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    Die folgende Geschichte mutet auf den ersten Blick vielleicht seltsam an, wie eine krude Mischung von CF und Lovecraft, aber ich wollte mal eine etwas blutigere Mischung.
    Die Geschichte eignet sich somit nicht für sehr romantische Seelen, hier geht es nach einer Weile so ziemlich ans Eingemachte, es wird viel Blut fließen und es werden auch schon mal Eingeweide herumgeworfen.
    Die Hintergrundgeschichte lehnt an eine sehr berühmte Lovecraft-Geschichte an, die ich hier nicht explizit nenne, um die Spannung hoch zu halten. Bei Nachfragen, gern eine PN an mich.
    Die Figuren gehören zum Teil Edmund Hamilton, der Ort der Geschichte und Vorgeschichte Lovecraft, aber die neue Story um den neuen Horror um Providence mir!
    Anders als Hamilton und viele andere Schriftsteller lag Lovecraft selber nicht so viel an Urheberrechten, ihm ging es darum Geschichten zu erzählen und andere durften sich seine Orte gern ausleihen, das bewundere ich neben dem schriftstellerischem Genie bei Lovecraft besonders.
    Zum Titel inspiriert hat mich übrigens der Titel eines Liedes der „Sisters of Mercy“ und zwar „Ribbons“.



    earthquake

    Incoming






    Es schlief.
    Es ruhte schon lange in der Erde.
    Natürlich hatte es das unbändige Verlangen seine krummen Klauen, die lang waren wie Messer, in neue Opfer zu schlagen, aber damit es aufwachen konnte, um dies zu tun, mussten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
    Irgendwann würde es soweit sein.
    Nein, es war noch nicht vergessen.
    Es hatte Spuren hinterlassen, damit jemand entweder skrupelloses oder extrem dummes ihn aufweckte.
    Die Erde um es herum lebte und krabbelte, das würde es auch irgendwann wieder...
    Bald...
    ****


    Joan schloss die Tür zu ihrer Wohnung in einem der schöneren Tower in New York auf. Es war Licht an.
    „Hallo Ken!“, rief sie in den Flur.
    Heran eilende Schritte waren zu hören.
    Ken tauchte lächelnd im Flur auf, als Joan ihre klamme Jacke an der Garderobe auf hängte. Es war noch nicht sehr kalt draußen, aber der beginnende Herbst brachte einiges an Regen mit sich.
    „Hallo Joan! Schön, dass du heute so früh da bist. Dann können wir ja noch zusammen kochen!“, begrüßte Ken sie.
    Joan nahm ihre Tragetasche wieder auf, die sie abgelegt hatte, um die Jacke auszuziehen.
    „Genau! Ich habe alles nötige eingekauft!“
    Zusammen mit ihrem Adoptivsohn ging Joan in die modern eingerichtete Küche. Sie wusste, dass andere Singels in ihrem Alter zwar genau wie sie eine hoch Glanz-Küche besaßen, doch im Gegensatz zu ihnen benutzte Joan die Küche oft. Natürlich war Ken in einer Ganztagsschule untergebracht, wo er auch ein warmes Mittagessen bekam und sogar im Internat bleiben konnte, aber sie nutzte das gemeinsame Zubereiten des Abendessens dazu, mit Ken etwas gesundes herzurichten.
    Aber darum ging es der jungen Frau nur in zweiter Linie. Die gemeinsame Zeit in der Küche gab ihr Gelegenheit mit Ken über seinen und ihren Alltag zu sprechen, über Begebenheiten, Sorgen, Ärger oder Anekdoten.
    Joan genoss diese Zeit sehr und auch wenn Ken schon mal darüber jammerte, dass Gemüseschnippeln echt öde war, so glaubte sie doch zu erkennen, dass Ken diesen Austausch doch brauchte.
    „Und hat Curtis sich gemeldet?“, fragte Ken ein Stück rohe Möhre kauend.
    „Nein!“ Innerlich seufzte sie.
    „Ist das eigentlich in Ordnung, dass er sich immer noch wie ein Junggeselle verhält, obwohl er für mich mit sorgen müsste?“
    „Nein, das ist es nicht, da hast du sicherlich recht, aber...“, Ken unterbrach sie Augen rollend:
    „Jaja, ich weiß! Vielleicht sollte ich mal so richtig Blödsinn verzapfen, dann kann er zur Abwechslung mal mich retten!“
    Joan lachte über den Scherz, der aber einen wahren Kern hatte. Ihr Lachen nahm allem die Schärfe. Ken fiel mit ein.
    In der Nacht wurde sie durch eine Berührung geweckt, eine zärtliche Berührung.
    Jemand war unter ihre Decke geschlüpft. Derjenige war nackt, genau wie sie.
    Joan seufzte erkennend auf.
    „Schläfst du?“, fragte eine tiefe flüsternde Stimme nahe an ihrem Ohr.
    Joan lächelte im Halbschlaf.
    „Nicht mehr!“, erwiderte sie. Joan hatte ihr Gesicht der Stimme zugewandt. In der Schwärze der Nacht fanden ihre Lippen sich. Sein Mund war weich, genauso wie seine streichelnden Hände.
    Curtis ließ sich Zeit, obwohl sie sich nun eine Woche nicht gesehen hatten und ihre Begierde gestillt werden wollte.
    Ihre Küsse waren unendlich, die Erregung machte sie atemlos.
    Wie Wellen am Strand wuchs ihre Leidenschaft, immer ein Stückchen höher, sie hatten alle Zeit der Welt...
    Joan spürte in der Dunkelheit seine starken Muskeln unter ihren Fingern, die alle Sicherheit versprachen, die man sich nur wünschen konnte.
    „Ich...“, wisperte sie wimmernd.
    „Tsch, es ist gut!“
    Das war es noch nicht, es dauerte nicht lange und sie überkam die zweite Welle, nicht mehr so heftig wie die erste, aber immer noch mitreißend.
    Curts Hand fuhr über ihre Seite, als sie auf der Seite liegend in seinen Armen weg schlummerte.
    ...

