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VOY-Fanfic: Janeway im Spiegel

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  • VOY-Fanfic: Janeway im Spiegel

    Nach einer kurzen Diskussion im Voyager-Unterforum entstand diese Geschichte, die u.a. einige der offenen Enden nach Endgame abschließen soll.

    Viel Spaß damit und haltet euch mit Kommentaren nicht zurück.

    --------------------------------------------------------------------------

    Kapitel 1

    Sternzeit 57132.1

    Kathryn Janeway unterdrückte ein Seufzen nur knapp. Hätte sie damals, vor ein paar Monaten gewusst, wie langweilig ihr Leben als Admiral werden würde, hätte sie den „Platz in der Mitte“ mit Zähnen und Klauen verteidigt.
    Doch jetzt half es nichts mehr, also war sie hier, in einem der Büros in den oberen Etagen des Sternenflottenhauptquartiers in San Francisco und diskutierte seit geschlagenen drei Stunden über dasselbe Thema. Vermutlich das einzige Thema, dass sie je wieder diskutieren würde:
    Die Borg.
    „Bei allem Respekt, Admiral, aber ich halte ihre Einschätzung bezüglich des Virus, den sie den Borg anhängen konnten für zu optimistisch“, warf Captain Jonathan Carpenter zum wiederholten Mal ein. Und wie es mit seinen Kommentaren des öfteren der Fall war wurde auch dieser nicht besser, wenn man ihn wiederholte. Carpenter war Kommandant der USS Hawk, einem Akira-Klasse Schiff und hatte vor Jahren bei Wolf 359 seine Familie verloren. Janeway hatte ihn zuvor nicht kennengelernt, aber sie vermutete, dass dieses Trauma ihn entscheidend verändert hatte. Carpenter war genial, aber sein Charakter war ständigen Stimmungsschwankungen unterworfen, was ihn hundertprozentig unberechenbar machte. Seit Wolf 359 und später Typhon hatte er sich zu einem von Starfleets Top-Experten in Sachen Borg entwickelt. Dennoch war sein Name nicht so bekannt wie die der anderen Anwesenden:
    Da waren die Captains Picard und Shelby, ersterer mittlerweile ein guter Bekannter von Janeway, letztere eine der ehrgeizigsten Frauen denen die Admiralin je begegnet war. Der Rest der Anwesenden Borg-Experten waren Admiräle. Janeway kannte Owen Paris, Toms Vater, doch die meisten anderen waren ihr unbekannt. Ein paar Zivilisten in der Ecke wirkten auf den ersten Blick deplaziert, aber Janeway hatte zwei gesichter von ihnen erkannt. Eine gemurmelte Frage an Owen Paris hatte die Namen „Dulmer“ und „Lucsley“ zutage gefördert – und ein weiteres temporales Paradoxon. Janeway plante, den beiden nach Ende dieser Diskussion einige Fragen in Bezug auf einen gewissen Henry Starling zu stellen. Sie war sich sicher, exakt diese beiden Gesichter vor über fünf Jahren bei einer Zeitreise in das 20. Jahrhundert gesehen zu haben.
    „Captain, ich bin mir sicher dass sie ihre Gründe für diese Annahme haben, aber es gibt angesichts der Daten, die der Admiral uns geliefert hat, keinen Zweifel daran dass das Kollektiv schwere Verluste erlitt. Mit etwas Glück sind die Schäden sogar irreperabel“, entgegnete Paris.
    Picard räusperte sich.
    „Wir sollten mit solchen Annahmen lieber nicht zu voreilig sein, Admiral. Die Borg werden sich anpassen, früher oder später kommen sie zurück und zu diesem Zeitpunkt müssen die zentralen Machtblöcke im Alpha-Quadranten wieder stabil sein.“
    Romulus, dachte Janeway. Sie hatte mit Entsetzen vom Ergebnis dieser Mission der Enterprise gehört und Captain Picard sofort kontaktiert um ihm ihr aufrichtiges Beileid zu bekunden. Sie hatte nur kurz nach ihrer Rückkehr für kurze Zeit mit dem Androiden gearbeitet. Und sie hatte sich verantwortlich gefühlt für seinen Tod, genau wie Picard selbst. Warum man ihn ausgerechnet jetzt zu einer Planung der weiteren Strategie gegen das Kollektiv heranzog war Janeway ein völliges Rätsel.
    „Momentan verzeichnet keiner unserer Außenposten am Rand des Föderationsraumes irgendeine Art von Aktivität, selbst die Langstreckensensoren können nicht die kleinste Spur eines Schiffes erfassen. Für mich sieht dass so aus, als hätten wir den Borg eine blutige Nase verpasst“, warf einer der anwesenden Admirals ein.
    „Eine treffende Analogie, Admiral. Ein Gegner mit einer blutigen Nase hat zwei Arme mit denen er zurückschlagen kann“, schoss Shelby zurück.
    Janeway seufzte kaum hörbar. Also nochmal von vorn...
    „Captain Shelby, wir haben die Königin erwischt. Wir haben dem Kollektiv ein tödliches Virus verpasst. Wir haben gesehen, wie der Unikomplex, zusammen mit einem Transwarpnetzwerk in die Luft flog. Welche Beweise brauchen sie denn noch?“
    Shelby legte den Kopf leicht schief und blickte Janeway völlig starr in die Augen. Diese Frau besaß ein enormes Talent, sich und ihre Meinung zu präsentieren.
    „Sie haben eine Königin vernichtet? Haben sie aus der Verschwörung von Brenda Covington nichts gelernt, Admiral? Eine Königin zu töten ändert nichts. Die Zerstörung des Netzwerks lässt den Borg nach Aussagen von Captain Picard und Miss Hanson noch fünf weitere, die die gesamte Galaxis problemlos abdecken können. Und was das Virus anbelangt: Die Borg haben schon bei anderen Gelegenheiten bewiesen, dass sie sich anpassen können. An jeden wiedrigen Umstand.“
    Janeway widerstand dem Reflex, ihre Augen zu verdrehen, griff stattdessen nach ihrer Kaffeetasse und nahm einen tiefen Schluck. Und dann bereitete sie sich darauf vor, die gesamten Fakten nochmal auszubreiten. Und noch einmal. Und immer wieder, solange es nötig war...

