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Die Antiker

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  • Die Antiker

    Auch ich möchte hier meinen Story-Zyklus, der ebenfalls im Stargate-Forum veröffentlicht wird vorstellen. Es handelt sich dabei um die Atlantis- und die auch später die SG-1-Crew und einer Gruppe Antiker, die noch auf der Erde leben und zu denen John Sheppard ohne es am Anfang zu wissen gehört.
    Vielleicht macht es euch Spaß, sie hier zu lesen.

    Stargate Atlantis und SG-1 und alle Stargate Charaktere sind Eigentum von MGM/UA, Double Secret Productions, Gekko Productions und dem SciFi Channel. Diese Fanfiction wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.


    Stargate – Atlantis
    Die Antiker:

    Teil 1: Rhiana


    Atlantis-Basis
    Pegasus-Galaxis


    Dr. Elizabeth Weir ließ ihren Blick über die Runde schweifen. Um den Tisch herum saßen Colonel John Sheppard, Colonel Caldwell, Teyla Emmagan, Ronon Dex, Dr. Rodney McKay, Dr. Zelenka, Sergeant Bates, der Chef ihrer Sicherheit und sie selbst. Genau vier Wochen waren vergangen, seit die Wraith Atlantis, die alte Stadt der Antiker, die nun ihre neue Heimat war, mit drei Hive-Mutterschiffen, einigen Kampfkreuzern und hunderten von Wraith-Darthschiffen angegriffen hatten. Eines der Hive-Schiffe hatten sie mt Hilfe der Waffenplattform der Antiker geleich am Anfang abgeschossen. Trotzdem war ihre Lage hoffnungslos gewesen. So hatte Elizabeth die Evakuierung und die Zerstörung der Stadt befohlen. Letzteres um sie davor zu schützen, in die Hände des gnadenlosen Feindes zu fallen. Bevor sie dieses Vorhaben jedoch umsetzen konnten, war Verstärkung von der Erde erschienen. Colonel Matthew Everett und eine Gruppe Soldaten kamen durch das Sternentor.
    Der Erde war es gelungen ein vollgeladenes ZPM zu finden, damit Atlantis anzuwählen und diese Modul dann in das neue Kampfschiff der Erde, der Daedalus, zu laden. Mit Hilfe des ZPM konnte der neue verstärkte Antrieb so hochgepuscht werden, dass Atlantis in vier Tagen erreicht werden konnte.
    Inzwischen hatte Everett das Kommando übernommen und die Evakuierung gestoppt. Die Marines hatten Waffen, darunter eine Kanone mit großer Reichweite, mitgebracht und der Kampf um Atlantis begann, gegen die Warnung von Dr. Weir und Major John Sheppard. Everett war der Meinung mit den Waffen von der Erde leichtes Spiel mit den Wraith zu haben. Diese Arroganz mußte er mit dem Leben bezahlen, während es nicht gut um die Verteidiger aussah.
    Als neuer militärischer Befehlshaber fungierte nun Colonel Caldwell, der mit der Daedalus eingetroffen war. In seiner Begleitung befanden sich weitere Wissenschaftlern und eine größe Gruppe von Soldaten, die in Atlantis zurückblieben, während die Daedalus zurück zur Erde flog. Mit den verstärkten Naquada-Reaktoren, von denen einfach einige zusammengekoppelt wurden, war es nun auch möglich den Schutzschild von Atlantis bei Bedarf zu aktivieren. Das alles gab den neuen und alten Bewohnern von Atlantis neue Hoffnung und Zuversicht, und den Mut hier zu bleiben.
    Das sie nun im Notfall Energie für die Schilde hatten, bedeutete aber nicht, dass sie ihre Suche nach den ZPM aufgaben. Im Gegenteil, dass hatte immer noch oberste Priorität. Deshalb wollte nun Colonel Sheppards Team aufbrechen, um eine der Adressen anzufliegen, die sie vor Monaten von einer alten Elizabeth Weir aus einem alternativen Universum erhalten hatten. Fünf Toradressen, wo es die begehrten ZPM geben sollte.
    Eine dieser Welten hatten sie sie schon aufgesucht, das ZPM auch gefunden, doch war ihnen dieses im letzten Moment von einer fanatischen Gruppe von Eingeborenen wieder abgenommen worden, so dass sie mit leeren Händen nach Atlantis zurückgekehrt waren. Doch noch gab es vier Adressen und damit vier Hoffnungen wenigsten eines der ZPM zu finden und nach Hause zu bringen.
    „Dann sind wir uns also einig und sie können gehen, Colonel“, wandte sich Elizabeth an Sheppard. „Haben Sie Ihr Team schon zusammen?“
    „Selbstverständlich“, antwortete der Colonel und sein Gesicht überzog sich mit dem jungenhaften Lächeln, dass Elizabeth so an ihm mochte. Sie wußte nicht, was sie das letzte Jahr ohne ihn gemacht hätte, auch wenn es nicht immer einfach war mit ihm, da der Colonel dazu neigte, seinen Kopf durchzusetzen, im Nofall auch gegen einen Befehl. Das er damit nicht immer recht hatte, hatte das letzte Jahr bewiesen, aber mehr noch überwog sein Insinkt, der bewies, dass er meistens recht hatte. Er war schon etwas besonderes, schon allein deswegen, dass er die antikische Technologie im Schlaf beherrschte, während die anderen Menschen mit dem Gen, erst lernen mußten, mit den Geräten umzugehen. Sie war dem Schicksal dankbar dafür, dass es ihr diesen Menschen über den Weg geschickt hatte.
    Das Ziel war der Planet P4X-659 oder Tallus, wie die wenigen Bewohner ihn nannten. Teyla Emmagan, die Alienfrau von Athos, die zu Sheppards Team gehörte, war schon ein paar Mal dort gewesen, um Handel zu treiben. Das lag nun aber schon Jahre zurück, als ihr Vater noch der Anführter der Athosianer gewesen war. Trotzdem war ihre Ortskenntnis von Vorteil.
    Das dritte Mitglied seines Teams war Dr. Rodney McKay, nach Samantha Carter, der Experte für das Stargate-Programm, sowie ihr neuer auserirdischer Freund Ronon Dex, der Lt. Aiden Ford ersetzte. Ford galt als vermißt, seit er auf P3M-736 von den Wraith entführt worden war. Vorher war er beim Angriff der Wraith von einem Wraith-Virus infiziert worden, dass ihm zwar deren außergewöhnlichen Kräfte verlieh, gleichzeitig aber von dem Virus abhängig machte. So floh er aus Atlantis und machte Jagd auf die Wraith, um das Enzym zu bekommen, war von diesen jedoch gefangen worden. Was dann mit ihm passiert war, wußte niemand von ihnen. Es war gut möglich, dass er noch am Leben war.
    Ronon Dex wiederum hatten sie auf P3M-736 aufgelesen. Er war ein sogenannten Runner gewesen, ein Mensch, dem von den Wraith ein Sender eingebaut worden war, um Jagd auf ihn machen zu können. So war er sieben Jahre lang vor den Wraith geflohen, bis er auf die Atlanter getroffen war. Dr. Beckett gelang es mit Hilfe der Antikertechnik das Gerät zu entfernen. Als sie seine Heimatwelt anwählten, fanden sie diese jedoch von Wraith zerstört vor und so schloß er sich den Atlantern an. Er nahm Sheppards Angebot, seinem Team anzugehören gerne an. Er wollte jede Gelegenheit nutzen, die Wraith mit allen erdenklichen Mitteln zu bekämpfen und die Atlanter boten ihm viele Möglichkeiten.
    Während die Anwesenden sich erhoben und zum Ausgang gingen, der sich automatisch vor ihnen öffnete, hielt Dr. Weir Sheppard mit den Worten zurück: „Einen Augenblick noch, John!“
    Sheppard blieb stehen und wartete bis alle anderen den Raum verlassen hatten. „Ich nehme an, Sie wollen mir sagen, dass ich vorsichtig sein soll?“
    „Das auch, aber da ist noch etwas anderes. Wir erhielten kurz vor dem Briefing eine Nachricht vom Stargate-Kommando. Es war von General O`Neill persönlich. Die Prometheus ist auf dem Weg zu uns. Da der Antrieb ohne ZPM ist, wird es etwa zwei Wochen dauern, bis sie hier bei uns ist. Colonel Caldwell meinte, ich solle Sie darüber informieren, bevor Sie aufbrechen.“
    Die X-303 oder Prometheus war das erste Kampfschiff der Erde mit Überlichtantrieb. Etwas kleiner als die Daedalus, aber immerhin auch 195 m lang, 80 m breit und 65 m hoch. Der Hyperantrieb wurde zusätzlich noch mit Asgardtechnologie weit verbessert. Er erzeugte gewaltige Energiemengen, um eine Fenster im Raum zu öffnen und das Schiff durch den entstandenen Spalt zu schleudern. Auf der anderen Seite liegt die als Hyperraum bekannte alternative Dimension. Hier kann sich das Schiff mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegen und so interstellare Entfernfernungen innerhalb weniger Minuten zurücklegen. Für den Hyperantrieb benötigt man einen starken Generator, und die Prometheus benutzt ein Naquadria-Reaktormodul, das mit einem Kühlsystem verbunden ist, um Überhitzung zu vermeiden. Die Prometheus konnte ohne Hyperantrieb auf mehr als halbe Lichtgeschwindigkeit beschleunigen und mit Hyperantrieb die Pegasus-Galaxis in zwei Wochen erreichen.
    Das Hüllenmaterial ist aus Trinium-Legierung konstruiert, die man zuerst auf PXY-887 entdeckte. In verarbeitetem Zustand ist Trinium 100-Mal leichter und stärker als Stahl. Das Schiff kann acht X-302-Gleiter mit sich führen, die mit jeweils zwei AIM-120A-Raketen ausgerüstet sind und während des Flugs vom Hangar aus operieren können. Eine fortgeschritene Scan- und Waffentechnologie ist in der Lage, feindliche Schiffe und Waffen über große Entfernungen zu lokalisieren und zu zerstören. Außerdem wurde die Prometheus von den Asgard mit deren hochentwickelten Schilden ausgestattet.
    Es gibt auch ein voll ausgerüstetes medizinsches Labor, außerdem noch wissenschaftliche Labors und spezielle Lagereinrichtungen für aufgespürte Artefakte. Viele Systeme der Prometheus benutzen Kristalltechnologie an Stelle der sonst üblichen Drähte und Chips. Diese auf Goa’uld-Design basierenden Kristalle verbinden den irdischen Hauptcomputer mit den außerirdischen Systemen.
    „Kann die Erde denn auf das Schiff verzichten?“ fragte Sheppard.
    „Die Gefahr mit den Goa’uld und den Replikatoren ist wohl gebannt. Dazu haben sie die Daedalus, sowie die Verteidigungsanlage in der Antarktis, die nun wieder mit dem ZPM der Daedalus ausgerüstet ist. Also glaubt General O’Neill auf das Schiff verzichten zu können, um Atlantis zu verteidigen. Schließlich erhofft man sich hier noch viele weitere technische Errungenschaften. Außerdem kommen noch mehr Wissenschaflter und Soldaten zur Verstärkung mit. Sie bringen zusätzliche Naquada-Generatoren, um die Stadt effektiver nutzen zu können.“
    „So wie es aussieht, werden wir eine richtige kleine Kolonie“, meinte Sheppard.
    „Und eine wichtige dazu. Trotzdem ist es wichtig, dass wir weitere ZPM finden. Bringen Sie das Gerät mit, John.“
    „Ich werde mein bestes tun, Elizabeth“, versprach der Colonel. Er nickte Dr. Weir nochmals zu und verliess den Raum, um zum Jumperhangar zu gehen. Als er Colonel Caldwell in einiger Entfernung sah, fiel ihm die erste Unterhaltung mit ihm ein, die sie vor vier Wochen geführt hatten.

