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Star Trek: RX-23

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  • Star Trek: RX-23

    Zugegeben, normalerweise mag ich Fanfics nicht besonders, und "Crossovers" schonmal gar nicht. Diesesmal überkam es mich dann aber doch Sozusagen als kleine Schreibübung für "meinen" Roman.

    Es handelt sich dabei wie vom namen her unschwer zu erkennen um eine StarTrek-Fanfiction. Angesiedelt irgendwann ungefähr zur DS9 Ära, aber noch vor dem Dominionkrieg. Größeren Bezug zu bestehenden Serien gibt es nicht, ich greife lediglich das Universum als solches auf.
    Womit ich StarTrek hier kombiniert habe, bleibt aber erstmal noch mein Geheimnis, damit die Handlung spannender wird

    Viel Spaß.

    Star Trek: RX-23

    „Parker? Bitte kommen Commander. Hören Sie mich?“
    Justus Parker sah von seinem P.A.D. auf, das Kratzen im Intercom war überhörbar. Jahrhunderte des wissenschaftlichen Fortschritts hatten menschliche Technologie nicht darauf vorbereiten können, auf diesem Planeten zu funktionieren. Und nun sollten sie dieses Wunder in wenigen Wochen vollbringen. Gleichgültig lies er das P.A.D. auf den Schreibtisch fallen und trat an die Wandkonsole heran. Kurz darauf hatte er den Kommunikationspfad geöffnet und halbwegs stabilisiert.
    „Commander? Hören Sie mich?“ erklang die Stimme erneut durch das Intercom.
    „Ich höre Sie, Bo'wx. Klar und deutlich.“ Es war nur eine Floskel. Klar und Deutlich waren Funkübertragungen hier noch nie gewesen. Und das wusste Bo'wx auch. Ein Monitor flammte auf und zeigte eine öde und leere Vulkanwüste. Nebel hing über dem Areal und aus tief hängenden, grauschwarzen Wolken ergoss sich ein scheinbar endloser Wolkenbruch über die felsige Landschaft. Große Teile der Felsen waren von den rauen Witterungsverhältnissen über die Jahre hinweg zu gespenstischen Strukturen erodiert worden.
    Das Bild flackerte ein paar mal, löste sich dann in einer Reihe farbiger Balken auf, brach zusammen und stabilisierte sich wieder. Scheinbar waren selbst Bo'wx hoch-heilige Versprechen, die Technik zuverlässig zum Laufen zu bringen, gegen die Umwelt hier auf RX-23 machtlos. Andererseits würde eh niemand der noch halbwegs bei Verstand war, während eines Ionensturmes da draußen herumlaufen. Die Feinjustierung der Überwachungsposten hatte also Zeit, bis sich der Sturm gelegt hatte. Das heißt, wenn die Sonde bis dahin überhaupt noch funktionstüchtig war.
    Parker berührte einen der Schalter auf seiner Konsole und beobachtete, wie das Kamerabild der Überwachungssonde erneut verschwand und durch den Schriftzug Link Death – Reconnect ersetzt wurde. „Lassen Sie es gut sein, Bo'wx. Der Sturm wird stärker, ich will nicht, dass Sie da draußen noch in Schwierigkeiten geraten. Kommen Sie nach Hause.“
    „Aye sir. Sind schon unterwegs.“ lautete die Knappe Antwort. Dann blieb die Leitung stumm.