    "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

  • #2
    Wow, das geht doch schon mal richtig gut los! Bin gespannt wie ein Flitzebogen wo dass hinführt und wo der Grusel anfängt. Grusel ist guut👌

    Freaky T

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    • #3
      Grusel ist seeehr gut - da kann ich Freaky T nur zustimmen
      Was ist das für ein Wesen, welches da in der Erde schlummert? Wie sieht es aus? Was hat es früher gemacht (außer seine Klauen in irgendwelche Opfer geschlagen)? Ich will einen kompletten Lebenslauf, Wohnort etc.
      Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

      Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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      • #4
        Du bist mir vielleicht ein Schelm....

        Völlig ahnungslos mache ich kurz nach dem Frühstück - noch im Schlafanzug - meine emails auf...
        Wenn ich nicht arbeiten müsset, könnte ich glatt wieder ins Bett huschen...

        Ist das Schlafzimmer schallisoliert? Mit einem Jugendlichen nebenan? Die hören ALLES!!!


        Mir sagt jetzt Lovecraft gar nix. Fantasy?
        Zuletzt geändert von avatax; 12.08.2017, 08:38.
        ZUKUNFT -
        das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
        Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
        Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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        • #5
          Zitat von Twister-Sister Beitrag anzeigen
          Grusel ist seeehr gut - da kann ich Freaky T nur zustimmen
          Was ist das für ein Wesen, welches da in der Erde schlummert? Wie sieht es aus? Was hat es früher gemacht (außer seine Klauen in irgendwelche Opfer geschlagen)? Ich will einen kompletten Lebenslauf, Wohnort etc.

          Wir werden eine ganze Menge erfahren! Wohnort im Moment in Providence! Der Lebenslauf? Den bekommen wir noch!

          Ist das Schlafzimmer schallisoliert? Mit einem Jugendlichen nebenan? Die hören ALLES!!!
          Hihi, ich weiß nicht, ob sie daran gedacht haben!
          Naja und wenn schon, zumindest weiß man dann, dass die lieben Eltern sich noch mögen!

          Mir sagt jetzt Lovecraft gar nix. Fantasy? ]
          Horror, ganz klar! Er gehört zu den "Erfindern" des modernen Horrors, mit Außerirdischen, ähhh, mit Tentakeln und so!
          https://de.wikipedia.org/wiki/H._P._Lovecraft
          Ja, es wird etwas brutal zugehen!
          "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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          • #6
            Ah okay... fehlen noch die Gehaltsvorstellungen und wann besagte Kreatur anfangen kann Es sei denn, sie will bei der Regierung anfangen - da gibt es keine Verhandlungsbasis, was das Gehalt angeht. Daher muss Herr Newton nebenher auch Patente verkaufen etc. um sich einen derart luxoriösen Lebenstil leisten zu können. Andererseits ist sind die meisten Monster diesbezüglich weniger anspruchsvoll... ich habe zumindest noch nie von einem gehört, dass eine Villa etc. sein Eigen nennt.
            Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

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            • #7
              So, ein bisschen Geplänkel, bis es ernst wird!

