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Captain Future - Getrennte Wege

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  • Captain Future - Getrennte Wege

    Auf Wunsch eines Forenmitgliedes!



    Die Figuren dieser Geschichte gehören E. Hamilton, die Rechte an der Geschichte mir.
    Mit dieser Geschichte verfolge ich zudem keinerlei finanzielle Interessen, sie dienen lediglich als Fan-Fiction zur Unterhaltung und Diskussionsgrundlage von Fans in diesem Forum.


    earthquake
    Getrennte Wege










    Er war nicht tot, noch nicht.
    Es tat weh. Farben und Geräusche durchquerten seinen explodierenden Schädel, schnell und kreischend, bevor sein Leben ein ruhiger und roter Fluss wurde.
    Curtis ließ sich treiben, was ansonsten nicht seine Art war.
    Er war neugierig, was ihn rastlos voran trieb, zielstrebig, was die Neugier konstruktiv vervollständigte.
    Nun lag er lange reglos da, weil die geringste Bewegung Schmerz bedeutete. Nur langsam sickerte die Realität in sein Bewusstsein. Es roch nach sauberen Laken. Leise Instrumente summten oder fiepten vor sich hin. Er war in Sicherheit.
    Eine weiche Hand war da, die sich von denen unterschied, die Schläuche in ihn rein- und rauszogen, Nadeln, Pflaster beseitigten...
    Der Gedanke beruhigte ihn nicht nur, machte ihn ganz trunken vor Glück. Sie war da, Joan war bei ihm.
    Mehr brauchte er nun nicht, nur ihre Nähe, ihre Hand.
    ****



    Sobald er Joans Anwesenheit in seinem wehrlosen Zustand registrierte, erfüllte ihn dieses warme, zärtliche Gefühl, es war untrennbar mit ihr verbunden. Die anderen waren ihm ebenfalls wichtig, aber niemand konnte mit einer einzigen Berührung dieses Gefühl in ihm hervorrufen. Allein wenn er nur in ihre blauen Augen sah, war das wie ein Sonnenaufgang an einem schönen Sommertag.
    Wochenlang war sie so gut wie gar nicht von seiner Seite gewichen und da seine Genesung von fundamentalem Interesse für Staat und Gesellschaft war, war das für Joan auch machbar gewesen. Ihre Vorgesetzten hatten Joan darin bestärkt, sich um ihn zu kümmern. Es ging ihm zweifelsfrei besser. Bis er seine alte Konstitution erreichen würde, würde es noch Monate dauern, aber er hatte es überlebt, konnte sogar schon das Bett wieder verlassen.
    Er wurde verlegt, da nun die Anschlussrehabilitation begann. Für zwei Tage wollte er aber „zuhause“ sein, in der „Comet“, die neben der Mondbasis sein „mobiles“ Heim war.
    Otto hatte ihm Joans Ankunft mitgeteilt. Curtis eilte zum Gemeinschaftsraum in seinem alten Tempo los, aber nach ein paar Schritten brach ihm der Schweiß aus, das Herz hämmerte ihm in der Brust, langsam, mahnte er sich.
    Lächelnd öffnete er die Tür. Joan stand neben dem hellen Sofa, auf dem sie oft zusammengesessen hatten, um taktische Probleme zu wälzen. Das helle Haar trug sie offen. Ihre blauen Augen erwiderten seinen Blick, aber sie strahlten nicht, wirkten dunkler, umwölkter als sonst. Curtis umarmte sie herzlich.
    „Hallo Joan“, seine Stimme war einen Ton dunkler als sonst, aber weich.
    „Hallo Curtis!“ Sie trennten sich, er blickte ihr in das blasse Gesicht.
    „Ich hoffe, du hast nur spontan beschlossen herzukommen und noch keine neue Arbeit mitgebracht“, schmunzelte Curtis zärtlich. Er hatte sie etwas aufziehen wollen, doch der Witz erreichte Joan nicht. Joan zögerte, ihre Augenlider flatterten etwas. Sie machte einen Schritt von ihm weg. Curtis runzelte irritiert die Stirn. Er war ein Autist im Lesen von Gefühlen in Joans Gesicht, gerade weil sie ihm so nahe stand, konnte er ihr Mienenspiel oft nicht dekodieren.
    „Nein, keine neue Arbeit“, sagte Joan mit müder Stimme. Curtis hob eine Augenbraue, seine graue Iris wurde heller, wachsamer. Irgendetwas stimmte nicht!


