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Willow (und Buffys Gang)

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  • Willow (und Buffys Gang)

    Hallo!

    Ich habe mal angefangen, eine Fortsetzungsgeschichte über Willow zu schreiben, die mit der Crew beider Serien zusammen treffen wird. Begonnen habe ich mit einen besonders persönlichen Moment von Willow (Wicked Willow dürfte bekannt sein) und einem kurzen, geschichtlichen Abriss der Staffel 7 der Serie Buffy. Danach kommt meine mögliche Version der weiteren Ereignisse, die eigentliche Fortsetzungsgeschichte.

    Bitte beachten: Man sollte die Serien Buffy und Angel bis zum Ende gesehen haben, denn ich baue auch auf das etwas "lose Ende" der Angel-Serie auf. Außerdem werden einige Anspielungen auf die charakterlichen Entwicklungen der Personen gemacht, die im Verlauf einiger Episoden zu sehen waren (z. B. die böse Willow).

    Viel Spaß beim lesen. Und für konstruktive Kritik oder weitere Anregungen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.


    ---

    Willow Danielle Rosenberg, oder besser gesagt ihr Körper, der nur noch eine viel zu kleine Hülle voller schwarzer Magie und beinahe gottgleicher Macht war, ließ ihre Macht pulsierend in dem Pool der Energien des schwarzen Tempels auf Kingman´s Bluff einhämmern, den sie Stück für Stück aus dem Erdreich hervor holte, und stärkte so die destruktiven Kräfte der satanistischen Stätte um die Welt mit deren Hilfe endlich still zu bekommen. Es war zu viel, die Stimmen in ihrem Kopf. Stimmen von verzweifelten und jammernden Menschen. Menschen die ihren Partner, ihren Job, ihre Behausungen oder gar ihre Familie verloren hatten. Weinende, klagende Stimmen voller Unheil, Unschuld und Unglück. Darunter waren auch Stimmen, die vor Willow Angst hatten oder um die „gute, alte Willow Rosenberg“ trauerten, als sie noch nicht eine mächtige Schwarzmagierin war, besessen von dem Gedanken sich für Taras Tod zu rächen.

    Tara, oh geliebte Tara. Für einen kleinen Moment stach der Schmerz des Verlustes unendlich peinigend erneut in Willows Herz. Doch da gewann der Hass erneut die Überhand. Drei Einwohner Sunnydales hatten sich falsch entschieden und die Scoobie-Gang um Buffy vor Monaten zum Gegner gemacht. Großer Fehler. Und dann waren sie noch am Mord von Tara und am versuchten Mord an Buffy beteiligt. Willow konnte Buffy noch retten, aber dabei bediente sie sich schwarzer Magie, die aus ihrem Zorn über den schnellen und brutalen Mord an Tara entwuchs. Derjenige, der es wagte Willow und Tara durch den Tod Taras für immer zu trennen, war bereits von der Hexe getötet worden. Gehäutet bei lebendigem Leibe und danach verbrannt, durch eine einfache Handbewegung und der damit verbundenen magischen Kraft Willows. Doch sie wollte alle drei dieser Gegner Buffys beseitigen. Wenn auch nicht für die Jägerin, sondern allein aus Rache. Wären sie nicht gewesen, hätte Willow wohl jetzt bereits wieder in den Armen ihrer Geliebten liegen können, mit ihr schmusend den Sonnenaufgang begrüßen können. Endlich hatte Tara der Hexe wieder vertraut, ihr vertraut dass sie Magie nicht mehr zum Selbstzweck benutzte und nicht mehr davon abhängig war. Endlich konnten sie beide wieder zusammen sein, doch dann kam der Schuss und die geliebte Blonde fiel im Zimmer der Hexe tot zu Boden, ihr Herz durchrissen von einem kleinen Stück Metal.

    Willow war voller Angst, Verzweiflung und einer Reihe anderer Emotionen durchflutet, als die tote Geliebte in ihren Armen lag. Heulend und schluchzend rief sie Osiris zu sich und bat ihn inbrünstig um seine Hilfe, damit Tara wiederbelebt werden konnte. Nun, sie bat nicht, sie befahl es. Doch er meinte, dass es bereits geschehen sei. Der Tod eines Menschen ausgelöst durch einen Menschen mit einem Todeswerkzeug der Menschen. Keine Dämonen, keine Magie und keine unglücklichen Raum-/Zeitphänomene waren dafür verantwortlich. Somit war es ein endgültiger Tod und Osiris verweigerte die Hilfe. Willow verfluchte ihn und durch einen verzweifelten Schrei unendlicher Wut und Enttäuschung vermochte sie es sogar ihn für seinen engstirnigen Widerstand umgehend von der Welt zu verbannen. Von da an trieben sie nur noch die negativen Gefühle und der Schmerz voran. Die schwarze Magie, die sie aus Büchern und aus dem Schwarzmagier Rack saugte, ein übler Zeitgeselle, ließen sie weiterhin im Meer der negativen Gefühle baden.

    Daraufhin stellten sich ihr all ihre Freunde in den Weg und wollten Willow vernichten. Ohja, angeblich wollten sie nur die alte Willow zurück, aber sie war nun eine andere Willow. Die dunkle, die schwarze, beinahe eine Halbgöttin. Keiner konnte sie aufhalten. Sie lachte über die amüsanten Versuche der Scoobie-Gang, was jedoch ein verhöhnendes Lachen voller Hass und Zorn über all die negativen Dinge war, die sie innerhalb der letzten Jahre mit und bei diesen Menschen hatte erleiden müssen. Dann kam sogar Giles mit geborgter Kraft aus England zurück um sie zu stoppen.

    Doch stattdessen gewann sie bald schon die Oberhand und saugte die Energie aus ihm in sich auf. Leider war diese mit weißer Magie „verschmutzt“ und zusammen mit der bereits erlangten schwarzen Macht konnte Willow nun alle Emotionen aller Menschen spüren. Durch die Konzentration ihrer Empfindungen auf den Verlust ihrer geliebten Tara spürte sie jedoch nur Schmerzen und Kummer der Menschen, ganz so als sei es ihr eigener Schmerz. Sie musste dem ein Ende bereiten, sie konnte nicht länger fühlen. Sie wollte nicht länger fühlen. Es zerriss ihr Herz in tausend Stücke, immer und immer wieder. Es war zu viel. Zu viel für sie und für die Welt. Dieser Erdball voller Verluste, Qual und Schmerz. Die Pein der armen Bastarde, die sich Menschen nannten, musste beendet werden.

    Alle hatten ein Recht darauf in Frieden zu ruhen. Ergo war sie hier, auf Kingmans Bluff. Hier sollte alles enden. Willow steigerte den Fluss der schwarzen Energien in die Tempelanlage, damit es schnellstmöglich beendet werden würde. Ein Teil von ihr schrie verzweifelt es nicht zu tun, doch für diesen Teil war es fast zu spät. Eine überwältigende Mehrheit von anderen Stimmen brüllte in einem Crescendo einstimmig der Hexe in Gedanken zu, es zu beenden, die Welt zu erlösen. Die steinerne Götzenfigur von Proserpexa, bestehend aus einer nackten Frau mit Schlangen an der Tempelspitze befestigt, begann zu glühen. Ihre Macht war es, die Willow fehlte. Durch sie konnte sie das Wunder vollbringen und alles beenden. Alles.

    Für einen kurzen Moment spürte sie die Verzweiflung von Buffy, die mit ihrer Schwester Dawn in einer Erdgrube festsaß. Buffy Summers, die Jägerin, wollte gegen irgendetwas ankämpfen? Nun, einen Kampf sollte sie bekommen. Just in dem Augenblick, als Willow in Buffys Gedanken zu hören war und sich mit ihr darüber unterhielt dass die Erde nur durch vollständige Vernichtung von aller Qual für immer erlöst werden konnte, bekamen die Jägerin und Dawn Besuch. Begleitet von Willows Worten „Ich war es, die dich aus der Erde holte. Nun will dich die Erde zurück!“ ballte sich die Natur selbst aus Wurzeln und Erde zu dämonischen Wesen zusammen. Die Jägerin wollte kämpfen, also sollte sie ihren letzten, finalen Kampf bekommen. Sie sollte kriegerisch sterben wenn die Welt untergehen würde. Doch warum tat Willow dies? Aus Mitgefühl? Damit die Jägerin nicht aus Langeweile verzweifelte und etwas hatte gegen das sie ankämpfen konnte? Ein letztes Geschenk beim Untergang der Erde? Die Hexe stutzte für einen kleinen Augenblick.

    Doch dann wischte sie die Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder auf das Götzenabbild. Mehr Energie musste in den Tempel. „Proserpexa, lass die reinigenden Feuer aus den Tiefen die gepeinigten Seelen niederbrennen und so den süßen Tod bringen!“ verlangte die Hexe. Blitze erschienen und formten sich zwischen Willow Rosenberg und dem Tempel. Die Luft knisterte, bereit sich magisch zu entladen auf Geheiß der Hexe. Ein Wirbel entstand um sie herum als sie abermals ihre destruktiven Energien pulsierend in den Tempel schickte. Die Götzenfigur begann heller zu leuchten. Lächelte sie? Die durch Energie überladene Luft entlud sich in gewaltigen Funken und Blitzen, in deren Zentrum die Hexe stand und ihr nichts mehr anhaben konnte. Sie könnte nach dieser Tat zur Göttin werden, wenn sie sich nicht bereits dazu entschlossen hätte, mit der Welt unter zu gehen.

    Doch was war das? Der Energiefluss wurde durchbrochen, ein Hindernis stand im Weg. Willow betrachtete ungläubig Xander.
    „Hey schwarzäugiges Mädchen. Was tust du?“ fragte er mit seiner Art von Humor, die manchmal recht unpassend auf die Situation wirkte. Zumindest war es in diesem Moment für Willow unpassend und es ärgerte sie, dass er nun genau zwischen ihr und dem Tempel stand.
    „Verschwinde!“ forderte sie von ihm. Hass stieg in ihr auf.
    „Oh nein. Du bist nicht die einzige mit Kräften, weißt du?“ meinte er leicht lächelnd.

    Willow war verunsichert. Was wollte er? Was faselte er da von Kräften? Sollte er etwa Kräfte besitzen? Geborgte etwa, ähnlich wie Giles? Lächerlich, sie würde diesen Störenfried, denn nichts weiter war er momentan, einfach davon fegen und weitermachen.
    „Ich mache keine Witze, Xander. Geht mir aus dem Weg. JETZT!“ rief sie als sie ihren Arm auf ihn zu bewegte und ein Schwall aus schwarzer Energie und Blitzen auf Xander zuflog. „Nein“ schien etwas in ihr auf zu schreien, doch sie ignorierte es. Wollte es zumindest. Sie sah Xander hart gegen den Tempel krachen, als sie aus einem ihr unerfindlichen Grund den magischen Angriff abbrach. Sein schmerzverzerrtes Gesicht regte etwas in ihr. Schmerz, eine andere Form von Schmerz. Sie hatte doch schon genug von Schmerzen. Nein, sie wollte es nicht erneut fühlen. Sie begann erneut den Tempel mit Energien auf zu laden.

    Plötzlich trat der doch schwer angeschlagene Xander erneut zwischen ihr und dem Tempel. Abermals blockierte er damit ihre Bemühungen und Wut stieg in ihr hervor. Aber gleichzeitig auch Ver- und Bewunderung . Dieser Xander, der nie etwas richtig machte, zu nichts nutze war, stellte sich ihr nun in den Weg? Warum?
    „Du kannst es nicht aufhalten!“ warnte sie eindringlich. Warum tötete sie ihn nicht einfach?
    „Ja, das habe ich verstanden. Aber ich weiß nicht wohin ich sonst gehen soll!“ antwortete er. Sie konnte seine Verzweiflung spüren. Nein, weg da, weg mit den Gefühlen. Sie hatte bereits zu viel gefühlt.
    „Du warst der beste Freund mein ganzes Leben lang. Die Welt wird jetzt enden, also wo sollte ich denn sonst sein?“ fragte Xander weiter.

    Willow, die ihre Gefühle nun blockierte, musste lachen.
    „Ist das der Meisterplan? Du stoppst mich in dem du sagst, dass du mich liebst?“ sie verzog die Miene in verhöhnender Verachtung. Wie einfältig dieser Mensch doch war.
    „Nun ich wollte mit dir eigentlich fortgehen und dich überraschenderweise von der Klippe stürzen, aber das finde ich zu comichaft.“ scherzte er trocken.
    „Immer noch am witzeln!“ meinte sie tadelnd.
    „Ich mach keine Witze. Ich weiß du bist in Pein…“ führte er weiter. Er wusste es? Hah, lachhaft. Was wusste er schon, dachte Willow.
    „Ich kann mir nicht vorstellen welche unsagbaren Schmerzen du empfindest.“ Moment, fühlte sie jetzt gerade sein Mitgefühl? Ja, aufrichtiges, tiefes Mitgefühl und die Trauer um eine Freundin, die er unendlich liebte, mit der er früher sogar mal eine Familie gründen wollte, wenn Oz nicht gewesen wäre.
    „Und ich weiß dass du gerade dabei bist etwas apokalyptisch Böses und dummes zu tun.“ Er schaute kurz auf den Tempel „Und hey… ich will immer noch dabei sein!“ Mist, was war er für ein Idiot, was wollte er erreichen?
    „Du bist Willow!“
    „Nenn mich nicht so!“ sagte sie ärgerlich.
    „Am ersten Tag im Kindergarten weintest du, weil du den gelben Kran zerbrochen hast. Und du warst zu ängstlich es jemandem zu erzählen.“
    Sie erinnerte sich. Er war da, die einzige Person die dieses Geheimnis mit ihr behütete und sie verstand.
    „Du bist ziemlich weit gekommen. Ok, die Welt zu zerstören ist jetzt kein besonders gutes Ergebnis, aber die Sache ist: ja, ich liebe dich.“ Die Gefühle in ihr begannen sich zu verselbstständigen. Vielleicht war die Dosis an weißer Magie doch zu stark, die sie von Giles raubte?
    „Ich liebe Kranbrechende Willow und …“ er machte eine Pause und versuchte sie ein zu schätzen. „… erschreckende, von schwarzen Venen durchzogene Willow. So wenn ich jetzt sterben sollte, soll es hier sein.“ Fuhr er fast schon schluchzend fort. Irrte sich Willow, oder versagte ihm gerade beinahe die Stimme? Sie war verzweifelt. Empfindungen, von denen sie nicht mehr wusste ob es seine oder ihre waren, schienen sie übermannen, übernehmen zu wollen.

    Er sagte „Wenn du die Welt beenden willst, dann fang mit mir an!“
    Nein, das konnte er nicht verlangen. Ein Schrecken durchfuhr sie. Doch dann fragte sie sich warum denn? Sie würde die Zweifel loswerden, wenn er tot war, zusammen mit seinen verstörenden Gefühlen. Oder waren es ihre?
    „Ich habe es verdient!“ meinte er. Ohja, das hatte er, musste sie innerlich lachen.
    „Du denkst ich würde es nicht?“ bedrohte sie ihn. Etwas in ihr wurde lauter, wollte ihn in tausend Stücke reißen.
    Er schüttelte den Kopf. „Es ist egal.“
    Sie begriff es nicht. Keinem war egal ob er lebte oder nicht. Aber er sprach die Wahrheit, das konnte sie fühlen. Drecks Gefühle.
    Er ergänzte „Ich liebe dich dann noch immer…“.Das war zu viel.
    „Halts Maul!“ meinte sie zornig und wollte sein Gesicht häuten. Doch… sie riss ihm nur ein paar blutige Wunden auf seiner linken Wange. Was war mit ihrer Kraft los? Hatte sie zu viel davon bereits verschwendet? Oder zuviel in den Tempel gepumpt? Nein, das konnte nicht sein, sie steckte noch voller Energien und der Tempel war erst zu etwas mehr als der Hälfte wieder mit magischen Energien beseelt. Sie hasste ihn, da sie versagte.
    „Ich liebe dich!“.
    Wütend versuchte sie es erneut, diesmal an seinem Oberkörper. Er hielt sich die Brust und brach zusammen, jedoch nur um wieder auf zu stehen und sie an zu schauen. Sie konnte seinen Schmerz fühlen, warum gab er nicht einfach auf? Eine große Wunde zierte seine Brust.

    „Ich… liebe dich!“
    „HALTS MAUL!“ verlangte sie. Vielleicht würde ein Strahl tödlicher Blitze und Magie direkt ins Herz zum schweigen bringen. Doch als sie ihren Arm bewegte und genau das ihn zusammen zucken ließ, bedauerte es sie. Wieso? Bedauern? Es sollte kein Bedauern geben. Nun konnte sie die verzweifelten Rufe von Proserpexa in ihren Gedanken hören. Worauf wartest du noch, Schwarzmagierin? Mach ihn fertig.
    Ungläubig, durchströmt von Tausend Gedanken und Gefühlen sah Willow ihren rechten Arm an, der vor versiegender Energie zeugte. Es gelang ihr nicht so recht Xander offensiv an zu greifen. Was war nur los? Sie verzweifelte. Denk nach, schallte sie sich. „Nicht denken, töten.“ verlangte Proserpexa in ihren Gedanken. Xander keuchte und kam ihr entgegen.
    „Ich liebe dich Willow!“
    „STOPP“ verlangte sie erneut und bewegte nun beide Arme auf ihn zu. Doch die Luft knisterte nur aufgrund falscher magischer Entladungen. Xander selbst wurde von Blitzen kurz eingehüllt und er zuckte instinktiv zusammen. Doch wurde er durch nichts beeinflusst.
    Sie versuchte es noch mal. Und noch mal. Blitze knisterten an ihren Armen, doch keiner verließ sie und drang in Xanders Körper tötend ein. Warum? Ich will töten. „Ja, Hexe, töte“. Nein, doch nicht Xander. Alles in ihr geriet durcheinander. Tränen der Verzweiflung, der Scham und der Wut brannten in ihren Augen. Sie schluchzte sogar.

    „Ich liebe dich!“ meinte Xander nun auch langsam weinend.
    „Stopp“ kam es aus Willows Mund, doch sie beobachtete sich hilflos, wie sie die Arme vorstreckte und nichts passierte. Sie brach vollends in Tränen aus. Warum wollte sie ihn töten, der einzige der Scoobie-Gang, der sie nicht unschädlich machte, sondern einfach nur bei ihr sein wollte. Sie liebte. Und sie damit doch unschädlich machte. Er war nun ganz nahe und wütend klopfte sie ihre Fäuste auf seine Brust. Tränen kullerten scharenweise aus ihren Augen. Sie sah dass er auch weinte und die Schmerzen der Wunden ignorierte. Sie starrte auf seine Brustwunde. „Ogott, habe ich das getan?“ dachte sie. „Ich wollte ihn töten, warum?“
    Verzweifelt stoppte sie ihre Schläge. Ein Meer von Gefühlen schwappte über ihre innere Blockade und sie ließ einfach los. Sie konnte nicht anders. Es war zu viel. Die Anstrengungen der letzten Tage, die innere Zerrissenheit und der Wahnsinn der sie anheim fiel. Sie ließ los.

    Als sie drohte vornüber zu kippen, fing sie Xander zärtlich auf und bettete ihren Kopf an seine Schulter. Er musste knien, da Willows Beine versagten. Sie war nur noch ein heulendes Häufchen Elend. Er musste nun auch stärker mitheulen. Beinahe hätte er sie verloren, hätte sie ihn umgebracht. Doch das war egal, er wollte nur an ihrer Seite sein. Willow spürte auch das.

    Ihre schwarzen Haare wurden wieder rot, ihre Augen wieder normal und die geschwärzten Adern auf ihrem Körper verschwanden. Sie wollte um Verzeihung bitten, wollte dass er sie dafür tötete für all das was sie verbrochen hatte. Für all die Gedanken, die sie zu all den dunklen Taten trieben. Sie wollte nicht mehr leben. Wie konnte sie mit der Schande leben, beinahe im Selbsthass alles zerstört zu haben? Doch sie brachte kein Wort über ihre Lippen, sie konnte sich nicht mal zu ihm umdrehen. Zu schwer war die erdrückende Last die sie festhielt und sie schluchzte nur. Sie ließ alles raus und heulte sich richtig aus. Innerlich schrie eine fast erstickte Stimme ein letztes Mal auf. Doch es war unwichtig, es war sowieso nicht ihre. Nur ein Wesen voller Hass. Sie hatte genug von Hass und Zerstörung. Sie wollte Frieden. Mit sich selbst und mit Xander. Mit allen.
    „Ich liebe dich!“ meinte Xander noch ein weiteres Mal. Diese Worte schmerzten und beglückten sie zugleich. Gemeinsam saßen sie einfach da, Arm im Arm, als der Morgengrauen die Welt erstrahlen ließ.

    Die Welt schien auf zu atmen. Ein Fluch war genommen. Die magischen Energien waren wieder im Gleichgewicht und die Natur konnte aufleben. Wie zum Trotz und zur Feier eines Sieges strahlten Blumen und Pflanzen überall auf. Die Sonne schien freundlicher zu strahlen und goldenes Licht umspielte alles, ließ alles freundlicher, positiver und hoffnungsvoller erscheinen. Die Erde schüttelte die letzten Reste der schwarzmagischen Zwänge ab und erholte sich im Nu, als hätte es nie eine Bedrohung gegeben.