    Vier Wochen zuvor ...

    „Bombe ist scharf und fertig! Ich gehe hinein!“
    Diese Worte auszusprechen fielen Major John Sheppard mehr als schwer, war es doch eine Selbstmordaktion. Doch der Angriff der Wraith war nicht mehr zu stoppen, nachdem der Versuch einen der Puddlejumper mit Hilfe des Antikerstuhls fernzusteuern, fehlgeschlagen war. Nachdem die Wraith-Armada Atlantis erreicht hatte, und die Abwehr zu schwach gegen zwei Mutterschiffe war, hatten sie beschlossen mit Hilfe einer Atombombe und einem ferngesteuerten Jumper eines der Schiffe zu zerstören. Nachdem der Stuhl keine Energie bekam, flog Sheppard den Jumper nun selbst.
    Er schloß die Augen und schloss mit seinem Leben ab. Wenigstens würde er kaum etwas spüren. Gerade, als er den Jumper in einen Sturzflug bringen wollte, öffnete sich ein Hyperraum-Fenster und ein Schiff tauchte es. Es sah aus wie ein übergroßer Flugzeugträger, oder wie eine Mischung eines Klingonenraumers und eines Kampfschiffes aus den Star Wars-Filmen.
    Sheppard jubelte innerlich. Das konnte nur die Daedalus sein.
    „Atlantis-Basis! Hier Sheppard! Die Daedalus ist da!“
    Eine Sekunde herrschte Ruhe in seinem Sprechgerät, doch plötzlich schall ein solcher Jubel auf, dass John die Ohren schmerzten.
    „John! Brich die Aktion ab!“ hörte er Elizabeths Weirs Stimme in seinem Kopfhörer erschallen.
    Das hatte er sowieso vor. Er sah, wie die Daedalus eines der Mutterschiffe angriff. Noch immer im getarnten Modus, steuerte Sheppard das kleine Antikerschiff in einen der Hangare des Hive-Schiffes. Der Hangar enthielt keine feindlichen Schiffe mehr, und so setzte er den Jumper in einer Ecke lautlos auf. Zu seinem Glück verließen die wenigen Wraith-Krieger, die sich noch im Hangar aufhielen, die Halle. Er schaffte es mit Mühe die Bombe auszuladen. Der Countdown lief, er hatte genau vier Minuten Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Kaum war er gestartet und hatte das Schiff verlassen, flog er mit Höchstgeschwindigkeit davon, um nicht doch noch mit der Atomexlposion vernichtet zu werden.
    Er warnte die Daedalus, dessen Gleiter und auch er in einem Hangar des Schiffes landeten. Nur Sekunden vor der atomaren Explosion verschwand die Daedalus im Hyperraum, um gleich darauf wieder zu erscheinen, aber in sicherer Entfernung vor der Explosion. Das Hive-Schiff hatte das Glück nicht. Die atomare Explosion vernichtete das Mutterschiff, sowie einige der Kampfkreuzer und unzählige Darthschiffe. Mit vereinigten Kräften und den gewaltigen Waffen der Daedalus gelang es nun, das dritte Mutterschiff, das durch die Explosion schwer angeschlagen war, zu vernichten. Die übriggebliebenen Wraith suchten ihr Heil in der Flucht oder wurden ebenfalls vernichtet.
    Mit der Daedalus kam auch Colonel Caldwell in Atlantis an. In seiner Begleitung befanden sich weitere Wissenschaftlern und eine größe Gruppe von Soldaten, die in Atlantis zurückbleiben wollen, während die Daedalus dann wieder zur Erde zurückkehren wollte.
    Nachdem die letzten Schiffe der Wraith verschwanden gab es viel Arbeit, um die angeschlagene Stadt und die Verluste an Menschenleben zu verarbeiten. Auch der Erde wurde Bericht erstattet und Major Sheppard wurde von General Jack O’Neill zum Lt. Colonel befördert. Da Everett von einem Wraith getötet wurde, blieb an seiner Stelle der erfahrene Colonel Caldwell als neuer militärischer Befehlshaber in Atlantis.
    Sheppard und Caldwell trafen sich nachdem sich die Lage wieder etwas beruhigt hatte.
    „Ich möchte eines klarstellen, Colonel und der Befehl kommt direkt von General Jack O’Neill. Ich habe nun das Sagen und nicht mehr Sie. Zwar haben wir den gleichen Rang, aber ich bin der Dienstältere. Außerdem habe ich Ihre Akte gelesen. Diese ist beeindruckend, und Ihre Selbstaufopferung haben sie vor Wochen ausreichend bewiesen. Trotzdem neigen Sie dazu Befehle zu ignorieren und das könnte ein Problem werden.“
    „Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was Sie meinen, Colonel“, antwortete Sheppard. „Es stört mich in keiner Weise, dass Sie das Kommando übernommen haben. Bei meinem Einverständnis nach Atlantis mitzukommen, dass in keiner Weise so richtig freiwillig war, kam ich als Pilot mit. Meine Fähigkeit die Antiker-Technologie zu bedienen, gab den Ausschlag. Dann kam Colonel Sumner gleich beim ersten Einsatz ums Leben und ich war gezwungen, die Verantwortung für die Soldaten zu übernehmen, dass ich auch tat und auch weiter getan hätte, aber ich dränge mich keineswegs nach vorne. Ich bin hier um meinen Job zu machen und das ist alles.“


