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    Kurzgeschichten der besonderen Art, die eins gemeinsam haben: der Titel besteht immer aus einem Wort.

    Ich hoffe es gefällt Euch und Ihr schreibt mir Eure Gedanken dazu.


    Gruß

    Hajo2

    Hier nun die Erste:

    Fortpflanzung

    Er war noch nicht sehr alt, vielleicht 3 Milliarden Jahre. Er befand sich schon seit seiner Geburt in diesem Sonnensystem. Es war gut gewählt worden, sanfte Gravitationskräfte hielten ihn auf seiner Bahn, er fühlte sich wohl.
    In der letzten Zeit aber, fühlte er eine Unruhe in sich. Er war eine gewisse Strahlung die ihn in seiner Ruhe störten. Zunächst war sie nur sehr schwach aus den vielen Arten von Strahlungen, die ihn aus dem fernen Raum erreichten, zu spüren, aber dann wurde sie stärker und drängte die anderen Strahlungsarten, die hauptsächlich aus Gamma- und Röntgenstrahlen bestanden, in den Hintergrund.
    Er konnte nicht sagen, dass die Strahlung ihm unangenehm war, wie es vielleicht ein starker Sonnenwind gewesen wäre, nein, ganz im Gegenteil, das Auftreffen der Strahlung und deren spezielles Muster taten ihm gut. Ja, er spürte sogar ein gewisses Verlangen, aber es war unbestimmt. Er konnte mit dem Gefühl nichts anfangen. Er spürte nur, dass es ihm gut tat, ihn aber auch unruhig werden ließ.

    8000 Jahre später wurde das Verlangen immer stärker. Er sehnte sich jetzt nach der Strahlung. Wenn sie einmal durch eine heftige Sonneneruption gestört war, dann vermisste er sie sofort. Es zog ihn zur Quelle der Strahlung immer mehr hin. Jetzt empfand er die sanften Gravitationskräfte, die ihn 3 Milliarden Jahre sicher in seiner Bahn gehalten hatte, als beengend. Gerne hätte er sich von ihnen gelöst und wäre in Richtung der inzwischen so vertrauten Strahlungsquelle gewandert.

    Dann, nach weiteren 2 Millionen Jahren, wusste er, was zu tun war. Wenn er es nicht schaffen konnte, sich aus dem Gravitationsgürtel zu befreien, dann sollte es wenigstens einem Teil von ihm gelingen. Mit seiner vulkanischen Kraft, die in seinem Kern schlummerte, schleuderte er ein Stück von sich in den Raum, genau in die Richtung, die er für Richtig hielt. Dass es nicht die Richtung war, von der die Strahlung kam, störte ihn nicht. Er spürte, dass alles, so wie es war, richtig sein musste. Auch die Gewalt, mit der er den Teil von sich in den Raum schleuderte, fand er genau richtig dosiert. Er hätte das Teil auch mit mehr Kraft von sich stoßen können, aber er fühlte, dass es genau so sein musste.
    Als er sich von einem Teil seines Ganzen löste, spürte er, wie er plötzlich eine innere Genugtuung verspürte, das Verlangen wich wieder einem inneren Frieden, den er vor dem auftreffen der gewissen Strahlung verspürt hatte. Der Masseverlust, den er durch die Abspaltung verloren hatte, würde kaum Einfluss auf seine Bahnen innerhalb seines Sonnensystems haben. Er spürte das.

    7 Millionen Jahre später trafen sich in einem fernen Sonnensystem zwei große Planetenfragmente und verschmolzen durch den, bei der Kollision entstandenen Druck, zu einem kleinen Planetoiden.

    3 Millionen Jahre später wurde der Planetoid von weiteren Planetenfragmenten getroffen.

    Nach über 100 Millionen Jahren war der Planetoid durch andauernde Kollisionen mit weiteren Planetenfragmenten zu einem Planeten herangewachsen.

    Dann, als er gerade einmal 2 Milliarden Jahre alt war, verspürte auch er plötzlich eine gewisse Art von Strahlung.

  • #2
    Shorts: Kontrolle

    Kontrolle

    Die Sonne brannte unerbittlich. Nackt stand er auf dem Feld mit all den anderen und bearbeitete den Boden. Der Schweiß rann ihm am Körper herunter.
    Immer wieder holte er mit der Hacke aus und schlug sie in den Boden. Er schien nichts von der Hitze zu spüren, auch schien er die anderen nicht wahrzunehmen. Fast schon regelmäßig waren die Schläge, die er mit seinem Werkzeug ausführte.
    Plötzlich hielt er inne. Er schwankte etwas und blickte sich um. Alles was er sah, schien er zum ersten Mal zu sehen. Dann blickte er an sich herunter, so als ob er jetzt erst erkennen würde, dass er nackt war. Er lies die Hacke fallen.
    Etwas weiter vor ihm stand eine nackte Frau, die den Boden bearbeitete. Er ging zu ihr, aber sie schien in nicht zu bemerken. Er fasste sie an die Schulter, sie blickte in nicht einmal kurz an. Er lief zur nächsten Person, ebenfalls eine Frau. Auch ihr lief in Strömen der Schweiß über ihren nackten Körper.
    Er schüttelte sie, keine Reaktion. Er versuchte zu sprechen, aber es kamen nur undefinierte Laute aus seinem Mund. Dann verloren seine Augen wieder den Glanz, den sie für kurze Zeit hatten. Sein Blick wanderte nach unten und er ging zurück zu seinem Werkzeug und begann wieder mit seiner Arbeit.
    In der Nähe, auf einem Hügel stand sie. Für einen kurzen Moment hatte sie das riesengroße Wesen aus ihrer Kontrolle verloren. Aber sie hatte den Fehler korrigiert. Jetzt war wieder alles in Ordnung. Sie erinnerte sich an die Zeit, als die großen Wesen ihre Städte verwüsteten. Jetzt arbeiteten diese für sie.
    Eine andere Ameise kam, um sie abzulösen.

    Kommentar


    • #3
      Hi Hajo *wink*

      Ich habe ein wenig in deiner Story rumgekritzelt Das ist nix in Stein gemeißeltes, sondern rein subjeltives Empfinden, wie es nach meinem Gefühl noch besswer werden könnte.
      Rot würde ich streichen, blau entsprechend einfügen.
      Die Jahreszahlen ... einerseits wichtig, um die Zusammenhänge zu verstehen, andererseits ein wenig zu technisch. Wie man das anders machen könnte?
      Keine Ahnung

      Aber insgesamt ein derartig starke Story, dass sie auch gut und gerne in einer Sci-Fi-Anthologie stehen könnte *daumenhoch*

      Gefällt mir sehr gut

      LG

      Phelan Delft

      Zitat von hajo2 Beitrag anzeigen
      Fortpflanzung

      Er war noch nicht sehr alt, vielleicht 3 Milliarden Jahre. Er befand sich schon seit seiner Geburt in diesem Sonnensystem. Es war gut gewählt worden, denn sanfte Gravitationskräfte hielten ihn auf seiner Bahn, und er fühlte sich wohl.
      In der letzten Zeit aber, fühlte er eine Unruhe in sich. Er war eine gewisse Strahlung die ihn in seiner Ruhe störten. Zunächst war sie nur sehr schwach aus unter den vielen Arten von Strahlungen, die ihn aus dem fernen Raum erreichten, zu spüren,Hier würde ich einen Punkt setzen. aber dann wurde sie stärker und drängte die anderen Strahlungsarten, die hauptsächlich aus Gamma- und Röntgenstrahlen bestanden, in den Hintergrund.
      Er konnte nicht sagen, dass die Strahlung ihm unangenehm war, wie es vielleicht ein starker Sonnenwind gewesen wäre, nein, ganz im Gegenteil, das Auftreffen der Strahlung und deren spezielles Muster taten ihm gut. Ja, er spürte sogar ein gewisses Verlangen, aber es war unbestimmt. Er konnte mit dem Gefühl nichts anfangen. Er spürte nur, dass es ihm gut tat, ihn aber auch unruhig werden ließ.

