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story: tiroler im weltraum

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  • story: tiroler im weltraum

    ich hab mal begonnen, eine story zu schreiben. momentan sind 9 kapitel da. das ganze soll buch-umfang bekommen. aber: der witz hinter der ganzen sache ist so spezifisch, dass ich nicht wirklich weiss, ob das gut ankommt. es ist eine satire auf sci-fi und auf tirol. ja. ich bin tiroler. österreicher. hit me.

    jedenfalls: ich poste mal die ersten zwei kapitel von der story hier. ich werde zwei wochen warten, mir die kommentare anschauen, ob interesse besteht. es gibt momentan 9 kapitel, mit zeitlichen lücken zwischen den kapiteln. wenn positives feedback kommt, werde ich die lücken füllen und wöchentlich am samstag jeweils ein neues kapitel posten. projektiert sind ~20 kapitel für diese story, das wird schätzungsweise 100 din a4 werden und wenn das ganze anklang findet wird es eine reihe von weiteren büchern für die hintergrund-story geben. wie gesagt, wenn das ganze anklang findet.

    ich poste mal die ersten zwei kapitel und schau, ob ihr mehr wollt.

    -mike

  • #2
    Kapitel 1

    Commander Chakotay rieb sich die Augen. Schon seit Stunden sass er hier und starrte auf den Viewscreen. Nur Sterne, die vorbeizogen. Links, rechts, oben, unten. Rote Riesen, weisse Zwerge und Pulsare, Einzelsterne, Doppelsterne, Dreifachsterne, grosse Sterne, kleine Sterne, weisse Sterne, gelbe Sterne und orange Sterne. Sterne über Sternen, hinter Sternen und neben Sternen. Sterne mit Planeten, Sterne ohne Planeten, tote Sterne, Sterne ohne Namen, ohne Leben, ohne Sinn. Und mittendrin er, ein Kind der Sterne, in einem Körper aus Sternenstaub, Offizier der Sternenflotte in einem Sternenflottenraumschiff unterwegs zu einem Stern names Sonne, einem Stern am anderen Ende einer Sterneninsel namens Milchstrasse, einem Stern in einem Sternenreich namens Föderation der Planeten. Warum Föderation der Planeten? Warum nicht Föderation der Sterne? Er rieb sich die Augen stärker, bis er Sterne hinter den geschlossenen Lidern sah und seufzte leise. Sterne.
    Langsam hatte er Kim und Paris’ Geplapper satt. Er tippte lustlos auf seinem PADD herum und dachte darüber nach, wie schwer es wohl sei, im Kopf Schach gegen sich selbst zu spielen, und mit welcher Eröffnungsstrategie er sich selbst wohl am meisten überraschen konnte.
    „Commander, wir haben ein nicht identifiziertes Schiff geortet“, rief Fähnrich Kim.
    Chakotay sprang, erfreut über die Abwechslung, aus dem Sessel.
    „Auf den Schirm!“
    Die nervtötende Wanderung der Welteninseln verschwand und machte einem ziemlich homogenen Dunkel Platz.
    „Entfernung 2 Millionen Kilometer, Kurs konstant.“
    „Rufen Sie sie, Tuvok.“
    „Aye, Sir.“
    Chakotaye legte seinen PADD auf den Sessel.
    „Sir, wir empfangen einen Ruf. Nur Audio.“
    „Stellen Sie es auf Lautsprecher.“
    Ein seltsames Störgeräusch wurde plötzlich auf der Brücke der Voyager hörbar.
    „..sp..ckckn..szw..cksschm...nchck..“
    „Tuvok?“
    „Sir, wir haben offensichtlich eine Störung im Kommunikationsmodul.“
    Die Tür glitt auf und Captain Janeway betrat die Brücke.
    „Chakotay, Bericht“, befahl sie, während sie mit schwungvollen Schritten auf ihren Sessel zuschritt.
    „Wir haben ein nicht identifiziertes Schiff geortet, Captain. Sie rufen uns, aber wir haben offensichtlich eine Störung im Kommunikationsmodul.“
    „Sir, die Diagnose ist negativ“, meldete Tuvok.
    „Das ist keine Störung, Sir. Das ist Klingonisch!“ rief Lieutenant Paris über die Schulter.
    „Klingonisch?“
    „Nein, warten Sie, Chakotay, ich denke, er hat recht. Hören Sie genau!“
    „..t..ckschck..chsn..chckff..“
    „Klingonen? Hier im Delta-Quadranten?“ fragte Chakotay.
    „Stellen Sie sich das vor, Chakotay: Möglicherweise haben die Klingonen eine neue Antriebstechnologie entwickelt und es gibt einen Weg, unsere Heimreise abzukürzen. Was für ein Glück, sollte das wirklich zutreffen! Mister Kim, setzen Sie Kurs auf dieses Schiff. Warp 6!“
    „Aye, Captain.“
    „Ich erlaube mir, skeptisch zu bleiben, Captain.“
    „Geben Sie die Hoffnung nicht zu früh auf, Chakotay. Tuvok, was ist mit dem Universalübersetzer?“
    „Er ist aktiv und arbeitet innerhalb zulässiger Parameter. Captain, was wir hören, ist kein Klingonisch, sondern eine uns unbekannte Sprache.“
    „Nun gut. Chakotay, Sie haben dieses mal vermutlich recht. Haben wir Linguisten an Bord?“
    „Fähnrich Gallager aus der Astronomie studierte Exolinguistik an der Sternenflotten-akademie“, antwortete Tuvok.
    „Gut, er soll sofort auf die Brücke kommen.“
    „Ich werde sie sofort benachrichtigen“, kommentierte Tuvok.
    „Tun Sie das.“
    Plötzlich mischte sich eine verständliche Stimme in das Knacksen und Rauschen.
    „Herr Kommandant, lassen Sie es bitte mich versuchen“, kam aus den Lautsprechern, und, nach einem weiteren kurzen Knacksen: „Unbekanntes Raumschiff, hier spricht Kommandantstellvertreter Volker Baumkirchen vom Raumhotel Andreas Hofer im Auftrag des Tourismusministeriums des Planeten Tirol. Ich übermittle Ihnen Sprachcodes für Ihren Universalübersetzer, so dass Sie uns verstehen können.“
    „Hier spricht Captain Catherine Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Ich danke Ihnen vielmals.“
    Nachdem die Übertragung abgeschlossen war, verwandelte sich die unverständliche Kakophonie in … nun ja, eine Art Sprache.
    „Jo griass enk, i bin’s, da Kommandant Bill Vomperbach vom Raumhotel Andreas Hofer und i lod enk olle recht herzlich ein, dass auf an zünftigen Tirolerabend bei ins vorbeischaugts, mir hom Speckknedl und an guatn Marillinger.“
    Janeway drehte sich zu Tuvok um und sah ihn fragend an. Tuvok starrte nur auf seine Konsole.
    „Herr Kommandant, ich danke Ihnen für die Einladung. Wir sind ein Raumschiff der Föderation der Planeten in friedlicher Mission und würden uns freuen, friedlichen Kontakt zu Ihnen aufzunehmen“, sagte sie schliesslich.
    „Friedlich? Mir sein a gonz friedlich. Ausser es seits Franzosen. Seits es Franzosen?“
    „Franzosen?“
    „Na, du klingsch ned wiara Franzos. Du klingsch wiara gonz a nette, gell? Bisch a gonz a nette.“
    Janeway warf Chakotay einen verwirrten Blick zu. Chakotay zuckte nur mit den Achseln.
    „Ich …“, begann Janeway.
    „Jo, du bisch a gonz a nette, des hear i schun. Also, Leitln, kemmts vorbei, mir bereiten daweil amol olls vor. Berg heil!“
    Und damit erstarb die Stimme wieder.
    „Ähm … Tuvok …“, begann Janeway.
    „Über dieses Volk steht nichts in den Datenbanken. Sie scheinen friedlich zu sein und ich sehe keine besondere Gefahr, falls wir eine Delegation senden. Wir sollten dennoch vorsichtig sein, dieses Volk scheint sehr extravagante Riten und Gebräuche zu praktizieren.“
    „Das können Sie wohl sagen, Tuvok. Paris, Tuvok, Sie kommen mit mir. Chakotay, Sie haben die Brücke.“