    Inzwischen hatte Sheppard das Jumper-Hangardeck erreicht. Dort wartete schon sein Team, vier weitere Soldaten und zwei Wissenschaftler auf ihn. Auf eine solche wichtige Mission wollten sie diesmal nicht nur zu viert gehen. Sheppard betrat Jumper 1 durch das hintere Schott und ging nach vorne zum Pilotensitz. McKay setzte sich neben ihn, Teyla und Dex auf die Sitze hinter ihnen, während die anderen es sich im hinteren Laderaum bequem machten.
    Mit Gedankenkontrolle schaltete Sheppard den Antrieb ein und unter ihm öffnete sich die Luke. Langsam schwebte das Raumgefährt nach unten, in den Stargate-Raum. Ihm gegenüber erkannte er Elizabeth und die anderen diensthabenen Techniker in der Flugkontrolle.
    „Guten Flug, Colonel! Und viel Erfolg“, ertönte Dr. Weirs Stimme durch die Sprechanlage.
    „Danke, wir melden uns, sobald wir etwas brauchbares gefunden haben“, antwortete Sheppard. An McKay gewandt: „Wähle die Koordinaten, Rodney.“
    McKay drückte wortlos auf die entsprechenden Tasten und vor ihnen leuchteten die Symbole des Stargate in blauer Farbe auf. Nur Sekunden später baute sich das Wurmloch auf und Sheppard steuerte den Jumper gekonnt in den Ereignishorizont hinein.
    Kurze Zeit später schoß das Gefährt durch das Stargate des angewählten Planeten und Sheppard steuerte es in einem sanften Bogen hinauf in den Himmel. Dort wollten sie sich erst einmal orientieren.
    Teyla Emmagan bemerkte: „Die Siedlung ist etwa einem Kilometer in diese Richtung, direkt am Fuße der Berge.“
    „Wie groß ist sie?“ fragte McKay.
    „Bei meinem letzten Besuch etwa 100 Bewohner, die in Zelten wohnen, um im Notfall schnell verschwinden zu können. Es gibt in den Bergen große Höhlensysteme, deshalb stehen die Zelte immer am Fuße der Berge. Eingänge gibt es nur wenige und diese sind gut getarnt. Kein Talluser würde sie verraten, nicht einmal uns haben sie sie verraten.“
    „Und gibt es viele solcher Zeltdörfer?“ fragte Sheppard.
    „Vielleicht zwanzig“, schätzte Teyla.
    „Wir sollten erst einmal den Planet scannen. Vielleicht entdecken wir ja verräterische Energiesignale, die uns das Versteck des ZPM verraten“, meinte McKay.
    „Komm schon, Rodney! Du denkst doch nicht, dass das so einfach geht?“
    McKay sah sein Gegenüber an: „Und warum nicht?“ fragte er in hochnäsigem Tonfall, den Sheppard wie üblich ignorierte. McKay hielt sich einfach für Überschlau.
    „Na schön,“ gab der Colonel nach und schon baute sich über ihm das Display-Feld auf, dass alle Daten enthielt, nach denen er sich gedanklich erkundigt hatte. Das Schiff scannte automatisch nach der gespeicherten Energiesignatur eines ZPM, fand jedoch wie von Sheppard erwartet nichts. „Also doch die Siedlung“, meinte er schließlich.
    Nachdem die Suche nichts gebracht hatte, hatte Rodney nichts mehr einzuwenden. Teyla zeigte dem Colonel den Weg. Um die Bewohner nicht zu beunruhigen, flogen sie im getarnten Modus über die Stadt.
    „Sie ist größer, als ich sie in Erinnerung habe“, meinte Teyla und blickte erstaunt auf die vielen Zelte unter ihnen. "Das sind bestimmt über 100 Zelte.“
    „In der Mitte erkenne ich einen großen Platz“, fügte der Colonel hinzu.
    „Es muß Markttag sein, und so sind viele der Nomaden mit ihren Zelten hergekommen“, vermutete Teyla.
    „Wir suchen ein sicheres Versteck für den Jumper, tarnen ihn und gehen zu Fuß zurück“, bestimmte Sheppard.
    „Ach wirklich?“ McKays arroganter Ton ärgerte den Colonel diesmal, aber er sagte nichts.
    „Ja, wirklich, Rodney! Wer weiß, wer sich da unten alles herumtreibt. Ich will auf keinen Fall zu viel von uns verraten“, sagte Sheppard.
    „Der Vorschlag ist gut“, meinte Teyla.
    „Es ist kein Vorschlag“, sagte Sheppard. Er war schon auf der Suche nach einem Versteck. Ein Hologramm erschien vor ihm in der Luft. „Da!“ Sheppard zeigte auf eine Linie. „Das ist ein kleines Tal. Dort werde ich den Jumper parken.“
    Nur zwei Minuten später erreichten sie den winzigen Taleinschnitt, der aber genügend Platz für den Jumper bot. Auf dem felsigen Untergrund hinterließ das getarnte Fahrzeug auch keine verräterischen Spuren.
    „Meyers, Wagner! Ihr bleibt hier und bewacht den Jumper. Verhaltet euch ruhig. Wenn wir sicher sind, dass keine Gefahr droht, werden wir euch informieren.“
    „Ja, Sir!“ antworteten die beiden Soldaten wie aus einem Mund.
    Sheppard wandte sich an die beiden Wissenschaftler Dr. Zelenka und die deutsche Archäologin Ingrid Schmid.. „Sie bleiben auch hier, bis wir sicher sind, dass keine unmittelbare Gefahr droht.“
    Dr. Zelenka warf enttäuscht ein: „Ich möchte mitkommen. Es ist meine erste Außenmission.“
    „Und die letzte, wenn du nicht machst, was unser Colonel sagt“, sagte McKay zu seinem tschechischen Kollegen. „Eine richtige Aussenmission ist nur für richtige Experten.“
    Teyla und Sheppard konnten ein Grinsen nicht unterdrücken, als sie Rodney so großspurig sprechen hörten.
    Ronon Dex wandte ein. „Seid wann sind Sie ein Experte für Aussenmissionen, Doktor?“
    McKay sah ihn nur an. „Seid ich unseren Captain Kirk hier kennenlernte und dadurch oft in Gefahr geriet.“
    „He!“ rief Sheppard aus. „Wenn ich mich recht erinnere, war ich es oft, der deinen Hintern rettete, Rodney!“
    „Aber nur, nachdem mein Hintern unnötig in Gefahr geraten ist.“
    „Meine Herren!“ griff Ronon ein, der an den verbalen Schlagaustauch der beiden noch nicht gewöhnt war. Dies war seine erste Mission mit dem AR-1-Team (Atlantis Recon 1). „Haben wir nicht besseres zu tun, als uns zu streiten?“
    Vereint fuhren die beiden herum: „Wer streitet hier denn? Wir sagen nur unsere Meinung.“
    Teylas Grinsen wurde noch breiter. Sie kannte die beiden schließlich schon länger und wußte, dass sie im Grunde gute Freunde waren, dies aber voreinander mit scheinbar groben Worten tarnten.
    Zelenka fügte sich brummend und hoffte, dass die sechs bald etwas fanden, dass seine Anwesenheit erforderlich machte.
    McKay sah immer noch verärgert aus. „Was ist jetzt schon wieder los, Rodney?“ fragte Sheppard.
    „Weißt du, wie weit es von hier bis zum Dorf ist?“ fragte er.
    „Eine Stunde und zwanig Minuten zu Fuß, wenn wir uns mit normaler Laufgeschwindigkeit auf den Weg machen“, lautete die promte Antwort.
    Irritiert blickte McKay ihn an. „Woher weißt du das so genau?“
    „Das habe ich aus der Entfernung des Dorfes zum Tal ausgerechnet, wenn wir uns genau an der Felswand entlang bewegen.“
    „In dieser kurzen Zeit und im Kopf?“
    „Ich bin gut im Kopfrechnen“, sagte Sheppard und lächelte McKay an.
    „Du schaffst es immer wieder, mich in Erstaunen zu versetzen, John. Erst schaffst legst du Mensatest in der Uni, dann entschlüsselst du das Rätsel bei unserer letzten Schatzsuche nach den ZPM’s und nun dieses.“
    „Erinnere mich nicht an diese Mission.“
    Inzwischen waren sie aufgebrochen. McKay holte den Colonel ein. „Aber du warst es, der das Rätsel löste, nicht ich!“
    „Und das ärgert dich noch immer, was? Das Genie McKay durchschaut ein einfaches mathematisches Rätsel nicht, aber der kleine Major tut es.“
    McKay verzog verärgert das Gesicht, sagte aber nichts mehr. Er ließ den Colonel vorangehen und blieb hinter ihm zurück. Den ganzen restlichen Weg sagte er kein Wort mehr, machte aber ein so griesgrämiges Gesicht, dass Sheppard wußte, dass er richtig getippt hatte.
    Die Luft war erfüllt vom Gesang unbekannter und unsichtbarer Vögel. Die Schwerkraft war etwas höher als auf der Erde und die Luftfeuchigkeit mußte gut 90% betragen. Die Sonne stand noch hoch am Himmel, es mußte noch morgen sein. Dies alles führte dazu, dass Rodneys Laune immer schlechter wurde. Ihr Weg führte sie entlang des Gebirgsausläufers. Ein schmaler Fußweg führte am Fuße der Berge entlang, der es ihnen erlaubte, trotz allem ihr Tempo beizubehalten. Neben sich sahen sie grüne Wiesen, in denen das Gras teilweise kniehoch stand, teilweise aber auch abgegrast waren.
    „Das sind die Weiden der Nomaden“, erklärte Teyla ihnen. „Die Bewohner leben hauptschlich von ihrem Vieh. Die Felder liegen versteckt in Gebirgstälern, ähnlich dem, dass wir zur Tarnung für den Jumper benutzt haben.“
    Zwischendurch führte der Weg auch durch kleine Wälder, einmal mußten sie einen kleinen Bach überqueren, über den keine Brücke führte. Große Steine, mitten im Bach mußten als Tritte benutzt werden, was aber keinem im Team Schwierigkeiten bereitete.
    Nach genau der Zeit, die Sheppard vorausgesagt hatte, sahen sie das Zeltdorf vor sich liegen. Der Colonel stoppte und machte seine Waffe bereit. Seine Männer machten es ihm nach, was Teyla mit einem stirnerunzeln bemerkte.
    „Keine Sorge, Teyla, dass ist wie üblich nur reine Vorsichtsmaßnahme“, beruhigte Sheppard sie.
    Der schmale Fußweg mündete in einen breiteren Weg, was das Vorwärtskommen etwas erleichterte. Bald begegneten ihnen die ersten Menschen, die sie argwöhnisch beäugten, ihnen jedoch nicht den Weg versperrten. Je näher sie dem Dorf kamen, desto mehr Menschen wurden es. Ihre fremdartige Bekleidung und die Waffen fielen natürlich sofort auf. Als sie endlich den zentralen Platz des Dorfes erreichten, folgte ihnen eine ganze Traube von Menschen.
    Einige mußten ihnen vorausgeeilt zu sein, denn kaum betraten sie den Platz, da trat ihnen ein vornehm gekleideter Mann entgegen, der hier wohl das sagen hatte, denn die anderen trugen meist braune oder dunkelgrüne einfache Bekleidung, die ihnen draußen auf den Feldern gute Tarnung bot.
    „Ich bin Magistrat Selok. Willkommen auf Tallus.“ Ein vorsichtiger Blick traf die Waffen der Atlanter.
    „Mein Name ist Teyla Emmagan. Ich war schon ein oder zweimal hier. Und dies sind Colonel John Sheppard, Dr. McKay, und diese beiden heißen Stackhouse und Brenner. Wir kommen in friedlicher Absicht.“
    „Teyla Emmagan“, ein abschätzender Blick traf sie. „Ich erinnere mich an deinen Namen. Wir hörten, dass er Vater von den Wraith geholt wurde. Das tut uns leid.“
    Teyla neigte den Kopf. „Deshalb, und auch für die Rettung meines Volkes und aller Bewohner der vielen Planeten, habe ich mich diesen Menschen angeschlossen. Sie sind unsere beste Hoffnung im Kampf gegen die Wraith.“
    Selok blickte jetzt den Colonel offen an. „Zwar gibt es keine Kampf gegen die Wraith, aber seid uns trotzdem willkommen.“
    Sheppard ergriff das Wort: „Wir danken Ihnen für die freundliche Begrüßung. Achten Sie nicht auf die Waffen, sie dienen nur zur Verteidigung. Leider werden wir nicht auf allen Welten so freundlich begrüßt wie hier. Meine Begleiter und ich sind friedliche Forscher, aber auch Soldaten. Wir sind hier um Verbündete, Technologie und Waffen im Kampf gegen die Wraith zu finden und auch anzubieten. Vielleicht können Sie uns helfen? Im Gegenzug versprechen wir euch medizinische Hilfe, technische Geräte oder was immer ihr auch benötigt und vor allem Hilfe gegen die Wraith.“
    „Wie ich schon sagte, ist ein Kampf gegen die Wraith aussichtslos, doch folgt mir. Gehen wir in mein Zelt. Dort können wir uns in aller Ruhe und ungestört unterhalten und etwas zur Stärkung zu uns nehmen.“
    Während die Ankömmlinge dem Magistrat in dessen Zelt folgten, zerstreute sich die Menge wieder oder wandte sich ihrer unterbrochenen Arbeit zu. Nur zwei verhielten sich anders. Die erste, eine schlanke junge Frau mit langen dunklen Haaren, wandte sich an ihren etwas älteren Begleiter. „Belausche sie! Ich muß herausfinden, warum sie hier sind.“
    „Glaubst du, sie sind aus dem gleichen Grund wie wir hier?“
    „Genau das sollst du ja herausfinden“, antwortete die Frau mit düsterem Blick. Hoffentlich waren das nicht schon wieder solche Schatzjäger. Ihr letzter Zusammenstoß mit diesen idiotischen Genii langte ihr noch. Nur mit knapper Not waren sie damals mit dem Leben davongekommen.
    Die zweite Gestalt war ein Mann in mittleren Jahren, der sich eilige aus dem Dorf entfernte. Sein Ziel war das Stargate. Es gab jemanden, der sich sicher dafür interessierte, dass die Atlanter auf Tallus waren.


