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    Hi erstmal,
    Ich habe mich in den letzten Tagen als "Autor" betätigt und versucht meine eigene Sci-Fi-Welt als Roman umzusetzen. natürlich kann man in drei Tagen keinen Roman schreiben aber der Prolog ist bereits fertig. Ich würde gerne von euch wissen wie euch der Anfang gefällt ob es mir gelungen ist genügend Spannung aufzubauen und damit verbunden die Frage: Würdet ihr weiter lesen oder das Buch sogar kaufen? Ich bin natürlich auch für jede Art von Verbesserungsvorschlägen offen.
    Schonmal danke für die Antworten und viel Spaß beim Lesen.
    P.S. für eventuelle Rechschreib- und Grammatikfehler muss ich mich entschuldigen.
    Prolog

    Harry öffnete die Augen aber es war keine Veränderung zu erkennen, kein Licht erreichte die Netzhaut. Es war dunkel, unvorstellbar ruhig und eisige Kälte durchdrang jede Zelle seines Körpers. In seiner Orientierungslosigkeit dauerte es einige Augenblicke bis er realisierte dass er sich nicht in einem luftgefüllten Raum befand sondern dass er in Wasser zu schwimmen schien. Diesen Einfall musste er verwerfen da ihm ebenso langsam bewusst wurde, dass er, worin auch immer er sich befand, träge und schleppend atmen konnte, doch fühlte es sich seltsam kalt und schwer in den Lungen an.
    Von dieser Tatsache derart überfordert schien sein Gehirn zurück in einen tieferen Dämmerzustand verfallen zu wollen als ihm plötzlich ein seltsamer Gedanke kam. Warum geriet er nicht in Panik?
    Wie eine unverhoffte Antwort auf diese quälende Frage glaubte er plötzlich etwas zu sehen. Nichts genaues zwar aber, schien es als wären seine Augen zurück zum Leben erwacht. Ein blasses Schimmern, so leicht und unscheinbar zwar dass es unmöglich in seiner Farbe zu bestimmen war, aber trotzdem da. Und es breitete sich aus. War es anfangs nur ein als leichter Punkt in der Mitte seines Blickfeldes zu erkennen lag es nun bereits über ihm wie eine Wand aus gräulich schimmerndem Nebel.
    Mittlerweile zeichneten sich auch die Konturen seiner Umgebung ab. Stahl-graue Metallwände umgaben ihn. Sofort formte sich in Harrys Kopf das Bild eines Sargs und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, doch war es viel weniger die Vorstellung in einem Sarg zu liegen sondern vielmehr das Wort „Sarg“ an sich war es das ihn nicht mehr losließ. Stasesärge kamen ihm in den Sinn, die man benutzte um die gewaltigen Zeiträume interstellarer Reisen zu überbrücken. Hatte er sich auf eine solche Reise begeben? Warum?
    Seine Gedanken wurden jäh beendet. Ein leises Zischen war zu hören und eine Glaswand schien sich von der Decke des Sarges zu lösen und glitt auf ihn zu. Schnell jedoch verstand Harry das es sich um die Flüssigkeitsöberfläche der langsam aus der Kammer gesogenen Nährlösung handelte. Als die Luft ihn erreichte war er beinahe überrascht wieder mit echte Atemluft konfrontiert zu sein doch sehr schnell presste er instinktiv synthetischen Saft aus seinen Lungen und füllte sie so weit es nur ging mit Sauerstoff nur um sehr schnell in einen starken Hustenanfall wieder geleert zu werden.