    ...
    Zuletzt geändert von earthquake; 24.08.2017, 10:10.
    "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

  • #2
    Oh super.
    Ich freue mich drauf, das nochmal zu lesen. Ist ja schon ein paar Jährchen her..
    ZUKUNFT -
    das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
    Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
    Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

    Kommentar


    • #3
      Hi Earthy,
      Ich freu mich riesig dass du diese FF hier eingestellt hast. 😃Ich bin mächtig gespannt. 🤗
      Das geht ja schon mal gut an. C ist verletzt und J ist bei ihm. Guuut ...😍
      Hoffentlich gehts bald weiter.

      Liebe Grüße
      Freaky T

      Kommentar


      • #4
        So, hier ein Häppchen für Freaky T! Aber es ist nicht leicht verdaulich!


        Getrennte Wege


        ...
        Joan presste die Lippen zusammen. Sie blickte ihn nun offen an, in ihren Augen lag ein dumpfer, pochender Schmerz.

        „Bist du dir eigentlich im Klaren darüber, dass du fast gestorben wärst?“
        Curtis atmete durch die Nase aus. Ganz ruhig bleiben alter Junge!
        „Es ist doch alles okay Joan. Was ist denn los?“ Er wollte sie wieder an sich ziehen, doch Joan schüttelte den Kopf, ihr Körper machte zwei Schritte von ihm weg. Nein, die Nummer vom Ignorieren durch Zuwendung wollte sie ihm nun nicht durchgehen lassen. Curts Augen funkelten sie vorwurfsvoll an.
        „Nein“, murmelte Joan leise. „Ich weiß, du hast überlebt, das wievielte Mal war es eigentlich? Es geht dir wieder besser und nicht nur du willst vergessen, was passiert ist. Alle wollen das! Alle wollen, dass es so weitergeht wie bisher“, fügte sie bitter hinzu.
        Ihre Worte schienen die Wunden wieder aufzureißen, sie verursachten ihm Schmerzen, aber er war ihr deshalb nicht böse. Joan hatte große Ängste und Leid an seinem Krankenbett gefühlt und sie musste es aussprechen, aber mehr wollte er ihr nicht zugestehen. Curtis setzte zu einer Erwiderung an, aber Joan sah ihn unerbittlich an.
        „Das kann es nicht Curtis! Es wird schlimmer werden! Nun bist du noch einigermaßen heil herausgekommen, aber es wird der nächste verheerende Unfall oder Anschlag kommen! Du hast Glück gehabt, aber das kann nicht ewig so weitergehen!“
        Curtis war kalt geworden, aber er zwang sich zur Ruhe. Er bemerkte mit einer Gänsehaut, dass sein analytischer Verstand begann sein taktisches Programm aufzurufen wie bei einem Gegner, Joan war plötzlich sein Feind, ein Gegner wie jeder andere und er war ihnen allen verbal überlegen.
        „Ich werde besser aufpassen und Simon wird mit mir neue Sicherungskonzepte erarbeiten! Es wird nicht wieder vorkommen“, versprach er reumütig. Joan seufzte resigniert. Er hatte sie!
        „Ich muss weitermachen! Du weißt, dass ich jetzt nicht aussteigen kann, aber die Gelegenheit wird kommen!“ Joan hatte ihn nicht aus den Augen gelassen.
        „Wann?“ Curtis lächelte zärtlich.
        „Bald!“ Joan schüttelte den Kopf. Ihre Augen sahen traurig zu ihm herüber. Curtis fröstelte.
        „Das reicht mir nicht Curtis! Ich halte das nicht nochmal durch“, gestand Joan müde.
        „Das musst du auch nicht!“
        „Du warst immer ehrlich zu mir Curtis, fang jetzt nicht damit an mich bewusst zu belügen!“ Er wurde unruhig. Was war nur plötzlich mit ihr los?
        „Joan, ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst! Du musstest...“, Joan unterbrach ihn leise.
        „Kannst du das wirklich?“ Verdattert blickte er sie an.
        „Könntest du das aushalten, wochenlang an meinem möglichen Sterbebett zu sitzen?“ Curtis spürte wie er kreideweiß wurde. Der Gedanke verursachte eine Gänsehaut auf seiner klammen Haut.
        „Joan...“, krächzte er, doch Joan schüttelte den Kopf.
