ein. ,,Wenn es nicht so wäre, hätten wir jetzt alle verdammt große Probleme.“
                    Spock sah den Doktor an. Dann hob er eine Augenbraue und sagte: ,,Ich stimme dem Doktor zu. Vielen Dank, T’Jaca.“
                    Um nicht das neuste Streitgespräch mitanhören zu müssen, ließ T’Jaca sich zurückfallen. Jetzt lief sie an Sulus Seite.
                    Hikaru Sulu konnte es nicht glauben. Von so einem Planeten hatte er immer geträumt. Diese wunderschönen hohen Bäume, die Blumen, die um sie herum wuchsen, die Vögel, die so völlig anders klangen als auf der Erde. Es war einfach atemberaubend.
                    T’Jaca beobachtete den Rudergänger. Schließlich verschwand sie in ein Gebüsch.
                    Spock, der ein Geräusch gehört hatte, drehte sich um. ,,Wo ist T’Jaca?“
                    Erschrocken sah Sulu sich um. ,,Gerade eben war sie noch hier, Mr. Spock.“
                    ,,Oh! Wie niedlich!“ Uhura hatte Jackie gefunden.
                    Die Romulanerin kam gerade aus einem der Büsche, die am Wegrand wuchsen heraus. Auf ihrem Arm saß ein...ein...kleines grünes Tierchen mit langen blauen Ohren und einem dicken grünblau gestreiften Schwanz.
                    ,,Was ist das denn?“, wollte Leonard wissen.
                    Jackie lächelte. ,,Das ist mein Tarangi.“
                    ,,Ihr Tarangi? Hey, ich kann es aussprechen! Das erste romulanische Wort, das ich aussprechen kann! Gibt noch mehr von solchen schönen einfachen Wörtern?“ McCoy war überglücklich. ,,Wenn sie die Sprache der Da’lazu lernen, Pille. Es ist nämlich leider kein romulanisches Wort. Auf Romulanisch heißt dieses Tier. Qua’itinromul.“
                    ,,Quat - Quit - naja, vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Sprachreform bei euch und dann wird es ein Wort geben, das ich aussprechen kann.“
                    Hikaru kraulte den Tarangi hinter dem rechten Ohr. Dann fragte er: ,,Was ist das für ein Tier, was frisst es?“
                    ,,Es ist ein Allesfresser, aber am liebsten frisst es Qu’um.“ T’Jaca blinzelte dem Doktor zu. ,,Das ist übrigens ein romulanisches Wort, Pille.“
                    ,,Qu’um? Und was soll das sein. Ich muss doch die Bedeutung des einzigen für mich aussprechbaren romulanischen Wortes kennen.“
                    ,,Qu’um ist eine Substanz die dem romulanischem Bier sehr ähnelt.“
                    T’Jaca starrte Spock an. ,,Woher wissen Sie das?“
                    ,,Ich habe es mal getrunken, als ich auf dem Schiff eines romulanischen Commanders war. Es schmeckt...faszinierend.“
                    Scotty hatte sich inzwischen den Tarangi einmal genau angesehen.
                    ,,Er sieht ein bisschen aus wie ein Waschbär. Wenn nur diese langen Ohren nicht wären. Warum ist er eigentlich so zahm ?“
                    ,,Weil er bei mir lebt, seit er geboren ist. Auf Ro’lazu hat jede Familie ein Familientier. In meiner Familie ist es seit Urzeiten der Tarangi. Aber ich denke, wir sollten weitergehen. Ich muss unbedingt meinen Großvater sehen.“
                    T’Jaca ging mit langen Schritten voraus, der Tarangi und die anderen hinterher. Kurze Zeit später waren sie am Rand des Energiefeldes angekommen.
                    ,,Gut. Und wie kommen wir jetzt da rein?“ Pille sah in Spocks Richtung. Dieser hob die linke Braue und wandte sich T’Jaca zu. ,,Gibt es irgendein Passwort oder ähnliches, womit wir das Feld abschalten können.“
                    ,,Ja, es gibt eins, aber es wurde mir nie gesagt. Ich kenne ein Passwort. Aber das lässt nur mich durch, weil der Computer auf meine Stimme programmiert ist.“
                    ,,Gut, dann versuchen Sie es.“
                    Sulu nickte der Romulanerin zu. T’Jaca ging zu einem der riesigen Bäume und sprach etwas in den Stamm. Kurz darauf ging sie durch das Kraftfeld hindurch. McCoy berührte das Feld. Als er einen leichten Stromfluss fühlte, zog er die Hand zurück. Spock, der diese unlogische Handlung beobachtet hatte, hob missbilligend eine Braue. Was dachte sich dieser Mensch eigentlich?! Dachte er überhaupt?



                    Jim Kirk lehnte sich in seinem Kommandantensessel zurück und seufzte leise. Ohne Pille, Sulu, Uhura und Spock war die Brücke der Enterprise so leer. Er vermisste sogar die Streitgespräche, die ihn sonst immer so genervt hatten. Es war einfach zu ruhig. Das bezog sich nicht nur auf das Innere des Schiffes. Auch die romulanischen Kriegsschwalben hatten sich nicht mehr blicken lassen. Aus Erfahrung wusste Kirk, dass es nie gut war, wenn Romulaner da waren, sich aber nicht blicken ließen. Wenn sie das taten, so konnte man sicher sein, dass sie etwas ausheckten. Wenn er doch nur wüsste, was es war...
                    ,,Captain? Ich hab hier Commander Spock in der Leitung.“
                    Jims Miene hellte sich auf. Endlich! Ich dachte schon, sie melden sich gar nicht mehr.
                    ,,Ich rede mit ihm in meinem Quartier, Fähnrich.“, sagte er und verschwand von der Brücke.

                    ,,Captain. Ich hoffe –“
                    ,,Spock! Geht es Ihnen gut? Geht es den anderen gut? Wie kommen Sie voran?“
                    Jim war so froh Spocks Stimme zu hören, dass es ihm völlig egal war, wie hoch Augenbraue des Vulkaniers kletterte, der mit einem solchen Gefühlsausbruch nicht gerechnet hatte.
                    ,,Captain, wir stehen jetzt vor dem Haus von T’Jacas Großeltern. Es ist von einem Kraftfeld umgeben, dass auf Stimmmuster reagiert und T’Jaca auf die andere Seite gelassen hat. Sie arbeitet daran es abzuschalten.“
                    ,,Das ist gut. Wissen Sie so einigermaßen, was Sie auf der anderen Seite erwarten wird?“
                    ,,Auf alle Fälle nichts Gutes.“, mischte sich Pille in das Gespräch ein. ,,Normalerweise dürfte das Kraftfeld gar nicht aktiviert sein, da Jackies Großvater das nur bei großer Gefahr tat.“
                    ,,Hmhm. Gut...oder besser gesagt: schlecht. Seid vorsichtig, OK?“
                    ,,Klar doch Jim. Wir machen das schon. Mach dir keine Sorgen. In zwei Tagen sind wir wieder da.“ McCoy grinste ihn aufmunternd an.
                    Spock wollte die Verbindung unterbrechen, aber Scott hielt ihn zurück.
                    ,,Warten Sie, Mr. Spock. Ich muss den Captain noch etwas fragen.“
                    Dann drehte er sein Gesicht dem tragbaren Bildschirm zu und sagte: ,,Wie geht es meinen Maschinen, Captain? Ist alles in Ordnung?“
                    Kirk lächelte, als er an die junge Ingenieurin dachte.
                    ,,Ja Scotty. Ihren Maschinen geht es gut. Sie macht das fast so gut wie Sie.“
                    ,,Sie!?“
                    McCoy grinste. ,,Also kommst du mit den neuen Offizieren besser zurecht, als du uns glauben machen wolltest. Ich wette, wenn deine Ingenieurin Ärztin gewesen wäre, hättest du dich ohne zu Murren untersuchen lassen.“
                    ,,Pille. Du übertreibst. Ich hab nur gesagt, dass sie ihre Arbeit gut macht.“
                    ,,Ja, ja. Sie macht sie so gut, dass man sie glatt als Dankeschön zu einem Abendessen einladen sollte.“, sagte McCoy scheinheilig.
                    ,,Pille, ich glaube, das sollten wir ein andernmal besprechen. Ich wünsch euch viel Glück...und seid vorsichtig. Kirk Ende.“
                    Jim deaktivierte das Kommunikationsgerät und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Hoffentlich geht das gut. Ich hätte doch mitkommen sollen. Vielleicht hat Pille recht. Vielleicht sollte ich Miss Tarus mal zum Abendessen einladen. Das würde mich auf andere Gedanken bringen. Lächelnd verließ Jim sein Quartier.

                    T’Jaca ,hatte das Kraftfeld ausgeschaltet und winkte dem Rest des Außenteams zu. Kurze Zeit später standen sie alle vor der Haustür.
                    ,,Wollen Sie nicht aufmachen, Jackie?“, fragte Uhura.
                    Bevor sie antwortete, zögerte die Romulanerin kurz. Konnte sie vor diesen...Offizieren der Sternenflotte ihre Gefühle zugeben? Dann seufzte sie und sagte: ,,Ich weiß nicht. Irgendwie fürchte ich mich davor. Es...es ist so still.“
                    Doch dann öffnete die Romulanerin die Tür. Langsam schritt sie über die Türschwelle. Pille wollte ihr nachgehen, aber Spock hielt ihn zurück.
                    ,,Sie sollte erstmal allein vorgehen, Doktor.“
                    Pille hob anerkennend seine Augenbrauen. Soviel Taktgefühl hatte er Spock gar nicht zugetraut. Gerade wollte er zu einer provozierenden Antwort ansetzen, als ein Schrei aus dem Inneren des Hauses tönte. Sulu wartete nicht, bis Spock den Befehl gab. Er lief einfach hinein.
                    T’Jaca kniete auf dem Boden vor einer unförmigen, verstümmelten Gestalt und...weinte. Hikaru wusste nicht, was er tun sollte.
                    Aber McCoy wusste es. Er ließ sich neben Jackie auf dem Boden nieder und nahm die Romulanerin in die Arme. Dann winkte er den Rudergänger herbei und sagte leise zu ihm: ,,Ich muss sie untersuchen, Sulu. Könnten Sie mal...“
                    Sulu verstand. Ohne ein Wort zu sagen, nahm er Jackie in die Arme, so dass McCoy die Gestalt untersuchen konnte. Uhura half ihm dabei.
                    Inzwischen war auch Spock eingetreten. Fragend sah der Vulkanier den Arzt an. Leonard schüttelte nur stumm den Kopf.
                    Als T’Jaca sich einigermaßen beruhigt hatte, sah sie den ersten Offizier der Enterprise trotzig an. ,,Ich werde ihn finden.“
                    ,,Wir werden den Mörder finden, Jackie.“, verbesserte sie Pille.
                    Spock nickte stumm. Dann sah er T’Jaca an und sagte leise: ,,Es gibt immer Möglichkeiten, T’Jaca, vielleicht auch in diesem Fall.“
                    Dann drehte er sich um und verschwand die Treppe hinauf um sich oben umzusehen.
                    Erstaunt blickte McCoy ihm nach. Hatte Spock da gerade jemanden getröstet. Der Arzt grinste zufrieden. Dieser Vulkanier ist menschlicher, als er zugeben will. Er mag Jackie. Er mag sie wirklich.
                    Dann begann auch er das Haus zu durchsuchen.
                    Nirgendwo war eine Nachricht von T’Jacas Großvater oder irgend etwas, dass seinen Aufenthaltsort verraten könnte. T’Jaca ging unruhig von einer Seite auf die andere. Sie musste etwas tun. Sie musste den finden, der dafür verantwortlich war. Da fiel es ihr ein.
                    ,,Wir müssen zurück!“, rief sie.
                    ,,Wohin denn?“, fragte Sulu, der neben ihr stand und aus dem Fenster blickte.
                    ,,Zurück zu den Da’lazu.“
                    ,,Nee. Nicht schon wieder. Außerdem, wie sollen die uns denn helfen?“ Pille sah die Romulanerin verwundert an.
                    ,,Mein Großvater ist nicht hier. Er hat auch keine Nachricht hinterlassen. Die einzigen, die wissen könnten, wo er ist, sind die Da’lazu.“
                    ,,Wieso ausgerechnet die?“ Pille wollte einfach nicht zu diesen groben Ureinwohnern zurück. Seine Arme taten ihm jetzt noch, von dem festen Griff der Wachen.
                    ,,Sie sind...äh...Freunde der Familie. Es ist nicht das Dorf, dass Sie gefangen genommen hat, sondern ein anderes. Mein Großvater hat dem Häuptling einmal das Leben gerettet. Deshalb ist uns dieser Stamm für alle Ewigkeit verbunden. Es ist nicht so, dass sie in unserer Schuld stehen, es ist nur ein Band entstanden. Ein Band, das nur durch hinterlistigen Mord zerschnitten werden kann. So hat es damals der Häuptling gesagt.“
                    Die Romulanerin schritt zur Tür und sah Spock an.
                    ,,Vertrauen Sie mir?“
                    Der Vulkanier nickte und das Außenteam machte sich wieder auf den Weg.
                    Kurze Zeit später standen sie vor einem Da’lazudorf. T’Jaca bedeutete den anderen hier auf sie zu warten, aber Spock schüttelte den Kopf.
                    ,,Entweder gehen wir alle, oder es geht niemand.“
                    Die Romulanerin neigte den Kopf nach unten und machte dem Vulkanier Platz, damit er vorausgehen konnte.
                    Pille traute seinen Augen nicht. Die stolze T’Jaca verneigte sich vor einem Vulkanier. Die Romulaner verachteten die Vulkanier noch mehr, als sie die Menschen verachteten, weil sie die Vulkanier als Diener der Menschen sahen.
                    Und nun zeigte Jackie Spock, dass sie ihn als Anführer anerkannte? Ich muss sie nachher mal fragen, was diese Geste zu bedeuten hatte, entschied Pille und folgte den anderen ins Innere des Dorfes.
                    Die Gruppe hielt vor dem Zelt des Häuptlings an. Einer der Wächter meldete ihre Präsenz. Kurz darauf wurde der Fellfetzen, der auch in diesem Dorf als Tür diente, beiseite geschoben und das Außenteam durfte eintreten.
                    Der Häuptling saß auf dem Boden. Er war am ganzen Körper mit einer eigenartigen, grünen Substanz, die dem Wasser auf diesem Planeten glich, bemalt. Schweigend sah er T’Jaca an. Die anderen ignorierte er einfach.
                    Dann begann T’Jaca zu reden. Sie redete in der Stammessprache, aber durch ihre Universaltranslatoren, die vor dem Aufbruch von T’Jaca mit dem nötigen Material gespeist worden waren, verstanden die Offiziere der Enterprise genug um dem Gespräch folgen zu können.
                    ,,Grünes Licht. Ich hoffe, es geht dir gut.“ Die Romulanerin sah dem Häuptling in die Augen.
                    ,,Ja, Rote Blume. Es geht mir gut und jetzt, wo du wieder da bist, füllt sich das große Herz wieder mit Freude und Hoffnung.“
                    ,,Ich...ich bin zurückgekehrt um Desarus, meinen Großvater, zu suchen. Weißt du etwas von ihm, Grünes Licht?“
                    Der Häuptling schlug die Augen nieder und wandte sich ab.
                    ,,Er ging. Desarus, der Mutigste von euch allen ist geflohen. Seine Frau, deine Großmutter hat er zurückgelassen.“
                    ,,Ich weiß. Sie...sie ist tot. War jemand hier, während ich weg war?“
                    ,,Vor wenigen Sonnenaufgängen waren Romulaner hier. Sie überschritten die Grenze eures Hauses und brachen die Tür auf. Blaue Luft berichtete mir das. Als wir kamen, war es zu spät. Wir gingen allerdings nicht hinein, denn ein Haus, das nach R’ia riecht, betritt kein Da’lazu.“
                    T’Jaca zitterte. Romulaner! Es waren Romulaner. Warum? Dann wurde ihr Blick trotzig. Sie kamen erst vor wenigen Tagen. Hätte Captain Kirk nicht so ein Theater gemacht, wäre ich früher, vielleicht rechtzeitig dagewesen.
                    Sie spürte, wie ihr jemand eine Hand auf den Rücken legte.
                    ,,Sie wissen, das es nicht die Schuld vom Captain war, Jackie. Steigern Sie sich nicht in etwas hinein. Bitte.“ Hikaru sah sie an.
                    Die Romulanerin nickte leicht und blickte dann wieder zu Grünes Licht, der ihr immer noch den Rücken zukehrte.
                    ,,Hat mein Großvater denn gar nichts gesagt? Er muss doch etwas gesagt haben!“
                    Flehend starrte T’Jaca auf den Rücken des Häuptlings. Dieser erhob sich und bedeutete einem der Wachen, etwas zu holen. Kurze Zeit später hielt er dann ein kleines Päckchen in der Hand. Fast feierlich überreichte er es der Romulanerin. Die ganze Zeit über sprach er kein Wort.
                    Ebenso schweigend nahm T’Jaca es entgegen. Dann winkte sie ihren Gefährten zu. Gemeinsam verließen sie das Zelt. Von den Wachen wurden sie zum Tor begleitet. Neben dem Eingang stand ein Behälter. Er enthielt diese komische grüne Substanz, die dem Wasser dieses Planeten so ähnlich sah. T’Jaca steckte einen Finger in die Flüssigkeit und strich sich dann die grüne Farbe auf die Stirn.
                    Sie bedeutete den Anderen, es ihr gleich zu tun. Als alle eine grüne Stirn hatten, hob einer der Wächter die Hand und ließ sie vor den Augen des Außenteams vier mal auf und ab gleiten. Dann nahm er wieder seine starre Haltung an.
                    Wortlos dreht T’Jaca sich um und ging. Spock und die anderen folgten ihr. Als sie ein Stück gegangen waren, konnte Pille einfach nicht mehr.
                    ,,Nun machen Sie schon auf, T’Jaca!“, drängte er.
                    Die Romulanerin schüttelte den Kopf. ,,Das geht nicht. Ich kann sie erst aufmachen, wenn wir wieder auf dem Grundstück meines Großvaters sind.“
                    ,,Wieso?“, fragte Uhura erstaunt.
                    ,,Weil mein Großvater in den Augen des Häuptlings seine Ehre verloren hat und wenn ich das Päckchen hier im Wald aufmachen würde, dann würde es das Land der Da’lazu ver – naja – verschmutzen, entehren. So etwas in der Art.“
                    Pille sah die Romulanerin an. ,,Na gut. Dann kann ich jetzt erstmal die ganzen anderen Fragen stellen, die ich zu stellen habe. Das sind nämlich ‘ne ganze Menge.“
                    ,,Ja. Ich hab dann auch noch ein paar.“, meldete sich Sulu zu Wort.
                    ,,Na dann. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit. Mal sehen, ob ich sie beantworten kann.“ T’Jaca sah neugierig von einem zum anderen.
                    McCoy holte tief Luft. ,,Also. Erstens: Was hat der Häuptling da vom großen Herz erzählt? Meinte er da sein eigenes?“
                    ,,Nein, er meinte das des Stammes. Er meint, dass jetzt, wo ich wieder da bin, alles gut werden wird.“, erklärte Jackie lächelnd.
                    ,,Wieso? Was soll denn wieder gut werden?“, fragte Scott irritiert.
                    ,,Es scheint die Da’lazu geschockt zu haben, dass auf einmal so viele Romulaner kamen. Vielleicht wurden Sie deshalb auch gefangen genommen, Mr. Scott. Vielleicht hatten die Da’lazu einfach nur Angst.“ Uhura, die diese Erklärung gegeben hatte, blickte T’Jaca an. Diese nickte leicht.
                    ,,Es wäre denkbar.“, sagte sie.
                    ,,Gut. Und meine zweite Frage ist: Was ist ein R’ia? Ich meine, ich weiß, dass es ein Wort aus der Sprache der Da’lazu sein muss. Es kann kein romulanisches sein. Immerhin konnte ich es aussprechen. Aber was bedeutet es?“
                    ,,Ich würde sagen, R’ia bedeutet Tod, Doktor. Diese Wort entstammt nicht der Sprache der Da’lazu, sondern der der Vulkanier.“
                    Um die Wichtigkeit dieser Information zu unterstreichen, hob Spock die linke Augenbraue.
                    ,,Das stimmt. Aber hier auf diesem Planeten heißt es nicht Tod, sondern Todesgott.“, ergänzte Jackie.
                    ,,Das finde ich gut. Jetzt kann ich sogar vulkanische Wörter aussprechen. Dann wird auch irgendwann ein romulanisches Wort auftauchen, dass ich sagen kann, ohne mir die Zunge zu brechen.“ Pille war schier außer sich vor Freude.
                    Spock ließ seine Braue missbilligend sinken.
                    ,,Sie können sich ihre Zunge nicht brechen, Dokter. Ihre Zunge besteht nur aus Muskeln, nicht aus Knochen. Sie könnten ihr sekundäres Zerkleinerungsobjekt bestenfalls überdehnen.“ Spock sah sich um. Es war vollkommen still...bis Scotty einen Hustenanfall bekam, in den Sulu, McCoy und Uhura bald mit einstimmten. T’Jaca grinste ihn an. Da ging dem Vulkanier ein Licht auf.
                    ,,War das ganze nur eine dieser ungenauen terranischen Redensarten?“, fragte er die Romulanerin.
                    ,,Wahrscheinlich. Ich wüsste nicht, warum diese Menschen sich sonst so amüsieren würden.“, gab T’Jaca eiskalt zurück.
                    Die beiden tauschten ein Augenbrauenheben. Spocks anerkennend, weil die Romulanerin einen intelligenten Scherz gemacht hatte, T’Jacas herausfordernd, weil sie wissen wollte, ob der Vulkanier das auch konnte.
                    Nachdem Sulu sich beruhigt hatte, führte er McCoys Fragestunde weiter.
                    ,,Warum hat Grünes Licht Ihnen den Rücken zugewandt als sie ihm sagten, dass Sie Ihren Großvater suchen?“
                    ,,Er konnte dem, der den Namen meines Großvaters nennt, nicht in die Augen sehen, während sich das Gespräch um den ehrlosen Desarus drehte. Das war eine frage der Ehre der Da’lazu. Deshalb hat er auch nichts gesagte nachdem er die Schachtel berührt hatte. Seine Haut und die Luft um ihn herum waren verpestet. Seine Stimme sollte nicht auch noch verpestet werden. Sie haben ein sehr starkes Ehrgefühl.“
                    ,,Stark ist leicht untertrieben, finden Sie nicht auch, Jackie?“ McCoy sah die Romulanerin provozierend an. T’Jaca lächelte entschuldigend.
                    ,,Eigentlich sind sie ganz in Ordnung, wenn man die Maßstäbe, die ihnen ihr Ehrgefühl auferlegt hat, erfüllt.“
                    Dann gingen sie eine Weile stumm nebeneinander her. Kurz darauf hatten sie die Genze zu Desarus‘ Grundstück erreicht und T’Jaca öffnete das Päckchen.
                    Sie zog ein Blatt Papier und eine Kette heraus. Ohne den Schmuck weiter zu beachten, fing sie an zu lesen. Damit ihre Gefährten alles mitbekamen und sie danach nicht wieder stundenlang Fragen beantworten musste, las sie laut.
                    ,,Jackie, meine Kleine.
                    Ich weiß, du wirst dich fragen, warum ich nicht mehr da bin, aber ich habe etwas Wichtiges zu tun. Deine Großmutter wollte nicht mit mir kommen. Sie hoffte, das du zurückkommen würdest und ihr mir dann nachreisen könntet. Für den Fall, das ihr etwas zugestoßen ist, habe ich diesen Brief geschrieben. Das nachfolgende Rätsel wird dich auf meine Spur führen. Es musste ein Rätsel sein, für den Fall, dass dieser Brief in die falschen Hände gerät. Aber ich bin mir sicher, dass du es lösen wirst. Für dich ist es einfach, für einen Fremden unlösbar. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem wir uns wiedersehen.
                    Ich bin, die elementarischen Kugeln zu suchen
                    Auf einem Planeten, weit weg von unserem.
                    Du weißt, wo er ist. Du kennst ihn genau.
                    Das Leben auf diesem ist sehr still, auf seiner Schwester sehr rau.
                    Doch falls dich die Lösung noch immer nicht findet:
                    Du weißt, wohin Desarus sehr gerne verschwindet.
                    Bringt das dich immer noch nicht weiter, so steige hinauf die verbotene Leiter.“
                    ,,Und!?“ Pille sah T’Jaca entgeistert an.
                    ,,Ende. Weiter geht’s nicht.“, antwortete diese verwirrt.
                    Spock überlegte kurz und entschied sich dann für den einzigen -den logischen- Weg zur Lösung des Rätsels.
                    ,,Sagt Ihnen einer der Hinweise etwas, T’Jaca?“, fragte er.
                    ,,Nein. Es...es gibt sehr viele Planeten, die still sind, deren Schwesterplaneten rau sind und die ich sehr gut kenne.“ Sie überlegte angestrengt. ,,Nein...es sind einfach zu viele.“
                    ,,Was ist mit dem zweiten Hinweis? Das mit dem Verschwinden?“ Uhura blickte die Romulanerin an.
                    ,,Das...das ist schwer. Großvater hat mir früher sehr viele Geschichten erzählt, in denen er jedesmal auf einem anderen Planeten war. Am häufigsten kam Romulus in seinen Erzählungen vor.“
                    Spock hob eine Braue. ,,Das ist zu ungenau und außerdem sehr unwahrscheinlich, da er die elementarischen Kugeln sucht und diese sich nie auf dem Regierungsplaneten befinden.“
                    T’Jaca nickte. ,,Ja, das stimmt, aber –“
                    ,,Äh, tschuldigung, aber was sind die elementarischen Kugel und gibt es ein romulanisches Wort dafür?“ Pille sah den ersten Offizier und die Romulanerin an.
                    Spock sah T’Jaca an und diese nickte leicht.
                    Also begann der Wissenschaftsoffizier zu erklären. ,,Die elementarischen Kugeln sind ein vulkanisch-romulanischer Mythos-“
                    ,,Es gibt sie wirklich!“, rief Jackie dazwischen, aber Spock hob die Hand und so war sie still. Der Vulkanier fuhr fort. ,,Es gibt sieben Kugeln. Die ersten sechs heißen Ca’lureh, Ha’piceh, Ar’zamul, Ro’mesul, Os’dorah und Ni’lirah. Die ersten beiden haben einen Durchmesser von acht Zentimetern und sind blau, die dritte und vierte haben einen Durchmesser von sechs Zentimetern und sind grün, die letzten beiden durchmessen vier Zentimeter und sind orange.“
                    ,,Ihre Anfangsbuchstaben C, H, A, R, O und N ergeben den Namen der siebenten Kugel: Cho’nar.“, führte T’Jaca die Erklärung fort. ,,Außerdem hat jede Kugel eine Bedeutung. Ca’lureh steht für die Stärke, Ha’piceh für Weisheit. Ar’zamul und Ro’mesul repräsentieren Freiheit und Mut. Vernunft und Willen sind durch Os’dorah und Ni’lirah gegeben. Die Kugeln stehen für die einzelnen Imperien, die es zu dieser Zeit gab.“
                    ,,Äh...bevor sie weitermachen...bitte, warum heißen sie die elementarischen Kugeln?“ Pille sah T’Jaca fast verzweifelt an.
                    Sie lächelte und sagte: ,,Weil es die Inneren Elemente sind. Die Äußeren sind Feuer, Wasser, Luft, Metall und Erde. Im Inneren des Körpers bilden sie die Inneren Elemente Stärke, Weisheit, Freiheit, Mut, Vernunft und Willen. Freiheit muss man als Gabe, seine Meinung frei äußern zu dürfen, sehen. Man spürt die Freiheit auch in sich, wenn man auf einem hohen Berg steht und sich so fühlt, als würde man fliegen. Manchen ist dieses Gefühl verloren gegangen.“
                    Verstohlen sah T’Jaca Spock an. Dieser schien es gar nicht zu bemerken.
                    Hikaru fand das alles außerordentlich interessant. Wieder mal ein Geheimnis, etwas, das außer ihnen niemand anderes in der Föderation wusste.
                    ,,Was ist Cho’nar?“, wollte er wissen.
                    ,,Cho‘nar vereint die anderen Kugeln in sich. Sie durchmisst sieben Zentimeter und ist silbern. Cho’nar bedeutet Einheit. Diese Kugel verkörpert all das, was ein guter Krieger braucht: Stärke um dem Feind einen ehrenvollen, gerechten Kampf zu liefern, in dem die Gegner gleich stark sind. Willen und Mut, um dem Gegner überhaupt entgegentreten zu können. Weisheit und Vernunft, um sich nicht zu überschätzen und seine Fähigkeiten klug zu nutzen. Und man braucht Freiheit, denn nur ein freier Krieger kann für seine Sache kämpfen. Für die Sache eines anderen zu kämpfen ist nicht ehrenhaft und ein unfreier Krieger wird auch nie seine ganze Stärke entwickeln können. Cho’nar vereint all das in sich. Diese Kugel ist das Gegenstück zur Regierung. Sie befindet sich seit Jahrhunderten in Desarus‘ Familie, aber sie wurden noch nie benutzt. Allerdings sind die elementarischen Kugeln das einzige Mittel, mit dem der intergalaktische Krieg aufzuhalten ist. Mit ihrer Macht kann man den Regenten zur Vernunft zwingen. Aber dazu muss man die Kugeln erstmal finden.“ T’Jaca seufzte.
                    ,,Ja, dann ist das doch kein Problem. Wenn sich die Kugeln schon so lange in der Familie befinden, werden Sie doch wissen, wo sie sind. Und dort wird auch Ihr Großvater sein.“ Für Scotty schien das Problem gelöst. Die Romulanerin lächelte ihn traurig an.
                    ,,Nein, ich weiß es nicht, Mr. Scott. Dieses Geheimnis wird immer erst auf dem Sterbebett weiterverraten und mein Großvater wird es mir auch erst da sagen.“
                    Scott überlegte einen kurzen Augenblick. Dann sagte er: ,,Wir sollten jetzt diese verbotene Leiter suchen. Vielleicht wissen wir dann mehr. Wissen Sie, wo die ist, Jackie?“
                    T’Jaca nickte und wenig später stand das Außenteam vor einer alten Leiter die auf eine Art Dachboden führte.
                    ,,Warum hat Ihr Großvater sie die verbotene Leiter genannt?“, wollte Uhura wissen.
                    ,,Ich durfte nie hinauf. Vielleicht deshalb.“ Die Romulanerin zuckte mit den Schultern.
                    Sie stiegen einer nach dem anderen hinauf. Das Dach hatte viele Löcher, deshalb brauchten sie ihre Lampen nicht anzuschalten. Es war auch so hell genug.
                    Sie befanden sich in einem großen Raum, der fast vollständig leer war. Nur in der einen Ecke stand eine Truhe. Sie bestand aus altem, abgenutzten, terranischem Holz und war ungefähr einen halben Meter hoch und zwanzig Zentimeter breit.
                    Zielstrebig ging T’Jaca auf diese Truhe zu und öffnete sie. Dann griff sie hinein und zog ein weiteres Blatt Papier heraus. Wieder begann sie laut zu lesen.
                    ,,So, du hast das Rätsel also noch nicht gelöst, oder, du willst sicher gehen, ob deine Annahme richtig ist. Hier ist das Rätsel, das dich nun sicher zu deinem Ziel führen wird:
                    Das erste aller vulkanischer Frauen, das zweite unserer Nebenrasse. Fülle die Leere mit 1,14 und der Hälfte des besonderen Ganzen der beiden.
                    Nun mache es zu einem Ganzen.“
                    Stumm blickte T’Jaca in die Runde Keiner sagte etwas. Es war vollkommen still. Nicht mal McCoy ließ sich zu einer Bemerkung hinreißen. Was sollten sie tun? Keiner hatte auch nur die leiseste Ahnung, welcher Planet gemeint sein könnte. Spock tat das einzig mögliche. Er ging das Problem logisch an.
                    ,,Das erste vieler vulkanischer Frauen...wenn man vom Namen aus geht, so wäre das ein T.“
                    T’Jaca nickte und malte gedankenverloren ein T in den Staub, der sich auf dem, Dachboden angesammelt hatte.
                    ,,Aber wie geht es weiter?“, fragte Uhura. ,,Das zweite unserer Nebenrasse. Welche Nebenrassen?“
                    ,,Vielleicht meint er die Vulkanier.“, mutmaßte Hikaru.
                    ,,Ja, dann wäre das ein U, wenn man wieder vom Namen aus gehen würde.“, sagte McCoy und schrieb ein U neben dem T auf den Boden.
                    ,,Aber was dann. Fülle die Leere und dann zwei Zahlen?“ Scott sah kopfschüttelnd auf das Papier.
                    ,,Vielleicht sind es Koordinaten.“, sagte Spock leise und durchforschte seine Erinnerungen nach einem Planeten, der auf diesen Koordinaten lag.
                    ,,Und was ist das mit der Hälfte des Ganzen?“, überlegte Sulu.
                    ,,Hm. Sieben Komma fünf? Sieben? Sechs Komma fünf?“ McCoy zog unbewusst die Augenbrauen hoch, während er rechnete.
                    ,,Vielleicht ist es ein Buchstabe.“, sagte T’Jaca.
                    ,,Dann ginge nur sieben und das wäre im terranischen ein G.“, sagte Sulu
                    ,,Und die anderen beiden wären dann A und N.“, fügte Scott hinzu.
                    T’Jaca schrieb neben das T und das U ein N, ein A und ein G.
                    ,,Aber was heißt: Fülle die Leere?“, wollte sie wissen.
                    Spock hob die rechte Braue.
                    ,,Vielleicht muss man A, G und N zwischen das T und das U setzen.“
                    ,,In welcher Reihenfolge, Spock.“, fragte McCoy.
                    ,,Ich würde sagen, so, wie es dasteht. Erst A, dann N und zum Schluss das G.
                    Und dann ein Ganzes daraus machen...“
                    T, A, N, G, U stand jetzt auf dem Boden. Auf einmal ging allen ein Licht auf.
                    Sie sahen sich an und Sulu sprach das aus, was sie alle dachten.
                    ,,B‘Tangu.“
                    -> Logische Träume <-
                    \V/ Tai nasha no karosha!
                    KEEP ON TREKKING!!!!!!