    Heimatwelt der Genii


    Commander Acastus Kolya ging eiligen Schrittes den langen Tunnel entlang, der zu den Räumen Cowens, dem Anführer der Genii, führte. Er war ein düster blickender Mann Anfang fünfzig mit Narben im Gesicht. Und er hatte Neuigkeiten, die Chief Cowen sicher interessierten.
    Vor der Tür standen die beiden Leibwächter Cowens, die Kolya selbst ausgebildet hatte. Sie salutierten, als Kolya vor der Tür stehen blieb.
    „Ich muß mit Chief Cowen sprechen.“
    Einer der Wächter drehte sich um, öffnete die Tür und ging hinein. Nur einen Augenblick später kam er zurück. „Cowen erwartet dich.“
    Chief Cowen, ein Mann um die fünfzig, mit gelockten rötlichen Haaren und ein paar Pfunden zuviel um die Rippen, saß hinter seinem Schreibtisch und arbeitete einen Stapel Papiere auf. Als Kolya vor seinem Schreibtisch stehen blieb, hörte er mit der Arbeit auf und sah dem Commander fragend ins Gesicht: „Kolya, was kann ich für dich tun?“
    „Einer meiner Spione meldete mir, dass eine Gruppe Soldaten aus Atlantis auf Tallus erschienen ist.“
    Cowen verzog angewidert sein Gesicht: „Du bist doch über unser Abkommen mit ihnen informiert?“
    „Selbstverständlich, aber es ist etwas persönliches. Gib mir die Erlaubnis eine Eingreifgruppe unter meiner Führung hinzuschicken. Diesmal werden wir vorsichtiger vorgehen und uns nicht überlisten lassen.“
    „Hast du mich nicht verstanden? Wir haben einen Waffenstillstand mit den Atlantern geschlossen. Sie liefern uns das C4, damit wir weiter unsere Atombomben bauen können und wir konnten, bzw. die Atlanter, konnten unseren Prototypen erfolgreich testen. Da die Wraith schon hier waren und unsere Welt nun für leer halten, können wir ungestört weiter im Untergrund an unseren Bomben arbeiten. Wir hätten schon von Anfang an mit ihnen zusammenarbeiten sollen. Es war ein großer Fehler von uns, der viele Opfer auf unserer Seite gekostet hat. Das nun geschlossene Abkommen werde ich auf keinen Fall gefährden. Wir brauchen ja keine Freunde zu werden. Ich befehle dir zum Wohle unseres Volkes deinen Hass zu vergessen.“
    Kolyas Gesicht versteinerte: Aber ... !“
    Chief Cowen sprang aus seinem Stuhl. „Verstanden?“
    „Ja, Sir,“ antwortete Kolya. „Dann erlaube, dass ich zu meinen Rekruten zurückkehre und mit dem Training fortfahre.“
    Cowen setzte sich wieder. „Ja, tue das.“
    Kolya salutierte und ging innerlich kochend vor Wut zurück.
    Niemals! Niemals würde er seine Rache aufgeben. Selbst wenn dieser verfluchte Sheppard nicht dabei war, wollte er die Atlanter nicht ungestraft lassen. Er würde seine Rache bekommen. Entschlossen kehrte er in die Trainingsräume zurück. Schnell rief er vier seiner engsten Vertrauten zu sich und erzählte, was vorgefallen war. Jeder von ihnen hatte durch die Atlanter entweder einen Freund oder sogar einen Verwandten verloren. Sie waren sofort Feuer und Flamme für Kolyas Plan.
    Schon eine Stunde später stand eine Gruppe von dreißig Soldaten abmarschbereit. Offiziell gingen sie zu einem Trainingsplatz auf der Oberfläche. Doch sobald sie die unterirdische Anlage verlassen hatten, befahl er die Richtung zu ändern und zum Stargate zu marschieren und den Planeten Tallus anzuwählen.