    Lieutenant Harker hatte vor zwei Monaten seinen Wachdienst auf der USS Voyager angetreten und hatte den entsprechenden Befehl anfangs für einen Witz gehalten. Immerhin lag die Voyager seit ihrer wundersamen Rückkehr auf unbestimmte Zeit im Dock und wurde von den Technikern des Projekts „Geschlossener Kreis“ auseinander genommen. Ein Geisterschiff zu bewachen schien ihm wohl kaum eine karrierefördernde Tätigkeit zu sein. Doch mit der Zeit hatte er sich daran gewöhnt, hier eine ruhige Kugel schieben zu können. Das Schiff lag inmitten eines der größten Dockareale der Föderation, tief in ihrem Zentrum. Hier würde es quasi niemals einen Bruch der Sicherheit geben. Dennoch wollte Harker um nichts im Universum in der Haut seines Vorgängers stecken, der hier Dienst getan hatte, als Admiral Janeway kurz nach ihrer Rückkehr ihr altes Schiff übernommen hatte.
    Dieser Gedankengang war schon fast seltsam in Anbetracht der Tatsache, wer da gerade vor ihm materialisierte. Als die Konturen der Person sich gefestigt hatten, trat er von den Transporterkontrollen zurück und salutierte.
    „Willkommen an Bord der Voyager, Admiral.“
    Kathryn Janeway lächelte und streckte die Hand nach dem jungen Offizier aus.
    „Stehen sie bequem, Lieutenant.“
    Nach kurzem Zögern ergriff Harker die dargebotene Hand und schüttelte sie. In seiner gesamten Karriere war ihm ein Admiral in Janeways Stil nie untergekommen. Diese Frau strahlte einfach eine mütterliche Atmosphäre aus, wo er die meisten weiblichen Admiräle nicht mal als Schwiegermütter hätte haben wollen. Nicht dass die männlichen Vertreter dieses Dienstgrades in irgendeiner Weise besser wären.
    „Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen?“, fragte Janeway grinsend.
    „Mit Vergnügen erteilt, Sir.“
    Janeway hob protestierend eine Hand.
    „Lassen sie das 'Sir', Lieutenant. 'Admiral' oder 'Ma'am' ist mir lieber.“
    „Jawohl, Admiral. Was kann ich für sie tun?“
    Janeway marschierte in Richtung Tür, ohne auf den Lieutenant zu warten. Harker hatte Mühe, mit ihr Schritt zu halten und holte sie schließlich auf dem Flur ein.
    „Ich habe gerade etwas Freiraum und dachte, ich sehe mich auf meinem alten Schiff etwas um. Ich bekomme zwar regelmäßige Updates über den Fortschritt der Arbeiten, aber es ist einfach nicht dasselbe, verstehen sie?“
    Harker war von ihrem Verhalten völlig überrascht und wusste einen Moment nicht recht, was er jetzt tun sollte. Dann besann er sich wieder auf seine Ausbildung und den Drill, der auf den anderen Schiffen geherrscht hatte, auf denen er gedent hatte. Er ergriff Janeway vorsichtig am Arm, um sie zu stoppen. Die Admiralin wirbelte herum und für einen Moment blitzte eine instinktive aggressive Reaktion in ihren Augen auf, doch dann schien sie sich zu besinnen und zog nur ihren Arm aus seinem Griff. Sie machte keine Anstalten weiterzugehen.
    „Ähhhm, entschuldigen sie, Admiral, aber ich muss ihre Anwesenheit erst mit der Dockkontrolle abgleichen. Eine Standardprozedur.“
    Janeway lächelte wieder.
    „Natürlich, aber die dürften nicht über meine Anwesenheit hier informiert sein. Ehrlich gesagt ist das hier mehr ein Überraschungsbesuch.“
    Harker war zu einem Terminal getreten und hatte damit begonnen, die Verbindung zur Dockkontrolle herzustellen, doch jetzt war er völlig aus dem Konzept gebracht. Ein solcher „Überachungsbesuch“ widersprach dem kompletten Sicherheitsprotokoll. Andererseits war Janeway eine lebende Legende, Ex-Kommandantin dieses Schiffes und ein Admiral zugleich. Konnte er es wagen, ihr diesen Wunsch abzuschlagen? Im Grunde konnte sie ihm einfach befehlen, ihr eine Tour zu geben und er hätte sich vor seinen eigenen Vorgesetzten herausreden können, dass Befehl nun mal Befehl sei. Er drehte sich um – und blickte in die Mündung eines Handphasers.
    „Überraschung!“, sagte Janeway, bevor sie abdrückte.
    Noch bevor der tote Körper den Boden berührte, heulte der automatische Alarm als Reaktion der internen Sensoren auf den nicht autorisierten Phaserschuss. Doch für den Moment war das der falschen Admiralin egal. Sie aktivierte ihren Kommunikator.
    „Janeway an alle Teams: Wie besprochen fortfahren.“
    Neben ihr materialisierten drei Personen in Zivilkleidung und mit bajoranischen Phasergewehren in der Hand. Sie wusste, dass an anderen wichtigen Stellen des Schiffes gerade dasselbe passierte. Sie ergriff das Gewehr, dass ihr einer der Männer hinhielt und schob den Phaser in ihr Halfter zurück.
    „Hier lang“, befahl sie und steuerte auf einen Turbolift zu. Fast gleichzeitig piepte ihr Kommunikator erneut.
    „Hier Janeway, sprechen sie.“
    Eine vertraute Stimme antwortete ihr.
    „Hanson hier. Das Schiff gehört uns.“
    Für den Moment jedenfalls, fügte sie in Gedanken hinzu. Jetzt würde sich ihr Plan entscheiden, ob sie das Schiff zerstören mussten oder es ihnen gehören würde. Sie trat in den Turbolift und befahl dem Computer, sie zur Brücke zu bringen. Ihre Sprachkommandos wurden ohne Probleme akzeptiert.
    „Und Computer“, fügte sie hinzu, „schalte diesen Alarm ab!“
    Als die Alarmsirenen verstummten, hätte sie kaum zufriedener sein können.

    Die echte Kate Janeway war zu diesem Zeitpunkt beinahe verzweifelt ob der Sturheit der anderen Anwesenden. Wieso wollten sie die Fakten einfach nicht einsehen? Mittlerweile hielt sie sich aus dem Streit und den Diskussionen zurück und ließ ihre Gedanken schweifen. Sie beobachtete eine ähnliche Reaktion auf die Diskutiererei bei Captain Picard. Shelby und Carpenter dagegen waren immer noch mit Feuereifer bei der Sache, was sie in keinster Weise verwunderte. Als sie sich zu Admiral Paris umdrehte, sah sie ihn nach seinem Insignienkommunikator greifen und eine leise Unterhaltung führen. Plötzlich jedoch sprang er auf.
    „WAS?“, entfuhr es ihm entsetzt.
    Plötzlich ruhten alle Augen auf ihm, doch er kümmerte sich nicht darum, sondern ergriff Janeway am Oberarm, zog sie aus dem Stuhl und nach außen.
    „Owen, zum Teufel, was ist los?“, fragte sie, schockiert über seine Direktheit.
    Er starrte sie an und sondierte ihr Gesicht nach jeder noch so kleinen Reaktion, als er fortfuhr.
    „Die Voyager wurde soeben geentert. Sie hat bereits die Startprozeduren eingeleitet, die Sicherheitsteams kommen nicht an Bord und die Dockkontrolle kann sie auch nicht aufhalten.“
    Sie hob abwehrend die Hände und setzte ein unschuldiges Grinsen auf.
    „Hey, diesmal bin ich unschuldig.“
    Paris lachte nicht. Er trat zu einer Wandkonsole und rief eine Datei auf.
    „Die hier sagt etwas anderes, Kathryn.“
    Und dann hörte Admiral Janeway eine Wiedergabe ihrer eigenen Stimme, wie sie den Enterteams befahl, nach Plan fortzufahren.
    „Aber das ist völlig unmöglich!“, rief sie. „Ich war mit ihnen da drin!“ Sie zeigte auf den Besprechungsraum.
    „Ich weiß“, beruhigte Paris sie. „Das lässt drei Möglichkeiten: Erstens: Eine ältere Version von ihnen, so wie die Janeway die ihnen beim Erreichen des Alpha-Quadranten half.“
    Sie schüttelte energisch den Kopf.
    „Ducane würde mich umbringen, wenn ich noch einmal auf seinen Sensoren auftauche. Abgesehen davon sehe ich keinen Grund dafür, in die Vergangenheit zu reisen, um dann ein Schiff zu stehlen. Wofür sollte das gut sein?“
    „Ich habe auch keine Ahnung, aber wir müssen alle Möglichkeiten beachten. Zweitens: Ein Klon von ihnen.“
    Sie dachte einen Moment nach und schauderte bei dem Gedanken an eine Shinzon-artige Version von ihr. Hatten die Romulaner vielleicht auch von anderen Sternenflotten-Captains Klone erstellt, nur für den Fall der Fälle? Aber sie konnte sich keinen Grund einfallen lassen, warum die Romulaner einen solchen Klon dann ausgerechnet jetzt dafür vergeudeten, ein Schiff zu stehlen, wenn sie diesen Klon dafür benutzen könnten, weit größeren Schaden anzurichten. Vor allem da Janeway jetzt offiziell die Aktivitäten der Sternenflotte entlang der Neutralen Zone koordinierte.
    „Das schließe ich auch aus. Das ist der falsche Zeitpunkt und für eine solche Aktion würden die Romulaner den Klon nicht verschwenden.“
    Paris schien kurz darüber nachzudenken, ob er sie darauf hinweisen sollte, dass die Romulaner nicht die einzige Rasse mit der ausreichenden Kloning-Technologie waren um solch eine Kopie herzustellen, doch dann gab er sich mit ihrer Antwort zufrieden. Also war Punkt drei der, auf den er eigentlich hinauswollte. Doch er schwieg.
    „Was ist Punkt drei?“, hakte sie nach.
    „Punkt drei ist... Ein Äquivalent aus dem Spiegeluniversum.“
    Das machte sie für einen Moment sprachlos. Sie hatte natürlich von den wenigen Begegnungen mit solchen Äquivalenten gelesen, doch nie einen Gedanken daran verschwendet, dass auch sie solch ein Gegenstück „hinter dem Spiegel“ haben könnte.
    „Das macht Sinn, auch wenn ich es nicht wirklich glauben kann.“
    „Glauben sie's, Kate. Wir hatten schon mit solchen Aktionen zu tun, damals ging es aber nicht um das Schiff selbst, sondern nur um die Pläne.“
    „Wenn diese Aktion dasselbe Ziel hat“, ertönte eine Stimme hinter ihnen, „dann müssen wir die Voyager unbedingt aufhalten.“
    Janeway und Paris drehten sich um und fanden sich Captain Picard gegenüber. Der Captain der Enterprise musste ihnen aus dem Raum gefolgt sein, um den Grund für den Aufruhr festzustellen.
    „Und dafür brauchen sie alle verfügbaren Schiffe.“
    Janeway brauchte einen Moment, um die Andeutung in Picards Stimme zu verstehen. Dann lächelte sie und trat auf ihn zu.
    „Die Enterprise hat gerade eine Aufrüstung hinter sich und ist eines unserer modernsten Schiffe. Wenn ein Schiff die Voyager aufhalten kann, dann sie.“
    Picard erwiderte das Lächeln.
    „Sie gehört ihnen, Admiral.“
    Sie wandte sich wieder an Paris und betrachtete ihn eindringlich.
    „Owen, das ist mein Schiff. Lassen sie mich die Verfolgung aufnehmen, bevor sie die anderen Bluthunde loslassen. Vielleicht kann ich das Schiff retten. Wir brauchen diese Technologie und können uns diesen Verlust nicht leisten.“
    Paris seufzte und verdrehte die Augen.
    „Was hab ich mir bloß damit gedacht, sie zu einer Beförderung vorzuschlagen? Auf der Brücke eines Raumschiffes wären sie besser aufgehoben. Also schön, ich gebe ihnen vier Stunden. Nicht länger. Dann greifen wir die Voyager an.“
    „Ich danke ihnen!“, sagte Janeway erleichtert und trat wieder zu Picard, der seinen Kommunikator berührte.
    „Picard an Enterprise. Zwei Personen hochbeamen. Commander Madden soll Startvorberei-tungen treffen. Wir fliegen schnellstmöglich ab.“
    Als die beiden sich im blauen Funkeln eines Transporterstrahls auflösten, war sich Owen Paris vollkommen sicher, gerade einen großen Fehler begangen zu haben. Er fragte sich, wie Janeway aus dieser Angelegenheit heil herauskommen wollte.
    Tief Luft holend trat er in den Besprechungsraum zurück und erwartete einen Sturm von Fragen, Behauptungen und Anschuldigungen. Er wurde nicht enttäuscht.