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                    • #11
                      9. Kapitel


                      ,,Vielen Dank für diesen wunderschönen Abend, Miss Tarus.”
                      ,,Er war wirklich schön, Captain. Schade, dass ich nur für kurze Zeit hier bin. Daran könnte ich mich gewöhnen.”
                      Kirk hatte die derzeitige Chefingenieurin der Enterprise zum Essen eingeladen und nun standen die beiden vor einer der Gästekabinen und verabschiedeten sich voneinander. Kirk sah der jungen Frau nach als sie ihr Quartier betrat.
                      Lianna Tarus blickte sich noch einmal um. Als sie sah, dass der Captain immer noch dastand, fragte sie: ,,Wollen Sie noch ein bisschen mit reinkommen?”
                      Fast hätte Jim ,,Ja.” gesagt, aber gerade noch rechtzeitig erinnerte er sich an die Grundregel für Raumschiffcaptains ,,Was immer du tust, fang nie etwas mit einem Crewmitglied an.” Also sagte er: ,,Nein. Tut mir leid. Ich hab noch was zu tun. Gute Nacht, Miss Tarus.”
                      ,,Gute Nacht, Captain.”
                      Ein wenig benommen ging Kirk zurück in sein Quartier. Gerade hatte er sich auf sein Bett gelegt, da piepte das Interkom. Seufzend stand der Captain auf und drückte auf den roten Knopf. Am anderen Ende war Fähnrich DeLuas.
                      ,,Captain, ich habe Mr. Spock in der Leitung-” Weiter kam er nicht, denn Jim unterbrach ihn hastig. ,,Stellen Sie ihn durch, Fähnrich.”

                      Der Bildschirm, den Spock in der Hand hielt wurde grau. Kurz darauf konnte man Kirks Gesicht erkennen.
                      ,,Spock! Schön Sie zu sehen. Haben Sie den Aufenthaltsort von T’Jacas Großvater gefunden?”
                      ,,Ja, Captain, das haben wir. Desarus befindet sich auf einem Planeten namens B’Tangu. Er liegt genau in der neutralen Zone und gehört weder der Föderation noch dem romulanischen Imperium an.”
                      ,,Gut. Dann machen Sie, dass Sie heimkommen, damit wir nach B’Tangu fliegen können. Ich kann die Witze, die die Romulaner über unsere Übungsraumschiffe machen, nicht mehr ertragen.”
                      ,,Jim. Wie geht es denn Doktor Chilan?” Pille stand hinter Spock und hatte das Gespräch mit angehört.
                      ,,Er ist etwas gekränkt, würde ich sagen, aber ich glaube, er überlebt es. Leider.”
                      Das letzte Wort hatte Jim so leise gemurmelt, dass nur Spock es verstand. Angesichts dieses überaus menschlichen Kommentars konnte der Wissenschaftsoffizier der Enterprise nur noch missbilligend eine raue heben.

                      Als Jim die Reaktion des Vulkaniers bemerkte, musste er lächeln. Mir war gar nicht bewusst, dass ich seine Augenbrauen so vermisse. Naja. Bald ist er wieder da. Und die anderen auch. Dann wandte er sich noch einmal Spock zu. ,,Sehen Sie zu, dass alle wieder heil auf die Enterprise zurückkommen.”
                      ,,Aye, Sir.”
                      Dann unterbrach der Vulkanier die Verbindung und stand auf. Das Außenteam war damit beschäftigt seine Sachen zusammenzupacken, damit sie sobald wie möglich von hier verschwinden konnten.
                      Pille stand neben ihm.
                      ,,Na dann können wir ja bald los.”, sagte er halblaut.

                      ,,Hier geht niemand irgendwo hin.”
                      Spock und der Doktor fuhren herum. Hinter ihnen standen zehn Romulaner in militärischer Kleidung.
                      T’Jaca blickte auf. Als sie den General der Armee von Romulus erkannte, stand sie stramm. Auf Romulanisch sagte sie: ,,Ich habe diese Föderationsoffiziere hier in die Falle gelockt. Haben Sie mein Zeichen erhalten?”
                      ,,Nein, aber jetzt sind wir hier. Ihr Verhalten wird belohnt werden.” , antwortete der General.
                      Dieser Wortwechsel veranlasste Spock dazu eine Augen braue zu heben.
                      ,,Faszinierend.”
                      McCoy sah ihn an. ,,Hat T’Jaca uns gerade verraten, Spock?”
                      ,,Ja, das hat sie, Doktor. Ihre Strategie ist wirklich faszinierend. Warum habe ich nur nicht früher an diese Möglichkeit gedacht?”
                      Ungläubig starrte Leonard den Vulkanier an. ,,Sie sind ja nicht ganz bei Trost, Sie gefühlloses, grünblütiges-”
                      ,,Maul halten!”, brüllte T’Jaca kalt.
                      McCoy war so verblüfft, dass er gehorchte.


                      Jim Kirk, Captain des Raumschiffs Enterprise, hatte ein Problem. Er wusste nicht warum, aber er fühlte, dass irgend etwas schief gehen würde. Irgend etwas könnte nicht nach Plan verlaufen. Es war nur ein Gefühl, Intuition, aber Jim hatte gelernt, sich auf seine Gefühle zu verlassen. Natürlich konnte es auch nur deshalb sein, weil er nicht dabei war, doch das konnte sich Kirk kaum vorstellen. Ach was. Ich stehe wahrscheinlich immer noch unter Schock wegen diesem furchtbaren Chilan. Spock, Pille und die anderen schaffen das schon. Dann legte Jim sich auf sein Bett und versuchte, noch etwas Schlaf zu bekommen, bevor er sich am nächsten Tag wieder mit irgend welchen Romulanern auseinandersetzen musste.


                      Uhura blickte angeekelt auf den Boden. Er war dreckig, genauso wie alles andere hier. Das Außenteam war von den Romulanern auf eine Raumstation nahe der neutralen Zone gebracht worden. Wahrscheinlich sollten sie als Geiseln dienen. Vielleicht wollte man sie aber auch nur etwas foltern um ihnen neue Geheimnisse zu entlocken. T’Jaca schien nichts weiter als ein Köder gewesen zu sein. Die Kommunikationsoffizierin der Enterprise blickte sich in der Zelle, die sie mit dem gesamten Außenteam teilte, um. An den Seiten waren vier Holzpritschen angebracht. Sie sahen aus, als würden sie zusammenbrechen, wenn man sie auch nur antippte.
                      Scott ließ sich auf eine jener Pritschen fallen. Sie knarrte laut. ,,Ich glaub das einfach nicht. Wir waren so nah dran.” Verzweifelt blickte der Schotte in die Runde. Spock stand steif an die Wand gelehnt, Sulu und Uhura hatten ebenfalls auf einem der Bretter Platz genommen. McCoy hockte auf dem Boden. Es war dem Arzt völlig gleichgültig, ob er dreckig oder sauber war. Der Doktor hatte die ganze Zeit über nach unten gestarrt. Jetzt erwachte er aus seiner Betäubung. ,,Wissen Sie, was ich nicht glaube, Scotty?”
                      ,,Ja, ich weiß es, Doktor und ich kann es auch nicht glauben.”, antwortete Sulu für den Chefingenieur.
                      ,,Ich hätte nie gedacht, dass Jackie zu so etwas fähig ist.”, sagte Uhura und fuhr sich mit allen zehn Fingern durch die Haare.
                      Hikaru legte den Zeigefinger auf die Lippen und deutete auf McCoy, der in sich zusammengesunken auf dem Boden saß. Er hatte eine schwere Enttäuschung hinnehmen müssen. Seine Menschenkenntnis hatte zum ersten Mal in seinem Leben versagt.
                      Das eigentliche Problem ist doch, dass ich Jackie wirklich mochte. Sie war die netteste Romulanerin, die mir je begegnet ist. Aber Jim hatte recht. Sie war nichts weiter als eine verdammt gute Schauspielerin.

                      Spock blickte stumm in die Runde. Sie hatten jetzt keine Zeit für solche sinnlosen, unlogischen und deprimierenden Diskussionen, die sowieso zu keiner Lösung führten. Was sie brauchten, war ein Plan. Sie mussten sich irgendwie mit dem Captain in Verbindung setzen und ihn vor einem romulanischen Angriff warnen.
                      Der Vulkanier wandte sich an Scott, der gedankenverloren durch das kleine Fenster ins All hinaus starrte. ,,Mr. Scott. Haben Sie eine Idee, wie wir entkommen könnten?“
                      Alle sahen Spock missbilligend an. So taktlos konnte wirklich nur dieser vulkanische Eisbrocken sein. Aber dann erlebten sie eine Überraschung. McCoy, der der größte Gegner dieser Emotionslosigkeit war, erhob sich und sagte: ,,Spock hat recht. Wir müssen hier raus. Wir müssen Jim warnen.“
                      ,,Wir müssten irgendwie zum Shuttlehangar kommen. Es ist nicht allzu weit weg von hier.“ Uhura hatte sich den Weg bis in ihre Zelle genau eingeprägt. Spock nickte zustimmend.
                      ,,Wieso haben die Romulaner die Arrestzellen so nahe am Hangar. Was ist, wenn ein Gefangener ausbricht? Der ist doch dann sofort weg, wenn er keinen langen Weg zur endgültigen Freiheit hat.“ Sulu sah die Bantufrau verwundert an.
                      ,,Erstens ist hier noch niemand ausgebrochen, Mr. Sulu und zweitens wird auf jedes Schiff, das sich unautorisiert von der Basis entfernt geschossen.“
                      ,,Sie machen mir schon wieder wahnsinnig viel Mut, Spock.“ Doktor McCoy musste sich sehr zurückhalten, um dem Vulkanier nicht die wildesten Beleidigungen an den Kopf zu schmeißen. Dieser Vulkanier war wirklich schlimm! Doch Spock musste noch eins drauf setzen. ,,Doktor, ich sehe die Situation nur realistisch und die Realität ist nun einmal, dass wir höchstwahrscheinlich nicht lebend von dieser Station runterkommen.“
                      ,,Warum fragen Sie dann erst nach Fluchtmöglichkeiten?“ Sulu wurde nicht schlau aus dem Wissenschaftsoffizier.
                      ,,Weil ich an die unendliche Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen glaube, Mr. Sulu.“, antwortete Spock vollkommen ruhig. ,,Ich denke, wir können nur hoffen, dass wir uns in T’Jaca getäuscht haben.“
                      ,,Falls Sie’s nicht bemerkt haben, Spock, wir haben uns schon in T’Jaca getäuscht. Sollen wir uns vielleicht noch mal in ihr täuschen.“ McCoy fragte sich ernsthaft, ob mit dem sonst so logischen Vulkanier alles in Ordnung war. Doch Spock ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. ,,Doktor. Sie haben sich vielleicht schon einmal in dieser Romulanerin getäuscht, ich nicht. Ich vermutete schon die ganze Zeit, dass sie uns in eine Falle lockte.“
                      ,,Seit wann genau haben Sie das vermutet, Sir?“ Sulu blickte den Vulkanier an.
                      ,,Seit wir auf unserem Flug nur ein einziges Mal kontrolliert wurden, Lieutenant. Sie haben damals selbst gesagt, dass Sie es eigenartig fanden, dass wir das Imperium ohne größere Schwierigkeiten durchfliegen konnten.“ Spock hob eine Braue.
                      ,,Und nun sollen wir hoffen, dass wir uns noch mal in Jackie getäuscht haben?“ Scott blickte in die Runde. ,,Na gut. Dann hoffen wir mal.“

                      T’Jaca war nervös. Gleich würde man sie aufrufen, damit sie vor den Senator der Station trat. Er würde sie dann belohnen. Was, wenn er etwas mitbekam, wenn er merkte, dass sie eigentlich keinen offiziellen Auftrag hatte? Warum mussten diese Ri’hannsusoldaten auch gerade an diesem Tag vor dem Haus ihres Großvaters auftauchen. Sie hatten alles vermasselt! Ihre ganzer Plan war hinüber. Sie musste ihrem Großvater helfen...

                      ,,Sie haben dem Imperium treu gedient, T’Jaca. “ Ro’m Tejur blickte der jungen Ri’hannsu in die Augen und verzog das Gesicht zu einem hinterhältigen Grinsen. Er war über hundert Jahre alt und deshalb konnte man auch die ersten winzigen Falten um den Mund und die Augen herum erkennen. Seine Ohren waren etwas abgerundet, aber das war schon seit Urzeiten ein Erkennungsmerkmal seiner Familie. Ro’m konnte wirklich stolz auf seine Familie sein, denn Tal Tejur, einer seiner Urahnen, war einer der größten Gegner Suraks gewesen. Er führte die Ri’hannsu dann auch in die Freiheit, fort von emotionaler Unterdrückung. Um ihn zu ehren, wurde der romulanische Geheimdienst auch Tal Shiar genannt, damit man sich für immer an die großen Taten des Tal Tejur erinnerte.
                      ,,Nie würde ich etwas anderes tun, als dem Hoheitsgebiet zu dienen, Herr.“ T’Jaca hob die Arme, ballte die rechte Hand zu einer Faust und legte sie über die linke, wie es der romulanische Gruß verlangte.
                      ,,Das ist gut. Dann werden Sie mir jetzt wohl auch sagen, wo sich Desarus befindet?“
                      ,,Ähm...ich weiß es nicht, Senator.“ T’Jaca blickte zu Boden. Ro’m stierte sie an. ,,Ich habe Sie nicht gebeten, ich habe es befohlen!“
                      ,,Ich weiß es nicht.“ T’Jaca blieb hart. Sie durfte ihren Großvater nicht verraten, nicht bis er die elementarischen Kugeln gefunden hatte.
                      ,,Vielleicht hilft es Ihnen auf die Sprünge, wenn ich Sie jetzt zu den Gefangenen schicke. Es wird das letzte Mal sein, dass Sie sie sehen, T’Jaca, Tochter der T’Jona. Morgen werden sie exekutiert werden.“ Tejur nickte der jungen Romulanerin zu, damit sie verschwand. T’Jaca blieb noch einen Augenblick stehen, dann drehte sie sich um und verließ das Zimmer des Senators. Nun machte sie sich auf den Weg zur Küche um das Essen für die Gefangenen abzuholen. Sie würde ihnen ihre letzte Malzeit bringen. Sie würden Brot, das romulanische Äquivalent zu Käse und Qu’um bekommen.
                      Mit einem kleinen Servierwagen ging T’Jaca kurze Zeit später in Richtung Gefangenentrakt. Unterwegs traf sie Worr, einen Sicherheitswächter. Sie begrüßte ihn mit: ,,Dame auf D4.“
                      Worr lachte und antwortete: ,,Geschlagen von König auf C3.“
                      Lächelnd ging T’Jaca weiter. Als sie vor der Tür zum Sicherheitstrakt stand, zögerte sie kurz. Würden diese Sternenflottenoffiziere sie verstehen, verstehen, was sie wollte? Hoffentlich, denn wenn nicht, dann...

                      ,,Wir müssen hier raus, Spock! Lassen Sie sich endlich etwas einfallen!“ Pille hatte sich vor dem Vulkanier aufgebaut und fuchtelte wild mit den Armen. Doch wie gewöhnlich blieb Spock ganz ruhig. ,,Doktor, wenn Sie still wären und mich nachdenken ließen, dann würde mir vielleicht auch etwas einfallen.“
                      ,,Spock, Sie grünblüt – “
                      ,,Jetzt fangen Sie nicht wieder mit Ihren wüsten, unlogischen und unbegründeten Beschimpfungen an, Doktor und lassen Sie mich endlich in Ruhe nachdenken.“
                      Erstaunt sah McCoy dem Vulkanier in die Augen. Spock hielt seinem sondierenden Blick stand, aber für kurze Zeit hatte man eine Emotion aufleuchten sehen. Leonard musste lächeln. Also nagte diese Situation auch an den Nerven des Vulkaniers. Sie hatten alle Angst und McCoy wusste, dass, wenn Spock seine Angst zeigen würde, alle nur noch mutloser wären. Wahrscheinlich fragt er sich gerade, was Jim getan hätte, dachte der Arzt und murmelte Spock ein ganz leises ,,Entschuldigung“ zu. Dann ging er zu einem der Bretter an der Seite und setzte sich. Nun war es eine Weile völlig still in der Zelle. Kein Mucks war zu hören. Doch auf einmal sprang Scotty auf und holte scharf Luft.
                      ,,Was woll’n Sie denn hier?!“, fragte er entgeistert. T’Jaca sah ihn an. Erst jetzt merkte sie, dass ihr diese Menschen und auch der Vulkanier gefehlt hatten. ,,Ich bringe Ihnen Ihr letztes Essen. Morgen werden Sie exekutiert werden.“
                      Spock stand auf und sah der Romulanerin abschätzend in die Augen. ,,Was tun Sie hier?“
                      ,,Wasser als Tod, Blut als Geleit. Qu’um als Einsatz und Brot als Gewinn.“, antwortete Jackie.
                      Pille schnaubte empört. ,,Seid ihr verrückt? T’Jaca, verschwinden Sie!“
                      ,,Seinen Sie leise, Doktor!“, unterbrach Scotty ihn. Dann wandte sich der Schotte T’Jaca zu. ,,Dame auf D4 und König auf E5?“, fragte er.
                      ,,Dame auf G7, König auf C3.“, vermutete Spock.
                      ,,König auf C3, Dame auf D4. König schlägt Dame.“, erklärte T’Jaca gelassen.
                      ,,Was ist hier los?“ Einer der Wächter war aufmerksam geworden.
                      ,,Der Gefangene Spock hätte gerne ein Schachbrett, um die letzten Stunden seines erbärmlichen Lebens mit seinem Kameraden Scott zu spielen.“ T’Jaca winkte ihn fort. Kurze Zeit später stand ein altes, zweidimensionales Schachbrett vor Spock. Schnell baute der Vulkanier die Figuren auf. Dann spielte er mit T’Jaca, aber es wirkte nicht wie ein ausgeglichenes Spiel. Von Anfang an schien man zu wissen, dass Jackie gewinnen würde. Nachdem sie das Spiel beendet hatten, verließ die Romulanerin die Zelle.
                      McCoy stierte den Vulkanier an. Spock verstand die wortlose Aufforderung richtig.
                      ,,Es war eine verschlüsselte Nachricht.“, sagte der Wissenschaftsoffizier.
                      ,,Darauf wäre ich nie gekommen, Spock! Aber was bedeutet sie?“, knurrte der Arzt. Spock zuckte mit den Schultern. ,,Ich weiß es nicht. Noch nicht.“
                      ,,Es war auf alle Fälle eine Mischung aus Schach- und Verhältniscode.“, mischte Scott sich ein.
                      ,,Verhältniscode?“ Sulu starrte die beiden Offiziere an.
                      ,,Ein Code, bei dem Dinge für andere Dinge eingesetzt und ins Verhältnis gestellt werden, Hikaru. Es ist ein aus der Mode gekommener terranischer Kampfcode, der vor allem im dritten Weltkrieg von den Japanern benutzt wurde.“, sagte Uhura und freute sich über die überraschten Gesichter ihrer Kameraden. ,,Was ist? Als Kommunikationsoffizier musste ich Verschlüsselungen belegen und weil mich das Thema interessierte, hab ich noch den Zusatzkurs für Geschichte der terranischen, klingonischen und romulanischen Kampfcodes gemacht.“
                      ,,Na gut, Uhura. Wissen Sie auch, was er bedeutet. Unser Wissenschaftsoffizier sieht nämlich etwas ratlos aus.“ Angesichts der neuen, schon viel hoffnungsvolleren, Situation konnte Pille wieder seinem Lieblingshobby nachgehen, den vulkanischen Wissenschaftsoffizier der Enterprise zu ärgern. Er wusste, dass er Spocks Geist damit nicht erniedrigte, sondern eher anspornte, ihm zu beweisen, dass er unrecht hatte. Aber Spock entschied sich für Zusammenarbeit. ,,Uhura, sagen Sie uns bitte alles, was Sie sich bis jetzt zusammenreimen konnten. Auf dieser Basis können wir dann gemeinsam weiterarbeiten.“
                      Die Bantufrau legte den Kopf schief und dachte nach. Dann sagte sie: ,,Qu’um ist so etwas ähnliches wie Bier, oder?“ Auf ein Nicken Scotts fuhr sie fort. ,,Da das der Einsatz ist, wie T’Jaca sagte, würde ich denken, dass die Wächter damit...ruhig gestellt werden sollen. Da T’Jaca nicht soviel Bier besorgen kann, nehme ich an, wir sollen es uns als letzte Gabe wünschen.“
                      ,,Blut stellte sie in Verbindung mit Geleit. Heißt das, es wird ein sehr blutiger Weg bis zu den Schotten werden?“, fragte Hikaru.
                      ,,Entweder das, oder es beschreibt, was passiert, wenn unsere Flucht fehlschlägt, Junge. Aber was ist mit dem Brot?“ Scott blickte in die Runde. McCoy holte tief Luft. ,,Ich denke, dass es für die Freiheit steht und für das Leben, also unser Ziel, unser Gewinn.“
                      ,,Gut und was ist mit dem Wasser? Wasser als Tod?“ Spock sah seine Gefährten an.
                      ,,Hmm...ich denke Jackie meint das Element Wasser.“, sagte Hikaru und blickte nachdenklich an die Decke.
                      ,,Was?!“ Scott und McCoy starrten den Rudergänger an.
                      ,,T’Jaca hat uns mal von der romulanischen Religion erzählt.“, antwortete Uhura für ihn. ,,Sie basiert auf den Elementen Feuer, Luft, Metall, Erde und Wasser. Aber ich weiß nicht mehr, was Wasser nun bedeutete.“
                      ,,Wasser bedeutet Unsicherheit, Lieutenant.“, klärte Spock die junge Frau auf.
                      ,,Dann ist doch alles klar! Wasser als Tod bedeutet: Vertraut mir, oder ihr habt euer Leben verwirkt.“ McCoy blickte in die Runde. Alle schienen damit einverstanden zu sein, denn keiner widersprach ihm. ,,Gut, dann können wir ja jetzt mit diesem Schachcode anfangen.“, sagte er.
                      ,,Das wird jetzt etwas leichter, weil es da klare Richtlinien gibt.“
                      ,,Ja. Sie haben Recht, Uhura. Jedes Feld hat seine eigene Bedeutung.“, stimmte Sulu der Kommunikationsoffizierin zu.
                      ,,Na dann macht mal. Ich hab nämlich keine Ahnung von sowas.“ McCoy war gespannt auf das Ergebnis dieses Codes, aber natürlich verbarg er das hinter einem seiner bärbeißigen Kommentare..
                      Scott setzte sich auf eins der Bretter und sah Spock an. ,,Ich denke, Romulus ist die Dame und wir sind der König.“
                      ,,Das denke ich auch, Mr. Scott.“, stimmte der Vulkanier ihm zu.
                      ,,Gut, ich habe Jackie gefragt, ob wir uns irgendwie unbemerkt zum Hangar schleichen können.“ Scott forderte den Wissenschaftsoffizier stumm auf die Erklärung weiterzuführen.
                      ,,Daraufhin, sagte ich, dass wir zu einer Zeit verschwinden sollten, wenn es nur sehr wenige Wächter gibt, also zur Mittagszeit, so, dass Dame und König, also wir und Romulus, gar nicht erst aneinander geraten.“ Spock blickte zu Uhura. Die Kommunikationsoffizierin überlegte kurz und sagte dann: ,,T’Jaca sagte, dass wir Romulus nicht umgehen können, sondern schlagen müssen. Deshalb vermute ich, dass wir uns auf einen Kampf gefasst machen müssen.“
                      ,,Na gut. Aber weiß jetzt vielleicht irgend jemand, wann es losgeht?“, fragte McCoy. Die anderen sahen sich stumm an. Nein, das wussten sie nicht. T’Jaca hatte ihnen keine Nachricht diesbezüglich gegeben. Dann hellte sich Sulus Gesicht ein wenig auf. ,,Ich denke, dass wir morgen Mittag ausbrechen werden.“
                      ,,Ja, das glaube ich auch, Junge.“, stimmte Scott dem Rudergänger zu.
                      ,,Gut, dann sollten wir uns jetzt wahrscheinlich noch ein bisschen ausruhen. Ich verlange von keinem, dass er schläft, aber wir müssen morgen mit all unseren Kräften versuchen hier raus zu kommen.“ McCoy hoffte, dass Spock jetzt mal ihn das letzte Wort haben ließ und der Vulkanier tat ihm den Gefallen. Kurz darauf war es ganz still in der Zelle geworden. Alle versuchten, ein wenig zur Ruhe zu kommen um den morgigen Tag in einem Stück zu überstehen...

