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STAR TREK - DIVIDED: Leseproben / Diskussionen

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    Hier möchte ich euch den vierteiligen (!!) Prolog meiner Fan-Fiction STAR TREK - DIVIDED vorstellen. Momentan habe ich vom ersten Band etwas mehr als die Hälfte 62 von etwa 120 Seiten (!!) Bei diesem Band wiederum handelt es sich um den ersten von zwei Pilotbänden, die zusammengehören. Schon der Umfang dieser Leseprobe lässt erahnen, dass es sich um ein umfangreiches Projekt handelt...






    Der offizielle Schriftzug der Serie



    DRAMATIS PERSONAE: ( noch nicht vollständig )

    14.FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON

    VILARAI TER´KHARYN: Andorianerin ( 45 Jahre ), Commodore der 14.Flexible-Response-Squadron ( HQ = SB-375 )
    LARS THORBEN: Mensch ( 37 Jahre ) XO der USS MIDWINTER
    FALK PERRET: Marsianer ( 32 Jahre ) Pilot der USS MIDWINTER
    GEOFFREY CORBEN: Mensch ( 47 ) Captain der USS SHADOWDANCER
    LURAAN TRASK: Tellarit ( 42 Jahre ), Captain der USS AVALON
    Wrrzdfgruklmnwqsdrikmbxlfgrst - genannt WIRR: Eine pflanzliche Intelligenz von einem zerstörten Planeten, die über erstaunliche kognitive Fähigkeiten verfügt.
    LO´RAAN YR KRENDARON: Brigadier Kira Nerys´ efrosianischer Freund - Im Jahr 2384 Commodore und Oberbefehlshaber der 3. FRS


    CANON-FIGUREN

    KIRA NERYS: Brigadier des Bajoranischen Militärs. 2384 Kommandantin von AGRANDAN ( ehemals DS-9 / Terok-Nor ) und eines bajoranischen Kampfschiff-Verbandes
    ODO: Formwandler. Mittlerweile Sprecher seines Volkes.
    BENJAMIN LAFAYETTE SISKO: Abgesandter der Propheten, der erneut seine Aufgabe wahrnehmen muss.
    RO LAREN: Lieutenant-Colonel des Bajoranischen Militärs und Brigadier Kiras Stellvertreterin.
    WILLIAM J. ROSS: Admiral ( seit 2380 ) und Stellvertretender Chef der Sternenflotte ( seit 2384 )
    KATHRYN JANEWAY Oberkommandierende der FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON ( seit 2383 )


    SONSTIGE ANGEHÖRIGE DER STERNENFLOTTE

    CA´REEN XA HERAN : Efrosianer ( 49 Jahre ) Konteradmiral und Kommandant der SB-375


    SONSTIGE

    CAREDAN ENDRIS: Seit 2383 Kai der Bajoraner, nachdem Kai Ungtae bei einem mysteriösen Unfall starb.


    THE STORY SO FAR...

    Beginnen soll die Geschichte mit einem mehrteiligen Prolog - wahrscheinlich wird hier der Verlauf der Ereignisse ab der Shinzon-Krise anhand kleiner Episoden aus Sicht mehrerer Hauptpersonen beschrieben ( möglicherweise in der ICH-Form ist aber noch nicht fix )

    In STAR TREK - DIVIDED gehören die Bajoraner noch immer nicht zur Föderation, obwohl Bestrebungen im Gange sind, sich der Föderation anzuschließen.
    Kira Nerys gehört somit noch immer zum Bajoranischen Militär und wurde mittlerweile zum Brigadier-General befördert. Seit 2 Jahren, als die Führung der Station - auf Drängen der Bajoranischen Regierung - alleinig auf die Bajoraner überging, kommandiert Kira die Station, die in AGRANDAN umbenannt wurde, was auf Bajoranisch soviel wie Freiheit bedeutet. Mit dem Neuen Rang als Brigadier übernimmt Kira zusätzlich das Kommando über die ersten größeren Kampfschiffe der Bajoraner, welche technisch sowohl auf Föderationstechnik, als auch auf cardassianischer Technik basieren, die in die bajoranische Technik einzug hielt. Dabei können es die größten bajoranischen Kampfschiffe durchaus mit einem Schiff der INTREPID-KLASSE aufnehmen, und dieser Klasse möglicherweise sogar überlegen sind.
    Die Sternenflotte besitzt jedoch weiterhin ein Nutzungsrecht auf der Station und unterhält dort eine kleine Kommandozentrale.