    An einem anderen Ort atmeten eine handvoll Leute auf. Die einzigen, die wirklich wussten, was beinahe passiert wäre. Giles erzählte Anya, dass Xander es war, der Willow zur Vernunft bringen konnte. „Xander?“ fragte sie. Einen Namen, den sie eigentlich liebte, doch sich fest vorgenommen hatte aus ihrem Vokabular zu streichen. Doch er hat die Welt gerettet?
    „Er war es, der Willow im richtigen Zeitpunkt erreichen konnte. Er rettete uns alle!“ fügte Giles hinzu und lächelte eine verdutzte Anya an.

    Buffy weinte und kurz danach realisierte sie, dass Dawn meinte sie weinte nur weil die Welt doch nicht zerstört wurde. Schockiert wegen dieser Erkenntnis entschuldigte sich Buffy bei Dawn aus tiefsten Herzen. Sie bemerkte erst jetzt, dass sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt war und vieles falsch gemacht hatte. Das würde sie nun ändern. Sie würde die zweite Chance der Welt nutzen um Dawn alles Schöne auf der Welt zu zeigen. Es gab so viel für was es lohnte zu leben, doch Dawn bekam immer nur das bittere und schlechte von Buffy mit. Doch von nun an nicht mehr. Sie umarmte Dawn schluchzend.

    ---

    Tief in einer Höhle unterhalb eines afrikanischen Landes lag ein erschöpfter blonder Vampir mit dem Rücken auf dem Boden. Sein Oberkörper hatte einige hässliche Narben und Brandflecken durch einige Stunden andauernde Kämpfe mit seltsamen Kreaturen abbekommen. Es war alles Teil von Prüfungen. Seine schwarze Lederhose und seine ebenfalls schwarzen Lederboots waren schon ganz zerfleddert. Da kam etwas näher. Ein mächtiger Dämon, der dem Vampir diese Prüfungen auferlegte, die dieser mit höchster Anstrengung überstand.
    „Du hast die Prozedur erfolgreich hinter dich gebracht.“ meinte der Dämon.
    „Verdammt richtig, habe ich.“ meinte der erschöpfte Vampir von sich selbst überzeugt. Mit Müh und Not konnte er sich langsam drehen und blickte, sich aufrichtende mit den Händen auf den Boden gestützt, zum Dämon auf.
    „So wirst du mir endlich geben, wofür ich kam? Mich zu dem machen was ich war, damit Buffy bekommt was sie verdient?“ fragte er mit einem bitteren Ton in der Stimme. Er wollte endlich wieder ein richtiger Vampir sein. Der Chip in seinem Kopf machte ihn zu einem schwanzlosem Lurch, der verzweifelt war und meinte nur noch Liebe für seine ehemalige Gegnerin, Buffy die Jägerin, zu empfinden. Er erhob sich und sah den Dämon hoffnungsvoll an.

    „Ganz recht. Wir werden dir was zurückgeben…“ meinte der Dämon. Dann legte er die Hand auf die Brust des blonden Vampirs und fuhr fort „… deine SEELE!“
    Der blonde Vampir Spike schrie vor Schmerz auf, während seine Augen und seine Brust intensiv weiß zu glühen anfingen…

    + + +

    Ein Jahr zog ins Land. Ein Jahr voller Zweifel, Schmerzen, Tod, Pein, aber auch Hoffnung, Glück, Lebenslust und Liebe. Ein Jahr in dem Willow vieles über sich, die Welt, Freunde und Gut und Böse lernte. Sie zweifelte zunächst, dass sie wieder dem Bösen anheim fiel, grausam Menschen töten oder häuten würde und schwarze Magie sie zu übernehmen drohte. Ein Teil, wenn auch mittlerweile nur noch ein geringer, zweifelt noch immer daran, dass sie immun gegenüber dem Dunklen war. Doch sie wurde stärker. Stärker in ihrem Glauben, stärker in ihrer Art und stärker in den Dingen, die sie tat. Sie wuchs erneut über sich hinaus.

    Ohne ihre Freunde wäre sie nie so weit gekommen. Zunächst nahm sie Giles mit nach England. Bestimmt um sie zu bestrafen, zu peinigen oder für immer weg zu schließen, dachte sie. Hoffte sie. Doch dem war nicht so. Stattdessen lernte sie. Über die Welt, über die Natur, über Mutter Erde und Gaia. Sie lernte andere mächtige Hexen kennen. Hexen eines Hexenzirkels, einer mächtigen Vereinigung. Diese waren es, die Giles die weiße Magie gaben um Willow aufzuhalten. Die weiße Magie, die die ehemals rothaarige und in der Zeit schwarzhaarige Rosenberg fühlen ließ. Willow dachte, dass sie sich vor ihnen fürchten musste, da sie sie bestimmt verbannen würden. Doch obwohl sie teilweise Angst und teilweise großen Respekt vor ihr hatten (oder doch nur Angst?), lehrten sie die rothaarige Hexe wie man richtig mit Magie umging und warum es wichtig war die Magie nicht zu unterschätzen und sie nur so oft einzusetzen wie es wirklich notwendig war.

    Giles meinte dann, sie müsse ihre Ausbildung abbrechen und wieder zu Sunnydale. Dort kam das Ureigene Böse zum Vorschein. Der Höllenschlund öffnete sich wieder. Doch zunächst hatte sich Willow vor lauter Selbstzweifel selbst mit einem Fluch belegt Ihre Freunde konnten sie nicht sehen und sie auch nicht ihre Freunde. Das hätte sie beinahe ihr Leben gekostet. Aber auch das schaffte sie zusammen mit ihren Freunden. Und wären ihre Freunde nicht gewesen, hätte sie sich wohl auch selbst zerstört. Teilweise um Tara im Tode wieder zu sehen und teilweise weil sie nicht glaubte, dass sie es verdiente zu Leben. Immerhin hatte sie die gesamte Erde vernichten wollen.

    Als dann jedoch das Urböse in Form von Carrie sie zu überzeugen versuchte, dass sie sich umbringen sollte, spätestens dann realisierte sie, dass sie immer noch Buffy und der Gang helfen konnte. Sie half und war auch öfter Ziel des Urbösen. Sie wurde für einen Moment zu Warren, zumindest sah sie zunächst nur so aus. Dann wurde ihre Persönlichkeit mehr und mehr zu ihm. Warren/Willow schlug Amy bei dem Versuch es rückgängig zu machen. Nach einigen Irrungen und nach einem Kuss von Kennedy wurde sie jedoch wieder sie selbst. Sie verliebte sich in Kennedy und die beiden wurden ein Paar.

    Als Willow gegen Ende aller Kämpfe in Sunnydale es schaffte, allen potentiellen Jägerinnen genug innere und äußere Stärke durch ihre Magie und einem magischen Artefakt in Form einer uralten Jägerinnen-Axt zu geben, nannte Kennedy sie sogar eine Göttin. In diesem Moment, durch die immense Kraft der weißen Magie, sah Willow auch so aus. Sie bekam weiße Haare, war umgeben und durchdrungen von einem weißen Leuchten und sackte nach dem Zauber erschöpft aber glücklich zusammen. Buffy kämpfte währenddessen zusammen mit der Crew und einigen potentiellen Jägerinnen den finalen Kampf gegen das Ürböse und die monströsen Übervampiren in den Katakomben unterhalt der Highschool Anya wurde im Verlauf der Ereignisse getötet, wie auch einige Anwärterinnen. Spike aktivierte ein Amulett, welches nur von einem mächtigen Wesen mit einer Seele, wie er es war, benutzt werden konnte. Daraufhin fielen die Supervampire zu Staub und die Katakomben stürzten ein. Die Truppe verließ fluchtartig Sunnydale in einem Schulbus, während die Stadt einstürzte und nur noch ein riesiger Krater übrig blieb.

    Doch für Willow war es nicht zu Ende. Sie widmete ihre Kraft der Heilung und ihren Freunden, heilte alle Verletzte des letzten großen Kampfs in ihrer ehemaligen Heimat So schenkte sie Xander auch ein neues Auge. Er hatte sein linkes Auge durch den bösen „Priester“ Caleb, der für das Urböse kämpfte, in Sunnydale verloren. Die Hexe studierte wieder fleißig Magie, mit neuem Selbstbewusstsein und Unterstützung in Form ihrer Freundin Kennedy, die ziemlich vorlaut, intelligent und wagemutig war. Sie war es, die Willow auch öfter positiv sinnbildlich vor den Kopf schlug, damit sie aufwachte und sich weder selbst bemitleidete noch ängstigte.

    Willow besuchte viele Länder und Völker und vertiefte dort „vor Ort“ sowohl ihr Allgemeinwissen wie auch ihr magisches Wissen und das Wissen um Kulte und magische Bräuche. So besuchte sie auch den Himalaja, währenddessen Buffy weiterhin ihren Urlaub in Europa genoss.

    Es gab eine Zeit, in der es so aussah, als wäre mit der Highschool auch das Böse im Krater der Ereignisse begraben worden, doch das Böse gab es auch an anderen Orten, in anderen Formen. So spürte sie eine überwältigende Aura dunkler Macht in Los Angeles. Sie hatte keine Zeit die anderen zu warnen und sagte selbst Kennedy nichts. Schließlich wollte sie ihre neue Liebe nicht ebenso verlieren wie ihre alte. Also verfasste sie schweren Herzens einen Abschiedsbrief und steckte ihn in einen Zustellungsbriefkasten auf dem Weg nach L. A.. Sollte sie am nächsten Tag nicht mehr Leben, was sie natürlich vermeiden wollte, würden Kennedy und damit Buffy und all die anderen bescheid wissen. Falls sie jedoch überlebte, konnte sie noch rechtzeitig den Brief am Hausbriefkasten abfangen.

    In L. A. angekommen, spürte sie die heftigen Turbulenzen dämonischer Aktivitäten und lokalisierte deren Ursprung. So schnell wie möglich gelangte sie dorthin und stieß auf Angel und sein Team, bestehend aus Spike, Gunn und einer veränderten Fred. Schnell heilte sie den verletzten Gunn zu voller Stärke, wobei sie erfuhr dass diese Blauhaarige eine Dämonin namens Illyria sei. Doch mehr konnte sie nicht erfahren, da der Kampf bereits begonnen hatte. Sie hielt sich im Hintergrund auf, schaffte es die Hälfte der Dämonen in einer Energiebarriere zu halten und stärkte das Team mit immenser Kraft zum Kampf.

    Als sie spürte, dass hinter ihr ein Dämon auftauchte, schaffte sie es noch gerade rechtzeitig ihm einen weißen Energiestrahl entgegen zu schicken, was ihn vernichtete. Dann drehte sie sich um und sah, dass Angel sich um einen herumfliegenden Drachen kümmern wollte. Dazu stieg er halb springend und halb kletternd an einem Haus hoch. Die anderen kämpften ziemlich erfolgreich am Boden gegen die noch außerhalb der Barriere übrig gebliebenen Gegner. Illyria fegt dabei schneller durch die Gegner, als Spike und Gunn es in Erinnerung haben. Sie staunen einen kurzen Moment, doch kämpfen sie weiter da, wie Spike meinte, jeder Dämon den Arsch von ihnen getreten haben wolle.

    Die Hexe konnte spüren, dass der Drache an sich weder Gut noch Böse war, jedoch war er von Wolfram & Hart jahrelang gefangen gehalten worden und nun entsprechend wütend. Er war verunsichert, wer seine wirklichen Feinde waren und griff Angel nur deshalb an, weil dieser sich ihm entgegen stellte. Da sie nicht schnell genug bei Angel sein konnte, um ihn davon abzuhalten gegen den Drachen zu kämpfen, ließ sie den Drachen ihre Hoffnung und ihre Furcht gegen die anderen Dämonen spüren. Dabei versuchte sie ihn zu beschwichtigen und brachte ihn sogar soweit, dass er die Gegner des Teams am Boden mit seinem Feueratem bekämpfte. Der erstaunte und verdutzte Angel wusste in der ersten Sekunde nicht so recht, was er daraus machen sollte. Also sagte sie ihm etwas, was danach offensichtlich wurde. „Angel, der Drache kämpft auf unserer Seite!“ schrie sie ihm entgegen und schickte es ihm auch mittels Gedanken. Sofort verstand Angel und sprang auf den Riesen, der gerade das Haus, auf dem Angel stand, zu zerstören drohte. Willow war gleichzeitig fasziniert und verwundert, als Angel es doch tatsächlich schaffte, dem Riesen den Kopf halb ab zu schlagen und halb ab zu reißen. Laut krachend knallte der Kopf zu Boden und überrollte noch ein Fahrzeug, bevor er in Feuer aufging.

    Da brach die Barriere, die Willow errichtet hatte und der Rest der Dämonen griff ins Geschehen mit ein. Willow benutzte all ihre Überzeugungskraft um den Drachen zu ihr zu bitten. Sie bat in Gedanken darum den Drachen reiten zu können, um sich ein Bild des Ausmaßes zu machen. Häuser waren ebenfalls wie Autos und Straßen zerstört und Willow benutzte die Wut des Drachen, um die Horde der Gegner mittels Drachenodem anzugreifen. Sie brauchte fast ihre ganze Energie um weiterhin dem Team Kraft zu geben und den Drachen auf ihrer Seite zu halten. Als Gunn tödlich von einem drei Meter hohen Dämon, ein Berg an Muskeln und Stärke, von hinten getroffen wurde, war sie einen kurzen Moment abgelenkt. Das reichte dem Drachen, um sie wütend ab zu schütteln. Während sie zu Boden stürzte und im allerletzten Moment eine Art Schwebezauber vollbringen konnte um mehr oder minder sanft zu landen, wurden Gunns Innereien von dessen Angreifer ausgerissen und Gunn fiel tot zusammen.

    Am Boden konnte sich Willow gerade aufrappeln, doch hatte sie keine Chance sich ein Bild von der Situation zu machen, da sie von zugleich drei Gegnern angegriffen wurde. Einem schleuderte sie einen großen Feuerball entgegen und zwei andere tötete sie mit Blitzen aus ihrer Rechten. Sie bediente sich dann offensichtlich von weißer und schwarzer Magie gleichzeitig, bestrebt darin die Gegner zu dezimieren, die um sie herum waren. Von einer Schockwelle, hervorgerufen durch einen dämonischen Warlock, wurde sie über die Köpfe von Freund und Feind hinweg gegen eine Hauswand geschleudert. Verzweifelt und voller Angst berührte sie noch im Flug die Gedanken des Drachens. Dieser wollte vom Kampf nichts mehr wissen und war bereits dabei Los Angeles zu verlassen, auf der Suche nach einem ruhigen Ort. Er verschloss seine Gedanken vor ihr. Sie blieb ohnmächtig am Boden liegen, nachdem sie hart gegen die Mauer prallte und herabfiel.

    Spike meinte gerade „Gegen Warlocks haben sich Zähne schon immer bewährt!“, als er sich auf ihn stürzte. Doch der schleuderte ihn hoch in die Luft. „Tja, dann muss ich wohl auf den Kopf von diesem…. Hässlichen Ding landen“ meinte Spike weiter, als er auf einen anderen Gegner zuflog und ihn den Kopf verdrehte. Sprichwörtlich. „Wie sagte der Highlander immer? Pass auf deinen Kopf auf!“ witzelte er und wurde von einem Blitzstrahl des Warlocks zu Boden geschleudert, der ihn eigentlich hätte töten sollen. Doch es war wohl die Kraft Willows, die ihn immer noch schützte. „Du weißt auch nie, wann du eigentlich sterbend zu Staub zergehen solltest! Ständig lebst du irgendwie weiter!“ spottete Angel über Spike, gerade als der Warlock nahe genug kam um Angel mit einem Fußtritt von einem auf fünf Meter verlängerten Bein hart zu treffen. Angel landete unsanft auf dem Rücken. Spike lachte als er aufstand und meinte „Und du weißt nie wann es besser ist die Fresse zu halten. Oh…“ machte er noch, als er sich drehte und der Warlock ihn gerade ebenfalls treten wollte. Doch da durchtrennte Gunns Axt das lächerlich lang gezogene Bein des Warlocks, das von Illyria mit übermenschlicher Schnelligkeit rotierend geworfen wurde.

    Willow wachte auf und sah einen Warlock, der gerade sein Bein verloren hatte und auf dem anderen balancierte, während er versuchte sein Gleichgewicht wieder zu erlangen. Aus ihren Augen schoss die Essenz weißer Magie direkt in seine. Er begann in Bruchteilen einer Sekunde zu glühen und zu explodieren. Seine Körperteile und Körperflüssigkeiten verteilten sich um ihn herum. Angel, der dastand und von Kopf bis Fuß mit einer ekelhaften Masse dämonischer Überreste verschmiert war, meinte „Warum bekomm ich immer das ekelhafte Zeug im Kampf ab?“ Spike antwortete prompt „Weil du schon immer der sülzende, liebäugelnde Vampir gewesen bist. Schleim zu Schleim.“
    „… Und Staub zu Staub, Spike. Vergiss das nicht.“ konterte Angel, als er gerade ein spitzes Holzstück anhob.

    Spike meinte beleidigt „Ein Holzpflock? Jetzt bist du gerade genauso eine Schlampe wie die Jägerin… „ überlegte und meinte leicht lachend „nun, eigentlich sieht sie besser aus, ist besser im Bett und ich würde sie normalerweise nie Schlampe nennen… dich dagegen schon!“ und zeigte nickend mit einen Finger auf Angel.
    Angel drohte wütend mit dem Holzpflock „Noch ein Wort über die Jägerin und ich schwöre dir, ich beende es hier und jetzt.“
    „Okok, verrückt gewordener, beseelter Vampir mit einem Vampir-Tötungswerkzeug in der Hand.“ Er blickte sich um und fragte „Gibt es für dich nicht irgendwo noch einen Dämon? Dann kannst du dich weiterhin abreagieren!“

    Das Team sah sich um, alle waren ziemlich erschöpft, aber sie hatten es fast geschafft. In einer weiteren Viertelstunde jagten sie den Rest der mittlerweile fliehenden Dämonen und töteten sie. Danach gaben sie sich das Versprechen sich in der nächsten Nacht um 22.00 Uhr wieder zu treffen und flohen vor der Ankunft von Polizeitruppen und Helikoptern. Zum Glück wurde keiner von ihnen gesehen als sie sich vom Kampfgeschehen entfernten. Spike gelang zu seiner Wohnung, Willow und Illyria in ein Hotel in der Nähe (die Hexe ließ den Mann am Empfang ihre Müdigkeit spüren, woraufhin er einfach einschlief und sie sich den Schlüssel zu einer Suite nahm) und Angel… nun, er verriet nicht, wohin er gehen wollte.

    +++

    Am nächsten Morgen wachte Willow erschöpft aber gut geschlafen auf. Die Nacht war anstrengend und die Kämpfe waren hart gewesen. Doch sie hatte überlebt. Sie sah zur Decke und wunderte sich. Dort oben war ein etwa zwei Meter breiter und ebenso langer Spiegel angebracht. Sie sah sich selbst. Die Decke und das Bett waren in Rot gehalten, es sah etwas schimmernd aus. Ja, es war so was wie Satin, jetzt konnte sie auch ein wenig Kühle spüren, als sie ihr Bein bewegte. Sie sah wie sich leicht die Kurven ihres Körpers unter der Decke abzeichneten. Ihre Haare waren durchwühlt. Sie hatte Ringe unter den Augen und sah völlig fertig aus. Sie spürte auch, dass sie nicht nur körperlich erschöpft war. Ihre magischen Kräfte waren dabei sich „neu auf zu laden“. Sie hatte fast alle Zauber und Magie in der Nacht gewirkt, die sie kannte. Sie hatte sogar wieder schwarze Magie benutzt um effektiver und schneller die Gegner bewältigen zu können. Um besser zu töten.

    Sie schallte sich in Gedanken eine Närrin. Hatte sie wirklich geglaubt, sie könnte alles, was sie über die schwarze Magie lernte, alles darüber was nun ein Teil von ihr war, dass sie das alles vergessen könnte? Wegschließen? Nun, vielleicht. Doch spätestens seit dieser Nacht wusste sie, dass die schwarze Magie genauso wie die weiße Magie immer ein Teil von ihr sein würde. Etwas auf das sie zurückgreifen könnte, etwas das in ihr schlief um im richtigen Moment zu erwachen. Sie musste deshalb ihre Gefühle beherrschen lernen. Sie wusste auch, dass es nur zum Teil ihre Schuld war, dass sie bei Taras Tod damals Amok lief. Der andere Teil waren die Verlockungen der schwarzen Magie und ihre Einflüsterungen, denen sie in diesem Moment nicht widerstehen konnte. Genauso wie es letzte Nacht kurz so gewesen war. Doch sie beherrschte sich und ließ weiße Magie ebenso aus sich heraus. Das machte die schwarze Magie nicht überwiegend. Aber auch die weiße Magie wurde von ihr nicht überwiegend genutzt. Es war mehr ein Grau. Hatte sie eine gesunde Mitte gefunden? Gab es das überhaupt?

    Sie sah weiter in den Spiegel, jedoch was jenseits des Bettes war. Dann erschrak sie, als sie eine leicht blaue Gestalt zur Hälfte im Spiegel sehen konnte und richtete sich abrupt auf. Der Schmerz. Das hätte sie nicht tun sollen. Sie bemerkte erst jetzt ihre Kopfschmerzen und schloss noch während ihrer Bewegung fast automatisch die Augen. Sie atmete tief ein und zwang sich die Augen zu öffnen. Immerhin war sie momentan für die andere Gestalt angreifbar. Sie öffnete und schaute wer mit ihr im Raum war.