        „Nein, bitte mich nicht wieder vernünftig zu sein, denn dieses eine Mal bin ich das von uns beiden, auch wenn die bestechende Intelligenz sonst deine Domäne ist!“
        „Joan, ich komme gerade nicht mit, was willst du von mir?“ Gab Curtis ehrlich verzweifelt zu. Joan atmete tief durch.
        „Das ist ganz einfach, ich will, dass du aufhörst, jetzt!“ Curtis stockte der Atem, nun kam die Wut, ein Gefühl, das er sonst streng unter Verschluss hielt, weil es eine nicht beherrschbare Emotion in ihm war, ohne die er aber niemals sein Gerechtigkeitsstreben ausleben konnte, so wie er es tat und wie es erforderlich war.
        „Ich habe Verpflichtungen! In ein, zwei Jahren...“
        „Dann bist du tot oder ein Krüppel Curtis, körperlich, seelisch, such es dir aus! Ich will nicht, dass du so endest.“ In stummen Entsetzen starrte er Joan sekundenlang an. Joan wich ihm aus, sah auf ihre Hände, die sie leicht erhoben hatte.
        „Ich kann das nicht nochmal“, wisperte Joan verzweifelt und Curtis sah, dass ihre Augen in Tränen schwammen. Joan presste aber auch entschlossen die Lippen zusammen, bevor sie ihn wieder mit den Augen fixierte, fest entschlossen. Curtis schluckte hörbar in der anschließenden Stille. Er begriff, dass Joan in einer sehr sensiblen Gefühlslage war und er wollte ihr nicht weh tun.
        „Hör auf Curtis! Komm mit mir! Lass uns zusammenleben, eine Familie gründen...“, flehte Joan leise. Curtis spürte, dass er nicht nur zitterte, es war ein Beben.
        „Warte noch etwas! Es wird nicht mehr lange dauern! Ich bereite alles für meinen Ausstieg vor!“ Joan war so blass, dass er befürchtete, sie würde gleich ohnmächtig. Nein, sie war nicht hart, das ließ sie alles andere als kalt.
        „Nein!“
        „Bitte“, wenn er es recht bedachte, war es selten vorgekommen, dass er dieses Wort benutzte. „Es geht nicht sofort!“ Sie musste es doch verstehen!
        „Wenn du es jetzt nicht tust, tust du es nie! Du bist wie ein Junkie!“ Curtis schüttelte den Kopf. Wenn die reumütige Tour nicht half, vielleicht tat es die entschlossene.
        „Das geht nicht Joan!“
        Verzweifelt musterte sie ihn eine Weile still.
        „Gut“, flüsterte Joan. Curtis spürte Erleichterung, sie hatte es akzeptiert.
        „Wenn du nicht aufhörst, dann trenne ich mich von dir!“ Curtis starrte sie nun wütend an, seine Augen blitzten.
        „Nein, nicht auf diese melodramatische Tour! Ich lasse mich nicht mit meinen Gefühlen erpressen!“ Joan nickte.
        „Ich auch nicht, da wären wir uns also einig!“ Schockiert musterte er Joan. Sie meinte das ernst, verdammt ernst.
        „Du hast keine Ahnung wie das ist, wenn man ständig um dass Leben des Menschen fürchten muss, der einem alles bedeutet. Ich halte das nicht länger durch Curtis, es tut mir leid. Lange habe ich geglaubt, dass ich das schaffe, aber es geht nicht länger!“
        Curtis presste die Hände zu Fäusten, was Joan nicht entging.
        „Du wirst es dir anders überlegen“, schwor er dumpf. Er hatte noch nie verloren. Joan lächelte gequält.
        „Und wenn ich daran krepiere, ich komme nicht zu dir zurück. Ich lasse mich versetzen und will dich nie wieder sehen!“
        „Nie wieder kann sehr lang sein!“ Es sollte ironisch klingen, aber die Ironie brannte in ihm wie Säure. Joans Hände fuhren über ihr blasses, starres Gesicht.
        „Du bist dir sicher?“ Eröffnete sie ihm die Chance es zu verhindern, doch er war zornig und bis in das Innerste verletzt.
        Was soll ich denn machen? Ich kann jetzt nicht aussteigen“, brüllte er sie an. Joan nickte ruckartig.
        „Gut, dann gibt es nichts mehr zu sagen!“
        Sie wagte es, ihn einfach stehen zu lassen und die Comet ohne seine Erlaubnis zu verlassen. Joan drehte sich nicht einmal um.
        ****