      8000 Jahre später wurde das Verlangen immer stärker. Er sehnte sich jetzt nach der Strahlung. Wenn sie einmal durch eine heftige Sonneneruption gestört war, dann vermisste er sie sofort. Es zog ihn zur Quelle der Strahlung immer mehr hin. Jetzt empfand er die sanften Gravitationskräfte, die ihn 3 Milliarden Jahre sicher in seiner Bahn gehalten hatte, als beengend. Gerne hätte er sich von ihnen gelöst und wäre in Richtung der inzwischen so vertrauten Strahlungsquelle gewandert.

      Dann, nach weiteren 2 Millionen Jahren, wusste er, was zu tun war. Wenn er es nicht schaffen konnte, sich aus dem Gravitationsgürtel zu befreien, dann sollte es wenigstens einem Teil von ihm gelingen. Mit seiner vulkanischen Kraft, die in seinem Kern schlummerte, schleuderte er ein Stück von sich in den Raum, genau in die Richtung, die er für Richtig hielt. Dass es nicht die Richtung war, von der die Strahlung kam, störte ihn nicht. Er spürte, dass alles, so wie es war, richtig sein musste. Auch die Gewalt, mit der er den Teil von sich in den Raum schleuderte, fand er genau richtig dosiert. Er hätte das Teil auch mit mehr Kraft von sich stoßen können, aber er fühlte, dass es genau so sein musste.
      Als er sich von einem Teil seines Ganzen löste, spürte er, wie er plötzlich eine innere Genugtuung verspürte, Punkt und neuer Satz?das Verlangen wich wieder einem inneren Frieden, den er vor dem aAuftreffen der gewissen Strahlung verspürt hatte. Der Masseverlust, den er durch die Abspaltung verloren hatte, würde kaum Einfluss auf seine Bahnen innerhalb seines Sonnensystems haben. Er spürte das.

      7 Millionen Jahre später trafen sich in einem fernen Sonnensystem zwei große Planetenfragmente und verschmolzen durch den, bei der Kollision entstandenen Druck, zu einem kleinen Planetoiden.

      3 Millionen Jahre später wurde der Planetoid von weiteren Planetenfragmenten getroffen.

      Nach über 100 Millionen Jahren war der Planetoid durch andauernde Kollisionen mit weiteren Planetenfragmenten zu einem Planeten herangewachsen.

      Dann, als er gerade einmal 2 Milliarden Jahre alt war, verspürte auch er plötzlich eine gewisse Art von Strahlung.

      .
      EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

      Phelan Delft schrieb nach 7 Minuten und 2 Sekunden:

      Zitat von hajo2 Beitrag anzeigen
      Kontrolle

      Die Sonne brannte unerbittlich. Nackt stand er auf dem Feld mit all den anderen und bearbeitete den Boden. Der Schweiß rann ihm am Körper herunter.
      Immer wieder holte er mit der Hacke aus und schlug sie in den Boden hier würde ich wegen der Doppelung aus dem vorherigen Satz eher "...in die steinharte Erde" verwenden.. Er schien "schien" ist zu unbestimmt. Nimm besser die aktive Variante ... "spürte"nichts von der Hitze zu spüren, auch schien Dito. "... auch die anderen nahm er nicht wahr" So wird das viel unheimlicher und rätselhafter" er die anderen nicht wahrzunehmen. Fast schon Trau dich Werde aktiv, in deinen Wortenregelmäßig waren die Schläge, die er mit seinem Werkzeug ausführte.
      Plötzlich hielt er inne. Er schwankte etwas und blickte sich um. Alles was er sah, schien Hier ist das schien gut eingesetzt.er zum ersten Mal zu sehen. Dann Verwirrtblickte er an sich herunter, so als ob er jetzt erst erkennen würde, dass er nackt war. Er lies die Hacke fallen.
      Etwas weiter vor ihm stand eine nackte Frau, die den Boden bearbeitete. Er ging zu ihr, aber sie schien in nicht zu bemerken"... reagierte nicht.". Er fasste sie an die Schulter, sie blickte in nicht einmal kurz an. Er lief zur nächsten Person, ebenfalls eine Frau. Auch ihr lief in Strömen der Schweiß über ihren nackten Körper.
      Er schüttelte sie, keine Reaktion. Er versuchte zu sprechen, aber es kamen nur undefinierte Laute aus seinem Mund. Dann verloren seine Augen wieder den Glanz, den sie für kurze Zeit hatten. Sein Blick wanderte nach unten und er ging zurück zu seinem Werkzeug und begann wieder mit seiner Arbeit.
      In der Nähe, auf einem Hügel stand sie. Für einen kurzen Moment hatte sie das riesengroße Wesen aus ihrer Kontrolle verloren. Aber sie hatte den Fehler korrigiert. Jetzt war wieder alles in Ordnung. Sie erinnerte sich an die Zeit, als die großen Wesen ihre Städte verwüsteten. Jetzt arbeiteten diese für sie.
      Eine andere Ameise kam, um sie abzulösen.
      Was soll man zu dieser Story sagen???
      Einfach K-N-A-L-L-E-R!!!

      Ich lese (und schreibe) sehr viel, habe aber selten so kurze Storys, mit so einem starken Feeling gelesen!
      Verdammt gut *daumenhoch*

      LG

      Phelan Delft (der hoffentlich jetzt nicht als Korinthenkacker gilt )
      Zuletzt geändert von Phelan Delft; 12.04.2010, 17:46. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

      Kommentar


      • #4
        Shorts: Lockungen

        Hallo Allerseits!

        danke für Euer Interesse an meinen Stories (es hat zwar bisher nur Einer (thank you!) was dazu gesagt, aber es scheinen sich doch Leser gefunden zu haben.
        Was mich hier einmal interessieren würde, was ist in Geschichten an Sexualität noch erlaubt und was nicht. Das ist eine wichtige Frage, denn das Thema wird, denke ich, auch in der Zukunft nicht plötzlich verschwunden sein.
        Ich hoffe diese Geschichte verletzt nicht irgendwelche Forumsregeln. Wenn ja, dann bitte ich schon mal um Entschuldigung.


        Lockungen

        Ein Duft von unbeschreiblicher Anziehungskraft hatte ihn auf diese Stelle aufmerksam gemacht. Zuerst hatte er nur eine leichte Ahnung in der Nase, die Spur eines Geruches, aber genug, um die Richtung aufzunehmen. Dann wurde der Geruch immer stärker und fordernder. War es am Anfang mehr seine Entscheidung, wohin er gehen wollte, so überkam in, je intensiver der Geruch wurde, ein unstillbares Verlangen, die Quelle des Duftes zu finden. Immer weiter folgte er der Spur, die durch den Wind zu ihm herangetragen wurde und je näher er sich der Quelle näherte, desto besser fühlte er sich. Die leichte Erkältung, die er schon seit einigen Tagen hatte, spürte er nicht mehr, alles schien fast wie von alleine zu passieren. Er nahm nach einer gewissen Zeit nicht einmal mehr seine Schritte war, so entspannt und glücklich war er.
        Jetzt blieb er stehen und schloss die Augen. Er spürte eine starke körperliche Erregtheit, so wie er sie noch nie verspürt hatte. Und diese Erregtheit spielte sich nicht nur in seinem Kopf ab. Nein, er spürte sie absolut real an seinem Körper. Er fühlte, wie Arme in von hinten umfassten. Zuerst um seine Brust, dann um seinen Bauch. Das alles passierte gleichzeitig. Jetzt spürte er Arme um seine Oberschenkel. Die glitten langsam um sie herum. Ein lautes Keuchend vor Lust entlockte ihm ein anderer Arm, der sich von hinten durch seinen Schritt den Weg bahnte und sich dann auf seinen Penis legte.
        Jetzt fühlte er den Boden unter seinen Füßen nicht mehr und er schien zu schweben. Weitere Arme legten sich um seinen Körper. Er spürte wie durch Watte, wie er sich in der waagrechten befand und mit dem Rücken auf etwas weichem zu liegen kam. Jetzt strich eine Hand über sein Gesicht und legte sich dann über seinen Mund. Keuchend vor Lust hatte er diesen geöffnet, Die Hand strich um seine Lippen und drang dann in seinen Mund ein. Seine Zunge wurde von weichen Fingern umspielt. Der Druck der Hand an seinem Penis wurde größer, jetzt stand er kurz vor seinem Orgasmus. Die anderen Arme wurden fordernder. Er wurde fester auf die weiche Unterlage gezogen. Solch eine Erregung hatte er noch nie verspürt.
        Dann konnte man ein leises knacken hören. Es war das Geräusch einer seiner Halswirbel, als er brach. Die schmatzenden Geräusche, die von den sich schließenden Blättern einer noch unbekannten Pflanze erzeugt wurden, zeigten, dass der Verdauungsprozess begonnen hatte.
        Aber davon bekam der Wissenschaftler, welcher der Weltraumexpedition Tropic angehörte, nichts mehr mit, auch davon, dass er sich ein letztes Mal ergoss.