    Nach den militärischen Konflikten der letzten Jahre entwickeln sich im SFC verschiedene Meinungen über die zukünftige Struktur der Sternenflotte.
    Einige gewichtige Stimmen im Stab halten ein Überdenken der bisherigen Struktur für unabdingbar und fordern eine Umstrukturierung in Forschungsflotte und Kampfverbände.
    Zunächst stößt diese Forderung auf heftigen Widerstand. Nach mehreren Übergriffen der Tzenkethi gibt man dem Drängen jedoch so weit nach, dass man die FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON mit 24 Verbänden von jeweils 50 Einheiten ins Leben ruft. Die Schiffe der FR-SQUAD sind allesamt kampfstärker, als übliche Sternenflottenschiffe, da sie speziell für Kampfeinsätze umgerüstet wurden, wobei die wissenschaftliche Kapazität auf ein Minimum reduziert wurde.
    Die 24 Verbände der FRS werden in Schlüsselsektoren der Föderation, und in strategisch wichtigen Sektoren stationiert.

    Während Admiral Ross diesem neuen Konzept mit gemischten Gefühlen gegenüber steht, Ist Admiral Janeway dem Konzept der FRS gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt, weiß sie doch aus ihrer Zeit im Delta-Quadranten aus eigener leidvoller Erfahrung, welche Gefahren einer unvorbereiteten Föderation drohen könnten.
    Deshalb mutet es nicht weiter verwunderlich an, dass das SFC Janeway im Jahr 2383 das Oberkommando über die FRS überträgt.

    Noch bevor man in der Bajoranischen Regierung eine Entscheidung bezüglich eines Beitritts zur Föderation trifft, erscheint überraschend der Abgesandte, auf ungewöhnlichem Weg, mit einer Warnung für die Bajoraner - und einem Rat für Kira Nerys.
    Und er ist nicht allein...


    ANMERKUNGEN:

    Soweit erst einmal zur aktuellen Planung.
    Daran werde ich natürlich noch fleißig schrauben - und längst nicht Alles wurde hier zum geplanten Plot angesprochen - schon, weil vieles noch in der Schwebe ist.

    Auch die Personen werden noch fleißig erweitert - bisher habe ich nur die aufgeführt, derer ich mir sicher bin.


    PROLOG

    ( Vilarai Ter´Kharyn )