    Kommentar


    • #3
      Kapitel 2

      Als sich die Schleuse öffnete, hörte Janeway, wie Anweisungen gegeben wurden.
      „Aaaaaachtung! Oas … Zwoa …“
      Und dann hörte sie einen lauten Knall, ein Zischen und schliesslich ein seltsames Knarzen.
      „Falle!“ rief sie noch und wollte nach dem Phaser greifen, doch Tuvok’s Hand legte sich um ihren Arm und hielt ihn fest.
      „Warten Sie, Captain“, sagte er.
      „Das ist keine Falle, sondern Musik!“ erklärte Neelix, der in seiner Funktion als offizieller Begrüssungsoffizier darauf bestanden hatte, sich der Delegation anzuschliessen, „ich kenne diese Art Musik von einem …“
      „Musik? Dieses brachiale, aller Musikalität Hohn spottende Lärmen wollen Sie als Musik bezeichnen? Sie spucken damit auf das Grab der grossen Meister der Vergangenheit! Beethoven! Mozart! Tchaikowski! Selbst klingonische Opern …“ warf der Doktor ein und wurde sofort wieder von Neelix unterbrochen:
      „Doktor, Sie sollten sich ein wenig mehr mit dem Boden beschäftigen, auf dem Ihre Kultur aufbaut, anstatt sich in Ihrem Elfenbeinturm einzuschliessen. Sie werden sehen, es macht Spass.“
      „Ich stimme Ihnen ausnahmsweise zu, Neelix: Dies ist der Boden der Kultur. Der Boden unterhalb des Kellergeschosses.“
      Janeway, die sich von ihrem Schock wieder erholt hatte, mischte sich ein:
      „Meine Herren, lassen Sie uns den Gebräuchen dieses Volkes so offen und verständnisvoll entgegentreten, wie man es von der Besatzung eines Sternenflottenraumschiffes erwartet.“
      „Eine sehr gute Einstellung, Captain“, bemerkte Neelix zufrieden.
      „Was? Ich kann Sie mit diesen Ohrstöpseln kaum verstehen, Neelix.“
      „Die Bewohner des Planeten Harkon IV“, warf Tuvok ein, „züchten für offizielle Anlässe eine besondere Vogelart, um diese Vögel dann mit rituellen Stöcken zu schlagen. Die Schmerzensschreie, die die Tiere von sich geben, sollen böse Geister vertreiben.“
      „Und warum erzählen Sie uns das jetzt, Tuvok?“ fragte Neelix.
      „Die klangliche Ähnlichkeit mit dieser Darbietung ist bemerkenswert.“
      „Haben Sie etwas gesagt?“
      „Es scheint“, erwiderte der Doktor, „dass dieses Volk hier bei offiziellen Anlässen lieber seine Gäste quält. Eine durchaus verständliche Einstellung, solange man sich nicht in der Rolle des Gastes befindet.“
      „Was hat er gesagt?“
      „Ich nehme eher an“, fuhr Tuvok fort, „dieses Ritual dient demselben Zweck wie dasjenige auf Harkon IV: Um böse Geister zu vertreiben.“
      „Haben Sie gehört, Doktor? Sie sind hier unerwünscht.“
      „Fähnrich Gallager“, erwiderte Tuvok, „Sie waren noch nie auf einer Aussenmission, hatten auch noch nie eine besondere Aufgabe im Schiff und wir alle haben Ihren Namen erst vor kurzem erfahren. Was halten Sie als Linguistin von dieser Inszenierung?“
      „Fähnrich Gallager ist soeben gestorben, Sir“, stellte der Doktor fest.
      „Oh. Wie unerfreulich.“
      Lieutenant Paris kam durch die Schleusentür und schloss sich der Gruppe an.
      „Captain, der Geheimauftrag, in dem es darum geht, die Phasenmodulation unserer Phaser an die Schildphasenfrequenzmodulationsveränderungsmatrizenkonfiguration des anderen Schiffes anzugleichen, ist ausgeführt“, meldete er.
      „Was?“
      „Sind das da etwa Harkonier?“ fragte Paris, und dann: „Ist jemandem aufgefallen, dass Fähnrich Gallager tot ist?“
      „Was Sie nicht sagen.“
      „Ich möchte nur anmerken, dass das bei einem Erstkontakt vielleicht kein besonders gutes Bild macht. Aber vielleicht irre ich mich auch.“
      „Oh, Sie irren sich ganz bestimmt, Mr. Paris“, erwiderte der Doktor.
      „Wenn Sie das sagen …“
      „Mr. Paris“, schrie Captain Janeway, „haben Sie den Geheimauftrag, in dem es darum geht, die Phasenmodulation unserer Phaser an die Schildphasenfrequenzmodulations-veränderungsmatrizenkonfiguration des anderen Schiffes anzugleichen, ausgeführt?“
      „Ähm … Captain …“, sagte Tuvok.
      „Was?“
      „Die Darbietung ist bereits zu Ende.“
      Janeway sah Tuvok nur fragend an und deutete auf ihre Ohren. Tuvok entfernte in einer Geste imaginäre Ohrstöpsel aus seinen Spitzohren.
      „Ah!“ machte Janeway und entfernte ihre Ohrstöpsel, „ich höre gerade, dass die Darbietung bereits zu Ende ist. Was wollten Sie mir sagen?“
      „Ich wollte Sie darauf hinweisen, dass die Darbietung bereits zu Ende ist.“
      „Oh. Haben die …“, flüsterte sie und deutete mit dem Daumen auf die Delegation der Tiroler.
      Tuvok nickte.
      „Ich verstehe. Oh, ich sehe gerade … Fähnrich Gallager ist tot. Wie unerfreulich. Nun gut, wie auch immer, lassen Sie uns dieses Zusammentreffen nach bester Sternenflottentradition hinter uns bringen.“
      Zwei der Tiroler kamen auf die kleine Gruppe der Sternenflottenabgesandten zu. Captain Janeway betrachtete die Uniformen. Die Delegierten trugen schwarze Hosen, die bis zu den Knien reichten und dort von einem weissen – offensichtlicherweise – Unterkleid abgelöst wurden. Die Füsse steckten in dicken, schwarzen, klobigen Schuhen. Ein rotes Hemd mit grünen und goldfarbenen Ornamenten unter einer schwarzen Jacke bildete die Oberbekleidung, die von einem breiten, mit reichlichen Verzierungen versehenen Gürtel von der Hose abgetrennt war. Auf dem Kopf trugen sie einen grauen, kegelförmigen Hut, an dem jeweils zwei lange, weisse Federn befestigt waren. Einer der beiden, ein kleiner, untersetzter Mann mit einem roten Gesicht, trug einen langen, weissen Bart, der unter der Nase stark gelb gefärbt war, während der andere, etwas grösser, schlanker und bleicher im Gesicht, glattrasiert war.
      „Griass enk, Leitln“, eröffnete der Bärtige das Gespräch, „i bi da Kommandant Bill Vomperbach und i gfrei mi, dass do seits. Hot enk insa Standl gfoin? Bärig homs gspielt, gell? Insere Blosmusikkapellen isch de beschte in da gonzn Galaxis. Und wer isch bei enk etz da Chef, ha?“