                      T’Jaca wanderte unruhig im Besucherkomplex der Station herum. Sie wusste, dass ihre Karriere hiermit beendet war und die von Worr und den anderen, die ihr halfen, war es ebenfalls. Aber eigentlich störte sie das kaum, denn sie wusste, dass es keinen anderen Weg gab. Die kleine Gruppe, die sich um ihren Großvater geschart hatte, hielt bedingungslos zusammen. So ist es und so war es schon früher. Die Legende besagt, dass Surak Darisus, einem Urahn ihres Großvaters, die Kugeln anvertraut und ihm ihre Handhabung gezeigt hatte. Dann sollte Darisus sich sechs treue Helfer aussuchen, die mit ihm über die elementarischen Kugeln wachen sollten. Noch heute waren es Nachkommen dieser Ersten Sieben, wie sie im Volksmund genannt werden, die sich um die elementarischen Kugeln kümmerten, sie schützten und bewachten.
                      Die junge Ri’hannsu hatte Angst. Natürlich würde sie das niemals zugeben, aber sie spürte dieses unehrenhafte Gefühl tief in ihrem Innenren und sie wusste, dass sie es nie ganz verbannen konnte. Andererseits, bei einem ihrer Gespräche mit Spock, als sie noch auf der Enterprise waren, hatte der Vulkanier gesagt, dass man nur dann mutig sein konnte, wenn man Angst verspürte. Wenn man keine Angst hatte, dann war alles, was man tat, Torheit und Unvernunft. Hoffentlich gelingt es mir sie hier raus zu holen und dann gemeinsam mit ihnen zu Enterprise zurückzukehren. Wenn nicht, ist ein intergalaktischer Krieg vorprogrammiert.
                      Seufzend ging Jackie zurück in ihr Quartier, um noch etwas zu schlafen, bevor sich entschied, ob sie ihren Großvater jemals wiedersehen würde.


                      ,,Commander, ich habe es Ihnen bestimmt schon hundert mal gesagt und ich sage es jetzt zum letzten, zum allerletzten, Mal! Wir haben keine feindlichen Absichten!“ Jim Kirk hätte diesem hochnäsigen Romulaner am liebsten den Hals umgedreht. Er hat mir bis heute nicht seinen Namen genannt. Naja, wen interessierte auch der Name eines Romulaners, solange dieser niemanden umgebracht hatte. Der Commander verzog das Gesicht zu einer Grimasse. ,,Captain, glauben Sie mir. Am liebsten würde ich von hier verschwinden. Wie viele von diesen Übungsobjekten haben Sie denn noch.“
                      ,,Genug um dich auf die Palme zu bringen, du Drecksromu!“, murmelte Pavel Chekov. Er konnte die arrogante Art des Commanders einfach nicht aushalten und er auch verstand nicht, wie Captain Kirk sie ertragen konnte. Am liebsten hätte er diesem...Feind eine reingehauen. Als ob er die Gedanken des Navigators lesen konnte, beugte Kirk sich vor und flüsterte: ,,Ich weiß, dass es schwer ist, Pavel, aber Sie werden es doch schaffen, oder?“
                      Der junge Russe verstand die Andeutung. Wenn du nicht ruhig bist, musst du von der Brücke. Stolz hob er den Kopf. ,,Bitte um Erlaubnis, ein weiteres Raumschiff zu entfalten, Sir.“
                      Kirk lächelte leicht. ,,Erlaubnis erteilt, Fähnrich.“ Und schon bald hatte der romulanische Commander ein weiteres Übungsobjekt vor der Nase. Wenn das keine Rache war...

                      Es waren noch fünf Minuten Zeit, aber T’Jaca konnte nicht länger warten. Gleich würde die Mittagsglocke läuten und die meisten Wächter würden zur Kantine gehen. Es gab so viele Beschäftigte auf der Station, dass das Fehlen von ihr und zwei anderen kaum bemerkt werden würde. Hoffentlich...

                      Spock blickte aus dem kleinen Fenster hinaus ins All. Er hatte die ganze Nacht über nicht geschlafen, was deutlich bewies, dass er eben doch nur Halbvulkanier und unter bestimmten Bedingungen für Stress sehr empfänglich war. Neben ihm hatte McCoy ebenfalls wach gelegen und der Wissenschaftsoffizier war dem Doktor dankbar für sein Stillschweigen. Wenn Leonard jetzt ein Duell provoziert hätte, wäre Spock wahrscheinlich ausgerastet. Zumindest hätte es für jene, die ihn besonders gut kannten, so gewirkt.
                      Leonard sah sich um. Sulu und Uhura waren gerade aufgewacht, Scotty schlief noch. Der Doktor hatte ihnen ein Schlafmittel gegeben. Gleich würde es soweit sein. Gleich entschied sich, ob sie den morgigen Tag erleben durften oder nicht. Komischerweise hatte McCoy eine relativ neutrale, fast schon vulkanische, Einstellung zu diesem Thema. Wenn wir es schaffen, dann ist das gut, dann können wir die Föderation retten. Wenn wir es nicht schaffen, sind wir dieses ganze Elend los. Aber Leonard wusste, dass er in zwei Minuten, wenn T’Jaca und die Wächter hier eintrafen, ganz anders über die nächsten Stunden denken würde. So war es immer. Vor dem Abenteuer war er vollkommen ruhig, aber wenn es losging, dann war er das reinste Nervenbündel. Seufzend lehnte sich der Arzt an die Wand um zu warten. Uhura hatte inzwischen Scott aufgeweckt und der Chefingenieur hatte, noch im Halbschlaf, versichert, dass er mit ganzer Kraft für ihr Ziel kämpfen werde. Jetzt konnte es losgehen...

                      ,,Gut. Wir haben alles, wir sind bereit und wir haben sogar Chancen, das hier gesund zu überstehen. Der Senator hat gerade Urlaub bekommen und ist folglich nicht anwesend. Er ist vorhin abgeflogen. Das heißt, wir können hoffen, dass die Zügel, was die Disziplin angeht, jetzt etwas lockerer gelassen werden. Sah doch schon schlechter aus, oder?“ T’Jaca sah ihre Begleiter, den Sicherheitsmann Worr und den Stellvertreter des Senators der Station G’abos, fragend an. Würden sie mitmachen? Die Ehre ließ ihnen zwar kaum eine Wahl, aber auch Angst ist ein starkes Gefühl. Natürlich hätte das keiner von den dreien zugegeben. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu den Zellen. Innerlich betete Jackie zu den Elementen, damit ihnen wenigsten ein bisschen Beistand gewährt wurde. Die Elemente waren unparteiisch, deshalb konnte man sie auch um Hilfe bitten, wenn...wenn man sein Vaterland hintergeht, dachte die junge Romulanerin.

                      ,,Da seid ihr ja!“ McCoy war erleichtert T’Jaca zu sehen. Er fühlte sich jetzt irgendwie beruhigt, wenn man in so einer Situation überhaupt von Ruhe sprechen konnte. Die Ri’hannsu lächelte leicht. Es war schön, wieder zu wissen, wer ihre Freunde waren. Der Wächter, der die Gefangenen bewachte, sah sie an. ,,Was wollen Sie hier? Haben Sie eine Erlaubnis, oder einen Grund hier zu sein?“
                      Worr bleckte die Zähne. ,,Einen Grund haben wir, aber keine Erlaubnis.“
                      Bevor der Wächter etwas darauf antworten konnte, hatte der jüngere Romulaner ihn bewusstlos geschlagen. Um sicher zu gehen nahm G’abos einen der Strahler, die sie mitgebracht hatten und zielte auf den Posten. Dann drückte er ab. Als er Pilles angewidertes Gesicht sah, lachte er. ,,Keine Sorge. Er war auf Betäubung gestellt. In zehn Stunden ist er wieder vollkommen in Ordnung.“ Mit einem Blick auf Worr fügte er grinsend hinzu: ,,Naja, vielleicht hat er einen ausgerenkten Kiefer, aber das ist ja kein Beinbruch, oder.“
                      ,,Sie kennen sich ja sehr gut mit unseren Redensarten aus.“, sagte McCoy angriffslustig.
                      ,,Desarus war ein guter Lehrer.“, erwiderte G’abos vollkommen ruhig.
                      Spock unterbrach ihre Unterhaltung, indem er darauf hinwies, dass sie hier raus mussten und nicht allzuviel Zeit hatten, bis die nächste Schicht begann und man den betäubten Wächter bemerken würde.
                      Kurz darauf war das Außenteam zusammen mit den Romulanern auf dem Weg zum Shuttlehangar.
                      T’Jaca und G’abos liefen voraus um auf eventuelle Überraschungen vorbereitet zu sein, Worr bildete die Nachhut, damit man im Zweifelsfall behaupten konnte, dass die Gefangenen schon früher exekutiert werden sollten und man sie gerade in die Folterkammer brachte.

                      Nachdem sie das Schaltzentrum durchquert hatten und alles gut gegangen war, hatte McCoy wieder dieses Gefühl, als ob gleich etwas absolut unvorhersehbares passieren würde. Er sprach leise mit Spock darüber und war erstaunt zu hören, dass der Vulkanier sein Gefühl teilte. Auf einmal hielt Jackie an und hob die Hand. Sie hörten Stimmen, die einen scharfen Kampfcode sprachen.
                      ,,Verdammt!“, flüsterte T’Jaca. ,,Was machen wir jetzt?“, fragte sie den stellvertretenden Senator.
                      ,,Wir kämpfen. Was sonst?“, erwiderte dieser vollkommen ruhig. Dann drehte er sich zu Spock, McCoy und den anderen um und sagte: ,,Wir werden uns den Weg in die Freiheit erkämpfen müssen. Hat jemand etwas zu sagen?“
                      ,,Ja, ich.“, sagte Sulu. Alle starrten ihn an. Der Rudergänger grinste verschwörerisch und flüsterte: ,,Gebt mir einen Strahler.“
                      Im nächsten Augenblick sah sich die Gruppe von zehn Romulanern umzingelt. Sie alle hatten Strahler und waren somit in einer fast unbezwingbaren Übermacht. McCoy, der nicht wusste, was er tun sollte, holte zum Schlag aus und traf einen Gegner an der Schläfe. Das war der Auslöser für die nachfolgende Schlacht, in der das Außenteam hoffnungslos unterlegen war.
                      Sie verschanzten sich hinter einer Konsole und hielten einen kurzen Kriegsrat, der aber zu nichts führte. Dann sah Scotty sich die Konsole, hinter der sie hockten, einmal genauer an. Allem Anschein nach konnte man damit die Umweltkontrollen überwachen. Das brachte den Chefingenieur der Enterprise auf eine Idee. Schnell robbte er zu Worr und fragte: ,,Kann ich Ihren Strahler mal haben, Junge?“ Worr sah den Mann zweifelnd an, gab ihm dann jedoch seine Waffe. Scott kroch zurück auf seinen Platz und winkte Spock zu sich. Gemeinsam brachen sie die hintere Verkleidung der Konsole auf. Worr hatte G’abos, Jackie und die anderen auf das Tun der beiden Offiziere aufmerksam gemacht. Spock blickte einmal kurz in ihre Richtung und sagte: ,,Lenkt sie ab. Vielleicht gibt es doch noch einen Ausweg.“
                      ,,Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen.“, murmelte McCoy und staunte nicht schlecht als er ein ,,Genau, Doktor.“ Von Spock zu hören bekam. Wie lange war es her, seit der Vulkanier ihm das letze Mal öffentlich zugestimmt hatte? Drei Jahre? War es überhaupt schon mal geschehen? Gemeinsam mit dem Rest des Außenteams nahm er kopfschüttelnd ihre Gegner unter Beschuss. Sie mussten Scott und Spock genug Zeit beschaffen, damit sie...was auch immer sie taten.
                      ,,Geben Sie mir mal dieses spitze, kleine Ding, Mr. Spock.“
                      „Wenn Sie den Adjustator meinen-“
                      „Spock!“ Der Chefingenieur fluchte leise. Er schimpfte über Vulkanier, Romulaner, Konsolen und alles, was ihm sonst noch einfiel. Fast wie nebenbei schnitt er Kabel auf (fluchte über die romulanische Schrift), vertauschte sie und baute sich mit Teilen des Strahlers ein kleines Display zusammen.
                      ,,Sind Sie fertig, Mr Scott?“ Spock neigte den Kopf um sich die Ergebnisse der Arbeit des Ingenieurs anzusehen.
                      ,,Noch nicht ganz. Vielleicht noch zehn Minuten.“, antwortete Scott mit zusammen gepressten Lippen. Er musste sich konzentrieren und dieser Vulkanier fragte alle fünf Minuten, wie er vorankam. Wie, verdammt noch mal, sollte man da arbeiten.
                      ,,Mr. Scott! Wir können sie nicht mehr aufhalten!!“ T’Jaca war verzweifelt. Sie mussten es schaffen. Sie mussten!
                      Scott schloss die letzten Kabel zusammen und schrie seinen Gefährten zu: ,,Vorsicht! Es geht los!“ Dann drückte er ein paar knöpfe und hoffte auf das Beste.
                      Im nächsten Augenblick regnete es wie aus Eimern und es wurde sehr kalt. Die Romulaner und auch Spock empfanden diese Temperaturen als äußerst unangenehm, doch während die Wachen nur mit offenem Mund dastanden, lief T’Jaca blindlings auf die Tür, die zum Hangar führte, zu. Die anderen folgten ihr. Spock, der als letzter losgelaufen war, sah sich noch einmal um, damit er ihre Verfolger ablenken konnte. Einer der Wachen zielte mit seinem Strahler und traf Spock an der rechten Schulter. Der Vulkanier verzog das Gesicht zu einer Grimasse, was bei ihm auf schier unerträgliche Schmerzen hinwies. McCoy und Sulu hatten den Vorfall bemerkt und rannten zurück zu Spock. Der Wissenschaftsoffizier hob den Kopf.
                      ,,Gehen Sie. Das ist ein Befehl.“
                      Doch weder McCoy noch Sulu machten Anstalten diesen Befehl zu befolgen. Sie stützten Spock und brachten ihn zum Hangar. Dort warteten T’Jaca und die anderen auf sie. Die Romulaner hatten das Shuttle startklar gemacht und bedeuteten den anderen einzusteigen. Kurz darauf verließ ein Shuttle unautorisiert die Raumstation. Die Insassen waren Gefangene der Romulaner gewesen und hatten sich den Weg in die Freiheit schwer erkämpfen müssen.
                      Hoffentlich war es das Opfer wert, dachte T’Jaca, als sie sah, wie die Raumstation langsam kleiner wurde. Jetzt mussten sie so schnell wie möglich zur Enterprise zurück um dann nach B’Tangu zu fliegen und ihrem Großvater zu helfen.
                      -> Logische Träume <-
                      \V/ Tai nasha no karosha!
                      KEEP ON TREKKING!!!!!!

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                      • #12
                        10. Kapitel



                        Pille kratzte sich nervös an seinen noch immer ungewohnten Ohren. Seine Gefährten und er hatten es gerade so geschafft, den Romulanern zu entkommen und befanden sich nun auf dem Rückweg zur Enterprise. Der Arzt hatte Spock versorgt und ihn ins hintere Abteil des Shuttles geschickt, damit dieser sich ausruhen konnte. Natürlich war das dem Vulkanier absolut nicht recht, aber er wollte keinen neuerlichen Streit mit McCoy riskieren und so fügte er sich. Nach diesem kleinen Sieg war die Welt für Pille ziemlich in Ordnung. Es gab nur eine Sache, die ihn wirklich störte. Er drehte sich zu T’Jaca, die hinter ihm auf einem der schmalen Passagiersitze saß, um und fragte: ,,Warum verfolgt uns keiner, Jackie? Warum, verdammt noch mal, tun die nichts. Normalerweise müssten doch mindestens zwei Warbirds hinter uns her sein.“
                        Worr, der neben der Romulanerin saß, lachte. ,,Hätten Sie es lieber, wenn wir tot wären, Doktor?“ Der junge Ri’hannsu schüttelte den Kopf und brummte etwas auf Romulanisch. T’Jaca lächelte. Dann blickte sie McCoy an. ,,Es gehörte zu unserem Plan, wissen Sie. G’abos, der relativ viel Einfluss hat, für seine Position zumindest, hat beim Senat darum gebeten, dass die Gefangenen aus der Föderation auf seine Station kommen. Man habe hier ausreichend erfahrenes Personal und er selbst noch eine Rechnung mit einem Mitglied des Teams offen.“
                        ,,Ach, ja? Mit wem denn?“ Sulu blickte neugierig um die Ecke. Er saß vorne im Cockpit neben G’abos. Die beiden hatten während der letzten zwei Stunden so etwas wie Freundschaft geschlossen. Der Sub-Commander sah den Rudergänger an. ,,Mit dem Vulkanier, Szuluuh.“
                        Obwohl er erstaunt war, musste Sulu lachen. Der Romulaner (Ri’hannsu, verbesserte er sich in Gedanken) konnte seinen Namen einfach nicht aussprechen.
                        ,,Sind wir uns schon einmal begegnet, G’abos?“ Spock saß ganz hinten neben Uhura und hatte das Gespräch unbemerkt mit angehört.
                        Der Sub-Commander bleckte die Zähne. ,,Ich diente früher unter einem weiblichen Commander und war an Bord, als Sie und Captain Kirk unsere Tarnvorrichtung stahlen. Es ist schwer für einen Ri’hannsu, sein Versagen einzugestehen. Das verstand der Senat und deshalb kamen Sie auf diese Station.“
                        ,,Faszinierend.“ Spock hob die linke Braue und sah dann zum Fenster hinaus. Uhura, die neben ihm saß, lachte leise.
                        Danach wurde es wieder still im Shuttle. Irgendwann ging T’Jaca vor ins Cockpit um G’abos abzulösen. Vor ihrer Flucht hatten die Ri’hannsu ausgemacht, dass immer mindestens einer von ihnen das Schiff steuerte um eventuellen Schwierigkeiten, die die Menschen vielleicht hatten, vorzubeugen. Sulu saß auf dem Platz des Copiloten und lächelte Jackie an. ,,Wie geht es Ihnen?“, fragte er und deutete auf eine Wunde an ihrer Hand. ,,Es wird schon gehen, Hikaru. Wie geht es Ihnen? Freuen Sie sich, dass sie nach Hause können?“
                        ,,Naja. Wenn man die Enterprise Zuhause nennen kann, dann freue ich mich.“ Der Rudergänger blickte der Ri’hannsu in die Augen. Jackie hob eine Braue und sagte: ,,Ich habe mit Mr. Spock geredet und ihn nach seiner Heimat Vulkan gefragt. Da hat er eine Augenbraue gehoben und gesagt: ‘Meine Heimat ist die Enterprise.‘ Daraus habe ich dann geschlossen, dass für euch von der Föderation die Schiffe, auf denen ihr eueren Dienst verrichtet, einer Heimat gleichkommen. War das falsch?“
                        ,,Nein. Jedenfalls nicht, was Mr. Spock angeht. Aber wenn, dann sollte er Ihnen das selbst erklären. Wissen Sie, wie lange wir noch fliegen müssen?“ Sulu hatte wieder eins seiner ungeschickten Ablenkungsmanöver gestartet. T’Jaca bemerkte es und lachte leise. ,,Noch etwa zwei Stunden bis zur Zone und dann noch mal ein paar Minuten bis zur Enterprise.“
                        ,,Dort dürften wir dann aber Probleme bekommen, oder? Da sind doch dann diese romulanischen Schiffe.“ Pille hoffte, dass es hier zu einer interessanten Unterhaltung kommen würde, bei der er sein eigenartiges Gefühl für eine Weile vergessen konnte. ,,Warum waren denn nun eigentliche keine Warbirds hinter uns her?“
                        Die Romulanerin kniff die Augen zusammen. ,,Weil sie von der Basis an die Zone beordert wurden um Captain Kirk und seine rosa Raumschiffe zu beobachten, Pille.“
                        Sulu schnappte nach Luft. ,,Jetzt hat man sie natürlich informiert, oder?“
                        ,,Natürlich, Hikaru. Wir müssen uns unbedingt, bevor wir die neutrale Zone durchqueren, mit Kirk in Verbindung setzen, damit er sich etwas einfallen lässt um die Kommandanten der feindlichen Schiffe abzulenken. Das wird vorerst das letzte Abenteuer. Wenn wir erstmal auf der Enterprise sind, dann haben wir es geschafft. Dann stehen unsere Chancen weiterzuleben ziemlich hoch.“ T’Jaca sah den Lieutenant an. Hoffentlich lässt er die Ohren noch ein bisschen dran. Sie stehen ihm hervorragend.
                        ,,Das sind ja tolle Aussichten. Na gut, ich geh jetzt und sage Uhura, dass sie sich bereitmachen soll, mit der Enterprise Kontakt aufzunehmen.“ McCoy verließ das Cockpit. Es war ohnehin zu eng für drei Personen. Er würde schon eine andere Ablenkung finden.



                        Jim Kirk lag in seiner Koje und starrte an die Decke. Wo, verdammt noch mal, sind sie? Spock und die anderen hatten sich seit Tagen nicht mehr gemeldet und langsam begann der Captain, sich Sorgen zu machen. Es war ausgemacht worden, dass Spock, der das Team leitete, pro Tag mindestens einen Bericht ablieferte. Seit zwei Tagen hatte er das nicht mehr getan. Außer diesem Problem gab es noch weitere Schwierigkeiten. Zum einen waren da immer noch die Romulaner, die bestimmt demnächst ein Witzbuch über terranische Übungsraumschiffe herausbringen würden. Jim zweifelte nicht daran, dass es ein Bestseller werden würde. Zum anderen hatte McCoy seinen Arzneischrank leer geräumt. Das war ein echtes Problem, denn mit den darin enthaltenen Medikamenten hatte Jim sich früher immer beruhigt, wenn ihm etwas gegen den Strich gegangen war. Jetzt war nichts mehr da, nicht mal eine Flasche romulanisches Bier. Gar nichts! Wenn ich jetzt Magengeschwüre bekomme, dann ist das Pilles Schuld, dachte der Captain verärgert. Als er sich gerade über Spocks Unverantwortlichkeit, weil er ihn nicht kontaktierte und McCoys Herzlosigkeit, weil er ihn ohne Beruhigungsmittel allein ließ, aufregen wollte, piepte das Interkom.
                        ,,Hier Kirk.“, brummte der Captain so schlecht gelaunt, dass Lieutenant Garret erschrocken zurückfuhr. Der farbige, junge Mann gehörte zu der kleinen Gruppe, die Uhura für erfahren und gut genug hielt um sie zu vertreten, während sie im Imperium den Auftrag wahrnahm.
                        ,,Na, was ist denn nun, Garret?“ Kirk war nahe dran die Geduld zu verlieren. Hör auf damit, Jim. Er kann doch nichts für die gegenwärtige Situation, rief der Captain sich zur Ordnung.
                        ,,Äh...Captain. Ich habe hier Lieutenant Uhura auf der Leitung. Sie will unbedi –“
                        ,,Stellen Sie sie durch, Garret!“
                        Kirk war unglaublich erleichtert, als er das Gesicht des besten Kommunikationsoffiziers der Flotte sah.
                        ,,Captain, Entschuldigung, dass wir uns so lang nicht gemeldet haben, aber wir sind in romulanische Gefangenschaft geraten, Sir.“
                        ,,Ha!“ Kirk hatte es gewusst. ,,Diese Romulanerin – “
                        ,,...hatte überhaupt nichts damit zu tun, Jim.“, unterbrach ihn Pille. ,,Jedenfalls nicht so, wie du denkst.“
                        Jim holte einmal tief Luft und dann sagte er: ,,Na gut, das könnt ihr mir alles später erzählen. Wann seid ihr wieder hier?“
                        ,,In voraussichtlich zwei Stunden, Captain.“, antwortete Spock.
                        ,,Was so nahe seid ihr schon! Wieso haben unsere Sensoren nichts angezeigt?“
                        ,,Weil wir mit Tarnschirm fliegen, Kirk.“ G’abos hatte sich zu der Gruppe um den kleinen Monitor gesellt und musste den Captain einfach auf seine Anwesenheit aufmerksam machen.
                        ,,Was ist das denn?! Was tut der da? Seid ihr Geiseln?!“ Kirk war außer sich. Aber bevor er sich weiter aufregen konnte, übernahm Scott das Wort. ,,Captain, das erklären wir Ihnen, wenn wir sicher auf der Enterprise sind. Jetzt müssen wir erstmal an den Romulanern vorbei. Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich mich mit Pavel Chekov berate?“
                        ,,Nicht, solange ich rechtzeitig vom Ergebnis Ihrer Arbeit erfahre, Scotty. Ich lasse ihn auf die Leitung schalten. Viel Glück und ich erwarte eine Erklärung für die Anwesenheit des Romulaners. Kirk Ende.“
                        Worr wandte sich kopfschüttelnd vom Bildschirm ab. ,,Er mag uns nicht, oder?“, fragte er Sulu. ,,Nein, nicht wirklich. Das heißt, er hat noch keinen Romulaner kennengelernt, den er mochte und er glaubt nicht, dass sich das ändern könnte.“
                        ,,Könnte es sich ändern?“, mischte sich G’abos in das Gespräch ein. Scotty, der neben Sulu stand, grinste. ,,Nein. Und selbst wenn es passieren würde, Sie würden es nicht mitkriegen. Unser Captain hat sich nun mal in den Kopf gesetzt, Romulaner weder zu mögen noch ihnen zu vertrauen und wenn sich das ändern würde, dann würden bestenfalls Dr. McCoy und Mr. Spock etwas davon mitbekommen, sonst niemand.“ Dann wandte sich der Schotte dem Vulkanier zu und sagte: ,,Mr. Spock, würden Sie mir bitte helfen. Ich habe viel zu tun. Ich muss Pavel zeigen, wie man ein Schutzschild erweitert, ich muss alles organisieren und stabilisieren, ich muss...“
                        ,,Ja, Mr. Scott, ich helfe Ihnen. Sagen Sie mir, was ich zu tun habe.“ Spock hob eine Augenbraue, um dem Ingenieur deutlich zu machen, dass sie hier kein Gestöhn über zuviel Arbeit gebrauchen konnten. Scott seufzte und wies den Vulkanier an, die Schaltkreise der Koordination und Navigation zu überprüfen. Uhura unterhielt sich kurz mit Pavel und schaltete ihn dann auf den Schirm von Scotts Konsole.
                        ,,Mr. Scott! Schön, Sie zu sehen. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Chekovs Akzent war deutlich herauszuhören, wie immer wenn er aufgeregt war. Scott hatte jedoch keine Zeit, um darüber zu lachen. Schnell erklärte er dem jungen Navigator, dass er sich mit Evans, Harris, DeLoranz und Falther im Maschinenraum treffen und gemeinsam mit ihnen das Schutzfeld der Enterprise erweitern sollte. Dann gab er ihm einige technische Anweisungen und wünschte ihm viel Glück.

