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[Gedichte] Kleines Poesiealbum

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  • [Gedichte] Kleines Poesiealbum

    Also, das ist nun der Gedichte-Thread.
    Hier könnt ihr eure selber geschriebenen Werke posten oder einfach Gedichte von von allen möglichen Autoren, die euch gefallen.

    Ich mach mal den Anfang:
    Diesmal was Längeres. Als ich das Folgende geschrieben hab, war ich ziemloch frustriert in der Schul

    Das Los eines Schülers

    Früh auf und gleich zu Beginn
    der ersten Stunde hellwach.
    Ein Ding der Unmöglichkeit.
    Du sitzt schläfrig in der Klasse.
    Von dem was der Lehrer sagt,
    bekommst du nur die Hälfte mit,
    und hoffst, dass er dich übersieht.

    Fünf Minuten um deine Sachen zu richten,
    bis der nächste Lehrer kommt.
    Auf Deutsch ein Sehr Gut.*
    mit nur drei Rechtschreibfehlern.
    Nach außen bist du cool,
    aber innerlich jubelst du.
    Das Schreiben liegt dir im Blut.**

    Der Lehrer schreibt Beispiele
    auf der Tafel auf.
    Für dich sind sie ein spanisches Dorf.
    Ob sich auf die Schularbeit
    ein Gut ausgeht?
    Dazu müsstest du erst einmal
    Bruchgleichungen erweitern können.***

    Geschichte, wie du es hasst.
    Der Lehrer meint es nicht gut mit dir.
    Eine unwichtige Frage weißt du nicht,
    und schon hast du ein Minus.
    Auf den Mond schießen könntest du ihn.
    Fast niemand hört ihm zu.
    Das Klingeln weckt dich wieder auf.

    Zwei Tests in einer Woche,
    und am Montag drauf Schularbeit.
    Aber Englisch macht dir kein Problem.
    Alle Formeln sind für dich gleich.
    Bei dem Gedanken an das Referat
    wird dir auf einmal anders.

    Du wirst alles schaffen,
    wenn du dich bemühst.
    Du musst es schaffen.
    Beschweren bringt dir nichts.
    Augen zu und durch.
    Das ist das Los eines Schülers.


    * Schön wär's gewesen
    ** Wer weiß ;-)
    *** Kinderleicht *g*



    LG Nerys,
    Nerys
    Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

  • #2
    Und hier ist noch ein Gedicht, das wir in der Schule besprochen haben und das mir sehr gefällt. Besonders die erste Strophe

    Anrufung des Großen Bären
    Ingeborg Bachmann

    Großer Bär, komm herab, zottige Nacht
    Wolkenpelztier mit den alten Augen,
    Sternenaugen,
    durch das Dickicht brechen schimmernd
    deine Pfoten mit den Krallen,
    Sternenkrallen,
    wachsam halten wir die Herden,
    doch gebannt von dir, und mißtrauen
    deinen müden Flanken und den scharfen
    halbentblößten Zähnen,
    alter Bär.

    Ein Zapfen: eure Welt.
    Ihr: die Schuppen dran.
    Ich reib sie, roll sie
    Von den Tannen im Anfang
    Zu den Tannen am Ende,
    schnaub sie an, prüf sie im Maul
    und pack zu mit den Tatzen.

    Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
    Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
    dem blinden Mann ein gutes Wort,
    daß er den Bären an der Leine hält.
    Und würzt die Lämmer gut.

    `s könnt sein, daß dieser Bär
    sich losreißt, nicht mehr droht
    und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
    gefallen sind, den großen, geflügelten,
    die aus dem Paradiese stürzten.


    Ich finde es wie gesagt schön, weil es so vieles in diesem mythologischen Stil ausdrückt. Was das "so vieles" ist, das bleibt eurer Phantasie überlassen In unserer Klasse gabs auch die unterschiedlichsten Meinungen.

    Liebe Grüße,
    Nerys
    Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

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    • #3
      Suuuper Idee Nerys, ich wede gleich mal in meinen Papierstößen auf die Suche gehen und am Computer abtippen. Danke für diesen Thread!
      Live well. It is the greatest revenge.