    Fortsetzung folgt

  • #2
    Für Yoko bringe ich nun mal den 2. Teil. Es wäre aber schön, wenn sich auch sonst noch jemand zu Wort meldet.

    Teil 2

    Heimatwelt der Genii


    Commander Acastus Kolya ging eiligen Schrittes den langen Tunnel entlang, der zu den Räumen Cowens, dem Anführer der Genii, führte. Er war ein düster blickender Mann Anfang fünfzig mit Narben im Gesicht. Und er hatte Neuigkeiten, die Chief Cowen sicher interessierten.

    Vor der Tür standen die beiden Leibwächter Cowens, die Kolya selbst ausgebildet hatte. Sie salutierten, als Kolya vor der Tür stehen blieb.

    „Ich muss mit Chief Cowen sprechen.“

    Einer der Wächter drehte sich um, öffnete die Tür und ging hinein. Nur einen Augenblick später kam er zurück. „Cowen erwartet dich.“

    Chief Cowen, ein Mann um die fünfzig, mit gelockten rötlichen Haaren und ein paar Pfunden zuviel um die Rippen, saß hinter seinem Schreibtisch und arbeitete einen Stapel Papiere auf. Als Kolya vor seinem Schreibtisch stehen blieb, hörte er mit der Arbeit auf und sah dem Commander fragend ins Gesicht: „Kolya, was kann ich für dich tun?“

    „Einer meiner Spione meldete mir, dass eine Gruppe Soldaten aus Atlantis auf Tallus erschienen ist.“

    Cowen verzog angewidert sein Gesicht: „Du bist doch über unser Abkommen mit ihnen informiert?“

    „Selbstverständlich, aber es ist etwas Persönliches. Gib mir die Erlaubnis eine Eingreifgruppe unter meiner Führung hinzuschicken. Diesmal werden wir vorsichtiger vorgehen und uns nicht überlisten lassen.“

    „Hast du mich nicht verstanden? Wir haben einen Waffenstillstand mit den Atlanter geschlossen. Sie liefern uns das C4, damit wir weiter unsere Atombomben bauen können und wir konnten, bzw. die Atlanter, konnten unseren Prototypen erfolgreich testen. Da die Wraith schon hier waren und unsere Welt nun für leer halten, können wir ungestört weiter im Untergrund an unseren Bomben arbeiten. Wir hätten schon von Anfang an mit ihnen zusammenarbeiten sollen. Es war ein großer Fehler von uns, der viele Opfer auf unserer Seite gekostet hat. Das nun geschlossene Abkommen werde ich auf keinen Fall gefährden. Wir brauchen ja keine Freunde zu werden. Ich befehle dir zum Wohle unseres Volkes deinen Hass zu vergessen.“

    Kolyas Gesicht versteinerte: Aber ...!“

    Chief Cowen sprang aus seinem Stuhl. „Verstanden?“

    „Ja, Sir,“ antwortete Kolya. „Dann erlaube, dass ich zu meinen Rekruten zurückkehre und mit dem Training fortfahre.“

    Cowen setzte sich wieder. „Ja, tue das.“

    Kolya salutierte und ging innerlich kochend vor Wut zurück.

    Niemals! Niemals würde er seine Rache aufgeben. Selbst wenn dieser verfluchte Sheppard nicht dabei war, wollte er die Atlanter nicht ungestraft lassen. Er würde seine Rache bekommen. Entschlossen kehrte er in die Trainingsräume zurück. Schnell rief er vier seiner engsten Vertrauten zu sich und erzählte, was vorgefallen war. Jeder von ihnen hatte durch die Atlanter entweder einen Freund oder sogar einen Verwandten verloren. Sie waren sofort Feuer und Flamme für Kolyas Plan.

    Schon eine Stunde später stand eine Gruppe von dreißig Soldaten abmarschbereit. Offiziell gingen sie zu einem Trainingsplatz auf der Oberfläche. Doch sobald sie die unterirdische Anlage verlassen hatten, befahl er die Richtung zu ändern und zum Stargate zu marschieren und den Planeten Tallus anzuwählen.


    Planet Tallus


    Sheppard und McKay hatten inzwischen den Magistrat Selok den Grund ihres Besuches erklärt.

    Selok hörte aufmerksam zu. „Ich verstehe, warum Sie dieses, wie nannten Sie es ...?“

    „ZPM“, half McKay aus.

    „Dieses ZPM also, brauchen. Wir selbst haben keine Verwendung dafür und würden es Ihnen gerne überlassen, aber wir haben keine Ahnung, wo es sich befindet. Sind Sie sicher, dass das, was Sie suchen, sich auf unserer Welt befindet?“

    „Ziemlich sicher“, erklärte Sheppard.

    „Was ist mit den Höhlen? Und warum befinden sich so viele Zelte hier?“ fragte Teyla.
    „Heute ist Markttag. Die meisten Zelte werden morgen wieder abgebaut. Und in keiner unseren Höhlen haben wir das Gesuchte gesehen.“

    „Erlaubt ihr eine Suche in den Höhlen?“

    „Das muss ich mit den Ältesten besprechen. Die Höhlen sind schließlich unsere Überlebensgarantie. Ich denke aber, sie werden es erlauben, wenn ihr euch mit verbundenen Augen hinführen lasst und auch einen Führer mitnehmt.“

    Die Menschen aus Atlantis sahen sich an und jeder gab sein Einverständnis durch kurzes Nicken bekannt.

    „Ich denke, darauf können wir uns einlassen“, sagte Sheppard. „Und ich verbürge mich für alle Männer und Frauen unter meinem Kommando. Niemand wird Ihr Geheimnis verraten, Magistrat.“

    Sheppard hoffte, dass die Talluser es einmal Ausnahmsweise ehrlich meinten und sie nicht zu hintergehen versuchten, wie die Genii es taten. „Und um unsere guten Absichten zu beweisen, werde ich veranlassen, dass eine große Ladung Medizin und andere nützliche Dinge hergebracht werden.“ Er hatte für so einen Fall vorgesorgt und Kisten in den Jumper laden lassen.

    „Aber Sie haben noch nicht gefunden“, warf Selok ein.

    „Das macht nichts, es ist ein Zeichen unseres guten Willens“, antwortete Sheppard.

    Keiner bemerkte die Gestalt hinter dem Zelt, die sich fort schlich. Die Frau wartete ungeduldig in einem kleinen Zelt. Es war früher Nachmittag und die Sonne warf schon lange Schatten.

    „Wir hatten recht, Rhiana, sie sind aus dem gelichen Grund hier wie wir.“

    „Wußte ich es doch. Es sind die Genii!“

    „Das konnte ich leider nicht heraushören. Was machen wir nun?“

    „Sie wissen nicht, dass wir hier sind und auch nach der Energiequelle suchen. Wir folgen ihnen unbemerkt, und wenn sie finden, was sie suchen, nützen wir den Überraschungsmoment aus und nehmen ihnen das Modul weg. Im Notfall auch mit Gewalt.“

    „Mit Gewalt?“

    „Beruhige dich, Kelan! Wir brauchen sie ja nicht zu töten, auch wenn sie es verdient hätten.“ Rhiana dachte an den letzten Zusammenstoß mit den Genii, der mit dem Tod eines Freundes geendet hatte. Erneut loderte Wut in ihr auf. Samthandschuhe würde sie nicht anlegen. Entschlossen klopfte sie auf ihre versteckte Tasche mit der Waffe darin. Diese war sehr effektiv. Man konnte damit betäuben oder sogar töten. Sie würde sie auf die höchste Stufe der Betäubung einstellen. Das würde den Genii einige Schmerzen beim Aufwachen bereiten.

    Inzwischen sprach Sheppard noch immer mit Selok. Der Magistrat wollte gehen und in etwa einer Stunde zurückkommen. Dann sollte er die Antwort der Ältesten haben. Der Colonel war froh, nicht länger warten zu müssen.