                        Pavel Chekov rannte durch die Gänge der Enterprise. Für den Weg von der Brücke zum Maschinenraum brauchte er genau 4,26 Minuten, ein neuer Rekord, den Sulu ihm erstmal nachmachen musste. Keuchend kam er an und wurde von Lieutenant Tarus erwartete. Die junge Chefingenieurin war ganz aufgeregt, denn theoretisch war das, was Scott vorhatte, nicht durchführbar und in der Praxis demzufolge noch nie ausprobiert worden. Sie hatte zwar gehört, das Montgomery Scott Wunder vollbringen konnte, aber alle Wunder, von denen sie erfahren hatte, hatten eine technisch einwandfreie Basis besessen, was bei diesem Vorhaben nicht zutraf.
                        ,,Mr. Chekov, Scott sagte, dass ich Ihrem Befehl unterstehe und dass Sie wüssten, was Sie täten.“
                        ,,Gut, dann besorgen Sie mir bitte einen multipotentialen Schrauber, denn ich muss diese Konsole öffnen und ein paar Komponenten verstellen, die sich nur manuell verändern lassen. Schicken Sie bitte Falther und Harris in die Plasmakammer, damit sie einen Ableiter bauen. DeLoranz und Evans sollen die Stärke und das Ausmaß berechnen, das wir benötigen um das Shuttle zu schützen.“
                        ,,Aye.“ Und schon war die junge Frau verschwunden. Chekov sah ihr nach und überlegte sich, wie groß die Chancen waren, dass sie es schafften. Mr. Spock hätte sie wahrscheinlich als unzureichend befunden und das Vorhaben nicht genehmigt. Vielleicht wäre das besser gewesen. Was passiert, wenn es nicht klappt? Wir haben keine Zeit zum Testen und wenn es nicht funktioniert, sind unsere Leute tot. Bevor sich der Russe weiter verrückt machen konnte, kehrte Tarus mit dem Schrauber zurück und der Navigator begann, die Konsole zu bearbeiten. Kurze Zeit später meldete sich Harris. ,,Sir, wir sind fertig. Es ist der stärkste Ableiter, den wir bauen konnten. Er entspricht den Maßen, die uns Mr. Scott durchgegeben hat.“
                        ,,Gut, dann gehen Sie wieder auf Ihre Posten.“
                        ,,Aye, Sir.“ Der Bildschirm wurde wieder grau und Pavel fuhr fort, die Kabel zu vertauschen und abzuklemmen. Es war eine schwere, knifflige Arbeit und er hatte so etwas noch nie gemacht. Alle zehn Minuten unterhielt er sich kurz mit Scott um ihm von seinen Fortschritten zu berichten. Der Schotte war zufrieden. Kurz bevor Chekov fertig war, piepte das Interkom.
                        ,,Hier Chekov.“, meldete sich der Fähnrich.
                        Kirk, der in seinem Sessel auf der Brücke saß, fiel die Nervosität des Russen auf. ,,Pavel, Evans hat mir gerade die Maße des Kraftfeldes durchgesagt. 0,5 L und 156 KE.“
                        Chekov holte Luft. So groß! Das würde knapp werden. Verdammt knapp. ,,Captain, ich bekomme nur 0,485 L zusammen. Lassen Sie mich ganz kurz mit Scott reden.“
                        ,,Genehmigt, Pavel. Sie schaffen das schon.“
                        Der Navigator kontaktierte Scott. ,,Sir, das Kraftfeld ist um 0,015 L zu klein. Was soll ich tun. Ich hab alle Tricks, die ich kenne angewandt und keiner bewirkt eine Vergrößerung.“
                        Scott überlegte. ,,Hm...dann verstärken Sie das Schutzschild an der Seite, die den Romulanern zugewandt ist und lassen auf der gegenüberliegenden etwas weg, Junge. Der Captain wird sich schon etwas zur Ablenkung dieser Hundesöhne einfallen lassen und vielleicht haben wir Glück.“
                        ,,Es gefällt mir nicht sonderlich, mich auf ein solch riskantes Manöver einlassen zu müssen. Viellei-“
                        ,,Pavel, wir haben keine Zeit. Die Romulaner werden uns bald entdeckt haben. Melden Sie dem Captain, dass wir bereit sind. In zwei Minuten werden Sie die Energie auf unsere Schilde lenken und dann können wir nur noch beten. Scott Ende.“
                        Chekov starrte auf den grauen Bildschirm. ,,Aye, Sir.“, murmelte er und sagte Kirk die letzten Teile des Plans durch.

                        T’Jaca saß vorne im Pilotenabteil des Shuttles. Gleich würde es losgehen. Mehr denn je ging es jetzt um Leben und Tod. Und es ging um Verrat. Hatte sie ihr Volk verraten? War es unrecht, die Kugeln zu suchen und ihrem Großvater zu helfen, die derzeitige Regierung zu stürzen? Sie wusste es nicht, aber sie wusste, was von ihr verlangt wurde, hier und jetzt, in diesem Augenblick. Sulu saß neben ihr. Er sollte das Schiff in den Hangar der Enterprise steuern. Hinten im Passagierabteil saßen Uhura, McCoy, Spock, G’abos und Worr. Sie konnten jetzt nur noch warten. Scotty war in der Maschinenkammer und überprüfte den Antrieb und das Schutzfeld zum allerletzten Mal. Gleich würden sie die Tarnvorrichtung abschalten um das neue Schutzfeld aktivieren zu können. Jetzt musste alles funktionieren. Ein Fehler und sie alle konnten fühlen, wie es war, wenn man von einem Torpedo pulverisiert wurde. Der Schotte seufzte und rief: ,,Es geht los!“
                        Sulu bestätigte und kontaktierte Chekov. ,,OK, Pavel. Schalt es ein.“
                        Der Russe justierte das Kraftfeld und leitete es auf das Shuttle um, gleichzeitig gab er Kirk Bescheid. ,,Viel Glück, Hikaru.“, murmelte er, bevor er das Feld aktivierte.

                        Kirk saß in seinem Sessel. Seine Hände waren feucht und er fühlte, wie der Schweiß unter seinem Hemd lief. ,,Commander, wir werden noch einige andere Schiffe abschießen. Haben Sie etwas dagegen?“
                        ,,Soll das ein Witz sein, Kirk?“, fauchte der romulanische Kommandant. ,,Natürlich haben wir etwas dagegen, wenn Sie hier so rumfeuern. Ich finde es reichlich unverschämt, dass Sie das so nahe an der Zone tun. Sie könnten genauso gut in Ihrem eigenen Gebiet üben.“
                        ,,Das ist unser eigenes Gebiet, Commander. Und wir können schießen, wo wir wollen. Seien Sie froh, das wir uns nicht an lebenden Zielen versuchen.“ Jim grinste den Romulaner hintergründig an. Dieser konnte sich nicht mehr beherrschen und begann Kirk wild zu beschimpfen und ihm ein Kriegsgerichtsverfahren anzudrohen. Kirk spielte seine Rolle sehr gut. Der Commander achtete auf nichts mehr. Auch, als einer seiner Untergebenen ihn darauf aufmerksam machen wollte, dass ein romulanisches Shuttle die neutrale Zone durchquerte, reagierte er nicht. Er war viel zu aufgebracht, um sich um ein Shuttle zu kümmern. Das konnte auch das andere Schiff übernehmen.
                        Der Kommandant des zweiten Schiffes hatte allerdings nicht den Befehl erhalten das Shuttle abzufangen und so wunderte er sich nur, warum es mit Föderationsschutzschild flog, vermutete aber eine geheime militärische Aktion und deshalb unterließ er jeden Kontakt mit der Besatzung des Shuttles. Wenn man die Geheimagenten des Imperiums bei ihrer Arbeit unterbrach oder sich als störender Faktor erwies, konnte man leicht exekutiert werden.

                        Sulus Finger flogen förmlich über die Schaltkonsole. Noch eine halbe Minute und sie hatten es geschafft. Bis jetzt war alles glatt gelaufen, was gerade McCoy sehr argwöhnisch machte. Jedesmal, wenn etwas so gut verlief, passierte am Ende etwas, womit niemand gerechnet hatte. Der Doktor saß auf seinem Sessel und kratzte sich an seinen Ohren. Er hatte nur einen einzigen Wunsch. Er wollte nicht mit diesen Ohren sterben. Auf einmal spürte er eine Erschütterung. ,,Sie haben auf uns geschossen.“, tönte Sulus Stimme aus dem Pilotenabteil.
                        ,,Das Schutzschild hält.“, meldete Scott. ,,Aber noch einen Treffer halten wir nicht aus. Beeilen Sie sich, Junge!“
                        ,,Aye Sir.“ Sulu konzentrierte sich voll auf seine Aufgabe. Es gab in seinen Gedanken nur noch Koordinaten und Messwerte. Nichts, was um ihn herum geschah, interessierte ihn noch. Er musste das Shuttle heil zur Enterprise bringen und wenn es das letzte war, was er tat.

                        Chekov saß vor einem Bildschirm im Maschinenraum und beobachtete das kleine Schiff. Er wusste, dass Sulu am Steuer saß, denn kein Anderer konnte eine Raumfähre so manövrieren. Die Zickzacklinien glichen einem Tanz, die Bewegungen hatten eine ganz besondere Form, die später bestimmt einmal Sulu-Style genannt werden würde. Irgendwie wusste Chekov, dass sie es schaffen würden. Er konnte es sich nicht erklären, aber er wusste es. Was konnte man denn auch anderes von Leuten wie Scott, Spock und Sulu erwarten? Er wusste es...

                        ...und er hatte recht. Eine halbe Minute später standen das Außenteam und die drei Romulaner vor Captain Kirk, der sie misstrauisch musterte. Spock trat vor. ,,Auftrag ausgeführt, Captain. Wir wissen, wo sich T’Jacas Großvater aufhält und wie wir ihm helfen können.“
                        ,,Mein Gott, Spock!“, stöhnte McCoy. ,,Wie wär’s, wenn wir erstmal ‘Hallo‘ sagen würden, oder ‘Wie geht’s dir, Jim?‘ Wäre das nicht angebracht, nach den letzten Ereignissen?“
                        ,,Wenn Sie meinen, Doktor.“, entgegnete der Vulkanier steif. Jim grinste. Wie sehr hatte er das vermisst. Aber kurz darauf wurde er wieder ernst. ,,Aufgrund unserer ungewöhnlichen Gäste muss ich die Besprechung sofort einberufen. Danach wird jeder von Ihnen 24 Stunden frei bekommen und auf Wunsch auch mehr.“
                        ,,Aye, Sir.“

                        Der Besprechungsraum war kahl und unpersönlich, wie viele tausend andere auch. Aber in diesem hier auf der Enterprise herrschte eine besondere Feindseligkeit. Kirk sah die Offiziere und Romulaner an. ,,Ich erwarte eine Erklärung.“, sagte er kühl.
                        Spock räusperte sich. ,,Captain, nachdem wir auf Ro’lazu gelandet waren und den Aufenthaltsort von T’Jacas Großvater gefunden hatten, wurden wir angegriffen und auf eine romulanische Raumstation nahe der neutralen Zone verschleppt. T’Jaca, Worr und G’abos haben uns zur Flucht verholfen.“
                        ,,Wir sind Anhänger der Gemeinschaft der elementarische Kugeln, Captain. Deshalb halfen wir Ihren Leuten.“, sagte Worr und G’abos nickte zustimmend. Jim zog die Augenbrauen hoch und fragte: ,,Was garantiert mir, dass Sie uns nicht verraten?“
                        ,,Es gibt keine Garantie, Captain Kirk, aber ich habe schließlich auch die Wahrheit gesagt, oder?“ T’Jaca sah Jim in die Augen.
                        ,,Das mag sein, aber Sie wurden gecheckt, die beiden Romulaner nicht.“, antwortet Chekov. Pille verdrehte die Augen. ,,Jim, sie sind nicht unsere Feinde. Sie haben uns geholfen und ihre Karieren im Reich sind hinüber. Ohne sie wären wir jetzt nicht hier.“
                        ,,Hmmm.“ Kirk spitze die Lippen und dachte nach. ,,Jeder von Ihnen wird einen Bericht über die Geschehnisse schreiben. Bis morgen liegt er auf meinem Schreibtisch. Ich vertage die Besprechung auf morgen um acht Uhr. Sie können jetzt gehen. Und Sie, G’abos und Worr, werden in die Gästequartiere gebracht. Ich werde zur Sicherheit Wachen vor Ihren Türen aufstellen lassen. Haben Sie etwas dagegen zu sagen?“ Ganz gegen ihre Gewohnheit zogen es die beiden Ri’hannsu vor, sich nicht zu streiten und blickten dem Captain stur in die Augen.
                        ,,Wegtreten.“, sagte Jim und die Versammlung löste sich auf.


                        Uhura ging sofort in ihre Kabine. Schnell legte sie die Kette, die sie die ganze Zeit über um den Hals getragen hatte zurück in das kleine Kästchen, aus dem sie sie vor ein paar Tagen herausgeholt hatte. Dann lief sie ins Bad und duschte. Endlich wieder warmes Wasser. Es war so schön wieder auf der Enterprise zu sein.
                        Pille unterhielt sich noch kurz mit Jim über den gesundheitlichen Zustand des Teams und der Romulaner, dann ging er zur Krankenstation. Zuerst räumte er ein bisschen auf und schließlich ließ er sich in seinen Sessel fallen. Schweigend, mit geschlossenen Augen, saß er da und dachte nach. Wie würde es jetzt weitergehen? Würden sie nach B’Tangu fliegen und dort Jackies Großvater finden, oder war es vielleicht doch eine Falle, wie Jim vermutete? Er wusste es nicht, aber zu gegebener Zeit würde sich das Geheimnis um Desarus und die elementarische Kugeln lüften. Er kratzte sich an den Ohren und stöhnte. ,,Nach der Besprechung kommen die Dinger ab!“, murmelte er.
                        Hikaru Sulus erster Weg führte ihn zum Botanikdeck. Er wusste, dass sein Haar zerzaust war und dass er stank, aber da war etwas, das er jetzt unbedingt tun musste. Schnell durchquerte er den englischen Garten und stand schließlich vor den Bonsaibäumchen. Das, was er jetzt vorhatte, hatte er seit Jahren nicht mehr getan. Er erzählte dem Baum seines Großvaters, was ihn bewegte. ,,Chichu, du weißt nicht, wie ich mich fühle. Diese Romulanerin...“
                        ,,Ach, wie schön ist es wieder hier zu sein!“ Scott sah sich glücklich im Maschinenraum um. Doch dann verzog er das Gesicht zu einer Grimasse. ,,Was habt ihr denn da gemacht?!“, fragte er geschockt und deutete auf eine der vielen Konsolen. ,,Als ich hier weg bin, sah alles blitzblank aus und nun seht euch das an! Das ist ja alles total verstaubt.“
                        Lianna Tarus, die schon von Scotts gelegentlichen Übertreibungen gehört hatte, bemühte sich, nicht zu grinsen. ,,Entschuldigung, Mr. Scott, aber wir haben diese Konsole während Ihrer Abwesenheit nicht gebraucht, deshalb sieht sie etwas...äh unbenutzt aus.“
                        ,,UNBENUTZT!“ Scotty war empört. ,,In meinem Maschinenraum sieht nie etwas unbenutzt aus, auch nicht, wenn wir es das letzte Mal vor hundert Jahren gebraucht haben! Wo kämen wir denn da hin?! Hey, Evans. Putzen Sie die Konsole bis Sie sich darin spiegeln können, verstanden?!“, rief er einem Lieutenant zu.
                        ,,Aye, Sir.“, bestätigte dieser, holte Reinigungsmittel und einen Lappen und begann mit der Arbeit. Zufrieden blickte Scott sich um. So musste es sein. Alles sauber, einsatzbereit und intakt. Nie wieder würde er seinen Maschinenraum jemand anderem überlassen und wenn er dafür vors Kriegsgericht kam.
                        Spock begab sich nach der Konferenz sofort in sein Quartier, setzte sich an sein Terminal und schrieb seinen Bericht. Er hatte dieses Außenteam geleitet und damit war seine Sicht der geschehenen Dinge von enormer Wichtigkeit. Als er den ersten Absatz fertig hatte, piepte der Bewegungsmelder seiner Tür. ,,Herein.“, murmelte der Vulkanier, sah aber nicht auf. Er wusste auch so, wer ihn besuchte. Jim betrat das Zimmer seines vulkanischen Freundes. ,,Spock. Sind Sie schon wieder bei der Arbeit? Ich dachte, Sie ruhen sich aus und wollte Sie erst gar nicht stören.“
                        ,,Sie stören nicht, Captain. Ich schreibe gerade den Bericht, den Sie angefordert haben.“
                        ,,Der hat doch bis morgen Zeit, Spock.“ Jim wusste nicht, wie er dem Vulkanier erklären konnte, dass er sich ausruhen sollte. Spock schien seine plumpen Versuche nicht zu bemerken.
                        ,,Captain, es ist wichtig, dass ich diesen Bericht noch heute schreibe. Wenn ich damit fertig bin, muss ich mich zur Untersuchung auf der Krankenstation melden.“ Es war offensichtlich, dass Spock nicht gestört werden wollte, doch Jim übersah es absichtlich. ,,Sie sind verletzt worden. Glauben Sie nicht, dass es klüger -und auch logischer- wäre zuerst ins Lazarett zu gehen und dann den Bericht zu schreiben.“ Gespannt beobachtete Jim die Miene seines Freundes. Wie würde sich der Vulkanier da herausreden? Gar nicht. ,,Vielleicht haben Sie recht, Jim, aber es ist sehr wichtig für mich, diesen Bericht zu schreiben, wirklich wichtig.“ Fast bittend sah Spock seinen Vorgesetzten und Freund an. Kirk seufzte. ,,Was ist los, Spock. Wollen Sie über irgend etwas mit mir reden?“
                        ,,Nein, Captain. Es ist alles in Ordnung.“ Da war es wieder, das stoische vulkanische Gesicht, über das Pille sich so gerne lustig machte. Resignierend stand Jim auf. ,,Wenn Sie die Untersuchung hinter sich haben und Lust auf eine Partie Schach verspüren, dann können Sie mich in meinem Quartier erreichen, Spock.“
                        ,,Vulkanier verspüren keine Lust auf etwas, aber ich würde gern gegen Sie antreten, Jim.“
                        Kirk grinste. Ihm war das belustigte Blitzen in Spocks Augen keineswegs entgangen und er freute sich, dass sein Freund wieder normale Verhaltensweisen aufwies. ,,Bis nachher, Spock.“, sagte er und verließ das Zimmer.
                        ,,Typisch Föderation! Überall Wachen und verschlossenen Türen. Verdammte Feiglinge!“ G’abos war sauer. Er hasste es, eingesperrt zu sein und diesen hochnäsigen Captain konnte er auch nicht leiden. Worr sah das alles sehr viel gelassener. Sie würden hier schon irgendwie rauskommen, denn sie waren unschuldig. Man könnte ihn für naiv halten, aber speziell der Captain dieses Schiffs war für seine Gerechtigkeit gegenüber allen Lebewesen bekannt. Jetzt hieß es abwarten. T’Jaca und die anderen holten sie hier raus. Dessen war sich Worr sicher.
                        T’Jaca wanderte durch die Gänge der Enterprise, aber in Gedanken weilte sie schon auf B’Tangu. Sie würde ihrem Großvater helfen die Kugeln zu finden und zu verteidigen. Die Ri’hannsu merkte gar nicht, dass sie zum Botanikdeck lief. Unbewusst schlug sie den Weg zu den Bonsaibäumen ein.
                        Hikaru hockte auf einem Stein und betrachtete Chichu. Dieser kleine Baum strahlte auf eigenartige Weise Würde und Geborgenheit aus und seit vielen Jahren spendete er dem Rudergänger Trost oder brachte ihn seiner weit entfernten Heimat ein Stück näher, aber vor allem erinnerte er ihn an die Weisheit seines Großvaters. Sulu wünschte sich, genauso weise sein zu können, zu wissen, was er tun sollte. Auf einmal knackte etwas hinter ihm. Erschrocken drehte er sich um und blickte in T’Jacas Gesicht.
                        ,,Was tun Sie denn hier, Jackie?“, wollte er wissen.
                        ,,Ich...hmm, eigentlich ist das eine sehr gute Frage. Ich weiß es nicht so genau. Anscheinend habe ich unbewusst den Weg hierher eingeschlagen. Vielleicht hatte ich aber auch unbewusst das Verlangen, Chichu wiederzusehen. Ich weiß es wirklich nicht, Hikaru.“
                        ,,Hmm...aber jetzt sind Sie da.“ Sulu blickte der Romulanerin in die Augen. Sie erwiderte den Blick und nickte. ,,Jetzt bin ich da.“ Dann saßen die beiden stumm nebeneinander und starrten auf den Bonsaibaum. Was soll ich jetzt machen?!, fragte sich Sulu verzweifelt. Wie lange hatte er sich gewünscht, T’Jaca so nahe zu sein und jetzt...jetzt fehlt mir einfach der Mut, gestand der Rudergänger sich zähneknirschend ein.
                        ,,Was tun Sie da?“ Jackie hatte Sulus befangenes Verhalten bemerkt und konnte sich keinen Reim darauf machen. Sonst benahm er sich nie so. Was war nur los? Hikaru sah sie an. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Dann beugte er sich zu T’Jaca.

                        ,,Jim, ich weiß nicht, was er hat, aber ich denke, er wird es dir sagen, wenn er so weit ist. Du weißt doch: Mit Vulkaniern muss man sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, se-“
                        ,,Bist du bald fertig, Pille?!“ Kirk erdolchte seinen Freund förmlich mit Blicken. McCoy grinste. ,,...sehr viel Geduld haben.“
                        ,,Das weiß ich.“, brummte der Captain.
                        ,,Dann vergiss es nicht! Es ist wichtig. Je mehr du bei Spock bohrst, desto weniger bekommst du aus ihm heraus.“
                        ,,Warum hältst du dich nie an diesen Grundsatz, Pille. Man sollte doch immer mit gutem Beispiel vorangehen, oder?“ Jim sah den Arzt gespannt an. Was für eine Ausrede würde er sich wohl diesmal einfallen lassen. ,,Bei mir gibt es einen völlig anderen Ausgangspunkt, Jim. Während du dir im Moment um Spock Sorgen machst, will ich ihn meistens einfach nur ein bisschen ärgern, ihn aus der Reserve locken, verstehst du. Es ist gut für diesen Vulkanier, wenn er mal ein paar Gefühle rauslässt. Du siehst also, es hat alles seinen wissenschaftlichen Hintergrund.“
                        ,,Und außerdem macht es dir verdammt viel Spaß, einem armen, von Menschen umgebenen, von den ständigen, unlogischen Taten anderer gepeinigten Vulkanier das Leben schwer zu machen. Hab ich recht?“
                        McCoy lachte leise. ,,Das hast du jetzt gesagt, Jim, nicht ich. Willst du einen Brandy?“

                        Uhura lag auf ihrem Bett und träumte vor sich hin, als Chekov das Zimmer betrat. Die Bantufrau bemerkte ihn, öffnete die Augen und lächelte. ,,Pavel. Schön, dich zu sehen. Was ist denn los?“ Sie deutete auf einen Stuhl und der Navigator der Enterprise nahm Platz.
                        ,,Ich...ich weiß auch nicht so genau, Nyota, aber Sulu ist in letzter Zeit so...naja, er benimmt sich in Anwesenheit von Jackie so...eigenartig.“ Chekov atmete erleichtert aus. Das beschäftigte ihn schon seit Ewigkeiten. Jetzt war es endlich raus. Gespannt beobachtete er Uhuras Reaktion. Der Lieutenant streckte sich und sagte dann: ,,Ja, das hab ich auch bemerkt. Vielleicht bahnt sich da was an.“
                        ,,Das geht doch nicht! Sie ist eine Romulanerin, wenn auch nur zur Hälfte.“ Chekov war geschockt. Er hatte diesen Gedanken immer verdrängt und das war das Letzte gewesen, was er von Uhura hatte hören wollen. ,,Pavel, glaubst du, dass Hikaru das nicht weiß? Er wird schon das Richtige tun.“
                        ,,Denkst du? Ich nicht. Er ist so unglaublich emotional. Wer weiß, was er sich da wieder einbrockt.“ Verzweifelt blickte der junge Russe seine Freundin an. ,,Und ich muss ihm dann wieder da raus helfen. Wie immer!“
                        Uhura lachte leise. ,,Pavel, du hörst dich schon an wie Spock. Der hätte jetzt auch so was wie er ist unglaublich emotional gesagt. Pass auf, dass du ihm nicht zu sehr nacheiferst. Ein Vulkanier reicht vollkommen.“
                        Chekov lächelte. ,,Du meinst also, wir sollen einfach abwarten, was passiert und ihn dann wieder aus dem Loch, in das er fallen wird, herausziehen?“
                        ,,Genau, Pavel, denn wie lautet das russische Sprichwort? Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Hikaru schafft das schon.“
                        Pavel seufzte. ,,Ich kenne da auch noch einen anderen Spruch, Nyota. Jeder ist klug, der eine vorher, der andere danach.“
                        ,,Siehst du. Und Hikaru wird zu denen gehören, die vorher schlau sind. Keine Sorge.“
                        Pavel seufzte und gab auf. ,,Na gut, also dann, schlaf schön. Und vergiss den Bericht für den Captain nicht.“
                        ,,Ja, Mr. Spock.“
                        Als Pavel kopfschüttelnd das Quartier des Kommunikationsoffiziers verließ, konnte er Uhura leise kichern hören.


                        ,,Hikaru! Warum hast du das getan?“ T’Jaca wich zurück und sah den Lieutenant erschrocken an. Sulu legte den Kopf schief und dachte nach. Warum hatte er das getan? Eine verdammt gute Frage. ,,Ich...ich weiß nicht genau, Jackie, aber irgendwie musste ich es tun. Ich wäre sonst verrückt geworden.“
                        ,,Es geht nicht, Hikaru! Es darf auch gar nicht gehen. Du...bist ein Mensch.“ Hilflos blickte T’Jaca in die Leere. Wir sollte sie ihm das begreiflich machen? Aber Sulu senkte den Kopf und nickte. ,,Du hast recht, Jackie. Entschuldige bitte.“ Dann stand er auf und ging. Verwirrt blieb die junge Romulanerin sitzen. Was sollte sie tun? Was, verdammt, sollte sie jetzt nur tun? Sie brauchte jemand, der sich mit diesen verrückten Menschen auskannte...Spock!

                        Der Erste Offizier der Enterprise saß in seinem Quartier vor dem Bett. Gerade hatte er seinen Bericht beendet und wollte sich auf den Weg zur Krankenstation machen, als der Bewegungsmelder seiner Tür ihn auf einen Besucher aufmerksam machte. ,,Herein.", sagte er leise. Die Tür öffnete sich und vor ihm stand eine junge Romulanerin.
                        ,,Kann ich mit Ihnen sprechen, Mr. Spock?“, fragte sie fast flüsternd. Spock nickte knapp und deutete auf einen Stuhl am Schreibtisch, den einzigen, der sich in seinem Zimmer befand. T’Jaca setzte sich und starrte auf den Boden. Der Vulkanier wartete geduldig, bis sie das Wort ergriff. ,,Mr. Spock, wie reagiert ein Mensch, wenn man ihn vor den Kopf stößt?“
                        Spock neigte den Kopf nach vorn und dachte nach. ,,Es kann zu unterschiedlichen Reaktionen kommen. Ich glaube, es wäre äußerst hilfreich, wenn ich den Namen der Person wüsste, um die es geht.“
                        T’Jaca holte tief Luft. ,,Es ist Hikaru. Er...er hat mich geküsst und...und ich sagte ihm, dass das nicht geht. Daraufhin ist er weggegangen. Ich weiß, dass man bei so etwas nicht unbedingt mit einem Vulkanier spricht, aber Sie waren der erste, der mir eingefallen ist. Bitte helfen Sie mir, Spock.“
                        Der Wissenschaftsoffizier sah die Romulanerin ernst an. ,,Warten Sie einfach ab, T’Jaca. Mr. Sulu zeichnet sich durch relativ viel Vernunft aus...für einen Menschen jedenfalls. Er wird nachdenken und sich dann für das Richtige entscheiden.“
                        ,,Was ist denn das Richtige?“, fragte Jackie verzweifelt.
                        ,,Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, weil es für jedes Individuum andere Maßstäbe und Richtlinien gibt. Aber Sulu weiß, wann man Persönliches zurückstecken muss, um eine größere, wichtigere Aufgabe zu erfüllen.“

                        Jim saß in seinem Sessel auf der Brücke. Er hatte keine Lust mehr gehabt, in seinem Quartier auf Spock zu warten. Bestimmt war dem Vulkanier irgend etwas dazwischen gekommen. Kirk nahm sich vor mit ihm zu reden, wenn er ihn das nächste Mal traf. Jetzt musste er sich erstmal mit dem Hauptquartier in Verbindung setzen. Er gab den entsprechenden Befehl und kurz darauf war Admiral DeLancys Gesicht auf dem Hauptbildschirm zu sehen.
                        ,,Hallo, Jim! Wie geht es Ihnen?“ Die Frau lächelte ihn freundlich an.
                        ,,Danke, Laura. Es geht. Haben Sie meinen schriftlichen Bericht übermittelt bekommen?“
                        ,,Ja und eine meiner ersten Frage war: Haben die Romulaner Schwierigkeiten gemacht?“
                        Jim seufzte. ,,Nein, noch nicht. Aber wie sollen wir jetzt weitermachen?“
                        ,,Sie werden mit der Enterprise nach B’Tangu fliegen und dort Desarus ausfindig machen. Dann helfen Sie ihm bei der Verteidigung der Kugeln. Die drei Romulaner an Bord werden wie Gäste behandelt. DeLancy Ende."
                        -> Logische Träume <-
                        \V/ Tai nasha no karosha!
                        KEEP ON TREKKING!!!!!!