      Captain Janeway richtete einen kurzen Seitenblick auf Tuvok und wandte sich dann an Kommandant Bill Vomperbach:
      „Ich bin Captain Catherine Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen.“
      „Ah, du bisch des. Du bisch a echt a nette, muass i sogn. Und fesch bisch a nu!“
      Er grinste anzüglich, zwinkerte Captain Janeway zu und gab ihr schliesslich die Hand.
      „Des isch mei Stellvertreter, der Kommandantstellvertreter Volker Baumkirchen“, sagte er und deutete auf den Schmalen, Bleichen.
      Dann beugte er sich zu Janeway vor, hob die Hand zum Mund, als wolle er flüstern, und sagte, mit unverminderter Lautstärke:
      „Da Volker isch a Deitscher. Goschtorbeiter, woascht? An Azubi isch a. Oba fleissig isch a, so wia de Deitschen holt sein, und brav isch er ah nu.“
      Er richtete sich wieder auf und schlug Volker Baumkirchen auf den Rücken, so dass sich dieser verschluckte und einen Schritt nach vorne stolperte..
      „Gell? Brav bisch, des hob i der Frau grod gsogt, wia brav dass bisch, Volker.“
      Er grinste.
      „Megts a Schnappsl? Oba wortets nu, zerscht miass ma ins vorstelln, donn gibt’s a Schnappsl. Wer bischan du, ha?“, fragte er und wandte sich zu Tuvok hin.
      „Lieutenant Commander Tuvok, Sir“, sagte Tuvok.
      „A Nega mit zuagspitzte Oahrn. Na dass i sowas nu sig!“
      „Kommandant Vomperbach, wenn ich vorstellen darf … Lieutenant Tom Paris“, sagte Janeway und deutete mit der flachen Hand auf Paris.
      „Paris, ha? Bisch a Franzos, ha?“
      „Wie bitte?“
      „Paris … du bisch woll aus Frankreich, oda?“ fragte Vomperbach und warf Paris einen bösen Blick zu.
      Lieutenant Paris riskierte einen verständnislosen Seitenblick zu Captain Janeway, die hastig mit der Vorstellung fortfuhr:
      „Neelix.“
      „Hoi, was bischn du für oana? Bisch a Punker, so wia du ausschaugsch?“
      „Neelix, Moraloffizier und Begrüssungoffizier an Bord der Voyager“, sagte Neelix und reichte Kommandant Vomperbach fröhlich die Hand.
      „Owa an bärigen Janker hosch, gell! Net so a Pyjama wia de onderen, gell?“
      „Und zuletzt noch unser Doktor“, erwiderte Janeway schnell, bevor Neelix etwas erwidern konnte.
      „Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen und …“, begann der Doktor, bevor ihm Vomperbach ins Wort fiel:
      „A Dokta bisch du, ha? Woasch, do hob i glei a Frog, weil insa Dokta, da Dokta E-Card sogt ma olleweil …“
      Bevor Vomperbach seine Frage ausformulieren konnte, wurde er von Kommandantstellvertreter Volker Baumkirchen unterbrochen, der Vomperbach hastig an der Schulter packte und sagte:
      „Kommandant, ich glaube, wir sollten mit der Begrüssung fortfahren.“
      „Ah jo, hosch recht, Volker. Guat! Donn weards Zeit für a Schnappsl. Moni! Lisi!“
      Zwei Frauen, die sich bisher im Hintergrund gehalten hatten, traten nun vor. Sie trugen weite, weisse, oppulente Röcke, die bis zum Boden reichten und von einer grünen Schürze verdeckt wurden. Am Oberkörper trugen sie reichlich verzierte und kompliziert geschnürte Korsette über weissen, weiten Hemden, deren Ärmel bis zu den Handgelenken reichten. Ihre Köpfe waren unbedeckt, aber das was auch unnötig: Ihre ausgefeilten Frisuren waren allein schon Kopfbedeckung genug. Und beide trugen ein kleines Fass an einem dünnen Lederriemen, den sie quer über ihren Oberkörper gelegt hatten. Eine hatte blondes Haar, die andere schwarzes.
      „Des san unsere beschten Marketenterinnen, gell?“ sagte Vomperbach und klatschte der Blonden mit der Hand auf den Hintern.
      Sie kicherte nur, nahm ein kleines Glas aus einem Behälter, der an dem Fass befestigt war, und füllte es vermittels des Zapfhahns ihres Fasses mit einer durchsichtigen Flüssigkeit auf. Schliesslich reichte sie das Glas Captain Janeway und wiederholte die Prozedur, um Lieutenant Paris ein weiteres Glas zu reichen. Nach kurzer Zeit hatten alle ein solches Glas in der Hand.
      „Gsundheit! Lossts eich schmeckn!“
      Bill Vomperbach kippte den Inhalt des Glases hinunter.
      „Ah, guat! Moni! Gibsch ma glei nu a Stamperl, gell?“
      „Captain, alles in Ordnung bei Ihnen?“ fragte der Doktor und blickte verständnislos auf die anderen Teilnehmer der Sternenflottendelegation.
      „Chhhh … chhhh“, röchelte Janeway.
      „Ist Ihnen nicht gut?“ fragte Neelix und tauschte mit dem Doktor einen besorgten Blick aus.
      „… chchchssssffffffff …“
      Volker Baumkirchen stand tapfer neben Kommandant Bill Vomperbach, der gerade sein zweites Glas hinunterkippte, und nur seine veränderte Gesichtsfarbe zeugte vom Konsum des Destillats.
      „Es geht holt nix über an guatn Marillinger. Moni! Nu oan, gell? Megs a nu oan, Leitln?“
      „Aber gerne! Ein hervorragendes Getränk, Herr Kommandant, wenn ich das sagen darf“, meinte Neelix und reichte der schwarzhaarigen sein Glas.
      „Gell, du bisch a Kenner, des sig i glei. Moni! Nu oans! Und wer bisch etz du nua amol?“
      „Neelix, Sir.“
      „I bin da Bill. Proscht, Neelix!“
      „Prost, Herr Kommandant!“
      Vomperbach und Neelix kippten ihr Glas hinunter.
      „Herr Kommandant“, brachte Baumkirchen unter sichtlicher Anstrengung hervor, „wir sollten mit der Besichtigung des Hotels beginnen.“
      Janeway hielt sich den Hals und nickte Vomperbach dankbar zu.
      „Recht hosch, Volker. Also, Leitln, kemmts!“
      Neelix und Bill Vomperbach stapften, in ein angeregtes Gespräch vertieft, durch den Korridor davon, während Janeway Paris und dem Doktor befahl, Fähnrich Gallager zurück ins Schiff zu bringen und sich dann der Gruppe anzuschliessen. Schliesslich folgten sie, Tuvok und Baumkirchen dem Kommandanten und Neelix durch den Korridor.