    Illyria, dachte sie. Stimmt, jetzt fiel es ihr wieder ein. Illyria und Willow haben sich ja in der Nacht mit letzter Kraft in ein Hotel geschafft und sind in der Suite unter gekommen, dank Willows Schlafzauber. Sie sah zur Tür. Ja, der Schlüssel steckte noch von innen. Illyria dagegen schlief nicht im anderen Bett des kleinen Raumes zur linken, sondern saß an einem Mahagoniholztisch auf einem Baststuhl und sah zu Willow. Kein Lächeln, keine traurige Miene und auch keine sonstige Art von Emotion in Illyrias Gesicht. Nur ein kalter, berechnender Ausdruck. Jenen Ausdruck hatte sie auch schon die Nacht während der Kämpfe gehabt.

    „Du brauchst länger als ich um deinen Körper auf einen erholten Zustand zu bringen!“ sagte Illyria fast tonlos.
    „Ich.. .was?“ Willow versuchte zu verstehen und durch den Kopfschmerz hindurch sickerte ihr die Bedeutung der Worte und sie verstand den Satz dann doch.
    „Oh… ja!“ waren die einzigen Worte, die sie entgegnen konnte. Sie lächelte ein wenig und sah Illyria an. Blauschwarzer Kampfanzug, das Blut der nächtlichen Kämpfe war abgewaschen, blaue Lippen, blaue Pupillen und die vorderen Strähnen ihres Haares sowie ihre obere Stirn waren ebenfalls blau. Die Haut war nicht ganz so, wie sie sein sollte. Jedenfalls nicht wie die Haut von Fred war. Ein graublauer Schimmer und eine gewisse Blässe schienen mal hier und mal dort über der Haut zu liegen. Die Nackenpartie dagegen war dunkel verfärbt. Eine eigenartige Gestalt, fand Willow. Exotisch und faszinierend. Der Kampfanzug war sehr eng und Figurbetont. Er schien aus Latex zu bestehen. Willow konnte sogar einen Brustnippel von Illyria sehen. Sie zwang sich woanders hin zu schauen und entschied fast im gleichen Moment erst mal auf zu stehen. Sie wollte nur weg vom Bett, weg von Illyrias starrenden Augen.

    Aber warum starrte Illyria? Willow, die sich gerade vom Bett erhoben hatte, sah zurück zu Illyria und wollte etwas sagen, als Illyria, die den Kopf irgendwie schief gelegt hatte und den Körper der Hexe betrachtete, den Mund öffnete.
    „Warum scheinst du dich unsicher zu fühlen?“ sagte Illyria und sah Willow wieder in die Augen.
    „Ich…“ begann Willow. Das war doch lächerlich, das ganze Gespräch. Willow hastete zum Bad und gab noch ein „.. muss aufs Klo!“ von sich. Tür auf, rein, Tür zu.

    Illyria sah zur Badtür. Diese Hexe war eine faszinierende Gestalt. Und die Wunder die sie in den Kämpfen vollbrachte. Beinahe so mächtig wie Illyria zu ihren Glanzzeiten, als sie als Dämon über die Welt herrschte. Wenn diese Hexe nicht gewesen wäre, wäre die Nacht ihr Untergang gewesen, spürte Illyria. Und nicht nur ihrer, sondern der der ganzen Gruppe.

    Warum nur spürte Illyria diese ganzen Emotionen, die sie früher nicht mal kannte? Dankbarkeit, Schmerz, Kummer, Freude und andere, deren Ursprung oder Art sie noch nicht so recht einordnen konnte. Dies verspürte sie alleine in diesem Moment.

    Gunn und Wesley waren tot, dachte sie immer wieder. Sie wusste nicht, warum sie diese simple Tatsache alle paar Minuten bis Sekunden erneut feststellte. Vielleicht weil Fred, in deren Körper sie steckte, einst diese Menschen liebte? Schließlich hatte sie Freds Erinnerungen übernommen. Erneut spürte sie ein Schmerz in ihrer Brust. Wesley war tot. Gunn war tot. Sie würde nie wieder ihre Stimmen hören.

    Die Tür zum Bad flog plötzlich auf, als Willow, immer noch nur in ihrer Unterwäsche, heraus stürmte, dem Telefon entgegen. „Ich muss dringend wen anrufen!“ sagte sie noch, als sie bereits abhob und hastig wählte. Dann kreisten ihre Finger kurz über den Tasten, als sie fluchend wieder auflegte und erneut begann zu wählen. Sie richtete sich auf und sah kurz zu Illyria rüber, wobei sie ein kurzes, beinahe verzweifeltes Lächeln zeigte. Dann sah sie wieder weg, zuerst zur Wand, dann zum Telefon.

    Mist, dachte Willow. Sie hatte den Brief fast völlig vergessen. Die Post musste bald da sein. Hoffentlich erreichte sie Kennedy noch. Dann hörte sie Kennedy „Hallo“ sagen.
    „Hi, warst du schon am Brief…“ sagte sie und stoppte als sie weiter lauschte. Mist, Anrufbeantworter. Sie wollte schon wieder auflegen, als ihr ein Gedanke kam. Besser Anrufbeantworter als überhaupt keine Nachricht. Es piepste am anderen Ende der Leitung.
    „Ja, hallo. Es tut mir Leid dass ich mich nicht früher meldete. Aber ich musste dringend nach L. A.! Ich sage dir warum, wenn ich wieder zurück bin. Leider wird das erst morgen sein. Ich vermisse dich, meine Auserwählte. Ach und noch was. Wenn du einen Brief von mir heute in den Kasten geworfen bekommst, mach ihn bitte nicht auf, hörst du? Warte, bis ich zurück bin. Bis dann.“ Dann schmatzte sie einen Kuss ins Telefon und legte auf.

    Illyria sah sie immer noch an, stellte Willow fest. „ähm… also ich gehe erstmal duschen und so. Du kannst ruhig weiter vor dich hin starren wenn es dich glücklich macht… oder bestell dir doch was vom Zimmerservice oder so. Aber ich muss mich dringend fertig machen. Oder musst du auch auf Toilette?“ sagte sie etwas hastiger als beabsichtigt. Es schien eine Ewigkeit zu dauern bis Illyria, die wieder den Kopf schräg stellte, antwortete.
    „Die Bedürfnisse des Körpers befriedigte ich bereits heute Morgen, als du schliefst. Ich habe momentan keinen Bedarf daran Flüssigkeiten ab zu lassen.“ sagte sie ausdruckslos.

    Flüssigkeiten? Ohgott, redete sie von Sex auch auf diese kalte Art und Weise? Und Willow wollte erst gar nicht darüber nachdenken welche Bedürfnisse Illyria heute Morgen bereits befriedigte. Sie drehte sich um, stoppte jedoch als Illyria erneut etwas sagte.
    „Wo willst du eigentlich hin? Wir treffen uns erst um 22.00 Uhr diese Nacht wieder. Angel und Spike können bei Tag auch nicht raus und schlafen wohl noch. Der Rest von uns…“ war das ein trauriger Ausdruck in ihrem Gesicht? „… ist tot. Ich spüre immer noch große Trauer. Um beide, Wesley und Gunn…“

    Willow stutzte, ein Schmerz durchzuckte sie. Verdammt, Gunn und Wesley. Ja, sie hatten es nicht geschafft. Sie waren tot. Für immer. Obwohl, für immer? Nicht, wenn sie etwas dagegen unternehmen konnte. Sie musste sich beeilen….

    Gerade, als Willow erneut Richtung Bad gehen wollte, schrie Illyria
    „Warum? Wie könnt ihr Menschen mit diesen Schmerzen leben? Diese Gefühle, die den Körper auseinander reißen zu drohen, doch der Körper trotzdem erhalten bleibt?“
    Weinte Illyria etwa? Ja, ihre Augen waren wässrig und feine Linien waren dabei über ihre Wangen zu gleiten. „ Ich habe so was noch nie gespürt. Ich will das nicht.“ sagte sie nun wieder im für sie normalen Ton.

    Willow war verunsichert und sah die Dämonin namens Illyria, die in Freds Körper steckte, einfach nur an. Sollte sie sie trösten? Ein Versuch konnte nicht Schaden, doch was sollte sie sagen? Wie tröste man einen Dämon, der das erste Mal im Leben den Verlust eines Menschen spürte? Spürte Illyria vielleicht eine ähnliche Wut, wie Willow damals, als Tara in ihren Armen starb? Vorsichtig ging Willow auf Illyria zu. Sie meinte „Ich… spüre auch diese Schmerzen. Sie sind leider normal, unter den Umständen jedenfalls.“ Umstände, schallte sie sich. Beinahe genauso gefühlskalt wie Illyrias Sätze. Sie ging zu Illyria und blieb neben ihr stehen, unsicher was sie tun sollte.

    Die Dämonin sah die Hexe an. „Wann hört es auf? Es hörte nicht einmal auf, als ich kämpfte oder schlief. Diese Gefühle verfolgen mich. Wann hört es auf?“ wollte sie wissen und heulte schließlich wirklich. Unsicher berührte Willow fast zaghaft die Schulter der Dämonin. Plötzlich richtete sie sich auf. Willow erschrak und zuckte zurück, doch Illyria achtete nicht darauf, sondern hielt Willows Oberarme fest und zog sie leicht heran. „Du bist doch eine Hexe, kannst du nichts tun? Ich hatte einst die Kraft, die Zeit zu manipulieren und Tote zurück zu holen, aber jetzt nicht mehr. Kannst du das tun?“ fragte die Dämonin verzweifelt und schnell.

    Willows Kopf pochte wieder als sie versuchte ihre Überraschung ab zu schütteln und ihre Gedanken zu ordnen. Sie bewegte ihren Kopf leicht verneinend hin und her als sie sagte „Ich weiß es nicht… nicht genau jedenfalls. Ich könnte, vielleicht.“
    „Dann sollten wir gehen. Jetzt!“ verlangte Illyria fast drohend.
    „Ja, ja schon. Ich…“ Illyria drehte sich und ging zur Tür, wobei sie Willow mit dem Griff an einem Arm mitzog.
    „Aber so doch nicht!“ protestierte Willow und riss sich los. Illyria stutze und sah sie an. „Ich muss mich erst waschen und so was. Außerdem bin ich doch noch in Unterwäsche.“ meinte die Hexe. Illyria sah sie an und sagte „Ich kann nicht sagen, dass das für mich von Belang ist. Irgendwie scheine ich euch so sogar lieber zu sehen.“

    Willow rätselte einen kurzen Moment entsetzt. Was sagte sie da? Sie will mich lieber in Unterwäsche sehen? Sagt sie das, weil sie sich auch von Frauen, von mir angezogen fühlt? Oder nur, weil sie denkt sie müsste das sagen, weil sie weiß ich bin lesbisch und sie… Ja was eigentlich? Willow schüttelte den Kopf. „Ich… muss mich beeilen…“ sagte sie, sammelte ihre Sachen und ging zur Badezimmertür. Zurück blieb eine von ihren Gefühlen überrumpelte, verwirrte Illyria.

    +++

    Die schlanke, braunäugige und dunkelhaarige Kennedy kam gerade vom Einkaufen zurück und schloss die Tür zu ihrer Wohnung auf. Nun, eigentlich war es ja ihre und Willows Wohnung. Doch seit gestern war Willow weg. Mal wieder. Kennedy machte sich Gedanken, was denn nun schon wieder mit ihr los sei. Willow konnte manchmal recht eigensinnig sein. Klar liebte Kennedy sie, doch hatte sie öfter das Gefühl, als wolle sie Willow nicht so recht in ihre Gefühlswelt einweihen. Sie schien nie ganz alles mit Kennedy zu teilen. Etwas behielt sie immer für sich. Natürlich hatte sie das Recht darauf und sicherlich wollte sie Kennedy dadurch nur schützen. Doch Kennedy machte sich trotzdem Sorgen. Sie hoffte, dass ihre geliebte Hexe noch heute wieder zurückkommen würde.

    Sie ging zum Briefkasten und schaute nach der Post. Mal wieder Werbung. Oh, ich habe 10.000 Dollar gewonnen, ich brauche nur noch mein Gewinner-Los für 230 Dollar zu kaufen? Nett. Sie schmiss den Bauernfänger-Brief in den Müll. Noch ein Werbebrief, ein Prospekt und ein… oh. Ein Brief von Willow. Hastig öffnete sie den Brief in freudiger Erwartung. Endlich eine Nachricht von Willow. Sie las.

    Kennedy schüttelte fassungslos den Kopf. Das konnte nicht wahr sein. Nein. Neinneinnein. Sie wollte es nicht glauben. Tränen rannten ihr über die Wangen als sie den Brief erneut las. Dumme Willow, arme Willow, tote Willow. Warum hatte sie Kennedy nicht eingeweiht? Warum war sie nun tot? War sie wirklich tot? Das konnte nicht wahr sein. Sicherlich lebte sie noch. Sie war doch eine Hexe, so ein Kampf würde sie doch nicht töten. Sie hatte doch schon schlimmeres überstanden, oder nicht?

    Von Zweifeln geplagt ließ Kennedy den Brief fallen, als sie sich abwandte und zum Telefon rannte. Sie wählte die Nummer von Willows Handy. Es klingelte. Und dann hörte sie auch, dass Willows Handy hier noch im Haus war. Ist Willow wieder zurück? Kennedy legte den Hörer beiseite, ließ es weiterhin klingeln und rannte zur Quelle des Klingeltons. „Willow?“ rief sie, rannte zum Schlafzimmer, wo das Klingeln her kam und blieb abrupt stehen. Nein, Willow hatte ihr Handy auf der Kommode liegen lassen. Willow war gar nicht da, nur ihr Handy. Verdammt, Kennedy hat es ihr extra geschenkt, damit sie immer erreichbar war und jederzeit anrufen konnte.

    Frustriert und geschockt zugleich rannte sie zurück zum Telefon. Sie legte auf und wählte eine andere Nummer. Jemand musste ihr helfen Willow auf zu spüren, vielleicht war es noch nicht zu spät. Tränen rannten wie Rinnsale aus einer sprudelnden Quelle über ihr Gesicht, als sie verzweifelt versuchte jemanden zu erreichen. „Ogott, lass sie noch leben.“ bat sie.

    +++

    Wes lag tot am Boden, als Willow und Illyria den Raum betraten. Es war ziemlich dunkel, aber ein rötliches Licht lag in diesem Raum und einige Fackeln brannten in Wandhalterungen und stehenden Leuchtern. In der Nähe von Wesleys leblosem Körper lag der ebenso tote Dämonen-Warlock Cyrus Vail, dessen Kopf fehlte. Wäre er nicht bereits gestorben, hätte die Hexe ihn augenblicklich erledigt. Doch dann besann sie sich. Das waren die falschen Emotionen, die sie benutzen sollte um ihre Magie zu wirken. Sie musste versuchen Wes wieder zu beleben.

    Illyria meinte „Ich fühle immer noch schmerzvolle Emotionen in mir, wenn ich diese Leiche sehe…“. Diesmal war ihre Stimme nicht ganz so tonlos wie sonst. Willow entgegnete „Ja, ich weiß was du meinst. Wir sollten uns beeilen, wenn wir ihn noch was tun wollen!“, ging in die Hocke und beugte sich zu Wesley herab.
    „Wird es klappen? Wird er wieder das Leben erlangen?“ wollte Illyria wissen.
    „Ich weiß es nicht, ich kann versuchen Osiris zu bitten ihn wieder zum Leben zu erwecken.“ Immerhin war es nicht wie damals bei Tara, sondern ein Dämon hat ihn umgebracht. Das entsprach nicht den normalen Gesetzen über den "Tod von Menschen durch Krankheiten" oder "Mord durch andere Menschen".

    „Osiris? Wo ist dieser zu finden?“ wollte Illyria wissen. Die Hexe lächelte und nahm Wesleys Hand, als sie antwortete „Eigentlich muss man ihn rufen.“ Sie starrte zur Decke und rief „Osiris, zeige dich! Ich benötige deine Hilfe! Ich bitte um dein Erscheinen!“

    Nach ein paar Sekunden wurden Schwaden von grauweißem Nebel an der Decke sichtbar. Diese flossen ineinander über und verhüllte die Decke zu allen Seiten wie ein wollener Teppich. „Osiris, ich bitte dich, erscheine!“ rief die rothaarige Hexe erneut. Kurz darauf formte sich ein Gesicht im Nebel an der Decke und starrte sie an. Illyria staunte für einen kurzen Moment, sagte jedoch nichts.

    „Nun, wenn das mal nicht die irre gewordene Hexe ist, die mich damals wütend von der Welt verbannte. Willst du noch einmal jemanden von mir wieder belebt haben?“ wollte Osiris wissen. Spott lag in seiner Stimme. „Osiris, es tut mir Leid, was damals geschah. Es waren andere Umstände als diese und ich erlag aus Wut und Zorn den dunklen Mächten. Diesmal bitte ich dich nur darum, einen Menschen, getötet durch die Hand eines Dämons, zurück zu holen.“ sagte Willow ehrfürchtig und hoffte, dass Osiris ihr helfen konnte.

    „Oh, also ist es diesmal etwas anderes? Und wenn ich mich erneut weigere?“ meinte er kalt. Mit einem Mal sank die Hoffnung in Willow. Er hatte Recht. Warum sollte er ihr helfen, wo sie ihn doch damals verfluchte? Dann hörte sie die blaue Schönheit sagen „Osiris, wenn ihr wirklich die Kraft habt, ihn zurück zu holen, dann befehle ICH, Illyria, es euch.“. Die Hexe schaute erstaunt zu Illyria hoch.

    „Oh, du BEFEHLST es mir? Interessant. Und warum sollte ich auf eine Dämonin hören; ihr gehorchen? Noch dazu in Begleitung der Hexe, die nun so unschuldig tut und mich glauben lassen will, dass sie von schwarzer Magie befreit ist?“. Willow schaute verzweifelt wieder nach oben. „Nein, ich … war es nicht, die Illyria wieder erweckte, falls ihr das meint. Es ist viel komplizierter, aber sie ist auf meiner Seite. Auf der Seite der Guten.“ versuchte sie es.

    Osiris antworte „Oh, die „Seite der Guten“! Ich verstehe. Diese Dämonin, die älter ist, als das Zeitalter der Menschen, kämpft also auf der Seite der Guten?“. Er lachte laut. Illyria meinte „Was ich einst war, ist nicht was ich nun bin. Was ich geworden bin. Dieser Körper und auch die Erinnerung des Wesens, das vorher in ihm steckte, wurden mir vererbt. Ich weiß vielleicht nicht ganz um die Bedeutung von Gut und Böse, jedoch weiß ich, dass ich auf der Seite, wo ich mich jetzt befinde, kämpfen werde. Ich spüre, dass ich sonst mich und meine… Emotionen verraten würde.“

    Das Wesen an der Decke stutzte. „Oh… Emotionen sagst du? Nun, das ist eigenartig. Zumindest für dich. Scheint so, als würdest du tatsächlich nicht mehr nur Hass empfinden können.“ Willow fragte sich, ob er die Gefühle anderer wahrnehmen konnte, als er das sagte. „Ich sag dir was, Hexe. Ich werde dir diesmal den Gefallen tun und eine Person, eben diesen Wesley, wieder beleben. Doch dafür schuldest du mir einen Gefallen.“. Willows Herz schien beinahe einen Luftsprung zu machen, doch bekümmert fragte sie ihn: „Was für einen Gefallen? Ich meine, ja gerne. Ich würde alles für Wesley tun!“

    „Oh, sag das nicht, Hexe!“ lachte Osiris. „Doch ich weiß, was du meint! Irgendwann werde ich um diesen Gefallen bitten, den du mir dann erweisen musst. Ich bin mir noch nicht im Klaren, was es sein wird. Aber ich möchte mir diese Option bis zu diesem Zeitpunkt offen halten“ erklärte er. Illyria schaute unsicher und unterbrach ihn. „Was ist mit Gunn? Auch ihn möchten wir zurück haben!“. Er lachte erneut. „Ah, ja. Immer noch so energisch, liebe Illyria? Nun, Wesley kann und werde ich euch wiederbeleben. Aber für Gunn ist es bereits zu spät.“. Die Hexe stutzte. Zu spät? Warum?

    Osiris sprach weiter: „Verlasse den Raum, Hexe. Nur Illyria und ich dürfen hier sein. Illyria muss mir etwas geben, um zu beweisen dass sie es ernst meint. Du aber sollst draußen warten. Und wage es nicht, uns zu belauschen!“. Willow verstand nicht. Sie sollte die beiden alleine lassen? Außerdem, was sollte Illyria ihm geben? Die blaue Dämonin kuckte unsicher, sagte jedoch nichts. Scheinbar wollte auch sie ihren Teil dazu beitragen, damit Wes wieder leben konnte. Komme was wolle.

    Plötzlich drängte eine unsichtbare Kraft Willow um ein paar Meter zurück zum Eingang. „Geh!“ verlangte Osiris noch einmal. Sie nickte, erhob sich und meinte: „Wie du wünschst.“. Dann drehte sie sich um und ging verwirrt hinaus. Sie schloss die Tür von außen, und entfernte sich einige Schritte von der Tür, um nicht in Versuchung zu geraten, doch noch zu lauschen. Sie hoffte sehr, dass Wesley gleich mit Illyria zusammen aus dem Zimmer hinaus kommen würde.