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                        • #13
                          11. Kapitel


                          Captain James Tiberius Kirk saß im Besprechungsraum und wartete. Er war noch nie in seinem Leben zu früh zu einer Besprechung gekommen, aber es gab immer ein erstes Mal. Gerade wollte er aufstehen und ein bisschen umhergehen, als Spock den Raum betrat.
                          ,,Captain. Sie sind schon da.“ Es war keine Frage sondern eine Feststellung, doch Kirk schien das nicht zu bemerken. ,,Ja, Spock. Es ist das erste Mal, dass ich zu früh bin und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was man tut, während man auf die anderen wartet. Sie scheinen da ja etwas mehr Erfahrung zu haben als ich.“
                          Der Vulkanier sah den Menschen an und sagte: ,,Captain, ich setze mich dann einfach hin und warte.“ Jim sah den Ersten Offizier der Enterprise an. Wie macht er das nur? Er lächelt, ohne zu lächeln. So etwas geht doch gar nicht! Lacht er mich etwa aus? Weiter kam er nicht, denn die Tür öffnete sich erneut und Uhura trat ein. Die Bantufrau grüßte und nahm auf einem der Stühle Platz. Sie saß einfach da und wartete. Jim blickte sie an und zuckte mit den Schultern. Spock neigte seinen Kopf vor und beantwortete flüsternd die unausgesprochene Frage des Captains. ,,Nein, Sir. Es muss nicht jedes Individuum die gleiche Ruhe besitzen. Auch Impulsivität kann sehr nützlich sein und wenn es drauf ankommt manchmal sogar besser als Ausgeglichenheit. Wenn Sie es jedoch wünschen, könnte ich Ihnen einige faszinierende Wege zur Ausgeglichenheit-“
                          Jim winkte ab. ,,Danke, Spock.“, sagte er lachend. ,,Aber das wird nicht notwendig sein. Ich denke, ich sollte mich mit meiner Impulsivität abfinden und damit leben, oder?“
                          Spock stimmte ihm zu und dann warteten sie schweigend auf die anderen.
                          Als alle versammelt waren, berichtete Kirk ihnen von seinem Gespräch mit der Admiralin. Nun wollten sie beraten, wie es weiterging. Pille kratzte sich an seinen immer noch spitzen Ohren. ,,Wo ist denn das Problem, Jim? Wir fliegen da hin und dann sehen wir weiter.“
                          ,,Und was ist, wenn wir dort auf etwas stoßen, auf das wir nicht vorbereitet sind, Doktor?“ Pavel Chekov sah den Arzt fragend an. Leonard zuckte mit den Schultern. Woher sollte er das wissen. Kirk blickte seine Offiziere gespannt an. Dann sagte er: ,,Ich habe bereits Kurs auf B’Tangu angeordnet. Wir sind mit Warp sechs unterwegs. In etwa zehn Stunden haben wir den Planeten erreicht. Ich werde dort mit einem Außenteam runtergehen. Ich weiß bis jetzt noch nicht, wen ich mitnehme, aber diesmal werde ich mitgehen, egal was ihr sagt, Spock und Pille!“
                          T’Jaca grinste leicht. Sie hatte die erste Auseinandersetzung zu diesem Thema ja schon miterlebt und freute sich auf einen Schlagabtausch zwischen McCoy, Spock und Kirk. Aber Jim umging dieses Theater, indem er sich an die Romulaner wendete. ,,Was können Sie uns über B’Tangu sagen?“
                          Jackie räusperte sich. ,,Die Bewohner sind etwa so groß wie wir, humanoid und sie haben spitze Ohren, allerdings zwei mal gespitzt nicht nur ein mal wie die Vulkanier und Ri’hannsu.“
                          McCoy stöhnte. ,,Heißt das, das ich hier noch eine Spitze reinschneiden muss? Wissen Sie eigentlich, wie sehr das krabbelt? Ich habe die letzten Tage nur noch mit Kratzen verbracht. Wie haltet ihr Spitzohren das nur aus?!“
                          Spock hob eine Braue und antwortete: ,,Ich hatte solche Probleme noch nie, deshalb kann ich Ihnen da nicht helfen, Doktor.“
                          Der ganze Konferenzraum grinste, dann kam Jim zum eigentlichen Thema zurück. ,,Müssen wir uns andere Ohren besorgen?“
                          ,,Nein. Ein mal gespitzte Ohren reichen aus, da auf diesem Planeten immer wieder Ri’hannsu auftauchten.“, sagte Worr.
                          Dann fuhr T’Jaca fort. ,,Es ist ein sehr ruhiger Planet. Die Bewohner reden nur ganz selten. Sie lieben die Stille, haben sie sogar zur Religion erhoben.“
                          ,,Faszinierend. Können Sie uns eine Kurzform des Religionsinhalts geben?“ Spock hatte sich nach vorn geneigt und sah die Ri’hannsu aufmerksam an. Jackie strich sich die Haare aus der Stirn und begann zu erzählen. ,,Nach dem Buch der Stille war die Welt früher ein einziges Chaos aus Wörtern und Sprachen. Niemand verstand den anderen, alles war laut, ständig redete irgend jemand. Und aufgrund der Sprachunterschiede gab es dauernd Kriege zwischen den einzelnen Gruppen. Sie verstanden sich nicht und konnten deshalb nicht vermitteln. Doch dann kam der Eine nach B’Tangu und brachte die Stille. Er brachte den Leuten bei, still zu sein und lehrte sie auch, die Stille zu achten und zu wahren. Von da an gab es eine universale Zeichensprache, die alle benutzen konnten. Die Kriegsursachen waren überwunden und der Planet lebt seit etwa 500 Jahren in Frieden. Natürlich gibt es, wie in jeder Religion, auch Fanatiker. Sie bezeichnen sich als Mönche und schweigen ihr ganzes Leben lang. Außerdem leben dort auch eine große Menge Verrückte, die alle sprechenden Wesen im Universum ausrotten wollen. Wenn wir auf B’Tangu sind, müssen wir uns vor ihnen verstecken. Die kennen noch weniger Fairnis oder Gnade als die Terr-äh...die Klingonen.“ Jackie atmete tief durch. Jim tat so, als habe er die letzte Bemerkung nicht gehört und verteilte die anstehenden Aufgaben. ,,Mr. Spock, Sie und Sulu unterhalten sich mit unseren romulanischen Gästen über die B’Tangu und erstellen dann gleich einen Computereintrag. Scotty und Chekov, ihr kümmert euch um alles, von dem ihr glaubt, es könnte uns bei der folgenden Aufgabe helfen. Seht euch die Schilde an und die Messgeräte. Das muss alles über Standard funktionieren, verstanden? Uhura, Sie versuchen unsere Langstreckenkommunikation auf Vordermann zu bringen. Sie muss so weit wie möglich reichen und dabei verdammt schnell und zuverlässig sein. Pille, du und ich, wir hören uns ebenfalls an, was es über B’Tangu zu wissen gibt.“
                          Von allen Seiten kamen bestätigende Worte und dann machte sich die Brückencrew an die Arbeit.
                          Jackie, Worr, G’abos, Sulu, Pille, Spock und Jim blieben im Konferenzraum. Spock bereitete ein Computerprotokoll vor und dann begann Jim mit der Befragung.
                          ,,Sie haben uns jetzt gesagt, dass die B’Tangu spitze Ohren haben.“ McCoy stöhnte auf, doch Kirk beachtete ihn nicht. ,,Gibt es sonst noch etwas besonders Wichtiges über ihr Aussehen zu wissen.“
                          ,,Naja...sie sind grün.“, sagte Worr.
                          ,,...oder blau.“, fügte G’abos hinzu.
                          ,,...oder, wenn sie wollen, gelb oder schwarz.“ T’Jaca grinste den Captain an. Dieser wurde ungeduldig. Gott, ich wusste doch, dass ich Romulaner hasse. Warum sitze ich hier mit ihnen an einem Tisch und lass mich fertig machen? Aber es hilft ja nichts. Jim seufzte und sah T’Jaca bittend an. Die Ri’hannsu verstand ihn. ,,Sie wechseln ihre Farbe je nach Gefühlslage, Captain.“
                          ,,Gut, damit treten wir nicht als B’Tangu in Erscheinung, wenn wir auf den Planeten runtergehen. Ich kann vielleicht Ohren anmontieren, aber keine Farbveränderungen schaffen. Ich bin Arzt und kein Zauberer!“ Pille grinste vergnügt in die Runde. Dann fiel ihm etwas ein, was ihn noch glücklicher machte. ,,Hey, brauchen wir dann eigentlich noch diese Ohren hier? Ich meine, wir könnten doch auch als wir selbst runterbeamen, mal so zur Abwechslung. Glaubt ihr, die haben was gegen Menschen?“
                          ,,Äh...ja, haben sie.“, antwortete G’abos.
                          ,,Hm, wir, also die Ri’hannsu, haben ihnen Schauermärchen von Wesen mit abgerundeten Ohren erzählt. Sie sind mittlerweile ziemlich aggressiv gegen Individuen mit runden Ohren. Außerdem empfinden sie das als hässlich.“, erläuterte Worr. McCoy lehnte sich seufzend zurück und schloss die Augen. Er war so nah dran gewesen, endlich diese Ohren loszuwerden und dann! Kamen doch einfach diese Romulaner (Ri’hannsu, verbesserte er sich in Gedanken) und zerstörten seine Träume. Das Leben war so ungerecht.
                          Spock hob eine Braue. ,,Wie ist das Klima auf B’Tangu? Es ist ein Klasse M Planet, nehme ich an.“
                          Jackie nickte. ,,Ja, aber er ist sehr karg. Es gibt nur eine einzige große Stadt. Sie liegt in der Nähe des einzigen Flusses auf dieser Welt. Es gibt auch kaum Essbares, deshalb sind die Bewohner auf den Handel mit dem Romulanischen Reich angewiesen.“
                          ,,Mit was handeln sie denn?“, wollte Kirk wissen.
                          ,,Mit Rohstoffen, Edelmetallen, Kristallen und Diamanten. Das Gestein B’Tangus ist sehr ergiebig.“, antwortete G’abos und sah den Captain an. Jim spitzte die Lippen und dachte nach. ,,Hm...könnten wir uns beliebt machen, wenn wir Essbares mitbrächten?“
                          T’Jaca blickte kurz in die Luft, dann sah sie dem Captain in die Augen. ,,Das ist eine verdammt gute Idee, Captain Kirk! Natürlich haben wir sie auf unserer Seite, wenn wir ihnen etwas zu essen bringen.“
                          ,,Herrscht auf B’Tangu so etwas wie Gemeinschaftsarmut?“, wollte Hikaru erstaunt wissen. Jackie sah ihn an. ,,Ja, eigentlich schon. Die B’Tangu haben sehr wenig, aber sie wollen auch nicht mehr. Das einzige, was sie wollen, ist ihre Ruhe.“
                          ,,Und weißt du...äh, Entschuldigung, wissen Sie, was sie am liebsten essen?“ Sulus Ohren begannen rot anzulaufen. Dabei blieben die angeklebten Spitzen allerdings weiß. Die Romulanerin sah ihn noch intensiver an. ,,Naja, das klingt jetzt vielleicht etwas eigenartig, aber wir haben mal terranischen Apfelstr-stru-...naja, Apfelkuchen verkauft. Er war auf einem der Schiffe, das wir enterten, gelagert und wir wollten ihn nicht essen. Den B’Tangu hat er geschmeckt. Das könnten wir ihnen mitbringen.“
                          Jim drehte sich um und drückte auf den Interkomknopf. ,,Hier Scott.“, erklang die tiefe Stimme des Schotten ein wenig verzerrt aus dem Lautsprecher. ,,Hier Kirk. Scotty, glauben Sie, dass unsere Replikatoren etwa hm...zweihundertfünfzig Kilogramm Apfelstrudel erzeugen könnten?“
                          ,,Captain! Hat jemand Geburtstag, oder wollen Sie eine Hungersnot verhindern?“
                          ,,Weder noch. Wir wollen uns bei den B’Tangu beliebt machen.“
                          ,,Mit Apfelstrudel?!“ Scott, der unten im Maschinenraum vor einer Konsole stand, schüttelte ungläubig den Kopf. Was hatten diese Romulaner dem Captain da schon wieder aufgetischt?! Warum glaubte Kirk ihnen das? Scott seufzte. ,,Aye Captain. Wir können zweihundertfünfzig Kilogramm Apfelstrudel replizieren, wenn Sie darauf bestehen. Das würde etwa eine Stunde in Anspruch nehmen.“
                          ,,Gut.“ Kirk nickte zufrieden. ,,Dann beginnen Sie mit der Replikation eine Stunde bevor wir runterbeamen, damit der Kuchen noch warm ist.“
                          ,,Aye, Sir.“ Scotty schüttelte noch einmal den Kopf und deaktivierte das Interkom. ,,Verstehen Sie das?“, fragte er Chekov, der neben ihm stand.
                          ,,Nein.“, antwortete der Navigator. ,,Aber es erinnert mich an den Apfelstrudel meiner Großmutter. Wissen Sie eigentlich, dass Apfelstrudel eine russische Erfindung ist?“
                          ,,Ja, ja und meine Großmutter hat den Scotch erfunden.“, murmelte Scotty leise.

                          Im Konferenzraum hatten sich Kirk und die anderen auf die Zusammensetzung des Außenteams geeinigt. Diesmal würde es aus Spock, McCoy, T’Jaca, Sulu, Chekov, G’abos, Uhura und Kirk, trotz heftiger Einwürfe McCoys, bestehen.
                          ,,Das Team wird sich in zwei Gruppe teilen. Die erste besteht aus Dr. McCoy, Mr. Spock, T’Jaca und Mr. Sulu, die zweite aus G’abos, Chekov, Uhura und mir. Irgend welche Einwände?“, wandte sich der Captain an die anwesenden Offiziere. Diese bestätigten und Kirk informierte Chekov und Uhura über das Interkom.

                          ,,Verdammt, ich hasse diese Ohren jetzt schon!“, entfuhr es Pavel Chekov, der auf einem Operationstisch im Lazarett lag. ,,Kann ich Ihnen nicht verübeln, Pavel. Ich hasse sie auch. Sie krabbeln fürchterlich. Aber Sie schaffen das schon, glauben Sie mir.“ McCoy lächelte und gab Chekov ein Betäubungsmittel. Dann montierte er ihm spitze Ohren an. Schließlich wandte er sich Kirk zu. Auch der Captain benötigte romulanische Ohren, um nicht aufzufallen.

                          Etwa fünf Stunden vor Beginn der Außenmission gab Jim seinen Offizieren frei, damit sie sich vorbereiten konnten. Unbewusst schlug Sulu den Weg zum Botanikdeck ein.
                          Er durchquerte den Englischen Garten und blieb vor den Bonsaibäumen stehen. Traurig lächelnd betrachtete er den Baum seines Urgroßvaters. ,,Chichu, was soll ich machen? Ich hab noch eine Außenmission mit Jackie und wir sind im selben Team. Ich weiß nicht, ob ich das Ganze zurückhalten kann. Was soll ich nur machen?“
                          ,,Sie sollte vor allen Dinge ruhig bleiben, Hikaru.“ Pille hatte Sulus Gespräch mit dem Baum unbemerkt mitgehört. ,,Ich habe mir das schon lange gedacht, aber war mir nicht ganz sicher.“ Sulu sah den Doktor an. ,,Was soll ich machen?“, fragte er beinahe flehend.
                          ,,Ich weiß es nicht, Junge. Was sagt denn Jackie dazu?“
                          ,,Sie...sie glaubt nicht, dass es funktioniert.“, antwortete der Rudergänger leise. McCoy zuckte mit den Schultern. ,,Da hat sie wahrscheinlich recht. Schließlich ist sie Romulanerin und Sie sind ein Mensch.“
                          ,,Aber mit ihren Eltern ging es doch auch. Warum dann nicht mit uns?“ Sulu war verzweifelt. Er liebte diese Ri’hannsu, durfte es aber nicht zeigen. Leonard McCoy sah ihn mitfühlend an. ,,Wissen Sie eigentlich, dass auch Spock niemals eine Terranerin heiraten wird. Wenn er überhaupt heiratet, dann eine reinrassige Vulkanierin. Aber wahrscheinlicher ist, dass er ein Kohlinaruh wird und sich der gänzlichen Emotionslosigkeit verschreibt.“ McCoy setzte sich neben Sulu auf den Boden. ,,Genauso ist es mit T’Jaca.“, fuhr er fort. ,,Auch sie wird niemals einen Mensch heiraten, ganz einfach, um zu beweisen, dass sie intellektuell einem reinrassigen Romulaner in nichts nachsteht und sich ebenso mit einem Romulaner verbinden kann, wie andere romulanische Frauen auch. Spock und Jackie sind sich da sehr ähnlich. Beide haben sicherlich eine schreckliche Kindheit hinter sich, in der sie ständig geärgert wurden. Das wollen sie ihren Kindern nicht antun, denn in gewisser Weise hassen sie ihre eigenen Eltern für diese Kindheit. Sie dürfen Jackies Entscheidung nicht zu persönlich nehmen, Hikaru. Sie gehören einfach der falschen Rasse an.“ Leonard holte tief Luft und sah dem Lieutenant in die Augen. Sulu erwiderte diesen Blick und lächelte traurig. ,,Sollte ich es nicht trotzdem probieren, Doktor?“
                          ,,Natürlich, Sulu. Denn im Endeffekt könntet ihr beide glücklich sein. Aber wenn sie nein sagt, denken Sie an meine Worte. Sie gehören zur falschen Rasse.“ Dann stand McCoy auf und verließ das Botanikdeck. Er dachte an Spock und an das Innere des Vulkaniers. Leonard wusste, dass Spock sich nur nach außen so emotionslos gab, aber er hatte auch große Angst, dass sein vulkanischer Freund innerlich vertrocknen oder explodieren könnte, wenn er nicht bald mal aus sich heraus kam. Das war auch der Grund für McCoys ständige Sticheleien. Der Arzt wollte den Vulkanier retten, ihn davor bewahren, sich selbst zu zerstören.

                          Spock befand sich im Sportraum der Enterprise und übte sich in einer vulkanischen Sportart namens Asumi. Asumi war ein Kampfsport, der dem Karate oder Judo ähnelte, jedoch viel komplexer und schwieriger war. Mit höchster Konzentration arbeitete Spock sich durch das Aufwärmprogramm, um sich dann der einfachen Schönheit und Logik der Bewegung hinzugeben. So in sich selbst versunken bemerkte er nicht, dass T’Jaca ihn beobachtete. Die Romulanerin stand an der Tür und staunte über das Können des Vulkaniers. Doch dann drehte Spock sich um und sah sie an. ,,Ich habe bemerkt, dass Sie hier üben und wollte Ihnen zusehen.“, beantwortete Jackie die unausgesprochene Frage.
                          Spock hob eine Braue. ,,Wollen Sie es versuchen?“, fragte er. Die Romulanerin nickte und stellte sich Spock gegenüber. Dann legte sie ihren Hände auf Spocks Unterarme und ließ sich von ihm mitziehen. Schon nach kurzer Zeit erfasste sie das Bewegungsmuster und ging darin auf. Sie spürte die Elemente, die in ihrem Körper hin und her geschüttelt wurden, um sich dann neu zu ordnen.
                          Etwas später saßen Jackie und Spock zusammen an einem der Schachtische im Freizeitraum und spielten. Spock musste gestehen, dass die Romulanerin eine sehr gute Spielerin war, was aber nichts an seinem Sieg änderte. Chekov sah ihnen dabei über die Schulter und auch der Russe war von T’Jacas spielerischen Fähigkeiten beeindruckt.
                          ,,Ich muss noch einige Geräte prüfen, bevor wir uns auf die Außenmission begeben. Entschuldigen Sie mich.“, sagte Spock nach einiger Zeit, erhob sich und verließ das Freizeitdeck. Chekov ließ sich neben T’Jaca nieder. ,,Ihre Ohren gefallen mir, Mr. Chekov. Sie stehen Ihnen sehr gut.“, begann die Ri’hannsu.
                          ,,Ja, aber sie krabbeln fürchterlich. Wie halten Sie das nur aus?“, fragte Chekov beinahe verzweifelt. Die Vorstellung, die nächsten Tage so herumlaufen zu müssen, brachte ihn fast um. T’Jaca lachte. ,,Meine krabbeln nicht. Ich weiß nicht, woran es liegt.“ Traurig senkte Pavel den Kopf. Also war es nicht so, dass Romulaner ihr ganzes Leben lang unter diesem Gekrabbel litten, wie McCoy ihm gesagt hatte.
                          ,,Ach! Da sind Sie ja, Chekov.“, riss Jim Kirk den Navigator aus seinen traurigen Gedanken. Chekov sah auf. ,,Captain?“
                          Jim lächelte. ,,Ich wollte Ihnen nur sagen, dass Pille eine Salbe gegen das Krabbeln gefunden hat und Sie zur Krankenstation gehen sollen.“
                          ,,Captain! Ich danke Ihnen! Gott sei Dank. Wetten, dass ein Russe diese Creme erfunden hat?“ Dann stürmte Pavel zur Tür hinaus. Kirk sah ihm lachend nach. Er mochte den jungen Russen, auch wenn dieser einige Ecken und Kanten hatte, die ihm das Leben schwer machen konnten. Aber er war ein toller Kerl. Immer noch lächelnd drehte er sich zu T’Jaca, die ihn neugierig musterte. ,,Was ist denn? Warum sehen Sie mich so an?“
                          ,,Ich bin nur von der...hm...Gleichheit auf der Enterprise beeindruckt. Es ist hier so kameradschaftlich, das gibt es auf romulanische Schiffen nicht.“ Jackie sah dem Captain in die Augen. Dieser wusste absolut nicht, was er dazu sagen sollte. Diese Romulanerin hatte gerade die Föderation gelobt. Das war unfassbar. Dann lächelte er. ,,Naja, dieses Schiff und seine Crew sind ja auch etwas ganz besonderes.“
                          ,,Ihr Captain auch.“, sagte T’Jaca leise, erhob sich und verließ den Raum. Staunend sah Kirk ihr nach. Das war die unromulanischste Romulanerin, die ihm je begegnet ist. Wirklich eigenartig. Vielleicht gab es ja doch noch Hoffnung für dieses Volk und die Föderation.


                          ,,Die Ohren stehen dir, Pavel.“ Uhura lachte den Russen an.
                          ,,Ja, sie sind so...spitz und romulanisch.“, hakte Sulu nach.
                          ,,Warum ärgert ihr mich eigentlich immer. Kann ich etwas für diese Ohren. Gott, diese Dinger krabbeln fürchterlich. McCoys Salbe hilft gar nicht.“, beschwerte sich den junge Fähnrich lautstark.
                          ,,Was für eine Salbe?“, erkundigte sich Worr, der das Gespräch mitgehört hatte.
                          ,,Sie soll gegen das Krabbeln der Ohren helfen, unter dem wir alle leiden.“, erklärte Hikaru. ,,Aber sie hilft leider nicht.“
                          ,,Ihr tut mir leid.“, sagte G’abos.
                          ,,Auf euer Mitleid kann ich verzichten!“, rief Chekov erbost und verließ den Raum. Diese Romulaner waren wirklich das allerletzte! Verwirrt sah G’abos ihm nach. ,,Was habe ich denn gemacht?“, fragte er in die Runde. Als Antwort bekam er ein amüsiertes Kopfschütteln von Sulu und Uhura. ,,Typisch Pavel.“, murmelte Hikaru. Dann stand er auf und verließ den Raum ebenfalls.


                          T’Jaca saß auf ihrem Bett und dachte über Menschen und Romulaner nach, als es an der Tür klopfte. ,,Herein.“, murmelte sie und fragte sich, warum sie den Bewegungsmelder nicht gehört hatte.
                          Hikaru Sulu trat ein. Er sah so aus, als wüsste er nicht so genau, was er hier machte. Doch dann fasste er sich und blickte der Ri’hannsu in die Augen. ,,Jackie, wir müssen reden.“, begann er leise. ,,Ich...ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll, aber...bei deinen Eltern hat es auch funktioniert.“ Trotzig starrte Sulu auf den Boden. T’Jaca sah ihn irritiert an. Doch schließlich begriff sie, was der Rudergänger meinte. ,,Hikaru, wir sind nicht meine Eltern...und das ist auch gut so. Es geht nicht.“
                          ,,Warum nicht?!“
                          Gerade wollte die Romulanerin antworten, als das Interkom piepte. Kirks Stimme war zu hören. ,,An die Mitglieder des Außenteams. Bitte kommen Sie auf die Brücke, damit wir uns B’Tangu ansehen können. Wir beamen in zwanzig Minuten runter.“
                          Fast erleichtert atmete Jackie auf. ,,Los komm, Hikaru.“, rief sie und war zur Tür hinaus.

                          Zwei Minuten später war das Außenteam vollständig im Kontrollraum der Enterprise versammelt. Gemeinsam blickten sie auf einen blaugrünen Planeten hinab.
                          ,,Das ist B’Tangu.“, sagte Spock und hob einen Braue. ,,Faszinierend.
                          ,,Was soll denn da so faszinierend sein, Mr. Spock. Er sieht der Erde äußerst ähnlich.“ Chekov betrachtete den Planeten und konnte wirklich nichts außergewöhnliches finden.
                          ,,Das Faszinierende ist, dass die Kontinente blau und dieser eine Strom grün ist, Mr. Chekov."
                          ,,Na gut.“ Jim erhob sich und ging zum Turbolift. ,,Ich denke, wir machen uns auf den Weg. Je eher wir gehen, desto eher sind wir wieder zurück.“
                          ,,Außerdem wird sonst der Apfelstrudel kalt.“, fügte Scott hinzu.


                          Scott, Spock, McCoy, Uhura, Chekov, Sulu, G’abos, Worr und Kirk hatten sich im Transporterraum 2 eingefunden.
                          ,,Wir werden gleich in den Teams runterbeamen. Spock, Sie zuerst. Sie gehen auf die Nordseite des Flusses und wir auf die Südseite.“
                          ,,Klar, immer willst du die warme Seite. Typisch!“, murmelte McCoy.
                          Jim lächelte. ,,Stündlich Funkkontakt und sehen Sie zu, dass Sie Desarus schnell finden. Wenn eine Gruppe ihn entdeckt hat, beamen wir erstmal zur Enterprise zurück. Also dann, los geht’s.“
                          -> Logische Träume <-
                          \V/ Tai nasha no karosha!
                          KEEP ON TREKKING!!!!!!