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      • #4
        Kann das ein Mod bitte in der Fortsetzungsgeschichtenbereich schieben?

        Zur Story: Och nein, kein tiroler Planet XD Grausam. Aber sehr witzig geschrieben. Mir gefiel vorallem die Einleitung mit Chakotay und den Sternen! Just in dem Moment wo es zuviel wird, kommt die Szene, wo Chakotay die Sterne hinter den Augen sieht. Fand ich witzig.
        Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

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        • #5
          der planet tirol wird noch eine rolle spielen. allerdings erst, wenn kommandant vomperbach von seinen jugendgeschichten erzählt
          die voyager-story ist ja eigentlich nur rahmenhandlung.

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          • #6
            Und ein weiterer Fähnrich hat das zeitliche gesegnet... Rest in Pieces, Fähnrich Gallager xD. Schau mal hinten drauf, ob sie noch Garantie hat..
            Aber gute Geschichte... erlich!
            Chaos Universum
            Fahrer eines Grün-Weißen Partybusses. Gerne auch in Silber-Weiß.
            Ob das Kind Geburtstag hat oder nicht, Hauptsache es heult! - T`Pau

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            • #7
              sodele

              ich poste mal kapitel 3
              eigentlich wollt ich ja noch warten, aber so hab ich endlich mal bissl druck, dass ich kapitel 4 endlich schreibe.

              viel vergnügen!