    +++

    Nachdem zehn Minuten verstrichen waren, kam die blaue Dämonin endlich hinaus. Willow war aufgeregt, sah jedoch eine verärgerte Illyria vor sich. Und das war seltsam, war sie doch sonst gefühlskalt. Willow konnte jedoch nicht länger ihre Neugier zurückhalten und fragte Illyria, die wütend stapfend an ihr vorbei ging, was denn nun mit Wesley sei. Die Dämonin drehte sich plötzlich heftig herum und schrie die Hexe wütend an. „Ich weiß es nicht! Dieser Osiris meinte, er würde in einigen Stunden wieder auftauchen. Er nahm mir einen Teil meiner Kraft.“.

    Erschrocken zuckte Willow zurück und stotterte: „Kr… Kraft? Von… von dir? Warum… warum w-“. Die Dämonin unterbrach sie, schrie jedoch nicht mehr, als sie sagte: „Er wollte es als Beweis haben, dass ich wirklich zu Opfern bereit bin und mir wirklich was an Wes liegt. Ich fühle mich schwach, noch schwächer als zuvor. Seit ich mein Dasein in diesem Körper verbringe, scheine ich täglich weniger Macht zu besitzen.“ Sie stoppte und schaute zu Boden. „Vielleicht sollte ich diese Farce des Lebens beenden. Meine Macht und mein Wille schwinden dahin.“

    „Was? Nein!“ meinte Willow verunsichert. „Du darfst jetzt nicht aufgeben!“ verlangte sie, als sie einen Schritt auf die Dämonin zukam. „Warum? Warum nicht?“ wollte diese wissen. „Weil... weil…“ Willow überlegte. „Weil sonst viele Menschen so empfinden würden, wie du für Gunn und Wesley empfunden hast!“ versuchte sie es. Illyria dachte kurz nach und sah die Hexe an. „Ich… empfinde scheinbar noch immer so. Es zerreißt mich förmlich von innen!“ Willow spürte neue Hoffnung in sich aufkeimen. Sie wollte nicht, dass sich diese Dämonin am Ende noch ihr Leben nehmen würde. Warum, wusste sie nicht. Aber sie fuhr fort, auf sie ein zu reden „Siehst du? Das würden viele Menschen auch deinetwegen spüren, wenn du sterben würdest. Selbst zwei Vampire, denke ich, würden genauso empfinden!“ sie dachte dabei an Angel und Spike. Dann sah sie die unsicher dreinblickende Illyria tief in die Augen und meinte: „ICH würde so empfinden. Ich würde dich vermissen, obwohl ich dich erst seit kurzem kenne….“. Diese Empfindung entsprach sogar der Wahrheit, spürte Willow in diesem Moment.

    Illyria rann eine einsame Träne über die linke Wange. Sie schaute Willow an. „Ich habe ein seltsames Verlangen, dich für das Gesagte zu umarmen….“. „Umarmen? Äh… ja, ja natürlich, gerne!“ sagte Willow verunsichert und legte ihre Hände leicht auf Illyrias Schultern. Plötzlich sprang die Dämonin sie an, legte ihren Kopf auf Willows linke Schulter und umarmte sie völlig. Ein wenig zu kräftig. „Hoppla, ich.. ich bekomm gleich keine Luft mehr…“ meinte Willow. Der Griff wurde von Illyria gelockert, doch sie löste die Umarmung nicht vollends. Willow konnte hören, wie die Dämonin anfing zu weinen. Ihr Körper bebte förmlich unter dem Weinkrampf. Willow umarmte Illyria nun ebenso, als sie ihr leise zuraunte „Pscht, ist schon gut, ist schon gut. Lass es raus.“ Sie streichelte den Hinterkopf Illyrias und musste selbst die Tränen zurückhalten. Wann hatte sie das letzte Mal einen Dämon weinen sehen? Hatte sie das überhaupt einmal?

    +++

    Nach beinahe einer Minute, in der Illyria sich ganz hatte gehen lassen und in Willows Armen weinte, ruckte sie zurück und befreite sich damit auch aus der Umarmung. Ihr Gesicht war verheult, hatte jedoch wieder den für sie typischen kalten Gesichtsausdruck angenommen. "Mein Anfall ist vorüber!" meinte sie schlicht und tonlos, wobei sie Willow in die Augen schaute. Illyrias Anblick strafte ihrer Worte Lügen, denn noch immer schien sie zu weinen oder zumindest gleich wieder los legen zu können.
    "Äh... Anfall? Ich..."
    "Wir sollten gehen. Gibt es noch etwas zu erledigen?"
    "Oh, gehen sollen wir? Ja sicher, zuerst die Tränen schnell los werden und dann wieder gehen. Klar, so macht ihr Dämonen das bestimmt immer..." meinte Willow verunsichert und leicht verärgert.
    "Wohin wollen wir eigentlich noch? Osiris meinte doch, dass wir Gunn nicht mehr helfen können." gab die Hexe zu bedenken.

    "Also müssen wir Gunn tot lassen?" fragte Illyria in einem seltsamen Ton. Willow wunderte sich über die Formulierung. "Tot lassen? Naja... ich wüsste nicht was ich sonst tun könnte."
    "Aber du bist doch eine Hexe, lass ihn doch auferstehen!"
    "Wenn ich das so einfach gekonnt hätte, hätte ich auch nicht Osiris rufen müssen." lächelte Willow leicht gezwungen.
    Illyria stutzte. "Osiris ist unsere letzte Hilfe?"
    "Nunja... schon. Ich könnte auch ein dunkles Ritual abhalten, wobei ich ein armes, unschuldiges Tier opfern müsste, und könnte Gunn so zurückholen. Doch das hat unter Umständen unangenehme Folgen. Außerdem habe ich dadurch bereits schon einmal eine Person… ähm… natürlich ungewollt… aus dem Paradies hinaus gezerrt. Für sie war danach diese Welt die Hölle..." Willow dachte dabei an Buffy, sie konnte es immer noch nicht vergessen.

    "Bedeutet das bei Wesley, dass wir Gefahr laufen..."
    "Nein, nein. Das ist was anderes. Es... es ist die Art der Magie. Außerdem müsste ich das Ritual vorbeireiten und es mitternachts abhalten. Auf dem Friedhof, nachdem Gunn beerdigt wurde. Bis dann würde er außerdem ja schon in Frieden Ruhen, wie man sagt." meinte Willow hastig. Eine Spur von Unsicherheit lag in ihrer Stimme. Sollte sie vielleicht doch das Ritual vollziehen um Gunn zurück zu holen? Aber es könnte Tage dauern, bis er beerdigt werden würde und außerdem schwor sie sich seit der Sache mit Buffy, dass sie nie wieder jemand so von den Toten zurück ins Leben riss. Nein, sie konnte es nicht. Es hätte höchstwahrscheinlich sehr unangenehme Konsequenzen. "In Frieden ruhen..." Illyria legte den Kopf schief und schien über die Worte nachzudenken.

    "Dann müssen wir also warten, bis Wesley kommt?" fragte die blaue Dämonin tonlos. Willow war sich nicht sicher, ob es eine Frage oder eine Feststellung war, weshalb sie antwortete: "Ja, sieht wohl ganz danach aus... ". Sie schaute betrübt zu Boden und hing ihren Gedanken nach.

    "Warum ist die Hälfte eures Daseins stets mit Warten verbunden?" fragte Illyria in ihrer gewohnt tonlosen Art.
    Willow überlegte und zuckte die Achseln. Ja, warum? Interessante Frage, darüber habe ich noch nicht besonders nachgedacht!" meinte sie schlicht. Dann fuhr sie mit der Rechten abwinkend fort: "Egal! Wir können jedenfalls nur warten, bis Wes wieder auftaucht... ähm... hat Osiris eigentlich gesagt, wo das genau wäre?" fragte Willow.
    „Es ist anzunehmen, da Wesley da drin von uns ging, dass er da auch wieder zu uns kommt.“ meinte die blaue Dämonin. Die Hexe stutzte. Obwohl Illyria meist kalt und simpel war, hörte sie sich nun ein wenig an wie Giles. Er war nie kalt und schon gar nicht simpel, aber er hatte die Eigenschaft etwas geradezu emotionslos logisch auf den Tisch zu bringen und dann von der Gruppe entsprechende Maßnahmen zu erwarten. Illyria hatte ihn mit diesem Satz wohl gerade gut vertreten.

    Giles, dachte sie. Stimmt ja, sie könnte Giles anrufen. Er ist zwar in London, mal wieder, aber gerade deshalb könnte es sich lohnen. Vielleicht würde sie durch ihn den Hexenzirkel erreichen können. Willow hätte es auch mit Magie versuchen können, doch gäbe es so viele verschiedene Möglichkeiten – aber alle würden sie am Ende vor dem Hexenzirkel so aussehen lassen, als wenn sie sich immerzu ihrer Magie bedienen würde und gerade bei dem Zirkel wollte Willow auf keinen Fall diesen Eindruck nicht erwecken. Aber die Hexen könnten ihr einen Tipp geben. Obwohl, vielleicht würden sie Willow auch raten, Tote einfach tot zu lassen, weil alles andere gegen das Gleichgewicht verstoßen würde. Also doch nicht anrufen?

    Anrufen? Da war doch was… „Oh Mist!“ meinte die Hexe. Illyria schaute sie an. „Was ist denn?“ fragte sie. Willow verneinte langsam mit den Kopf als sie begann, auf die Tür zu zu laufen. „Ich muss noch Kennedy anrufen. Ich Trottel… hoffentlich ist da ein Telefon irgendwo… „ meinte sie, als sie bereits die Tür öffnete. Dann drehte sie sich um und fragte die Dämonin: „Hilfst du mit suchen? Bitte?“

    +++

    Es gab zwar ein Telefon, welches Willow und Illyria auch nach einer Weile fanden, doch erreichte die Hexe Kennedy nicht. Es klingelte, aber niemand hob ab. „Mist. Hoffentlich hat sie den Anrufbeantworter abgehört.“ meinte Willow laut. Illyria sah sie an, sagte jedoch nichts.

    „Ok….“ beruhigte sich Willow mit leicht von sich gestreckten Händen. „Ok… Wenn ich Kennedy wäre… und mich vermissen würde… und den Anrufbeantworter nicht abgehört hätte… was würde ich tun nachdem ich den Brief gelesen habe?“ versuchte die Hexe heraus zu finden. „Ich würde Buffy rufen, wie ich es im Brief schon angedeutet habe.“ überlegte sie. Buffy war höchstwahrscheinlich noch in Europa, schoss es ihr plötzlich durch den Kopf. Das hieße, dass Kennedy sich nur an andere Jägerinnen gewendet haben könnte. Und mit ihnen würde sie wohl bereits auf den Weg nach L. A. sein. „Klasse.“ meinte Willow. „Ich hab’s versaut.“

    +++

    Giles saß gerade bei einer Tasse Tee zu Tisch, vor sich ein interessantes Buch über eine Prophezeiung. Da klingelte das Telefon. Gerade jetzt, wo er es sich so gemütlich gemacht hatte. Er nahm den Hörer ab. „Giles. Hello?“ meldete er sich und er hob die Augenbrauen, als Willow antwortete. „Giles, zum Glück erreiche ich wenigstens sie. Kennedy ist nicht zu Hause und… kurz gesagt, ich brauche ihre Hilfe. Sie sagten doch, ich solle sie auf dieser Nummer in London anrufen, falls etwas passiert!“ sprudelte es aus ihr heraus. „Ja, in der Tat. Oh Lord, ich freue mich von dir zu hören. Kennedy ist ganz durcheinander. Noch eine Stunde und ich hätte den Zirkel eingeschaltet.“

    Willow stutzte: „Sie haben schon mit Kennedy gesprochen? Wo ist sie? Was macht sie? Ich muss sie erreichen!“ „Langsam, Willow. Es geht ihr gut, sie macht sich Sorgen um dich. Sie wollte Buffy erreichen und ich habe Faith nach L. A. geschickt. Schließlich kennt sie sich in Los Angeles aus und kann auch Kontakt zu Angel aufnehmen.“ antwortete er. „Faith? Faith kommt nach L. A.?“ staunte Willow. Giles putzte seine Brille und meinte „Ja, es ist jetzt wohl nicht mehr nötig, aber sie ist bestimmt bereits dort. Zusammen mit ein paar Jägerinnen. Ich habe ihr da freie Hand gelassen, also weiß ich nicht, wen sie mitgenommen hat. Andrew befindet sich zurzeit in New York und bildet noch einige Jägerinnen aus. Deswegen kam nur Faith in Frage. Buffy dagegen ist zwar in Europa, wollte jedoch unbedingt auch bald wieder zurückkommen. Morgen müsste sie auch bei euch sein!“

    „Ich habe da wohl einiges breit getreten, was?“ fragte Willow erstaunt. „Nunja… Willow, was ist eigentlich los?“ wollte Giles wissen. Die Hexe stutzte und wollte zuerst alles etwas herunter spielen, dann jedoch spürte sie, dass sie dem Wächter gegenüber mit allem heraus rücken sollte. Also fing sie an zu erzählen: „Nun, es gab die Nacht sozusagen ein Massenauflauf an Dämonen in L. A.! Freigelassen von dieser Wolfram & Hart Agentur. Das Haus der Agentur ist übrigens eingestürzt!“ „Oh Lord.“ Hörte sie den Zwischenkommentar des Wächters. „Ja, und in den Ereignissen half ich dem Team um Angel und Spike. Ich hörte auch, dass Wesley starb und Gunn wurde in meinem Beiseins leider von Dämonen auseinander gerissen.“ Die Hexe rang um Selbstbeherrschung, als sie so in komprimierter Form die Geschehnisse wiedergab. Giles seufzte tief und meinte „Oh Schreck, Wesley ist tot? Und Gunn? Ohje, ich sollte auch zu euch rüber kommen!“

    Jetzt musste Willow doch etwas entschärfen: „Ähm… naja, ich habe alles im Griff. Größtenteils. Wesley befindet sich… auf dem Weg der Rückkehr. Er wurde von Osiris wieder zurückgeholt und ein Teil von Illyrias Kraft steckt nun auch in ihm. Er sollte in den nächsten Stunden auferstehen, wir sind an seinem Sterbeort und behüten die …“ das Wort Leiche kam ihr nicht über die Lippen. „Den Körper meine ich. Also wir sind bei Wesley und warten, bis er sozusagen aufwacht.“ „Oh.“ äußerte sich Giles ganz einfach. Diesmal ohne Schreck, Lord oder sonst was dahinter. Willow fuhr fort: „Ja, und für Gunn, so meinte Osiris, könnte nichts mehr getan werden. Und ich machte mir Sorgen wegen Kennedy, da sie nicht zu Hause erreichbar war. Aber wenn sie ja auch unterwegs zu uns ist…“

    „Willow, warum hast du den anderen eigentlich nicht bescheid gesagt, dass du zur Westküste zu einem großen Kampf aufbrichst?“ wollte Giles nun wissen. Die Hexe antwortete prompt: „Weil es zu spät gewesen wäre. Ich hab noch nicht mal ein Flugzeug genommen, weil ich dazu auch keine Zeit hatte. Ich musste schnellstmöglich dahin, da ich die immense Energie von den Ereignissen an der Westküste, wie sie sagen, gespürt habe. Es blieb keine Zeit!“ Er hakte nach: „Auch nicht für den Zirkel?“. „Auch nicht für den Zirkel!“ bestätigte Willow. Da kam ihr ein Gedanke: „Sie sagten, sie wollten in einer Stunde den Zirkel einschalten. Warum? Um mich zu suchen?“ Er antwortete zunächst mit einem Seufzer und meinte dann: „Ja, das auch. Ich muss mir doch Sorgen machen, wenn die mächtigste Hexe der Welt zu einer Bedrohung aufbricht und nicht mehr zurückkommt!“ „Die mächtigste Hexe…?“ meinte Willow fragend und lächelte. Das war eben ein englisches Kompliment. Der Wächter meinte: „Ja, Willow. Das bist du, ob es dir nun gefällt oder nicht! Mir gefällt es, solange du deine Kräfte beherrschst, was du ja zur Genüge bewiesen hast, wenn ich das anmerken darf!“ „Oh, danke Giles!“ Willow war beeindruckt. Sie rang um Worte, doch war sie momentan unfähig dazu, die richtigen zu finden.

    Giles dachte über einen Namen nach, den er soeben von Willow aufschnappte, und er erinnerte sich daran, was er gelesen hatte. „Ich packe meine Sachen und komme rüber.“ meinte Giles. Willow riss sich aus ihren Gedanken und antwortete: „Was? Wieso? Also, nicht dass ich sie nicht sehen möchte, aber… das brauchen sie nicht!“. „Illyria ist ein Dämon, ein Dämon in einem Frauenkörper, oder?“ „Was? Ähm… ja!“ sie sah die Dämonin an. „Aber was…“ wollte sie gerade eine Frage stellen, wurde aber von Giles erneut unterbrochen: „Pass auf sie auf. Auch wenn sie menschliche Züge annimmt, ist sie jedoch immer noch eine Dämonin. Ich packe jetzt meine Sachen und wenn alles gut läuft, sollte ich morgen kurz nach Buffy eintreffen. Halt die Ohren steif Willow!“. Und damit legte er auf.

    „Giles?“ rief Willow in die Sprechmuschel, doch sie hatte keine Antwort erwartet, da sie das typische Geräusch hörte, wenn jemand auflegte. Sie legte den Hörer auf die Gabel, verdutzt und verunsichert. Sie drehte sich zu dem Platz um, an dem Illyria vorher noch stand, doch nun war sie weg. Panik überfiel sie, als sie verwirrt herum schaute und in ihren Gedanken die warnenden Worte von Giles nachhallten. Doch sie fand die Dämonin am Boden hockend, mit dem Rücken zu ihr. Sie hielt Wes in ihren Armen. Willow konnte beide Gesichter nicht sehen und rief: „Illyria? Was…“, doch wurde sie von der emotionslosen Stimme der blauen Dämonin unterbrochen. Sie sagte tonlos: „Er kommt zu sich…“.

    +++

    Schmerz. Blut, das aus dem Körper rann. Der letzte Hauch von Worten der Liebe, tief empfundener, aufrichtiger Liebe. Eine weinende Frau, die trauerte und ebenfalls Liebe gestand. Ein Gefühl des Bedauerns. Bedauern, nicht tief genug geliebt und sein Leben nicht richtig gelebt zu haben. Die bittere Erkenntnis, dass alles vorbei ist. Dann umfangende Schwärze der Erlösung.

    Dunkelheit. Verwirrung. Abstrakte Gedanken. „Hat er mich getötet? Bin ich tot?“. Heller werdende Schwärze, die von einem kranken grau in ein heilendes weiß überging. Ein Weiß verheißungsvoller Süße und wärmender Strahlung. Ist das der Weg zum Himmel? Die letzte Reise?

    Doch dann… das Gefühl schweren Atmens, eine Ahnung eines Gedankens. Oder einer Stimme? „Ich bin Osiris. Und du wurdest von mir auserwählt. Auserwählt zu leben. Mir zu dienen. Mit einer Stärke, die du erst noch erfahren wirst. Deine Zeit des Sterbens ist noch nicht gekommen. Du wirst noch eine Weile unter den Lebenden sein. Warte auf meine Befehle… und LEBE!“

    Helles, gleißendes Licht, dass in den Augen schmerzte. Der Körper begann zu zittern. Eine Woge elektrisierender Energie jagte durch den zuckenden Körper. Das Herz schlug erneut. Empfindungen. Stimmen. Der warme Körper eines anderen Wesens, das den eigenen in den Armen hielt. Eine kalte Stimme, die sagt: „Er kommt zu sich…“

    Wes öffnete langsam die Augen. Er musste sich erst an das diffuse Licht in den Schatten gewöhnen. Über sich gebeugt war eine bekannte Frau. Oder doch nicht so bekannt? Sie hatte ein Blau in ihren Haaren, im Gesicht und am Körper. Dahinter, stehend, eine unsicher wirkende Rothaarige, die ihren Mund öffnete um etwas zu sagen. Zitternd fragte sie: „Wesley?“.

    Er drehte sich langsam. Sein Körper war noch ein wenig geschwächt, wie als würde er langsam aus einem Schlaf erwachen. Er glitt aus dem Griff der blauen Dämonin, als er sich auf die Hände stützte und alsbald auf allen vieren stand. Die Schönheit mit dem kalten Blick zu seiner Seite war… Illyria. Jetzt fiel es ihm wieder ein. Sie war einst Fred, doch nun war sie in ihrem Körper. Die andere war…. Buffy? Nein…. Willow. Ja, die Hexe. Er richtete sich langsam auf. Sein Mund und Hals fühlte sich trocken an.

    „Du lebst?“ wollte Willow wissen. Eine dumme Frage, wie sie selbst fand, doch sie war noch zu erstaunt und fragte sich, wie er sich nun fühlen musste. Illyria stand einfach nur da und sah den gerade eben noch Toten in die Augen. Ihr Gesichtsausdruck verriet keine Emotion. Hatte sie welche? „Ich… ich lebe? Ja, ich… bin lebendig!“ meinte er.

    Die Hexe wollte die peinliche Berührtheit dieser Situation bewältigen, in dem sie einfach Wesley ansprang und ihn umarmte. Sie dankte allen Göttern, ganz besonders Osiris, für die Reanimation. Wesley war noch zu verblüfft und verwirrt um sich gegen ihre Umarmung zu wehren. Er wollte es auch nicht. Es fühlte sich… lebendig an. Ja, er weilte wieder unter den Lebenden. Doch irgendwas war anders. Und war die Dämonin nicht gerade noch dabei, für ihn Fred „zu spielen“ und seinen Tod zu beweinen? Nun stand sie einfach nur da und legte den Kopf schief.