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                          • #14
                            12. Kapitel


                            Spock blickte sich um. Das nördliche Flussufer war karg und unfruchtbar. Es gab weder Büsche noch Bäume, nur einige wenige Grasflecken. Der Fluss zu seiner Rechten war so breit, dass man das andere Ufer nicht erkennen konnte. Es war kalt und der Vulkanier fröstelte unwillkürlich.
                            Hinter ihm stand McCoy und schaute sich ebenfalls um. Der Doktor verzog das Gesicht und sah den Wissenschaftsoffizier an. ,,Spock, machen wir uns auf den Weg und suchen diesen Desarus. Ich will hier so schnell wie möglich wieder weg.“
                            ,,Ich bin ganz Ihrer Meinung, Doktor. Fangen wir an.“ Spock schaltete seinen Trikorder ein und fing an, die Gegend abzusuchen. Sulu hatte sein Gerät ebenfalls in der Hand und hielt ihn es die entgegengesetzte Richtung. T’Jaca blickte dem Lieutenant über die Schulter.
                            Schließlich hatte Spock einige romulanische Lebensformen lokalisiert und wies sein Team an, ihm zu folgen. Gemeinsam schritten sie auf eine flussabwärts gelegene Siedlung zu. In gebührendem Abstand machten sie halt. Spock drehte sich um und sagte: ,,Ich denke, wir sollten uns teilen. Doktor McCoy und ich durchsuchen das Süddorf und Sie, T’Jaca und Mr. Sulu nehmen das Norddorf. Wenn Desarus gefunden wurde, kein Risiko eingehen und sofort zur Enterprise hochbeamen. Von dort aus wird dann die andere Gruppe kontaktiert.“
                            ,,Aye, Sir.“, bestätigte Sulu und machte sich mit T’Jaca auf den Weg.
                            ,,Alle halbe Stunde Funkkontakt.“, rief Spock ihnen hinterher. Dann ging er mit McCoy ebenfalls auf das Dorf zu.


                            ,,Captain, ich weiß jetzt, in welche Richtung wir gehen müssen.“
                            ,,Gut, Mr. Chekov, dann wollen wir mal.“
                            Kirk und sein Trupp waren am Südufer materialisiert und begaben sich nun zu einer flussaufwärts gelegenen Siedlung. Dort hatten sie Romulaner lokalisiert und hofften, Desarus zu finden.
                            Nach ein paar Minuten hatten sie die Stadt erreicht. Vor dem Stadttor kauerte eine eisblaue Gestalt. Kirk erkannte sie als B’Tangu und ging auf sie zu. Dann bedeutete er G’abos mit ihr zu reden.
                            G’abos tippte den B’Tangu leicht an. Als dieser das Außenteam erblickte, wurde er schwarz. Kirk schreckte zurück. ,,Ist er wütend auf uns, oder was bedeutet diese Farbe?“
                            ,,Nein, Captain. Er hat Angst.“ Uhura beugte sich vor und strich dem B’Tangu über die Wange und hielt ihm ein Stück Apfelstrudel hin. Er lächelte scheu und wurde gelb. ,,Und was bedeutet das jetzt?“, fragte Kirk.
                            ,,Er ist unentschieden, ob er mit uns reden soll oder nicht, Sir.“
                            ,,G’abos, verstehen die B’Tangu Romulanisch?“ Jim sah den Ri’hannsu an. Dieser nickte und drehte sich um. ,,Wir suchen andere Fremde. Sie sehen aus wie wir, haben auch spitze Ohren. Hast du welche gesehen?“
                            Der B’Tangu griff nach dem Kuchen, schüttelte den Kopf und stand auf. ,,Wo will er denn hin?“, fragte Chekov.
                            ,,Er zeigt uns den Weg zu den Romulanern.“, antwortete G’abos verständnislos.
                            ,,Ja, aber er hat doch mit dem Kopf geschüttelt, als Sie ihn fragten.“
                            Der Romulaner lachte und erklärte Kirk und seinen Leuten, dass die Bedeutungen der Kopfzeichen auf diesem Planeten genau umgedreht waren.
                            Kirk und sein Team folgten dem B’Tangu in der Hoffnung, Desarus bald zu finden.


                            ,,Spock! Würden Sie freundlicherweise aufhören, so zu rasen! Wie wollen Sie Desarus finden, wenn Sie dermaßen durch das Dorf rennen?“ Wütend blieb McCoy stehen und stemmte die Hände in die Hüften. Spock hob eine Braue und drehte sich um. ,,Doktor. Im Gegensatz zu Ihnen kann ich die Gegend absuchen während ich ein gewisses Tempo laufe. Ich versuche lediglich, die Suchzeit abzukürzen, damit wir unseren Auftrag so schnell wie möglich beenden können.“
                            McCoy holte tief Luft und wollte gerade anfangen, Spock wild zu beschimpfen, doch dann brach er ab und sagte: ,,Spock, warum gucken uns diese B’Tangu so komisch an? Wollen die vielleicht etwas vom Apfelstrudel?“
                            Eine Gruppe schwer bewaffneter Ureinwohner hatte sich den beiden genähert. Spock hob eine Braue. ,,Ich glaube, wir sind bei Fanatikern gelandet, Doktor. Wir sollten uns ganz ruhig verhalten. Was immer auch passiert, sagen Sie kein Wort.“ Widerstandslos ließ der Vulkanier sich abführen und McCoy folgte seinem Beispiel.


                            Sulu und T’Jaca hatten auf der anderen Seite des Dorfes mit der Suche begonnen.
                            ,,Wo würdest du ihn vermuten, Jackie?“, fragte der Rudergänger. Die junge Ri’hannsu zuckte mit den Schultern. ,,Ich weiß es nicht, Hikaru. Auf alle Fälle nicht bei den Fanatikern, denn das wäre zu gefährlich.“
                            ,,Woran unterscheidet man die Fanatiker von den anderen?“ Sulu ließ seinen Blick durch die Gassen schweifen. Er wollten Desarus so schnell wie möglich finden. ,,Hm, das merkt man leider erst, wenn es schon zu spät ist. Wenn die Fanatiker jemanden sprechen hören, wird dieser sofort ins Gefängnis gebracht. Dort wird er dann zum Tode verurteilt. Man schneidet den Gefangenen die Zunge ab und lässt sie verbluten.“
                            Plötzlich wurden T’Jaca und Sulu von hinten gepackt und bewusstlos geschlagen.


                            ,,Können wir ihm wirklich trauen, Sir?“, fragte Chekov und deutete mit dem Daumen auf den B’Tangu. ,,Es bleibt uns nichts anderes übrig, Pavel.“, antwortete Kirk und wandte sich dann G’abos zu. ,,Sagen Sie, haben die B’Tangu eigentlich Namen?“ Der Ri’hannsu überlegte kurz. ,,Nein, nicht in unserem Sinne. Sie haben vielmehr Bezeichnungen. Sie werden nach dem Tag und dem Jahr ihrer Geburt benannt. Man ruft sich ja nicht auf B’Tangu, aber man muss trotzdem wissen, wen man vor sich hat. Es gibt allerdings keine Familiennamen.“ Uhura sah den Romulaner an. ,,Also heißen die B’Tangu: der, der am soundsovielten in jenem Jahr geboren wurde, richtig?“
                            ,,Exakt, Lieutenant Uhura.“, antwortete G’abos.
                            Auf einmal blieb der B’Tangu stehen, gestikulierte wild und wurde schwarz. G’abos blickte ihn aufmerksam an, nickte und drehte sich zu Kirk. ,,Er kann uns nicht weiterführen, weil er nicht in die Stadtmitte darf.“
                            ,,Warum darf er das denn nicht?“, fragte Chekov verwundert.
                            ,,Er hat geschrien und ist deshalb für vier Tage aus der Stadt verbannt worden. Jedenfalls... wir sollen zum Marktplatz gehen und uns dort aufhalten. Irgendwann im Laufe dieses Tages wird Desarus vielleicht dort erscheinen.“ G’abos nickte dem B’Tangu nochmals zu und dieser entfernte sich hastig.


                            McCoy wachte als erster auf. Er lag auf einem kalten Steinboden. Zuerst wollte er aufstehen, doch dann überlegte er es sich anders und blieb liegen. Er konnte so besser nachdenken als im Sitzen. Langsam fielen ihm die letzten Ereignisse wieder ein. Man hatte Spock und ihn gefangengenommen und sie zu einem Haus gebracht. Dort hatte man ihnen ein starkes Beruhigungsmittel gegeben, so dass sie bewusstlos wurden.
                            Neben McCoy begann Spock sich zu rühren. Vorsichtig bewegte der Vulkanier Arme und Beine, bis er sich schließlich aufsetzte. Leonard sah den Wissenschaftsoffizier der Enterprise an. ,,Spock, wissen Sie, wo wir sind?“
                            ,,Ich vermute, dass wir uns in einem Gefängnis der B’Tangu-Fanatiker befinden, Doktor.“
                            ,,Wissen Sie auch, was die mit uns vorhaben?“
                            ,,Wahrscheinlich werden sie uns hinrichten.“, antwortete Spock eiskalt. Gerade wollte McCoy ein Streitgespräch anfangen, ließ es dann aber sein, weil es wichtigeres gab. Stumm blickte er sich um. Sie waren in einen dunklen Keller gebracht worden. Es gab in diesem alten Gemäuer zwei Zellen, jede etwa zehn Quadratmeter groß. In der Mitte stand ein Altar, auf dem drei runde Steine lagen. Einer war blau, einer grün und einer orange.
                            ,,Spock, haben Sie eine Idee, wie wir hier wieder rauskommen?“ McCoy sah den Vulkanier hoffnungsvoll an. ,,Im Moment noch nicht, Doktor. Es scheint ein sehr sicheres Gefängnis zu sein, da uns niemand bewacht. Außerdem sehe ich keine Tür. Vielleicht kann man den Ausgang mit Hilfe dieser Kugeln da öffnen.“ Spock wies auf die runden Steine des Altars. Dann starrte er sie an und verfiel in Schweigen. McCoy war ebenfalls still, denn er wollte den Vulkanier nicht bei seinen Überlegungen stören. Wenigstens sind wir nicht verletzt, dachte er und suchte die Wände nach einer verborgenen Tür ab.


                            Nach einer halben Stunde hörten die beiden Gefangenen ein lautes Knarren. Die Decke öffnete sich und es wurde ein Käfig heruntergelassen. ,,Jackie!“, rief McCoy entsetzt. Die Romulanerin hob den Kopf und legte den Finger auf die Lippen. Außer T’Jaca und Sulu befand sich ein B’Tangu im Käfig. Er trug die beiden Neuankömmlinge in ihre Zelle, schloss ab und ließ sich wieder hochziehen.


                            ,,Uhura? Hat Spock sich inzwischen gemeldet?“, fragte Kirk, während er sich umsah.
                            ,,Nein. Tut mir leid, Sir. Aber es gibt immer noch keine Nachricht. Ich habe auch versucht, ihn zu erreichen, aber er gibt keine Antwort.“ Die Bantufrau blickte zum Stadttor, als könne sie den Vulkanier und sein Team dort entdecken. Kirk spitzte die Lippen und dachte nach. ,,Vielleicht sind sie Gefangene der Fanatiker.“
                            ,,Wir sollten hoffen, dass sie es nicht sind.“, warf G’abos ein. Chekov fuhr herum und kniff die Augen zusammen. ,,Wieso? Was tun die Fanatiker mit ihren Gefangenen?“
                            ,,Sie schneiden ihnen die Zunge ab und lassen sie verbluten.“
                            Kirk sah den Romulaner an. ,,Ist es wahrscheinlich, dass Desarus sich bei den Fanatikern aufhält, G’abos?“
                            ,,Nein, Captain. Aber es ist nicht auszuschließen. Deshalb haben wir nichts gegen Ihren Vorschlag, ein Team auf jede Flussseite zu schicken, gesagt. Vielleicht fühlt Desarus sich sicherer bei den Fanatikern. Er beherrscht die Zeichensprache vollkommen und diese Mönche der Stille, wie sie sich nennen, haben nichts gegen Extra-B’Tangu, sondern nur etwas gegen Sprechende. Allerdings nehme ich an, dass er hier ist, da uns der B’Tangu vom Stadttor gesagt hat, wir sollen hier warten.“
                            ,,Gut, dann warten wir hier auf Desarus.“ Dann nahm Kirk seinen Kommunikator. ,,Scotty?“
                            ,,Aye, Captain?“, erklang der tiefe Bass des Schotten.
                            ,,Scotty, scannen Sie nach Spock und seinem Team. Versuchen Sie, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Wir vermuten, dass sie gefangengenommen wurden.“
                            ,,Aye, Sir.“, bestätigte der Chefingenieur und unterbrach die Verbindung.
                            Kirk steckte seinen Kommunikator wieder ein und kratzte sich am Ohr. ,,Verdammt, die Wirkung von Pilles Salbe lässt nach. Hat jemand welche mit runter genommen?“
                            Sein Team verneinte und schweigend warteten sie auf Desarus.


                            ,,T’Jaca, waren Sie die ganze Zeit über wach?“, fragte Spock leise.
                            ,,Ja, war ich. Über diesem Keller befindet sich nur ein einziger Raum. Dort sitzen vier Wachen und ein Wa’lizy.“
                            McCoy holte tief Luft. Diese verdammte Sprache war genauso schlimm wie Romulanisch, Vulkanisch oder Ro’lazu. Es gab einfach kein Wort, das er aussprechen konnte. ,,Was sitzt da oben, außer den vier Wachen?“, fragte er gereizt.
                            T’Jaca lächelte. ,,Ein Hund, Pille. Ein riesiger Hund. Er ist etwa so groß wie die irdischen Doggen, aber sehr viel kräftiger und er hat zwei Zahnreihen.“
                            McCoy schluckte und schwieg. Wie sollten sie hier jemals wieder raus kommen? Hoffentlich fiel Spock bald etwas ein.

                            Auf der Enterprise saß Montgomery Scott im Sessel des Captains und schüttelte den Kopf. Er hasste diesen Posten. Der Schotte war Ingenieur mit ganzem Herzen und verabscheute die Verantwortung, die der Rang eines Captains mit sich brachte. Und jetzt waren auch noch Spock und die anderen verschwunden. ,,Sir! Wir haben sie!“, rief ein junger Fähnrich von der Navigationskonsole her. Scott hob den Kopf. ,,Wo sind sie, Evans?“
                            ,,Sie befinden sich in einem Haus, Commander.“
                            ,,Können wir sie da herausbeamen?“, fragte Scotty hastig. Wenn Spock erst mal zurück war, konnte der Chefingenieur wieder in seinen Maschinenraum gehen, wo er auch hingehörte. Scottys Meinung nach sollte ein Ingenieur niemals woanders, als im Maschinenraum, sein. ,,Naja, es existiert ein Kraftfeld. Wir könnten es umgehen, aber das wäre sehr riskant, Sir.“
                            Scott nickte dem Fähnrich zu und setzte sich mit Kirk in Verbindung.

                            ,,Scott sagt, dass sich Spock und sein Team in einem Haus aufhalten. Es ist von einem Kraftfeld umgeben, Sir.“ Uhura hatte Scottys Anruf beantwortet und erstattete Kirk nun Bericht. Der Captain schnaubte. ,,Und können wir sie da rausholen?“
                            ,,Mr. Scott sagt, dass es da gewisse Probleme geben könnte, Sir.“
                            ,,Gut, sagen Sie ihm, er soll alles in seiner Macht stehende versuchen, um Spock und sein Team zurückzuholen.“
                            ,,Aye, Sir.“

                            ,,Verdammt! Diese B’Tangu scheinen nicht viel von Bequemlichkeit zu halten!“ McCoy war gerade von einer der Schlafliegen auf den harten Boden gefallen. Spock hob missbilligend die rechte Braue. Dieser Doktor McCoy war einfach zu menschlich für ihn. T’Jaca grinste. ,,Ich denke, sobald Kirk und die anderen meinen Großvater gefunden haben, holen sie uns hier raus.“
                            ,,Woher willst du wissen, dass sie ihn finden, Jackie?“ Sulu saß auf dem Steinboden und sah die Ri’hannsu mutlos an. ,,Sie finden ihn.“, sagte T’Jaca bestimmt. Der Rudergänger seufzte und lehnte sich zurück. ,,Wir müssen selbst versuchen, hier rauszukommen. Irgendwie muss es doch gehen!“
                            ,,Ich bin Ihrer Meinung, Mr. Sulu. Wir sollten uns überlegen, wie wir schnellstmöglich flüchten können.“ Damit war für Spock die Diskussion beendet. Der Vulkanier zog sich in eine Ecke zurück und dachte über ihre derzeitige Situation nach. T’Jaca sah sich im Raum um. ,,Pille, Hikaru! Da sind sie!“, rief sie, als sie die runden Steine auf dem Altar entdeckte. McCoy starrte die Ri’hannsu an. ,,Was ist da, Jackie?“
                            ,,Na drei der elementarischen Kugeln! Warum habt ihr mir das nicht schon vorhin gesagt?“ T’Jaca zitterte am ganzen Leib. Wussten die B’Tangu, was sie hier aufbewahrten? Leonard sah sie verständnislos an. ,,Sie meinen, diese runden Steine da, das sind Ihre elemtarischen Kugeln?“
                            ,,Ja! Wir müssen sie mitnehmen, wenn wir fliehen. Unbedingt!“

                            ,,Da ist er!“, rief G’abos und deutete auf einen alten Romulaner, der gerade den Marktplatz überquerte. ,,Na gut, dann gehen wir hin und nehmen ihn mit auf die Enterprise.“, bestimmte Kirk und ging auf Desarus zu. Der Ri’hannsu erkannte den Captain als Mensch und wollte weglaufen, doch G’abos rief etwas auf romulanisch. Augenblicklich blieb Desarus stehen. ,,Was haben Sie zu ihm gesagt?“, fragte Chekov leise.
                            ,,Ich sagte, dass T’Jaca meine Meisterin ist und der Triumph nicht weit. Das ist die Losung.“
                            ,,G’abos! Was tun diese Menschen hier?“ Der Hüter der Kugeln kam dem Ri’hannsu entgegen. ,,Sie haben T’Jaca gefangengenommen-“
                            ,,Stimmt nicht! Wir haben sie gerettet!“, fiel ihm Chekov ins Wort.
                            ,,Sie haben sie gerettet und dann gefangengenommen und jetzt helfen sie uns, dich und die Kugeln zu finden.“
                            ,,Wer ist uns?“, fragte Desarus misstrauisch.
                            ,,T’Jaca, Worr und ich. Es ist eine lange Geschichte, Hüter. Jetzt sollten wir zurück auf die Enterprise.“
                            ,,Die Enterprise! Das stärkste Schiff der Föderation. Dann sind Sie Captain Kirk!“ Desarus schüttelte Jim die Hand und klopfte ihm auf die Schulter. Kirk starrte ihn fassungslos an. So etwas unromulanisches hatte er noch nie erlebt. Es existierte kein Romulaner, der sich freute, ihn zu sehen und so sollte das auch bleiben. Desarus‘ Augen blitzten. ,,Ich weiß, dass ich nicht romulanisch wirke, Captain. Aber in meiner Familie gab es einen Menschen und finde die irdischen Umgangsformen äußerst ansprechend. Sie basieren zwar nicht auf Ehre, aber man kann sie akzeptieren. Wo ist meine Enkeltochter?“
                            Jim räusperte sich. ,,Ähm...sie wurde von den Fanatikern gefangengenommen. T’Jaca sagte uns, dass es die oberste Priorität sein müsse, Sie zu finden. Deshalb werden wir uns erst, wenn wir wieder zurück auf der Enterprise sind, primär um sie kümmern.“ Als Kirk die Unruhe in Desarus‘ Augen sah, sprach er schnell weiter. ,,Allerdings läuft schon ein Rettungskommando vom Schiff aus. Wir wissen schon, wo sie sind und werden uns gleich um ihre Rettung kümmern. Jetzt sollten wir hochbeamen. Haben Sie alles?“ Der Ri’hannsu bejahte und das Außenteam beamte zurück auf die Enterprise.



                            ,,Jackie, wir müssen an diese Kugeln ran. Vielleicht helfen sie uns bei der Flucht.“ McCoy hatte versucht, den Altar zu erreichen, es aber nicht geschafft. Nun hoffte er, das die Romulanerin eine bessere Idee hatte. Doch T’Jaca schüttelte nur den Kopf. ,,Sie helfen nur, wenn sie vereint sind. Hier sind nur Ca’lureh, Ar’zamul und Os’dorah. Wir dürfen sie nur bei unserem Ausbruch nicht vergessen. Spock, haben Sie vielleicht eine Idee?“ Der Vulkanier schüttelte den Kopf. ,,Nein, ich habe alles durchdacht, aber Hilfe kann in diesem Fall nur von Außen kommen. Hoffen wir, dass der Captain herausgefunden hat, wo wir sind. Dann sitzen wir nicht mehr lange fest.“
                            Sulu nickte. ,,Stimmt. Wenn Captain Kirk weiß, wo wir sind, dann holt er uns so schnell wie möglich hier raus.“ T’Jaca wollte diese Hoffnung nicht zerstören, aber einer musste realistisch bleiben. ,,Und was ist, wenn er es nicht weiß?“ McCoy lächelte gütig und sah die junge Ri’hannsu an. ,,Sie kennen Jim nicht, Jackie. Glauben Sie mir, er weiß, wo wir sind.“ T’Jaca holte tief Luft, schwieg aber. Das Vertrauen, dass diese Crew ihrem Kommandanten entgegenbrachte, war wirklich einmalig und würde jeden Captain stolz machen. Jetzt hieß es also warten...


                            ,,Mr. Scott, irgend eine Nachricht von Spock?“ Kirk und sein Trupp hatten gerade die Brücke betreten. Chekov und Uhura nahmen ihre Plätze ein und Kirk setzte sich in seinen Sessel. G’abos, Desarus und Worr standen um ihn herum. Scott zuckte mit den Schultern. ,,Bis jetzt nicht, Sir. Ich vermute, dass sie keinen Kommunikator mehr haben. Aber wir haben an einer Stelle südlich des Landeplatzes ein vulkanisches, ein romulanisches und zwei terranische Lebenszeichen ausfindig gemacht.“
                            ,,Was haben Sie jetzt vor Captain?“, fragte Worr. Kirk spitzte die Lippen und dachte nach. Dann stand er auf und ging in Richtung Turbolift. ,,Alle Senioroffiziere und unsere Gäste in den Besprechungsraum, bitte.“


                            Desarus saß neben dem Captain und blickte in die Runde. ,,Bitte erzählen Sie mir, was Ihnen alles widerfahren ist, während der Suche.“ Kirk nickte Worr zu und der junge Ri’hannsu berichtete alle Ereignisse, die sich seit T’Jacas Rettung zugetragen hatten. Zufrieden lehnte Desarus sich zurück. ,,Ihr Menschen seid ehrenhafter, als ich dachte. Ich denke, mit eurer Hilfe wird es kein Problem sein, die Kugeln zu finden.“
                            ,,Gut, aber zuerst sollten wir Spock und die anderen retten.“, sagte Kirk. ,,Hat jemand eine Idee?“
                            Scott räusperte sich. ,,Spock, McCoy und die anderen befinden sich in einem Steinkeller unter einem Haus, dass von einem simplen Kraftfeld umgeben ist. Leider ist es nicht primitiv genug, um hindurchzubeamen.“ Chekov starrte eine Weile in die Luft. Dann blickte er dem Captain direkt in die Augen. ,,Und wenn wir uns durchgraben?“, fragte er völlig ernst. Kirk verzog den Mund. ,,Wie meinen Sie das, Pavel?“
                            ,,Wir könnten uns doch bis zum Steinkeller graben, dann ein Loch sprengen, Sulu und die anderen rausholen und verschwinden.“
                            ,,Der Junge hat Recht, Sir. Das könnte klappen.“ Scott war mit diesem Vorschlag sehr zufrieden. Kirk war noch skeptisch. ,,Wieviel Zeit würde diese Aktion in Anspruch nehmen, Scotty?“
                            ,,So etwa drei Stunden. Der Keller ist ziemlich tief, Sir.“
                            ,,Haben wir soviel Zeit?“, fragte Jim an die Romulaner gewandt. Desarus legte den Kopf schief, eine Eigenart, die Uhura sehr an T’Jaca erinnerte. Dann sagte der Hüter der Kugeln. ,,Wenn Sie keinen Lärm machen und es in der Nacht, zwischen zwei und fünf Uhr, geschieht, dann gibt es wahrscheinlich kaum Probleme.“
                            ,,Warum nicht?“, fragte Scotty interessiert.
                            ,,Während dieser Zeit verharren die Fanatiker in vollkommener Bewegungslosigkeit. Sie tun das, um auch ihren Körper die Stille zu lehren.“
                            Kirk blickte prüfend in die Runde. ,,Gut, es wird verdammt knapp. Dort unten ist es jetzt 19.30 Uhr. Das heißt, wir haben noch sechs Stunden Zeit für die Vorbereitungen. Mr. Scott, Sie leiten das Unternehmen. Suche Sie sich Ihre Leute zusammen.“ Kirks Befehle wurden bestätigt und die Crew ging an die Arbeit. Desarus sah den Captain an. ,,Und was sollen wir machen?“
                            ,,Wir unterhalten uns jetzt mal über die Kugeln.“, sagte Kirk. ,,Wo sind sie?“ Desarus zuckte mit den Schultern. ,,Ich weiß es nicht. Alles, was ich habe, ist ein Rätsel, aber das...das kann ich nicht lösen.“ Es war eindeutig, dass Desarus dieses Geständnis nicht gerade glücklich machte, doch Kirk freute es noch weniger. ,,Aber Sie sind doch so gut im Rätselstellen. Warum können Sie dann nicht auch eins lösen?“
                            ,,Zuerst einmal ist es in einer uralten Sprache geschrieben. Altvulkanisch und das kann ich nicht. Ich ließ es mir übersetzen, aber es ergibt keinen Sinn.“
                            ,,Darf ich es einmal sehen?“, fragte Kirk. Er wollte dieses Rätsel so schnell wie möglich lösen und dann verschwinden. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis die ersten Romulaner hier auftauchten. Desarus zog ein zerknittertes Blatt Papier aus der Tasche und legte es auf den Tisch. Jim beugte sich darüber.

                            Ein Fluss strömt durch das Land, teilt es in zwei Welten.
                            Beide sind still, das einzige, was zu hören ist, sind die Brote.
                            In Blaru findest du die vorletzten Zeichen eines Herrschers:
                            Den Mut, den Willen und die Weisheit.
                            In Ivunu dagegen leben Vernunft, Gefangenschaft und Stärke.
                            Aber das benötigt ein Herrscher nicht so sehr.
                            Treffen sich alle in der Mitte, können sie die Brote hören.
                            Die Stimmen bringen das Gewicht der Großen zum vergammeln.

                            ,,Aha.“, sagte Jim und sah Desarus zweifelnd an. Der Ri’hannsu hob die Schultern und blickte auf das Blatt. ,,Ich weiß es leider auch nicht, Captain. Es wurde von einem klingonischen Sprachgenie übersetzt.“
                            ,,Die Klingonen beschäftigen sich mit Altvulkanisch?“ Kirk räusperte sich überrascht.
                            ,,Nicht genug, wie mir scheint, aber im Imperium der Romulaner konnte ich mich an keinen wenden. Sie können sich also auch keinen Reim darauf machen?“ Desarus seufzte und wollte aufstehen. Jim hielt ihn zurück. ,,Vielleicht kann Spock es richtig übersetzen. Haben Sie noch das Original?“
                            ,,Ja, aber kann Ihr Computer das nicht auch?“, fragte Desarus verwundert. Kirk schüttelte den Kopf. ,,Nein, der übersetzt nur gesprochene Sprachen und Altvulkanisch brauchen wir heute eigentlich nicht mehr. Außerdem ist es angeblich zu komplex für die Sprachprozessoren.“ In diesem Moment piepte das Interkom. Kirk drückte einen Knopf. ,,Ja?“, fragte er.
                            ,,Captain, hier Scott. Ich wollte nur die Bestätigung meines Außenteams, Sir.“
                            ,,Wen wollen Sie denn mitnehmen, Scotty?“
                            ,,Chekov, Lovell und Farmer.“
                            ,,Ist genehmigt, Mr. Scott.“ Jim deaktivierte das Interkom und wandte sich Desarus zu. ,,Wir werden auf Spocks Rückkehr warten. Er kann das bestimmt übersetzen und dann sehen wir weiter. Fähnrich DeLuas wird Ihnen Ihr Quartier zeigen, Desarus. Ich lasse Sie benachrichtigen, sobald das Rettungsteam Erfolg hat.“ Jim erhob sich, winkte DeLuas zu und verließ den Raum.