    ***


    Zum dritten mal in einer Minute wischte Bo'wx über das Glas ihres Raumhelms, dass jedoch sofort wieder beschlug. Die Temperaturen hier draußen waren unzumutbar, sofern man kein Pinguin war. Glücklicherweise schützte sie der Druckanzug vor der Kälte. Der undurchdringliche Nebel und der toxische Platzregen, der sich wie eine endlose Flut über sie ergoss, waren für sich genommen aber auch schon schlimm genug, um diesen ganzen Planeten abgrundtief hassen zu lernen.
    Der schwere und ungelenke Anzug tat sein Übriges, um der Ingenieurin das Leben zur Hölle zu machen. Das Bedienfeld der stationären Überwachungssonde war so glitschig wie ein ferengianischer Bänker und flackerte bei jeder donnernden Ionenentladung in der Atmosphäre wie eine Leuchtreklame.
    Es knackte in ihrem Funkgerät. „Bo, kommst du? Wenn der Truck im Matsch einsinkt, sitzen wir hier fest, bis der Sturm nachlässt.“
    Bo'wx schüttelte resignierend den Kopf. Für einen Sicherheitschef war Serghej ein ziemliches Weichei. „Sekunde noch, bitte.“ Sie gab ein paar letzte Befehle in das System ein. Nur noch ein ENTER und die Arbeit wäre erledigt.
    Mit einem ohrenbetäubenden Knall entlud sich der Sturm ein weiteres Mal über ihr. Zahlreiche Blitze schlugen rings um die Bolianerin in die schroffen Felsen ein, zauberten geisterhafte Zwielichtmuster in den Nebel und erleuchteten das Areal für einen kurzen Moment taghell. Bo'wx zuckte erschrocken zusammen und kauerte sich reflexartig zusammen um einem möglichen Trümmerregen zu entgehen.
    Das Bedienfeld an der Sonde vor ihr erlosch.
    „Verdammt. Jetzt lass mich nicht alleine, du Mistding!“ fluchte sie. Doch auch ein kräftiger Tritt gegen das metallische Gehäuse der Sonde vermochte die Situation nicht zu Bo'wx Gunsten zu verändern.
    „Ist was passiert?“ fragte Serghej.
    Die Bolianerin seufzte. „Nein. Ich komme jetzt zurück. Lass schon mal den Motor an.“
    Schnell packte sie ihr Werkzeug zusammen und machte sich an den Abstieg. Die Sonde auf dem Gipfel eines kleinen Hügels zu platzieren erschien ihnen zuvor als das passende Vorgehen. Doch jetzt wo sie den matschigen Hügel wieder hinabsteigen musste, mit weniger als fünf Metern Sichtweite, erschien ihr die Idee gar nicht mehr so toll. Am Fuß des Hügels entdeckte sie das Scheinwerferlicht des Trucks. Das Fahrzeug selbst war inzwischen vollständig von dem immer dichter werdenden Nebel verschluckt worden. Mehrere Male rutschte sie fast auf den feuchten Felsen aus, einmal gab der weiche Boden unter ihr nach, und sie schlitterte etwa zehn Meter den Hang hinab, ehe sie wieder Halt fand.
    Schließlich erreichte Bo'wx das Fahrzeug, das sich wie ein schwarzer Schatten durch den Nebel abzeichnete. Sie riss die Beifahrertür auf, schleuderte ihr Werkzeug in die Gepäckablage und hievte sich selber auf den Sitz. Leise begann der Atmosphärenausgleicher zu zischen, nachdem die Tür geschlossen war. Vorsichtig nahm sie den Helm ab „Was für ein Scheißwetter!“ fluchte sie.
    „Das kannst du laut sagen.“ erwiderte Serghej während er seinen Helm behutsam in der Gepäckablage verstaute und sich anschließend den Kontrollen des Trucks zu wandte. Langsam steuerte er das Fahrzeug über einen schmalen Grat auf die felsige Ebene hinaus. Trotz der guten Stoßdämpfer hüpfte das Fahrzeug wie ein Gummiball über die Felsen.
    Da der Ionensturm die automatische Navigation blockierte, konnte Serghej nur nach Sicht fahren. Das heißt, falls es bei diesem Nebel so etwas wie eine Sicht gab. Glücklicherweise war die Station nicht sehr weit entfernt.
    „Ich will jetzt eine lange, warme Dusche.“ seufzte Sie.