    Die hochgewachsene Frau stand in ihrer Kabine und blickte gedankenverloren in den Feldspiegel, während die den Magnetverschluss ihrer Uniform zusammen schob. Die Art und der Schnitt dieser Uniform war seit Anfang 2380 Standard bei der Sternenflotte.
    Wie die alten Sternenflotten-Uniformen war sie durchgehend schwarz, allerdings war man dazu über gegangen, die Schulterbesätze wieder farbig zu gestalten, in ihrem Fall rot, als Zeichen für ihre Tätigkeit auf der Kommandoebene. Allerdings bestanden die Schulterbesätze nicht aus nur einem Stück, sondern setzten sich viel mehr aus zwei Elementen auf Schulter und an den Oberarm zusammen. Auf der rechten Seite, direkt über ihrem Herzen, gab es einen weiteren, schmalen Streifen, auf dem die rechteckigen Rangabzeichen zu sehen waren, die nicht länger am Kragen getragen wurden.
    Der anschmiegsame, hohe Kragen ihrer Uniform wies statt dessen an seinem oberen Rand eine Goldkante auf, die auf ihren Rang als Flaggoffizier der Sternenflotte hinwies, so wie die feine, goldene Umrandung des rechteckigen Rank-Pins. Erst gestern war sie feierlich auf der Erde befördert worden, nachdem ihr Schiff, die USS LEXINGTON, im Orbitalstützpunkt über der Erde, angedockt hatte.
    Man war wieder dazu über gegangen die Uniformen für alle Ränge zweiteilig zu fertigen, wobei die Uniformjacke zum Tragen jedoch magnetisch am flachen, handbreiten Hosengürtel fixiert wurde, so dass ein wasserdichter, atmungsaktiver Einteiler daraus wurde. Die signifikanteste Neuerung im Vergleich zu den alten Uniformen war, dass man über ein Schaltelement am Gürtel den so genannten Camouflage-Modus aktivieren konnte. Viele, im Anzug integrierte, Umgebungs-Rezeptoren nahmen dabei das vorherrschende Farbmuster der Umgebung war und berechneten dann ein Tarnmuster, welches die feinen Zellen der Uniform, die eine zytoplasmaähnliche Substanz enthielten und ihr ein feines Schuppenmuster verliehen, dann auf der Oberfläche darstellten. Diese Funktion war der Funktion biologischer Chromatophoren nicht unähnlich. Dabei war der Energiebedarf so minimal, dass die Körperwärme der Träger für diese Funktion ausreichte, und zudem nicht angemessen werden konnte.
    Das alles war der hochgewachsenen Frau vor dem Spiegel bekannt, und sie verschwendete keinen Gedanken daran. Mit den Händen warf sie ihr langes, silber-weißes Haar nach hinten und ihre violetten, für eine Andorianerin ungewöhnlich hellen Augen, musterten den Sitz der eng anliegenden Uniform noch einmal kritisch.
    Alles bestens, stellte sie fest. Die Uniform saß tadellos und betonte ihre athletische und dennoch sehr weibliche Figur. Ein wenig unzufrieden verzogen sich ihre blauen Lippen. Nach andorianischem Schönheitsideals war sie zu schmal in den Hüften und besaß etwas zu viel Oberweite, obwohl ihr die meisten irdischen Männer bestätigten, dass sie in ihren Augen die Idealmaße einer Frau besaß. Aber sie war eine Andorianerin und deshalb wäre sie mit etwas weniger Oberweite und breiteren Hüften zufriedener gewesen.
    Vilarai Ter´Kharyn sagte sich, dass dies nur Oberflächlichkeiten waren und deaktivierte das Spiegelfeld. Normalerweise war sie nicht besonders eitel, aber einen Admiral der Sternenflotte empfing man, ihrer Ansicht nach, nicht schlecht gekleidet. Außerdem war es kein Fehler auf sein Aussehen zu achten.
    Während sie sich daran machte, ihre Kabine auf der USS LEXINGTON, einem Schiff der NEBULA-KLASSE, zu verlassen, fragte sie sich, was für ein Mensch Admiral Kathryn Janeway sein mochte. Bisher war sie dieser irdischen Frau nie persönlich begegnet, und auf Gerüchte, oder Berichte dritter Personen, gab sie nicht viel. Vilarai Ter´Kharyn machte sich lieber ein eigenes Bild der Dinge.
    Mit weit ausgreifenden Schritten eilte sie durch die hell erleuchteten Gänge ihres Schiffes und erwiderte dabei die Grüße der Mannschaft. Schon in wenigen Stunden würde sie dieses Schiff einem neuen Captain übergeben. Ihr letzter Flug an Bord dieses Schiffes würde in Richtung Mars gehen, sobald Admiral Janeway an Bord war.