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        • #5
          Propaganda

          Propaganda

          „Mein Name ist Gesine Gerke von Informationsministerium und ich berichte hier zum ersten Mal live vom Planeten Xentries 4 aus einem Beobachtungsbunker im Planqua…“
          „Das dürfen sie nicht sagen!“
          „Ähh, ja gut. Also aus einem Beobachtungsbunker, der über einem Tal liegt und von wo aus man es gut überblicken kann. Major Robert Plausen ist mit der Gefreiten Paula Robertson auf einen Erkundungsgang ausgerückt. Ich kann sie von hier oben aus gut sehen, wie sie sich auf einem schmalen Felsenweg talwärts fortbewegen. Sie haben den Auftrag die Truppenbewegungen des Feindes zu beobachten. Der Feind, den wir noch nie zu Gesicht bekommen haben, wir hatten es immer nur mit ihren Drohnen zu tun, ist hier nicht besonders präsent, aber unser Geheimdienst meldete, dass wir es bald hier mit einem massiven Angriff zu tun bekommen. Die Aufgabe der Bunkerstellung ist die, die heranrückenden Drohnen, die nur maximal 25 Meter über dem Boden fliegen können, zu zerstören und damit die Rohstofffabrik weiter hinten im Tal zu schützen. Bisher sind alle Verhandlungen über eine friedliche Ausbeutung der Rohstoffquellen mit den Feinden gescheitert. Eine Kommunikation mit ihnen kam nie zustande und…Moment…
          Ich sehe gerade, dass der Major und seine Gefreitin in Deckung gehen. Der Major nimmt sein Fernglas in die Hand und schaut hindurch in Richtung Osten. Ich nehme jetzt auch mein Glas in die Hand und schaue auch in die Richtung, was verdammt …
          Ich sehe drei Drohnen im Anflug. Der Oberst neben mir…“
          „Gehen sie mal zur Seite!“
          „Ja, gut . Ich gehe ja schon. Das war gerade der Oberst mit seinem Stab. Ich muss mir erst einmal einen neuen Platz suchen, wo ich wieder etwas besser sehen kann.
          So, jetzt kann ich wieder was sehen. Der Major spricht aufgeregt mit der Gefreitin. Er deutet nach oben zu uns. Was?!
          Oh, ja danke. Der Oberst sagte gerade, dass die beiden jetzt schnell an Höhe gewinnen müssen. Wenn die Drohnen kommen, müssen sie mindesten eine Höhe von 100 Meter erreicht haben, denn sonst werden sie durch das Giftgas, das die Drohnen versprühen, auf bestialische Weise getötet.
          Ich suche jetzt mit meinem Fernglas die Drohnen und…man die sind aber schon verdammt nahe an den beiden. Plausen und Robertson müssen sich jetzt aber wirklich beeilen. Der Oberst lässt schon zwei Scharfschützen in Position gehen. Das ist eine reine Sicherheitsmaßnahme. Falls die beiden in die Giftgaswolke geraten, werden die Scharfschützen die beiden von ihren Qualen erlösen.
          Da, ich kann es nicht glauben, die Drohnen sind jetzt auf Höhe der beiden und scheinen sie entdeckt zu haben. Jetzt versprühen sie das Gift. Die beiden versuchen verzweifelt noch an Höhe zu gewinnen, aber sie schaffen es nicht. Die Wolke hat sie eingehüllt. Schade, ich mochte die beiden. Sie waren noch jung. Bald, wenn sich die Wolke verzogen hat, werden die Scharfschützen sie erschießen und so von ihrem Leid erlösen.
          Die Flakgeschütze werden programmiert und für den Abschuss der Drohnen vorbereitet und…
          Jetzt hat sich das Gas verzogen und ich sehen die beiden. Sie müssen unendliche Qualen erleiden. Die Scharfschützen laden durch und drücken ab. Die beiden brechen zusammen. Gott sein Dank, dass ihnen das Folgende erspart blieb.
          Der Oberst ist jetzt bereit den Befehl zur Zerstörung der Drohnen zu geben. Jetzt…
          Was zum Teufel ist das? Der Himmel verdunkelt sich und…
          Ein riesiges Basisschiff des Feindes schwebt über uns. Verdammt jetzt haben sie uns. Eine Giftgaswolke wird abgelassen und dringt jetzt durch die Lüftungsschlitze in den Bunker.
          Wir werden alle qualvoll sterben. Herr Oberst erschießen sie mich, bevor das Gas mich erreicht, bitte!!!
          Was ist? Herr Oberst, was machen sie denn da? Er kommt aus dem Gasnebel auf mich zu. Er lächelt mich an. Jetzt ist die Wolke bei mir.
          Er sieht gut aus!“
          „Komm her, Gesine. Lassen wir den ganzen Scheiß hinter uns! Lass uns gehen, habe ich dir schon gesagt, dass ich dich mag?““
          „Ich verstehe nicht. Der Nebel tötet niemanden, sondern gerade das Gegent...“
          „Hier spricht die Leitung des Informationszentrums. Die Übertragung ist leider aus technischen Gründen unterbrochen worden. Wir fahren jetzt wieder mit unserem Programm Musik für Kopfhörer fort.“