  • #2
    weiter weiter. das ist unglaublich gut!!!!!!!!!!!!!!!!! ich möchte unbedingt das nächste kapitel lesen.kritik:keine. es ist perfekt!!!!!!!!!
    DAS J/7 ZEITALTER HAT BEGONNEN !!!!!!
    MEINE BERUFUNG IST ES DIE FROHE KUNDE ZU VERBREITEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    WO DIE LIEBE HINFÄLLT...............!

    Kommentar


    • #3
      Ich finds auch suuuper!Respekt. Vorallem, die Spiegelwelt Janeway. Hach wie herrlich fies ^^ Dieser Harker vertraut ihr blind und -hups- das war der letzte Fehler seines Lebens ^^
      Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

      Kommentar


      • #4
        Neues Kapitel!

        So, weiter gehts. Hier kommt...

        Kapitel 2

        Als Captain Picard und Admiral Janeway im Transporterraum eins der Enterprise remate-rialisierten, wurden sie bereits erwartet. Neben Commander Martin Madden, Picards neuem Ersten Offizier standen sein Chefingenieur Geordi LaForge und – Janeway war mehr als überrascht – Die Ex-Borgdrohne Annika Hanson. Madden trat augenblicklich vor, um die Besucher zu begrüßen.
        „Willkommen zurück, Captain. Admiral, es ist mir eine Ehre...“
        Janeway schnitt ihm mit einer knappen Geste das Wort ab.
        „Ich danke ihnen für die Begrüßung, Commander, aber ich fürchte die Nettigkeiten müssen diesmal warten. Sind wir zum Auslaufen bereit?“
        Madden schluckte hörbar und trat zur Seite, um den beiden den Weg von der Transporter-plattform freizumachen.
        „Commander LaForge meinte gerade eben, dass wir voll einsatzbereit sind, er aber Vorbehalte gegen einen vorzeitigen Start hat.“
        Janeways und Picards Augen richteten sich simultan auf den Ingenieur, der ihren Blicken im Gegensatz zu Madden aber unbeeindruckt stand hielt.
        „Captain, wir haben eine Reparatur hinter uns, in deren Verlauf mehr als fünzig Prozent unserer Systeme mit irgendeiner Art von Upgrade oder Zusatz versehen worden sind. Fast neunzig Prozent dieser Systeme sind noch experimentell und noch niemals zuvor getestet worden. Ich kann nicht für die volle Effizienz aller Systeme garantieren, bevor wir einen vollständigen Test durchgeführt haben.“
        Janeway baute sich vor LaForge auf und starrte ihm in die künstlichen Augen. Ihre Fäuste ballten sich unwillkürlich zu Fäusten, als sie sich bemühte, ruhig zu bleiben.
        „Mister LaForge, ihre Sorgfalt in allen Ehren, aber jemand hat soeben das am weitesten entwickelte Schiff der Flotte entführt. Mein Schiff, Commander! Und ich werde nicht hier herumstehen und zusehen wie die Jagd ihren Lauf nimmt! Die Enterprise braucht einen Testflug? Bitte, hier ist die Gelegenheit!“
        Als sie ihre Standpauke beendet hatte und sich von dem geschockten Offizier abwandte, konnte dieser nicht anders, als verblüfft in die Richtung seines Captains zu sehen. Die hochgezogene Augenbraue mochte man als Infragestellung von Janeways geistigem Zustand ansehen, doch Picard sah für dieses Mal darüber hinweg.
        „Sie haben die Lady gehört, Geordi. Wegtreten.“
        LaForge salutierte entgegen der familiären Atmosphäre zwischen den Führungsoffizieren dieses Schiffes kurz, bevor er sich mit einer gemurmelten Bestätigung abwandte und in Richtung Maschinenraum lief. Janeway war direkt zu ihrer alten Freundin getreten und völlig verwundert über ihre Präsenz auf der Enterprise. Picard trat an ihre Seite und lächelte.
        „Admiral, ich glaube unsere neue wissenschaftliche Beraterin brauche ich ihnen nicht vorzustellen, oder?“
        „Nicht wirklich“, grinste Janeway. „Hallo, Seven... Verzeihung, Annika. Ich hatte mich schon gefragt, wohin man sie gesteckt hat. Offenbar hatten sie Glück bei der Vergabe ihres Dienstpostens.“
        „Glück hatte nichts damit zu tun“, entgegnete die Ex-Borg lächelnd, „Captain Picard hat mich direkt aus dem Sternenflottenhauptquartier angefordert, nachdem die Untersuchungen bezüglich des Borg-Virus und Direktorin Covington abgeschlossen waren.“
        Picard erwiderte den neugierigen Blick, den Janeway ihm zuwarf mit einem Schulterzucken. Er war nicht gerade für seine Toleranz gegenüber den Borg bekannt, was angesichts seiner Erlebnisse auch verständlich war. Dennoch hatte er gerade Annika Hanson als Beraterin der Enterprise angefordert? Janeway nahm sich vor, nach den Gründen für diesen ungewöhnlichen Transfer zu fragen. Irgendetwas steckte dahinter und sie würde verdammt sein wenn es Zufall war, dass Starfleets Top-Borg-Experte eine weitere Meisterin dieses Fachs anforderte...
        Commander Madden räusperte sich kaum hörbar, um die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich zu ziehen.
        „Verzeihen sie die Unterbrechung, Admiral, aber ich habe soeben von Commander LaForge die Meldung erhalten, dass wir zum Auslaufen bereit sind. Jedenfalls 'so bereit wie es unter diesen Umständen geht', wie er sich ausdrückte.“
        Janeway nickte ihm zu.
        „Ich danke ihnen für die Information, Commander. Wir sollten uns dann wohl besser auf die Brücke begeben, oder?“
        Sie versuchte wenigstens einigermaßen zu verbergen, dass ihr Schiffe dieses neueren Typs noch größtenteils unbekannt waren. Als die Voyager im Delta-Quadranten verschwunden war, war die Sovereign selbst noch im Erprobungsstadium gewesen und die Enterprise-D befand sich noch im aktiven Dienst. Madden trat sofort auf den Korridor hinaus und deutete in Richtung eines Turbolifts.
        „Aber natürlich, Admiral. Wenn sie mir bitte folgen würden?“

        Als die vier die Brücke betraten, fiel Janeway zum ersten Mal die Größe dieses Schiffes auf. Die Brücke der Voyager war nicht gerade klein gewesen, aber im direkten Vergleich erschien ihr die Brücke der Enterprise gigantisch. Obwohl sie zugeben musste, dass diese Vorstellung auch sehr gut von der Herkunft des Schiffs herrühren konnte. Der Name Enterprise allein war legendär und jeder Captain und Admiral der Sternenflotte – inklusive Janeway – beneidete Picard um die Ehre, gleich zwei Flaggschiffe hintereinander zu kommandieren, eine Leistung die bis dato nur James T. Kirk erbracht hatte. Sie trat zu der Registrierungsplakette und fühlte den Drang, sie zu berühren, ein Teil von der Geschichte zu werden, die dieser Name verkörperte.
        To boldly go, where no man has gone before. Sie ließ diesen Satz auf sich wirken, bevor sie sich zum Hauptschirm umdrehte, auf dem sich im Moment kein Bild zeigte. Die Enterprise hätte noch für volle zwei Monate gedockt bleiben sollen. Viele Systeme waren daher noch nicht mal auf Standby.
        Picard setzte sich auf den ihm angestammten Platz in der Mitte, während Madden stehen blieb. Janeway suchte sich den Platz zu Picards rechten aus, obwohl sie nicht sagen konnte, ob dieser nicht eigentlich Madden zugestanden hätte. So wie sie ihn bisher kennen gelernt hatte, hätte er ihr den Platz in diesem Fall aber sowieso angeboten.
        „Lieutenant, haben wir Freigabe von der Dockkontrolle?“
        „Positiv, Sir.“
        Picard verschwendete wirklich keine Zeit, was Janeway zu schätzen wusste. Jetzt musste es schnell gehen, sonst verloren sie den Anschluss an die Voyager.
        „Dann bringen sie uns raus.“