        "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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        • #5
          Puuuh! Da muss ich erst mal Luft ablassen die ich die ganze Zeit beim lesen angehalten habe. 😱
          Überraschend aber guuut👍 Ich geb aber die Hoffnung jetzt noch nicht auf dass die beiden wieder zueinander
          finden 😫
          Bitte weiter👏

          Liebe Grüße
          Freaky T

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          • #6
            Ja, das ist heftig aber nachvollziehbar.
            Der Vergleich mit einem Junkie gefällt mir.

            Ich dachte, ich hätte die Geschichte damals "gerettet", kann sie aber nicht mehr finden. Dafür aber "Elaine" und einiges von Nurara.
            Ist also -bei meinem schlechten Gedächtnis - fast eine Premiere es doch noch mal zu lesen.

            Jetzt hoffe ich nur, ich bringe nicht Stuart, Incoming, die Spelunke und diese Handlung hier in meinem Hirn zu sehr durcheinander.
            ZUKUNFT -
            das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
            Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
            Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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            • #7
              Zitat von avatax Beitrag anzeigen
              Jetzt hoffe ich nur, ich bringe nicht Stuart, Incoming, die Spelunke und diese Handlung hier in meinem Hirn zu sehr durcheinander.
              Schmunzel, das steht im Augenblick wirklich zu befürchten!
              ​Aber lass Dir Zeit, die Geschichten bleiben ja und Du kannst sie ja nacheinander lesen!
              "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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              • #8
                So, nun kommt etwas harter Tobak! Eifersucht kann sogar jemanden wie CF in den Wahnsinn treiben!

                Getrennte Wege



                Joan sah bezaubernd aus und sie wusste es. Vincents dunkle Augen beobachteten fasziniert ihr blondes Haar, das zu seinem rabenschwarzen einen wunderbaren Kontrast bildete. Viele im Restaurant warfen ihnen bewundernde Blicke zu, sie waren ein wunderschönes Paar.