    ***


    Der Monitor an der Wandkonsole zeugte immer noch von den vergeblichen Versuchen des Computers, die Funkverbindung zu der Aufklärungssonde wiederherzustellen. Parker schaltete den Monitor ab und kehrte zu seinem Schreibtisch zurück.
    Mit einem hydraulischen Zischen öffnete sich die Tür des Bereitschaftsraumes. Cathy, ihres Zeichens Offiziersanwärter und kaum mehr als ein Mädchen, trat ein. Einen zackigen Militärgruß später kam sie dichter heran, stellte ein Tasse auf dem gläsernen Schreibtisch ab und füllte sie mit dampfendem Kaffee. Parker schenkte ihr ein Lächeln als Dank und sie ging wieder mit der selben militärischen Nüchternheit, mit der sie gekommen war.
    „Cathy?“
    Sie blieb in der Tür stehen und blies sich eine Strähne ihrer schwarzen Haare aus dem Gesicht. „Ja Sir?“
    „Wie geht es unseren Gästen?“
    Sie zögerte. Parker bemerkte, dass ihr unbehaglich war. Aber das war bei ihr immer so, wenn Aliens im Spiel waren. „Sie sind … ungehalten darüber, dass wir ihnen die Starterlaubnis verweigert haben. Sie empfinden diese Schritte als Freiheitsberaubung.“
    „Haben Sie Bedenken wegen dieser Leute auf der Station, Cathy?“
    „Meinen Sie wegen der übrigen Gäste, oder wegen des Klingonen?“
    Parker schmunzelte. Die selben Gedanken quälten auch ihn in den letzten Stunden häufiger. Klingonen waren selten eine angenehme Gesellschaft. Aber wütende, weil eingesperrte, Klingonen konnte man selbst mit viel gutem Willen nur noch als potentielles Sicherheitsrisiko einstufen. „Behalten Sie besser für sich, dass der letzte Ionensturm hier drei Wochen gedauert hat. Ich will keine Eskalation provozieren.“ Nach einer kurzen Pause fügte er scherzhaft hinzu: „Wir haben nicht genug Leute, um mit einem wütenden Klingonen fertig zu werden.“
    Cathy nickte. „Noch etwas?“
    Parker winkte ab. „Das wäre alles. Wegtreten.“
    Vom rein menschlichen Standpunkt her mochte er Cathy. Das tat er wirklich. Sie war stets höflich und zuvorkommend, pflichtbewusst und fleißig. Und sie gab einen recht brauchbaren Ordonanzoffizier ab. Auch wenn Parker sich seit ihrer Anwesenheit auf der Station angewöhnt hatte, synthetisierten Kaffee aus dem Replikator zu trinken. Grauenhaftes Zeug, aber immer noch besser, als die Brühe die Cathy fabrizierte.
    Auf der anderen Seite empfand er ihre Anwesenheit auf der Station als persönlichen Affront gegen sich und sein Kommando. Sie war zu jung. Gerade erst mit der Akademie fertig und zum ersten Mal im Einsatz. Nicht nur, dass Parker hier draußen, auf einem Beobachtungsposten am Arsch des Universums, mit einem gerade mal vierköpfigen Offiziersteam auskommen musste, war einer davon auch noch so grün hinter den Ohren, dass sein Besenstiel noch über den Fußboden schleifte, weil er nicht einmal ganz in den Arsch rein passte.
    Außerdem hatte sie ein Problem mit Aliens. Bis sie mit Parkers bolianischer Ingenieurin Bo'wx klargekommen war, hatte es Wochen gedauert. Und seit die Gäste auf der Station waren, mied sie die Freizeitzonen wie die Pest. Für den Dienstveteranen Parker war die erzwungene Zusammenarbeit mit so jemandem eine ganz klare Herabwürdigung seines Kommandos.
    Andererseits wusste Parker genau, dass er oft vorschnell dazu neigte, Entscheidungen die er nicht verstand, als Affront gegen ihn und seine Arbeit zu betrachten. Selbst wenn es im Endeffekt eine ganz rationale Erklärung gab. Aber selbst beim besten Willen wollte ihm für Cathys Anwesenheit hier auf dem Spähposten RX-23, am äußersten Rand des Föderationsraumes, keine rationale Erklärung einfallen.
    Genau so wenig, wie für die Anwesenheit ihrer Gäste. Eine illustre Gruppe aus zwei Ferengi, zwei Romulanern und einem Klingonen, die vor einigen Tagen auf dem Planetoiden gelandet waren. Sein Sicherheitschef Luitannand Commander Serghej Tarassow hatte ihn darüber informiert, dass sie ein paar Dutzend Kilometer von der Station entfernt gelandet waren und scheinbar archäologische Ausgrabungen in einem verlassenen Ruinenkomplex vorgenommen hatten.
    Parker konnte sich seitdem nicht entscheiden, was seine Hitrangliste rational nicht erklärbarer Phänomene anführte: das Ferengi, Romulaner und Klingonen gemeinsame Sache machten, oder dass dieses Drecksloch von einem wertlosen Planeten wirklich mal bewohnt gewesen war.
    Jedenfalls hatten die Hobbyarchäologen offenbar nicht damit gerechnet, hier auf Föderationsoffiziere zu treffen und waren nur wenig kooperativ gewesen, als ihr Schiff beschlagnahmt und sie selber in Arrest genommen wurden. Kurz darauf hatten sie ihre Bereitschaft erklärt, im Austausch für ihre Freiheit den Planeten und den Föderationsraum wieder zu verlassen. Eine Lösung, die Parker wegen seiner angeborenen Abneigung gegen Bürokratie nur zu recht gewesen wäre. Bedauerlicherweise kam die Einsicht der Gäste aber zu spät, um noch Nutzen zu haben.
    Ionenstürme waren auf RX-23 tückisch. Und das Abheben mit einem Raumschiff während eines solchen Sturmes, glich einem glatten Selbstmord.
    Was ist Ironie?
    Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
    endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

  • #2
    Na. Keine Kritik ist auch Kritik.

    Aber wenn es hier eh niemanden interessiert, wie es weitergeht, gehts auch nicht weiter
    Was ist Ironie?
    Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
    endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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    • #3
      Habs mir gerade durchgelesen. Ich finde sie nicht schlecht, und bin seitdem am rätseln was es mit diesem "Crossover" auf sich hat.
      Allerdings hast du den Rang von Serghej falsch geschrieben. Es heisst Lieutenant Commander.

      Ich will mehr!!
      Inmitten des ewigen Kreislaufs der Zeit, wird aus lauem Wind ein Sturm entstehen.
      Vom Abgrund starren Dämonenaugen weit, die die Razgriz, die schwarzen Flügel sehen.

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      • #4
        Naja.

        Angesichts des bisher recht mauen Feedbacks, habe ich gerade leider nichts griffbereit. Die Handlung hab ich zwar im Kopf, nicht aber auf Platte. Wenn überhaupt dauert es also noch ein paar Tage, bis es weitergeht.
        Was ist Ironie?
        Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
        endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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        • #5
          Dann mal die Fortführung. Da das ganze für mich einen Übungswert hat, interesiert mich auch weiterhin das feedback.