              INCOMING

              Ken gab Joan einen Kuss auf die Wange.
              „Bis heute Abend!“
              Curtis gab er nur einen grinsenden Klaps auf die Schulter, als er sich von ihm verabschiedete.
              „Bis bald! Kommst du am Wochenende zu meinem Spiel?“
              Curtis sah Ken offen an.
              „Ich komme gern, wenn...“, doch Ken winkte wissend ab.
              „Wenn nichts dazwischen kommt!“, stöhnte der Junge.
              Curtis lächelte entschuldigend.
              „Halt die Ohren steif!“
              „Sag so etwas bloß nicht vor meinen Freunden! Die lachen sich schlapp!“
              Damit war der Junge, aus der großen Küche, in der sie auch aßen, so wie gerade jetzt, verschwunden. Joan kicherte.
              „Na was? Ich fand den Spruch immer gut!“ Verteidigte Curtis sich lächelnd.
              Anders als sonst, hatte es heute Morgen Brötchen gegeben. Es war für Joan und Ken ein besonderer Tag, wenn Curtis zum Frühstück da war, da gab es dann ein anständiges Frühstück.
              Joan blickte Curtis mit ihren großen blauen Augen zärtlich an. Ihr ganzer Körper fühlte sich noch wunderbar an, erfrischt, ausgeglichen, beglückt...
              Curtis erwiderte den Blick lange.
              „Es geht dir gut?!“, stellte er leise fest.
              „Sehr!“
              Curtis lächelte weich.
              „Du siehst viel zu selten so gut aus!“
              Joan lachte.
              „Du bist zu selten da!“
              Curtis nahm ihre Hand in seine. Langsam führte er sie zur Nase. Ihre Finger rochen nach den leckeren Brötchen.
              „Ich versuche mich zu bessern!“, versprach er leise.
              „Wie sooft schon!“ Es lag aber keine Bitternis in ihrer Stimme. Bis jetzt hatte sie es immer noch leicht verkraftet, dass sie sich nur sporadisch sahen, denn ihr Leben war ausgefüllt mit ihrer anspruchsvollen Anstellung bei der Geheimpolizei, Ken, ihrer Familie und ihrem heimlichen Liebhaber. Noch reichte es.
              Curts graue Augen musterten sie nachdenklich.
              „Du musst dir keine Sorgen machen! Ich bin im Augenblick sehr glücklich!“, bekräftigte Joan nochmal.
              Curtis ließ ihre Hand seufzend sinken.
              „Aber irgendwann muss ich mich entscheiden und Ernst machen!“
              Joans Hand strich über seine Wange.
              „Setz dich und mich nicht unnötig unter Druck!“, lächelte sie.
              Curtis nickte.
              „Was macht die Arbeit?“
              „Nichts besonderes. Ich muss heute raus nach Providence. Im Umkreis der Stadt ist es zu einer statistisch überhöhten Anzahl von Vermissten gekommen. Ich seh mir das mal an!“
              Curtis fixierte sie fest. Joan lachte.
              „Nun bitte mich nicht wieder vorsichtig zu sein! Das bin ich immer! Außerdem ist das ein Dorf, das ich gut kenne. Das ist nichts gefährliches, nur ein Rauschen im Blätterwald! Die Leute sind wahrscheinlich nur umgezogen, ohne sich umzumelden!“
              Curtis wog zweifelnd den Kopf hin und her. Joan lachte leise.
              „Über Risiken musst du mit mir nicht streiten! Komm ich bring dich zur Comet zurück und stelle mich dann im PD Providence vor!“
              Curtis beobachtete ihr Profil während der Fahrt.
              „Deine Familie lebt immer noch in Providence!?“, fragte er zögerlich.
              Joan lächelte.
              „Wenn du dich schon getraut hättest sie kennen zu lernen, wüsstest du, dass nur noch meine Eltern dort leben. Mein Bruder Steve und Maggi leben schon lange woanders!“
              Curtis seufzte ertappt.
              „Du weißt, dass ich mit menschlichen Kontakten zurückhaltend bin! Das ist eines meiner wenigen Mankos!“
              „Ist schon okay, ich verstehe dich gut! Trotzdem denk immer daran, dass diese Menschen toll sein müssen, sie haben schließlich eine so tolle Frau zustande gebracht!“
              Curtis schmunzelte.
              Sie hatten den Flughafen erreicht. Joan setzte ihn im Restricted Area ab, zu dem sie Zugang hatte. Curtis drückte ihr keinen Kuss auf die Wange: Keine Zärtlichkeiten außerhalb sicherer Häuser. Er steckte den rothaarigen Kopf nochmal in den Wagen.
              „Ich vermisse dich! Pass gut auf dich auf!“
              „Mache ich. Ich werde nicht jeden Abend zuhause sein können!“
              Curtis nickte.
              „Solange ich Zeit habe kümmer ich mich um Ken!“, versprach Curtis.
              „Danke! Mach´s gut!“
              Seine grauen Augen funkelten sie an.
              „Du auch!“
              Dann war die Tür zu. Joan flog nach Providence, dass im Zeitalter der Raumfahrt nur noch ein Vorort von New York war.
              Wenn möglich, wollte sie abends heimkehren, aber erst musste sie sich einarbeiten. Sie kannte Providence sehr gut, schließlich war sie hier aufgewachsen. Providence war anders als New York. Natürlich kannte man auch hier nicht jeden, aber die Strukturen waren kleinstädtischer. Joan hatte eigentlich viele schöne Erinnerungen an ihre Kindheit. Klar, die ein oder andere Niederlage hatte sie auch einstecken müssen, so wie jeder andere, aber es war schön gewesen, grün, mit Gärten, Freundinnen...
              Erst vor kurzem hatte sie erfahren, dass Curtis gar nicht so weit weg von Providence auch einen Teil seiner Kindheit verbracht hatte, einen angenehmen, seine Ferien, in der Festung, die sein Vater in den Adirondack Mountain gebaut hatte.
              Der Gedanke ließ sie lächeln.