          Kommentar


          • #6
            Parallel

            Parallel

            Das erste Mal sah er sie, an das er sich erinnern konnte, mit ungefähr 3 Jahren. Es war beim Spielen gewesen, plötzlich saß sie neben ihm. Sie hatte blondes gelocktes Haar und er fand sie gleich so sympathisch, dass er ihr sofort sein Lieblingsspielzeug anbot. Aber er schien sie nicht zu interessieren, denn sie würdigte ihn keines einzigen Blickes. Beleidigt drehte er sich um und als er nach kurzer Zeit den Grund dafür vergessen hatte und einen weiteren Versuch starten wollte, in Kontakt mit ihr zu treten, war sie verschwunden.
            Lange Zeit sah er sie nicht wieder. Dann, als er sie schon fast vergessen hatte, sah er sie beim Einkaufen im Supermarkt, das war kurz vor seinem fünften Geburtstag. Sie stand ungefähr sieben Meter vor ihm. Er hatte sie sofort wiedererkannt, das blonde gelockte Haar, das freundliche und offene Gesicht. Er wollte gerade zu ihr hinlaufen, doch dann wurde sie unscharf und war verschwunden.
            Er lief zu seiner Mutter und erzählte ihr davon. Sie meinte aber nur, dass sie früher auch eine Freundin gehabt hatte, die niemand sehen konnte. Irgendwann einmal war sie dann für immer gegangen. Das reichte ihm zunächst und er glaubte, dass das was er sah, normal war und es später dann verschwinden würde.
            Aber die Erscheinungen wurden nicht weniger, sondern genau das Gegenteil war der Fall. Sie häuften sich und sie erschien ihm für immer länger werdende Zeiträume. Bald schon galt er als Sonderling und bekam den Spitznamen Visio.
            Er wurde älter und die Erscheinungen waren ein fester Bestandteil seines Lebens geworden. Visio hatte sich an die Erscheinung gewöhnt und so etwas wie eine Beziehung zu ihr entwickelt. Das war für ihn normal, denn er kannte sie seit seiner Kindheit und sie war sozusagen mit ihm groß geworden.
            Die Erscheinungen ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. Visio wollte die Ursache dafür finden, er wollte wissen, ob sie wirklich existierte und vor allem, wie konnte er Kontakt zu ihr aufnehmen. Nun war er fast 30 Jahre alt. Seine Gefühle für sie waren anfangs die eines Bruders gewesen, nun aber hatten sie sich gewandelt. Er spürte, dass er sie liebte und er hatte ihretwegen auch nie eine Beziehung zu einer realen Frau aufgenommen, obwohl es durchaus Interesse an ihm gab.
            Er war zu einem geachteten Wissenschaftler geworden, führend in seinen Gebieten Quantenmechanik, Relativitätstheorie, Mathematik und noch einige mehr. Die verbissene Suche nach einem Weg zu seiner Liebe hatte ihn auf all diesen Gebieten in Grenzbereiche vorstoßen lassen, wo ihm bald niemand mehr folgen konnte.
            Seine Freundin sah er immer ganz und nur einem quadratischen Rahmen, der immer gleichgroß war. Dieser Rahmen wurde dann von seiner Realität umschlossen. Das führte für ihn zu unglaublichen Bildern. Manchmal sah er sie, wenn er in einer Vorlesung saß, wie sie ein Bad nahm oder wie sie sich Schuhe kaufte. Manchmal sah er, wie sie Hände schüttelte. Die Hand, die ihr gereicht wurde, war dann mitten am Unterarm abgeschnitten. Er sah sie, wie durch einen Sucher einer Kamera, deren Objektiv immer so zoomte, dass sie egal ob sie lag oder stand, immer in maximaler Größe auf dem Bild war. Andere Personen sah er selten, nur wenn sie einmal jemanden umarmte oder sie umarmt wurde, dann nahm er andere Personen war und konnte auch deren Gesichter erkennen.
            Als er 36 Jahre alt war, stand er kurz vor dem Durchbruch. Er hatte jetzt erkannt, dass es parallele Zeitebenen gab, die gleichzeitig mit seiner und anderen Realitäten existierten. Aus einem bestimmten Grund konnte er Bruchteile einer solchen Realität sehen. Er kam darauf, als er eine Brille sich anfertigen ließ, da sein Sehvermögen nachgelassen hatte. Er setzte sie auf und plötzlich erschien sie ihm nicht mehr. Anfangs stellte er da keinen Zusammenhang her, er dachte seine Erscheinungen wären jetzt verschwunden, genau wie es früher seine Mutter zu ihm gesagt hatte. Doch dann hatte er seine Brille verlegt und fand sie nicht gleich wieder. Fast ein ganzes Wochenende lief er zuhause ohne Brille umher und plötzlich erschien sie ihm wieder.
            Das war für ihn der Hinweis, nach dem er so lange gesucht hatte. Irgendetwas musste mit seinen Augen sein.
            Zwei Jahre später, nachdem er alles über Augen und den Sehprozess des Gehirnes gelernt hatte, konnte er eine Apparatur entwickeln, die es ihm ermöglichen sollte, einen Körper so in Schwingungen zu versetzen, dass dieser in die andere Ebene geschickt werden konnte.
            Seine Freundin hatte in der Zwischenzeit jemanden kennengelernt, jemanden der es nicht gut mit ihr meinte. Er sah sie oft mit dunkler Sonnenbrille, hinter der sie die Spuren der Gewalt, die von ihrem neuen Freund ausging, zu verbergen suchte.
            Er musste es schaffen, den Apparat so schnell wie möglich fertigzustellen, er spürte, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb.
            Nach einigen Tagen war er soweit, dass er einen Versuch starten konnte. Wieder erschien ihm seine Freundin. Eine Hand lag auf ihrer Schulter, die er mittlerweile gut kannte. Eine Hand, die ihr Schmerzen zufügte. Er sah, wie sich die zweite Hand auf ihre Schulter legte und wie sich die Hände dann um ihren Hals legten. In ihrem Gesicht konnte er blankes Entsetzen erkennen. Sie öffnete weit den Mund, sie bekam keine Luft mehr. Ihre Hände tasteten den vor ihr stehenden Tisch ab, vermutlich suchte sie etwas, um sich zu verteidigen.
            Jetzt oder nie, dachte er. Er nahm ein Messer und legte es in die Apparatur. Drückte einige Schalter und das Messer wurde transparent. Mit einer speziellen Zange fasste er das nun fast durchsichtige Messer und warf es in das Bild in Richtung des Tisches. Das Messer landete tatsächlich auf dem Tisch vor seiner Freundin. Sie musste es nun nur noch an sich nehmen und zu stoßen. Sie ergriff es, in ihrem Gesicht konnte er ein Erstaunen sehen, aber ihr Freund riss ihr das Messer aus der Hand und stieß ihr es in den Rücken. Sie brach sofort zusammen und lag auf dem Boden. Von ihrem Freund konnte er jetzt nur noch die Beine sehen, dann erlosch das Bild langsam, dieses Mal für immer.

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            • #7
              Du verstehst es, eine Geschichte zu schreiben, man glaubt zu wissen, was passiert, aber das Ende ist anders als man denkt. Sehr gut

              Kommentar


              • #8
                Schwerkraft

                Schwerkraft

                Sonderbericht über Raumquadrant 3 - Berichtigung/Update - Projektnummer: AFRT6HT/9
                Planet Nummer: 287365A34Z2 Gravitationsbeschleunigung auf der Oberfläche 289,3 m/s²
                Beobachterteam: Gamma 7

                Grund für den Sonderbericht:
                Der letzte Bericht über diesen Planeten war fehlerhaft. Wir bedauern diesen Umstand und übermitteln hiermit die Korrektur zu unserem vorangegangenen Bericht.

                Vorab:
                Wahr ist, dass die scheinbar bewegungslosen Figuren auf dem Planeten keine Skulpturen aus Stein sind, sondern Lebewesen.

                Warum haben wir uns geirrt?
                Es war uns nicht die Existenz eines Schwarzen Loches bekannt, unter dessen Einfluss sich der Planet befindet. Dieser Einfluss hatte sich in den 132.000 Stunden unserer Beobachtungszeit nicht bemerkbar gemacht. Jetzt, nach einem genauen Studium des Materials unserer automatischen Überwachungsanlage, haben wir festgestellt, dass offenbar alle 131.981,8756 Stunden für 0,0021 Stunden (also für 0,126 Sekunden) das Schwarze Loch Einfluss auf den Planeten nimmt und zwar derart, dass sich die Schwerkraft auf der Seite des Planeten, auf dem sich die Figu-ren/Lebewesen befanden, auf 7,1 m/s² reduziert.

                Wie haben wir den Irrtum bemerkt?
                Die Figuren waren bei einem manuellen Check nicht mehr auf der gleichen Stelle, ferner waren einige kleinere Figuren/Lebewesen hinzugekommen und größere verschwunden.
                Daraufhin haben wir das Videomaterial Bild für Bild rückwärtig gesichtet, bis wir auf drei unterschiedliche Bilder stießen. Da unsere Kamera nur 120 Bilder / Minute aufnimmt, haben wir nur ein Bild, das uns einen Bruchteil der Bewegung der Skulpturen/Lebewesen zeigt und das nur sehr verschwommen.
                Fazit:
                Nach genauer Analyse des Bildes scheinen die Lebewesen nur in dem Moment der geringen Schwerkraft sich zu bewegen oder besser zu leben, den Rest der Zeit werden sie von der immensen Schwerkraft des Planeten auf ihrem Platz gehalten. Vermutlich fallen sie dann in so eine Art Schwerkraftstarre, ähnlich der Winterstarre von einigen Tieren auf der Erde.
                Was dann aber in den 0,126 Sekunden auf dem Planeten passiert scheint atemberaubend zu sein. In diesem Moment scheint das ganze Leben auf diesem Planeten zu explodieren. Die Nahrungsaufnahme, das Liebesspiel und die Fortpflanzung scheinen sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit abzuspielen. Das ganze Leben einer oder mehrerer Generationen in 0,126 Sekunden!