          Das hell und freundlich eingerichtete Offizierskasion der Station mit den gläsernen Tischen und beigen Sofabezügen, war eigentlich viel zu groß für die kleine Mannschaft des Außenpostens RX-23. Im Augenblick war Lieutenant Elias Seaberg allerdings ganz froh darüber, denn so hatte er genug Platz um den unfreiwilligen Gästen aus dem Weg zu gehen, die er seit fast drei Stunden bewachen sollte.
          Abgesehen von dem leisen Brummen irgend eines elektrischen Gerätes war es überraschend still, von den Gästen sagte keiner was. Es fühlte sich gerade so an, als wolle der Raum selbst einen Gegenpol zu dem ekstatisch tobenden Unwetter bilden, das den Planeten mit Chaos überzog.
          Die beiden Romulaner – deren Namen sich zu merken Elias längst aufgegeben hatte - standen in einer Ecke der Halle und beobachteten ihn schweigend. Und nicht weniger misstrauisch, als er sie beobachtete. Aber sie waren seit ihrer Ankunft hier auf Abstand geblieben, sowohl zu ihm selbst, als auch zu ihren Begleitern, vor allem den Ferengi, die als einzige aus der Gruppe kein Schweigegelübde abgelegt zu haben schienen. Bedauerlicherweise.
          Der Klingone saß einfach da, auf einem der Sessel und hatte sein Gesicht in den Handflächen vergraben, als würde er weinen. Aber auch er gab keinen Laut von sich.
          Das Licht flackerte kurz, stabilisierte sich dann aber wieder. Das kam während eines Ionensturmes häufiger vor. Solche kleinen elektrischen Störungen waren fast das einzige Anzeichen dafür, das überhaupt etwas passierte. Darüber hinaus bekamen die Offiziere hier im Außenposten – etwa zweitausend Meter unter der Planetenoberfläche – kaum etwas von der draußen vorherrschenden Witterung mit.
          Trotzdem schienen zumindest die Ferengi sichtlich unruhiger zu werden, was daran liegen mochte, das derartige Schwankungen im Stromnetz mit zunehmender Stärke des Sturmes immer häufiger auftraten. Einer der beiden Ferengi watschelte breitbeinig auf Elias zu und versuchte wohl, dabei seriös und höflich aufzutreten.
          „Ihnen ist klar, dass wir beim großen Nagus Beschwerde über ihr Verhalten einlegen werden, Officer?“
          Elias blies sich eine Locke seiner Haare aus dem Gesicht und strich sich demonstrativ die Uniform glatt. „Tun Sie, was Sie nicht lassen können.“ erwiderte er gelassen, „Sie sind unerlaubt auf einem Planeten der Föderation gelandet und unterliegen damit auch der Gerichtsbarkeit der Föderation. Das Commander Parker ihnen das Recht auf Abzug einräumt, ist bereits ein großes entgegenkommen, er könnte Sie genau so gut inhaftieren.
          Bedauerlicherweise ist der Start eines Raumschiffes während eines Ionensturmes von diesem Planeten aus nicht möglich. Sie werden also so lange hier bleiben müssen, wie der Sturm wütet. Sie könnten sich aber zumindest erkenntlich darüber zeigen, dass wir sie im Offizierskasino untergebracht haben, anstatt in der Aresstzelle...“
          „Das hier ist doch alles Zeitverschwendung!“ grunzte der Klingone und erhob sich aus seinem Sessel.
          Elias legte instinktiv seine Hand auf den Phaser, bereit zu schießen. Er hatte zwar nicht viel Erfahrung mit Klingonen, wollte es aber auf jeden Fall vermeiden, Schwäche zu zeigen.
          Der Klingone – wie war noch gleich sein Name? Gorwn? Grawon? - spie ganze Tiraden aus Hass und Zorn. Allerdings nicht gegen ihn, sondern in Richtung seiner eigenen Begleiter. „Sie haben mir den Kampf meines Lebens versprochen! So viele davon, wie ich haben will Und was kriege ich? Einen Gefängnisaufenthalt in einer verdammten Föderationsbasis!“
          Elias war nicht eingebildet genug, um zu glauben, er könne auch nur erahnen, was ein Klingone wohl unter dem 'Kampf seines Lebens' verstehen würde. Vorsichtshalber entsicherte er den Phaser und trat einen Schritt näher. „Einen Kampf? Hier, auf diesem Planeten?“
          „Ja verdammt noch mal!“ rief der Klingone. „Kampf! Von So was haben sie natürlich keine Ahnung, Sternenflotte.“
          Die Fremden hatten bisher wenig über ihre Anwesenheit auf diesem Planeten verraten. Und auch die ersten versuche, sie über die Datenbank zu identifizieren, waren fehlgeschlagen. Nichteinmal die Registrierungsnummer ihres Schiffes hatte Informationen Preisgeben können, es war lediglich gechartert.
          Commandar Parker und Lieutenant Tarassow waren daher bis jetzt von illegalem Bergbau oder einer privat finanzierten Schatzsuche ausgegangen. Bedauerlicherweise hatte der aufkommende Ionensturm eine nähere Untersuchung der Ruinen, in denen die Fremden gelandet waren, aber bisher verhindert. Und so waren die Beweggründe der Neuankömmlinge immer noch ein Rätsel.