              ...
              "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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              • #8
                Mit menschlichen Kontakten zurückhalten? Der war gut.
                Oh ja, so kennen wir ihn.

                Kleine Nebenfrage. Wenn frische Brötchen ein seltenes ordentliches Frühstück sind, was gibt's denn dann im Alltag bei Joan und Ken?
                ZUKUNFT -
                das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                • #9
                  Müsli!
                  Genau wie bei uns!
                  Echtes Müsli, mit Haferflocken!
                  "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                  • #10
                    Kommen Sie nach Providence: Eine Kleinstadt in landschaftlich reizvoller Lage, guter Luft und interessanten... ähm... Zeitgenossen. Also beim Thema Festung in einem Berg, da muss ich jetzt doch irgendwie an Batman denken (auch wenn dessen Villa nicht direkt in einen Berg gemeiselt war - höchstens der wahrhaft interessante Keller mit verdammt viel Platz
                    Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

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                    • #11
                      INCOMING


                      Joan fuhr durch die vertrauten Gassen. Einen Besuch bei ihren Eltern verschob sie noch, dazu war zwischendurch immer noch Zeit.

                      Das Police Departement war in der Nähe des Zentrums, wo früher der große Markt gewesen war. New York war natürlich bekannter, aber hier hatte es in Nordamerika die größte Kirmes gegeben. Joan liebte die Kirmes, das bunte Treiben, die Lichter, die Gerüche.
                      Nach dem Aussteigen zog sie ihren Rock glatt, den sie heute ausnahmsweise trug. Das PD war in einem alten Backsteingebäude untergebracht, das eingebunden war in eine moderne Struktur, da der Platz irgendwann nicht mehr ausgereicht hätte.
                      Joan zeigte dem Pförtner ihren Ausweis. Er war älter, sicher kurz vor der Rente. Freundlich begrüßte er sie und erklärte ihr den Weg. Joan lief grüßend durch die Gänge. Es schien eine gute Führungsebene zu geben, denn alles war hier auf dem neuesten Stand. Das ließ sich ja schon mal gut an.
                      Sie klopfte an die Tür, wo Sekretariat des Polizeichefs Cooper draufstand. Eine freundliche Frauenstimme bat sie herein. Mrs. Rosenbaum war die fleischgewordene Vorstellung einer Sekretärin im mittleren Alter, kurzes, gut frisiertes blondes Haar, nicht so hell wie Joans, Brille, freundlich, aber bestimmt.
                      „Ah, sie müssen Miss Landor aus New York sein!“ Mrs. Rosenbaum reichte ihr hinter dem großen Schreibtisch hervorkommend die Hand.
                      Joan drückte die schmale Hand.
                      „Genau! Kann ich Commissioner Cooper sprechen?“
                      „Natürlich, er erwartet sie!“
                      Damit geleitete Mrs. Rosenbaum sie zur Tür, die sie öffnete. Nun war der Weg frei für einen Blick in das große Büro.
                      Joan trat ein. Ein großer, schwarzhaariger Mann war von seinem Schreibtischstuhl aufgestanden. Joan stutzte leicht.
                      „Commissioner, das ist Miss Landor, aus der Zentrale!“
                      Cooper kam freudestrahlend auf sie zu.
                      „Ich kann es kaum glauben, du erkennst mich nicht! Ich bin´s: James Cooper, Jamie!“ Er drückte ihre Hand fest, während seine grüne Augen sie anstrahlten.
                      „Jamie?! Ja, natürlich, nun erkenne ich dich!“, lächelte Joan.
                      „Danke Mrs. Rosenbaum! Bringen sie uns nun bitte den Kaffee!“, damit schickte Cooper seine Sekretärin hinaus.
                      „Lass dich ansehen! Du siehst phantastisch aus, besser als ich dich in Erinnerung hatte und schon in der High Scool warst du das schönste Mädchen deines Jahrgangs!“