    Während sie im Turbolift zum Hangar fuhr, fragte sie sich, warum Janeway mit ihr zum Mars fliegen würde. Bisher hatte sie, als Teil der 9.Flotte stets mit Admiral William J. Ross zu tun gehabt. Von daher hatte sie eher angenommen, dass er an Bord kommen würde.
    Überhaupt hatte die Nachricht, die sie vor zwei Stunden ihre Kabine erreicht hatte, ziemlich mysteriös geklungen. Die Andorianerin besaß ein feines Gespür dafür, wenn ungewöhnliche Dinge geschahen, und im Moment sagten ihr ihre Gefühle, dass es bei diesem Flug um mehr ging, als um eine normale Schiffsübernahme und die Einführung in ein neues Kommando. Vilarai konzentrierte sich wieder auf den Moment. Man würde ja sehen.
    Als sie auf dem Hangardeck angekommen aus dem Turbolift trat stellte die Andorianerin zufrieden fest, dass ihr Erster Offizier, Commander Cerwen Tral, bereits den Empfang des Admiral-Shuttles vorbereitet hatte. Ein Ehrenspalier, bestehend aus 24 Offizieren des Schiffes war ebenfalls angetreten.
    Der Tellarit hatte sie bereits entdeckt und nickte ihr, mit der üblichen griesgrämigen Miene, zu. Wobei es natürlich ungerecht war, die andorianische Mimik mit der tellaritischen vergleichen zu wollen. Dasselbe galt für die Umgangsformen. Anfangs hatte Trals Art sie beinahe in den Wahnsinn getrieben – mittlerweile gab sie ihm einiges zu, und sie waren in den letzten Jahren ganz gut mit einander ausgekommen.
    Die letzten Meter kam Tral ihr entgegen und meldete: „Das Shuttle des Admirals ist bereits im Anflug, Commodore.“ Er senkte seine Stimme, so dass nur seine Vorgesetzte sie verstehen konnte und fragte grimmig: „Warum kommt statt Admiral Ross diese Vogelscheuche an Bord, Sir?“
    Auch wenn Vilarai Ter´Kharyn wusste, was sie von Trals Bemerkung zu halten hatte, warf sie ihm einen leicht tadelnden Blick zu und meinte: „Lassen Sie das Janeway hören, und Sie wird Sie mit Lichtgeschwindigkeit zum Deckschrubber degradieren, Commander.“
    Tral blickte etwas verwundert zum Commodore auf und fragte neugierig: „Woher haben Sie denn den Begriff?“
    Die Andorianerin verkniff sich ein Schmunzeln. „Vor Jahren mal von einem menschlichen Crewman auf geschnappt.“ Sie blickte den Commander forschend an. Irgendetwas an ihm war anders als sonst. Im nächsten Moment erkannte sie was es war. Tral hatte sein, traditionell schulterlanges Haar mit einem goldenen Band zusammen gebunden.
    Tral ahnte warum ihn die Andorianerin so intensiv musterte und kam ihrer Frage zuvor: „Das Band trage ich aus gegebenem Anlass.“
    „Ich verstehe“, erklärte Vilarai. „Bei Ihnen ist Karneval.“
    Für einen Moment fehlten dem Tellariten die Worte, was eher selten vor kam. Dann erkundigte er sich, mit stechendem Blick: „Haben Sie Gallenschmerzen, Commodore?“
    Die Andorianerin deutete zum gerade einfliegenden Admirals-Shuttle. „Vertragen wir uns, Mister Tral, und empfangen Admiral Janeway.“
    Cerwen Tral spreizte die drei Finger seiner linken Hand zum Zeichen der Zustimmung. Gemeinsam schritten die beiden so ungleichen Sternenflottenoffiziere zum Ende des Spaliers.
    Das weiße, etwa 24 Meter lange, Admirals-Shuttle hatte das leuchtend blaue Eindämmungsfeld des Hangars problemlos passiert, setzte, vom Hangarleitstrahl geführt, samtweich auf und kam genau an der vorgesehenen Stelle des Hangars zum Stehen.
    Als sich das Seitenschott des Shuttle öffnete und Admiral Kathryn Janeway das Hangardeck betrat, schritt ein junger Ensign, am Anfang des Spaliers, etwas vor, hob das Flottenäquivalent zur alt her gebrachten Bootsmanns-Pfeife an und blies Seite.
    Nachdem der Ton verklungen war, schritt Admiral Janeway das Spalier, mit freundlicher Miene, ab und näherte sich den beiden höchsten Offizieren der LEXINGTON.
    Vilarai Ter´Kharyn fiel dabei der harte, kompromisslose Blick dieser Menschenfrau auf, wie sie ihn nur sehr selten bei einem Vertreter dieser Spezies festgestellt hatte. Die Jahre, die Janeway im Delta-Quadranten verbracht hatte, schienen einschneidender gewesen zu sein, als es sich die Andorianerin bisher vorgestellt hatte. Auch das verbindliche Lächeln Janeways konnte darüber nicht hinweg täuschen. Zumindest schienen die Ereignisse dort sie jung gehalten zu haben, denn nach 55 Jahren sah Admiral Janeway keineswegs aus. Vielleicht lag das aber auch lediglich daran, dass sie ihr Haar nun wieder lang trug.