          Einer der Romulaner kam näher. Er hielt die Hände vor dem Bauch gefaltet und seine Gesichtszüge waren so versteinert wie die eines Vulkaniers. Doch in seinen Augen erblickte Elias die Verschlagenheit einer Schlange. Und noch etwas anderes. Angst oder Unsicherheit. Wahrscheinlich befürchtete er, der Klingone könne in seinem Jähzorn zu viele Geheimnisse preisgeben. „Nehmen sie Gor'wan nicht zu ernst, Lieutenant.“ Der Romulaners sprach ruhig und leise, seine Worte schienen wohl überlegt und präzise, fast wie ein Gebet. Wie ein frisch geschliffenes Messer schnitten seine Worte in Elias Verstand, versuchten ihn zu umgarnen und zu besänftigen. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. „Er ist es einfach nicht gewohnt, eingesperrt zu sein.“
          Der Klingone fuhr herum und kam dem Romulaner dabei gefährlich nahe. „Ich gebe dir gleich eingesperrt!“
          Jetzt zog Elias den Phaser. „Ganz ruhig und wieder auseinander. Ich bin autorisiert, im Krisenfall das Feuer zu eröffnen.“
          „Und auf wen willst du schießen, Sternenflotte?“ bellte der Klingone. „Glaubst du, du schaffst es uns alle fünf umzulegen, bevor einer von uns dich erwischt?“
          Elias zögerte einen Moment. Fünf gegen Einen war natürlich ein ungünstiges Verhältnis, selbst mit einer geladenen Waffe in der Hand. Andererseits hatte er aber auch den Heimvorteil auf seiner Seite. Aus den Augenwinkeln nahm er wahr, wie die beiden Ferengi hastige Blicke austauschten und sich hinter eine nahe Buffet-Theke duckten um sich angesichts des aufkommenden Streits in Sicherheit zu bringen. Das verbesserte Elias Chance im Falle einer Eskalation natürlich erheblich. Trotzdem kostete es ihn alle Mühe, ruhig zu bleiben um seine Stimme so fest und deutlich klingen zu lassen, wie es nötig war, um sich den Respekt eines Klingonen zu verschaffen. „Fügen Sie mir Schaden zu, und Sie werden diese Anlage nur noch in Handschellen und an Bord eines Föderationskreuzers verlassen.“
          Gor'wan Grunzte verächtlich und stieß den Romulaner beiseite, welcher unterwürfig die Hände hob, sich verbeugte und zu dem zweiten Romulaner zurück kehrte. Gor'wan lies sich wieder in den Sessel fallen. Die beiden Ferengi kamen zaghaft wieder hervor.
          Die Tür wurde geöffnet und Cathy trat ein, auf ihrem Arm ein reich gedecktes Tablett mit Brot, Milch, Aufschnitt und Müsli. „Abendessen.“ verkündete sie leise und mit deutlicher Anspannung in ihrer Stimme. Nach einem Blick auf den Phaser, den Elias in der Hand hielt fügte sie hinzu: „Gibt es Probleme, Sir?“
          Elias schüttelte den Kopf, sicherte die Waffe und steckte sie weg. Wieder ließ eine Stromschwankung das Licht kurz flackern. Die Ferengi begannen zu tuscheln.
          „Außer ein paar Ratten in den Wartungsschächten gab es leider keine 'lebendige' Nahrung.“ flüsterte Cathy so leise, das nur Elias sie verstehen konnte und warf Gor'wan einen unsicheren Blick zu.
          Elias lächelte. „Wird schon stimmen.“
          Cathy stellte das Tablett auf einem der Tische ab und verließ das Kasino wieder. Elias folgte ihr nach draußen und verriegelte die Tür hinter sich. „Irgend etwas neues über die fünf?“ fragte er.
          Die junge Frau schüttelte mit dem Kopf.
          „Sagen sie dem Commander, wir sollten vorsichtig sein. Der Klingone erwähnte er sei wegen eines Kampfes hier. Mit illegalem Bergbau hat ihre Anwesenheit also wohl nichts zu tun.“
          Cathy verzog das Gesicht zu einer ungläubigen Grimasse. „Ein Kampf? Auf diesem Planeten gibt es nichts Lebendes außer ein paar Mikroben. Jedenfalls nichts von dem wir wüssten. Gegen was will er denn kämpfen?“
          Elias zuckte die Schulter. „Hat er nicht gesagt. Aber mir reicht diese Information aus, um ihnen noch mehr zu misstrauen. Irgendwas stimmt hier nicht. Parker soll das nachprüfen, bevor wir die fünf wieder gehen lassen.“
          Cathy salutierte. „Aye, Sir.“
          Damit kehrte Elias in das Kasino zurück in dem sich die Anwesenden bereits dem Essen zugewendet hatten. Die Ferengi schlangen das Essen in Portionen runter, die gerade noch in ihre Münder passten, die Romulaner hatten sich jeweils eine trockene Scheibe Brot gegriffen und waren wieder auf Distanz gegangen.
          Und der Klingone – Gor'wan – saß regungslos auf seinem Sessel und verschmähte das Essen.