        Hastig zogen sich die Null-g-Arbeiter und Arbeitsdrohnen des Raumdocks zurück, als die Positionslichter der Enterprise aufflammten und die Triebwerke in Rot-, beziehungsweise Blau-tönen zu leuchten begannen. Dann verloschen die externen Leuchten des Docks zeitgleich mit den Traktorstrahlen, die die Enterprise an das Dock koppelten. Langsam nahm das Schiff Fahrt auf und ließ das Dock hinter sich, beschleunigte jäh auf Impulsgeschwindigkeit und schwenkte auf einen Kurs, der es aus dem System führen würde.
        In dem Moment, als das Schiff mit einem plötzlichen Aufblitzen der Warpgondeln auf seine Maximalgeschwindigkeit von Warp neun-Komma-neun beschleunigte, löste sich ein zweites Schiff aus dem Dockareal, das seine Registrierung als USS Hawk auswies. Der schnelle Akira-Klasse-Kreuzer überbrückte die Strecke bis zum freien Raum in derselben kurzen Zeit wie die Enterprise und aktivierte sein Warptriebwerk, um die Verfolgung beider Schiffe, der Voyager und der Enterprise, aufzunehmen.

        „Haben wir die Voyager noch auf den Scannern?“, fragte Picard.
        „Negativ“, antwortete Annika Hanson von der wissenschaftlichen Station. „Allerdings haben wir die Sensordaten eines Schiffes, das den Kurs der Voyager vor drei Minuten zufällig kreuzte. Sie fliegt mit Warp neun-Komma-fünf, eine Vorausprojektion ihres Kurses macht Bajor zum offensichtlichen Ziel.“
        „Was wollen die auf Bajor?“, fragte Janeway, mehr sich selbst meinend als irgendeine andere Person. Dennoch antwortete Hanson ihrem Kommentar beinahe sofort:
        „Das bajoranische Wurmloch ist die einzige uns bekannte Möglichkeit, ein Raumschiff in ein anderes Universum zu transportieren. Ich vermute dass dies der Plan ihres Äquivalents ist, Admiral.“
        Sowohl Picard, als auch Janeway drehten sich überrascht nach der jungen Frau um.
        „Woher wissen sie von dem Äquivalent?“, fragte Picard misstrauisch.
        „Nachdem die Dockkontrolle vorschnell berichtet hatte, Admiral Janeway sei für die Entführung der Voyager verantwortlich und sie anschließend hier auftauchten, war dies die logische Schluss-folgerung“, schoss Hanson umgehend zurück.
        Janeway lächelte. Sie sollte Annika davon überzeugen, dass es schädlich war, zuviel Zeit mit Tuvok zu verbringen. Zumindest hatte sie keine Ahnung, woher sie diese 'logische Denkweise' ansonsten haben sollte.
        „Bei unserer derzeitigen Geschwindigkeit erreichen wir die Voyager in knapp drei Stunden“, berichtete der Lieutenant an der Conn.
        „Und wir haben nur vier Stunden, bevor andere Schiffe eingreifen. Verdammt knapp, oder, Jean-Luc?“
        Picard schnaubte kaum hörbar.
        „Es wird genügen müssen, Kathryn. Wir dürfen uns nur keine Fehler erlauben, einen zweiten Versuch wird es nicht geben. Wenn Admiral Paris Recht hat, dann werden sie Schiffe von allen Aufgaben abziehen um die Voyager zu stoppen, koste es, was es wolle.“
        „Was mich wundert ist, warum sie ihre Höchstgeschwindigkeit nicht ausschöpfen. Mit Warp neun-Komma-fünf brauchen sie fast zwölf Tage nach Bajor. Sie könnten in der Hälfte der Zeit da sein.“
        Picard nickte.
        „Und sie wären weniger Angriffen ausgesetzt, nur wenige Raumschiffe können auf Dauer mit einem Intrepid-Klasse-Schiff mithalten.“
        Janeway und Picards Blicke trafen sich und beide erkannten das Entsetzen in den Augen des jeweils anderen. Dass die Crew der gekaperten Voyager sich offenbar keine Gedanken um feindliche Angriffe machen musste und sich nicht einmal sonderlich beeilte, ihr Ziel zu erreichen. Oder dass sie vielleicht gar nicht schneller fliegen konnten. Die neue Technologie der Voyager konsumierte so viel Energie, dass der Warpantrieb nicht immer mit voller Effizienz arbeitete. Und alles deutete darauf hin, dass...
        „Annika“, rief Janeway, „Bekommen wir mittlerweile Sensordaten von der Voyager?“
        „In der Tat. Aber die Daten der Langstreckensensoren sind widersprüchlich. Die Masse der Voyager scheint fast um hundert Prozent höher zu sein, als in den Spezifikationen angegeben.“
        Janeway erschauderte, als sich vor ihren Augen das Gesamtbild zusammensetzte.
        „Sie müssen einen Weg gefunden haben, den Ablativpanzergenerator zu aktivieren...“, murmelte sie. Dann fügte sie hinzu: „Scheint, als bekämen wir mehr Probleme als erwartet.“
        Picards Stirnrunzeln sprach Bände.
        „Tatsächlich...“

        Auf der Brücke der Voyager aalte sich eine andere Janeway in dem Kommandosessel, der wie für sie gemacht schien. Und in gewisser Weise, stellte sie belustigt fest, war er es ja auch. Mit diesem Schiff in ihrer Gewalt, mit seiner Zukunftstechnologie, war für sie kein Ziel unerreichbar. Sie würde die Cardassianer und die Klingonen ihrer Welt in den Staub treten und das Empire neu errichten. Sie würde Menschen, Vulkaniern und den anderen Sklaven ihre Freiheit wiedergeben. Und mit ihr an der Spitze würde das Empire seine alte Ausdehnung in den Schatten stellen und alle Errungenschaften der Föderation lächerlich erscheinen lassen. Es gab buchstäblich keine Grenzen mehr für die Menschheit und ihre Verbündeten. Alles was sie tun müsste, war dieses Schiff durch das Wurmloch zu bringen. Und die Föderation würde sie daran nicht hindern können, dafür sorgte der Ablativpanzer, der ihr Schiff wie eine zweite Haut umgab.
        „Kate, ein Schiff befindet sich auf Abfangkurs. Sie werden uns in nicht ganz zwei Stunden eingeholt haben“, meldete ein Trill namens Feyran Gota von der taktischen Station schräg hinter ihr. Als sie sich umdrehte, fügte er amüsiert hinzu:
        „Es ist die Enterprise.“
        Janeway unterdrückte ein Kichern. Also kam Johnny Picard wie immer direkt zum Brandherd gerannt, ganz der Marathonläufer, der er auf der Akademie gewesen war. Sie kannte natürlich Captain Picards Personalakte, ebenso wie die der wichtigsten anderen Starfleet-Köpfe. Es passte aber zu Picards Ruf, sie als erster zu konfrontieren.
        „Sind weitere Schiffe in Reichweite?“, fragte sie.
        „Negativ.“
        Das passte ebenso. Ein heroischer Alleingang, ganz im Stile des legendären Captains, dessen Stereotyp Tiberius – nein, korrigierte sie sich, James Kirk – in diesem Universum vor über hundert Jahren geprägt hatte. Und ebenso dumm wie heldenhaft.
        „Wie viele Transphasentropedos haben wir?“
        „Ein knappes Dutzend. Soll ich einen feuerbereit machen?“
        Sie winkte lässig ab. Noch bestand keine Gefahr durch dieses Schiff und sie bezweifelte, dass dies je der Fall sein würde. Picard würde sie nicht aufhalten. Dennoch, ein kurzes Geplänkel mit dieser Legende wäre durchaus reizvoll...
        „Geh runter auf Warp sechs und lass sie aufholen“, sagte sie zu Harry Kim an der Conn. Ihrem Harry natürlich, nicht diesem kindischen Fähnrich aus dieser falschen Realität. In ihrer Realität war Kim ein wahrer Krieger. Narben zeugten von zahlreichen Ausenandersetzungen mit Cardassianern und Klingonen. In diesem Kim schlummerte ein Blutdurst der so stark war, dass sie ihn ständig unter Kontrolle halten musste. Unter anderen Umständen hätte er einen würdigen Gefährten abgegeben, aber sie hatte sich schon vor langer Zeit in eine andere Richtung orientiert...
        „Aye, Ma'am“, kommentierte Kim und bewies damit den trockenen Sinn für Humor, den sie von ihm gewohnt war. In der Zeit seit ihrer Ankunft in diesem Schattenuniversum hatte er sich einen Spaß daraus gemacht, seine Reaktionen an die seines Äquivalents anzupassen.
        Das Schiff fiel zurück, in Richtung der schnell aufholenden Enterprise. Was sich Jean-Luc jetzt denken musste, überlegte sie. Vermutlich denkt er genau dass was er soll: Das dies eine Herausforderung ist. Mal sehen ob du den Köder schluckst, Franzmann, dachte sie kichernd.