    Er rief einen der Soldaten heran. „Meyers, Sie und Ronon gehen zum Stargate und informieren Dr. Weir in Atlantis. Sagen Sie, dass wir vielleicht noch mehr Medikamente und Gebrauchsgegebenstände für die Talluser brauchen. Teyla und Stackhouse, ihr geht zum Jumper und holt die Kisten. Stackhouse, Sie bleiben dort, weil Sie den Jumper fliegen können. Und ich möchte einen Piloten dort haben. Die übrigen sollen mit Teyla zurückkommen.“

    „Ja, Sir!“ antwortete Stackhouse. „Befürchten Sie Gefahr?“

    „Eigentlich nicht, es ist nur so ein Gefühl“, meinte Sheppard. „Und paßt auf, dass euch auf dem Weg zum Jumper niemand folgt.“

    „Du traust den Tallusern nicht?“ fragte Teyla.

    „Im Grunde schon. Doch Vorsichtig ist immer besser als Nachsicht.“

    „Wir passen auf, Sir“, versprach Stackhouse.

    Während sich alle auf den Weg machten, blieben McKay und Sheppard im Dorf, um die Antwort der Ältesten abzuwarten. Die Stunde verging schnell und als Selok mit einem Begleiter zurückkam, sah Sheppard schon an dessen Gesichtsausdrück, dass sie eine positive Antwort erhalten würden.

    „Das ist Adun“, stellte Selok den jungen Mann vor. „Er ist euer Führer.“

    „Können wir gleich aufbrechen?“ fragte McKay. „Es sind noch einige Stunden bis zur Dunkelheit.“

    Selok sah ihn an, überrascht über die Eile, doch Adun antwortete an seiner Stelle: „Ich habe nichts dagegen, Magistrat.“

    „Gut!“ Selok rief noch vier Männer hinzu. „Sie werden euch bis zum nächsten Eingang mit verbundenen Augen bringen. Adun übernimmt dann die Führung in den Höhlen.“

    Sheppard hatte mit so etwas gerechnet und stimmt zu. Rodney meckerte, doch es blieb ihm keine andere Wahl.

    So kam es, dass sie die nächste halbe Stunde mit verbundenen Augen durch die Gegend stolperten. Die Talluser verhinderten jedoch, dass einer von ihnen stürzte. Vor ihrem Aufbruch hatte Sheppard noch Meyers und Ronon über Funk informiert. Die beiden hatten mit Dr. Weir gesprochen und befanden sich gerade auf dem Rückweg zum Dorf.

    Nach einer halben Stunde endete ihr Marsch und Sheppard hörte Geräusche, wie wenn eine große Platte zur Seite geschoben wurde. Dann mussten sie Holzstufen hinabsteigen. Der Eingang in die Höhlen musste im Boden versteckt liegen.

    Das gleiche Geräusch wiederholte sich und Adun sagte: „Ihr könnte die Binden nun abnehmen.“

    „Danke! Vielen Dank!“ sagte Rodney sarkastisch.

    „Steckt die Bänder ein“, verlangte Adun. „Ihr braucht sie wieder für den Rückweg.“
    Nachdem sie das getan hatten, fragte McKay. „Und nun?“

    „Ich kann euch durch viele Gänge führen“, erklärte Adun.

    „Es ist egal, in welche Richtung wir gehen“, meinte Sheppard.

    Adun ging voran. Nach zwei Stunden murrte McKay. „Das führt doch zu nichts.“

    „Wessen Idee war es denn, heute noch aufzubrechen?“ erkundigte sich Sheppard spitz. Er sah sich um. Die Tunnel erinnerten entfernt an die Abbildungen, die er von den Tok’ra-Tunneln in der Heimatgalaxis gesehen hatte. Die Ränder waren glatt und nirgends gab es Vorsprünge. Immer wieder zweigten Seitengänge ab oder kleine Räume waren in den Wänden untergebracht. Adun erklärte ihnen, dass diese Kammern als Wohnräume benutzt wurden, wenn die Talluser sich bei Gefahr versteckten. Aber niemand von ihnen wusste, wer die Tunnel gebaut hatte. Sie waren einfach da gewesen, also hatten sie sie benutzt.

    Nach einer weiteren Stunde glaubte auch Sheppard, dass sie im Moment nichts finden würden und beschloss die Suche für heute abzubrechen. Adun wollte sie zum nächstgelegenen Ausgang bringen.

    Dort mussten sie wieder die Augenbinden anlegen und Adun öffnete ein verstecktes Felsentor, dass er alleine bedienen konnte, in dem er auf einen verborgenen Hebel drückte. Er führte erst Sheppard, dann McKay ins Freie, weit genug weg vom Eingang, so dass er ihnen erlauben konnte, die Binden abzunehmen.

    Inzwischen war es draußen dunkel geworden. Tallus besaß keinen Mond und es waren Wolken aufgezogen. Ein frischer Wind wehte und ließ sie frösteln. So warm es am Tage war, so kalt schien es in der Nacht zu werden. Und dunkel! Sehr dunkel“ Zum Glück hatten sie Lampen mitgenommen, mit denen sie den Weg ausleuchten konnten.

    Steif gefroren erreichten sie das Zeltdorf und trafen auf die anderen. Teyla, Wagner, Brenner, Ronon und die beiden Wissenschaftler Dr. Zelenka und Dr. Schmid befanden sich in einem ihnen zur Verfügung gestellten Zelt. Selok leistete ihnen Gesellschaft.

    „Colonel, haben Sie etwas gefunden?“ fragte Dr. Schmid.

    Auch Dr. Zelenka, nach McKay der fähigste Stargate-Experte, er stammte aus der Tschechoslowakei, sah die beiden Neuankömmlinge gespannt an.

    „Leider nein! Die Tunnelsysteme sind so ausgedehnt, dass wir wohl noch Tage suchen müssen, wenn wir nicht durch einen Zufall über das Gesuchte stolpern. Morgen werden wir uns in mehrere Gruppen einteilen und systematisch mit der Suche beginnen. Vielleicht haben wir dann mehr Glück.“

    Später zogen sich alle zur Ruhe zurück, denn es versprach ein anstrengender Tag zu werden. Am anderen Morgen standen alle früh auf.

    Sheppard überlegte ob er Stackhouse ablösen lassen sollte und setzte sich heimlich mit ihm über Funk in Verbindung. Doch der Sergeant versicherte ihm, dass es ihm nichts ausmachte alleine im Jumper zu bleiben. Mit allem versorgt war er und es war der sicherste Platz auf dem ganzen Planeten.

    Nach einem ausgiebigen Frühstück bildeten sie drei Zweier-Teams und ein Dreier-Team, die aus Sheppard/McKay, Teyla/Meyers, Ronon/Wagner und Zelenka/Schmid/Brenner bestanden. So hatte jeder der Wissenschafter einen Soldaten zum Schutz dabei. Außerdem bekam noch jede Gruppe ihren Führer.

    Während die Teams aufbrachen, machten sich auch die ersten Nomaden daran, ihre Zelte abzubrechen, denn der Markttag war vorbei. Bei ihrer Rückkehr am Abend würden sie wohl nur noch die regulären Bewohner des Dorfes antreffen.

    Wie am Tag zuvor, war Adun wieder der Führer von Sheppard und McKay. Nach der üblichen Prozedur mit den Augenbinden, setzten sie ihre Suche in den Tunnels fort. Jede Gruppe würde ihr festgelegtes Gebiet absuchen und am Abend in das Dorf zurückkehren. Es sei denn, jemand fand etwas. Dann würden diejenigen die anderen über Funk informieren.

    Gegen Mittag legten die drei ihre erste Rast ein. Proviant und Wasser hatten sie in ihren Rucksäcken mitgenommen. Mit einem tiefen Seufzer setzte sich Rodney auf den glatten Boden und holte sich zuerst einen Riegel Schokolade zur Stärkung heraus.

    „Nennst du das ein ordentliches Essen?“ fragte Sheppard ironisch.

    „Nein, aber es stärkt die Seele.“

    „Die Seele? Ein Stück Schokolade?“

    Rodney ließ sich nicht beirren und kaute genießerisch die Schokolade.

    Sheppard schüttelte den Kopf und holte sich selbst etwas Trockenfleisch heraus und trank Wasser dazu. Auch nicht gerade ein kulinarisches Menü, aber besser als die Schokolade. Zum Nachtisch gab es einen knackigen Apfel.

    Da glaubte er ein Geräusch zu hören. Schon einmal hatte er gedacht hinter sich Schritte zu hören. Er stand auf und ging etwas den Gang zurück, doch niemand war zu sehen. Er musste sich wohl getäuscht haben.

    „Was ist?“ fragte Rodney in nervösen Tonfall.

    „Ich dachte etwas gehört zu haben, habe mich aber wohl geirrt.“

    „Bist du sicher?“

    „Nein, aber wenn du willst, kannst du ja gerne mal nachsehen.“

    „Oh, nein danke, dass überlasse ich gerne dir.“

    Sheppard beließ es dabei. Immer wieder fiel sein Blick bewundernd auf die Tunnelwände, die im hellen blau leuchteten. Seine Hand fuhr über die Oberfläche und er bemerkte die feine und makellose Arbeit. Die Wände erinnerten ihn an etwas, doch sosehr er sich auch den Kopf zermarterte, es viel ihm nicht ein an was sie ihn erinnerten.