          ***

          Mit einem dumpfen Knall schloss sich das schwere Panzerschott des Hangars hinter dem Geländewagen. Serghej lenkte das Fahrzeug auf die Wartungsplattform und schaltete es aus. Er war froh, endlich wieder in der Station zu sein, die letzten Minuten waren die Zustände draußen wie bei einem Hurricane gewesen. Außerdem wollte er endlich den schweren Lebenserhaltungsanzug los werden.
          Hastig sammelte er das Werkzeug ein und legte es in die Dekontaminationsbox zum reinigen.
          Bo'wx hatte sich inzwischen aus dem Cockpit geschält und eine prüfende Runde um das Fahrzeug gedreht. Angesichts der Diagnosesysteme der Station eine völlig überflüssige Handlung, doch sie war schon immer viel weniger Ingenieur gewesen, als die typischen Starfleet Ingenieure. Durch ihre Adern floss einfach zu viel klassisches Mechanikerblut, als dass sie sich alle Aufgaben von einem Computer abnehmen lassen würde. Vermutlich hatte sie sich deshalb auch nie für den Dienst auf einem Raumschiff begeistern können. Ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. „Weißt du, was ich mich gerade frage?“
          Serghej antwortete nicht sondern schüttelte nur den Kopf, war sich allerdings ohnehin nicht sicher, ob Bo'wx diese Frage an ihn gerichtete hatte, oder eher an sich selbst.
          „Ich frage mich langsam, warum wir nicht einfach einen scheiß-großen Photonentorpedo -“ dabei gestikulierte sie mit ihren muskulösen Armen und zeigte ihm ein imaginäres Objekt, das kaum größer als ein Fußball sein mochte, „-mitten in unseren Fusionsreaktor packen und da hoch jagen. Dann müssten wir zumindest nicht mit ansehen, wie dieser verdammte Planet unsere Ausrüstung langsam aber sicher zerlegt, sondern hätten es gleich hinter uns!“
          Serghej schmunzelte. „Weißt du Bo, dafür das du diesen Planeten so wenig ausstehen kannst, passt du aber ziemlich gut hier her.“
          Sie blickte auf, ihre Augen funkelten. „Was soll dass denn heißen?“
          „Erkläre ich dir später. Ich will zumindest frisch Geduscht sein, wenn du mich umbringst.“ Damit packte er seine Sachen zusammen und verließ den Hangar in Richtung der Dekontamination.
          Zuletzt geändert von caesar_andy; 05.08.2010, 20:52.
          Was ist Ironie?
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          endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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          • #6
            @caesar_andy
            Nicht verzweifeln, mir geht's genauso. Ich glaube, wenn du erstmal ein bisschen weitermachst, werden sich schlussendlich doch noch einige Leser finden.
            Mein neuer Star Trek Fanfiction-Roman: [Star Trek] ZEIT für REVOLUTION


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            • #7
              Na, dann hoffe ich mal das beste, wäre glaube ich auch Schade um die Handlung, wenn nicht
              Was ist Ironie?
              Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
              endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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              • #8
                Einen Leser hast du ja, mich.
                Ich freue mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung.
                Ich finde die Geschichte spannend, allerdings habe ich einiges Entdeckt, was ich nicht recht verstehe.
                Nach einem Blick auf den Phaser, den Elias in der Hand hielt fügte sie hinzu: „Gibt es Probleme, Sir?“
                Elias schüttelte den Kopf, sicherte die Waffe und steckte sie weg. Wieder ließ eine Stromschwankung das Licht kurz flackern. Die Ferengi begannen zu tuscheln.
                „Außer ein paar Ratten in den Wartungsschächten gab es leider nichts lebendes.“ flüstere Cathy so leise, das nur Elias es verstehen konnte.
                Elias lächelte. „Wird schon stimmen.“
                Das verstehe ich nicht so recht. Cathy fragt ob es Probleme gibt, und flüstert dann das es ausser ein paar Ratten nichts lebendes gibt. Das ergibt für mich keinen Sinn.
                Offizierskasion
                Da meinst du wohl Offizierskasino.
                Inmitten des ewigen Kreislaufs der Zeit, wird aus lauem Wind ein Sturm entstehen.
                Vom Abgrund starren Dämonenaugen weit, die die Razgriz, die schwarzen Flügel sehen.

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                • #9
                  OK, die erste Textstelle ist etwas undeutlich, das stimmt. Die ist bei der letzten überarbeitung entstanden, als der erste satz dazu kam, mein fehler, die Ursprungsversion war verständlicher

                  Die Tür wurde geöffnet und Cathy trat ein, auf ihrem Arm ein reich gedecktes Tablett mit Brot, Milch, Aufschnitt und Müsli. „Abendessen.“
                  [...]
                  „Außer ein paar Ratten in den Wartungsschächten gab es leider nichts lebendes.“ flüstere Cathy so leise, das nur Elias es verstehen konnte.
                  Das mit dem lebenden Zeug bezieht sich hier auf die Angewohnheit von Klingonen, lebendige Nahrung zu bevorzugen. Ist aus dem aktuellen Kontext aber leider nicht mehr ersichtlich.

                  Und natürlich war das Kasino gemeint.
                  Was ist Ironie?
                  Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                  endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                  • #10
                    Ah, ok. Nun da ich den Kontext kenne ist das etwas verständlicher. Auf diese Idee wäre ich nie gekommen, das es sich um das Essen für den Klingonen handelt.
                    Solltest du vielleicht editieren, damit andere nicht auch noch darüber rätseln.
                    Inmitten des ewigen Kreislaufs der Zeit, wird aus lauem Wind ein Sturm entstehen.
                    Vom Abgrund starren Dämonenaugen weit, die die Razgriz, die schwarzen Flügel sehen.

                    Kommentar


                    • #11
                      Erledigt
                      Was ist Ironie?
                      Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                      endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                      • #12
                        Also ich hab mir grad alles durchgelesen und finde es wirklich gelungen. Es ist einfach interessant mal Sternenflottenofiziere zu sehen die nicht mit einem schönen sauberen Raumschiff durch die Galaxys fliegen und Abenteuer erleben sondern auch mal die etwas weniger ,,glanzvolle'' Seite der Sternenflotte zu beleuchten. Ich werde auf jeden Fall auch weiterhin alles lesen was hier noch kommt und freue mich schon auf die Fortsetzung.
                        ,,Felis Catus ist deine taxonomische Nomenklatur,
                        ein endothermischer Vierfüßler, fleischfressend von Natur.''