        „Die Voyager hat ihre Geschwindigkeit auf Warp sechs reduziert. Wir werden sie jetzt in einer halben Stunde abfangen.“
        Picard sprang auf und Madden an seiner Seite tat es ihm gleich.
        „Sind wir in Kommunikationsreichweite?“
        „Noch nicht. Wir erreichen Reichweite für Echtzeit-Kommunikation in zehn Minuten.“
        Janeway stand ebenfalls auf. Sie wollte bereit sein, ihr Spiegelbild zu konfrontieren. Am besten fing sie schon mal an, sich eine Rede zurechtzulegen. So wie sich selbst kannte, war sie stur und ziemlich schwer zu überzeugen. Sie bezweifelte im Gegensatz zu Jean-Luc, dass sie einen Weg finden würden, den Ablativpanzer zu durchbrechen. Sie konnte das Schiff nicht mit Gewalt zurückerobern, aber sie war willens, alles notwendige zu versuchen, damit es das Spiegeluniversum nie erreichte.

        „Wir werden von der Enterprise gerufen.“
        „Auf den Schirm.“
        Kate Janeway war nicht übermäßig überrascht, neben Picard und seinem ersten Offizier ihr eigenes Äquivalent zu sehen. Sie wunderte sich nur, warum sie diesen Gedanken nicht früher gehabt hatte. Für ihren Geschmack sah diese Janeway zu sehr nach einem Püppchen aus, als trüge sie ihre Uniform als Mannequin, nicht als Befehlshaber. Sie lächelte sarkastisch.
        „Hallo Kate. Nettes Schiff hast du da. Ich hoffe es stört dich nicht, wenn ich es mal kurz borge, oder?“
        Der Ausdruck unverhohlener Wut auf dem Gesicht der anderen – der falschen – Janeway stand ihr wesentlich besser als Picard sein neutrales Vermittler-Pokerface.
        „Gib mir mein Schiff zurück!“
        Die Spiegel-Janeway lachte herzhaft.
        „Oder was? Befiehlst du deinem Starfleet-Schoßhund den Angriff? Nur zu, mich kümmert es nicht.“
        Sie hatte vorgehabt Picard mit ihrer Beleidigung aus der Reserve zu locken, doch ironischer-weise reagierte ausgerechnet sein erster Offizier darauf. Sie konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Dieser Junge hatte noch einiges zu lernen. Wenn er so auf eine Beleidigung eines Klingonen reagierte, dann würde er schnell sein Ende finden.
        Sie gab Gota ein Zeichen.
        „Wie du siehst habe ich gerade einen Transphasentorpedo scharf gemacht. Mich kümmert euer Schiff nicht, es kann mir sowieso nicht in die Quere kommen. Aber ich habe Interesse an deinem Fortbestand, meine Liebe. Und so sehr mich das auch stört, ich werde dich am Leben lassen, solange du aus meiner Waffenreichweite bleibst. Ansonsten sende ich Mister LaForge ein explosives Geschenk mitten in seinen heißgeliebten Warpkern.“
        Sie genoss das Schaudern ihres anderen Ichs ebenso wie den neuen Schub der Wut, der dem folgte. Sie genoss die Kontrolle über die Situation. Und sie genoss die neugewonnene Macht im Allgemeinen.
        „Was hast du mit der Voyager vor?“
        Janeway lehnte sich zurück und streichelte über die Armlehne und das darin eingearbeitete Kommandodisplay.
        „Keine Sorge, ich mach dein Spielzeug nicht kaputt, Katy. Ich bring es dir vielleicht sogar wieder, wenn ich fertig bin und von Cardassia Prime und Quo'nos nur noch Asche übrig ist.“
        „Ist es das, was du willst? Massenmord? Vergeltung für die Sünden, die die Allianz begangen hat? Hättest du dir diese Uniform verdient, dann wüsstest du, dass Rache der falsche Weg ist!“
        Jetzt flutete Wut durch die Spiegel-Janeway, die sie beinahe die Kontrolle verlieren ließ. Sie sprang auf und trat näher an den Schirm, auf die Conn zu.
        „Und welcher Weg ist der richtige? Der Weg des Friedens, der Ko-Existenz, den eure ach-so-mächtige Föderation propagiert??? Draf ich dich vielleicht dran erinnern, dass eure Mentalität uns alle Probleme eingebracht hat, die ich zu lösen versuche, ADMIRAL??? Oh, ich weiß, natürlich warst du im Delta-Quadranten so beschäftigt mit dir und deiner glorreichen Dutzendschaft, dass du ganz vergessen hast, dass es da draußen noch andere Leute mit Probleme gibt. Wie konnte ich von so einer Person nur Verständnis erwarten?“
        Die Janeway dieses Universums musste kurz vor einem Wutausbruch stehen, aber Picard trat vor sie und sprach an ihrer Stelle. Schade, dachte sie. Diese Antwort hätte ich nur zu gern gehört.
        „Die Föderation hat ihren damaligen Fehler eingesehen und ihrer Rebellion Unterstützung gewährt. Was soll der Diebstahl dieses Schiffes an der Situation ändern?“
        Sie stützte sich auf die Konsole.
        „Was es ändert, Picard??? Bis ihre sogenannte 'Unterstützung' Früchte trägt werden die meisten Machthaber der jetzigen Allianz an Altersschwäche gestorben sein. Finden sie diese Lösung befriedigend für uns, die JETZT leiden? WIR werden uns nicht damit zufrieden geben!“
        Sie wirbelte auf der Stelle herum und wandte sich Gota zu. Sie zog ihren Zeigefinger in einer grimmigen Geste über ihren Hals. Der Trill reagierte sofort und schloss die Verbindung.
        „Und jetzt, ADMIRAL?“, fragte Kim, ohne sich von der Konsole wegzudrehen.
        Janeway setzte sich wieder und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Das war die Frage. Sicher war nur, dass sie eine Ablenkung brauchte, um ihren Kopf klar zu bekommen. Sie lächelte, als ihr ein Gedanke kam. Sie klopfte auf den Kommunikator der zu dieser Beleidigung einer Uniform gehörte, als sie sich wieder erhob.
        „Janeway an Hanson“, sagte sie, „Würdest du mich auf Deck drei bei den Crewquartieren treffen?“
        Die Frau, die im anderen Universum eine Borgdrohne war, antwortete fast sofort. Ihre Stimme klang interessiert, wenn nicht verzückt.
        „Wo genau da unten?“, lautete die Antwort.
        Die Spiegeluniversum-Version von Kate Janeway grinste.
        „Vor Janeways Quartier.“
        Das Kichern zeugte davon, dass Annika Hanson verstanden hatte, worauf sie hinauswollte. Cleveres Mädchen, dachte Kate. Viel angenehmer als Harry...

        Anmerkungen zum Ende:
        1. Sorry Leute, ich konnte einfach nicht anders...
        2. IN YOUR FACE, CHAKOTAY!!!!!

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        • #5
          @Darco: Deine FF. ist echt super. Wie wärs wenn Admiral Janeway & Picard ganz ptötzlich hilfe aus den Spiegeluniversum bekommen würden. Zb. von Chakotay den ehem. Lieberhaber der Spiegel Janeway.
          " Ich hab ein Herz für alle Voyager Fans ! "

          ***MilchkaffeeLieutanant des VoyagerTantenClubs***

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          • #6
            Wie wärs wenn Admiral Janeway & Picard ganz ptötzlich hilfe aus den Spiegeluniversum bekommen würden. Zb. von Chakotay den ehem. Lieberhaber der Spiegel Janeway.
            Idee wird notiert, vielleicht komm ich so auch aus dem Plothole raus, muss (unsere) Janeway ja irgendwie auf die Voyager bringen...

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            • #7
              Du wirds das schon schaffen & wir helfen Dir gerne wenn Du nicht weiter weist. Also schnell weiter schreiben. Kann das nächste Kapitel kaum erwarten.
              " Ich hab ein Herz für alle Voyager Fans ! "

              ***MilchkaffeeLieutanant des VoyagerTantenClubs***

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              • #8
                Wie hab ich denn dieses letzte Stück von Kapitel 2 zu verstehen Is ja cool XD

                Klasse Fortsetzung, gefällt mir echt gut. Nur wieso duzen die alle

                Oi, warum denn Chakotay als Liebhaber?? Boring...
                Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

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                • #9
                  Ich dachte das duzen würde besser zu den Rebellen passen, als das förmliche "Sie" der Sternenflotten-Offiziere. Und die Janeways duzen sich, weil sie ja im Grunde dieselbe Person sind. Ich fand es grausam, dass Shinzon Picard gesiezt hat...

                  *Freu* Hab ne Möglichkeit aus dem Plothole zu kommen. Werde zwar Chakotay verwenden, aber im Grunde täte es jeder x-beliebige Char, sogar Naomi...