    Nach ihrer Pause suchten sie weiter. Gegen Abend - sie waren fast am Ende des Abschnitts, den sie absuchen wollten - blieb Sheppard stehen. Am Boden, der ebenso gleichmäßig und doch rutschfest wie die Wände waren, sah er ein seltsames Zeichen. Er kniete sich hin und studierte es. Es handelte sich ohne Zweifel um ein antikisches Schriftzeichen.

    Sheppard ließ seine Hand darüber gleiten. Wenn sie nur endlich das ZPM finden würden, dachte er dabei. Urplötzlich öffnete sich neben dem Zeichen der Boden und ein schmaler Schacht war zu sehen. Er warf einen Blick hinab und sah eine Leiter nach unten führen. Ohne Zweifel hatte sich die Öffnung auf seinen gedanklichen Befehl hin geöffnet. Manchmal war das Gen in ihm ganz nützlich.

    McKay trat neben ihn. „Was ist das?“

    „Das siehst du doch, oder? Ich sah das Zeichen, fuhr mit der Hand darüber und sprach „Sesam öffne dich“ und genau das tat der Boden dann auch.“

    „Ha! Witzig, wirklich, Sheppard.“

    „Aber genau das habe ich getan. Ich sah das Zeichen und dachte dabei, dass ich endlich das ZPM finden möchte und schwups, der Boden öffnete sich.“

    „Und an so etwas denkst du nun erst? Warum lässt du uns dann durch den ganzen Berg laufen, wenn es so einfach ist?“

    „Mach mal halblang, McKay. Es ist das erste Mal, dass mir so ein Schriftzeichen am Boden auffiel. Gehen wir nun hinunter oder nicht?“

    „Du zuerst! Das ist nämlich ein Sheppard-Ding.“

    „Sheppard-Ding? Was meinst du damit wieder?“

    „Na, den Helden spielen, dass meine ich damit.“

    Manchmal könnte Sheppard McKay wirklich erwürgen, doch er unterdrückte seinen Ärger und leuchtete mit der Lampe nach unten. Es schien nicht sehr weit nach unten zu gehen. Also schwang er sich vorsichtig über den Rand und kletterte die schmale, fest in der Wand verankerte Leiter, nach unten. Kaum hatte er festen Boden unter den Füßen, als auch schon alle Lichter angingen. Vor sich sah er eine Tür, die sich öffnete, als er darauf zuging.

    „Kommt herunter!“ rief er nach oben.

    McKay und Adun stiegen zu ihm herab.

    „Sollten wir nicht die anderen informieren?“ wollte McKay wissen.

    „Erst, wenn wir sicher sind, auch etwas gefunden zu haben. Es könnte nur eine weitere Kammer sein“, meinte Sheppard.

    Gemeinsam gingen sie durch die Tür. Doch zu ihrer Enttäuschung war der Raum leer und nur winzig. Sie konnten gerade darin stehen. Plötzlich drehte sich alles um sie herum und ein Gefühl, als würden sie nach unten gezogen stellte sich ein.

    „Ein Aufzug“, erkannte McKay und beruhigte sich sofort wieder.

    Kaum merklich blieb der Lift wieder stehen und entließ sie in einen großen Raum, von dem viele Türen abgingen.

    „Nun bin ich sicher, dass wir etwas gefunden haben“, meinte Sheppard. Er griff nach seinem Funkgerät und aktivierte es, doch außer Rauschen war nichts zu hören. „Etwas stört den Empfang. Wir müssen nach oben gehen.“

    „Vorher werfe ich aber einen Blick hinter diese Türen“, meinte Rodney und ging schnurstracks auf die erste Tür zu.

    Sheppard ging auf eine andere Tür zu, die sich vor ihm öffnete. Sofort gingen weitere Lichter an, die Anlage erwachte zum Leben. Sheppard sah Computer-Anlagen, wie sie es in Atlantis gab. Dies war ohne Zweifel ein kleiner Außenposten der Atlanter.

    Sheppard schlug sich an die Stirn. Nun wußte er auch woran ihn die Tunnelwände erinnerten: an die Anlage in der Antarktis. Warum hatte er nicht früher daran gedacht.
    „Hierher, Sheppard!“ hörte er McKay rufen.

    Er fand ihn in einem kleinen Raum, der außer einem sehr bekannten Stuhl nichts enthielt. Es war der gleiche Stuhl, wie es einen in dem Außenposten in der Antarkis auf der Erde gab und auch in Atlantis. Überwältigt ging er in den Raum, gefolgt von Adun, der aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

    Sheppard konnte nicht widerstehen und setzte sich in den Stuhl. Sofort schaltete sich die Energie ein. Der Stuhl reagierte auf seine Anwesenheit.

    „Fantastisch!“ schwärmte McKay.

    Der Colonel stand wieder auf und ging zu der Stelle, wo normalerweise die ZPM waren. Er fuhr mit der Hand darüber und ein ZPM erschien. Es war voll geladen.

    „Ich glaube es nicht!“ rief McKay aus. „Wir haben es gefunden!“

    Auch Sheppard strahlte. Endlich waren sie am Ziel. Er blickte auf Adun, doch der Talluser stand nur staunend da. „Was ist das?“ fragte er.

    „Das ist ein ZPM, dass, was wir gesucht haben“, erklärte McKay ihm. „Wir werden es mitnehmen.“

    „Der Rat der Ältesten und der Magistrat haben das erlaubt. Es hört euch“, sagte Adun.

    „Irrtum!“ Die Stimme ihn ihrem Rücken ließ sie erstarren, doch bevor sie reagieren konnten, traf sie etwas mit ungeheurer Wucht und ließ sie betäubt zu Boden fallen.

    Am Eingang tauchten Rhiana und ihr Begleiter Kelan auf. Ohne Mitleid sah die Frau auf die drei betäubten Männer hinab. Die Schmerzen würden groß sein, wenn sie wieder erwachten, sonst aber unverletzt sein. Aber dann würden sie schon längst über alle Berge sein.

    Kelan ging zu den drei Männern, zwei Genii und ein Dorfbewohner, und untersuchte sie. Rhiana konnte sehr rücksichtslos sein wenn es notwendig war, doch er wollte niemanden töten. Er war Wissenschafter und kein Mörder. Sie hatten schließlich gefunden, was sie suchten.

    Als letzten untersuchte er den jungen drahtigen Genii, der wohl der Anführer war. Sie waren den dreien den ganzen Tag über heimlich gefolgt. Zweimal wären sie von dem Offizier fast entdeckt worden, hatten sich im letzten Augenblick aber verstecken können.

    Er fühlte den Puls des jungen Mannes, alles war in Ordnung. Er wollte schon zu Rhiana gehen, als ihm etwas auffiel. Aus einer der Taschen lugte ein Gegenstand heraus, den Kelan nur zu gut kannte, aber nie bei einem Genii vermuten würde. Er holte ihn hervor, um sicher zu gehen.

    Tatsächlich, ein Lebenszeichendetektor der Alten.

    „Rhiana! Dieser hier hat das bei sich. Sieh es dir an.“

    Die Frau trat zu ihm und warf einen Blick darauf. „Ohne Zweifel gestohlen!“

    „Mag sein, aber du weißt, dass nur die Alten ein solches Gerät benutzen können. Es ist nutzlos für einen Genii. Warum trägt er das mit sich?“

    Sie durchsuchten die beiden anderen, doch nur bei den zweiten Genii fanden sie noch Geräte der Alten. Das gab nun auch Rhiana zu denken. Sie sah sich die beiden genauer an. Sie waren nicht wie die Genii gekleidet, die sie sonst getroffen hatten. Es war ohne Zweifel ein Uniform, die sie trugen, doch so fremdartig, wie sie sie noch nie gesehen hatte. Am rechten Arm bemerkte sie verschiedene Abzeichen, doch links das gleiche: Ein Wort, dass sie nicht lesen konnte und darunter ein Symbol, dass nur ein Stargate sein konnte.

    „Ich muss mich wohl doch mit ihnen unterhalten, oder zumindest nur mit diesem“, sie zeigte auf den Anführer. In ihrem Gepäck befand sich ein schmales, aber festes Seil. Das schnitten sie in drei Teile und fesselten den Männern die Hände auf den Rücken. Dann holte sie ein Injektionsgerät hervor.

    „Oh! Das kann ihm schaden“, meinte Kelan.