                Vincents charmante Komplimente waren ein ehrliches Labsal für ihr Selbstbewusstsein. Joan hatte in den vergangenen Wochen viel wegstecken müssen. Da war nicht nur die leidvolle Trennung von Curtis gewesen, das hätte schon ausgereicht, um einen niederzuschmettern.
                Joan hatte nächtelang mit sich gerungen und wenn die gemeinen Intrigen nicht gewesen wären, dann wäre sie vielleicht sogar zu ihm zurück gekrochen.
                Eigentlich hätte er besser wissen müssen, dass sie seine gemeinen Stiche eher in ihrer Entscheidung bestärken müssten. Es hatte mit einer Vorladung beim Innenminister höchstpersönlich angefangen, war weitergegangen mit Versetzung in ein berüchtigtes Polizeidezernat, wo man sie gehässig mobbte. Joan hatte das zermürbt, aber nicht verzweifeln lassen. Ken war von ihr enttäuscht gewesen. Er hatte sich zusammen mit ihr und Curtis immer als Familie gesehen, obwohl Curtis als Familienmitglied kaum existent gewesen war. Das hatte sie getroffen. Einzig Ezella hatte Verständnis gezeigt. Er wusste um die wahren Umstände, dass sie alles versucht hatte, aber Curtis nie aufhören würde, bis er tot war. Ezella mochte sie zu sehr, um ihr das zuzumuten.
                Aber selbst Ezellas Einfluss hatte sie nicht vor den fast gewalttätigen Attacken beschützen können, die ihr im 51 Dezernat widerfahren waren.
                Nun musste sie den Schlussstrich ziehen, Curtis klar machen, dass es kein zurück gab.
                Sie musste ihn dazu bringen diese Aktionen abzubrechen, sie zu vergessen, aufzuhören hinter ihr her zuschnüffeln...
                Vincent prostete ihr zu. Joan lächelte in dem Bewusstsein, dass sie noch nie so gut ausgesehen hatte wie an diesem Abend, strahlend.
                Joan schob das Essen auf dem Teller nur lächelnd hin und her. Der Hauptakt stand ihr erst noch bevor, ihre Nervosität würde erst danach schwinden.
                Sie befürchtete, dass sie zu weit ging, dass Curtis, der sie zweifellos beobachtete, so wie er dass in den letzten Wochen oft getan hatte, die Nerven verlor. Er war nicht der Eisklotz für den ihn alle gehalten hatten, das hatten die letzten Wochen bewiesen. Joan war selber schockiert über das Ausmaß seiner verletzten Eitelkeit gewesen, bis sie in seiner Familiengeschichte recherchiert hatte, dass sein Großvater seine Großmutter in den Selbstmord getrieben hatte.
                Joan hatte nicht wirklich Angst, dass er ihr ein Leid antat, dazu war Curtis zu klug, zu umsichtig, aber sie war gewarnt vor seinem versteckten Temperament. Und Joan hatte etwas sehr wertvolles, sie hatte Freunde, Familie, sie war nicht allein.
                Vincent zahlte, woran Joan ihn nicht hinderte. Curtis sollte ruhig sehen, dass sie heute ganz eine Frau war, nichts anderes. Vincent half ihr in ihre Jacke. Joan war darauf gefasst, im Wagen küsste er sie hingebungsvoll. Vincent gefiel ihr, er roch gut, aber ein bisschen fühlte sich der Kuss an, als müsste sie Ameisen essen.
                Der Wagen stand auf dem Parkplatz vor dem Restaurant. Joan war sich sicher, dass Curtis alles sehen konnte. Vincents Hand strich über ihre Brüste. Joan lauschte, aber niemand kam, um die Tür des Wagens aufzureißen, um sie an den Haaren herauszuziehen. Joan löste sich von Vincents heftig atmenden Mund. Sie schluckte. Vincent küsste ihr Dekolleté.
                „Lass uns zu mir fahren“, wisperte Joan leise. Vincent sah zu ihr auf, seine Augen funkelten wie dunkle Kohlen. Joan lächelte aufmunternd.
                „Gut“, raunte Vincent, der den Wagen anwarf. Joan wollte es nicht, aber es lag in ihrer Natur. Sie bemerkte den Wagen, der ihnen fast zu auffällig folgte. Joan war kurz davor die Sache abzubrechen. Nein, sie musste es ihm vor Augen führen, jetzt und für immer.
                Nie würde er eine Frau weiter umwerben, umkämpfen oder terrorisieren, die ihn in seinen Augen betrogen hatte!
                Es würde kein zurück mehr geben, weder für sie noch für ihn.
                Schluss!
                Aus!
                Joan hörte den Wagen hinter Vincents Wagen parken, als sie die Tür öffnete. Im Flur umarmten und küssten sie sich erneut. Ihre blauen Augen funkelten Vincent im dunklen verheißungsvoll an.
                „Ich möchte noch etwas trinken, du auch?“ Ihre Hand hatte sein Gesicht zärtlich gestreichelt. Er wäre lieber sofort in ihr Schlafzimmer gegangen, aber er hatte solange auf die Chance gewartet, mit ihr auszugehen, da machte ein Glas Wein die Sache auch nicht unangenehmer.
                „Gern!“
                ****
                "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                • #9
                  Tatsächlich starker Tobak! Puhh, nun bin ich aber gespannt wie weit sie geht und wie das überhaupt weitergehen soll!
                  Ok, bitte weiter👏

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                  • #10
                    Tatsächlich starker Tobak! Puhh, nun bin ich aber gespannt wie weit sie geht und wie das überhaupt weitergehen soll!
                    Ok, bitte weiter👏
                    Ich finde immer wieder faszinierend, wie Dinge, die ganz klar erscheinen sich später ganz anders darstellen, wenn man sie genauer durchleuchtet.
                    Gerade bei menschlichem Verhalten ist das genial.
                    Warum handeln wir so, wie wir es gerade tun?
                    ​Die Motive dafür liegen für andere meist im Dunklen, aber sie und das Verhalten werden logisch, wenn wir Einblick in sie bekommen!