                Weiteres Vorgehen:
                Wir bitten um die Lieferung von Hochgeschwindigkeitsüberwachungssystemen. Da wir erst wieder in 130.000 Stunden mit dem nächsten Lebenszyklus der Bewohner rechnen, dürfte die rechtzeitige Lieferung und Installation kein Problem darstellen.

                Kosten:
                Die Kosten für den weiteren Betrieb der Station für 140.000 Stunden werden mit rund 20 Milliarden Krediteinheiten veranschlagt, die Anschaffung und Installation der neuen Überwachungsanlage mit eingerechnet. Ferner bitten wir um Ersatzpersonal für die Mitglieder unserer Forschungsgruppe, die zum jetzigen Zeitpunkt das Alter von 45 Jahren überschritten haben.
                Wir bitte hiermit um Genehmigung und Verlängerung des Projektes.

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                • #9
                  Unterbrochen

                  Unterbrochen

                  Sie hatten sich unvermittelt getroffen und waren sich vom ersten Augenblick sehr sympathisch. Jeder schien von anderen zu wissen, was er wollte. Ohne ein Wort vorher zu wechseln, nicht einmal ein kurzes Hallo oder sich vorzustellen, begannen sie sich gegenseitig anzufassen und zu streicheln.
                  Sie pressten ihre Lippen aneinander und ihre Hände erforschten den jeweils anderen Körper.
                  Schnell gerieten sie in Ekstase, sie atmeten heftig.
                  Ihre Hand glitt nach unten und umfasste seinen Penis, seine Hände ergriffen ihre Brüste und begannen sie sanft zu massieren.
                  Sie ließen sich einfach fallen, wo sie gerade standen. Der Boden war weich. Jetzt lag sie auf ihm. Er spürte den Druck ihres Körpers auf seinem. Seine Hände streichelten ihren Po.
                  Jetzt setzte sie sich auf und nahm seinen Penis in ihre Hand, dann…
                  „So ne Scheiße, schon wieder ist die Verbindung unterbrochen. Gerade dann, wenn es gut wird!“
                  Wütend warf er sein Headset in die Ecke und riss sich die Sensorpads von seiner Brust und seinem Penis, fluchte noch laut, als ihn der Schmerz von den, mit den Sensorpads, herausgerissenen Haaren, erreichte. Heute Abend würde er es sich wieder einmal selbst besorgen müssen.
                  Man, das musste das wohl eine tolle Frau auf der anderen Seite der Verbindung sein, dachte er noch. Was er nicht wusste, auf der anderen Seite der Verbindung hatte ein anderer Mann gerade das Gleiche getan.

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                  • #10
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                    Jetzt war er bereit. Er spürte die Kraft in sich und er wusste ganz genau, was er jetzt tun sollte. Es musste ihm niemand sagen, es war in seinen Genen gespeichert, so wie überhaupt alles in seinen Genen steckte. Für ihn gab es nur das Jetzt und seinen Auftrag.
                    Er stieg in einen Raumgleiter, er fragte nicht warum und wieso, er wollte es einfach tun.
                    Neunzehn Monate später wurde er auf dem Planeten Trenom im südlichen Teil der Galaxie abgesetzt, genauso, wie er es wollte. Er fragte sich nicht, warum alle genau das taten, was er wollte, es war einfach so. Jetzt dauerte es nicht mehr lange, bis er seiner Bestimmung gegenüberstand. Noch ein kurzer Transport mit einem Bodenfahrzeug, dann würde er dem verhassten Feind gegenüberstehen und er würde ihn bekämpfen, töten und von der Planetenoberfläche tilgen. Sie hatten ihm alles genommen, seine Familie, seine Freunde, einfach alles. Sie waren Monstern gleich und sie sahen so aus. Grässliche Kreaturen auf zwei Beinen mit monströsen Armen und einem Kopf, der in seinem Sinne eigentlich keiner war.
                    Jetzt waren sie am Einsatzort angelangt. Er stieg aus. Vor ihm lag die Siedlung der Monster.
                    Seine Muskeln spannten sich, die Waffe seines modifizierten Armes aktivierte sich automatisch. Er wollte jetzt in diese Siedlung hineingehen und sie dem Erdboden gleich machen. Niemand durfte überleben, das war sein tiefster innerer Wunsch.
                    Er stapfte die Anhöhe hinab, die Monster schienen zunächst keinerlei Notiz von ihm zu nehmen. Das war ihm aber egal. Plötzlich eine Bewegung neben ihm. Er drehte sich um und blickte direkt in das Gesicht einer dieser Kreaturen. Sie hielt etwas in der Hand, dann blendete ihn ein Lichtblitz. Er brauchte einige Sekunden um wieder klar zu sehen, die Monster waren verschwunden. Er stand einem Menschen gegenüber, so wie er einer war. Etwas verwirrt drehte er sich um und blickte auf die Anhöhe zurück.
                    Das fremdartige Fahrzeug setzte sich in gerade Bewegung, besetzt mit den Kreaturen, die er zuvor noch ihm Dorf sah. Er hob seinen Arm und aktivierte die Waffe. Ein gleisendes Licht bewegte sich blitzschnell in Richtung der Anhöhe. Das Fahrzeug war verschwunden.
                    Als er sich wieder zu dem Menschen drehte, sah er aus den Augenwinkeln wieder für einen Moment das hässliche Gesicht von der Kreatur, dann wieder den Menschen. Der Mensch bat ihn, mit ihm zu kommen, er könnte viel für das Dorf tun. Das er manchmal noch Monster sehen würde, wäre normal, das würde sich schon geben.

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                    • #11
                      Invasion

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                      Invasion I