    Noch während er sich von dem eigentümlichen Saft zu befreien versuchte hob sich mit pneumatischem Zischen der „Sargdeckel“, glitt zur Seite und gab einen schwach beleuchteten Raum frei. Die undeutlichen Umrisse eines Menschen schoben sich ins Bild und verharrte ruhig. Als die Harrys Augen es endlich schafften scharf zu stellen erkannte er eine Frau die neben seinem Sarg zu stehen schien und ihn anlächelte. Er erkannte ihr bleiches aber lächelndes Gesicht nicht sofort aber ihm war von Anfang an klar das er sie nicht zum ersten mal sah.
    „Sarah.“, sagte sie mit leicht belustigter Stimme.
    „Wie bitte?“, versuchte Harry zu antworten doch ein weiterer Hustanfall machte seine Mühe zunichte, doch sie hatte scheinbar trotzdem verstanden.
    „Sarah“, wiederholte sie, „ ich bin Sarah Ford. Geht es dir gut?“. Er dachte kurz darüber nach, und eigentlich war er sich gar nicht sicher ob es ihm gut ging, doch zu einer Antwort kam er nicht denn Sarah Ford hatte sich wieder entfernt. „Ihre Erinnerungen kommen gleich wieder. Das erste Mal ist immer das Schlimmste. Da liegt ein Handtuch und trockene Sachen für sie.“
    Er kam nicht dazu irgendetwas zu erwidern denn er hörte das Leise Schließen einer automatischen Tür und dann war wieder alles still. Die Beruhigungsmittel die er durch die Nährlösung in sich aufgenommen hatte verloren mittlerweile ihre lähmende Wirkung und er fühlte sich stark genug um sich aufzurichten. Erst jetzt realisierte er dass er von Bandagen fixiert worden war doch als die elektronische Automatik seine Bewegungsversuche bemerkte lösten sie sich sofort und zogen sich in den Stasesarg zurück.
    Es fiel ihm nicht einfach aufzustehen, beim ersten mal wurde ihm sogar so schwindelig dass er abrutschte und unsanft auf dem Rücken landete. Schließlich gelang es ihm, auf die Hände gestützt aus dem Sarg heraus zu kriechen. Er sah sich um und fühlte sich in seiner Annahme bekräftigt: Er musste sich auf einem Sternenschiff oder einer Raumbasis befinden denn hier war alles auf Funktionalität ausgelegt wie man das von Sternenschiffen kannte, zumindest von Bildern.
    Harry setzte sich auf einen Hocker der direkt neben ihm stand denn seine Beine, wenn auch kräftig und durch trainiert fühlten sich schwach und schwer an. Während er in Gedanken versunken dasaß fiel ihm ein Schriftzug ins Auge. Jule Verne stand da und darunter in deutlich kleineren Lettern: Mars 2284. Er befand sich also auf einem Schiff namens Jule Verne das 2284 im Orbit des Mars gebaut worden war, oder er befand sich in einer Station im Orbit des Mars die im Jahr 2284 gebaut worden war. Er versuchte seiner Umgebung irgendwelche Informationen zu entlocken, doch die sterile Umgebung in hellen Grautönen gestaltet gab nichts dergleichen preis.
    Jetzt fiel sein Blick auf einen großen Spiegel der in die Wand gegenüber der Tür eingelassen war oder vielmehr auf sich selbst. Was Harry sah war ein relativ großer Mann um die 45 Jahre durch mit von der ewigen Dunkelheit des Raum verblasster und von Nährlösung auf gequollener Haut. Seine kurz geschorenen schwarzen Haare wirkten befremdlich. Er hatte noch vor kurzem lange Haare gehabt.