                        Ltd. Commander Data, ,,Ode an Spot''

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                        • #13
                          Ist in Arbeit, sowas dauert bei mir aber immer etwas
                          Was ist Ironie?
                          Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                          endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                          • #14
                            Ja natürlich lass dir nur Zeit ich glaube dann kommt was besseres raus als wenn du dich hetzt und am Ende deinenm eigenen Erzählfaden nicht mehr folgen kannst das wäre echt schade denn das was du bisher geschrieben hast ist echt vielversprechend. weiter so
                            ,,Felis Catus ist deine taxonomische Nomenklatur,
                            ein endothermischer Vierfüßler, fleischfressend von Natur.''

                            Ltd. Commander Data, ,,Ode an Spot''

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                            • #15
                              „Ich habe den Computer eine Analyse des Ladungsgebiets machen lassen, bevor der Sturm losgelegt hat.“ Elias berührte einige Schaltflächen auf der Wissenschaftskonsole und die Darstellung auf dem Hauptmonitor der Ops wechselte.
                              Parker drehte sich auf seinem Stuhl so, dass er den Hauptschirm besser im Blick hatte. Die annähernd ovale Ops des Außenpostens war die kleinste ihrer Art, die er jemals gesehen hatte. Das darin überhaupt für alle Offiziere Stühle Platz hatten, ließ sich wohl nur mit einer noch unbekannten Anomalie des Dreidimensionalen Raumes erklären.
                              Auf der neuen Darstellung erblickte Parker eine sanft geschwungene Ebene aus der hier und da deutlich sichtbare Felsformationen heraus stachen. Ein Stück Oberfläche, wie man es auf RX-23 vermutlich überall hätte finden können. Neben der Anzeige erschienen jede Menge Zahlenwerte, veränderten sich, und verschwanden wieder; nur um kurz darauf erneut zu erscheinen. „Geologie ist nicht gerade mein Fachgebiet.“ brummte er. „Was sehe ich da?“
                              „Im Prinzip gar nichts.“ entgegnete Elias. „Erodiertes Vulkangestein, ein paar unterirdische Lavahöhlen, dass ist alles.“
                              „Also auch nichts, was uns weiterhilft.“ murmelte Parker.
                              „Leider nein.“
                              „Diese Höhlen“, warf Serghej ein „Sind die jemals untersucht worden, bevor der Außenposten errichtet worden ist?“
                              Elias zuckte mit den Schultern. „Teilweise auf jeden Fall. Die Basis ist zu einem Großteil in solch natürlich vorkommenden Lavakanälen errichtet worden. Aber alle hat man sicher nicht untersucht. Der Planet ist so löchrig, wie ein Schweizer-Käse.“
                              „Mit anderen Worten,“ Bo'wx unterbrach sich selbst, nahm einen dramatisch inszenierten Schluck aus ihrer Kaffeetasse und begann noch einmal von vorn. „Mit anderen Worten, wir wissen absolut gar nichts von dem, was da unten ist?“
                              Parker schmunzelte. „Besorgt, Bo? Ich dachte sie mögen Abenteuer?“
                              Bo'wx winkte ab. „Das heißt trotzdem nicht, dass ich deshalb gleich in Godzillas Scheißhaus wohnen möchte, ohne es zu wissen.“
                              Elias sah die Ingenieurin an. „Kein einziger, der aus dem Weltraum gemachten Scans hat auch nur irgendwas anderes lebendes auf dem Planeten angezeigt, als Mikroben. Godzilla werden wir hier wohl kaum begegnen, der wäre irgendjemandem aufgefallen.“
                              Serghej lies sich in einen der Sessel fallen. „Der Klingone erwähnte etwas von einem Kampf, richtig?“
                              Elias nickte.
                              „Angenommen er sagt die Wahrheit.“ fuhr Seghej fort, „dann müssen wir davon ausgehen, dass es da draußen irgendwas lebendiges gibt. Etwas, von dem wir noch nichts wissen.“
                              „Und was soll das sein?“ fragte Bo'wx. „Unsere Sensoren können es nicht aufspüren, es muss offensichtlich nicht fressen, kann -50C° kaltes Ammoniak Atmen und ist in 10 Jahren, die die Föderation hier Posten unterhält vollkommen unentdeckt geblieben. Klingt für mich fast nach so was, wie einem Geist.“
                              „Was auch immer es ist“, warf Parker ein und erhob sich aus seinem Stuhl. „durch diskutieren werden wir es nicht herausfinden. Wir warten ab, bis der Sturm sich gelegt hat. Dann werden wir die Höhlen einer genaueren Durchsuchung unterziehen.„
                              „Aye sir.“ erwiderte Elias.
                              Bo'wx stellt ihre Tasse ab, griff sich einen Phaser aus einem der Waffenschränke und wandte sich zum gehen. „Ich werde mal unser 'Nesthäckchen' bei der Bewachung der Gäste ablösen, nicht dass sie sich noch aus Angst vor dem Klingonen in die Hosen macht.“
                              „Vielleicht sollte lieber Parker gehen?“ witzelte Serghej. „Bei dir besteht immerhin das Risiko, dass sich der Klingone aus Angst in die Hosen macht.“