                      Ronny sah sie eigentlich nur zufällig und sie war genau sein Typ. Nicht nur vom Aussehen her, nein, auch wie sie sich bewegte, der Klang ihrer Stimmer, das blinzeln ihrer Augen. Er hatte sich sofort in sie verliebt. Dann geriet sie aus seinem Blickfeld, war ja auch normal, bei einer zufälligen Begegnung. Ronny dachte dann, das war´s gewesen und erinnerte sich an seinen besten Freund Robert, der fast das Gleiche erlebte, allerdings hatte er dabei mehr Glück gehabt, denn er traf seinen Blickkontakt wieder. Das Wort Glück müsste bei ihm allerdings in Anführungszeichen geschrieben werden, jedenfalls so wie Ronny das sah. Roberts neue Freundin, war etwas gewöhnungsbedürftig. Da Ronny ihn schon seit dem Kindergarten kannte, glaubte er seinen Typ Frau, auf den er stand, zu kennen. Doch was er sich da an Land gezogen hatte, das konnte Ronny nicht nachvollziehen. Nicht nur vom Aussehen her entsprach sie nicht seinem Beuteschema, sie war auch sehr in sich zurückgezogen, ganz im Gegensatz zu ihm. Das hatte zur Folge, dass sich Robert von Ronny und seinen Freunden entfremdete. Er hat plötzlich keine Zeit mehr für sie und war lieber mit ihr alleine. Robert meinte, das wäre halt am Anfang so und er sei so schrecklich verliebt. Naja, sei es ihm gegönnt, dachte sich Ronny.
                      Dann sah Ronny sie wieder. Er nahm allen Mut zusammen und sprach sie an und, man glaubt es kaum, er hatte danach ein Date mit ihr. Ronny war total begeistert, so eine Frau geht mit ihm aus, dass gab es noch nie.
                      Vorgestern war es dann soweit, der erste gemeinsame Abend und Ronny fand es einfach toll. Sie war die erste Frau, wo er sagen konnte, dass sie die richtige war. Es stimmte einfach alles bei ihr und sie hatte Interesse an seiner Person und das kannte er so nicht. Ronny war normalerweise eher ein unscheinbarer Typ, der es schwer hatte bei den Frauen. Es war ein wirklich toller Abend und ihm schien, als ob rundherum nur glückliche Paare existierten und als er sie genauer betrachtete, stellte er fest, dass die Paare immer sehr unterschiedlich vom Aussehen her waren. Es waren, nicht wie sonst überwiegend üblich, eine schöne Frau mit einem schönen Mann zusammen, nein, heute schien gerade das Gegenteil der Fall zu sein, doch sie schienen alle frisch verliebt zu sein, so wie er es war.
                      Etwas hatte ihn aber doch an dem Abend gestört. Ronny war seinem Freund und seiner Freundin begegnet. Da sein Verhältnis zu ihm zurzeit etwas belastet war, hatte er ihn nur kurz begrüßt. Und die Bemerkung von Robert fand Ronny auch nicht gerade prickelnd. Er meinte, seine neue Freundin sei nicht gerade der Renner. Ronny hatte nichts darauf erwidert und dachte, dass Robert sich vermutlich nur bei ihm revanchieren wollte. Das Tolle war aber, dass sich ihre beiden Freundinnen wirklich gut verstanden hatten. Vielleicht würden sein Freund und er sich durch die beiden wieder etwas näher kommen, kam es Ronny in den Sinn und, als hätten es die beiden Frauen gehört, machten sie gleich ein Date zu viert fest.
                      Die Nacht verbrachten sie dann gemeinsam und für Ronny war diese Nacht einfach perfekt. Sie schienen fast Seelenverwand zu sein. Sie streichelte ihn genau an den Stellen, wo er es besonders mochte und sie schien auch jede von seinen Berührungen zu genießen. Am Ende kamen sie dann gleichzeitig. Ronny war glücklich.
                      Dann war es soweit, der Tag des gemeinsamen Treffens. Sie kamen in seiner Wohnung zusammen und wollten kochen, dann gemeinsam Essen. Das Kochen war lustig und das Essen war wirklich gut. Dann wurde es erst seinem Freund und danach Ronny schwindelig. Jetzt lagen sie nebeneinander auf dem Fußboden, unfähig sich zu rühren. Ihre Freundinnen kümmerten sich nicht um sie, sie schienen überhaupt nicht besorgt um sie zu sein. Sie saßen sich am Tisch gegenüber und schauten sich an. Sie sprachen keinen Ton miteinander. Jetzt schlossen sie die Augen. Ihre Körper schienen zu flimmern und unscharf zu werden. Ronny stand der Angstschweiß auf der Stirn. Er wollte nur noch weg hier, aber er konnte sich nicht bewegen. Er versuchte seinen Kopf zu drehen um nach Robert zu schauen, aber selbst das gelangt ihm nicht.
                      Jetzt hatte das Flimmern, das ihre Freundinnen umgab aufgehört und Ronny wurde es schlecht. Was er da sah, hatte nichts mehr Menschliches an sich. Ihm fielen keine Worte ein, um das was er da sah zu beschreiben, es ist einfach nur schrecklich und hässlich.
                      Er konnte kaum noch seine Augenlieder offen halten. Für einen winzigen Moment schien er Stimmen in seinem Kopf zu hören. Zuerst waren es nur fremdartige unverständliche Laute, die er hörte, dann verstand er sie aber.
                      „Phase 3 fast abgeschlossen. Alle Exemplare paralysiert. Phase 4 kann nach dem bestätigten Ende durch das Kollektiv starten. Absetzen der Behälter für das Einlagern der Körper kann vorgezogen werden.“
                      Ronny war der letzte Mensch, der seine Augen schloss. Hören konnte er die Stimmen aber immer noch und was er da zu hören bekam ließ in ihm den Wunsch reifen, lieber tot sein zu wollen.

                      Invasion II

                      Ich sah sie eigentlich nur zufällig und sie war genau mein Typ. Nicht nur vom Aussehen her, nein, auch wie sie sich bewegte, der Klang ihrer Stimmer, das blinzeln ihrer Augen. Ich hatte mich sofort in sie verliebt. Dann geriet sie aus meinem Blickfeld, war ja auch normal, bei einer zufälligen Begegnung. Ich dachte dann, das war´s gewesen und erinnerte mich an meinen besten Freund Robert, der fast das Gleiche erlebte, allerdings hatte er dabei mehr Glück gehabt, denn er traf seinen Blickkontakt wieder. Das Wort Glück müsste bei ihm allerdings in Anführungszeichen geschrieben werden, jedenfalls so wie ich das sah. Roberts neue Freundin, war etwas gewöhnungsbedürftig. Da ich ihn schon seit dem Kindergarten kannte, glaubte ich seinen Typ Frau, auf den er stand, zu kennen. Doch was er sich da an Land gezogen hatte, das konnte ich nicht nachvollziehen. Nicht nur vom Aussehen her entsprach sie nicht seinem Beuteschema, sie war auch sehr in sich zurückgezogen, ganz im Gegensatz zu ihm. Das hatte zur Folge, dass sich Robert von mir und seinen Freunden entfremdete. Er hat plötzlich keine Zeit mehr für uns und war lieber mit ihr alleine. Robert meinte, das wäre halt am Anfang so und er sei so schrecklich verliebt. Naja, sei es ihm gegönnt, dachte ich mir.
                      Dann sah ich sie wieder. Ich nahm allen Mut zusammen und sprach sie an und, man glaubt es kaum, ich hatte danach ein Date mit ihr. Ich war total begeistert, so eine Frau geht mit mir aus, dass gab es noch nie.
                      Vorgestern war es dann soweit, der erste gemeinsame Abend und ich fand es einfach toll. Sie war die erste Frau, wo ich sagen konnte, dass sie die richtige war. Es stimmte einfach alles bei ihr und sie hatte Interesse an meiner Person und das kannte ich so nicht. Ich war normalerweise eher ein unscheinbarer Typ, der es schwer hatte bei den Frauen. Es war ein wirklich toller Abend und mir schien, als ob rundherum nur glückliche Paare existierten und als ich sie genauer betrachtete, stellte ich fest, dass die Paare immer sehr unterschiedlich vom Aussehen her waren. Es waren, nicht wie sonst überwiegend üblich, eine schöne Frau mit einem schönen Mann zusammen, nein, heute schien gerade das Gegenteil der Fall zu sein, doch sie schienen alle frisch verliebt zu sein, so wie ich es war.
                      Etwas hatte mich aber doch an dem Abend gestört. Ich war meinem Freund Robert und seiner Freundin begegnet. Da mein Verhältnis zu ihm zurzeit etwas belastet war, hatte ich ihn nur kurz begrüßt. Und die Bemerkung von Robert fand ich auch nicht gerade prickelnd. Er meinte, meine neue Freundin sei auch nicht gerade der Renner. Ich hatte nichts darauf erwidert und dachte, dass Robert sich vermutlich nur bei mir revanchieren wollte. Das Tolle war aber, dass sich unsere beiden Freundinnen wirklich gut verstanden hatten. Vielleicht würden Robert und ich uns durch die beiden wieder etwas näher kommen, kam es mir in den Sinn und, als hätten es die beiden Frauen gehört, machten sie gleich ein Date zu viert fest.
                      Die Nacht verbrachten wir dann gemeinsam und für mich war diese Nacht einfach perfekt. Wir schienen fast Seelenverwand zu sein. Sie streichelte mich genau an den Stellen, wo ich es besonders mochte und sie schien auch jede meiner Berührungen zu genießen. Am Ende kamen wir dann gleichzeitig. Ich war glücklich.
                      Dann war es soweit, der Tag des gemeinsamen Treffens. Wir kamen in meiner Wohnung zusammen und wollten kochen, dann gemeinsam Essen. Das Kochen war lustig und das Essen war wirklich gut. Dann wurde es zuerst meinem Freund und danach mir schwindelig. Jetzt liegen wir nebeneinander auf dem Fußboden, unfähig uns zu rühren. Unsere Freundinnen kümmern sich nicht um uns, sie scheinen überhaupt nicht besorgt um uns zu sein. Sie sitzen sich am Tisch gegenüber und schauen sich an. Sie sprechen keinen Ton miteinander. Jetzt schließen sie die Augen. Ihre Körper scheinen zu flimmern und unscharf zu werden. Mir steht der Angstschweiß auf der Stirn. Ich will nur noch weg hier, aber ich kann sich nicht bewegen. Ich versuche meinen Kopf zu drehen um nach Robert zu schauen, aber selbst das gelingt mir nicht.
                      Jetzt hat das Flimmern, das unsere Freundinnen umgibt, aufgehört und mir wird es schlecht. Was ich da sehe, hat nichts mehr Menschliches an sich. Mir fallen keine Worte ein, um das was ich da sehe, zu beschreiben, es ist einfach nur schrecklich und hässlich.
                      Ich kann kaum noch meine Augenlieder offen halten. Ich höre jetzt Stimmen in meinem Kopf. Es sind nur fremdartige unverständliche Laute, aber jetzt werden sie klarer und ich beginne sie zu verstehen.
                      „Phase 3 fast abgeschlossen. Alle Exemplare paralysiert. Phase 4 kann nach dem bestätigten Ende durch das Kollektive starten. Absetzen der Behälter für das Einlagern der Körper kann vorgezogen werden.“
                      Jetzt kann ich meine Augen nicht mehr offen halten, die Stimmen kann ich aber immer noch hören. Ohh Gott! Das wollen die mit uns machen?! Neinnn!!! Wäre ich doch nur tot!!!