              -mike

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              • #8
                Kapitel 3

                „So, Leitln“, sagte Vomperbach, als sie an einer Tür angelangt waren, „des isch unsere Skipischtn.“
                „Skipiste“, übersetzte Baumkirchen automatisch.
                „Skipiste?“ fragte Janeway.
                „Kemmts, i zoags enk.“
                Die Tür öffnete sich und sie betraten einen mit Holz ausgekleideten und dunkelbraunen Fliesen ausgelegten Raum, in dem viele Menschen, Menschenähnliche und auch ein paar ganz und gar nicht humanoide Aliens in seltsam bunten, aufgeblähten Uniformen und klobigen Plastikschuhen herumsassen und sich angeregt unterhielten. Eine Wand des Raumes war hinter einer langen Theke verborgen, hinter der zwei Frauen standen und diverse Flüssigkeiten in verschieden grosse Gläser füllten. All das wurde vom leisen Krächzen einiger harkonischer Vögel untermalt.
                „Ah!“, machte Janeway, „Sie meinen die Mannschaftsmesse!“
                „Nein“, widersprach Volker Baumkirchen, ohne eine weitere Erklärung abzugeben.
                „Neelix, mogsch du nu a Schnappsl?“ fragte der Kommandant.
                „Aber gerne doch, Herr Kommandant!“
                „Donn kimmsch mit, hock ma ins an de Bar, gell? Volker, du konnsch insere Gescht daweil amol de Skipischtn zoagn, gell?“
                „Jawohl, Herr Kommandant. Wenn Sie mir bitte folgen würden …“
                Janeway und Tuvok folgten Baumkirchen durch eine Tür in ein – wie Janeway annahm – Holodeck. Sie war umgehend beeindruckt. Die Sonne leuchtete von einem strahlend blauen Himmel herunter und sie sah am Horizont schneebedeckte Berge in den Himmel ragen. Die Luft war kalt, frisch, rein und roch nach frischem Schnee. Sie blickte zurück auf eine rustikale Holzhütte, die von schneebedeckten Tannen umgeben war und sich malerisch in einen steil nach oben verlaufenden Hang einfügte, hinter dem spitze Felsformationen in den Himmel ragten. Volker führte sie über die Terasse an ein paar primitiven Tischen, an denen weitere – wie Janeway annahm – Uniformierte sassen und gutgelaunt verschiedene Getränke konsumierten, vorbei zu einer Ballustrade.
                „Von hier aus können Sie das ganze Tal überblicken“, erklärte er.
                Janeway lehnte sich auf die Ballustrade und blickte kilometerweit ins Tal hinunter, wo sich unterhalb der Schneegrenze grüne Wiesen im fernen Dunst verloren.
                „Unglaublich“, staunte sie, „Sie verfügen über leistungsstarke Holo-Projektoren. Wie gross ist das Areal, das Sie hier nachbilden können?“
                „Nein, das ist keine Holographie. Das ist alles echt“, antwortete Baumkirchen.
                „Wie? Aber von aussen …“
                „Ich weiss, das ist physikalisch nicht möglich. Aber, ähm … hier an Bord gelten die Naturgesetze nicht … nicht ganz so wie anderswo.“
                Janeway antwortete nicht, sondern starrte Baumkirchen verdutzt an.
                „Lange Geschichte.“
                „Ich habe Zeit.“
                „Also gut. Sehen Sie … wir haben eine sehr gute Verbindung zum … Chef.“
                Baumkirchen deutete mit dem Zeigefinger in den strahlend blauen Himmel.
                „Ich verstehe nicht.“
                „Zu Ihm da oben. Gott. Wie auch immer Sie Ihn nennen wollen.“
                Wieder antwortete Janeway nur mit einem ungläubigen Blick. Baumkirchen seufzte.
                „Sehen Sie: Gott war genervt davon, dass Sein Sohn nur zu Hause herumhing. Die ständigen Sauforgien mit den Aposteln, die Graffittis am Himmelstor, immer Musik zu laut und die ewigen Rapbattles mit Luzifer … also sagte Er zu ihm dass das so nicht weitergehen könne und er sich doch eine eigene Wohnung suchen solle. Nun ja, Jesus heuerte dann bei uns an, von wegen ‚Heiliges Land’ und so, Sie wissen schon, und Kommandant Vomperbach handelte einen Deal mit dem Chef aus, um …“
                „Sie wollen mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass sich Jesus Christus bei Ihnen an Bord befindet.“
                „Er ist Mitglied der Crew. Er ist unser Schiffs-DJ und kümmert sich zusätzlich um den Weinkeller. Wenn Sie wollen, stelle ich Sie ihm vor.“
                „DJ?“
                „Ja, und sehr beliebt bei den Gästen. Er ist so eine Art Superstar.“
                „Das war wohl der schlechteste Gag, den ich je gehört habe“, kommentierte Captain Janeway.
                „Ich weiss, aber ich kann mir meinen Text nicht aussuchen“, antwortete Baumkirchen lakonisch.
                „Wenn ich anmerken darf“, warf Tuvok ein, „dies war nicht der schlechteste Gag, den Sie je gehört haben. Der schlechteste war: ‚You’re the worst gag in the history of gags, actually’.“
                „Nein, der war nicht schlecht, sondern nur ein Insider-Witz.“
                Sie schwiegen kurz, bis Janeway zu kichern begann.
                „We need a new gag.“
                „I want your gag to stay“, sagte Tuvok und verhielt sich ein Kichern.
                „You’re the gag, act like one“, prustete Janeway los.
                „Wenn ich darum bitten darf, dass wir wieder zum Thema zurückkommen, bevor uns die Leser verlassen.“
                „Sie haben Recht. Wo waren wir?“
                „Wir sprachen über Jesus Christus … ah, wenn man vom Teufel spricht …“
                „Tuvok, erinnern Sie mich beizeiten daran, dass dies der schlechteste Gag war, den ich je gehört habe.“
                „Aye, Captain.“
                „Ey Leudde! Ey Volker, ey! Allet senkrescht? Ey, Mann, du kiekst ja voll unchillig drinne, Mann, ey, lass ma hänge, sauch ma an dem Jerät hier, oller Landsmann …“
                Jesus Christus hielt Volker Baumkirchen einen Joint vor die Nase und strich sich mit der anderen Hand die Rastalocken von der Sonnenbrille.