                      Joan nahm automatisch etwas Distanz zu ihm auf.
                      „Es gab ja zum Glück noch andere Jahrgänge!“, konterte sie trocken.
                      „Und so clever! Setz dich doch!“
                      Sie setzten sich beide an den Schreibtisch, Joan in einem gemütlichen Sessel. Coopers Augen musterten sie genau.
                      „Wie geht es dir? Ist es dir gut ergangen?“ Ganz kurz nur reflektierte sie die Frage ehrlich. Was sie alles erlebt und gesehen hatte! Fremde Welten, andere Zeiten, tiefe Liebe...
                      Joan lächelte.
                      „Ich bin sehr glücklich und viel herumgekommen!“
                      Jamies Augen fixierten sie schärfer. Oh, ja, er war ein kluger Mann, sie durfte nicht den Fehler machen ihn zu unterschätzen.
                      „Schön! Naturgemäß gibt deine Personalakte nicht viel her, aber es halten sich hartnäckig Gerüchte!“
                      „Gerüchte?!“ nun war Joan ehrlich erstaunt.
                      Die Tür öffnete sich. Mrs. Rosenbaum brachte den Kaffee, dem sie sich widmeten, bis die Sekretärin den Raum verlassen hatte. Jamies grüne Augen fixierten sie gefährlich.
                      „Dass du in die ein oder andere Aktion mit Captain Future und seiner Crew verwickelt warst!“
                      Joan prustete.
                      „Sagt man das, das ist ja höchst schmeichelhaft!“
                      „Die Megara-Katastrophe, die Zaro-Affäre...“, Joan unterbrach ihn abwinkend.
                      „Glaub mir, damit hatte ich nur am Rande zu tun! Terrorabwehr und knifflige Fälle sind eher mein Metier!“
                      Jamie lächelte wissend.
                      „Dann wirst du an diesem Fall deine Freude haben! Völlig verhext dieses Verschwinden von Menschen!“
                      Joan horchte auf.
                      „Lass nur, das soll dir Louis gleich erklären!“
                      Jamie sah sie eine Weile an. Er war attraktiv, sicher hatte er Frau, Familie, Kinder...Der Gedanke gab ihr einen Stich. All das hatte sie noch nicht, aber bald...
                      „Louis ist schon auf dem Weg hier her. Mein bester Mann. Geh pfleglich mit ihm um, er ist verheiratet, verdreh ihm nicht den Kopf Miss Landor!“, mahnte Cooper.
                      „Ich werde mich zurückhalten! Ich bin gut, was meinen Job angeht!“
                      „Eigentlich wollte ich wissen, ob du vergeben bist!“, gab Jamie offen zu.
                      „Ja!“, das kam so prompt, dass Jamie sie erstaunt ansah.
                      „Schade!“
                      ****
                      "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                      • #12
                        Oha. Da will es einer aber ganz genau wissen. Tja wirklich ein Pech, dass Joan schon vergeben ist.
                        Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                        Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                        • #13
                          Das ist manchmal gar nicht sooooo sicher, wie du aus der Spelunke weisst und aktuell ja auch in "Getrennte Wege". Zwinker.
                          ZUKUNFT -
                          das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                          Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                          Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                          • #14
                            Zitat von Twister-Sister Beitrag anzeigen
                            Oha. Da will es einer aber ganz genau wissen. Tja wirklich ein Pech, dass Joan schon vergeben ist.
                            Ohne groß spoilern zu wollen, dieses Mal ist Joan schon ziemlich vergeben...
                            Nun geht es an den mysteriösen Fall!
                            "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                            • #15
                              INCOMING