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                      • #12
                        Sucht

                        Sucht

                        Heute war es wieder soweit. Paul würde sich mit seinem Kumpel zum tauschen treffen. Darauf hatte er sich schon die ganze Woche gefreut. Sein Freund war bestens ausgestattet. Er hatte alles, was man sich nur vorstellen konnte und am Telefon hatte er ihn schon ganz heiß gemacht. Die neueste Generation, läuft natürlich nur, wenn er die aktuellste, noch nicht freigegebene Firmware, die nicht auf dem offiziellen Markt erhältlich war, auf seinen Player installiert war. Paul hatte ihn dabei. Der Player war klein, etwas größer als der Chip, den man hineinstecken musste. Ein kurzer Druck auf die Starttaste und man wurde in eine virtuelle Welt katapultiert, kein störendes Kabel, nichts, der Player war auf sein Gehirnwellenmuster kalibriert und sofort einsatzbereit.
                        Aber für diese Art von Chip musste er sich einen ruhigen Ort suchen, am besten war es, wenn er sofort wieder nach Hause ging, wenn der Chip in seinem Besitz war. Sein Kumpel hatte genau das, was er wollte. Chips mit dem Titel „In der Gewalt der Domina“, „Allein auf dem Frauenplaneten Rita3“, „Gehorsamer Diener meiner Herrin“ oder „Insasse in einem Frauengefängnis“ ließen sein Herz höher schlagen. Sein Freund hatte ihm schon einiges über den Inhalt der Chips erzählt. Er konnte schon fast die Peitsche knallen hören, die auf seinen Rücken schlug, geschwungen von einer in schwarzem Leder gekleideten Frau, die auch ohne ihre High Heels größer war als er selbst. Gut vorstellen konnte er sich auch sein Leben auf Rita3, nachdem ihn die Frauen dort, nach seiner missglückten Landung seines Raumschiffes, wieder gesund pflegten und, wenn er dann wieder zu Kräften gekommen war, ihnen als Sexsklave zur Verfügung stehen musste. Auch das Leben als Diener, der alles für seine Herrin tat, auch wenn das bedeutete, dass er für den Rest seines Lebens sich als Frau kleiden musste, hatte für ihn auch seinen Reiz. Nach dem er gehört hatte, was ihm in einem fernen Zukunftsstaat als Insasse eines Frauengefängnisses blühte, in das er als Mann eingewiesen wurde, weil es keine Gefängnisse mehr für Männer gab, da keiner mehr seit über 300 Jahren straffällig geworden war, musste er seinen Kumpel in seinen Ausführungen unterbrechen. Er wollte sofort zu ihm gehen, aber der hatte leider keine Zeit. Erst nächstes Wochenende, Freitagabend, könnte er kommen, dabei war es gerade erst Donnerstag. Für alle Chips reichte sein Geld nicht, denn Geld war das einzige Tauschobjekt, das sein Kumpel akzeptierte.
                        Eine Freundin kam für ihn nicht mehr in Frage. Da hatte er nie Glück gehabt, es hatte sich einfach nicht ergeben.
                        Jetzt ging er los. Er ging schnell, sehr schnell. Dass eine ihm entgegenkommende gutaussehende Frau ihn anlächelte, bemerkte er nicht. Ein kurzer Gedanke ging ihm durch den Kopf, ob er seinen Job am Ende des Monats noch hätte, wenn er die nächsten Tage wieder unentschuldigt von der Arbeit fernbleiben würde?
                        Das die Frau ihn nach der Zeit fragte, ganz offensichtlich hatte sie daran aber kein wirkliches Interesse, überhörte er.

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                        • #13
                          Abschied

                          Ich will heute einmal eine Geschichte hier veröffentlichen, die nichts direkt mit Science-Fiction zu tun hat, sondern mehr mit Gefühlen und Empfindungen (das soll es aber auch in der Zukunft geben, sagt man). Diese Art von Shorts von mir könnt ihr hier:

                          hajo's Autorenprofil auf mySTORYs - die besten Kurzgeschichten und Bcher kostenlos

                          lesen, nur mal so, wer Interesse hat.


                          Abschied

                          Heute würde es soweit sein. Das es solange gedauert hatte, grenzte schon an ein Wunder. Ja, es hatte lange Zeit nicht geregnet, es war ein schöner Sommer gewesen, schade, dass sie in nicht mehr miterleben konnte. Sie mochte den Sommer, die Wärme, das Licht, die langen Tage, die warmen Nächte. Fast glaubte er, dass sie gleich hereinkommen würde, aber das würde sie natürlich nicht. Sie ging im Frühjahr, die ersten Bäume trugen gerade wieder frisches Grün, nach einem langen und grauen Winter. Es kam überraschend und viel zu früh. Er wusste von ihrem Wunsch, sie hatte öfters mit ihm darüber gesprochen und er hatte ihr versprochen, ihren Wunsch zu respektieren. Ziemlich leichtfertig, wie er dann, als sie von ihm gegangen war, bemerkte. Der Wunsch war auf den ersten Blick für ihn nichts Besonderes gewesen. Kein ausgefallener Grabstein, keine besonderen Bestattungsrituale, lediglich die Farbe, mit der die Gravuren auf dem Gedenkstein ausgefüllt werden würden, sollten aus einer wasserlöslichen Farbe bestehen. Dann, wenn Wind und Wetter die Farbe aus dem Vertiefungen des Steines ausgewaschen hätten, dürfe er nicht mehr ihr Grab besuchen und sollte sein weiteres Leben so leben, wie sie es sich für ihn wünschte. Frei, ohne Trauer und glücklich. Sie hatte es ihm damals vor Jahren in einer warmen Sommernacht zum ersten Mal erzählt. Er hatte es nicht so ernst genommen, aber sie sprach immer wieder davon und dann hatte er ihr sein Wort gegeben.
                          Gestern war ein winziger verwaschener Farbklecks noch zu sehen. Er hatte sich am Anfangsbuchstaben ihres Vornamens festgesaugt, in einer Unregelmäßigkeit der Gravur, die etwas tiefer geraten war. Aber die Herbststürme, die den Regen an den Stein peitschten, bliesen unerbittlich. Der November war dieses Jahr besonders trübe, nass und stürmisch. Obwohl sie die Sommer über alles liebte, machten ihr die kalten Herbsttage nichts aus. Sie mochte sie auf ihre Art, denn sie meinte, ohne diese trüben Tage würden die hellen Tage nicht so hell erscheinen.
                          Eines wusste er mit Bestimmtheit. Ihren letzten Wunsch würde er erfüllen, aber vergessen konnte er sie nie.