                            T’Jaca starrte die Kugeln an. Endlich! Sie hatten sie gefunden. Jetzt fehlten nur noch vier und dann war das Imperium gerettet. Es war ganz still im Gefangenenkeller, ab und zu hörte man ein Schnarchen von McCoy. Hikaru Sulu lag neben ihr und murmelte im Schlaf vor sich hin. Die Romulanerin strich ihm über die Stirn und fuhr durch sein Haar. Jackie lächelte leicht, als sie an das Botanikdeck der Enterprise dachte. Bald würde sie wieder auf dem Schiff sein. Dann wäre ihr Großvater auch dort und gemeinsam könnten sie das Reich retten. ,,Spock?“, fragte sie ins Dunkle.
                            ,,Ja.“, kam es zurück. T’Jaca grinste. Dieser Vulkanier schien niemals zu schlafen.
                            ,,Warum schlafen Sie nicht? Ich denke, Sie könnten es gebrauchen. Sie haben seit 36 Stunden nicht mehr geschlafen.“ Die Ri’hannsu spielte mit einem Steinchen herum. Sie warf es an die Wand und versuchte es wieder aufzufangen. Irgend etwas musste sie ja gegen die Langeweile tun. Spock setzte sich auf und starrte auf den Boden. ,,Dasselbe könnte ich Sie fragen, T’Jaca. Warum schlafen Sie nicht?“
                            ,,Ich habe vorhin geschlafen für zwei Stunden. Dann begann McCoy zu schnarchen und ich wachte auf.“
                            Spock nickte. ,,Ja, das ist eine der weniger positiven Eigenschaften der Menschen.“ Er war froh, das Gespräch in eine andere Richtung lenken zu können. Der Vulkanier wollte nicht über sein Verhalten reden. Aber T’Jaca ließ nicht locker. ,,Sie sollten schlafen, Spock. Etwas Ruhe wird Sie nicht umbringen.“
                            ,,Ich kann sehr gut selbst entscheiden, wann ich Ruhe brauche und wann nicht.“, erwiderte Spock gereizt. Dann merkte er, dass die Romulanerin ihn aus der Reserve gelockt hatte und die menschliche Seite in seinem Inneren begann, lautlos zu fluchen. T’Jaca wusste, dass sie einen kleinen Sieg errungen hatte. ,,Seien Sie nicht vulkanischer als die Vulkanier, Spock. Es ist unlogisch, jetzt nicht etwas zu ruhen. Ich sagte Ihnen doch, das die Rettungsaktion frühesten um zwei Uhr morgens beginnt, weil es sonst zu gefährlich ist. Bis dahin haben wir noch drei Stunden Zeit.“ Spock hob resignierend eine Augenbraue und blickte zu McCoy. Der Doktor schlief immer noch, hatte also nichts von seiner Niederlage mitbekommen. Unter diesen Umständen konnte der Vulkanier es sich leisten, für ein paar Minuten die Augen zu schließen.


                            ,,Farmer, haben Sie die Bohrköpfe?“ Scotty sah von den Kontrollen des Transporters auf. Lieutenant Angela Farmer nahm Haltung an. ,,Ja, Sir. Sie sind mit im Transportcontainer. Lovell holt noch die Phaser und Pavel, äh... Mr. Chekov ist im Lazarett auf der Suche nach dieser Salbe, die McCoy erfunden hat.“ Scott grinste. ,,Die hab ich alle gemacht.“
                            Erst jetzt fiel Farmer auf, dass auch Commander Scott spitze Ohren hatte. Er war ja beim ersten Teil des Einsatzes dabeigewesen. In diesem Moment kamen Lovell und Chekov hereingestürmt. Pavel kratzte sich an seinen Ohren und sah Scott an. ,,Wie schaffen Sie es nur, mit diesen Ohren nicht verrückt zu werden, Mr. Scott.“
                            ,,Ich hab die Salbe genommen.“, sagte Scotty unschuldig.
                            ,,Ja!“, rief Chekov. ,,Wo ist sie?“
                            ,,Sie ist alle, Pavel. Tut mir wirklich leid. Aber bei diesem Gekrabbel ist sich jeder selbst der Nächste.“
                            Dann stellte sich das Rettungsteam auf die Transporterplattform und beamte auf den Planeten. Es war fünf vor zwei auf dem Planeten und ab jetzt hatten sie drei Stunden Zeit, um Spock und die anderen aus dem Keller rauszuholen.
                            Während Lovell und Farmer Wache schoben, bauten Scotty und Chekov den Bohrer auf. Um sie herum herrschte eine entsetzliche Stille. Das einzige, was sie hören konnten, war das Rauschen des Flusses, der die beiden Welten B’Tangus voneinander trennte.

                            ,,Spock! Spock, wachen Sie auf! Hören Sie das auch?“ T’Jaca hatte dem Vulkanier versprochen, ihn sofort zu wecken, wenn etwas ungewöhnliches geschah. Nun hatte sie ein eigenartiges Geräusch vernommen, das sie nirgendwo einordnen konnte. Spock setzte sich auf und lauschte. ,,Das ist ein Bohrer von der Enterprise.“, sagte er mit ruhiger Stimme.
                            ,,Das heißt, sie holen uns endlich.“ McCoy war ebenfalls aufgewacht und grinste übers ganze Gesicht. T’Jaca blickte verständnislos ins Dunkle. ,,Woher wollt ihr das wissen?“
                            ,,Die Bohrer eines jeden Raumschiffs der Sternenflotte haben einen bestimmten Bohrtakt. Ich bin mit dem Takt der Enterprise vertraut, weil wir schon einmal auf diese Weise gerettet worden sind.“, erklärte Spock. Nun hieß es abwarten. Dem Geräusch zufolge war das Rettungsteam noch weit entfernt.

                            Jim Kirk lag auf seinem Bett und starrte an die Decke. Dieses Rätsel war einfach nur völliger Unsinn. Wieso sollten sie Brote hören können?! Hoffentlich konnte Spock Licht in die Sache bringen. Auf einmal spürte er eine starke Erschütterung. Sofort rollte er sich vom Bett und sprintete zum Kontrollraum.

                            ,,Bericht!“, rief der Captain, als er die Brücke betrat.
                            ,,Wir wurden angegriffen, konnten aber noch rechtzeitig die Schilde aktivieren, Sir. Keine Schäden.“, meldete Lieutenant Uhura.
                            ,,Wer hat uns denn angegriffen?“, fragte Kirk und blickte auf den Hauptschirm, der nur das All zeigte. ,,Wahrscheinlich ein romulanisches Schiff. Es schoss und tarnte sich danach sofort wieder. Deshalb sind wir uns nicht ganz sicher, Captain.“
                            ,,Na gut. Alarmstufe Gelb, Lieutenant. Verstärkte Sensorenüberwachung des Hecks.“
                            ,,Aye, Sir.“
                            Jim saß in seinem Sessel und spitzte die Lippen. Die Romulaner hatten ihnen jetzt gerade noch gefehlt. Als ob sie nicht schon genug eigene Probleme hatten! ,,Nehmen Sie Verbindung mit dem Bodenteam auf, Uhura. Erläutern sie unsere Situation.“

                            ,,Commander Scott?“ Farmer hatte den Funkspruch entgegengenommen und brachte den Leiter des Teams auf den neusten Stand. ,,Verdammt!, entfuhr es Scott. ,,Aber wir können nicht schneller machen. Der Lärmpegel würde uns verraten. Pavel, wie weit sind wir?“
                            ,,Noch etwa fünfzehn Minuten, Mr. Scott.“, antwortete der Russe mit einem fürchterlich Starken russischem Akzent. ,,Wenn wir den Bohrkopf noch wechseln müssen, kostet uns das zehn Minuten extra, Sir.“
                            ,,Na, dann schaffen wir es eben mit nur einem Bohrkopf.“, sagte Scott grimmig.

                            ,,Sie sind schon ziemlich nahe.“, sagte T’Jaca.
                            ,,Ja, ich kann sie jetzt auch hören.“, stimmte Sulu ihr zu. McCoy kratzte sich an den Ohren und murmelte. ,,Hoffentlich wachen unsere Wächter nicht zu früh aus ihrer Trance auf. Die haben doch bestimmt eine Sondergenehmigung zum Reden, während der allgemeinen Stilleperiode, oder?“
                            ,,Das wäre nur logisch, Doktor.“, erwiderte Spock nachdenklich. ,,Glauben Sie, die Kugeln liegen nur auf diesem Altar, oder sind sie fest?“, fragte er in T’Jacas Richtung. Die Ri’hannsu hob eine Braue. ,,Die elementarischen Kugeln haben keinen Nutzen für die B’Tangu. Es gibt auch niemanden, der an sie glaubt. Nicht einmal die Ri’hannsu glauben an die Kugeln, weil sie seit drei Generationen nicht mehr benutzt worden sind.“
                            McCoy blickte erstaunt in Jackies Richtung. ,,Nach nur dreihundert Jahren vergessen die Romulaner so etwas wie diese Kugeln?“
                            ,,Naja. Ich habe eigentlich von drei romulanischen Generationen gesprochen. Das wären dann etwa 750 Jahre.“, erwiderte T’Jaca lächelnd. McCoy schnaubte resignierend und lauschte dem Knarren des Bohrers.

                            ,,Dieser verdammte Bohrkopf!“, fluchte Scotty. ,,Wir müssen ihn wechseln. Es hat keinen Sinn, Pavel.“ In einer Rekordzeit von siebeneinhalb Minuten montierten sie den defekten Bohrkopf ab und einen neuen dran. Dann bohrten sie sich durch das letzte Stück. Als sie auf Stein stießen, deaktivierten sie den Bohrer und stiegen in das Loch. Chekov löste Lovell bei der Wache ab. Lieutenant Lovell war Spezialist für Sprengstoffe. Sie benötigten einen sehr leisen, aber trotzdem explosiven Stoff. Glücklicherweise mussten sie sich nur durch Stein bomben.

                            ,,Was war das?“ Einer der Wächter hatte seine Stillephase unterbrochen und weckte die anderen Wachen auf. Er hatte eine Erschütterung vernommen und der Wa’lizy gab drohende Geräusche von sich. Aus dem Gefangenenraum waren Stimmen zu hören.
                            ,,Da seid ihr ja endlich!“, rief McCoy glücklich. Scotty hatte ihre Zellen geöffnet und nun machten sie sich daran, die Kugeln abzumontieren. Sie waren leider doch fest, schienen aber keine besondere Funktion zu erfüllen. Da flog die Falltür von oben auf und die Wächter sprangen in den Raum. Lovell erledigte einen mit dem Phaser, wurde jedoch von einem Giftpfeil getroffen. Von oben hörten sie wütendes Gebell. ,,Der Wa’lizy!“, schrie Jackie panisch. ,,Der was?!“, fragte Scott zurück.
                            ,,Es ist ein Bluthund. Ein sehr großer Bluthund, Mr. Scott.“, erwiderte Spock vollkommen ruhig. Ihm schien diese Situation nichts auszumachen. Zwei der Kugeln hatten sich schon gelöst und Spock hatte soeben die dritte abmontiert. ,,Weg hier!“, rief Sulu und schob T’Jaca durch das Sprengloch. Die Wachen folgten den Außenweltlern, die sich so schnell wie möglich aus dem Staub machten. Chekov hatte den Wa’lizy mit seinem Phaser erledigt, aber seine Hand blutete. Im Moment schien das aber niemanden zu stören. Im Rennen aktivierte Scott seinen Kommunikator. ,,Enterprise! Beamt uns hoch! Schnell!“
                            ,,Scotty, wir müssen die Schilde aufrecht halten. Gibt es für euch eine Alternative zum Hochbeamen?“ Kirks Stimme erklang aus dem Komm-Gerät.
                            ,,Nein, Sir.“, keuchte Scotty als Antwort.

                            ,,Na gut.“, seufzte Kirk und wandte sich an den Lieutenant an der technischen Station. ,,Schilde ausschalten, hochbeamen, wieder einschalten.“
                            ,,Aye, Sir.“, bestätigte der Ingenieur und machte sich an die Arbeit.

                            McCoy stolperte und fiel. Schon sah er den B’Tangu über sich, die Waffe auf ihn gerichtet. Doch dann fühlte er den Beameffekt und stöhnte erleichtert auf. Noch nie, nie in seinem ganzen Leben war er so glücklich gewesen, weggebeamt zu werden.
                            -> Logische Träume <-
                            \V/ Tai nasha no karosha!
                            KEEP ON TREKKING!!!!!!

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                              13. Kapitel


                              ,,Pille! Ist alles in Ordnung?!“ Ganz weit entfernt war Jims Stimme zu hören. McCoy öffnete die Augen, stöhnte erleichtert auf und fiel in Ohnmacht. Von seiner Stirn tropfte Blut. Der B’Tangu hatte es doch geschafft, ihn in allerletzte Sekunde noch zu verletzen. Worr drängelte sich vor und betrachtete die Wunde. ,,Ein Giftpfeil.“ Dann drehte er sich zu Kirk um. ,,Ich kann ihn retten, aber sie müssen mir vertrauen, Kirk.“
                              Jim sah dem Romulaner in die Augen. Vor langer Zeit hatte er sich einmal geschworen, nie einem Romulaner zu vertrauen. Sollte er diesen Schwur brechen? Vielleicht konnte M’Benga dem Arzt auch helfen. Nein, das war zu unsicher. Schweren Herzens gab Jim Worr die Erlaubnis, die im Lazarett befindlichen Geräte zu nutzen, um seinen alten Freund zu retten. Dann wandte er sich an Spock. ,,Bericht.“, sagte er knapp.
                              ,,Wir wurden gefangengenommen und saßen in einem Keller aus Stein. Mr. Scott und sein Team befreiten uns und dann kam es zu einem Kampf. Wir konnten fliehen, aber Doktor McCoy stolperte und wurde offensichtlich am Kopf verletzt.“
                              ,,Außerdem haben wir noch irgendwelche Steine mitgenommen. Deshalb hatten wir auch keinen Vorsprung vor diesen B’Tangu.“, fügte Scott hinzu. Desarus hatte bis jetzt stumm zugehört, doch jetzt funkelten seine Augen. ,,Steine. Jackie, Liebes. Sind sie es?“
                              ,,Ja, Großvater.“, flüsterte T’Jaca und fiel dem alten Romulaner um den Hals. Endlich hatte sie ihn gefunden und dazu noch drei der elementarischen Kugeln. Sulu grinste glücklich, als er von der Transporterplattform stieg. Jetzt würden sie endlich die anderen Kugeln finden und dann konnten sie von hier verschwinden. Jim Kirk sah das Team an und spitzte die Lippen. ,,Ich würde Ihnen ja gern frei geben, aber im Moment müssen wir ein Rätsel lösen und dazu brauchen wir alle verfügbaren Kräfte. Deshalb möchte ich Sie in den Besprechungsraum bitten.

                              ,,Mr. Spock, dieses Rätsel wurde von einem Klingonen übersetzt, ergibt aber absolut keinen Sinn. Hier ist das Original. Wenn Sie es bitte noch einmal übersetzen würden.“, sagte Desarus und gab dem Vulkanier ein gelbes Blatt Papier. Spock beugte sich darüber und begann zu lesen. ,,Eine sehr alte Form von Transvulkanisch.“, bemerkte er.
                              ,,Was ist Transvulkanisch?“, wollte Chekov wissen. Uhura blickte fragend in Spocks Richtung. Der Vulkanier nickte ihr zu. ,,Transvulkanisch,“, begann sie. ,,ist eine sehr alte Form der heutigen Sprache. Sie wurde von den Vulkaniern gesprochen, die damals zu Suraks Zeiten den Planeten verließen.“
                              ,,Warum sollte sich ein Klingone mit dieser Sprache beschäftigen.“ Sulu konnte sich darauf keinen Reim machen. Desarus ging es nicht anders. ,,Das habe ich mich damals auch gefragt, Mr. Sulu. Aber in der Not, nimmt ein Bettler auch Silber anstatt Gold, wie man auf Ro’lazu sagt. Ich konnte niemanden von den Romulanern fragen, das wäre zu gefährlich gewesen und zu Vulkaniern hatte ich keinen Kontakt.“
                              ,,Nun, gut.“, sagte Kirk. ,,Spock, können Sie es lesen?“
                              ,,Ja, ich denke schon Captain, aber es wird eine Weile dauern.“, erwiderte der Vulkanier. Kirk nickte und Spock wandte sich einem der Bibliothekscomputer zu. Jim stand auf. ,,Sie alle haben jetzt eine halbe Stunde frei. Dann treffen wir uns wieder hier.“ Dann verließ er den Raum und ging in Richtung Krankenstation.

                              ,,Jackie, das ist ja wunderschön!“ T’Jaca hatte Desarus zum Botanikdeck geführt. Gerade betrachteten sie die Narzissen. ,,Komm mit.“, rief die junge Ri’hannsu glücklich und zog ihren Großvater durch den englischen Garten. Vor den Bonsaibäumen blieb sie stehen. ,,Was glaubst du, wie alt diese Bäume sind, Großvater?“, fragte sie mit blitzenden Augen. Desarus betrachtete die Bäumchen aufmerksam und legte den Kopf schief. ,,So etwa sieben Jahre würde ich sagen.“
                              T’Jaca lachte. ,,Der hier ist hundert Jahre alt und der dort etwa fünfzig.“
                              ,,Was?!“ Verblüfft starrte Desarus die Bäume an. ,,Wieso sind die so klein?“
                              ,,Die Menschen schneiden ihre Äste so, dass sie ganz verkrüppelt wachsen, weißt du. Der hier hat sogar einen Namen. Er heißt Chichu.“
                              ,,Bei den Elementen! Sie geben ihren Bäumen Namen. Diese Menschen sind verrückt!“ Der alte Romulaner schüttelte den Kopf. So etwas hatte er noch nicht gehört. Beschnittene Bäume mit Namen! T’Jaca zuckte fröhlich mit den Schultern. ,,Ich finde es interessant. Irgendwie ist es mal etwas ganz anderes, findest du nicht?“, sagte sie leise. Lächelnd drehte sich Desarus um und strich seiner Enkeltochter über die Wange. ,,Wie heißt er, Kleines?“, fragte er.
                              ,,Hikaru Sulu.“, antwortete T’Jaca mit gesenktem Kopf. Desarus nahm sie in die Arme und streichelte ihren Kopf. ,,Es ist nicht schlimm, aber es wird nicht funktionieren. Du bist anders.“
                              ,,Aber bei meiner Mutter hat es doch auch geklappt!“, erwiderte die Ri’hannsu trotzig. Desarus lächelte. ,,Sie war auch eine vollblütige Ri’hannsu. Du weißt, was ich meine, T’Jaca. Du weißt, dass es nicht gehen kann, weil du zu viel zu beweisen hast. Das ist das Los aller Mischlinge. Auch dieser Mr. Spock hat das Problem. Ihr seid anders und müsst beweisen, dass ihr genauso gut wie jeder andere Ri’hannsu oder Vulkanier seid. Ihr müsst es nicht uns beweisen sondern euch selbst. Manchmal müssen andere Personen, wie der Captain oder Hikaru, darunter leiden. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Du musst allerdings selbst wissen, was du willst. Ich kann dir nur raten, nicht befehlen.“

                              ,,Pille, wie geht es dir?“ Jim hatte sich über das Bett gebeugt und starrte den Doktor an. McCoy war blass und hatte den Kopf verbunden. Anscheinend war die Operation gut verlaufen, denn Worr war äußerst zufrieden mit seinem Werk. Leonard schlug die Augen auf und stöhnte. ,,Da hab ich gehofft, von schönen jungen Krankenschwestern umgeben zu sein und was sehe ich? Dich! Was ist denn passiert.“
                              Jim lachte erleichtert. Es ging seinem alten Freund wohl ziemlich gut, denn er war schon wieder relativ fies. ,,Du wurdest von einem Giftpfeil getroffen und Worr hat dich operiert. Spock übersetzt gerade das Rätsel, das uns zu den Kugeln führt. Alle vom Außenteam und vom Rettungsteam sind heil zurück und Desarus haben wir auch gefunden.“
                              McCoy schüttelte den Kopf, bereute das aber sofort. ,,Das klingt zu gut. Wo ist der Haken?“, fragte er mit zusammengebissenen Zähnen. Jim seufzte. ,,Wir haben drei romulanische Kreuzer ausgemacht, alle verdammt schwer bewaffnet und mit Tarnvorkehrung ausgestattet.“
                              ,,Na dann viel Spaß, Jim.“, murmelte der Arzt und schlief wieder ein.

                              ,,Gut, Spock, was haben Sie herausgefunden?“ Die Senioroffiziere und romulanischen Gäste der Enterprise hatte sich wieder im Besprechungsraum eingefunden. Jim sah Spock fragend an. Der Vulkanier gab allen einen Computerausdruck. ,,Es ist mir gelungen, das Rätsel zu übersetzen. Allerdings kann ich es nicht lösen.“
                              Ein Fluss fließt durch das Land, teilt es in zwei Welten
                              Beide sind still, man hört nur die Sudu singen
                              In Blaru findest du die ersten drei Eigenschaften eines guten Herrschers
                              Den Willen, die Weisheit und den Mut
                              Sie sind in der ewigen Stille begraben
                              In Ivunu dagegen existieren Vernunft, Freiheit und Stärke
                              Auch das benötigt ein Herrscher, um sein Volk zu führen
                              Sie alle sind in Stein gehauen
                              Treffen sich alle in der Mitte, können sie die Sudu singen hören
                              Die Einheit der Stimmen bringt die Macht der Großen zum Erstarren
                              ,,Gut, Desarus, können Sie etwas damit anfangen?“, fragte Jim Kirk und sah den Romulaner an. Der Romulaner legte den Kopf schief und dachte nach. Sulu musste lächeln. Daher hatte Jackie also diese Angewohnheit. ,,Die ersten drei Kugeln befanden sich auf der Nordseite und waren Schmuck eines Steinaltars. Dieser Altar ist das Herrschaftszeichen der Fanatiker. Hmmm, dann sind die anderen drei Kugeln auf der Südseite.“
                              ,,Also bedeuten Blaru und Ivunu Süden und Norden?“, fragte Chekov. Desarus nickte und blickte wieder auf das Blatt. ,,Aber das mit den Sudu ergibt keinen Sinn. Mr. Spock, warum haben Sie dieses Wort nicht übersetzt?“
                              ,,Sudu ist kein Wort vulkanischem Ursprungs, Desarus. Ich vermute, es kommt von B’Tangu. Haben die B’Tangu eine geschriebene Sprache?“
                              ,,Ja, aber ich kann sie nicht lesen, weil sie keiner mehr benötigt.“
                              Auf einmal lachte T’Jaca. Verwirrt blickte Kirk sie an. ,,Was ist daran so lustig?“, wollte wissen. ,,Der Schrein der ewigen Stille! Dort sind die drei Kugeln versteckt! Wir müssen ihn öffnen.“, rief sie. Worr und G’abos schreckten zurück.
                              ,,Niemand hat diesen Stein jemals geöffnet. Es heißt, wenn man das täte, käme ein Monster, das einen bis ans Ende seiner Tage verfolgen würde.“, sagte G’abos mit zitternder Stimme.
                              ,,Ja, aber dort sind die Kugeln.“, rechtfertigte sich T’Jaca unsicher. Sie blickte ihren Großvater fragend an. Dieser nickte ernst. ,,Ja, wir müssen ihn öffnen. Aber ich verlange nicht, dass Sie mitkommen, G’abos und Worr. Sie haben schon genug getan.“
                              ,,Treffen sich alle in der Mitte.“, murmelte Sulu vor sich hin. ,,Vielleicht meinen sie den Fluss. Er liegt doch in der Mitte, oder?“
                              ,,Ja, das ist gut!, rief Desarus. ,,Warten Sie mal, aber nein, das ist eine Legende. Das kann nicht sein!"
                              ,,Was kann nicht sein, Desarus?“, fragte Jim den Romulaner. Desarus legte den Kopf schief und grübelte. Dann sagte er leise: ,,Es gibt eine Legende auf B’Tangu. In der Mitte des Flusses soll es eine winzige Insel geben. Sie nennen sie Der Versteckte Kontinent. Keiner hat sie bisher gesehen. Auf dieser Insel existiert angeblich ein kleiner See. Die Fische dieses Sees bewachen ein Heiligtum. Jeder, der es stehlen will, wird von ihrem Gesang eingeschläfert und findet sich später an einem ganz anderen Ort wieder.“ Die Brückencrew der Enterprise starrte Desarus an. T’Jaca, Worr und G’abos waren nicht überrascht. Sie kannten diese Sage, hatten ihr aber nie Glauben geschenkt. Kirk blickte gespannt in die Runde. ,,Ich würde sagen, Desarus geht mit einem Außenteam runter und versucht, an die Kugeln zu kommen. Wenn Sie wollen, können Sie die Mitglieder selbst auswählen. Ihr werdet dann mit einem Shuttle runtergehen. Wir müssen uns um die Kriegsschwalben kümmern, da ist es besser, wenn ihr euch in einem Shuttle verschanzen könnt, im Notfall.“
                              Desarus nickte zustimmend und legte den Kopf schief. ,,T’Jaca, du kommst mit, Worr, du auch. G’abos, du bleibst hier, weil immer einer von uns hier oben sein muss, Kriegsverbündetegesetz. Dann würde ich gern Lieutenant Sulu als Steuermann, Commander Spock und Commander Scott mitnehmen.“
                              Kirk nickte und löste die Versammlung auf. ,,In fünfzehn Minuten geht es los.“, sagte er und verließ den Raum.


                              ,,Dein Großvater ist wirklich...interessant.“ Sulu wusste nicht genau, wie er sich ausdrücken sollte. T’Jaca war ihm in seine Kabine gefolgt und saß jetzt vor ihm auf dem Sofa. ,,Ich habe ihm die Bonsaibäume gezeigt und er war absolut begeistert. Ich soll dich fragen, ob er einen mitnehmen darf.“
                              ,,Aber sicher! Ich kann ihm dann auch gleich erklären, wie man sie zurechtschneidet und gießt. Endlich jemand, der sich wirklich für diese Bäumchen interessiert!“ Hikaru lächelte glücklich und sah T’Jaca an. Die Ri’hannsu stand auf und ging zur Waffenwand. Sie hob ein Florett ab und blickte Sulu fragend an. Der Rudergänger nickte zögernd. Seit mehr als zehn Jahren hatte dieses Schwert kein Licht mehr gesehen. Es hatte seinem Vater gehört und nach dessen Tod hatte Hikaru es nicht fertiggebrachte, das Florett einmal wieder zu benutzen. T’Jaca zog es aus der Scheide heraus und schwang es durch die Luft. Sulu hörte ein leises Zischen, als das Florett dicht neben seinem linken Ohr zum Stillstand kam. ,,Es ist wunderschön. Gehörte es auch deinem Großvater?“, fragte T’Jaca. Sulu schluckte. Dann seufzte er. ,,Nein, meinem Vater, aber der ist auch schon tot. Er ist bei einem Gefecht gestorben. Das Florett ist alles, was ich noch von ihm habe. Das und eine Kette.“ Als Beweis griff Hikaru in seinen Halsausschnitt und zog ein silbernes Kettchen hervor. ,,Oh nein!“, stöhnte T’Jaca plötzlich. ,,Was ist?!“, wollte Sulu erschrocken wissen.
                              ,,Wir kommen schon wieder zu spät. Captain Kirk wird verdammt sauer sein. Er ist in letzter Zeit so voller Feuer. Los komm, wir müssen uns beeilen.“

                              Kirk stierte auf die Tür des Shuttlehangars. Bei den nächsten Kontrollflügen übe ich Pünktlichkeit. Sulu wird Überstunden machen müssen! Die Tür öffnete sich. Sulu und T’Jaca stürzten herein. Hikaru blieb vor dem Captain stehen und senkte den Blick. ,,Tut uns leid, Captain.“ Kirk sah aus, als wollte er Sulu den Kopf abreißen, beherrschte sich aber. ,,Gut, jetzt, wo der Pilot da ist, könnt ihr starten. Stündlich Funkkontakt, beeilte euch und kommt erst wieder rauf, wenn wir es euch sagen.“
                              ,,Aye, Sir.“, sagte Spock, der das Unternehmen von Starfleet aus leitete und stieg in das Shuttle. Scotty stieg ebenfalls ein, kam aber sofort wieder heraus. ,,Mir ist da noch was eingefallen, Sir. Könnten Sie uns mit dem modifizierten Schutzschild der Enterprise gegen die Kriegsschwalben abschirmen?“ Kirk nickte und Scotty verschwand ins Innere der Raumfähre.

                              Eine kleine Kapsel verließ den Rumpf der Enterprise. ,,Feuer!“, zischte Commander Trilus. Dieses Mal würde er sie erwischen. Doch seine Waffen zeigten keine Wirkung. ,,Wie schaffen es diese Terraner, so starke Kraftfelder für ihre Shuttles zu konstruieren. Anscheinend können sie doch etwas mehr, als nur rosa Raumschiffe abschießen.“ Da das Shuttle ein zu starkes Kraftfeld hatte und Trilus seine Energie nicht wegen eines so kleinen Objekts verschwenden wollte, wandte er sich wieder der Enterprise zu.