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      • #4
        Dieses Gedicht habe ich geschrieben, als ich sehr (!) glücklich war.


        Boten des Himmels

        Dunkle Gestalten kamen hervor,
        In schwarzen Mänteln, mit vergifteten Dolchen.
        Vergehen im Licht
        Der Erlöser.

        Das Paradies, erfüllt von wundervollen Melodien
        Ist die Burg, die zum Angriff bläst.
        Das Horn schmettert durch weiße Hallen,
        schimmernd vor Aufopferung.

        Die ätherischen Avatare erlöster Seelen,
        Schützen ihr Vermächtnis durch himmlische Auren.
        Ihre Waffen sind Gedanken aus purer Liebe,
        begierig darauf in verderbten Leibern zu stecken.

        Engelsgleiche Gotteskinder steigen herab,
        In strahlenden Rüstungen, mit leuchtenden Klingen.
        Blenden den Feind
        Mit all ihrem Glanz.

        Nicht, was du besitzt ist von Bedeutung,
        sondern das, was du fühlst.


        @Nerys: Ingeborg Bachmann schreibt sehr schöne Gedichte, ich habe viele von ihr gelesen. Vor allem ihre kritische Betrachtung unserer Welt ist sehr interessant.
        Live well. It is the greatest revenge.

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        • #5
          So, das Folgende hab ich während einer Deutsch-Stunde geschrieben.

          Zanzibar

          Eiland vor der Küste Tanzanias
          mmit Stränden so weiß,
          Meer in aquamarinem Ton.
          Entdecke Wasserwelten
          so fremd, so geheimnisvoll.
          Versunkene Welten,
          Heimat vieler bunter Fische.

          Feinen Sand unter den Sohlen.
          Wellen rauchen an Land.
          Warm scheint die Sonne auf die Haut.
          Im Ohr das Geschrei der Möwen
          und der Glanzkrähen.
          Auf dem Wasser fährt ein Dhau*
          in den Sonnenuntergang.

          Die Steinstadt* an der Küste
          ist erfüllt von würzigem Duft.
          Roter Curry, feines Zuckerrohr
          und guter Fisch.
          Ich träume den Traum,
          träum auch du,
          den Traum von Zanzibar.

          * Boot der Einheimischen
          ** Stonetown, die Hauptstadt von Zanzibar


          Im Sommer 98 war ich ein paar Tage auf Zanzibar und anscheinend habe ich mein Herz dort gelassen

          LG Nerys
          Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

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          • #6
            Leider bin ich kein Poet, habe mir aber einen Satz aus "der kleine Prinz" von St. Exupéry verinnerlicht, der mir immer in ernsten Minuten einfällt:

            Man sieht nur mit dem Herzen gut,
            das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

            Das ist eine Stelle im Buch, die mir viel bedeutet. Denn der kleine Prinz ist auf der Suche nach Freundschaft und Liebe. Als er dem Fuchs begegnet, dem Einzigen, der auf ihn zugeht und ihn lieben möchte, stößt er ihn zunächst zurück. Daraufhin sagt der Fuchs nachdem der Prinz ihn gezähmt hat beim Abschied diese Worte, die der kleine Prinz nicht richtig versteht, weil er ihn nicht liebt.
            energize

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            • #7
              Zanzibar-Gedicht

              Das Gedicht über Zanzibar ist nur ein Rohentwurf (hab ich heut beschlossen). Momentan atbeite ich nämlich an einem kleinen Gedichtzyklus über Zanzibar. Wenn er fertig ist, informiere ich euch.

              Greetz,
              Nerys

              P.S.: Gene, wo steckst du? Beleb doch mal diesen Thread ein wenig mit einem kleinen Gedicht.
              Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

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              • #8
                hier kommt ein selbstgedichtetes Gedicht von mir ... bin noch ein Anfänger auf dem Gedicht der Dichtkunst!