                „Captain Janeway, wenn ich vorstellen darf … Jesus Christus. Jesus, Captain Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager.“
                „Freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen.“
                „Ja, voll anjenehm, ey. Gib ma Five hier. Voll cooler Pyjama, ey.“
                „Herr Christus“, fragte Janeway, „Sie sagten Landsmann zu Herrn Baumkirchen. Sie sind Deutscher?“
                „Ja, ey, weeste … ‚Wir sind Pabst’, nisch? Ey Leudde, gebt eusch det: Isch hab jetz voll die neue Sportart, Leudde. Snowboarden ohne Snowboard, ey. Det is voll der Hammer, ey.“
                „Schön für dich, Jesus“, antwortete Baumkirchen gequält.
                „Un isch hab voll die Entdeckung jemacht, ey“, rief Jesus begeistert und zog an seinem Joint.
                „Was haben haben Sie denn erkannt, Herr Christus?“ fragte Janeway belustigt.
                „Wenn Wasser jefrore is“, meinte er geheimnisvoll, „ dann könn alle über Wasser laufe, nisch nur isch, ey. Voll korrekt, ey. Leudde, isch muss weidde in Club, bis denne.“
                Und er verschwand in dem Holzhaus, ein imaginäres Snowboard unter den Arm geklemmt.
                „Nun …“, begann Janeway.
                „Ich kann Ihn“ – und er deutete dabei wieder nach oben – „ja schon irgendwie verstehen“, murmelte Baumkirchen säuerlich.
                „Wieso deuten Sie eigentlich immer nach oben, wenn Sie von Gott reden? Wir sind im Weltraum, der Himmel ist hier nicht unbedingt oben.“
                „Nein, aber die Präsidentensuite schon.“
                „In Ordnung, ich will gar nicht mehr darüber wissen.“
                Sie wandte sich wieder dem Tal zu.
                „Herr Baumkirchen, wie gross ist dieses Gebiet denn nun?“
                „Oh, ungefähr zehntausend Quadratkilometer für Piste 1, also das Areal hier inklusive des Tals hinter dieser Bergkette am Horizont und dem Gletschergebiet dort rechts. Piste 2, die sich gerade in der Sommerphase befindet, ist etwas kleiner, ca. achttausend Quadratkilometer. Wenn Sie wollen, können wir Piste 2 noch besichtigen, sie liegt gleich auf diesem Deck nebenan und es gibt dort einen wirklich schönen Sommerwanderweg.“
                Captain Janeway wurde schwindlig.
                „Und das alles in zwei Räumen im selben Deck … gibt es da keine Platzprobleme?“
                „Oh doch, Captain. Wir mussten gerade kürzlich eine Abstellkammer umfunktionieren, um unseren neuen tropischen Regenwald unterzubringen und mussten den Regenwald über die Sicherheitsgrenzen hinaus komprimieren. Ich war von Anfang an dagegen, fünfundreissigtausend Quadratkilometer und vier Eingeborenenstämme auf vier Quadratmeter zu komrimieren, aber wir hatten leider sonst nirgendwo Platz. Jedenfalls leckt seitdem immer wieder Wasser in das benachbarte Hotelzimmer. Aber da wir seit kurzem dazu übergehen, die Gäste in den neugebauten Hotels in den – wie wir sie nennen – Szenarioräumen selbst unterzubringen, können wir in der Zukunft hoffentlich mit der Komprimierung wieder etwas zurückgehen. Und Kommandant Vomperbach verhandelt noch immer mit Gott über die Erlaubnis, ein oder zwei Dimensionen weglassen zu dürfen, was uns die Arbeit sehr erleichtern würde. Wissen Sie, Jesus hätte gerne eine eigene Fernsehshow, und … ah, da ist jemand, den ich Ihnen unbedingt vorstellen muss …“
                „Hallo, Volker, schön Sie zu sehen“, sagte Han Solo und gab Volker die Hand, „wir sind uns ja schon eine Ewigkeit nicht mehr über den Weg gelaufen.“
                „Immer eine Freude, Sie zu treffen, Volker. Wie geht es Ihnen mit dem Regenwald-Projekt?“ fragte Prinzessin Leia.
                „Oh, wir kommen gut voran und können den Raum wahrscheinlich in zwei Wochen eröffnen, Prinzessin“, sagte Baumkirchen.
                „Das ist eine gute Nachricht“, meinte Han Solo und drückte der Prinzessin einen Kuss auf die Wange.
                „Ja, Chewbacca wird sich sehr freuen, wenn wir ihm das mitteilen können“, lächelte Prinzessin Leia.
                „Han, Prinzessin, wenn ich vorstellen darf … Captain Janeway und Lieutenant Commander Tuvok vom Föderationsraumschiff Voyager.“
                „Angenehm.“
                Sie schüttelten sich gegenseitig die Hände.
                „Leider müssen wir Sie schon wieder verlassen“, meinte Prinzessin Leia, „wir sind mit Harrison Ford und Carrie Fisher zu einem Tennismatch verabredet.“
                „Oh, da fällt mir gerade ein“, meinte Baumkirchen, „dass ich Ihnen schöne Grüsse von Dr. Jones und Dr. Kimble ausrichten soll.“
                „Vielen Dank, Volker“, sagte Han Solo, „und wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Abend.“
                „Aufwiedersehen.“
                Und die beiden verschwanden ebenfalls in dem Holzhaus.
                „Mir scheint, Sie haben ein sehr prominentes Publikum in Ihrem Hotel einquartiert“, bemerkte Captain Janeway.
                „Ja, durchaus“, meinte Volker Baumkirchen und deutete zu den Sitzbänken, die auf der Terasse der Hütte standen, „dort drüben, auf dem zweiten Tisch links, sitzen zum Beispiel die Beatles, Jim Morrison und Walther von der Vogelweide. Soll ich Sie vorstellen?“
                „Das sind keine Mannschaftsangehörigen?“
                „Wie kommen Sie denn darauf? Das sind alles Gäste.“
                „Ich dachte nur … die Uniformen …“
                „Oh, das! Nein, das sind nur Ski-Anoraks, keine Uniformen.“
                „Aha. Nun, ich denke, wir haben für’s erste genug gesehen“, meinte Janeway und warf einen Blick zu Tuvok, der nickte.
                „Wie Sie meinen. Vielleicht wird es das beste sein, wenn Sie jetzt einchecken und Ihre Zimmer beziehen, Captain.“

