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Eine ungewöhnliche Sitzung

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  • Eine ungewöhnliche Sitzung

    Hallo

    Diese Geschichte handelt von einer Sitzung der Führungsoffiziere an Bord des Raumschiffs U.S.S. Challenger und spielt im Jahr 2305. Auf der Challenger geht es wie in einer undisziplinierten Schulklasse zu. Man kann die Offiziere mit den Lehrern vergleichen.
    Die Teilnehmer sind:
    1. Captain: Ein übersensibler Betazoid, er sich an Bord eine Oase der ewigen Versöhnung wünscht und etwas den Blick für die Wirklichkeit verloren hat.
    2.Cmdr. Olga Slawominski: Der Erste Offizier stammt aus Weißrussland, hat ein energisches Temperament und kann sehr stur und ausdauernt sein. Sie ist mit vielen aus der Crew befreundet und unterstützt oft auch Dummheiten und Regelverstöße
    3. Lt. Cmdr. Larek: Der Vulkanier ist Sicherheitsoffizier und achtet peinlichst genau auf die EInhaltung aller Regeln.
    4. Dr. Lüthi: Der Schweizer ist Chefarzt und hat einen schlechten Draht zu Larek, da er als Seelenklempner der Crew andere Ansichten zum Thema Disziplin hat. Er ist ein sehr guter Psychologe, was man vom Captain nicht sagen kann.
    5. Lt. Purzel: Die Chefingenieurin ist sehr kindlich und kindisch. Sie stellt jede Menge Dummheiten an und ist Anführerin vieler Streiche der Crew.

    Und jetzt die eigentliche Geschichte (wenn sie überhaupt jemand liest):