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                          • #14
                            Schlacht

                            Schlacht

                            Mit gleisender Helligkeit zerschnitt der Partikelstrahl die linke Seite des Schlachtkreuzers Aurora. Der austretende Sauerstoff entzündete sich und wenige Augenblicke später explodierte das mächtige Schiff. Die 7422 Besatzungsmitglieder waren verloren. Das gegnerische Schiff nahm Kurs auf die Hope, die auch schon leichte Beschädigungen aufwies. Ihr Schutzschild hatte nicht mehr die Stärke, um das ganze Schiff wirkungsvoll vor dem feindlichen Partikelstrahl zu schützen.
                            Die Schlacht dauerte nun schon fast einen Tag. Die eigenen Verluste waren sehr hoch. Das letzte noch unversehrte Schiff, die Thor, lag hinter einer Barriere von fünf angeschlagenen Raumkreuzern.
                            Aber auch der Gegner hatte Verluste erlitten. Das Schiff mit den Partikelstrahlwaffen war das einzig noch intakte der feindlichen Flotte, doch es war mächtig. Die Explosion der Hope überdeckte für einen Moment das Dunkel des Alls. Jetzt nahmen die noch verbliebenen Schiffe, die sich um die Thor versammelt hatten, die Fahrt in Richtung des letzten feindlichen Schiffes auf. Noch 50.000 Kilometer bis zum Feind.
                            Wieder zerteilte ein gleisender Strahl eines der Schiffe, die sich dem Feind näherten. Jetzt waren noch vier übrig. Dann explodierten ein weiteres Schiff der Flotte und dann noch eines, bevor die beiden übrigen in das fremde Raumschiff einschlugen. Das fremde Raumschiff war aufgrund seiner immensen Größe nicht sofort explodiert, sondern nur schwer beschädigt. Es begann etwas im Raum zu driften, dann zerbrach es, denn die Thor hatte mit ihrem schweren Impulslasern dem Schiff den Rest gegeben.
                            „Nun Commander, wie sieht es dieses Mal aus?“
                            „93% Verluste bei uns und 100% Verluste beim Gegner, Sir“
                            „Na, das sieht ja schon ganz gut aus. 2% weniger Verluste, wenn wir die Ergebnisse der Schlachten-Simulation etwas beschönigen. Ich denke, ich werde jetzt den Befehl zum Angriff geben.“
                            „Aber Sir, noch geht von unseren Feinden keinerlei Bedrohung aus. Wir wissen noch nicht einmal, ob es unsere Feinde sind.“
                            „Commander, wie oft soll ich es ihnen noch sagen. Jemand der solche Waffen besitzt ist eine Bedrohung und ich möchte nicht damit warten, bis die uns angreifen. Also geben sie die alternativen Zahlen der Simulation frei. 38% Verluste bei uns und 100% Verluste bei dem Gegner wenn wir zuerst angreifen. Wenn die zuerst angreifen 100% bei uns und 8% beim Gegner. Das wird die Kampfmoral unserer Flotte stärken und sie wissen ja selbst, es bedeutet 2% weniger Verluste!“

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                            • #15
                              Gleichgewicht

                              Gleichgewicht

                              Der Gleiter trat sanft in die Atmosphäre des Planeten ein. Der Pilot schaltete den Gravitationsantrieb zu. Er übernahm die Vorgaben des Computers und die Standardtriebwerke wurden nach dessen Aktivierung automatisch abgeschaltet. Jetzt schien das Schiff geräuschlos zu schweben. Einige kleine Änderungen in der Gravitationsbalance nahm der Pilot noch vor, dann flog er in eine Wolke, die sein Schiff verbergen sollte. Der Computer hatte errechnet, dass die Luftströmung diese Wolke über sein Zielgebiet bringen würde.
                              Dies war sein erster Einsatz. Auf die Ehre, so ein tolles Schiff zu fliegen, hatte er schon sehr lange gewartet. Die lange und harte Ausbildung hatten ihn schon oft an den Rand einer Aufgabe gebracht, aber er hatte dem nie nachgegeben. Gestern war es dann soweit gewesen. Der Einsatzbefehl wurde an dem schwarzen Brett ausgehängt, darauf stand zum ersten Mal sein Name. Die Glückwünsche seiner Kameraden noch im Ohr, hatte er sich bei seinem kommandierenden Offizier gemeldet. Auch der beglückwünschte ihn und wies ihn noch einmal auf die Wichtigkeit seiner Aufgabe und das Vertrauen hin, dass man in ihn setzte.
                              Die Mission, auf der sie sich befanden, diente der Forschung. Das riesige Basisschiff, auf dem sie sich aufhielten, zog schon seit Jahren, auf einer hohen Umlaufbahn um den Planeten, seine Kreise.
                              Sie hatte schon viel erreicht. Die Entwicklung der Bewohner des Planeten war schon sehr weit fortgeschritten unter dem Einfluss der Forschungsgruppe, die in dem Basisschiff lebte. Der Wohlstand hatte sich stark gesteigert und die Rechte der einzelnen Bevölkerungsgruppen gegeneinander hatten sich angeglichen, alles war im Gleichgewicht. Es war der Forschungsgruppe gelungen, die Entwicklungsstufe der Bewohner auf einem vorindustriellen Niveau zu halten.
                              Aber das waren nur die allgemeinen Informationen, die jedem auf dem Schiff zugänglich waren. Weiterführende Details dieses Projektes waren nur den Projektleitern bekannt. Aber für ihn als Piloten war nur wichtig, dass er fliegen konnte und zwar mit diesen Maschinen, die das neueste der Technik darstellten.
                              Mit der Wolke sich fortzubewegen stellte höchste Ansprüche an seine Flugkünste. Ständig musste er die Balance des Gravitationsantriebes neu einstellen, damit er in der Wolke unsichtbar mitflog. Dieser Antrieb war revolutionär. Er funktionierte völlig ohne bewegliche Teile und erzeugte deswegen auch keinerlei Geräusche. Man glitt lautlos in der Atmosphäre des Planeten dahin, es war ein wunderbares Gefühl für ihn.
                              Jetzt war der Gleiter mit der Wolke über dem Zielgebiet angelangt. Der Pilot musste nur noch seinen Auftrag ausführen und dann zum Basisschiff zurückkehren, dann war die erste Mission erfolgreich verlaufen. Er drückte, nachdem der Computer im die korrekten Koordinaten bestätigt hatte, einen roten Knopf, das war alles. Er erhöhte die Spannung in den Gravitationsspulen und der Gleiter wurde sanft in die Höhe gehoben.

                              Die Wolke, die der Wind auf das Dorf zutrieb, machte einen bedrohlichen Eindruck. Der Bürgermeister hatte davor gewarnt. Schuld daran war nur das etwas verrückte Gemeindemitglied. Er hatte ein Gerät gebaut, mit dem man sehr weit sehen konnte. Er nannte es den Blicker. In den alten Schriften stand, dass die Nachbargemeinde vor langer Zeit ein künstliches Licht erfunden hatte, das ohne Wachs Licht machen konnte. Kurze Zeit später hatte ein verehrendes Unwetter den Ort dem Erdboden gleich gemacht. Auch hier wurde von einer sehr großen und bedrohlichen Wolke berichtet, die das Unheil ankündigte.
                              Der Bürgermeister betete zu den Göttern, dass sie dieses Mal seine Gemeinde verschonen sollten.

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