                    Und keine Angst! CF und Joan haben sich nicht das letzte Mal gegenüber gestanden!
                    "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                    • #11
                      Ah.... mir ging es gerade ähnlich wie avatax. Ich öffnete den Thread und dacht irgendwie ich wäre zielgenau in Incoming gelandet (da wollte ich eigentlich hin). Und dann las ich obige Folge und dachte mir: Hö? Wieso sind die jetzt AUF EINMAL getrennt? Ähm... tja... und dann bin ich mal auf die Idee gekommen bis ganz nach oben zu scrollen - um zu sehen, dass ich in einer ganz anderen Geschichte gelandet bin - hihi... tja, so kanns gehen
                      Zuletzt geändert von Twister-Sister; 05.09.2017, 18:25.
                      Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                      Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                      • #12
                        Oh wird noch besser, soweit mein Hirn sich noch erinnert....
                        ZUKUNFT -
                        das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                        Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                        Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                        • #13
                          Getrennte Wege


                          Joan wusch etwas in der mit Wasser gefüllten Spüle ab. Stuart saß mit seinem Löffel in der Hand in seinem Hochstuhl am Tisch und panschte in seinem Müsli. Es war 7.30 Uhr am morgen. Das Radio lief leise, es war der Sender für Nachrichten von der Erde, sehr weit weg von Wai´ut. Stuart musste um spätestens 9.00 Uhr im Kindergarten sein. Zeit genug, um gemütlich miteinander zu frühstücken.
                          Joan arbeitete am Hof von Bel´der als Sicherheitschefin. Bel´ der war ein Freund, den Joan unabhängig von Curtis und der Future-Crew gewonnen hatte. Das war ein Riesenglück gewesen. Als sie es auf der Erde nicht mehr ausgehalten hatte, da hatte sie ihm ihr Leid geklagt. Sie hätte auch einfach nur als Streifenpolizist bei ihm angefangen, aber er hatte sie direkt zur Verantwortlichen gemacht.
                          Sie machte ihre Sache wirklich gut, das beruhigte sie. Es wäre ihr peinlich gewesen, wenn es anders gewesen wäre. Bel´der unterschied sich nur in einer Sache nicht von Curtis, auch er war immer der Meinung, sie aus gefährlichen Aktionen heraushalten zu müssen.
                          Joan mochte Bel´der wirklich, aber nie wäre sie seinen drei Ehefrauen ins Gehege gekommen. Joan spielte schon mal Schach oder Golf mit Bel´der, aber mehr war da nicht.
                          Stuart brabbelte etwas vor sich hin. Joan strich mit der Hand durch sein rabenschwarzes Haar. Ihr Sohn sah lächelnd zu ihr auf und Joan fühlte diese wunderbare Liebe, die sie mit ihm verband.
                          Joan horchte auf, da war ein Wort im Radio gefallen, was sie aufsehen ließ. Joan stellte den Ton lauter.
                          „...es gibt keine genauen Angaben über die Anzahl der Toten, da alles der Geheimhaltung unterliegt, aber Captain Future selber soll verletzt überlebt haben. Mitglieder seiner Crew sollen getötet worden sein...“
                          Joan begriff es sofort.
                          Es war eingetreten, wovor sie Curtis vor vier Jahren gewarnt hatte.
                          Es war zur Katastrophe gekommen. Curtis schwer verletzt, wahrscheinlich mehr tot als lebendig. Seine Freunde zum Teil tot. Was für eine niederschmetternde Bilanz.
                          Joan waren Tränen in die Augen geschossen. Bevor sie es nicht mehr zurückhalten konnte, packte sie Stuart aus dem Hochstuhl, ließ ihn zu Boden...
                          „Mum?“, fragte Stuart zu recht irritiert.
                          „Mama muss kurz allein sein!“ Joan stürzte in das angrenzende Wohnzimmer, schloss die Tür und schluchzte hemmungslos los.
                          Die Tür öffnete sich leise. Stuart blickte sie betreten an.
                          „Mum?“ Wie gern hätte sie Stuart nun verzweifelt an sich gedrückt und geheult, aber das wäre nicht recht. Sie war die Erwachsene, die Starke, sie durfte die Rollen nicht vertauschen. Joan nahm sich kurz zusammen.
                          „Ein Freund von mir, den du nicht kennst hatte einen schweren Unfall“, erklärte Joan bevor sie sich weinend auf das Sofa setzte.
                          „Das tut mir leid“, murmelte Stuart leise. Joan nickte heulend.
                          „Mir auch Schätzchen. Ich muss nur kurz heulen, gleich ist es wieder gut!“