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                  • #10
                    hihi das Ende is ja genial.
                    Gute Story und klasse Idee mit dem Spiegeluniversum-Ich!
                    erinnert mich ein bisschen an das doppelte Lottchen.Xd
                    Das Lied für sinnlose Diskussionen zur Aggressionsbewältigung.
                    Mehr Frieden und Liebe für das SFF! Trage dazu bei!

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                    • #11
                      So, neues Kapitel. Viel Spaß damit:

                      Kapitel 3

                      Sternzeit 57132.4

                      Die Stimmung im Besprechungsraum der Enterprise war angespannt, was vor allem an Admiral Janeways sich rapide verschlechternder Laune lag. Picard brauchte erst gar nicht in ihre Richtung zu sehen, um zu wissen, dass sie dasselbe durchmachte, wie er zuvor bei seiner Begegnung mit Shinzon. Zu wissen, dass irgendwo in einem die Potenzial zu einem Massenmörder steckte, war nicht leicht zu akzeptieren. Shinzon hatte die Erde vernichten wollen und dort sicher nicht gestoppt. Die andere Kathryn Janeway schien besessen, die Heimatwelten der Klingonen und Cardassianer zu verwüsten, so wie es in diesem Universum mit der Erde passiert war. Und würde sie dort stoppen? Picard konnte trotz allem Nachdenken keine Antwort darauf finden. Kathryn Janeway war jemand, den man schwer einschätzen konnte. Beide Versionen von ihr.
                      In den letzten Stunden hatten sie fieberhaft über einer Möglichkeit gebrütet, die Voyager zu stoppen. Jetzt lief die Frist aus, die ihnen Admiral Paris gewährt hatte und sie mussten ihre Chance jetzt nutzen. Wenn eine Flotte der Föderation die Voyager angriff, würde das kleine Schiff nichts als Trümmer von ihnen zurücklassen. Der Ablativpanzergenerator machte die Voyager für konventionelle Waffen nahezu unverwundbar.
                      „Geordi“, begann Picard, „zuallererst: Haben sie eine Möglichkeit gefunden, den Panzer der Voyager zu durchdringen?“
                      Der Ingenieur schüttelte den Kopf.
                      „Ich habe solche Technologie noch nie gesehen, aber die ersten Scans sind atemberaubend. Es ist eine Fusion aus Transporter- und Replikatortechnologie, sowie einer dichteren Version der Legierung, mit der auch die Enterprise gepanzert ist. Unsere heutige Technologie ist nicht genau genug, eine solch dichte Legierung zu produzieren. Jedenfalls nicht mit einem Replikator.“ Er trat zu einem Wandpanel und rief einige Daten auf. Auf dem Display erschienen verschiedene Simulationen, in denen der Computer ausrechnete, wie verschiedene Methoden auf den Panzer wirken würden.
                      „Nach ersten Tests wären zirka einhundertzwanzig Quantentorpedos nötig, um ein Loch in den Panzer zu sprengen. Und das Replikatorsystem würde dieses Loch binnen Nanosekunden wieder schließen.“
                      Picard nickte. Also keine Verbesserung der Situation in dieser Richtung.
                      „Alternativen? Können wir durch den Panzer beamen?“
                      „Wie ich schon sagte, Captain, diese Legierung ist unglaublich dicht. Die Zielerfassungsscanner kämen vermutlich durch, nicht aber der Transporter selbst.“
                      Janeway hatte bis jetzt geschwiegen, wandte sich aber jetzt an Hanson:
                      „Annika, als wir von dieser Sphäre verfolgt wurden... Sie hatte einen Weg gefunden, den Panzer zu durchdringen. Wissen wir, wie sie das geschafft hat?“
                      Die Ex-Borg nickte, doch Janeway war im nächsten Moment anhand ihres Gesichtsausdrucks klar, dass sie auch dieser Pfad nicht weiter bringen würde.
                      „Die Borg nutzten eine Art von elektromagnetischer Strahlung, die das Replikatorgitter überlagerte. Dadurch wurde die neu replizierte Panzerung mit jeder Attacke schwächer. Aber dafür müssten wir die Panzerung erstmal durchdringen können.“
                      Madden stellte die offensichtliche Frage:
                      „Transphasentorpedos?“
                      Picards Gesicht versteinerte, obwohl er mit dieser Frage gerechnet hatte. Er war, egal was mit der Voyager geschah, nicht bereit, die wackligen Verhandlungen mit den Romulanern durch einen Bruch des Vertrages von Algeron zu gefährden. Die Interphasengeneratoren an Bord dieser Superwaffen gehörten zu der der Föderation durch diesen Vertrag „verbotenen“ Tarntechnologie. Picard öffnete den Mund, um seine Meinung auszusprechen, doch in diesem Moment heulten die Alarmsirenen der Enterprise. Eine Sekunde später piepte Picards Kommunikator.
                      „Brücke an Captain Picard.“
                      Picard sprang auf und war schon auf halbem Weg zur Tür, als er seinen Kommunikator berührte, um zu antworten.
                      „Picard hier. Bericht.“
                      Die Stimme des Offiziers klang seltsam unsicher.
                      „Captain, wir haben einen Eindringling auf der Brücke.“
                      Picard sah sich fragend zu seinen Stabsoffizieren um. Die Enterprise befand sich im Warptransit, was es eigentlich unmöglich machen sollte, einfach so an Bord zu beamen.
                      „Welcher Art ist der Eindringling?“
                      „Sir... Das sollten sie und Admiral Janeway besser selbst entscheiden. Momentan scheint jedoch keine Gefahr von ihm auszugehen.“
                      „Ich bin unterwegs“, antwortete Picard, doch seine Stimme verriet deutliche Skepsis. Er sah Janeway fragend an, die jedoch auch nur mit den Schultern zucken konnte. Was ging hier vor?
                      Seine Antwort erhielt er nur wenige Sekunden später, als er die Tür zur Brücke durchschritt und das erste Mal einen Blick auf den Eindringling warf, der einfach so an Bord seines Schiffes aufgetaucht war. Einen bangen Moment lang hatte er befürchtet, Q erlaubte sich mal wieder einen Spaß mit ihm. Es passte zu dem unberechenbaren Wesen, sich einen solchen Zeitpunkt für einen Besuch auszusuchen. Doch dann wurde sein gedankengang völlig über den Haufen geworfen, als er ein bekanntes Gesicht sah, dass er in den Berichten über die Reise der Voyager oft genug gesehen hatte, um es sofort zu erkennen.
                      Janeways Reaktion war etwas drastischer. Sie blieb wie angewurzelt stehen und starrte in das Gesicht, das ihr so vertraut geworden war – abgesehen von der Narbe dort, wo sie ein hellblaues Tatoo in Erinnerung hatte.
                      „Chakotay???“, fragte sie verwirrt.
                      Die Spiegelversion ihres ehemaligen Ersten Offiziers lächelte sie mit gespielter Freundlichkeit an.
                      „Schön, sie zu sehen, Kate.“
                      Seine Stimme verriet, dass er genau das Gegenteil von dem empfand, was er sagte...