    Sehr langsam kehrten mit dieser Erkenntnis alte Erinnerungen zurück, jedoch vorerst nur an die Zeit kurz vor dem Abflug. Hatte er auf einem Sternenschiff angeheuert? Er konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, er wusste nur dass er sich auf alle Fälle dieser Entscheidung mittlerweile nicht mehr sicher war. Noch immer in Gedanken versunken trocknete er sich mit dem Handtuch ab und streifte sich die wenig formelle Uniform über die er fein säuberlich zusammengelegt vor fand. Es war ein langer Mantel in strahlendem Blau der eher an einen Pyjama erinnerte als an Arbeitskleidung. Nur eine kleine Manschette die den Namen des Schiffes trug zeigte die Zugehörigkeit zu einer Mannschaft. Die Raumfahrer hatten seltsame Gebräuche, das war bekannt. Außerdem gehörten leichte Lederstiefel und ein Gürtel der eine ganze Menge Werkzeug mit dem er sich jedoch jetzt ganz und gar nicht beschäftigen wollte zu seiner Ausrüstung.
    Als er sich komplett bekleidet hatte und sich selbst im Spiegel betrachtete machte sich mehr und mehr Sorgen in ihm breit. Bisher hatten die Beruhigungsmittel der Nährlösung diese Gefühle unterdrückt doch sie waren wohl bereits gänzlich abgebaut. Eher aus Verzweiflung als aus einem logischen Entschluss heraus stemmte er sich auf die zittrigen Beine und beschloss sich selbst ein Paar Antworten zu suchen.
    Er betrat einen Gang der eher an den schwach erleuchteten Stollen eines Bergwerks erinnerte als an das Innere eines Raumschiffs. Zwar war alles hier wie im Schläferraum klinisch sauber doch waren die Gänge zum einen sehr eng und außerdem war das Schiff wohl angewiesen nur den Teil des Ganges zu beleuchten in denen sich gerade ein Mensch befand und so lag alles was mehr als 10 Meter von ihm entfernt war in tiefem Schwarz.
    Harry zögerte. Ein Sternenschiff war kein sicherer Ort für jemanden der über keinerlei Ortskenntnisse verfügte, soviel war klar. Warum er sich schließlich entschied weiter zu gehen anstatt wieder in den Schläferraum zurückzukehren wusste er selbst nicht genau aber dieses Problem löste sich ohnehin als sich fast unhörbar leise kurz vor ihm eine Luke öffnete die Harry wahrscheinlich sonst übersehen hätte und die Frau die sich als Sarah vorgestellt hatte stand plötzlich direkt vor ihm.
    Sie trug eine ähnlichen Mantel wie Harry nur war ihrer mit einigen stählernen Orden verziert und deutlich enger geschnitten. Sarah überragte Harry um einige Zentimeter, sie war deutlich vom Leben bei geringer Schwerkraft gezeichnet. Ihr Haar trug sie nach Mode der Raumfahrer in langen Rasterlocken die sie mit einem Stück Klebeband zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte. Ihre unnatürlich tief schwarzen Augen musterten Harry bedächtig und als Harry zurück sah viel ihm schockiert das metallene Implantat an der Rückseite ihres Halses auf, das ihr direkten Kontakt zu einem Computer via Uplink gewähren konnte.