                          ...

                          "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                          • #14
                            Hm... interessant, dass Stuart rabenschwarzes Haar hat? Ähm... ??? Ich will nicht versehentlich spoilern oder so
                            Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                            Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                            • #15
                              Hm... interessant, dass Stuart rabenschwarzes Haar hat? Ähm... ??? Ich will nicht versehentlich spoilern oder so
                              Pst,Twisi, Du Plappermäulchen!
                              ​Der Kleine muss doch schwarzes Haar haben, denk an den schönen Italiener!


                              Getrennte Wege

                              Joan hatte keine Ahnung wie sie es ins Büro geschafft hatte, aber sie saß wie betäubt einfach reglos da. Sie versuchte Ezella im Büro auf der Erde zu erreichen, aber das gelang ihr nicht und seine Sekretärin kannte sie nicht mal. Deshalb rief sie ihn zuhause an und hinterließ eine kurze unverbindliche Nachricht.
                              Zwei Stunden später rief Ezella zurück. Er wirkte älter als sonst.
                              „Schön dich zu sehen Joan!“
                              „Hallo Ezella!“
                              „Wie geht es dir? Du siehst gut aus, aber du hast geweint!“ Joan seufzte. Ezella konnte sie nichts vormachen. Ezella nickte, seine Hand fuhr sich über sein faltiges Gesicht, er stöhnte leise.
                              „Wenn du darfst, dann...“, begann Joan, doch er unterbrach sie.
                              „Sein Zustand ist ernst, aber er wird es überleben. Otto und Simon hatten nicht soviel Glück, sie sind tot!“ Joan atmete zittrig aus.
                              „Sie waren vier Stunden in den Händen von Eldred Kells, Wrecker und Dr. Gerry, du kannst dir sicher ausmalen, was sie mit Curtis, Grag, Otto und Simon gemacht haben!“
                              Joan schluckte. Sie hatte mit Curtis diese Verbrecher gefasst, sie hinter Gitter gebracht, wofür sie vor allem der Future-Crew Rache geschworen hatten und sie waren nicht die einzigen.
                              „Zuerst haben sie Simon erschlagen, da gab es nicht viel zu quälen. Otto hat es am schlimmsten erwischt, er war ja auch der menschlichste der Future-Crew. Ich erspare dir die Einzelheiten, aber sie haben ihn vor Curts Augen geradezu auseinander genommen.“
                              Joan atmete gequält durch.
                              „Dann nahmen sie sich Curtis vor, langsamer, sie wollten länger etwas von ihm haben. Neben unzählbaren Frakturen hat er ein Auge verloren. Bevor sie ihn auch noch umbringen konnten, haben wir die Geiselnahme beendet!“
                              Joan saß reglos da, starrte Ezella nur an.
                              „Er hat nach dir gefragt!“, fügte Ezella kurz darauf in der Stille hinzu. Joan schüttelte den Kopf. Ihre Haut war von kaltem Schweiß bedeckt.
                              „Es tut mir leid, aber ich glaube es ist nicht gut, wenn wir uns nun sehen!“
                              „Meines Wissens lebst du schon länger von deinem Mann getrennt“, bemerkte Ezella leise.
                              „Das ändert rein gar nichts!“ Joan zögerte.
                              „Wenn es ihm sehr schlecht ginge, er sterben würde, dann würde ich nochmal kommen, dann würde ich meinen Frieden mit ihm machen, so tut es uns beiden nur unnötig weh!“
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                              "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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