    +++

    „Wie rührend!“ sprach eine dunkle, blubbernde Stimme von einer Ecke des Raumes. Die Anwesenden sahen sich um. Ein schwarzes, schleimiges, ekelhaftes, grob menschenähnliches Etwas stand in einer Ecke des Raumes und musste sie beobachtet haben. Zweifelsohne ein Dämon. Und er reagierte. Er fixierte seinen Blick auf diesen Wesley, da er ihn kraft der Gedanken gegen die Wand werfen wollte. Doch irgendwas stimmte nicht. Es klappte nicht. Dieser Mensch stand einfach nur da und sah ihn an.

    Illyria rannte auf den Dämon zu, doch der benutzte all seine Kraft und eine Handbewegung, um sie gegen die Wand zu schleudern. Mit dem Mehraufwand an Kraft gelang es ihm schließlich auch und die blaue Dämonin knallte heftig seitlich gegen die Wand. „Fred!“ rief Wesley, der sich jedoch vergegenwärtigen musste, dass die blaue Schönheit eine Dämonin namens Illyria war, nicht Fred.

    Das fremde Wesen lächelte und war für einen kurzen Moment zufrieden mit seiner Arbeit. Doch da war etwas anderes, eine Kraft, die ihn gefangen hielt. Er drehte sich um und sah die Rothaarige, nun mit schwarzen Augen, die ihre Rechte so hielt, als würde sie etwas festhalten. Ja klar, sie hielt ihn. Wohl eine verfluchte Magierin?

    „Ich werde nicht zulassen, dass du uns tötest! Nicht mal einen von uns!“ meinte Willow mit einer nun etwas dunkleren, unheilvollen Stimme. Sie war zornig, fast rasend vor Wut. Gerade eben ist Wesley erst wieder von den Toten auferstanden, da muss wieder einmal ein Dämon kommen und alles zerstören? Nein, sie würde ihn zerstören.

    Der Dämon bewegte sich. Aber er wurde doch festgehalten? Langsam ging das Wesen auf Willow zu, dabei kämpfte er sichtbar gegen unsichtbare, magische Kräfte an. Willow konzentrierte sich und wollte ihn zum stoppen bringen, doch er war stärker, nur ein wenig aber immerhin. Schweißperlen entstanden nun langsam auf Willows Stirn. Da rannte Wesley dem Wesen entgegen, holte noch im Lauf aus und rammte seine Faust in dessen Gesicht. Unfähig, sich zu verteidigen, da es immer noch von der Hexe festgehalten wurde und sich kaum bewegen konnte, nahm der Dämon den Schmerz hin, als sich sein Kopf etwas zurück bog.

    Willow war für einen kurzen Moment verunsichert. Woher nahm Wesley diese Kraft? Doch dieser kurze Moment reichte dem Dämon. Er fegte die Hexe mit einem Gedanken und einer Handbewegung gegen die Wand, wo sie bewusstlos zusammen sackte. Doch Wesley schien nichts davon mitbekommen zu haben, als er immer wieder auf das Wesen einprügelte. Es schrie vor Schmerzen und hämmerte beide Fäuste gegen die Brust des Menschen. Die Luft wurde brutal aus Wes´ Lungen gepresst und die schiere Wucht ließ ihn einige Meter nach hinten fliegen, gegen die Wand.

    Zorn stieg in Wes auf. Der Dämon machte eine seltsame Handbewegung, doch Wes ließ sich nicht davon beirren und rannte erneut auf ihn zu, nahm all seine Wut, bündelte sie in Gedanken in seiner Faust zusammen und schlug mit aller Härte auf seine Brust. Das Wesen starrte Wesley entgegen. War da Erstaunen in dem fremdartigen Gesicht? Wes zog seine Hand zurück und starrte in das klaffende Loch, das nun in der Brust des Wesens war. Man konnte glatt hindurch schauen. Dann plumpste das Ding auf den Boden, wie ein Sack Kartoffeln, wo es tot liegen blieb. Verwundert sah Wesley seine Faust an. Sie war voller schwarzer, zähflüssiger Substanz. Angewidert schüttelte er sie und rieb sie an der Wand etwas sauber, so gut er konnte.

    Illyria stand auf. Sie traute ihren Augen nicht. „Wie hast du…?“ fragte sie, unfähig den Satz zu Ende zu sprechen. Er lächelte leicht nervös und meinte: „Naja, ist doch egal. Hauptsache das Ding ist tot!“. Er rief sich die Worte von Osiris ins Gedächtnis. War das die Stärke, die Wes erlangen sollte?

    Die blaue Schönheit legte den Kopf schief und betrachtete ihn. „Woher kam dieses Ding? Ich gehe nicht davon aus, dass ihr es hier her gebracht habt, oder?“ wollte der ehemalige Wächter wissen. Illyria starrte auf den leblosen Körper des Wesens und antwortete: „Nein… es muss wohl von einem anderen Raum hier her gelangt sein…“. Langsam ging sie zu einer offen stehenden Tür.

    Wesley dagegen sah die am Boden liegende Willow. Er rannte zu ihr, besorgt, sie könnte verletzt sein. Vorsichtig nahm er sie in beide Arme und schaute nach ihr. Eine kleine Wunde am Kopf blutete etwas. Gerade als er diese Wunde genauer Untersuchen wollte und eine Hand ausstreckte, kam Willow langsam zu sich.

    „Was…?“ fragte sie und sah ihn an. Dann sah sie sich um und stand auf. Er wollte sie zunächst stützen, doch bemerkte er, dass sie von alleine stehen konnte. „Geht es dir gut?“ wollte er wissen. Sie lächelte und entgegnete ihm: „Eigentlich sollte ich dich das fragen! Immerhin bist du vor ein paar Augenblicken von den Toten zurückgekehrt!“. Sie strich sich langsam über die Kopfwunde und die Wunde verschwand innerhalb von Augenblicken. „Das ist besser!“ meinte sie nur. Dann ging sie ein paar Schritte auf das tote Ding zu.

    „Ich glaube das war ein…“ setzte die Rothaarige an, als Illyria sie unterbrach mit den Worten: „Ein Sokkuro-Dämon, ja! Jetzt erinnere ich mich. Sie sind größtenteils immun gegen Magie und können, wenn auch stark beschränkt, ebenso ein wenig zaubern.“. Willow starrte sie an. „Woher weißt du das? Ich meine, woher weißt du, dass es ein solcher Dämon war?“ fragte sie. Illyria entgegnete: „Weil ich selbst einmal solche Dämonen als Untertanen hatte. Sie sind sehr eigenwillig. Ich tötete sie.“. Willow sah erstaunt auf und fragte: „Du hast sie getötet?“. Die blaue Dämonin schaute sie an und meinte schlicht: „Ja. Ich musste es tun. Sie wurden lästig. Aber das war damals. Dass du den Dämon gerade eben fast festgehalten hast, zeigt nur, wie mächtig du bist. Normalerweise kann man sie nicht festhalten, auch nicht mit Magie!“.

    Wes schaute nun auch auf den toten Dämon. „Aber woher kam er? Er war doch bestimmt nicht der Beschützer des Warlocks Cyrus Vail. Zumindest war er gestern noch nicht hier, als ich gegen Cyrus kämpfte!“ schlussfolgerte er und sah die anderen an. Illyria antwortete: „Vielleicht war er ein Mitbewohner dieser Einrichtung.“. Willow lächelte und meinte spöttisch: „Ja, klar. Ein Untermieter, der sich jetzt erst zeigte und uns zum Mittagessen wollte….“. Abrupt wich das Lächeln aus ihrem Gesicht und sie verzog, leicht entsetzt, angewidert die Miene. „Vergessen wir, was ich gerade gesagt habe!“ meinte sie und winkte ab.

    „Wir sollten uns hier umsehen! Es gibt bestimmt einen Keller. Nicht das da noch andere Wesen auf uns warten.“ warnte Wesley und ging zur offen stehenden Tür, die kurz zuvor von Illyria angesteuert wurde. Die anderen folgten ihm unsicher aber vereint, fest entschlossen die Umgebung von allem zu „säubern“, was in irgendeiner Weise dämonisch sein konnte.

    +++

    Der Nachthimmel hing voller dunkler Wolken, aber wenigstens regnete es nicht, als Spike die Straßen entlang marschierte. Sein Ziel war der vereinte Treffpunkt und gleich war er dort. Er hoffte nur, dass Angel nicht wieder einen Auftrag für das Team oder ihn hatte. Die Nacht saß ihm noch in den Knochen. Die langen Kämpfe. Doch ein gutes hatte es gehabt: er war so geschafft, dass er sogar wieder von einer Flasche Whiskey betrunken wurde und fast den ganzen Tag schlief.

    Er ging um eine Ecke, die letzte auf seinem Weg, und war am Ziel. Angel sah ihn als erstes. „Ah, Mr. Blondie ist auch da! Die anderen sind gerade angekommen.“ meinte dieser und Spike konnte sehen, wie auf der anderen Seite Illyria, Willow und Wesley standen.

    Moment, Wesley? „Hey, ich dachte du wärst tot!“ sagte Spike zu Wes schauend. Der antwortete: „Tut mir Leid dich zu enttäuschen. Aber ich lebe wieder!“. „Wieder? Heißt das, du warst tot?“ wollte Spike wissen. „Ja, wenn du es genau wissen willst!“ antwortete Wes und Illyria fügte an: „Ich sagte gestern, dass er gestorben ist. Vergessen?“. Spike lächelte leicht spöttisch und meinte darauf: „Nein, deswegen ja auch meine Frage: Ich dachte du wärst tot. Hallo? Spreche ich so undeutlich?“ wollte er wissen. Doch ohne das Thema weiter zu vertiefen, fragte er weiter: „Was ist passiert? Wie hast du es geschafft?“.

    „Das hätte ich auch gerne gewusst!“ sagte Angel und schaute Willow an als er hinzufügte „Zauberei?“. Diese zuckte mit den Achseln. „Tja, sozusagen!“ entgegnete sie. „Osiris hat ihn wieder zum Leben erweckt!“ fügte Illyria an. „Osiris?“ kam es wie aus einem Mund aus Angel und Spike geschossen. Sie blickten sich kurz an und dann wieder zu Illyria. „Ja.“ meinte sie schlicht, ohne noch etwas zu sagen.

    Willow erklärte: „Ich….“. Sie schaute zur blauen Dämonin und verbesserte sich: „wir riefen Osiris um Hilfe und er... erweckte Wes!“. „Achso, nun denn! Alles klar!“ meinte Spike lächelnd. Gott, wie er es hasste, wenn Magie einfach so benutzt wurde. Das gab bestimmt wieder Konsequenzen, dachte er. Es gab immer welche.

    Angel zog seine Stirn in Falten und fragte: „Was ist mit Gunn? Er ist nicht hier, also besteht keine Hoffnung für ihn?“. Doch bevor jemand anderes antworten konnte, entgegnete Spike schlicht: „Er wurde untersucht. Im Leichenhaus meine ich. Und morgen ist seine Beerdigung.“. Plötzlich sahen alle erstaunt den blonden Vampir an. Er bemerkte die Blicke und schaute leicht verärgert, als er fragte: „Was denn? Ich höre auch Sachen, wisst ihr?“. „Schon mal mit einem Arzt darüber geredet?“ witzelte Angel. Spike funkelte ihn an. „Nein, oh hochstirniger, dunkelhaariger Anführer. Ich brauchte nicht einmal einen Arzt, als ich verrückt war! Aber ich denke, dass du einen besuchen solltest. Einen Psychiater, genauer gesagt. Obwohl, der kann dir bestimmt eh nicht mehr helfen…“ meinte Spike belustigt, woraufhin Angel die Miene verzog.

    „Ähm… wir haben außerdem noch einen Sokkuro-Dämon in der Stätte des Warlocks besiegt!“ warf Willow ein, und beendete damit das Zwiegespräch zwischen Angel und Spike. „Wirklich?“ fragte Spike mit einem anerkennenden Nicken. Angel sah die Hexe an und fragte: „Was für einen Dämon?“. „Schwarz, schleimig, stark und beinahe immun gegenüber Magie.“ meinte Wes. Willow fügte an „Und tot nicht zu vergessen…“. Wes lächelte sie an. „Richtig!“.

    Angel schaute in die Runde, als nun jeder seinen Gedanken nachhing. „Tja… was für ein Tag!“ fasste er sarkastisch zusammen. Spike antwortete unverzüglich „Und er wird gerade noch interessanter!“. Dabei schaute er zu einer Häuserecke, um die gerade Faith und drei weitere Jägerinnen kamen. Eine davon war Kennedy.

    +++

    Kennedy rannte augenblicklich zu Willow, wobei sie noch ein „Gott sei Dank. Geht’s dir gut?“ rief und im nächsten Moment bereits um ihren Hals fiel und sie leidenschaftlich küsste. „Ist das…?“ fragte Wes und deutete auf Kennedy, wurde von Angel jedoch unterbrochen, als dieser schlicht entgegnete: „Willows neue Flamme, ja!“. „Oh!“ entfuhr es Wes, dann räusperte er sich.

    „So, was gibt’s Neues?“ meinte Faith, die in ihrer gewohnten schwarzen und figurbetonten Kampfmontur steckte, zur Begrüßung schlicht. Die anderen beiden Jägerinnen, bestehend aus der afroamerikanischen Rona und der rothaarigen Vi, standen an ihrer Seite und sahen die anwesenden Personen neugierig an. Aus den Mündern von Angel, Wesley und Spike kamen nur Laute wie „Tja…“, „Also…“, „Nunja…“ und dergleichen, während sie sich am Kopf kratzten oder unsicher umher schauten. „Hey, nicht alle auf einmal!“ lachte Faith kurz auf.

    „Warum hast du mir nicht gesagt, was du vorhattest? Ich dachte schon, dir sei was Schlimmes geschehen, als ich den Brief las!“ wollte Kennedy von Willow wissen. Diese fragte: „Du hast den Brief gelesen? Oh, Liebling. Es tut mir Leid. Er sollte dich eigentlich nur erreichen, wenn…“. Sie verbesserte sich: „Nun, er sollte dich eigentlich gar nicht erreichen. Ich wollte dich anrufen, aber nur der Anrufbeantworter war an!“. „Oh“ entfuhr es Kennedy. „Mist, den habe ich gar nicht abgehört. Aber ich habe dein Handy…“ sagte sie lächelnd und gab es Willow. Die Hexe konnte erkennen, dass Kennedy weinte. Wohl vor Glück, dachte sie. Augenblicklich bekam auch Willow feuchte Augen. Es tat gut, jemanden um sich zu wissen, der einen so sehr liebte und sich so sorgte. Sie schmiegte sich in Kennedys Arme.

    „Ok, wird sonst noch jemand heute kommen? Langsam geht es hier zu wie im Taubenschlag! Nicht, dass ich mich beschweren will.“ meinte Angel an Faith gewandt. Sie schüttelte den Kopf und meinte: „Nein, heute nicht!“. Spike schaute verwundert und wollte wissen: „Heute nicht? Heißt das etwa, morgen wird noch jemand kommen?“. „Ja, B wird wohl morgen ankommen.“ antwortete Faith. „B?“ fragte Wes. Kennedy schaute sich um und sagte: „Sie meint Buffy!“.

    „Buffy?“ kam es sowohl aus Spike wie auch aus Angel geschossen. Sie sahen sich an. „Wisst ihr, ihr solltet wohl daran arbeiten, dass ihr nicht immer das gleiche sagt!“ spottete Wes und zeigte abwechselnd auf beide. Faith lächelte nur und sah Illyria an. „Hey, Fred. Cooler neuer Look. Ein wenig unterkühlt, aber… es hat was!” meinte sie. „Fred ist tot!“ entgegnete die blaue Dämonin. Die dunkelhaarige Jägerin fragte stutzend: „Wie? Und wer bist du?“. „Illyria!“ antwortete die Dämonin schlicht. „Oh, ok.“ meinte Faith. „Lange Geschichte!“ entgegnete Wes und trat instinktiv an die Seite der blauen Schönheit.

    „Also ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich würde sagen wir suchen uns ein nettes Plätzchen und setzen uns für ein kleines Schwätzchen zusammen!“ meinte Spike an alle gewandt, während er ein sympathisches Lächeln zeigte. Willow bestätigte: „Ja, es gibt viel zu bereden!“ und schaute zuerst in die Runde und dann in die Augen ihrer Freundin. Kennedy lächelte, von Gefühlen derart überrumpelt, dass sie nichts entgegnete sondern einfach nur ihre Hexe ansah. Gott, wie sehr hatte sie sich um sie geängstigt.

    „Ok, dann gehen wir am besten in ein nettes, kleines Lokal. Da werden auch keine Fragen gestellt und es ist preiswert!“ sagte Spike und ging dabei ein paar Schritte rückwärts. Faith begann ihn bereits augenblicklich zu folgen, als Angel die Stirn in Falten zog und meinte: „Spike, nimm es mir nicht übel, aber… heute mal kein Whiskey oder dergleichen. Es gibt viel zu bereden.“. „Ach, bloody hell, Angel. Wir haben einiges zu feiern, Apokalypse gestoppt und so weiter. Außerdem kann ich eh nicht zu viel trinken, das Zeug wirkt nicht mehr so. Und du weißt das genau, Mr. Im-Flugzeug-die-Minibar-Leersäufer.“ blaffte Spike ihn an. Angel schaute verärgert und erwiderte „Hey, das war noch nicht einmal eine halbe Whiskey-Flasche, was da drin war. Du säufst weitaus mehr, normalerweise!“. Faith schüttelte belustigt den Kopf und fragte „Männer… werden die nie erwachsen? Nicht mal als Vampire?“. „Wie in guten, alten Zeiten!“ kommentierte Wesley schlicht.

    +++

    Im Lokal ließen sie sich in einem extra vom Rest abgetrennten Raum nieder, um ungestört reden zu können. Spike rauchte wie ein Schlot und hielt sich an Bier, das er reichlich trank. Immerhin war es seiner Meinung ja genau das, was Angel wollte: kein Whiskey oder dergleichen. Aber es schmeckte trotzdem, auch wenn Spike befürchtete, zehn Liter trinken zu müssen, bis er voll war. Aber es gab Tage, da musste man Opfer bringen, schlussfolgerte er in Gedanken. Faith leistete ihm beim Biertrinken nach einer Weile Gesellschaft. Witzig, dachte er, wo sie sich doch vor einem Jahr gegenseitig umbringen wollten, als Faith kurzzeitig die Anführerin der potentiellen Jägerinnen war.

    Sie tauchten alle Neuigkeiten aus, dass Illyria z. B. eine Dämonin war, die letztendlich den Körper von der bereits toten Fred übernahm und dass sie und Willow Wesley zurück holten und dabei erfuhren, dass Gunn nicht mehr zu retten war. Sie verschwiegen jedoch beide, dass Osiris einen Teil von der Kraft der blauen Dämonin für die Wiedererweckung von Wes wollte.

    Faith und die Jägerinnen Rona und Vi berichteten zusammen mit Willow einige Neuigkeiten über den Verbleib der anderen Jägerinnen und über Andrew, Giles und einigen mehr. Spike und Angel verzichteten darauf zu erwähnen, dass sie Buffy vor ein paar Wochen beinahe in Italien getroffen hatten. Auch dass sie Andrew gesehen hatten, behielten sie für sich.

    Angel erzählte über die Geheimorganisation Black Thorn, sozusagen die rechte Hand der Senior-Partner von Wolfram & Hart, zumindest auf der Erde. Er erzählte auch, wie diese von der Angel-Crew besiegt wurde. Dabei kam Willow wieder ins Spiel, die von dem gestrigen, finalen und gewaltigen Kampf berichtete, eine Art Apokalypse, die sie gerade so abwenden konnten, wobei Gunn ums Leben kam. Auch sie verheimlichte etwas, nämlich dass ein Drache ebenfalls zugegen war und nun irgendwo frei in der Welt umher flog. Willow fragte sich, wo er nun sein könnte. Sie wollte ihn jedoch nicht auf magischem Wege suchen. Zumindest noch nicht.

    Dann erzählte Faith von dem Anruf von Giles, der wiederum von Kennedys Sorgen erfuhr, als sie Willows Brief las. Kennedy und Faith erzählten dann abwechselnd, wie sie nach L. A. gelangten. Sie fanden die anderen durch einen einfachen Lokalisationszauber, der sie dennoch einiges an Zeit kostete, weil er zunächst nicht richtig funktionierte. Kennedy witzelte, dass sie ja kaum so begabt sein konnten wie Willow.

    Die ganze Zeit über hörte Illyria nur aufmerksam zu, ohne selbst all zu viel zu sagen. Man konnte die Wörter, die sie an dem Abend sprach, an beiden Händen abzählen. Es waren meist auch nur kurze Kommentarwörter. Wesley beobachtete sie insgeheim. Auf irgendeiner für ihn selbst unbekannte Art und Weise, fühlte er sich ihr verbunden. Es war anders als das Gefühl der Liebe, die er für Fred empfand. Es war, als sei sie ein Teil von ihm geworden. Oder er von ihr. Familie? Er wusste es nicht.