    Bei dem Gedanken dass hunderte winziger kleiner Drähte in ihren Kopf krochen verspürte er ein leichtes Gefühl von Ekel. Insgesamt bot sie einen sehr befremdlichen Anblick, zumindest für jemanden der nicht im Weltraum aufgewachsen war und soweit glaubte Harry sich an seine Vergangenheit zurück erinnern zu können. Wieder zeichnete sich auf Sarahs Gesicht das selbe zufriedene Lächeln, das sie an den Tag gelegt hatte als sie ihn im Stasesarg beobachtet hatte.
    „Du erinnerst dich noch immer nicht, hab ich Recht?“, fragte sie.
    „Nein, nicht wirklich.“ und nach einer kurzen Pause: „Wo bin ich und was tue ich hier?“.
    Seelenruhig begann sie in ihrer Manteltasche zu wühlen kramte eine Schachtel Zigaretten hervor. „Rauchst du?“, fragte sie.
    „Ähm, ehrlich gesagt weiß ich das nicht genau.“.
    Einen kurzen Moment schien sie sehr belustigt, doch als sie Harrys ernsten Gesichtsausdruck sah verschwand das Lächeln und sie zündete sich eine Zigarette an.
    „O.K. Ich gebs zu, dieser Witz ist uralt. Wir befinden und auf der Jule Verne im Orbit des Planetoiden Bay Nine. Wir waren knapp dreiunddreißig Jahre auf Reisen und schreiben jetzt das Jahr 2389.“
    Sie wartete eine Reaktion ab und schien genauso überrascht wie Harry das er weder schockiert noch wütend war noch irgendwie sonst negativ reagierte. Also beschloss Sarah das Gespräch fortzusetzen.
    „Wir haben also vor 33 Jahren Casimir verlassen und befinden uns jetzt im 19. System, dem Sternensystem in dem die Welt Huko liegt.“.
    „Ich will sie nicht unterbrechen, aber hauptsächlich interessiert es mich warum ich hier bin.“
    „Du hast auf Casimir bei uns angeheuert.“ Sie überlegte kurz. „Ich habe eine Idee, wir gehen nach unten in den Stauraum, da liegen ihre persönlichen Sachen. Das wird die Stase-Amnesie vielleicht beenden.“ In großen ungeschickten Schritten ging sie den Gang entlang und Harry musste ihr in Ermangelung einer besseren Alternative folgen.
    „Welche Aufgabe werde ich an Bord übernehmen?“, frage er. „Kybernetiker. Du erinnerst sich nicht an dein Kybernetikstudium, nicht wahr?“.
    „Das ist nicht verwunderlich, oder?“, antwortete Harry.
    „Nein wahrscheinlich nicht.“, sagte sie und blies den Rauch ihrer Zigarette vor sich her. Harry war sich nicht sicher aber er glaubte einen leichten Geruch von Gras in den Rauchschwaden zu erkennen aber er hielt es für das beste sie nicht darauf anzusprechen. Stattdessen konnte er sich über dieses Völkchen der Raumfahrer nur noch mehr wundern. Er musterte Sarah von unten nach oben und versuchte seine Augen daran zu hindern ständig an der kleinen Metallbox an ihrem Nacken hängen zu bleiben. Sie war keine auffallend schöne Frau, aber Harry konnte sich nicht helfen, irgendwie mochte er sie.
    „Wo ist eigentlich der Rest der Besatzung?“, fragte Harry plötzlich, denn Sie waren während ihrer gesamten Wanderung durch das Habitat keinem einzigen Menschen begegnet.
    „Der befindet sich noch in Stase in den Decks über uns. Wir sind die einzigen beiden die bereits wach sind, ich hielt es für das beste dich früher zu wecken denn die meisten Staseneulinge brauchen oft Stunden um sich von der Reise zu erholen.“
    „Wird das irgendwann besser?“
    „Ja, nach der dritten oder vierten Stase endet die Amnesie schon nach wenigen Sekunden. Der Biorhythmus ist dann besser an all das gewöhnt.“