                              Louis Vernon war älter als sie und Jamie. Joan hatte sich schnell über ihn erkundigt. 52 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, ein Junge, ein Mädchen, beide fast erwachsen. Louis hatte mehrere Auszeichnungen erhalten, schien aber eine sehr gesunde Bodenhaftung zu besitzen.

                              Solche Leute konnte Joan gut gebrauchen, denn sie legten sehr großen Wert darauf zu überleben. Joan brauchte nicht noch mehr Helden, einer an ihrer Seite war genug. Im Grunde genommen war Joan froh, dass sie nun ohne Curtis arbeitete. Das hier war nur ein normaler Kriminalfall.
                              Vernons Büro diente auch seinen Mitarbeitern als Treff. Vernon hatte sie dem Team aus vier Personen kurz vorgestellt, betont, dass sie die Stadt kannte. Mehr brauchte vorerst niemand zu wissen.
                              Vernon zeigte ihr die Karte, auf der markiert war, wann, welche Person verschwunden war. Raynold Meyer, ein junger Mann aus dem Team, erläuterte dazu das, was man wusste. Es gab zwischen den verschwundenen Personen keinen offensichtlichen Zusammenhang. Geschlecht, Alter, sozialer Status, alles unterschied sich.
                              Sie saßen an Vernons Schreibtisch, die Karte fixierend.
                              „Waren alle zu Fuß unterwegs? Oder mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln, Wagen, Fahrrad?“, fragte Joan in die Stille.
                              Vernon ihr gegenüber runzelte die Stirn nach der Frage.
                              Meyer sah in seinem Programm nach.
                              „Von den 53 Vermissten waren 45 zu Fuß unterwegs. Acht fuhren mit ihrem eigenen Wagen, als sie verschwanden!“
                              Joan starrte die Karte an.
                              „Fußgänger! Leute mit einem Ziel! Berufstätige, Studenten!“, murmelte Joan. Sie war aufgestanden und zur Karte gegangen.
                              „Raynold, können sie mir bitte den ersten Fall kurz schildern!“, bat Joan den jungen Mann.
                              Meyer nickte.
                              „Peter LeKlerk, 45 Jahre alt, männlich. War wie jeden Abend auf dem Weg von der Arbeit zur U-Bahn Haltestelle Punxetet. Er nahm immer die Bahn um 18.45 Uhr und die Kollegen sagten übereinstimmend aus, dass er pünktlich gegangen ist!“
                              Joan starrte den Plan an.
                              „Was hat dich aufgehalten Peter, nachhause zu fahren, zu deiner Frau und deinen drei Kindern? Hat dich jemand angesprochen? Hast du spontan beschlossen auszusteigen? Hattest du einen Unfall?“, redete Joan mit sich selbst.
                              Joan blickte Vernon an.
                              „Kann ich sein Foto sehen?!“
                              Vernon tippte am C-Board, die Karte machte einem Foto Platz. Ein sympathischer, dunkelhaariger Mann mit braunen Augen.
                              „Nein! Er ist nicht freiwillig verschwunden“, entschied Joan aus dem Bauch heraus.
                              „Zeigen sie mir den Weg, den er gegangen ist“, wies Joan Louis an, der dieser Anweisung folge leistete.
                              Joan dachte kurz nach.
                              „Ich würde den Weg gern abgehen! Ist es möglich, dass mich jemand begleitet?“
                              „Natürlich Joan! Lassen sie uns gehen! Unterwegs können wir Lunch machen!“, schlug Louis vor. Joan lächelte. Ja, das konnte neben der Arbeit noch ganz nett werden, so ein Spaziergang durch ihre alte Heimat!

                              ...
                              "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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