                              ***

                              „Wir sollten sie einfach umbringen.“ Gor'wan saß mit dem Rücken zu der jungen Sternenflottenoffizierin am anderen Ende des Kasinos. Diese hier blieb noch mehr auf Distanz als die anderen Offiziere vor ihr und sie wirkte selbst mit einem Phaser in der Hand kaum gefährlicher als ein toter Targ.
                              K'Slev sah auf. „Damit sie uns wegen Mordes einsperren?“
                              Gor'wan grunzte und ballte die Hand zur Faust. „Auf der Station leben nicht mehr als fünf oder sechs Offizieren. Bringen wir einfach alle um. Dann hat sich das Problem erledigt.“
                              „Moment mal!“ zischte einer der Ferengie. Gor'wan hatte es aufgeben, sich ihre Namen merken zu wollen, stattdessen nannte er sie nur „Schlitzohr“ und „Krumbein“, analog zu ihren auffälligsten Körpermerkmalen, wie er fand.
                              „Von Mord steht nichts in meinem Vertrag.“ flüsterte Krumbein.
                              „Als wir den Vertrag aufgesetzt haben,“ erwiderte Gor'wan, „wussten wir auch nicht, das die Sternenflotte hier einen Außenposten unterhält.“
                              „Ah. Und wessen Fehler ist das?“ Krumbein blickte herausfordernd zu den Romulanern. K'Slev erwiederte seinen Blick. „Es ist schwierig, an Geheimdienst-Informationen des Imperiums zu gelangen.“ gab er zu bedenken. „Schwierig und gefährlich. Es war von vornherein klar, dass die Informationen möglicherweise lückenhaft sein würden.“
                              „Lückenhaft!“ spottete Schlitzohr. „Wenn eine Föderationskolonie auf einem angeblich unbewohnten Planetoiden eine 'lückenhafte Information' ist, wie sollen wir dann wissen, dass der Rest ihrer Informationen stimmt?“
                              K'Slev zuckte mit den Schultern. „Es steht ihnen jederzeit frei zu gehen. Erwarten Sie aber keine Entschädigung.“
                              „Nichts da.“ Schlitzohr baute sich breit vor dem Romulaner auf – was angesichts der Tatsache, das der Romulaner mehr als drei Köpfe größer war, ziemlich lächerlich aussah – und hielt ihm den Finger vor die Nase. „Mein Anteil vom Profit bleibt meiner. Mit neuen Waffentechnologien lässt sich immer gut verdienen.“
                              „Bisher,“ erwiderte K'Slev, „lässt sich nicht einmal sagen, ob diese Technologie überhaupt Waffenfähig ist. Möglicherweise ist der Einsatz auch zu riskant oder zu kompliziert.“
                              Krumbein grinste. „Dann bleiben immer noch die Klingonen als Abnehmer.“
                              Der zweite Romulaner kam dazu, Venat war sein Name und er sprach noch weniger, als sein Kamerad K'Slev. Venat war fast so so groß wie Gor'wan und gehörte damit klar zu den größten Romulanern, die er je gesehen hatte. „Soweit ich das sehe, spielt das ohnehin alles keine Rolle, solange wir hier fest sitzen.“
                              „Die Föderation wird uns zum Abzug zwingen, sobald der Sturm vorbei ist.“ klagte Krumbein. „Wie sollen wir da überhaupt Profit machen?“
                              „Gor'wan sah erneut zu der Offizierin herüber und fletschte die Zähne. „Ich sagte doch, wir sollten sie einfach umbringen. Dann holen wir unser Schiff und legen los. Während des Sturmes traut sich die Sternenflotte ohnehin nicht nach draußen.“
                              K'Slev legte dem Klingonen die Hand auf die Schulter. „Keinen Mord, Gor'wan. Ich warne Sie.“
                              Gorwan grunzte und schlug zornig mit der Faust auf den kleinen Couchtisch neben ihm. Die gläserne Tischplatte zersplitterte in tausend Scherben. Die Ferengie sprangen quetschend zur Seite und Gor'wan betrachtete seine Faust. Aus zahlreichen Schnitten troff Blut auf den Boden.
                              „Gibt es ein Problem, Gentleman?“ hörte er die Offizierin hinter sich sagen. Ihre Schritte näherten sich in Gor'wans Rücken. Sie kam dichter. Meter für Meter. Bald war sie ganz nah. Zu nah.
                              Gor'wan fletschte die Zähne.

                              ***

                              Bo'wx halfterte den Phaser, betrat den Turbolift und wollte gerade das Kommando für die Abfahrt erteilen, als sie am anderen Ende des Korridors Serghej und Ellias erblickte, die ihr schnell folgten. Beide mit geschulterten Phasergewehren. Bo'wx hob die Augenbrauen und sah ihren Kollegen entgegen. „Was ist los?“
                              „Waffenfeuer.“ keuchte Elias außer Atem. „Im Kasino.“
                              Was ist Ironie?
                              Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                              endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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