    „Ist das was mit mir gerade passiert denn noch normal?“, fragte Harry leicht besorgt.
    „Ja, natürlich. Wer dreißig Jahre schläft braucht sich über einen kurzzeitigen Gedächtnisverlust nicht zu wundern, immerhin wurde das Wissen das in ihrem Kopf gespeichert ist sehr lange nicht benutzt.“
    Harry fühlte sich nicht wirklich erleichtert jedoch beschloss er sie nicht weiter über das Thema auszufragen. Mit einem mal bog sie nach rechts ab und sie standen vor einem Lift der sie als sie ihn betraten auf Magnetfeldern schwebend in die Tiefe des Schiffes hinab ließ. Offenbar wusste der Aufzug bereits wo die beiden hin wollten, wahrscheinlich hatte er ihre Unterhaltung mitverfolgt denn er hielt sofort drei Stockwerke weiter unten an, ohne dass Sarah ihm ein Kommando hätte geben müssen. Vielleicht, überlegte Harry, und ihm war gar nicht wohl bei dem Gedanken hatte Sarah aber auch direkt über ihr Hirn auf den Computer zugegriffen.
    Sie erreichten einen Raum der nur als Lagerraum bezeichnet werden konnte, denn er war voll gestellt mit Regalen, in denen die seltsamsten Dinge gestapelt waren.
    „Was ist die Aufgabe der Jule Verne?“
    „Wir sind ein Bauschiff, wir helfen den äußeren Kolonien beim Ausbau ihrer Infrastruktur. In diesem Fall liefern wir Teile und assistieren bei der Endmontage des 2. Weltraumflughafens im 19. System.“
    Die beiden blieben vor einem Spind der die Nummer 239 stehen.
    „Bedeutet das, dass sich mehr als 200 Menschen an Bord befinden?“, fragte Harry.
    „Ja, 320 dürften es momentan sein.“ Harry war beeindruckt. Die Jule Verne musste ein sehr großes Sternenschiff sein. „Erinnern sie sich an ihren Code?“, fragte Sarah und Harry schüttelte den Kopf.
    Sie schloss die Augen und schien sich zu konzentrieren und nach einigen Sekunden knackte das Schloss. „Hast du gerade...“, „Ja, mit meinen Gedanken auf das Sicherheitssystem zugegriffen. Du warst auch als wir uns kennen gelernt haben ziemlich verwirrt davon.“
    Ohne weiter zu zögern wandte sich Harry der Tür zu und öffnete sie. Die erhoffte Erleuchtung blieb aus. Vor ihm lag ein Kleiner Haufen unordentlich zusammengelegter Klamotten und ein Paar billiger Turnschuhe, außerdem hing ein Foto an der Türinnenseite das Harry zusammen mit einem Mädchen zeigte an das er sich jedoch beim besten Willen nicht erinnern konnte.
    „Der Rest seiner Sachen liegt im Frachtbereich, da kommen sie erst ran wenn wir entladen haben.“, sagte Sarah, und nach einer kurzen Pause: „Erinnerst du dich schon an was?“
    Doch Harry hörte ihr nicht zu. Er hatte seine Aufmerksamkeit auf einen Blechkasten gerichtet den er am Boden des Schranks gefunden hatte. Plötzlich traf es ihn wir ein Schlag in den Magen. Sie mussten alle sterben. Mit einem tausend mal geübten Bewegung tippte er eine kurze Sequenz auf dem unsichtbaren Tastenfeld ein und aktivierte die Bombe. In seinen letzten Sekunden drehte er sich zu Sarah um.
    Sie erinnerte ihn an Hannah. Im nächsten Moment wurde die Jule Verne von innen heraus zerrissen.
    Zuletzt geändert von pflosse; 05.01.2010, 15:26.