    Spät nachts wollte die Gruppe aufbrechen, mehr oder minder benommen von all der Informationsflut und alle mit eigenen Gedanken beschäftigt, als Angel ihnen ein Ort der Bleibe offerierte. Es war das alte und von der Angel-Crew jahrelang bewohnte Hotel Hyperion. Angel hatte es stets als eine Art Rückendeckung gesehen und in seiner Zeit bei Wolfram & Hart für dessen Erhaltung und Sanierung gesorgt. Die Crew war überrascht, schließlich birgte dieser Ort jede Menge Erinnerungen. Der dunkelhaarige Vampir gestand, dass er es beinahe vergessen hatte. Allerdings habe er gestern Nacht, nach dem großen Kampf, sich dort umgesehen und es untersucht, ob es sicher sei. Und es war sicher. Alle Personen bezogen, relativ geschafft, je ein Zimmer in dem Hotel. Außer Kennedy und Willow, die sich ein Zimmer teilten.

    Angel jedoch saß bis in die frühen Morgenstunden wach in Foyer und dachte noch immer über all die Dinge nach, die im letzten Jahr passierten. Seit Sunnydale zerstört wurde und seine Crew die Niederlassung von Wolfram & Hart in L. A. übernahm.
    Zuletzt geändert von Zothos; 22.10.2006, 12:33.
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  • #2
    Gerade eben schrieb ich einen weiteren Teil. Hier ist er:

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    Spike, leicht torkelnd, stand draußen an der Tür des Hotel Hyperion. „Shit, die Tür ist zu!“ sagte er mehr zu sich. Wie sollte er jetzt hinein gelangen? Normalerweise würde er einfach einbrechen, doch er wollte Angel nicht unbedingt mit einer Rechnung über eine zerstörte Tür verärgern. Nicht weil er Angst vor ihm hatte, aber er wollte keine Aufmerksamkeit erregen. Vielleicht sollte er versuchen einfach durch sein Zimmerfenster zu springen. Schließlich war er vor beinahe zwei Stunden dort einfach hinaus gesprungen.

    Er hat sich heraus geschlichen, damit ihn keiner sieht. Wie ein Kind, das nicht wollte, dass die Eltern sahen, wie es einfach abhaute. Aber verdammt, er war doch kein Kind mehr. Er nahm den Türgriff in die Hand und wollte schon Schwung holen, als er Angel im Foyer sitzen sah. Der dunkelhaarige Vampir schaute ihn an. „Toll, der schon wieder!“ fluchte Spike insgeheim. Dann winkte er Angel heran und zeigte auf die Tür.

    Angel konnte es nicht glauben. Seit Stunden waren alle auf ihren Zimmern und ruhten sich aus oder schliefen. Zumindest dachte er das. Aber Spike hatte, wieder einmal, nur Flausen im Kopf gehabt und hatte sich ungesehen davon gemacht. Und jetzt stand er, offensichtlich betrunken, an der Tür und wollte, dass er ihm aufmachte. Typisch. Er ging zur Tür, dabei mit einem tadelnden Blick.

    Der platinblonde Vampir konnte endlich herein, als der ältere der beiden die Tür aufmachte. Er ging einfach rein, wobei er fast den anderen mit der Schulter anrempelte. „Spike, hast du eigentlich schon mal an Entzug gedacht?“ meinte Angel verärgert. „Was? Wie willst du einen Vampir von Blut trennen…“ antwortete Spike, sah kurz verunsichert drein, doch dann verbesserte er sich schlicht mit: „Oh… du meinst den Alkohol?“

    Für einen kurzen Moment erhellte ein Anflug von einem Lächeln die Miene des dunkelhaarigen Vampirs. Dass Spike immer so begriffsstutzig war… Moment mal. „Wie? Du hast doch nicht etwa…“. „Nein!“ beeilte sich der Blonde zu sagen. Wusste er jedoch worauf sein Gegenüber hinaus wollte. „Nein, kein Blut, nur Alkohol!“ fügte er an. Angel schüttelte leicht den Kopf, als er sagte:

    „Spike! Spikespikespike!“. „Waas?“ fragte dieser gedehnt. „Du… und deine dauernde Art dich zu besaufen…“. „Hey, ich tat wie Herr und Meister mir geheißen. Ich trank keinen einzigen Tropfen Whiskey… zumindest nicht gestern. Und heute ist nicht gestern sondern morgen… oder so.“ betonte er etwas kompliziert. Angel schüttelte den Kopf und verschränkte die Arme, als er die Tür schloss.

    „Hey, du hast gestern wörtlich gesagt: „heute mal kein Whiskey oder dergleichen!“ Und? Habe ich mich nicht daran gehalten? Ich habe nur Bier getrunken, bis in die Nacht hinein!“.
    „Ja, sogar gleich literweise.“
    „Na und? Ich hielt mich an deine Worte. Erst die Nacht bin ich noch mal raus, habe zuerst Wein getrunken, aber das half nicht. Dann habe ich erst vor etwas mehr als einer Stunde begonnen eine Whiskeyflasche zu leeren!“.
    „Eine ganze Flasche?“ meinte Angel ungläubig.
    „Ja, so what? Wenn du die Flasche unbedingt sehen willst, sie liegt draußen. Natürlich nicht offen auf der Straße herum, sondern beim Müll. Ich will ja nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn Nachbarskinder die Flasche finden und sich dadurch genötigt fühlen auch zu trinken, weißt du? Nachher war wieder Spike dran schuld.“. Dann drehte sich Spike, immer noch leicht torkelnd um und ging Richtung Keller.

    „Hey, und wohin gehst du jetzt?“ fragte der Dunkelhaarige und ging ihm hinterher. „Wohin wohl? Schlafen!“ war die entnervte Antwort. Angel antwortete: „Ja, toll. Im Keller?“. Spike, der gerade die Tür zum Keller öffnete, hielt inne und meinte, ohne sich um zu drehen: „Bloody hell. Was willst du von mir?“. Angel schnaubte. „Was ich von dir will? Ich will dass du dich nicht immer selbst zerstörst. Ok, du hast zwar dieses Rebellen-Ding, das du am laufen halten musst, schon klar. Aber du machst dich noch kaputt mit dem Zeug.“.

    Spike musste fast lachen. Lächelnd drehte er sich um und sah Angel an. Auch dieser merkte, wie die Situation ins Lächerliche abdriftete. Vor allem, da sich ein Vampir kaum kaputt trinken konnte. Zumindest nicht mit etwas anderem als Weihwasser oder Säure, was aber fast dasselbe war. Beide schwiegen sich an, während sie leicht lächelnd in Gedanken versunken waren.

    Nach einigen Sekunden meinte Spike: „Hey, wundert es dich nicht, dass keiner von uns jetzt zu ´nem richtigen Mensch geworden ist? Dieser ganze Shanshu-bagabu? Prophezeiung?“. Überrascht sah der ältere der beiden auf und setzte an: „Sag nicht, dass du deswegen…“. Daraufhin hob der jüngere in Unschuldsmiene die Hände und erwiderte: „Was ich? Nein. War nur so ein Gedanke. Immerhin bist du doch der Grübler. Hast du eine Lösung gefunden?“. Angel schüttelte den Kopf. „Nun, Fakt ist, dass das nicht das Ende der Welt war. Apokalypse vielleicht, aber eher eine kleine, die wir erfolgreich abwenden konnten. Soviel steht fest!“ erklärte er, wobei er mit der Rechten etwas abwinkte.

    „Ja, super. Also weiterhin warten um zu sehen wer von uns der glückliche Gewinner wird! Bloody hell!“ stöhnte Spike leicht auf und drehte sich um, um die Treppe hinunter zu gehen. Angel schaute belustigt drein, kam jedoch erneut ins Grübeln. Wann und wie würde sich diese Prophezeiung erfüllen? Dann sah er, wie Spike, der noch immer recht beeinflusst vom Alkohol war, ins Stolpern geriet und auf den Kellerboden landete. „Großartig!“ meinte der Blonde schlicht und blieb der Länge nach liegen. Angel machte zuerst ein paar Schritte, um zu Spike zu gelangen, doch verharrte er. Irgendwie fand er die Situation witzig, als er Spike so betrachtete.

    Eine verschlafene Faith kam an die Kellertür und blickte mürrisch drein. „Was machen zwei Vampire wie ihr im Keller um diese Zeit?“ fragte sie, während sie sich müde mit einer Hand durchs Gesicht und durch die Haare fuhr. Angel, der kurz zuvor ihrer Anwesenheit gewahr wurde, dank seines vampirischen Geruchsinns, drehte sich um und sah sie fragend an, während Spike sich liegend umschaute und ein „Was?“ von sich gab.

    Noch ein wenig schlaftrunken, wusste sie nicht, ob sie gerade etwas gesagt hatte, was die anderen falsch oder zweideutig verstehen konnten. Unsicher fragte sie: „Ich… wollte nur wissen ob hier etwas vorgefallen ist. Wollte nach dem Rechten schauen! Ihr seid auch nicht gerade leise, wisst ihr?“. „Ja, richtig. Als hättest du in deinem übermüdeten Zustand noch großartige Reflexe…“ spottete Spike. Sie legte einen resigniert-beleidigten Blick auf und blaffte zurück: „Als würdest du es viel besser können, so als Treppenverschönerung. Und außerdem, was macht ihr hier? In einer Stunde geht die Sonne auf. Müsst ihr euch nicht vor der Sonne verstecken oder so was?“. Spike schaute erstaunt und stand abrupt auf.

    „Also, du weißt, dass es dafür bessere Bezeichnungen gibt, oder?“ frotzelte Angel zu Faith, dann sagte er weiter: „Außerdem, wir sprachen gerade darüber, dass Blondie… ein Mensch werden möchte!“. „Ach, halts maul!“ meinte „Blondie“ genervt. Er drehte sich um und ging langsam zum „Käfig“, der die hintere rechte Ecke des Kellers einnahm und dessen linke Vorderecke, an der sich die Tür befand, schon fast mitten im Raum war. Groß wie eine Zelle im Knast. „Also, mein lieber Spike. An deinen Manieren müssen wir unbedingt noch feilen…“ witzelte Angel weiter.

    Spike sah, dass der Käfig offen und ohne Kette und Schloss war und ging hinein, wobei er sich von drinnen umschaute. Angel grübelte, was er wohl jetzt wieder im Schilde führte. Die Jägerin ging auf den Käfig zu. Sie fragte: „Gefällt dir der Knast, oder warum bist du da rein?“. Spike schaute sie entnervt an und meinte: „Verwechsle mich nicht mit dir selbst. Immerhin sollte dir der Blick durch die Gitterstäbe so vertraut sein, wie als wäre es dein zuhause, Knastbraut.“. Das traf, tief sogar. So eine Frechheit, dachte sie. Dieser dumme Vampir, der wusste doch gar nichts. Sie wurde zornig und schlug die Tür zu, leider war sie damit aber nicht verschlossen. Sie brauchte Schloss und Kette um den Käfig zu schließen. Sie sah sich ärgerlich um.

    „Hey!“ machte der Dunkelhaarige und ging ein paar Schritte auf Faith zu. „Du willst ihn doch nicht einsperren, oder? Nicht dass mir das persönlich was ausmachen würde!“ setzte er hinzu. Die Jägerin sah ihn an und meinte: „Warum nicht? Immerhin ist er doch freiwillig da rein!“. Dann kam der blonde Vampir zur Gittertür und meinte zu beiden gewand. „Ich hab kein Problem damit. Oder denkt ihr, ihr würdet mir damit was antun?“ Er lachte auf und sah beide kurz eindringlich an. „Komm schon, schwarze Schönheit. Du willst es doch auch!“ meinte er dann grinsend zu Faith. Wütend griff sie nach einer Kette und einem Schloss, die sie gerade rechts neben dem Käfig auf einem kleinen runden Tisch entdeckte. Dann benutzte sie es geschwind, um die Gittertür zu verschließen. Sie grinste. Angel runzelte die Stirn, als er das beobachtete.

    Spike ging von der Tür weg und setzte sich mit dem Rücken an die hintere Wand gelehnt auf den Boden, wühlte in seiner Innentasche seines schwarzen Ledermantels und kramte eine Schachtel Zigaretten hervor. Er schob sich eine in den Mund, entzündete sie und rauchte genüsslich. „Na toll, jetzt stinkt´s hier unten auch noch nach Spikes Zigaretten!“ meinte Angel ärgerlich. Dann fuhr er Faith an: „Was glaubst du eigentlich was du da tust? Ihn einfach so einzusperren? Wie lange willst du ihn da drin lassen?“. „Weiß nicht!“ war ihre ehrliche Antwort. „Darüber wollte ich mir später Gedanken machen.“

    Dann kam ihr ein Gedanke und meinte zu Angel belustigt: „Aber schon seltsam, dass er jetzt genau in dem Käfig sitzt, in dem vor etwas über einem Jahr Angelus saß. Nur dass er freiwillig da hinein ging. Und ohne Ketten am Leib!“. Spike lachte. „Angelus, wie? Also zeigt der Hundesohn sich doch noch ab und an?“. Er grinste frech den dunkelhaarigen Vampir an. „Das hat nichts mit der jetzigen Situation zu tun!“ meinte Angel gereizt und taxierte beide mit wütenden Blicken. Dann setzte er achselzuckend hinzu „Ach, lass ihn doch da drin schmoren. Nennen wir es „Ausnüchterungszelle“, schließlich ist er betrunken hier herein spaziert. Und da drin gibt’s wenigstens keinen Alk! Gute Nacht!“. Dann stapfte er davon und schloss die Kellertür von außen.

    Die Jägerin sah ihn an und lächelte, in Gedanken versunken. „Ist was?“ fragte der Blonde. Faith entgegnete: „Nein, ich frage mich nur noch immer, warum du dich da einschließen wolltest… oder einschließen gelassen hast.“. „Manchmal möchte man sich nicht irgendwo einschließen, sondern Andere ausschließen.“ erwiderte er achselzuckend.

    Faith runzelte die Stirn sagte jedoch nichts. Er seufzte betont, warf den Zigarettenstummel weg und legte sich hin, mit dem Gesicht zur Wand. Eine Weile betrachtete sie noch seinen Körper und seinen Hintern. Dann ging sie zur Tür. Dort angelangt drehte sie sich noch einmal um. „Spike?“ fragte sie und wartete auf eine Antwort. Doch entweder schlief er und hörte sie nicht mehr, oder er wollte sie nicht hören. Sie entschied sich nach einigen Sekunden dazu, es dabei zu belassen und verließ den Keller.

    Spike dagegen war noch wach. Er fragte sich noch immer, wann diese verdammte Prophezeiung denn wahr werden würde und ob er es war, der zu einem Mensch wurde. Er hatte es eigentlich schon vorher erwartet. Das, oder dass er im Kampf gegen die Horden der Dämonen sterben würde. Doch dank Willow haben sie gesiegt. Sollte er etwa nicht siegen und erst sterben müssen, um dann das Recht zu erlangen, als Mensch umher zu wandern? Oder lag die Apokalypse, von der in der Prophezeiung die Rede war, noch vor ihnen? Wenn ja, wie lange würde es noch dauern? Ein Tag? Ein Jahr?

    „Ach, Bockmist! Jetzt grübele ich schon genauso wegen jedem Zeug wie dieser hoch- und engstirnige Schatten von einem Vampir, der sich immer so als glorreicher Held aufspielt!“ resignierte er in Gedanken. Obwohl, war er nicht auch nur noch der Schatten eines Vampirs? Seit der Geschichte damals, als er den Chip bekam. Was hatte er denn seit dem großartig erreicht?

    Ok, statt Jägerinnen wie früher zu töten, schlief er mit einer. Nur um dann dauernd von ihr abgewiesen zu werden, was aufrichtige Liebe oder auch nur Zuneigung anging. Nunja, sie hatten letzten Endes ein sehr intimes und… spezielles Verhältnis zueinander aufgebaut. Eine tiefgehende Freundschaft, die ihm auch am Herzen lag. Doch für einen Moment, als er unterhalb Sunnydales im Höllenschlund das Amulett trug, dachte er, dass er endlich erlöst wurde. Erlöst von seinem Dasein.

    Wurde er aber nicht, nicht ganz jedenfalls. Stattdessen wurde er zuerst eine Art Geist und dann, wieder in einer körperlichen und dennoch untoten Hülle, ein Mitglied im super-duper-Agenten-Team von Angel und ließ sich von ihm herum kommandieren. Und als der große Kampf vorgestern anfing, dachte er… ja was dachte er eigentlich? Dass seine Chance endlich da wahr und er das „Menschsein“ geschenkt bekam?

    Verärgert und sich seiner Gefühle unsicher, verdrängte er alle Sorgen. Er wollte nicht mehr darüber nachdenken, es brachte eh nichts. Morgen würde ein anderer Tag sein, dann würde er sehen, was noch auf ihn zukommen würde.

    Morgen? Halt, da war doch noch was. Ja, richtig. Misses blonde-Jägerin kam ja nach L. A.! Ob die anderen bis dahin Spike raus gelassen haben würden? Oder würde Buffy ihn hier sehen und den anderen wegen der schlechten Behandlung, die sie ihm angediehen, vor den Kopf stoßen? Wäre auf jeden Fall witzig, wie er fand. Lächelnd schlief er mit diesem Gedanken ein.
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    • #3
      Und hier nun endlich ein weiterer Teil der Geschichte. Viel Spaß.


      ---

      „Marmeladenbrot, Kaffee, Orangensaft, Frühstücksei, ein paar Brötchen sowie verschiedene Wurst- und Käsesorten. Habe ich noch was vergessen?“ fragte sich Wesley. Dann erinnerte sich daran, dass Besteck noch fehlte. Er platzierte alles auf ein Tablett und ging rauf zu Illyrias Zimmertür. Dann klopfte er.

      Illyria lag im Bett und hörte das Klopfen. Ohne lang zu überlegen, fragte sie einfach: „Wer ist da?“. „Zimmerservice“ antwortete Wesley. Illyria erkannte die Stimme, setzte sich aufrecht und legte den Kopf schief als sie fragte „Zimmerservice?“. Wesley drückte die Klinke herunter, und prüfte damit, ob die Tür abgeschlossen war. Sie war offen. Er öffnete einen kleinen Spalt und fragte, ohne hinein zu lugen: „Darf ich rein kommen?“. Die blaue Dämonin bejahte. Sie war gespannt, was der ehemalige Wächter wollte.

      Wes nahm das Tablett, das er zuvor abgestellt hatte, vorsichtig wieder auf und ging hinein. Als Illyria sah, was er da alles anschleppte, weiteten sich unwillkürlich ihre Augen und die Stirn zog sich in Falten. „Ich verstehe nicht!“ meinte sie schlicht. „Komm schon, du kennst doch diese Sachen. Brot, Wurst, Ei, Saft… es ist Essen. Jeder muss ab und an mal etwas essen.“. Er stellte die Sachen auf einen Nachtisch neben dem Bett der staunenden Dämonin ab.

      Illyria sah ihn an. Dann fragte sie, als er einfach nur so dastand und sie leicht anlächelte: „Wofür ist das? Muss ich wieder sagen, dass mich solche Gesten nicht kümmern? Ich bin nicht Fred!“. Er schüttelte den Kopf resignierend. „Und zum tausendsten Mal: ich weiß es. Aber als ich im sterben lag, da hast du dich in sie verwandelt und um mich getrauert. Dafür wollte ich dir danken. Dir, nicht Fred. Ich hoffe, du isst einiges davon und es fehlt dir nichts. Wenn du aber lieber Gemüse und Obst willst, dann kann ich…“

      „Nein, das wird als Nahrungsaufnahme genügen.“ meinte sie schlicht und tonlos. In Gedanken fluchte Wesley. Wie konnte sie nur immer so kalt sein? Er hatte zwar nicht überwältigende Anteilnahme erwartet, aber sie konnte ihm doch wenigstens danken. Ok, sie war eine Dämonin, aber es gab auch einige Dämonen mit besseren Manieren. Er drehte sich um und ging zur Tür, blieb einen halben Meter davor stehen und sah sie dann noch einmal an. „Viel Spaß mit der Nahrungsaufnahme!“ sagte er sarkastisch. Dann, ohne eine Antwort ab zu warten, ging er hinaus und schloss die Tür.

      Illyria sah die geschlossene Tür an. Es schien so, als ob Wes sie wieder bemuttern wollte. Umsorgen oder wie er es nennen würde. Dabei war er derjenige, der vor zwei Tagen gestorben war, nicht sie. Warum machte er das? Um sich ein zu schmeicheln? Welches Ziel wollte er damit erreichen?

      Nun, eigentlich war ihr das momentan egal. Da das Essen schon bereit stand, konnte sie sich genauso gut daran machen und dem Körper die fehlenden Energien geben. Damit hatte sie das schnell hinter sich. Sie musste sich eingestehen: obwohl sie so etwas wie Nahrungsaufnahme hasste, schien es sie in dem Menschenkörper sogar einigermaßen ansprechend zu sein, zu fühlen, zu schmecken und zu verzehren. Früher, in ihrem ursprünglichen Dämonenkörper, hatte sie für solche Sachen nicht viel übrig gehabt. Es war nur ein lästiges Muss. Sie biss ins Marmeladenbrot.

      +++

      Giles stieg aus dem stickigen Innenleben des Flugzeugs. Endlich frische Luft, dachte er, denn für mehr als 5 Stunden war er im Flieger. Er hatte zwischendurch ein wenig gedöst, doch so richtig schlafen konnte er nicht. Es war meistens so, wenn er reiste. Viel zu viele Gedanken gingen ihm dann durch den Kopf. Dazu kam, dass er gerne sah, wohin er flog und wie das Wetter und die Landschaft draußen gerade aussah.