    „Ach was! Er ist ein junger und starker Mann. Sein Herz wird es schon verkraften. Und wenn nicht ...!“

    „Rhiana! Vielleicht ist er kein Genii!“

    „Aber ein Dieb auf alle Fälle“, sie ignoriert Kelans Einwürfe und injizierte dem Mann den Inhalt der Ampulle. Wie erwartet dauerte es nur wenige Augenblicke, bis er die ersten Lebenszeichen von sich gab.

    Rhiana musterte sein Gesicht. Eigentlich sah er sehr gut aus. Schade, dass er ein Dieb war.
    Das erste, dass Sheppard fühlte, war ein Schmerz, der ihm das Gefühl gab, auseinandergerissen zu werden. Jeder Muskel und jeder Nerv in seinem Körper schmerzte. Was war passiert?

    Stöhnend versuchte er sich aufzurichten, doch das schaffte er nicht. Er wartete einen Augenblick und versuchte die Augen aufzuschlagen. Noch immer tat alles weh, doch er blickte gebannt in das Gesicht einer jungen wunderschönen Frau mit langen dunklen Haaren, die ihn interessiert musterte.

    „Wer bist du?“ fragte sie.

    Automatisch und ohne groß zu überlegen antwortete er: „Colonel John Sheppard vom Planeten Erde.“

    Mit Absicht hatte Rhiana ihn das sogleich gefragt, bevor er seine Sinne richtig beisammen hatte. Meist antwortete man da automatisch. Was er sagte, ließ sie aufhorchen. Planet Erde! Diesen Namen kannte sie aus alten Legenden. Hmm! Also kein Genii, aber was waren die beiden dann?

    „Ihr seid keine Genii?“ fragte sie.

    „Genii! Nein“, an seinem Gesichtsausdruck sah sie, dass er noch Schmerzen hatte, diesen jedoch unterdrückte. „Die Genii würde ich nicht als Freunde bezeichnen.“ Er versuchte erneut aufzustehen und bemerkte erst da, dass seine Hände mit einem Strick nach hinten gefesselt waren.

    Sein Blick fiel auf die beiden anderen Männer. „Was ist mit McKay und Adun? Was hast du mit ihnen gemacht? Wer bist du überhaupt? Mit welchem Recht nimmst du uns gefangen? Wir haben dir nichts angetan.“

    „Ich heiße Rhiana Remor und woher ich komme spielt keine Rolle. Ihr, auf jeden Fall seid Diebe, die die Schätze der Alten rauben.“

    „Ach ja! Und was machst du?“

    „Ich werde das Energiegerät der Alten mitnehmen und in Sicherheit bringen.“

    „Und dann nennst du uns Diebe? Bitte, du musst uns das ZPM lassen. Wir brauchen es zum Schutz von Atlantis.“

    Rhiana horchte erneut auf. Hatte er da gerade Atlantis gesagt? Meinte er damit etwa die legendäre Stadt der Alten, die sie und ihr Volk schon so lange vergeblich suchten?

    Sheppard seinerseits versuchte die Frau und ihren älteren Begleiter einzuordnen. Sie machte den Eindruck einer Kriegerin, während der Mann mehr wie ein ... Wissenschaftler aussah. Sie waren ganz sicher keine Talluser, aber auch keine Genii. „Atlantis ist die alte Stadt der Antiker, in der wir seit über einem Jahr leben. Wir sind von der Erde gekommen, dem Ursprungsort der Antiker. Vor Millionen von Jahren verließen die Antiker die Erde mit der Stadt Atlantis und kamen hierher in diese Galaxis. Doch dann kamen die Wraith und die letzten überlebenden Antiker kehrten zur Erde zurück. Das war vor über 10.000 Jahren. Wir sind ihre direkten Nachkommen und fanden den Weg durch das Stargate zurück nach Atlantis. Ohne die Energie eines ZPM können wir jedoch nicht heimkehren. Außerdem haben uns die Wraith vor Wochen angegriffen. Wir vernichteten drei Mutterschiffe, einige Kampfkreuzer und viele ihre Gleiter. Aber ohne Energie sind wir auf Dauer unterlegen. Mit Hilfe des Energie-Moduls können wir den Schutzschild aktivieren oder uns sogar zurück auf den Boden des Ozeans begeben. Darum brauchen wir das ZPM.“

    „Du behauptest also, dass deine Heimatwelt die Ursprungswelt der Alten ist? Willst du das damit sagen?"

    „Wenn du mit Alten die Antiker meinst, dann ja!“

    „Und ihr habe drei Mutterschiffe und ihre Armada vernichtet?“ fragte Kelan ungläubig.
    „Mit etwas Glück und großen Opfern gelang uns das“, bestätigte Sheppard. „Und mit dem ZPM könnten wir uns dauerhaft schützen und auch die Wraith wirksam bekämpfen. Wir könnten Verbündete werden. Gerne werden wir unser Wissen mit euch teilen. Du kannst uns sogar nach Atlantis begleiten und dich überzeugen.“

    Rhiana erhob sich und unterhielt sich leise mit Kelan. Sheppard versuchte sofort seine Fesseln zu lockern, doch die beiden hatten gute Arbeit geleistet. Je mehr er sich bemühte, desto fester zogen sich die Stricke um seine Handgelenke zusammen. So gab er schließlich frustriert auf.

    „Was ist mit meinen Freunden?“ rief er den beiden zu.

    „Sie sind nur bewusstlos und wachen in ein paar Stunden auf.“ Rhiana konnte sich nicht entscheiden ob sie Sheppard glauben sollte. Es wäre ungeheuerlich, wenn er die Wahrheit sprach. Schließlich entschied sie Sheppard und das Energiemodul auf ihren Heimatplaneten mitzunehmen.

    „Du wirst uns begleiten und meinen Leuten einige Fragen beantworten. Aber keine Sorge, wenn das, was du erzählt hast, wahr ist, hast du nichts zu befürchten.“

    „Und meine Freunde? Ihr könnt sie nicht so hilflos liegen lassen.“

    „Na, schön! Wir befreien sie. Bis sie aufwachen, sind wir schon weg“, sagte die Frau.
    Kelan schnitt die beiden los und half Sheppard dann auf die Beine. „Ihr könnt ruhig meine Fesseln auch lösen“, sagte er.

    „Für wie dumm hältst du uns?“ fragte Rhiana. Kelan hatte inzwischen das begehrte ZPM geholt, was Sheppard maßlos ärgerte. Sollte es wirklich passieren, dass ihnen zum zweiten Mal ein ZPM von fanatischen Eingeborenen vor der Nase weggeschnappt wurde, die ihn dann auch noch entführten?

    Im Moment konnte er nichts daran ändern. Die beiden zwangen ihn nach draußen. Mit dem Aufzug ging es nach oben. Die Leiter hoch mit gefesselten Händen war nicht einfach, doch Rhiana war nicht bereit ihn loszuschneiden. Schließlich schaffte er es mit Kelans Hilfe hochzuklettern. Rhiana stand oben und zog ihn hoch.

    Mit traumwandlerischer Sicherheit fanden die beiden ihren Weg durch die Tunnel bis zu einem Ausgang. Inzwischen war es draußen dunkel geworden. Die anderen Teams waren bestimmt schon erfolglos zum Dorf zurückgekehrt und würden ihn und McKay vermissen. Er hoffte, dass schon Suchteams unterwegs waren.

    Auf dem Weg zum Sternentor mussten sie am Dorf vorbei. Kein Suchteam kam ihnen entgegen. Auf der Anhöhe über dem Dorf blieb Rhiana plötzlich stehen und packte Sheppard. Durch die Fesseln behindert krachte er hart auf den Boden und blickte die Frau böse an.

    Die holte jedoch ein Fernglas heraus und beobachtete das Dorf. „Da stimmt etwas nicht, Kelan. Die Leute sind zwar wie die Dorfbewohner bekleidet, doch sie bewegen sich wie Soldaten.“

    Auch Kelan blickte durch das Fernglas. „Darf ich auch mal?“ fragte Sheppard.

    Rhiana hielt ihm das Glas an die Augen und stellte es auf seine Stärke nach seinen Wünschen ein. Er konzentrierte sich auf die Leute im Dorf. Auf den ersten Blick sah es normal aus. Doch dann sah er etwas aufblitzen. Die Dorfbewohner waren bewaffnet.

    „Sie sind bewaffnet“, sagte Sheppard.

    „Sind das deine Leute?“, fragte Rhiana.

    „Nein, die würden sich nicht als Dorfbewohner verkleiden.“ Plötzlich sah er deutlich das Gesicht eines der Männer vor sich. In seinem Magen bildete sich ein Knoten und Sheppard glaubte zu träumen. „Kolya!“

    „Kolya?“ fragend blickte Rhiana ihn an.

    „Das sind Genii!“

    Was war geschehen?

    Fortsetzung folgt

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