  • #2
    Klingt interessant und ich würde gern mehr lesen.Das Ende kommt überraschend..gefällt mir.
    hast dir wirklich Mühe gegeben...es fehlt weder an Detail noch an Story...mach weiter so!
    "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion." Voltaire

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    • #3
      Ich bin froh das der Anfang bisher schon mal gefällt...
      ich wollte noch hinzufügen das die Namensgebung noch nicht endgültig ist... wenn irgendwem ein besserer Name für Harry und vor allem Sarah (bei ihr vielleicht was "spaciges") würde ich mich über Vorschläge sehr freuen.

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      • #4
        Bitte nicht als Gemecker sondern als ernstgemeinten Hinweis verstehen: Einen derart langen Text ohne Absätze empfinde ich persönlich als nahezu unlesbar.
        B5-Musikvideo gefällig?
        Oder auch BSG?

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        • #5
          Hier kommt Kapitel 1

          Ich muss gleich wieder dazu sagen dass das nur eine "Testversion" des 1. Kapitels ist, ich werde also sicher noch einige Teile verändern und auch sicher noch etwas hinzufügen, das hier ist nur des wesentliche Rahmen.
          Ich wollte vor allem fragen ob meine Schilderung einer futuristischen Gesellschaft glaubwürdig erscheint.
          Viel Spaß beim lesen!