      Doch jetzt war er endlich in L. A. angekommen. Zuerst mal einen Tee, dachte er sich, und steuerte ein Café in der Nähe an. Seinen Reisekoffer konnte er erst in 10 Minuten holen, so lange würde es dauern, bis die Gepäckstücke auf dem Band lagen. Dann würden alle Passagiere sich dort versammeln um ihre Habseligkeiten an sich zu nehmen. Auf das Gedränge und Gesuche hatte er keine Lust, viel lieber war es ihm, wenn er eine überschaubare, kleine Menge von Koffern vorfand und sich nicht durchdrängeln musste, um daraus seinen hervor zu holen. Außerdem hatte er noch ca. eine Stunde Zeit, wie er soeben feststellte. Er war nämlich in einer „Zone“, in der Handys erlaubt waren, und als er seines anschaltete, bekam er eine Mitteilung von Buffy. Sie musste in Atlanta zwischenlanden und würde gegen 12.15 in Los Angeles eintreffen.

      Er setzte sich an einem Tisch in der Mitte des Cafés, bestellte einen Tee und einen kleinen Snack, schließlich hatte er noch nichts zu Mittag gegessen, und hing seinen Gedanken nach. Er beobachtete die Leute, fast alle mehr oder minder hektisch, und fragte sich, was die anderen alle gerade machten.

      +++

      Es regnete, als der Sarg von Charles Gunn langsam ins nasse Grab hinab gelassen wurde. Bei Beerdigungen musste es anscheinend immer regnen, dachte Willow. Es war wie ein ungeschriebenes Gesetz der Trauer und des Kummers. Sie stand an der Seite von Wesley, Faith und den anderen Jägerinnen am Grab. Es gab Abstimmungen darüber, wer mitgehen sollte und ob sie überhaupt gehen sollten. Denn schließlich würden sie in einer Dreiviertelstunde Buffy vom Flughafen abholen.

      Doch ganz besonders Willow sprach sich dafür aus, Gunn die letzte Ehre zu erweisen. Insgeheim fühlte sie sich immer noch wie eine Versagerin, da sie nichts für ihn tun konnte. Wesley und die anderen machten ihr keine Vorwürfe, doch es schien eine Frage im Raum zu schweben: „Warum durfte Wesley weiter leben und Gunn wurde beerdigt?“. Die Gründe waren zwar klar, aber der Sinn oder das „Warum?“ leuchteten nicht ein.

      Leider hatte sie Gunn nicht so gut gekannt. Nun würde sie ihn auch nicht mehr näher kennen lernen können, was sie zutiefst bedauerte. Man dachte zu wenig darüber nach, wie vergänglich ein Leben doch war. Und dann plötzlich konnte man miterleben, wie ein Leben beendet wurde. Sie hatte es so oft gesehen, nicht nur bei Tara, obwohl ihr Tod sie bislang am härtesten traf. Sie musste mehr Zeit mit den Menschen um sie herum verbringen, versprach sie sich. Immerhin bekämpften sie täglich das Böse, und wer weiß, wann der oder die nächste sterben würde? Oder dachte sie zu viel darüber nach? Sie versuchte sich von den düsteren Gedanken ab zu lenken.

      Und so standen sie mit ihren Regenschirmen, und jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, am Grab. Sie beobachteten am Rande auch die Trauergäste. Besonders einige von Gunns alter Gang waren da. Spike und Angel konnten nicht dabei sein, da Vampire immerhin eine tödliche Sonnenallergie hatten. Auch wenn es gerade regnete, wäre der Besuch des Begräbnisses für beide todsicher gewesen, im wahrsten Sinne des Wortes. Illyria war ebenfalls nicht da, da sie in ihrer blauen Erscheinung doch sehr aufgefallen wäre. Außerdem hatte sich Wesley dagegen ausgesprochen, Illyria in Gestalt von Fred mit zu nehmen. Ob er sie damit moralisch oder seelisch schützen wollte oder ob er es aus einem anderen Grund tat, ließ er unbeantwortet.

      Nach einer Weile des Schweigens, der Trauer und der Andacht, hörte der Wolkenbruch auf. Die Sonne erhellte das Gemüt und den Tag. Treffend, dachte Willow. Immerhin war das durchbrechen der Wolken durch Sonnenstrahlen wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Sie dachte daran, dass sie gleich zum Flughafen aufbrechen mussten.

      Als hätte Faith ihre Gedanken erraten, schaute diese in die Runde und meinte etwas hektisch „Auf geht´s, wir müssen B holen!“. Willow konnte ihr ansehen, dass sie hier ungern bleiben wollte. Hatte sie etwa geweint? Ihre Augen waren wässrig.

      +++

      Im Flieger saß eine blonde, ausgeruhte Schönheit am Fenster und betrachtete das Land. Sie wollte es sich nicht eingestehen, doch sie hatte Angst. Keine greifbare Angst vor etwas oder einer Person, doch vielleicht von der Tatsache, dass ihr Urlaub in einer Stunde wohl schon beendet war und sie sich wieder Gedanken um Vampire und Dämonen machen musste.

      Es war nun ein Jahr her, seit der Höllenschlund zerstört wurde und Sunnydale einstürzte. Danach tourte sie quer durch Europa und genoss die Freizeit, ihre neu gewonnene Freiheit, denn endlich mal gab es keine Katastrophe und keinen Weltuntergang ab zu wenden.

      Hin und wieder hatte sie zwar Kontakt mit Giles oder Willow aufgenommen, und Andrew kam auch mit ein paar Jägerinnen nach Italien, als sie dort war, doch es war größtenteils Urlaub. Jetzt würde der Urlaub wohl vorbei sein. Und für ein Jahr Urlaub hatte sie dutzende Male die Welt gerettet und würde sie vielleicht wieder retten müssen, dachte sie wehmütig. Doch immerhin war das Jahr lang gewesen.

      Jetzt würde sie Faith, Kennedy und Willow wieder sehen, die anderen Jägerinnen, Giles, Wesley und sogar Angel und Spike. Sie wollte sie zwar auch wieder sehen, doch ein Teil in ihr schien zu rebellieren. Was wenn sie unangenehme Fragen gestellt bekam? Was, wenn die beseelten Vampire ausflippen und sich wie Kinder wieder gegenseitig an die Gurgel gehen würden wegen ihr? Nicht, dass es ihr nicht schmeichelte. Aber da waren noch ihre Gefühle, die sie noch immer für beide empfand. Nicht mehr so stark wie früher, aber sie hatte persönliche Erlebnisse mit beiden gehabt, die sie zusammen schmiedeten. Daran konnte sogar der Unsterbliche nichts ändern, mit dem sie eine Beziehung pflegte.

      Und dann klangen ihr noch Giles´ Worte im Ohr. Blaue Dämonin, sehr gefährlich. Außerdem hatte das Angel-Team eine Art Apokalypse bekämpfen können, die aber nur durch Wolfram & Hart ins Leben gerufen wurde. Und schließlich war die Crew im letzten Jahr doch sogar Besitzer der Agentur in Los Angeles. Und Willow, so berichtete ihr Giles noch, hatte geholfen die Gefahr ab zu wenden, wobei dieser Gunn, den sie leider nicht genau kannte, starb.

      Giles hatte Buffy soviel er konnte noch berichtet, nachdem er das Gespräch mit Willow führte. Es könnte sein, meinte er, dass nach diesen Ereignissen noch einige Dämonen in der Stadt ihr Unwesen treiben würden. Schließlich war nicht bekannt, welche Ressourcen Wolfram & Hart noch hatten, doch sie mussten immens sein, wenn durch die Zerstörung der Niederlassung in L. A. solch eine Horde von Monstern frei gelassen wurde.

      Sie dachte wieder daran, dass sie wohl schon heute Abend mit den anderen auf eine Art Patrouille durch die Stadt gehen würde. Blonde Jägerin wieder in Arbeit. „Ach, ich sollte es einfach auf mich zukommen lassen, anstatt zu grübeln. Wer bin ich? Angel?“ lächelte sie in Gedanken. Doch es gelang ihr nicht ab zu schalten…
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      • #4
        Ein weiterer Teil gerade fertig geworden:

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        Willow, Faith, Vi, Rona, Kennedy und Wesley standen am Terminal, aus dem Giles gleich kommen sollte. Willow hatte ein farbiges, breites Willkommen-Schild in den Händen. Kennedy hatte ein Schild an einem hölzernen Stab in Händen, auf dem „Buffy“ und „Giles“ stand. So würden sie die beiden auf sich aufmerksam machen und sie dann willkommen heißen.

        Kaum einer sagte etwas. Sie alle waren noch ein wenig in Gedanken, schließlich waren sie auf einer Beerdigung. Faith und Willow wollten ab und an die Stimmung etwas aufhellen oder ein Thema zum reden anfangen, aber irgendwie verlief alles schnell im Sande und sie wurden wieder still. „Meint ihr, dass B aufgeregt sein wird, uns wieder zu sehen?“ fragte Faith. Im gleichen Moment verfluchte sie sich. Klar würde sie es sein. Hoffte sie jedoch. Nicht dass Buffy plötzlich nichts mehr von ihnen allen wissen wollte. Schließlich wollte Buffy endlich mal ein wenig Freiraum haben und nicht für jeden denken und Pläne schmieden müssen, weil sie die Jägerin war. Faith wusste, wie man sich da fühlte. Sie war auch einmal an diesem Punkt. Am Punkt egoistisch zu sein und alles auf zu geben. Doch auf der anderen Seite war das nicht Buffys Art. Obwohl, sie war nicht mehr so wie früher seit sie… ja, seit sie von den Toten zurückkam. Doch Faith schweifte ab.

        „Giles wird bestimmt froh sein uns zu sehen!“ meinte Willow, um die Stille zu beenden. Dann dachte sie darüber nach, was sie gerade sagte. Hatte sie eben in den Raum gestellt, dass Buffy nicht froh wäre? Unsicher fügte sie hinzu: „Ähm… und Buffy natürlich auch!“. Jeder sah jeden an. Keiner wusste etwas zu sagen oder zu erwidern. Dann meinte Wesley schlicht: „Wir sollten ihnen Zeit geben, sich ein zu leben. Das wird das wichtigste sein. Kommt Zeit, kommt Rat!“.

        Kennedy gefiel die Stimmung überhaupt nicht. „Hey, ihr macht so, als wären wir noch auf dem Friedhof. Das sind wir aber nicht mehr. Also hört auf mit den schwermütigen Gedanken!“ sagte sie. Faith nickte ihr anerkennend zu. So etwas wollte sie auch gerade sagen. Willow lächelte, sah Kennedy an und meinte: „Genau, last uns froh sein und die beiden richtig willkommen heißen.“. Sie drehte sich gerade um, riss das Schild mit beiden Armen hoch und rief: „Willkommen in L. A.!“. Faith, die die Hexe angeschaut hatte, meinte: „So übertreiben musst du ja nicht, warte bis sie…“, dann sah sie die Blicke der anderen und hörte Kennedy, die ihr Schild ebenfalls hochsteckte, rufen „Giles, hier sind wir!“. Faith drehte ihren Kopf in die Richtung.

        Giles, der aus dem Terminal kam lächelte leicht und kam näher. Die Schilder gefielen ihm. Typisch Willow, dachte er. Aber er hatte nicht erwartet, dass Wesley Wyndam-Pryce mit dabei sein würde. Er wurde immerhin vom Rat der Wächter ausgeschlossen und Giles dachte, dass Wes vielleicht einen Groll auf ihn und den Rat hegte. Er kam näher und wurde von Willow stürmisch umarmt. Faith nickte ihm lächelnd zu, genau wie Wes. Kennedy umarmte ihn auch und danach taten es ihr die anderen Jägerinnen gleich.

        .„Hello. Oh… schon gut. Ich bin auch froh, euch wieder zu sehen. Wartet ihr schon lange?“ fragte er, sichtlich gerührt. „Etwa eine Viertelstunde!“ meinte Wes schlicht. Giles ging zu ihm, reichte ihm die Rechte und meinte: „Danke, dass ihr uns abholen kommt!“. Wesley winkte leicht lächelnd ab. „Wo ist Buffy?“ wollte Willow wissen. Giles erklärte: „Sie äh… wird wahrscheinlich später als erwartet ankommen. Ich weiß nur, dass sie in Atlanta zwischenlandete. Aber das Flugzeug sollte schon mindestens eine Viertelstunde hier sein.“.

        „Oh… na dann warten wir halt noch etwas. War der Flug angenehm?“ wollte Faith wissen. „Ja, sehr … angenehm. Ich bin ja auch schon öfter geflogen, also ist das für mich nichts mehr Neues!“ antwortete er. Willow lachte auf und entgegnete ihm: „Genau, wer kennt ihn nicht? Den in der Weltgeschichte herumfliegende Giles. England, Amerika, Amerika, England. Hin und zurück!“ scherzte sie. Er meinte: „Äh… ja, so in der Art. Aber diesmal werde ich ein wenig länger bleiben!“. Dann sah er den ehemaligen Wächter an und fragte: „Wenn es keine Umstände macht?“. „Nein!“ winkte Wes ab und setzte hinzu: „Wir freuen uns auf deinen Besuch. ICH freue mich auf deinen Besuch!“. Giles versuchte im Gesichtsausdruck von ihm Ironie oder Sarkasmus heraus zu lesen. Aber er fand keine. Wes schien aufrichtig zu sein. „Danke!“ meinte Giles schlicht. Dann tauschten sie sich alle in einem Gespräch ein wenig aus, während sie auf Buffy warteten…

        +++

        Spike und Angel spielten im Erdgeschoss im Besprechungsraum Poker. Sie spielten um sich die Zeit zu vertreiben und nicht um Geld. Sie sagten wenig. Abwechselnd mischte einer von ihnen die Karten und verteilte sie. Danach tauchten sie Karten, in der Hoffnung ein besseres Blatt zu machen, und deckten ihre Karten auf. Es gab ein Gewinner. Dieser musste nun mischen und austeilen. Doch das ganze Spiel über redeten sie kaum. Sie warteten einfach nur spielend und gelangweilt auf die anderen.

        „Was macht ihr da?“ meinte eine tonlose Stimme plötzlich. Beide drehten sich erschrocken um. Die Stimme gehörte Illyria und beide hatten sie nicht kommen gehört. Sie sahen sich kurz an und dann wieder zu Illyria. Angel versuchte sich, unangenehm überrascht, zu verteidigen: „Es war seine Idee. Ich spiele normalerweise keine Glücksspiele!“. Wie um seine Worte zu unterstreichen ließ er seine Karten auf den Tisch fallen. „Hey, besser als uns gegenseitig windelweich zu prügeln, noch dazu an dem Tag, an dem Buffy zurück kommt. Nicht dass ich was dagegen hätte dir auf die Fresse zu schlagen.“ meinte Spike fast schon beleidigt.

        Angel schaute den Platinblonden Vampir ernst an und meinte: „Hey, du mich windelweich prügeln? Wird nie passieren. Lächerlich!“. „Falsch, Mister Hohe-Stirn. Bereits geschehen. Weiß du noch als ich vom Kelch der immerwährenden Pein in der Oper in Nevada getrunken habe. Ok, hat zwar nicht das gebracht, was wir erwartet hatten, aber die Limonade war es wert dich zu verprügeln.“ konterte Spike. Angel, der die Erinnerung daran schon fast verdrängt hatte, antwortete: „Hey, du hattest einfach nur Glück gehabt. Außerdem meinst du wohl eher, dass die erhoffte Wirkung es wert gewesen wäre. Auch wenn am Ende nichts passierte!“. „Vielleicht dachtest du so. Aber ich würde dich immer verprügeln wollen, selbst wenn es nur für eine Limo ist!“ grinste Spike ihn an. Der dunkelhaarige Vampir wurde wütend über die letzten Worte und machte sich schon sprungbereit.

        Illyria rief etwas lauter, um die beiden zur Vernunft zu bringen: „Hey! Ich bin zwar kein Vampir, aber ich denke ihr solltet wirklich aufhören euch so lächerlich an zu machen. Zeigt mir das Spiel, ich möchte es lernen!“. Beide Vampire waren sprachlos, sahen sich an und dann Illyria. Angel fasste sich wieder und fragte Illyria: „Du… möchtest das Spiel…? So was ist doch nichts für dich. Das spielen nur Verbrecher…“. Spike, erneut beleidigt, meinte: „Verbrecher? Ja, klar. Wie du! Gerade eben noch!“. Der dunkelhaarige starrte den platinblonden an und grummelte.

        „Setzen. Zeigt es mir!“ verlangte Illyria fordernd. Sie hatte keine Lust auf die albernen gegenseitigen Beleidigungen der beiden. Diese setzten sich langsam und sahen immer noch etwas unschlüssig zu den Karten und zur blauen Dämonin. Dann sammelte Spike die Karten ein, schaute zu Angel und meinte belustigt: „Wer weiß? Vielleicht hat sie sogar Lust auf Strippoker?“. Er lachte und Angel sah ihn finster an. „Strippoker? Was ist das? Hört sich interessant an!“ sagte Illyria. „Spike!“ presste Angel sauer zwischen den Zähnen hervor.

        +++

        Buffy, die mit ihren beiden Reisetaschen im Gang zum Terminalausgang stand, zögerte für einen kurzen Augenblick hinaus zu gehen. Sie wusste, dass ihre Freunde draußen warten würden. Und obwohl es ihre Freunde waren, wünschte sie sich dennoch an einem anderen Ort zu sein. Denn dort hinaus zu gehen bedeutete, den Kampf mit den dunklen Mächten wieder auf zu nehmen. Vielleicht nicht direkt heute, aber wohl bestimmt in den nächsten Tagen. Zu schön war der Urlaub gewesen.

        Doch gleichzeitig verfluchte sie sich selbst. War sie etwa weich geworden? War der Urlaub bereits zu lange gewesen? Wenn sie es nicht mit den Mächten des Bösen aufnehmen würde, wer dann? Sie schluckte schwer und ging langsam, einen Schritt vor den anderen setzend weiter. Endlich würde sie wieder ihre Fäuste in die Mägen von Dämonen und Unholde rammen können. Damit würde sie Frust loswerden und sich stellvertretend für alles Unrecht auf der Welt rächen können. Hatte sie es denn früher nicht gemocht? Doch, sie liebte es. Warum darauf verzichten? Weil sie es schon zu oft getan hatte? Weil sie dutzende Male die Welt rettete und endlich in Rente gehen sollte?

        Lächerlich, Rente war nur was für alte Leute und tote Jägerinnen. Aber genau das war das Problem, oder nicht? Kämpfen bis zum Tode? Sie versuchte den bitteren und großen Kloß, der ihr im Hals steckte, herunter zu schlucken, und ging weiter. Dann stand sie an der Ecke des Ausgangs und sah schon ihre Freunde, die noch im Gespräch miteinander vertieft waren. Letzte Zweifel plagten sie. Sie zögerte noch einmal kurz. Willow drehte sich gerade und sah Buffy. Sie lächelte, sagte etwas zu den anderen und winkte aufgeregt mit einem Willkommen-Schild. Jetzt oder nie, dachte Buffy. Sie zwang sich zu einem Lächeln und trat hinaus.
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        • #5
          Nun, im obigen, öetzten Teil sind einige Fehler enthalten. Leider habe ich keinen "Editieren"-Button entdeckt.

          Aber hier geht´s weiter mit einem neuen Teil. Viel Spaß.

          ---

          „Hallo Buffy!“ freute sich Willow überschwänglich und umarmte Buffy, wie sie zuvor bereits Giles umarmte. „Hey Will!“ meinte Buffy schlicht aber lächelnd. Die Jägerin freute sich wirklich. Auch wenn sie noch immer Zweifel oder Wehmut plagten, freute sie sich jedoch darauf, alle wieder zu sehen. Kennedy, Rona, Vi, Giles und selbst Faith umarmten sie. Wesley reichte ihr die Hand. Er musste daran denken, wie er damals bei allen Leuten, inklusive Buffy, aneckte und für einigen Ärger sorgte. Aber er verdrängte den Gedanken. Das waren alte Zeiten. Mittlerweile hatte sich so einiges geändert.

          Nach der kurzen Begrüßungszeremonie gingen sie gemeinsam hinaus und in ihren Busartigen Wagen. Der war auch bitter notwendig für den Transport geworden, wie Wesley fand. Wie sonst sollte es in nächster Zeit möglich sein, mehrere des Teams irgendwo gleichzeitig zu versammeln, wenn nicht durch eine Art Bus? Mit mehreren Autos zu fahren hatte zwar auch Vorteile, aber im Moment war ein Bus doch besser, in dem man auch noch kurze Besprechungen abhalten konnte. Und so sprachen Giles und Buffy mit den anderen, um auf den neusten Stand zu kommen. Dabei erwähnte Wesley auch, dass sie in der Kneipe zusammen gesessen hatten, um zu reden.

          „Hat euch da jemand belauschen können?“ fragte Buffy plötzlich. „Ähm… nein, wir waren alleine in einem vom Rest abgetrennten, geschlossenen Raum. Alles andere wäre töricht von uns gewesen.“ antwortete Wesley. Giles nahm die Brille von der Nase und steckte sich gedankenverloren ein Ohrbügel in den Mund. Er musste sich noch mal alles durch den Kopf gehen lassen, was er wusste und hörte. Buffy dagegen platzte fast vor Neugier. Es kam ihr beinahe irgendwie unfair vor, nicht bei all dem dabei gewesen zu sein. Seltsam, wo sie doch vor einigen Stunden nicht ferner hätten sein können.