    Die Kaffeetassen

    Wir schreiben den 26. Mai 2306. Das etwas veraltete Starfleetraumschiff U.S.S. Challenger gleitet graziös durch den Weltraum.
    „Ihre Argumentation ist logisch nicht nachvollziehbar und schon gar nicht belegbar. Sie schließen von Ihrer subjektiven Meinung auf die Meinung anderer. Sie haben bis jetzt noch kein sachliches Argument, das Ihren Vorschlag befürwortet, dargebracht.“, sagt der Vulkanier und Sicherheitsoffizier Lt. Cmdr. Larek. Wütend starrt der Schiffsarzt Urs Lüthi den Sicherheitsoffizier an. Dann starrt er auf den Monitor über dem Fußende des Konferenztisches. Eine rote Tasse mit einem weißen Rand ist darauf abgebildet. „Dieses dämliche Rot ist langweilig. Das erinnert mich an das alte Teeservice meiner Oma. Sehen Sie sich doch mal diese lustige, bunte Tasse an.“, meint die Chefingenieurin Purzel. Erwartungsvoll drückt sie auf einen Knopf an der Tischkante. Auf dem Monitor erscheint eine orange Tasse mit Smilies. „Damit kriegt man schon früh am Morgen beim Frühstück gute Laune.“ Der sensible Captain mischt sich ein: „Wir sollten nicht außer Acht lasen, dass die Kaffeetassen, mit denen die Crew schon früh morgens konfrontiert ist, großen Einfluss auf die Psyche haben. Deshalb habe ich ja auch beschlossen, die Wahl der Tassen auf die Tagesordnung der heutigen Führungskonferenz zu setzen. Leider haben wir nur noch so wenige Tassen in der Kantine, dass wir mit der Bestellung nicht auf das Erscheinen des diesjährigen Katalogs der Geschirrfirma warten können und uns nur wenige Modelle zur Auswahl stehen. Also, ich finde die pastellfarbene Tasse auf Seite 5 am Besten. Sie strahlt so etwas Beruhigendes aus. Sanfte Töne...“. „Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass die Crew Ihren sanften Tassen in der Früh auch nur einen Blick schenkt. Der Bande ist es komplett egal, ob der Farbton beruhigt oder nicht.“, erwidert der Erste Offizier Olga Slawominski. „Wir sollten sparsam denken. Hier, auf Seite 2 finden Sie das billigste Modell!“, sagt Olga mit einem Seitenblick auf den Monitor, der mittlerweile eine blaue Tasse mit beigefarbenem Rändchen abbildet. Jetzt meldet sich Larek zu Wort: „In der Tat lässt sich über Geschmack und beruhigende Wirkung von Farben streiten. Schließlich handelt es sich bei Tassen um Nutzgegenstände. Ich schlage deshalb diese Tasse vor. (Eine flaschengrüne Tasse erscheint auf dem Monitor) Die Spezialbeschichtung ist besonders widerstandsfähig und hält das tägliche Waschen in der Geschirrspülmaschine über vier Jahre lang aus. Außerdem ist diese Modell Testsieger einer Testreihe von Kaffeetassen zum Thema Hitzebeständigkeit... “. „Vier Jahre?“, unterbricht Lüthi den Vulkanier, „So lange hat an Bord der Challenger noch keine Tasse gelebt...“ „Tassen leben nicht!“ „... Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei knappen zwei Jahren. Die häufigsten Todesursachen sind Tollpatschigkeit, Unachtsamkeit und Verlust der Trägheitsdämpfer bei Rotem Alarm.“ Purzel errötet bei dem Wort Tollpatschigkeit. Erst heute hat sie beim Frühstück eine Untertasse zerbrochen. Schnell lenkt sie das Gespräch zurück auf Larek’s Vorschlag: „Dieses Flaschengrün ist grässlich. Das verdirbt einem ja schon beim Frühstück die gute Laune. Und es passt nicht zu Tischdecke. Diese Tasse mit Smilies jedoch....“ „Mir ist schon öfter aufgefallen, dass die weißen Tischdecken bei der Crew auf Ablehnung stoßen. Dieses hygienische, sterile, fast krankenhausartige Weiß....“, winselt der Captain. „Auf der Krankenstation gefällt es der Crew!!“, erinnert Dr. Lüthi erzürnt. „Das stellt niemand in Frage, Urs. Außerdem sollten wir uns zuerst auf ein Tassenmodell einigen, bevor wir über die Tischdecken diskutieren.“ Dr. Lüthi startet einen weiteren Anlauf, seinen Favoriten anzupreisen: „Ja, wie schon gesagt, Rot ist einfach zeitlos. Und diese Tasse...“
    Nach einer Stunde ist man immer noch nicht zu einer Einigung gekommen. Der Captain ist mittlerweile eingenickt. Cmdr. Slawominski steht auf und geht zum Replikator. Mahnend sieht Lüthi zu der Weißrussin: „Olga, Sie wissen doch, dass Sie nicht so viel Kaffee trinken sollen. Die wievielte Tasse für heute ist das?“ „Zählt die Zeit zwischen Mitternacht und 3:00 Uhr auch zu heute?“ „Was?! Um 8:30 Uhr hatten sie Schichtbeginn Ich habe Ihnen doch gestern nach dem Essen gesagt, Sie sollten etwas früher schlafen gehen als sonst. Kaffee ersetzt keinen Schlaf!“ Schnell lenkt Purzel das Gespräch weg von Olgas negativen Angewohnheiten: „Das nennst du Essen? Diesen Fraß!! Ich finde, man sollte alle Briten vom Küchendienst befreien. Der Fisch, den Macherony gekocht hat, war matschig und die Kartoffeln schmeckten zu stark nach Zwiebeln.“ „Zwiebeln sind gesund. Außerdem sollten wir sachlich bleiben.“, mahnt der Vulkanier Larek. Da klopft es an der Tür des Konferenzraumes. „Herein!“, brummt Lüthi. Ein Indianer betritt schüchtern den Raum: „Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass wir im Frachtraum noch einen Karton weiße Tassen gefunden haben. Die Bestellung hat also noch Zeit.“ Captain KiZong ist indessen wieder aufgewacht: „So, wo sich die Diskussion um die Tassen erledigt hat, können wir noch einmal auf die Tischdecken zurückkommen.“ „Ich finde dieses Modell....“


    Ende

    Weitere Folgen rund um die Challenger und ihre zerstrittenen Offiziere folgen.

  • #2
    Liest sich ganz gut.
    Gibt's ma irgendwann Nachschlag?

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