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                • #9
                  so ... hier mal die nächsten zwei kapitel. viel spass!

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                  • #10
                    Kapitel 4

                    „Willkommen im Raumhotel Andreas Hofer“, lächelte die junge Dame hinter dem Schalter.
                    „Hallo“, sagte Baumkirchen, „das hier sind besondere Gäste, also nur das Feinste für Captain Janeway und ihre Crew.“
                    „Mit Vergnügen! Wir haben noch einige besonders schöne Zimmer im Almwirt frei … das Haus Sonnenschein ist leider ausgebucht, sehe ich gerade. Im Hilton wäre auch noch etwas frei.“
                    „Das klingt ja ganz gut“, sagte Janeway, „was meinen Sie, Paris? Hilton?“
                    „Um ehrlich zu sein“, antwortete Paris, „irgendwas stört mich daran ganz grundlegend.“
                    „Sie haben recht, Paris. Hilton kommt also nicht in Frage. Wie war das andere?“
                    „Das Almwirt ist eines unserer schönsten Gästehäuser, Captain“, meinte Baumkirchen, „direkt neben Piste 2 und nur fünf Minuten von der Bummelmeile entfernt. Ich würde Ihnen das Almwirt empfehlen.“
                    „Alles klar. Also bitte 50 Zimmer im Almwirt.“
                    „Mit Vergnügen!“ lächelte die Rezeptionistin und begann, an ihrem Computer zu tippen.
                    „So, dann werde ich veranlassen, dass man Ihr Gepäck auf die Zimmer bringt. Shrike!“
                    Ein drei Meter grosses, mit Stahldornen gespicktes, vier-armiges Wesen mit glühenden roten Augen materialisierte neben Baumkirchen.
                    „Ah, da bist du ja. Bring bitte das Gepäck von Captain Janeway und ihrer Crew ins Almwirt, ja?“
                    Das Shrike nahm vier Koffer in seine Stahlfinger. Als es die Koffer hochhob, schnitten die Stahlklingen drei der vier Griffe durch, und drei der Koffer fielen mit einem lauten Rumms auf den Boden.
                    „Shrike!“ rief Baumkirchen, „wie oft muss ich dir noch sagen, dass du deine Arbeitshandschuhe tragen sollst? Die Reparaturkosten ziehe ich dir vom Gehalt ab!“
                    Das Shrike verschwand, um nach einer Sekunde am selben Ort wieder aufzutauchen, die vier rasiermesserscharfen Hände in flauschige Wollhandschuhe verpackt.
                    „Es tut mir leid, Captain. Wir werden das natürlich wieder in Ordnung bringen.“
                    „Schon gut, Herr Baumkirchen. Wo müssen wir hin?“
                    „Folgen Sie einfach dem Shrike, Captain.“
                    Das Shrike verschwand.
                    Baumkirchen seufzte.
                    Das Shrike erschien.
                    Baumkirchen schüttelte den Kopf.
                    „Und merk dir endlich, dass die meisten unserer Gäste sich nicht beliebig von Ort zu Ort teleportieren können, ok?“
                    Das Shrike schaffte es, einen sichtlich geknickten Gesichtsausdruck aufzusetzen. Nach ein, zwei Sekunden begann es, schüchtern Richtung Ausgang zu schweben.
                    „Schon besser. Also, wie gesagt, Captain, folgen Sie einfach dem Shrike, es wird sie ins Almwirt bringen. Ich muss jetzt leider einige Dinge erledigen, aber ich werde Sie heute Nachmittag um vier Uhr besuchen, wenn Ihnen das Recht ist. Wir können dann die Tour des Hotels abschliessen.“
                    „Vielen Dank, Herr Baumkirchen“, antwortete Janeway, und zu Paris, Tuvok und dem Doktor: „So, meine Herren, lassen Sie uns unsere Zimmer beziehen. Wir werden uns dann um den Rest der Crew kümmern.“
                    „Aye, Captain.“
                    Nachdem sie die Rezeption verlassen hatten, geschahen die folgenden drei Ereignisse gleichzeitig:
                    Ein Mann mit Brille, Bart und schulterlangen schwarzen Haaren betrat, Selbstgespräche führend, die Rezeption.
                    Jemand sagte: „Psst! Doktor!“
                    Ein blondes Mädchen schrieb eine SMS auf ihrem Blackberry.

                    Nach zehn Minuten Fussmarsch erreichte die kleine Gruppe das Almwirt, eine in Holz und Blumen gefasste Fassade, die an einen kleinen, mit Pflastersteinen ausgelegten und von einem gemütlich vor sich hin plätschernden Springbrunnen dominierten Vorplatz angebaut war. Das Shrike schwebte durch die grosszügig gestaltete Eingangstür in die angenehm kühle Empfangshalle des Gästehauses.
                    Es stellte die Koffer ab und drehte sich um.
                    „Vielen Dank“, meinte Janeway.
                    Das Shrike reichte ihr vier kleine, rosa, pulsierende Kreuze.
                    „?“
                    „Willkommen im Almwirt, Captain!“ sagte eine Stimme.
                    Janeway drehte sich um und sah die braungebrannte junge Frau mit den langen schwarzen Haaren an.
                    „Hallo“, meinte sie.
                    „Ich heisse Lucia, ich arbeite hier als Animatorin und Shuttle-Pilotin. Volker hat mich angewiesen, mich um Sie zu kümmern. Nehmen Sie die Kruziforme ruhig, Captain, das sind Ihre VIP-Ausweise, ich werde Ihnen noch erklären, was Sie damit alles machen können.“
                    „Danke“, sagte Janeway und nahm die vier Insignien aus dem Handschuh des Shrikes.
                    Das Shrike verbeugte sich und verschwand.
                    „Wenn ich vorstellen darf“, sagte Janeway schliesslich zu Lucia, „Lieutenant Paris, Lieutenant Commander Tuvok und ... Doktor? Doktor?“

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                    • #11
                      Kapitel 5