                      „Wie konnten sie direkt auf meine Brücke beamen?“, fragte Picard. „Ist ein getarntes Schiff in der Nähe?“
                      Theoretisch konnte ein Schiff, dass seine Warpgeschwindigkeit und seinen Kurs exakt an die Enterprise anpasste, auch im Warptransit Personen an oder von Bord beamen. Doch dazu hätte ein Schiff in der Nähe sein müssen. Und obwohl sich Janeway nicht sicher war, ob Chakotay – beziehungsweise seine Spiegelversion – die Wahrheit sagte, ging sie doch davon aus, dass er nicht aus diesem Universum herübergebeamt war. Leider hatte man den Transporter nicht zurückverfolgen können.
                      Chakotay starrte Picard durch das Energiefeld der Zelle an, in die man ihn gesperrt hatte. Ohne seinen Blick vom Captain der Enterprise zu lösen, wandte er sich an die Admiralin:
                      „Ist der Captain immer so stur, Kathryn?“
                      Picard trat bis direkt an das Kraftfeld und bedachte Chakotay mit einem Blick, der jeden seiner Untergebenen hätte flüchten lassen. Doch der Spiegeluniversum-Rebell verzog nicht eine Miene.
                      „Sie werden mit mir reden und nur mit mir, Mister Chakotay!“, fauchte Picard, dessen Geduldsfaden allmählich zu reißen begann. „Und sie werden uns die Antworten geben, die wir von ihnen haben wollen!“
                      „Sonst WAS?“, erwiderte Chakotay, „Wollen sie mich foltern? Viel Glück, Captain, verglichen mit cardassianischen Methoden ist alles, was sie mir zufügen können ein Spaziergang im Paradies!“
                      Picard trat wieder einen Schritt zurück. Das hatte einen Nerv getroffen. Picard war vor langer Zeit einmal von Cardassianern gefoltert worden und tat sein möglichstes, diese Erinnerungen zu verdrängen. Ebenso wie seine Erinnerungen aus der zeit als Locutus. Er konnte zumindest teilweise die Motivation des anderen Chakotay verstehen. Doch das erklärte nicht, was er in diesem Universum und auf diesem Schiff wollte.
                      „Warum? Warum sind sie hier?“
                      „Sagen wir einfach wir haben einen gemeinsamen Feind“, gab Chakotay zurück.
                      Picard hatte einiges erwartet, aber nicht DAS.
                      „Mein Alter Ego?“, warf Janeway ein, „Also arbeiten sie für die Allianz?“
                      Chakotay spuckte in Janeways Richtung, doch das Kraftfeld verdampfte den Tropfen Flüssigkeit rückstandslos. Das Gesicht des Indianers erinnerte Janeway eher an einen wütenden Klingonen als an einen Menschen.
                      „Bringen sie mich nie wieder, NIE WIEDER mit DENEN in Verbindung, Admiral! Mein Hass auf die Allianz ist ebenso stark wie der der Janeway aus meiner Welt. Und bevor sie fragen, ja, ich würde die Klingonen und Cardassianer auslöschen ohne zu zögern wenn ich könnte. Aber der Diebstahl der Voyager ist der falsche Weg. Jemand muss sie daran hindern.“
                      „Jemand wie sie?“, fragte Picard. Der Spott in seiner Stimme war kaum verhohlen.
                      Chakotay schnaubte.
                      „Wir sind nicht alle so wie sie vielleicht annehmen, Captain. Und ja, ich bin hier, um meine Janeway an diesem Diebstahl zu hindern. Unglücklicherweise erfuhr ich zu spät von ihrem Plan, daher musste ich direkt hierher kommen.“
                      „Was lässt sie vermuten, dass diese Janeway auf sie hören wird?“, fragte die Admiralin.
                      Chakotay lächelte sadistisch.
                      „Gar nichts. Aber dass muss sie auch nicht. Ich hatte vor, sie wegen Insubordination vor der gesamten Crew zu exekutieren.“
                      „Insubordination? Sie sind ihr Vorgesetzter?“
                      „Sie war in meiner Widerstandszelle, bis sie desertiert ist. Wir sind nie besonders gut ausgekommen.“ Er zeigte auf die Narbe, die seine Schläfe zierte. „Das war ihr Ebenbild, Admiral. Ich kann froh sein, dass sie einen d'k'tagh benutzt hat und kein bat'leth zur Hand hatte. Es gibt noch andere Gründe, gute Gründe für mich, sie zu hassen. Doch die meisten davon sind persönlicher Natur und gehen sie nichts an, Admiral.“
                      Janeway bedeutete Picard, ihr zu folgen und trat auf den Gang, um außer Hörweite der Zellen zu sein.
                      „Jean-Luc, ich brauche ihre ehrlich Meinung. Können wir ihm trauen?“
                      Picard holte tief Luft und sah sich hilfesuchend um.
                      „Sie meinen, reicht es uns aus anzunehmen, dass der Feind unseres Feindes automatisch unser Freund ist?“
                      Sie nickte.
                      „Oder ob wir überhaupt annehmen können, dass er ein Feind unseres Feindes ist...“
                      Der Captain der Enterprise lächelte.
                      „Sie kennen ihn besser als ich. Wieso sind sie sich mit ihrer Entscheidung nicht sicher?“
                      „Ich kenne meinen ehemaligen Ersten Offizier, Captain, nicht diesen Raumpiraten da drinnen!“
                      „Soweit ich weiß, war Captain Chakotay früher auch ein Mitglied des Maquis.“
                      „Ja, aber er...“
                      Ihr Gesicht hellte sich auf. Chakotay war ein Rebell gewesen, aber nie ein blutrünstiger Mörder. Er hatte Regeln gebrochen, sich aber immer an seine eigenen Grundsätze gehalten. Ihm zu trauen könnte sich als Fehler erweisen, aber seine Hilfe abzulehnen, wäre in dieser Situation noch fataler.
                      Sie trat wieder in die Brigg zurück und baute sich vor dem Rebellen auf, der sich mittlerweile in eine Ecke gehockt hatte und gelangweilt in die Gegend starrte.
                      „Wie können sie uns helfen? Warum sollten wir ihre Hilfe annehmen?“, fragte Janeway.
                      Chakotay lächelte und erhob sich wieder.
                      „Ich konnte von meinem Schiff in meinem Universum auf ihr Schiff in ihrem Universum beamen, ohne dass mich ihr Warpfeld behindert hätte. Ich könnte zwei Personen auf dieselbe Weise an Bord der Voyager bringen.“
                      „Sie vergessen, dass die Voy...“, begann Picard zu widersprechen, doch Chakotay schnitt ihm das Wort ab.
                      „Die Voyager einen undurchdringlichen Panzer hat, ich weiß. Das ist für meinen Transporter kein Problem. Die Modifikationen am Zielerfassungsscanner, um eine andere Quantenebene anzuvisieren und die Atome dorthin zu bringen machen den Schutz durch den Panzer zunichte. Es ist als würde man an einen Punkt in seinem eigenen Universum gebeamt, aber man materialisiert im anderen.“
                      „Also muss ihr Transporter den Panzer gar nicht durchbrechen, das der Panzer in ihrem Universum gar nicht da ist. Die Theorie klingt plausibel. Warum nur zwei Personen?“
                      Chakotay lachte.
                      „Ich bin kein Allianz-Warlord, Admiral. Alles was ich habe ist ein gestohlenes Shuttle und ein notdürftig zusammengeflicktes Transportermodul.“
                      „Wir könnten unsere Transporter entsprechend modifizieren“, schlug Picard vor.
                      „Gerne“, entgegnete Chakotay sarkastisch, „Wenn sie auch eine Möglichkeit haben, die Enterprise vorher ins Spiegeluniversum zu schicken ist das eine sehr gute Idee. Es funktioniert nur dann, Captain, wenn der Transporterstrahl zwei Universen überbrückt. In ihrem Universum ist der Panzer der Voyager immer noch im Weg.“
                      „Also gut...“
                      Gerade als Janeway die Details besprechen wollte, heulte der Alarm zum wiederholten Male durch die Enterprise. Picard klopfte auf seinen Kommunikator.
                      „Picard an Brücke, Bericht!“
                      Commander Maddens Stimme hatte einen Hauch von Panik in sich, als er meldete:
                      „Sir, mehrere Föderationsschiffe auf Abfangkurs mit der Voyager. Sie werden in fünf Minuten in Waffenreichweite sein.“
                      „Wir sind unterwegs!“, rief der Captain und bedeutete dem Sicherheitsoffizier, der Wache schob, das Kraftfeld vor Chakotays Zelle zu deaktivieren. Zwei weitere Wächter traten an den Rebellen aus dem Spiegeluniversum heran und geleiteten ihn hinter Janeway und Picard her auf die Brücke.

                      „Kathryn“, meldete sich Gota von seiner Postion schräg hinter Janeway. „Ich habe eine Flotte von Schiffen der Sternenflotte auf dem Schirm, die uns in etwa fünf Minuten erreichen werden.“
                      Janeway lächelte überlegen.
                      „Wie viele Schiffe?“
                      „Sieben, dazu die Enterprise. Sie werden uns kaum Schaden zufügen können.“
                      Die Spiegel-Janeway stand auf und strich die falsche Uniform glatt, die sie sich auch nach dem besuch der Kabine ihres Alter Egos wieder angezogen hatte. Sie hatte es bereut, Annika wieder in den Maschinenraum schicken zu müssen, aber immerhin ging die Arbeit – erstmal – vor.
                      „Gib mir das Führungsschiff auf den Schirm“, verlangte sie.
                      Auf dem Hauptschirm erschein das kalte Lächeln eines jungen Captains, der so schleimig wirkte wie eine Schüssel gagh.
                      „Hier spricht Captain Jonathan Carpenter vom Föderationsraumschiff Hawk. Ich fordere sie hiermit auf, uns die USS Voyager zu überlassen, dann dürfen sie in ihr Universum verschwinden und brauchen keine Strafverfolgung zu fürchten.“
                      „So wie ich das sehe, Captain, brauche ich in keinem Fall irgendetwas zu fürchten, womit sie mir drohen können. Bitte, klären sie mich auf, wenn ich einem Irrtum unterliege, aber soweit ich weiß, ist der Panzer der Voyager für ihre Waffen undurchdringlich.“
                      Das Lächeln erlosch nicht, wie Janeway es erwartet hatte, sondern wurde nur breiter. Dieser Hurensohn hat etwas von einem Cardassianer, dachte sie bei sich. Zeit, das Lächeln aus seinem Gesicht zu wischen!
                      „Sie haben eine Minute, unter Warp zu gehen und den Panzer zu entfernen. Danach eröffnen wir das Feuer. Carpenter, Ende.“
                      Janeway wirbelte zu dem Trill herum.
                      „Mach einen Detailscan ihrer Schiffe. Stelle fest, ob sie irgendetwas haben, womit sie uns gefährlich werden können.“
                      Gota biss sich auf die Unterlippe und gab Daten ein, schüttelte immer wieder den Kopf und murmelte unverständliche Dinge.
                      „Das ergibt keinen Sinn. Phaser... Quantentorpedos... Kurzstreckenjäger an Bord einiger Schiffe... Ich kann nichts erkennen, was auf eine neue Waffe hindeutet, von der wir nichts wissen.“
                      „Ein Bluff“, bemerkte Kim belustigt, „Sie haben nichts, was sie gegen uns verwenden können.“
                      Janeway war etwas weniger optimistisch, als der junge Krieger.
                      „Vielleicht haben sie das ja wirklich nicht“, murmelte sie. Doch etwas in ihr schrie sie förmlich an, vorsichtiger zu sein.