                Liebe ist,
                wie das Stehen an einer hohen Klippe.
                Du stehst auf dieser Klippe, ganz weit oben.
                Du schaust nach vorn, und siehst die Berg',
                unten grün, oben weiß,
                und ganz weit oben dieses wunderschöne blau.
                Du riehst die Blumen,
                ein Duft, den du nie wieder loswerden willst.
                Du hörst ein Zwitschern,
                ein Konzert, das nie aufhören soll.
                Du fühlst den Wind,
                Eine Berührung, die nie enden soll.

                Du würdest nie wieder diesen Ort verlassen.
                Doch manchmal gibt der Boden nach,
                dann fällst du, garantiert.
                Alles fliegt im Fluge an dir vorbei,
                die Gefühle, die Bilder, verschwimmen.
                Und was übrig bleibt, ... schmerzt.


                ciao
                Vingi


                PS: Nicht nur Gene kann diesen Thread "beleben"!
                Zuletzt geändert von vingi; 11.10.2001, 18:41.

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                • #9
                  "sorry, dass die Formatierung sch... (schlecht) aussieht. Hab den Text von meiner alten Datei übernommen. Er hat aber die Leerzeilen irgendwie nicht übernommen.

                  denkts euch einfach die Leerzeilen dazu! " ...


                  sorry, hab den EDIT-Button zu spät gesehe!
                  Zuletzt geändert von vingi; 11.10.2001, 18:45.

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                  • #10
                    @ vingi:
                    Schönes Gedicht. Stimmt, nicht nur Gene kann diesen Thread beleben. *freu* dass sich endlich jemand dazu erbarmt, hier was zu posten.
                    Dein Gedicht hat so ein trauriges Ende

                    Greetz,
                    Nerys
                    Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

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                    • #11
                      @nerys:
                      Ich find es besser mit einem traurigen Ende. Kaum etwas auf dieser Welt hat ein gutes Ende. Ein Happy End gibts nur in Filmen!
                      Natürlich will ich nicht wie in meinem Gedicht "fallen", aber wer kennt schon die Zukunft ...!

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                      • #12
                        Dieses Gedicht habe ich für eine sehr nette Person geschrieben, die mich dazu insptieriert hat:



                        Die Umarmung

                        Sanft und eng umschlungen,
                        Währt der Augenblick ewiglich.
                        Der Körper, durchflutet von heller Leidenschaft.

                        Wärme und Liebe fühlend,
                        Verliert die Zeit an Bedeutung.
                        Der Geist, überwältigt von zarter Erregung.

                        Lachend und weinend vereint,
                        In wunderbarer Zweisamkeit.
                        Die Seele, erfüllt von stillem Licht.
                        Live well. It is the greatest revenge.

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                        • #13
                          @ Gene: Wirklich sehr schönes Gedicht. Eine gute Inspiration ist das halbe Werk

                          Mein Zanzibar-Zyklus ist übrigens fertig und geht in den nächsten Tagen online (Homepage)

                          Greetz,
                          Nerys
                          Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

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                          • #14
                            Das folgende Gedicht ist mir beim Einkaufen eingefallen. Inspiriert wurde ich von den Terroranschlägen.

                            Warmer Sand unter den nackten Sohlen.
                            Er ist schwarze Asche.
                            Wellen rollen leise an Land
                            begleitet von den Geräuschen des Winds.
                            Angsterfüllte Schreie liegen in der Luft.
                            Das Wasser umspült sanft die bloßen Füße.
                            Das Meer ist rot von Blut.
                            Die frische salzige Seeluft in der Nase.
                            Es riecht nach verbranntem Fleisch.
                            Die Schönheit dieser Welt
                            droht in Elend zu vergehen!


                            Titel ist mir noch keiner eingefallen.
                            Wie gefällt's euch?

                            Greetz,
                            Nerys
                            Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

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                            • #15
                              Schönes Gedicht Nerys! *träum*
                              Es liest sich sehr gut, und man merkt, dass du eine besondere Begabung für Sprache hast. Respekt.

                              Ich finde es interessant, dass du auch einmal ein eher trauriges Gedicht geschrieben hast. Ich finde ja die traurigen Gedichte am schönsten...
                              Live well. It is the greatest revenge.

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