          „Wie wurde Wesley wieder… zurück geholt? Magie?“ wollte Buffy nun wissen. Willow reagierte, als sei ein Nerv bei ihr getroffen worden und beeilte sich zu sagen: „Ja, aber durch Osiris selbst. Es war kein dunkles Ritual auf dem Friedhof wie damals…!“. „Bei dir“ wollte sie eigentlich zu Buffy sagen, doch sie konnte es nicht. Nicht mit dem Hintergrund der Dinge, die damals geschahen. Nicht mit dem Wissen, dass Willow Buffy damals aus dem Himmel zurück auf die Erde riss. Man musste es der Hexe wohl auch ansehen, da Buffy leise sagte: „Ist schon OK!“. Buffy lächelte leicht und Willow lächelte zurück. Sie verzichteten beide darauf näher ein zu gehen, was damals geschehen war. Die anderen Jägerinnen namens Rona und Vi sahen sich einfach nur an. Sie wussten nicht, was das sollte oder um was es ging. Aber genauso wenig trauten sie sich, Fragen zu stellen, da die Hexe und die blonde Jägerin so betroffen dabei wirkten. Sie beschlossen einvernehmend mit einem kurzen Blick einfach weiter zu zu hören.

          Wesley war zwar aufs Fahren konzentriert, aber Buffy fand, dass er zu unbeteiligt wirkte. Es ging schließlich um sein Leben. Die blonde Jägerin beschloss ihn danach zu fragen. „Wes, hast du irgendetwas … gesehen oder gespürt, als du tot warst? Vielleicht warst du an einem bestimmten Ort?“ wollte sie wissen. Giles putzte gerade seine Brille und sah interessiert auf. Denn auf die Antwort war er ebenfalls gespannt, auch wenn er sich bisher vielleicht nicht traute, diese Frage zu stellen. Oder vielleicht stellte er sie auch nicht, da sie ihm bisher nicht in den Sinn kam. Wesley beobachtete weiterhin den Verkehr ohne sich um zu blicken und antwortete wahrheitsgemäß: „Ich erinnere mich nicht mehr daran, wo ich war! Es war zu kurz gewesen. Es schien mir, als ob Osiris mit mir gesprochen hatte!“. Dann lehnte er sich weit aus dem Fenster, da er nicht wollte, dass seine Freunde sich unnötig Sorgen machten, und sagte: „Aber ich weiß nicht mehr, was gesprochen wurde!“

          Es wurde still. Giles runzelte die Stirn, Rona und Vi sahen sich erstaunt an. Vi dachte daran, dass es fast an Unsterblichkeit grenzte, von den Toten zurückgeholt zu werden und nun am Steuer eines Autos zu sitzen. Rona vermutete dagegen, dass Vi genauso wie sie sich selbst gerade fragte, ob sie sich ebenfalls mit Mächten anlegen mussten, die ihren Tod herbeiführen würden. Buffy nickte nur still und langsam. Immerhin war das eine Möglichkeit, da Wes nur einen halben Tag oder so unter den Toten weilte. Die Gruppe ging auch nicht weiter darauf ein, sondern tauschte sich stattdessen noch ein wenig aus, bevor sie am Hotel Hyperion ankamen.

          +++

          Angel resignierte. Er hatte zuvor zwar mehr als die Hälfte der Spiele gewonnen, doch seit einigen Runden verlor er nur noch. Entweder weil Spike der überhebliche Gewinner war, oder, was sogar immer öfter vorkam, weil Illyria das bessere Blatt hatte. Und jetzt kam der Moment, wo er bestimmt wieder verlor. Er hatte nur drei Buben. Das war zwar ein Drilling, aber es war eben nur ein Drilling. Es gab Besseres. Er legte sein Blatt ab und fast gleichzeitig machte ein kurz ausgestoßenes „HA!“ von Spike seine Befürchtungen wahr. Spike, der blonde Vampir, legte seine Karten siegessicher auf den Tisch und meinte: „So, ihr könnt beide einstecken. Diesmal gewinne ich. Full House!“. Er legte drei Könige und zwei Siebener hin. Doch Illyria meinte tonlos wie immer: „Soweit Ihr mir erzählt habt, ist ein Vierling doch höher, oder?“. Sie legte die Karten langsam auf den Tisch und dabei fluchte Spike laut, noch bevor er die Karten sah. Es waren vier Damen.

          „Hey, wie kommt es, dass ich ein Drilling, sie ein Vierling und du ein Full House hast? Was ist mit den ganz normalen Pärchen geworden?“ fragte Angel empört. Spike lehnte sich enttäuscht zurück und meinte achselzuckend: „Die sind vielleicht verloren gegangen, als wir beschlossen, dass jeder zweimal einige Karten ablegen und neu aufnehmen darf.“. Angel nickte ärgerlich, als auf einmal Illyria sagte: „Das Spiel langweilt mich.“. Beide Vampire sahen die Dämonin an. Fast gleichzeitig hörte Angel, wie Autotüren ins Schloss geworfen wurden. Endlich waren die anderen zurück und das Warten hatte ein Ende. Er dachte schon, er müsste bis in alle Ewigkeit damit verbringen, mit Spike dumme Glücksspiele zu spielen. Angel sprang auf und rannte zum Eingangsbereich des Besprechungsraumes. Von hier aus hatte er einen guten Blick zur Eingangstür des Hyperion, ohne sich den Sonnenstrahlen aussetzen zu müssen, die durch das Öffnen der Eingangstür herein fielen. Spike tat es ihm gleich und bemühte sich darum, einen Platz neben Angel zu bekommen. Beide knurrten sich kurz an, doch dann sahen sie lieber zu, wie die anderen herein kamen. Illyria blieb im Hintergrund.

          +++

          „Seit du das letzte Mal hier im Hotel warst, ist einiges an Zeit vergangen. Angel konnte es zum Glück vollauf renovieren lassen. Er wollte es nie aufgeben, sondern hat es in Reserve gehalten. Zum Glück, wie sich jetzt heraus stellte. Die Niederlassung von Wolfram & Hart wurde schließlich total zerstört!“ erklärte Willow. Dann drehte sich die Hexe um und sah Buffy eindringlich an, als sie fragte: „Bist du bereit? Ich meine… du musst nicht… also du kannst auch woanders übernachten, falls du…“. „Lass schon Willow! Ich komme klar!“ meinte Buffy beschwichtigend. Faith konnte nicht anders, als sie meinte: „Falls es dich tröstet, B: ich bin da, wenn ein paar Vampire verprügelt werden müssen. Du musst es nur sagen!“. Willow und Buffy mussten beide auflachen, selbst Giles grinste.

          Schließlich öffnete Wes langsam die Tür….
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          • #6
            So, nach einer schöpferischen Pause sowie privatem Streß und viel zu wenig Freizeit, habe ich endlich die Muße gefunden wieder etwas zu schreiben. Dies ist nur ein Teil, ich schreibe fleißig weiter. :-)

            ---


            Das grelle Sonnenlicht bahnte seinen Weg durch die Lücke, die die nun offene Tür geschaffen hatte, bis fast zur Raummitte. Angel und Spike standen abseits und widerstanden den Drang sich die Augen ab zu schirmen. Das Sonnenlicht konnte ihnen dort nichts anhaben, da es sie nicht erreichte. Beide starrten zur Tür und sahen das wunderschöne blonde Wesen, das sie liebten. Beide kamen sich insgeheim schwach vor, denn hätten sie ein Herz besessen, also eines das lebte und schlug, dann hätte es gerade für ein, zwei Schläge ausgesetzt.

            Buffy kam langsam herein und entdeckte fast augenblicklich die beiden Vampire. Sie wusste nicht ob sie lachen, weinen oder übermütig umher springen sollte. Stattdessen sagte sie einfach nur: „Hi!“. Sie lächelte schwach, wurde zugleich jedoch wieder ernst. Sie befürchtete fast, mit dem Lächeln ein Zugeständnis gemacht zu haben. Gott, war sie verunsichert. Dabei hatte sie doch mit diesen beiden… Teilen ihrer Vergangenheit abgeschlossen, oder nicht?

            „Hi Buffy!“ begrüßte sie Angel. „Du bist es wirklich!“ stellte Spike nüchtern fest. Er verzog kurz das Gesicht zu einer Art Lachen. Ganz entgegen Angel konnte man ihm ansehen, dass er sich wirklich freute. Angel selbst bekam nur ein paar Sorgenfalten mehr und schaute verunsichert drein. „Ja, ich schätze ich bin wirklich da!“ meinte Buffy. Der Rest der Leute kam hinter Buffy herein und jemand schloss die Tür.

            Beide Vampire machten einen Schritt auf sie zu, und bemerkten den jeweils anderen, worauf sie sich kurz ansahen. Die Spannung zwischen ihnen schien wieder an zu steigen. „Ogott, ich hoffe ihr schlagt euch nicht gleich wieder die Schädel ein!“ kommentierte die blonde Jägerin die Szene. Spike lachte: „Was, wir? Quatsch, wir sind inzwischen beste Freunde!“. Er legte plötzlich einen Arm um Angels Schultern und lächelte Buffy an. „Spike!“ forderte Angel viel sagend, den Blick auf den platinblonden Vampir gerichtet. Spike zog seinen Arm wieder zu sich heran und meinte kleinlaut: „Ok, für einen kurzen Moment wollte ich ihm tatsächlich den Schädel einschlagen. Alte Gewohnheiten legt man wohl nicht so schnell ab.“. „In der Tat!“ meinte Angel finster zu Spike. Willow und Buffy schüttelten fast gleichzeitig den Kopf.

            „Ich… werde eine Zeit lang hier sein, also werden wir alle das Beste daraus machen müssen. Und keiner von unserem Team schlägt hier einem anderen des Teams den Schädel ein.“ Bestimmte Buffy ein wenig sauer. „Es war nur so eine Art Spruch!“ sagte Spike. Plötzlich sahen ihn alle an und man konnte jedem vom Gesicht ablesen, dass man ihm das nicht abkaufte. „Hey, ich… nagut, nagut. Es war nicht nur ein Spruch. Aber wir sind friedlich, ok? Mann, ist das eine schlechte Stimmung hier!“. Buffy sah ihn an. „Ich kreuze hier auf und du beschwerst dich wegen der schlechten Stimmung? Vielen Dank auch!“ kommentierte sie. Der platinblonde sah ihr tief in die Augen und erwiderte: „Sorry, so habe ich es nun wirklich nicht gemeint!“

            Willow sah verunsichert zwischen allen hin und her und sagte: „Ooook. Also… da wir das jetzt geklärt haben…!“. Sie ging auf Buffy zu und fragte, ob sie denn zuerst ein Zimmer in Beschlag nehmen wolle. „Ja, aber zuerst….“ Sie schaute an den Vampiren vorbei zum hinteren Bereich, wo Illyria stand. „Du bist also Illyria, dieser Dämon?“ fragte sie ganz offen. Illyria, die die ganze Szene wortlos mit angesehen hatte, hob den Kopf ein wenig und antwortete: „Ja! Sozusagen. Momentan bin ich in dieser menschlichen Hülle gefangen, aber… ja!“.

            Gerade als Giles sowieso nach vorne gehen wollte, forderte Buffy ihn mit einem schlichten „Giles!“ auf, sich an ihre Seite zu stellen. „Das muss sie sein, vor der du mich gewarnt hast!“ meinte sie. „Nun, ja… offenkundig!“ beeilte sich Giles zu sagen und trat ein wenig voran. Kaum dass er Buffy erreicht hatte, ging sie auch schon schnurstracks auf Illyria zu. Wesley gefiel die Situation nicht und fragte: „Hey, sie gehört jetzt zu uns. Was soll das?“. Buffy erwiderte, ohne sich um zu drehen: „Ich möchte nur jeden in unserem Team einschätzen können. Kannst du kämpfen?“ fragte sie die blaue Dämonin. Gerade als diese etwas erwidern wollte, flog Buffys Linke auf sie zu. Illyria blockte geistesgegenwärtig den Angriff mit der Rechten. Doch da kam auch schon Buffys rechte Faust auf sie zu und traf sie hart an der Schläfe. „Zeigs ihr, B!“ verlangte Faith.

            Die Dämonin schlug Buffy hart in die Magengegend. Diese konterte mit einem Tritt ans Knie. Dafür erhielt sie jedoch postwendend einen Ellbogen ins Gesicht. „Halt, stopp! Was soll der Quatsch?“ wollte Wesley wissen und ging ein paar Schritte auf beide Kämpfenden zu, die sich mit ihren Fäusten gegenseitig beharkten. Sie schenkten sich nichts. Auf halbem Wege wurde Wesley von Angel zurück gehalten. „Beide können sich selbst ihrer Haut wehren.“ meinte er schlicht und sah sich den Kampf weiter an. Wesley schaute beinahe entsetzt zu Angel, dann zurück zum Kampf. Spike lachte, als Buffy wieder einen Faustschlag austeilte, und rief: „Ja, DAS ist meine Jägerin!“. Dann sah er erschrocken zu Angel, der ihn finster anstarrte. Spike berichtigte sich sofort: „… UNSERE Jägerin!“.

            Buffy hörte die Worte und drehte sich kurz zu den Vampiren um „Könnt ihr mal damit aufh…!“. Weiter kam sie nicht, da sie einen heftigen Tritt in die Seite von Illyria einstecken musste. „Ok, jetzt bin ich sauer!“ sagte Buffy als sie nach dem Bein von Illyria griff und es wegschleuderte. Sie sprang auf einen Tisch auf der Seite, sprang über einen weiteren Tritt der blauen Dämonin und trat ihrerseits heftig zu, direkt ins Gesicht der armen Illyria, die dies jedoch, ohne allzu viel Schaden zu nehmen, wegsteckte.

            Buffy ließ ihre Frust raus: „Ich komme hier her…“, sie trat zu, „sehe meine hoffnungslosen…“, wich einem Tritt aus, „… und gescheiterten Beziehungen…“, sprang auf den Boden, „… vor mir stehen…“, sie duckte sich unter einem Schlag weg, „ …und diese Dämonin…“, schlug selbst zu, „ … denkt echt…“, schlug noch mal hart zu, „ ...sich mit mir…“, schlug abermals zu, „ …anlegen zu können.“, und kickte Illyria heftig gegen die Brust. Illyria stolperte ein paar Schritt nach hinten.

            „DAS REICHT!“ forderte Wesley, als er sah wie Buffy erneut auf die blaue Dämonin losgehen wollte. Stattdessen sah sie nun zu Wesley, fast verwirrt. Illyria tat es ihr gleich. „Ihr bringt euch noch gegenseitig um.“ fügte Wes noch hinzu. Illyria und die blonde Jägerin sahen sich herausfordernd und lauernd an, als Giles kommentierte: „Nun, offensichtlich seit ihr beide ziemlich gleichauf. Sowohl was die Aktionen als auch was die Reaktionen anbelangt!“. „Und ihr könnt ganz schön einstecken. Gott, ich hätte nicht mal einen Tritt dieser Art aushalten können.“ staunte Willow. „Hoffnungslos?“ meinte Angel kleinlaut. „Gescheitert?“ fragte Spike ebenso kleinlaut. Buffy sah sie an und entgegnete achselzuckend mit einem beschwichtigendem Lächeln: „Sorry!“.

            „Ähm… Buffy? Das Zimmer? Jetzt?“ wollte Willow wissen. „Oh, ok, denke ich!“ erwiderte Buffy und kam schlendernd zu Willow gelaufen. Man merkte ihr kaum an, dass sie gerade noch in einem heftigen Kampf verwickelt war. Sie schaute kurz zu den beiden Vampiren und zu Giles. „Wir reden später.“ meinte sie schlicht und ging gemeinsam mit Willow die Stufen zu den Zimmern hinauf.

            Illyria neigte den Kopf zur Seite und sagte tonlos: „Das ist also Buffy… interessant!“. Wesley ging besorgt zu Illyria und meinte an Giles gewandt: „Wir müssen reden…! Darüber warum du Buffy vor Illyria gewarnt hast! Was das alles soll!“. „Natürlich.“ antwortete Giles.

            + + +

            Als Buffy mit Willow außer Hörweite war, meinte Faith kurz auflachend zu Angel und Spike gewandt: „Da hat sie es euch mal so richtig gegeben, was?“. „Was? Och, ich.. äh!“ versuchte Spike eine Erklärung abzuliefern, während er sich noch eine einfallen musste. Angel sagte: „Naja, nicht direkt. Vielleicht hatte sie einen schlechten Flug?“. Spike erklärte: „Naja, sie war schon ein wenig… distanziert herein gekommen. Aber ist ja verständlich…“

            Faith lächelte sie zuckersüß an und meinte: „Kommt schon. Sie hat euch in eure kleinen Vampirärsche getreten. Die kleine hat’s noch immer drauf!“. „Hey, Misses Ich-bin-ja-so-gescheit: Falls es dir entgangen ist, sie hat mit Illyria gekämpft. Uns hat sie gar nicht angerührt!“. Doch bevor Faith dem etwas entgegnen konnte, meinte Angel: „Faith meinte, sie hat uns verbal verdroschen!“. Dann sah er zu ihr rüber und fragte: „Meinst, du doch, richtig?“. „Könnte man sagen!“ kommentierte sie und strahlte erneut. Spikes Kommentar schien sie nicht getroffen zu haben.

            „Also ist es dir auch nicht entgangen, Stirnfalte?“ fragte Spike spitz. Angel, der gerade etwas auf die Frage erwidern wollte und dann „Stirnfalte“ hörte, starrte Spike an. „Hey, immerhin war es für sie und mich damals hart, als ich Sunnydale verließ. Was zwischen euch war, weiß ich nicht genau und es ist mir eigentlich auch egal. Aber ich denke, wir sollten ihr ein wenig Zeit lassen. Damit sie alles erstmal verdauen kann.“ konterte er. Spike ging langsam einige Schritte auf Angel zu, als er fragte: „Ja, klar, ich soll sie also in Ruhe lassen! Meinst du das? Damit du wieder mit ihr anbändeln kannst?“. Der dunkelhaarige ging die letzten Schritte dem blonden Vampir entgegen und blieb vor ihm mit wutverzerrtem Gesicht stehen. Beide starrten sich an.

            „Wie Kinder!“ platzte es plötzlich aus Rona heraus, die die ganze Zeit alles wortlos mit angesehen hatte. Beide Vampire und Faith sahen sie an. Auch Giles, der bislang Wesley und Illyria betrachtet hatte, da Wes sich um ihre „Wunden“ kümmerte, sah sie an. Wes hingegen schien sich absichtlich ein wenig mehr als nötig um Illyria zu kümmern. Man sah ihm an, dass er sich unwohl fühlte. Illyria stand nur da und schaute in die Menge. Sie machte fast den Eindruck, als würde sie die anderen studieren. Vi, die genau wie Rona und Kennedy noch in der Nähe der Tür stand, starrte die blaue Dämonin an und war in Gedanken vertieft. Sorgenfalten bildeten sich auf ihrer Stirn. Rona sah sie kurz an und drehte sich zu Faith um

            „Ich meine… Sind die beiden immer so?“ fragte Rona. Die dunkelhaarige Jägerin meinte: „Naja, Scheinbar steigt der Testosterongehalt von Dreibeinern noch weiter an, wenn sie Vampire werden!“. Sie lachte, als Angel und Spike sie ansahen. „Seht euch doch nur an. Kaum ist Blondie hier, da springt ihr euch fast wieder an die Kehle. Selbst nachdem sie euch indirekt zu verstehen gegeben hat, dass ihr hoffnungslose Fälle seid.“ führte sie weiter aus.

            Angel zuckte kurz zurück und Spike setzte an: „Hey, ich würde nicht sagen, dass wir…“. Er sah zu Angel und dann wieder zu Faith. „Warum rede ich eigentlich mit euch?“ fragte er, drehte sich herum und wollte gerade die Stufen hoch gehen. „Nein, mein Freund! Du bleibst schön hier unten. Lass Buffy da oben mal alleine!“ forderte Faith. Kennedy ging auf die Treppe zu und sagte: „Ich schau mal nach meiner Magierin und Buffy!“. Dann ging sie nach oben.

            Angel sah zu Spike und schlussfolgerte: „Ob es uns passt oder nicht, Spike. Wir sollten wirklich die Sache langsam angehen und Buffy Zeit lassen! In jeder Beziehung!“. Bevor irgendjemand noch was sagen konnte, meinte Giles schlicht: „Das halte ich auch für das Beste.“. Er drehte sich zu Wes um und fragte: „Gibt es hier irgendwo einen größeren Raum, in dem wir alle reden können? Eine Art Sitzungssaal?“. Wes überlegte. „Nicht für diese Anzahl der Personen, aber wir könnten einen Raum her richten! Im ersten Stock…“. „Gut, gut. Dann sollten wir uns an die Arbeit machen!“ unterbrach Giles ihn und sah die anderen unverblümt fordernd, mit hochgezogenen Augenbrauen an.

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            • #7
              Hallo nochmal!

              Da ich mich hier länger nicht mehr meldete, die Geschichte jedoch bereits ein Stück weiter geht, verweise ich hier auf die Seite: Hauptseite - Zothos
              Dort wird die Geschichte (und auch anderes) von mir stetig weiter erzählt

              Der Direkt-Link zur Story:
              Willow (und Buffys Gang) - Zothos

              Ansonsten kann dieser Thread an sich für Fragen benutzt werden. Ich bekomme ja eine E-Mail-Benachrichtigung, wenn sich hier was ändert.
              Gruß, Zothos
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