                      „Carpenter, brechen sie den Angriff ab, das ist Selbstmord!“, verlangte die Admiralin Kathryn Janeway.
                      Carpenter lächelte und faltete seine Hände, schlug die Beine übereinander und bildete so ein Abbild der Arroganz, die man ihm nachsagte. Arrogant und selbstmörderisch, dachte Janeway.
                      „Ich versichere ihnen, Admiral, dass wir nicht in unseren Tod fliegen. Ich habe meine Methoden. Es steht ihnen frei, sich uns anzuschließen, aber wir benötigen die Feuerkraft der Enterprise nicht unbedingt.“
                      „Ich habe ihnen einen BEFEHL gegeben, CAPTAIN!“, rief Janeway wütend. „Sie können den Panzer der Voyager nicht einmal ankratzen, geschweige denn vernichten!“
                      Carpenter seufzte übertrieben genervt. Wie es jemand wie er zu einem Captain gebracht hatte, wenn er seinen Vorgesetzten gegenüber so respektlos auftrat war Janeway ein pures Rätsel.
                      „Meine Befehle zum Angriff kommen direkt von Admiral Montgomery. Ich befürchte, sie sind nichtsdestotrotz bindend für mich. Und was meine Methoden angeht, die darf ich nicht auf diesem Kanal diskutieren. Wenn sie mich nun bitte entschuldigen würden...?“
                      Die Verbindung zur Hawk brach abrupt ab. Stattdessen zeigte der Hauptschirm die Voyager und sieben Sternenflottenschiffe unterschiedlicher Klassen, die auf das Janeways altes Schiff zuhielten. Zeitgleich eröffneten alle Schiffe das Feuer und überschütteten die Voyager mit destruktiver Energie, ohne sie jedoch auch nur anzukratzen. Phasersalven wurden ausgetauscht, während sich die Schiffe bei einer relativen Geschwindigkeit von Warp neun-Komma-fünf umkreisten. Und dennoch flog die Voyager nur geradeaus, verteidigte sich nur sporadisch mit Phasern uns ließ sich nicht beirren in ihrem Ziel, das Wurmloch bei Deep Space Nine zu erreichen.
                      „Was hat er vor?“, murmelte Janeway.
                      „Was immer es ist“, sagte Chakotay, „Ich hoffe er respektiert meine Kathryn mehr als er sierespektiert, Admiral. Sie ist nicht dumm und wenn er einen Fehler macht, dann wird sie zurückschlagen.“

                      Die Brücke der Hawk war in blutrotes Licht getaucht, was Carpenter als deutlich angenehm empfand. Er fühlte sich in der Schlacht zuhause und diese Schlacht war eine, die er nicht verlieren konnte.
                      „Wie nah müssen wir heran, um den gewünschten Effekt zu erzielen, Lieutenant?“, fragte er.
                      „Einen halben Kilometer Admiral. Andernfalls wird die Leistung zu schwach sein, um den Warpkern durch den Panzer zu erreichen.“
                      Carpenter grinste im Gedanken daran, wie Janeways Gesichtsausdruck jetzt aussah und wie er sein würde, wenn er seine Arbeit getan hatte. Jaja, man lernt nie aus, nicht wahr Kate? Selbst sogenannte Legenden lernen dazu. Pass gut auf und vergiss nicht, alles genau mitzuschreiben, dann bleibst du auf der Karriereleiter vielleicht sogar vor mir...
                      „Steuermann, bringen sie uns auf dreihundert Meter ran. Wir gehen hier kein Risiko ein, es gibt nur einen Versuch.“
                      Der Fähnrich an der Conn schluckte hörbar, antwortete dann aber mit einem knappen „Jawohl, Sir.“

                      „Die Hawk nähert sich, Kate.“
                      „Wollen sie uns rammen?“
                      Janeway hätte diesem Captain einiges zugetraut, aber DAS? Das kam völlig unerwartet.
                      „Moment... Nein, Entfernung bleibt konstant bei etwa dreihundert Metern.“ Gota sah auf. „Was haben die vor?“
                      Janeway schnaubte ließ sich in den Sessel fallen.
                      „Ich habe keine Lust, es herauszufinden. Harry, auf mein Kommando Kurs zwei-eins-null und Geschwindigkeit reduzieren auf Warp neun-Komma-zwei. Feyran, alle Waffen bereit halten und einen Transphasentorpedo auf die Hawk richten.“
                      Beide nickten stumm als Bestätigung. Diese abrupte Kursänderung brachte sie aus der Nähe der Hawk und hinter sie. Dann genügte mit etwas Glück ein einzelner Torpedo, um Carpenter für seine Arroganz zahlen zu lassen. Und wenn sie verfehlen sollten, machte das auch keinen Unterschied. Sie würden zum Wurmloch durchkommen, daran gab es keinen Zweifel.
                      Gotas Konsole piepte.
                      „Kate, da passiert etwas Seltsames. Die Hawk sendet einen gebündelten Datenstrom über einen verschlüsselten Kom-Kanal.“
                      „Befehle für die Flotte?“
                      Er sah von der Konsole auf.
                      „Nein, die Transmission ist auf uns gerichtet.“
                      Janeway verstand nicht, aber sie wusste, was zu tun war.
                      „Harry, JETZT! Feyran...FEUER!“
                      Die Voyager scherte hart aus und fiel sofort zurück. Im selben Moment öffnete sich der Panzer seitlich des Deflektors für einen Sekundenbruchteil und gab einen Torpedo frei, der auf den Warpkern der Hawk gerichtet war. Irgendwie reagierte der Steuermann schnell genug und spiegelte die Kursänderung der Voyager, wodurch sich der Schusswinkel des Torpedos ruckartig veränderte. Statt den Antriebskern und mit ihm die Hawk zu zerreißen, schlug der Torpedo in eine der Streben ein, die die Warpgondeln mit dem Hauptrumpf verbanden und riss sie glatt ab. Mit einem Mal war das Schiff verschwunden, als es ohne ein stabiles Warpfeld unter Lichtgeschwindigkeit zurückfiel.
                      „Schnell, Feyran! Worauf haben sie gezielt?“, rief Janeway. Nichts hinderte die verbliebenen Schiffe daran, die Taktik zu wiederholen.
                      „Auf den Warpkern. Moment... Ich führe einen internen Scan durch... UNMÖGLICH!“, stieß der Trill ungläubig hervor.
                      „WAS?“
                      Gota konnte sein angsterfülltes Zittern nicht verbergen.
                      „Da ist ein Antimateriesprengsatz direkt am Warpkern. Ich vermute, dass der Datenstrom die Aktivierungssequenz ist. Unser Panzer hat den Strom abgebrochen, als wir zurückfielen.“
                      „Sag Annika, wo der Sprengsatz ist. Sie soll ihn entschärfen.“ Sie waren also nur durch Glück mit dem Leben davongekommen. Das sollte ihr eine Lehre sein, auf ihre Gefühle zu hören. Und eine Lehre über die Entschlossenheit der Sternenflotte. Bisher war sie davon ausgegangen, dass sie die Voyager in einem Stück zurück wollten, koste es, was es wolle. Es wurde Zeit, sich ebenfalls an diese neuen Gegebenheiten anzupassen, entschied Janeway. „Oder halt, warte. Sag ihr, sie soll ein paar Änderungen vornehmen.“
                      „Was für Änderungen?“
                      Sie erklärte ihm, was sie im Sinn hatte.

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                      • #12
                        Mehr, weiter so Draco.
                        " Ich hab ein Herz für alle Voyager Fans ! "

                        ***MilchkaffeeLieutanant des VoyagerTantenClubs***

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                        • #13
                          Waaaah, jetzt schreib doch endlich weiter! Es ist doch grad so spannend! Ich frage mich schon die ganze Zeit, wie's weitergeht. Vielleicht fällt dir ja (auch nach etwas längerer Zeit) noch 'ne Fortsetzung ein... Hoffe ich zumindest
                          [CENTER]"Vulcan mind-melds - utter foolishness." -Der Doctor
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                          • #14
                            Ich werd mich bemühen, schreibe aber gerade für ein anderes Forum an der Fanfic "Star Trek - The Fall". Das wäre dann so am ehesten die Fortsetzung zu dieser Story hier, auch wenn ca. 25 Jahre dazwischen liegen.

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