          I
          Erde

          Das Earth war ein schäbiger kleiner Club an der Ecke wo die Branniganstreet in die Harrison Avenue einmündete. Gary der Barkeeper hatte Thomas schon seit einigen Stunden im Visier, denn es schien ihn zu stören wenn Leute die nicht zu seinen Stammgästen gehörten bis lange nach Mitternacht in seinem Lokal blieben, noch dazu alleine, doch wusste Thomas nicht wohin er an den Abenden gehen sollte seit die Bar gegenüber seines Wohnblocks geschlossen hatte.
          Vielleicht hatte Gary auch einfach Probleme damit wenn seine Gäste zu betrunken waren. Thomas war zu betrunken. Als er beschloss zu gehen war es viertel nach 6 und die Sonne war draußen bereits aufgegangen.
          Thomas wankte durch den knöcheltiefen Morast die Branniganstreet entlang, vorbei an Drogenkonsumenten die mit sich selbst zu faseln oder bewusstlos schienen- einige die wohl Koks oder LSD genommen hatten, aber auch viele voll gepumpt mit der Modedroge Brainstorm. Ihr wurde nachgesagt sie würde nicht nur den Verstand erweitern sondern angeblich auch die Intelligenz fördern sollte und obwohl die Mediziner sich einig waren dass der Stoff keinerlei solche Wirkung hatte schworen einige Künstler und Intellektuelle auf ihre Wunderdroge.
          Ein offenbar defekter Androide humpelte an Thomas vorbei und widmete ihm ein mechanisches „Guten Morgen, Sir!“. Das sonst immer makellose Gesicht war von tiefen Kratzern gezeichnet durch die Drähte und Glasfaserkabel zu sehen waren. Man konnte nur mutmaßen dass sein menschlicher Besitzer mehrmals seine Wut an seinem absolut loyalen Diener ausgelassen hatte.
          Das fade Licht der Lumigloben die an dünnen Kabeln hängend über der Straße zu schweben schienen spiegelte sich in den Wasser und Öllachen auf dem Boden. Ein grauenhafter Gestank von verwesendem Müll lag in der Luft den auch die Beimischung von Geruchsstoffen aus Duftspendern die alle paar Meter an den Hausfassaden aus buntem Kunststoff klebten konnte ihn nicht überdecken.
          Als es ihm schließlich übel wurde, teils wegen des Geruchs der seine Nase und Atemwege füllte, teils wegen Bier und Schnaps die schwer im Magen lagen übergab er sich gegen einen alten Laternenpfahl gestützt. Gerade als er sich wieder in Bewegung setzte war ein lauter Knall zu hören. Irgendetwas hatte nicht allzu weit entfernt die Schallmauer durchbrochen, und sich wahrscheinlich auf den Weg ins All gemacht. Als Thomas den Kopf hob und das leuchten eines Raketentriebwerks am Horizont entdeckte, dass gerade in die dichte Wolkendecke eintauchte stolperte er über die rostigen Überreste eines Fahrrads und landete mit den Händen voran auf dem Boden.
          Als er wieder auf die Beine gekommen war blickte der an sich herunter und stellte fest das es sich die Hose komplett ruiniert hatte. Nichteinmal die Wasser abweisende Beschichtung schien diesem schwarzen Schlamm gewachsen zu sein.
          Fluchend machte er sich auf den Heimweg, vorbei an Passanten, die meisten von ihnen in Rollstühlen denn nur wenige machten sich die Mühe wirklich selbst zu laufen. Es war ein wirklich warmer Montag Morgen und Thomas bereute es die nicht-temperaturgeregelte Jacke mitgenommen zu haben denn langsam bildeten sich bereits Schweißperlen auf seiner Stirn. Mit der steigenden Luftfeuchtigkeit wurde auch der Gestank des Morast immer unerträglicher und leichter Nebel legte sich in die Straßen der Stadt. Block 17 lag im wohl abstoßendsten Stadtviertel namens New Heaven (dieser Name war mehr als ironisch zu verstehen). Hier wohnte Thomas. Zumindest noch.
          Das Sicherheitssystem erkannte seinen Fingerabdruck erst nach dem dritten Versuch und endlich öffnete sich die schwere Haustür aus Kunststoff und Aluminiumblech. Ein Lumiglobus entzündete sich sehr langsam, erleuchtete das fensterlose verdreckte Treppenhaus und der Fahrstuhl hatte sich bereits quietschend geöffnet. Als Thomas ihn betrat setzte er sich langsam in Bewegung nach oben und glitt durch das Tunnelsystem das das gesamte Haus durchzog und hielt direkt vor Thomas Apartment.
          Endlich zu Hause angelangt warf er seine schmutzigen Klamotten in die Waschautomatik und begab sich ins Bad um den Schmutz von seinen Händen zu waschen.
          Die Küchenautomatik hatte bereits Frühstück angerichtet als er die Wohnung betreten hatte und bot Frühstückseier, gebratenen Speck, verschiedene Marmeladen und mit Butter beschmierte Brötchenhälften an doch als Thomas kopfschüttelnd ablehnte blieb der Maschine nichts anderes übrig als alles wieder in seine Bestandteile zu zerlegen.
          Plötzlich piepte das Telefon aber er weigerte sich dran zugehen denn nach dieser langen Nacht wollte er nichts lieber als sich aufs Ohr hauen und so dauerte es, nachdem er sich auf die Couch im Wohnzimmer gelegt hatte und sich die Fließdecke bis über den Kopf gezogen hatte auch nur wenige Minuten bis Thomas eingeschlafen war.