                              ,,Warum greifen die uns nicht an?“, murmelte Hikaru, während er das Shuttle schnell durch die gefährliche Zone bewegte. Sie wollten so bald wie möglich auf dem Planeten sein und mit der Suche beginnen. ,,Sie konzentrieren sich auf die Enterprise, Mr. Sulu.“, erläuterte Worr, der auf dem Copilotensessel saß. Scotty hatte im Paasagierabteil Platz genommen und kratzte sich nervös an den Ohren. Desarus bemerkte es und lächelte. Die Ohren standen den Menschen, T’Jaca hatte recht.
                              Das Shuttle durchdrang die Atmosphäre des Planeten und landete nicht weit von der Hauptstadt dieser Seite des Flusses. ,,Gut, wie gehen wir jetzt vor?“, fragte Scott und sah Desarus an. Desarus neigte den Kopf und dachte nach. Sulu beobachtete ihn lächelnd. Der Romulaner war seiner Enkeltochter wirklich unglaublich ähnlich. ,,Wir gehen in die Stadt ins Museum und sehen uns den Schrein der Stille an. Dann versuchen wir rauszukriegen, wie wir ihn öffnen können.“
                              ,,Gut und heute Nacht steigen wir ein und holen die Kugeln.“, fügte Spock hinzu. Der Vulkanier winkte seinem Team zu und ging in Richtung Stadt. T’Jaca, Sulu, Desarus, Scott und Worr folgten ihm stumm.


                              Verdammt, was wollen die hier?, fragte sich Jim schon seit geraumer Zeit. Diese Romulaner machten ihn nervös. War da nur ein Schiff oder mehr. Leider konnten sie das nicht genau feststellen, denn die Romulaner hatten ihre Tarnvorrichtung verbessert. ,,Sir, eine Nachricht vom romulanischem Schiff.“, meldete Uhura angespannt.
                              ,,Auf den Schirm.“
                              Das Gesicht eines Romulaners mit harten Gesichtszügen und einer Nase, die auf alten Adel schließen ließ, erschien. ,,Kirk. Da bin ich wieder. Könnten Sie mir sagen, was Sie hier zu suchen haben?“
                              ,,Ich wüsste nicht, was Sie das angeht, Trilus.“, erwiderte Kirk mit unterdrückter Wut. Er konnte die Romulaner nicht leiden, das wusste jeder, aber dieses ganz bestimmte arrogante Exemplar hasste er regelrecht. So aufgeblasen wie Trilus konnte ein normales Lebewesen gar nicht sein. Nicht einmal Klingonen waren so schlimm! ,,Trilus, sagen Sie, was Sie wollen und dann lassen Sie uns in Ruhe.“, sagte Jim und seufzte. Trilus gab einem Offizier seiner Crew ein Zeichen und der Bildschirm wurde schwarz. ,,Sie haben die Verbindung unterbrochen.“, meldete Uhura. ,,Schilde an Backbord verstärken!“, rief Kirk, aber es war schon zu spät. Das Licht auf der Brücke flackerte kurz und sie spürten eine Erschütterung. ,,Schadensbericht.“, verlangt der Captain. ,,Die Decks 17 bis 19 sind betroffen, Sir. Drei Verletzte, kleine Schäden an der Außenhülle. Wir hatte Glück. Das Schutzschild war schon halb aktiviert, als der Strahl uns traf.“ Kirk nickte Uhura grimmig zu. Diese verdammten Romulaner. Warum tauchten sie immer im falschen Moment auf, nicht, dass es einen richtigen gegeben hätte. ,,Alarmstufe Rot, Lieutenant.“

                              ,,Das ist der Schrein der Stille?“, fragte Scott verwundert. Sie standen vor einem mannshohen Kasten aus schwarzem Holz. Keine Verzierungen, keine Sicherheitsmaßnahmen, gar nichts. ,,Warum haben alle so ne Angst vor dem Ding?“, wandte sich Sulu an Desarus, der neben ihm stand. ,,Er beinhaltet das Wertvollste und zugleich Gefährlichste, das es auf diesem Planeten gibt, Hikaru. Niemand könnte so etwas verscherbeln, wenn er es gestohlen hätte. Natürlich wurde es versucht, doch die Diebe sind danach spurlos verschwunden. Heute traut sich keiner mehr an diesen Schrein heran.“
                              ,,Und wohin sind die Diebe verschwunden?“, fragte Sulu erschauernd. Desarus lachte und schlug Hikaru auf die Schulter. ,,Die Romulaner haben sie auf ihre Schiffe gebeamt und unschädlich gemacht.“, sagte er dann leise.
                              Spock hatte sich den Aufbau des Museums genau angesehen. Er beugte sich zu Desarus. ,,An den Türen stehen je zwei Wachen. Es gibt vier Türen, die aus diesem Raum und zwei, die aus dem Museum herausführen. Die dort...“ Spock wies mit der Hand auf den Ausgang links von ihnen. ,,ist die sicherste und schnellste. Wir kommen hinter dem Museum, jenseits der Straße wieder heraus.“ Desarus nickte und winkte dem Team zu. Gemeinsam verließen sie das Haus und gingen zurück zum Shuttle, um ihre Ausrüstung zu holen.

                              Es war dunkel. Spock saß auf einem Stein und blickte hinauf zum Sternenhimmel. Was diese Sterne schon alles gesehen hatte. Ob sie alles guthießen, was sich auf diesem Planeten tat? Diese Überlegung ist unlogisch. Selbst wenn die Sterne etwas dagegen hätte, könnten sie doch nichts tun, schalt Spock sich selbst. Dann stand er auf und lief zurück zum Shuttle. Der Rest des Team wartete bereits auf ihn. Desarus stand vor ihnen und musterte sie eindringlich. ,,Spock, Sie, T’Jaca und ich werden hineingehen und den Schrein holen. Mr. Scott, Sie schalten die Alarmanlage aus. Worr, helfen Sie ihm bei den romulanischen Bezeichnungen. Hikaru, Sie laufen hinter uns her und fesseln die Wachen, die wir unschädlich machen. Dann erkunden Sie für uns die Ausgänge, damit wir keinen Wachposten in die Arme laufen.“ Desarus nickte ihnen ernst zu und sie begaben sich auf den Weg in die Stadt.

                              ,,Captain, ein romulanischer Kreuzer hat sich enttarnt!“
                              ,,Beidrehen, Zielerfassung, Feuer.“, kommandierte Kirk. Chekov führte den Befehl aus und der Schuss saß. Doch es enttarnten sich zwei weitere Kreuzer. Jim schluckte. Eine Kriegsschwalbe war kein Problem, zwei waren zu bewältigen aber drei! ,,Sekundäres Energiesystem auf Schilde und Waffen umleiten.“, zischte er. ,,Chekov, Ausweichmanöver alpha drei!“

                              Spock sah sich um. Gerade waren Scott und Worr durch eine Hintertür verschwunden, um sich zum Hauptenergieraum durchzuschlagen. Sie würden die Alarmanlage ausschalten. Dann würde eine grüne Lampe leuchten und sie könnten einsteigen.
                              ,,Verdammt! Was sind das denn für Geräte?!“, schimpfte Scott und schüttelte den Kopf. ,,Wer hat hier gewütet?“
                              Worr grinste. ,,Die B’Tangu sind nicht besonders gut in technischen Dingen. Ich vermute, dass dieses System irgendwann mal eine Fehlfunktion hatte und sie es reparieren wollten.“ Jetzt grinste Scott ebenfalls. ,,Wenn wir Glück haben, gibt es gar keine Alarmanlage mehr. Ich werde einfach die Energiezufuhr unterbrechen.“, murmelte er und begann, die Kabel aus dem Stromgerät zu ziehen.
                              Die grüne Lampe leuchtete nicht, aber die rote erlosch. Desarus winkte Spock, T’Jaca und Sulu zu. Hikaru knackte das Schloss. Sofort stand ein Wachmann vor ihnen. T’Jaca verpasste ihm einen Tritt, so dass er auf den Bden fiel. Dann griff Spock nach seinen Schultern und setzte den Nervengriff ein. Sulu fesselte den B’Tangu und dann gingen sie weiter. Es schien keine weiteren Wachen zu geben. Keiner stand vor den Türen. ,,Glauben die denn, dass alle soviel Angst vor dem Schrein haben, dass gar keiner versucht einzubrechen?“, fragte Sulu ungläubig. ,,Nein, eigentlich müssten hier Wachen stehen. Ich weiß nicht, wo sie sind.“, antwortete Desarus leise. ,,Da ist er.“ T’Jaca war zum Schrein gelaufen und begann, ihn zu betasten. Spock tat dasselbe. ,,Hier ist eine kleine Unebenheit.“, flüsterte er nach einer Weile. Desarus ließ sich die Stelle zeigen und drückte sie leicht. Nichts geschah. ,,Nein, dass ist es nicht.“, murmelte der alte Ri’hannsu angespannt. Sulu betrachtete der Schrein. ,,Und wenn die Öffnung auf der Unterseite ist?“, fragte er in den Raum. T’Jaca starrte ihn an. Dann begann sie, zusammen mit Spock den Schrein umzudrehen. Genau in der Mitte der Standseite war ein kleines Loch zu sehen. Sulu griff hinein und hob die Platte ab. Er war verwundert, wie leicht das Material war. Warum war es so schwer für Spock und Jackie gewesen, den Schrein umzudrehen. Desarus schien Sulus Gedanken lesen zu können. ,,Der Boden ist aus einem anderen Material, Hikaru.“ Dann griff Desarus in den Schrein und zog eine Kugel heraus. Sie schimmerte blau im Halbdunkel des Museums. ,,Ha’piceh.“, murmelte er und griff wieder hinein. Dann holte er eine orange und eine grüne Kugel heraus. ,,Gut. Weg hier!“, rief Spock und sie rannten durch die Gänge. Immer noch begegneten ihnen keine Wachen. Scott und Worr erwarteten sie am Tor. Vor ihnen lagen zwölf gefesselte B’Tangu. ,,Sie wollten euch nachsteigen, aber wir dachten, es wäre besser, sie hierzubehalten.“, grinste der Schotte. Gemeinsam machten sie sich auf den Rückweg zur Fähre.

                              ,,Captain, Schäden auf den Decks 9 bis 15. Hüllenbruch, Sir.“, Uhura hielt sich einen Stöpsel ans Ohr und hörte die Schadensmeldungen ab. Kirk biss die Zähne zusammen. Einen Warbird hatten sie bereits gefechtsunfähig gemacht, einen zweiten schwer beschädigt. Doch die dritte Kriegsschwalbe war unversehrt und beschoss sie pausenlos. ,,Schilde nur noch auf vierzig Prozent, Sir.“, meldete Commander Triup von der wissenschaftlichen Station. Uhura holte tief Luft. ,,Sir, das romulanische Schiff ruft uns.“
                              ,,Auf den Schirm, Statik auf meine Worte legen.“, befahl Kirk und setzte sich aufrecht hin. Trilus Gesicht erschien auf dem Wandschirm der Enterprise. ,,Ergeben Sie sich, Kirk. Diesmal haben Sie verloren.“
                              ,,Was tun Sie hier, Trilus?“, erwiderte Kirk, um Zeit zu gewinnen. Der romulanische Kommandant lächelte kalt. ,,Wir haben erfahren, dass Sie drei unserer Leute entführt haben, Kirk. Wir wollen sie zurück.“
                              ,,Was ist, wenn sie nicht zurück wollen?“, fragte Jim und spitzte die Lippen. Trilus dachte einen Moment nach. ,,Eigentlich ist das egal. Wir werden Ihr Schiff zerstören, ob wir unsere Leute zurückbekommen oder nicht.“ Trilus blickte kurz zur Seite. Dann sah er dem Captain genau in die Augen. ,,Sie waren ein ebenbürtiger Gegner, Kirk. Ich lasse Ihnen noch eine Stunde, um Ihre Crew von der Niederlage zu informieren.“ Dann wurde der Schirm wieder grau. Jim drehte sich um. Pille stand hinter ihm. ,,Ich sag es ja nur ungern, Jim, aber das einzige, was uns helfen könnte, sind diese Kugeln von Desarus.“ Kirk blickte seinen Freund an. ,,Du hast recht, Pille. Das ist unsere letzte Chance. Vielleicht funktionieren diese Dinger ja tatsächlich. Uhura, nehmen Sie Kontakt zum Landekommando auf. Verschlüsseln Sie das Signal.“

                              ,,Hier Spock.“
                              ,,Spock, wir haben ein Problem. Holen Sie die anderen vor die Komm-Einheit.“, sagte Kirk schnell. ,,Wir sind schon da, Sir.“, antwortete Sulu.
                              ,,Gut, wir wurden von drei Kreuzern der Romulaner angegriffen. Einer ist gefechtsunfähig, der zweite schwer beschädigt. Aber der dritte ist unversehrt und dabei, uns zu vernichten. Könnt ihr mit diesen Kugeln nicht was machen?“ Kirk hasste es, einen Romulaner um etwas zu bitten, aber es gab keine andere Möglichkeit. ,,Captain, wir müssen erst noch die letzte Kugel finden. Dann kann ich Ihnen helfen.“, sagte Desarus. Kirk nickte.
                              ,,Sie haben 55 Minuten Zeit, danach ist niemand mehr da, den Sie retten können.“, sagte er bitter und unterbrach die Verbindung.
                              Spock sah Desarus an. ,,Sie sprachen von einer Insel. Wo ist sie?“ Der Ri’hannsu kniff die Augen zusammen. ,,Ich weiß es nicht, Spock. Diese Insel ist ein Mythos. Niemand hat sie jemals gesehen.“
                              ,,Aber es ist unsere einzige Möglichkeit!“, rief Sulu. Spock nickte ernst. Es war wirklich die einzige Möglichkeit. Sie hatte keine Zeit, sich etwas anderes auszudenken. ,,Starten Sie, Mr. Sulu und fliegen Sie den Fluss in der Mitte ab.

                              ,,Jim, sollen wir noch einen letzten Brandy trinken?“ McCoy stand immer noch auf der Brücke hinter Kirks Sessel, wie er es so oft getan hatte. Jim winkte ab. ,,Nein, Pille. Spock und die anderen schaffen es. Das weiß ich! Wir werden nicht sterben, glaub mir.“ Leonard zuckte mit den Schultern. Sie hatten schon viele Schwierigkeiten gemeistert, doch noch nie, waren sie dabei abhängig von irgendwelchen mythologischen Kugeln gewesen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt...

                              ,,Sehen Sie etwas, Sulu?“, fragte Spock angespannt.
                              ,,Nein, Sir. Der Nebel ist zu dicht. Ich fliege blind. Nicht einmal die Navigationsgeräte funktionieren.“
                              ,,So finden wie die Kuge-“ Weiter kam Scott nicht, denn das Shuttle war gegen etwas Großes und Hartes gestoßen. ,,Wir stürzen ab!“, rief Hikaru.
                              ,,Fertigmachen zum Verlassen der Fähre.“, sagte Spock ruhig.
                              ,,Nein, wir sollten hier bleiben. Wir sind gegen einen Felsen gestoßen, Spock.“, schrie T’Jaca. ,,Hikaru, kannst du notlanden?“ Sulu blickte erst T’Jaca dann Spock an. Der Vulkanier nickte. ,,Ich werde es versuchen,“, murmelte der Rudergänger.
                              Zwei Minuten später schlug das Shuttle auf einem harten Untergrund auf. Worr jubelte, doch Spock war skeptisch. ,,Wer sagt uns, dass wir uns nicht auf dem Festland befinden?“, fragte er. ,,Auf den beiden Kontinenten gibt es keine natürliche oder unnatürliche Erhebung über hundert Meter. Wir flogen hundertfünfzig Meter hoch.“, erklärte Worr glücklich.
                              Desarus stieg als erster aus. Erstaunt sah er sich um. Waren sie wirklich noch auf B’Tangu? Hier war alles so fruchtbar und grün, keine Ähnlichkeit mit den Kontinenten. ,,Wir müssen einen See suchen.“, rief er.
                              ,,Warum?“, fragte Sulu verwundert. T’Jaca sah ihn an und lächelte glücklich. Endlich waren sie am Ziel. Bald würde ihr Großvater Cho’nar in seinen Händen halten. ,,Naja, Großvater hat von dieser Legende mit den Fischen erzählt. Du weißt schon, die, die einen mit ihrem Gesang einschläfern können.“ Sulu nickte, schaltete seinen Trikorder ein und begann, nach Wasser zu scannen. Er führte das Team durch die Wälder der Insel zu einer Lichtung. ,,Hier registriere ich Wasser.“
                              ,,In flüssigem Zustand?“, fragte Spock verwundert.
                              ,,Ja, Sir.“, entgegnete Sulu ebenfalls verblüfft. Er sah sich um. Nirgendwo konnte er auch nur einen einzigen Tropfen Wasser entdecken. ,,Wo ist es nur?“, murmelte er verwirrt. ,,Der Scanner zeigt an, dass es hier Wasser gibt.“
                              ,,Vielleicht hat er eine Fehlfunktion.“, mutmaßte Scotty, doch Desarus schüttelte den Kopf.
                              ,,Da ist es doch.“, lächelte er. T’Jaca, Scotty, Worr, Sulu und Spock blickten in die Richtung, in die der alte Ri’hannsu sah. ,,Wo?“, traute sich Scott zu fragen. Desarus lächelte noch immer. ,,Auf Ihrem Heimatplaneten gab es einen Philosophen, René Descartes, der sagte, dass manche Dinge nur da wären, weil man daran glaubt, dass sie da sind. Hier ist es genauso. Versuchen Sie, sich vorzustellen, dass vor Ihren Füßen ein See liegt. Stellen Sie sich das frische blaue Wasser vor und das Schilf rund um das Ufer. Hören Sie das leise Rauschen des Wassers.“ Sulu machte große Augen. Da war tatsächlich ein See. Aber wie konnte das sein? Das ging doch gar nicht. ,,Im Universum gibt es sehr viele undurchsichtige Dinge, Lieutenant.“, sagte Spock.
                              ,,Ja.“, bestätigte Desarus. ,,Hier handelt es sich um das Werk Cho’nars. Die Silberne Kugel erzeugt das Trugbild einer Lichtung. In der Schrift heißt es, dass nur der Hüter der Kugeln und seine Begleiter, die reinen Gewissens sind, diesen Ort zu Gesicht bekommen.“
                              ,,Seht!“ T’Jaca deutete auf die Mitte des Sees, wo etwa fünfzig silberne Fische schwammen. Desarus hockte sich hin und packte die anderen Kugeln aus. ,,Wir haben nur noch fünfzehn Minuten. Dann wird die Enterprise zerstört.“, drängelte Scott. Doch Desarus ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Paarweise, zuerst die beiden blauen Ca’lureh und Ha’piceh, dann die grünen Ar’zamul und Ro’mesul und schließlich die orangen Os’dorah und Ni’lirah, legte er die Kugeln auf den silbern schimmernden Boden. T’Jaca merkte, dass sie vergaß zu atmen, konnte das aber nicht ändern. Was würde jetzt passieren. Konnten sie die Enterprise und das romulanische Imperium retten? Desarus schloss die Augen und neigte sich vor. Dann sagte er etwas auf Altvulkanisch. Da Spock das Team mit Universaltranslatoren ausgestattet hatte, verstanden sie jedes Wort.
                              ,,Ca’lureh, Stärke des Geistes und des Körpers, verbinde dich mit der Weisheit, Ha’piceh, die die Kraft des Klugen ist.
                              Ar’zamul sei frei genug von deiner Form, um in Ro’mesul fließen zu können, um Freiheit mit Mut zu verbinden.
                              Os’dorah, Vernunft, die ein jedes Wesen unter den Sternen zeichnen sollte, schließe dich dem Willen, Ni’lirah, an, um das Geschehene zu verändern und das Kommende zu beeinflussen.“
                              Die Kugelpaare verschmolzen ineinander. T’Jaca hielt Hikarus Hand und zitterte am ganzen Körper. Der Rudergänger legte den Arm um sie. Desarus blickte hinaus zu den Fischen.
                              ,,Sudu, verschmilzt. Kommt zu mir, um die Einheit zu bilden. Helft dem Universum, das Geschehene rückgängig zu machen. Helft den Ri’hannsu zu alter Stärke, doch auch alter Vernunft, zu altem Willen und alter Weisheit, zu alter Freiheit und altem Willen. Lasst uns die Einheit des Ewigen Gesetzes bilden, um Gutes zu tun, wie es verlangt wird.“
                              Sulu starrte auf den See. Die Fische hatten begonnen, im Kreis zu schwimmen. Schneller und schneller bewegten sich ihre Flossen, bis die Silberlinge nicht mehr zu sehen waren. Eine graue Masse glitzerte durch das Wasser. Desarus nahm die Kugelpaare und warf sie in den See hinein. Das Wasser begann zu brodeln und zu schäumen. Ein kalter Wind kam auf und schlug Ihnen ins Gesicht. T’Jaca schütze die Augen mit den Händen, um weiterhin das Geschehen im Wasser verfolgen zu können.
                              Der See schimmerte nun in allen Regenbogenfarben. Trotz des starken Windes war er in vollkommener Ruhe. Dann schoss eine Wasserfontäne empor. Oben, wo die Flüssigkeit sich teile, glitzerte etwas silbernes. ,,Cho’nar.“, hauchte T’Jaca fassungslos.


                              ,,Kirk, Ihre Stunde ist um. Machen Sie sich bereit, zerstört zu werden. Oder wollen Sie sich doch ergeben?“, fragte Trilus mit einem siegessicheren Lächeln. Jims Verstand raste. Wie konnte er sich aus dieser Situation herausreden. Seit einer Stunde hatte er nichts mehr von Spock gehört. ,,Was wird mit meiner Crew?“, fragte er, um Zeit zu gewinnen. Trilus tat so, als denke er nach. ,,Hm, Ihre Crew...ich würde sagen, die wird ebenfalls eliminiert.“ Er lachte kalt und starrte Kirk an. Jim spitzte die Lippen. ,,Und wenn wir uns ergeben?“
                              ,,Spinnst du, Jim?! Das kannst du nicht tun!“, hörte er McCoy leise fluchen. Trilus lachte erneut. ,,Der große Captain James T. Kirk ergibt sich. Sie sind doch nicht so mutig, wie ich dachte. Ich hab das schon vermutet, als ich Sie mit diesen rosa Raumschiffen gesehen habe, aber dass Sie sich freiwillig ergeben, hätte ich nicht erwartet. Kirk, was ist los mit Ihnen? Von allen werden Sie als unglaublich mutig beschrieben. Wo ist dieser Mut geblieben?...“ Das war genau das, worauf Jim gehofft hatte. Trilus verfiel in einen langen Monolog über die Eigenschaften eines guten Kommandanten und über die vergangenen Geschichten, die von Kirk erzählt wurden.

                              ,,Und jetzt?“, fragte Sulu leise. Noch immer starrten alle auf die Fontäne in der Mitte des Sees. ,,Wie kriegen wir die Kugel da runter?“
                              ,,Komm.“, rief Desarus, doch es geschah nichts. Wie sollte er an diese Kugel herankommen? Gab es noch einen Spruch, den ihm sein Vater nicht genannt hatte? ,,Bitte, wir brauchen dich.“, flehte T’Jaca die Kugel an. Spock hob eine Braue. ,,Es ist unlogisch, mit einer Kugel zu reden.“, bemerkte er. Doch T’Jaca hörte nicht auf ihn. ,,Komm.“ sagte sie. Dann blickte sie ihren Großvater fragend an. Dieser nickte. ,,Es ist an der Zeit, T’Jaca, Tochter der T’Jona. Das Amt wurde übergeben.“
                              ,,Nein.“, hauchte Jackie und Tränen standen in ihren Augen. Doch Desarus Gesichtszüge blieben hart. ,,Denk jetzt nicht an mich. Du musst die Kugel holen. Ich bin egal.“
                              ,,Nein, bist du nicht. Ich brauche dich!“, schrie Jackie verzweifelt. Desarus sah seine Enkeltochter an. ,,Tu es.“, sagte er leise. Weinend streckte T’Jaca die Hand aus. Langsam kam die Kugel angeflogen. Jackie spürte schon die Wärme der Macht in ihrer Hand. Dann berührte Cho’nar ihre Finger. T’Jaca schloss die Augen.
                              Lass uns die Einheit des Ewigen Gesetzes bilden, um Gutes zu tun, wie es verlangt wird.“, flüsterte sie. Die Kugel begann zu leuchten. Alles war in silbernes Licht getaucht. T’Jaca fühlte das Leid des Universums wie eine große Wunde und sie spürte auch, wie Cho’nar diese Wunde heilte. Sie sah, wie der Senator starb und wie die drei Kreuzer in B’Tangus Umlaufbahn verschwanden. Sie sah, wie ihre Großmutter wieder zum Leben erwachte...

                              ,,Jackie? Jackie?“ Jemand strich ihr über die Wange. T’Jaca schlug die Augen auf. Sie befand sich in einem Bett im Lazarett der Enterprise. Neben ihrer Liege stand Hikaru Sulu und sah sie ängstlich an. ,,Hat es geklappt?“, fragte die junge Ri’hannsu mit schwerer Zunge. Der Rudergänger nickte stumm. ,,Jackie, ich muss dir etwas sagen.“, begann er, doch T’Jaca winkte ab. ,,Ich weiß, dass er tot ist. Wenn das Amt übergeben wird, dann stirbt der alte Inhaber, denn seine Zeit ist vorbei. Nun bin ich die Hüterin der elementarischen Kugeln.“ Dann brach sie in Tränen aus. Sulu setzte sich auf das Bett und nahm sie in die Arme.
                              Pille kam gerade herein, sah die beiden und schüttelte traurig den Kopf. Desarus war neben T’Jaca der netteste Romulaner gewesen, den er kannte. Jim stand neben ihm und klopfte ihm leicht auf die Schulter. ,,Lass uns gehen, Pille.“, flüsterte er.
                              ,,Kannst du aufstehen?“, fragte Sulu. T’Jaca nickte. Hikaru stützte sie und ging mit ihr zur Tür. Er blickte McCoy an. Der Arzt nickte stumm und die beiden gingen weiter.

                              ,,Diese Blumen sind so wunderschön.“, sagte T’Jaca traurig. ,,Großvater haben sie auch gefallen. Wie hießen sie noch?“
                              ,,Narzissen.“, antwortete Sulu tonlos. Stumm liefen die beiden weiter, bis sie zu den Bonsaibäumen kamen. T’Jaca kniete sich nieder und sah Chichu an. Sie schien ein stilles Gespräch mit ihm zuführen. Sulu stand daneben und wusste nicht, was er tun sollte. Dann kniete er sich ebenfalls hin und nahm die Ri’hannsu in den Arm.

                              Jim und Pille hatten gerade die Brücke betreten. ,,Lieutenant Uhura, stellen Sie Verbindung zum Hauptquartier her.“
                              ,,Aye, Sir.“
                              Jim setzte sich in seinen Sessel. McCoy stand daneben und wartete. Auf dem Wandschirm erschien Admiral DeLancys Gesicht. ,,Jim.“, grüßte sie.
                              ,,Hallo, Laura.“, antwortete Kirk. ,,Wir haben den Auftrag ausgeführt und die Kugeln gefunden. Die Gefahr eines interstellaren Krieges ist gebannt. Wir-“ Jim zögerte kurz. ,,Wir haben ein Opfer. Desarus, T’Jacas Großvater ist ums Leben gekommen.“ DeLancy nickte.
                              ,,Tut mir leid, Jim. Bringen Sie T’Jaca und die anderen Romulaner zur neutralen Zone und steuern Sie dann Starbase 12, für eventuelle Reparaturmaßnahmen an.“
                              ,,Aye. Aufwiedersehen, Laura.“
                              Dann wurde die Verbindung unterbrochen. Jim drehte sich zu Scott, der sich ebenfalls im Kontrollraum befand, um. ,,Wie schnell können wir fliegen, Scotty?“
                              ,,Captain...ich hab alles zusammengeflickt, was noch da war. War nicht besonders viel, Sir. Wir kriegen höchstens Warp 3. Aber nur, wenn es wirklich sein muss. Meine armen kleinen Maschinen! Was haben euch diese stinkenden romulanischen Schweine bloß angetan!“
                              Jim grinste und wandte sich an Chekov. ,,Pavel, mit Warp 2,5 nach Ro’lazu. Worr hat gesagt, dass sie dorthin wollen.“
                              -> Logische Träume <-
                              \V/ Tai nasha no karosha!
                              KEEP ON TREKKING!!!!!!

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