                      An dem rustikalen Holztisch, der in Captain Janeways Quartier als Versammlungstisch diente, herrschte gedrückte Stimmung.
                      „Um noch einmal zusammenzufassen“, sagte der Captain, „wir befinden uns noch nicht einmal drei Stunden an Bord und schon ist der Doktor verschwunden?“
                      Chakotaye nickte betrübt. Das – wie Janeway überrascht festgestellt hatte – echte Holzfeuer im Kamin knisterte leise vor sich hin und verbreitete einen leichten, anheimelnden Brandgeruch in der niedrigen Stube. Neelix schnarchte, in eine dicke Flickendecke gewickelt, leise vor sich hin, während er auf der Holzbank neben dem Kamin seinen Rausch ausschlief und dabei ab und zu rülpste.
                      „Nun denn“, fuhr Janeway fort, „es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als uns aufzuteilen und den Doktor zu suchen. Torres, Kim, Kommandantstellvertreter Baumkirchen wird in etwa 30 Minuten hier auftauchen. Sie gehen mit ihm und versuchen, so viel wie möglich über dieses Schiff herauszufinden. Tuvok, Sie suchen den Doktor auf eigene Faust zusammen mit Neelix, sobald dieser wieder aufgewacht ist. Mischen Sie sich unter die Gäste und halten Sie Neelix von diesem Marillinger fern. Chakotaye, Sie kommen mit mir und wir suchen ebenso auf eigene Faust. Gut. Wir beginnen, sobald Baumkirchen hier auftaucht. In der Zwischenzeit versuchen wir noch einmal, alles zusammenzufassen, was wir über dieses Schiff – Hotel – was auch immer es ist, wissen.“
                      „Das Örtchen Kuuuufsteeeiiin …“, intonierte Neelix leise und drehte sich um.
                      „Was?“ fragte Janeway.
                      „Neelix hat offenbar die hiesige Folklore studiert“, mutmasste Chakotaye.
                      „Das können Sie laut sagen.“
                      „NEELIX HAT OFFENBAR DIE HIESIGE FOLKLORE STUDIERT.“
                      „Wer war das?“
                      Ausdruckslose Gesichter säumten den Holztisch.
                      „Wenn ich im Moment etwas nicht brauchen kann, dann ist das, dass die Mitglieder dieser Crew sich plötzlich einbilden, Komiker zu sein. Wir sind hier nicht zum Spass, verstanden?“
                      Sie lehnte sich in ihren Sessel zurück.
                      „Und – nur mal so für’s Protokoll: Verarschen kann ich mich selber“, fügte sie hinzu.
                      „Hört, hört.“
                      „Wer …“, fauchte Janeway.
                      „… Kuuuuufsteeeeiiiiiin …“
                      „Wenn ich rausfinde, wer dieser Witzbold ist, dann setz ich ihm die Rationen ab! Der kann Gelpacks fressen, bis wir Babylon 5 erreichen!“ tobte Janeway.
                      „Was?“
                      „Wie?“
                      „Sie erwähnten gerade Babylon 5.“
                      „Nein, habe ich nicht. Und wer zur Hölle sind Sie eigentlich und was haben Sie hier zu suchen?“
                      „Mein Name ist Dr. Gaius Baltar und ich habe nichts gemacht.“
                      „Gehen Sie bitte.“
                      Dr. Baltar stand auf und verliess den Raum.
                      „… Kuuuuuuuuuuuuuufsteeeeeeeeiiiiiiiiiiin …“
                      „Bin ich hier nur von Irren umgeben oder wie?“
                      „Offensichtlich, Captain“, bemerkte Tuvok, „ich habe eine Analyse der Gehirnwellen-modulationsfrequenzmatrizenkonfigurationsdiffernzamplitudenkoeffizienten der Crew vorgenommen und muss in der Tat feststellen, dass …“
                      „Das war eine rhetorische Frage, Tuvok.“
                      „Aye, Captain. Wenn ich allerdings vorschlagen darf …“
                      „Dürfen Sie nicht. Sie dürfen sich dort in die Ecke stellen und den Mund halten.“
                      „Aber …“
                      „Aus!“
                      „Ich …“
                      „Schscht!“
                      „We…“
                      „Still!“
                      „V…“
                      „Mrks!“
                      Es folgte eine kurze Pause.
                      „…“
                      Janeway sprang auf und schrie Tuvok an:
                      „Jetzt verzieh dich endlich in deine Ecke, du Drecks-Vulkanier, ich hab jetzt gestrichen die Nase voll von dem Verein hier, ich reiss euch eure dummen Visagen aus, ihr seid ja so hohl im Schädel, aus den schwarzen Löchern in euren Birnen krieg ich genug Antimaterie raus, damit kann ich nach Ferenginar und wieder zurück fliegen und den Rest stopf ich in einen Torpedo und schiess euch Knalltüten damit in die nächste Nova, ihr seid ja wohl alle zusammen im Witzbold-Monat aus dem Arsch der Föderation gekrochen, oder wie? Ist das denn zu fassen? Ihr seid mit Abstand die strunzdümmsten Arschgesichter, die in diesem oder jedem auch nur im Ansatz denkbaren Universum vorstellbar sind!“
                      „Mit Verlaub, Captain, die eben von Ihnen gewählte Titulierung ist eher den Bewohnern des Planeten Strunzdumm VII zuzugestehen, die üblicherweise auf ihrem Antlitz zu sitzen pflegen und …“, begann Tuvok, als Captain Janeway Luft holen musste, aber ein böser Blick von Janeway brachte ihn zum Schweigen.
                      Er schlich in die Ecke und starrte gegen die Wand. In die darauffolgende Stille mischte sich leise das Klicken einer Tastatur.
                      „Und was haben Sie jetzt wieder für eine Idee, Chakotay?“
                      Chakotay blickte von seinem Laptop auf.
                      „Ich habe gerade ein Subraum-WLAN-Feld in diesem Zimmer geortet.“
                      „Und?“
                      „Ich dachte, wenn wir schon den Doktor suchen … Sie wissen schon … man weiss ja nie, was man bei Google alles findet …“
                      „RRRAAAUUUUSSSS HHHIIIIIEEEEERRRRRR!!!!!!!! ALLE RRRAAAAUUUUSSS HIIIIIEEEEERRRR!!!!!!!!!!!“

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