          Er wachte viele Stunden später in seine Decke verschlungen und mit brummendem Schädel auf. Ein erzwungener Blick auf die Uhr: 5 Uhr. „Naja, dann ist wenigstens der Tag fast vorbei.“, sagte er leise zu sich selbst, stand auf und quälte sich in die Küche.
          Er durchwühlte einige Schubladen und als er eine fast leere Packung Schmerztabletten gefunden hatte, zwei heraus nahm und sie schluckte besserte sich seine Laune langsam.
          Da Thomas keine Lust hatte das Haus zu verlassen setzte sich mit einer Flasche Schnaps zurück auf die Couch und auf ein Nicken hin schaltete sich der Fernseher ein.
          Offenbar hatte die Regierung wegen der erneuten Leistungssteigerung der der Wirtschaft eine Erhöhung der Sozialprämie durchgesetzt.
          Thomas hasste die Erdennachrichten, dieses immer gleiche Gewäsch das die Medien jedem verzapften bis das Gehirn so weich geklopft war, bis die Menschen nicht mehr sehen dass nichts gut ist in ihrer Welt.
          Als der Nachrichtensprecher jedoch auf die Welten, weit draußen im Raum zu sprechen kam wurde er hellhörig, insofern das mir seinem Alkoholspiegel vereinbar war.
          Von einem Anschlag war die Rede, auf ein Raumschiff im 19. System.
          Offenbar hatte ein Terrorist einen kleinen atomaren Sprengsatz an Bord gebracht. Bisher war jedoch noch nicht bekannt welcher Organisation der Täter angehört hatte und es war auch nicht bekannt das solche Organisationen im Bereich um dieses Systems operierten.
          Thomas wusste einiges über die äußeren Kolonien, vor allem den Zentren der Zivilisation: Casimir,NewEarth und TX. Man konnte nicht behaupten dass das etwas besonderes war, denn viele junge Männer und Frauen träumten natürlich davon die Erde zu verlassen, doch das einzige Mittel sich diesen Traum zu erfüllen war eine Emigrantenlotterie. Nach Meinung der Systemkritiker war sie sogar das einzige was die irdische Gesellschaft stabil hielt, doch die Arbeitslosigkeit (die mittlerweile 4 von 5 Menschen heimsuchte) und die wachsende Platznot (momentan lebten 13 Milliarden Menschen auf der Erde) zerrten unaufhörlich an diesem empfindlichen Gefüge.
          Es währe unfair zu behaupten man hätte auf der Erde keine Fortschritte gemacht.
          Der Welthunger war fast vollständig ausgelöscht, vor allem durch Algenfelder in den Weltmeeren die durch Proteinwandler in essbare Nahrung umgewandelt wurden.
          Außerdem konnte man fast jegliche Art von Krankheit durch Nanitenmedizin bekämpfen und heilen. Aber natürlich hatte sich auch die Gesellschaftsform in den letzten Jahrhunderten drastisch verändert.
          Es war die Automatisierung gewesen die den Faktor Mensch in der Wirtschaft fast vollständig nutzlos gemacht hatte, und so wandelte sich die Industrie zu einem reinen Versorger für die Bevölkerung. Damit trat natürlich ein Problem auf: Die arbeitslosen Menschen waren bald außerstande für die Produkte der Industrie zu bezahlen.
          Die Kraft des Kapitalismus entspringt aber einem ständigen Wachstum, das gilt im 24. Jahrhundert genauso wie es im 20. galt, also brauchte man einen Ersatz für die sinkenden Löhne- die Sozialprämie war erfunden. Sie wurde direkt von staatlichen Geldinstituten an die Bevölkerung gezahlt, eine Art „Konsumzuschuss“ zum Erhalt der Industrie.
          Harrison, der Erfinder des Transanarchismus hatte einmal gesagt: „Früher hatte sie die Wirtschaft zwei Aufgaben: Den Menschen zu versorgen und den Menschen zu beschäftigen. Heutzutage erweist sich die Industrie als unfähig ihre zweite Aufgabe weiter zu erfüllen!“, so oder so ähnlich hatte Thomas das Zitat aus seiner Schulzeit in Erinnerung.
          Thomas hatte nämlich eine Schule besucht, im Gegensatz zu den meisten Vertretern seiner Generation, denn seit eine allgemeine Schulpflicht mit der Einführung der Sozialprämie abgeschafft wurde konnten sich nur noch die wenigsten Eltern aufraffen ihren Kinder eine Bildung zugute kommen zu lassen. Früher einmal war Thomas stolz auf seine Bildung gewesen, die er seinem konservativen Elternhaus zu verdanken hatte, langsam kam ihm jedoch immer mehr die Einsicht das sie ihm nichts nützen würde.
          Während Thomas in Gedanken versunken dasaß, mit einem Ohr den Nachrichten zu folgen versuchte (was ihm nicht gelang), sich Chips aus einer Tüte angelte und in den Mund stopfte und hin und wieder einen Schluck aus der Flasche nahm wurde er schon wieder von einer schweren künstlichen, zum Teil auch durch die Tabletten verursachten Müdigkeit übermannt, als plötzlich erneut das Telefon sich meldete. Thomas meldete sich mit verträumter Stimme: „Thomas...“.
          „Guten Tag Herr Leeves, Ihr Bruder Charles hat sich in der Nacht auf den Montag das Leben genommen.“

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          • #6
            wann gehts weiter?
            "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion." Voltaire

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            • #7
              sehr spannend geschrieben. Der Prolog gibt sehr viel her, genauso wie das 1. kapitel.

              Hast du schon nen Titel für diese Geschichte?

              Und wann gibt es die Fortsetzung?

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              • #8
                Echt gut geschrieben mach weiter

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                • #9
                  Hi
                  Es tut mir leid dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.
                  Ich habe mich entschieden den "Roman" vorerst nicht weiterzuschreiben sondern mich eine Zeit lang mit einigen Kurzgeschichten zu beschäftigen. (wenn sie mir selbst gefallen bekommt ihr sie hier zu lesen.)
                  Ich habe das 2. Kapitel schon geschrieben aber da es mir nicht gefallen hat habe ich es gelöscht, aber ich denke dass ich irgendwann wieder anfangen werde.

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