    Als Janeway drei Schritt vor der Andorianerin stehen blieb, sprach sie die zeremoniellen Worte: „Bitte um Erlaubnis, an Bord kommen zu dürfen.“
    Vilarai Ter´Kharyns Gestalt straffte sich, als sie erwiderte: „Erlaubnis erteilt, Admiral. Willkommen an Bord der LEXINGTON.“
    Janeways Lächeln, das sich auch in ihren blau-grauen Augen wiederfand, vertiefte sich, als sie der Andorianerin ihre Hand zur Begrüßung anbot.
    Obwohl die Andorianerin diese Art der Begrüßung nicht sonderlich mochte ergriff sie die Hand Janeways ohne zu zögern und erwiderte den Händedruck. Fest, aber nicht zu fest, dass er in eine Machtdemonstration ausartete; so wie ein guter Händedruck sein sollte. Sie deutete auf den Tellariten. „Darf ich Ihnen meinen Ersten Offizier vorstellen – Commander Cerwen Tral.“
    Janeway begrüßte auch den Tellariten mit einem Händedruck, bevor sie sich an die Andorianerin wandte. „Ich würde Sie gerne unter vier Augen sprechen, Commodore.“
    „Natürlich, Admiral.“ Sie wandte sich an Tral. „Lassen Sie abtreten und bereiten sie das Schiff für den Start vor.“
    „Aye, Commodore“, bestätigte der Tellarit.
    Während die beiden Flaggoffiziere zum Ausgang des Hangars schritten hörten sie die lauten Befehle des Tellariten hinter sich. Admiral Janeway blickte die Andorianerin von der Seite an und fragte übergangslos: „Wie kommen Sie mit dem Tellariten aus?“
    Die Antennen der Andorianerin spreizten sich, als sie erwiderte: „Wir arbeiten gut zusammen. Anfangs war es etwas – schwierig, aber im Laufe der Zeit haben wir gelernt uns gegenseitig zu akzeptieren. Ich hoffe der künftige Captain der LEXINGTON kommt mit seiner Art ebenso gut klar, Admiral.“
    „Oh, da bin ich mir sicher“, antwortete Janeway hintergründig lächelnd, während sie den Turbolift betraten. Erst nachdem das Schott sich hinter ihnen geschlossen hatte, fügte sie hinzu: „Tral wird der neue Captain der LEXINGTON. Seine Beförderung wird heute noch vorgenommen – und zwar von mir.“
    Vilarai wirkte etwas überrascht. Dann erklärte sie: „Er wird diese Aufgabe sicher sehr gut erfüllen, Admiral.“
    Janeway nickte knapp und die beiden Flaggoffiziere schwiegen, obwohl alles in der Andorianerin danach verlangte zu erfahren, welches Kommando man ihr zugedacht hatte. Aber sie hatte sich fest vorgenommen abzuwarten, bis Admiral Janeway dieses Thema anschneiden würde.
    Als sie ihre Kabine, auf Deck 4, erreicht hatten, wandte sich Vilarai Ter´Kharyn an Admiral Janeway. „Kann ich Ihnen etwas anbieten, Admiral?“
    „Kaffee – schwarz, bitte.“
    Die Andorianerin replizierte den Kaffee und für sich einen enaranischen Tarinsaft, der zwar verdächtig nach andorianischem Ale aussah, jedoch alkoholfrei war und darüber hinaus vollkommen anders schmeckte.
    Mit beiden Getränken kam sie zur Sitzecke, wo Admiral Janeway bereits in einem breiten Sessel Platz genommen hatte.
    Nachdem auch Vilarai sich gesetzt hatte, nahmen die beiden unterschiedlichen Frauen einen Schluck von ihren Getränken.
    Admiral Janeway setzte schließlich ihre Tasse auf die durchsichtige Platte des niedrigen Tisches, lehnte sich in dem blutroten Sessel zurück und schlug ein Bein über das andere. Dabei lächelte sie in der Erinnerung an vergangene Zeiten, bevor sie zu der Andorianerin sagte: „Wissen Sie, manchmal hat mich, während meiner Zeit auf der VOYAGER. nur ein Gedanke davon abgehalten, im Delta-Quadranten einen geeigneten Klasse-M Planeten zu suchen, und dort eine Kolonie zu gründen, anstatt auf Biegen oder Brechen zu versuchen, in den Föderationsraum zurück zu kehren. Und das war der Gedanke daran, dass mir, in diesem Fall, irgendwann der Kaffee ausgehen würde.“
    Es dauerte einen kurzen Augenblick, bis Vilarai Ter´Kharyn erkannte, dass diese Bemerkung nicht zu hundert Prozent ernst gemeint gewesen war. Sie lächelte fein und fragte dann interessiert: „Es besteht eine Abhängigkeit ihrerseits zu diesem Getränk?“
    Janeway nickte ernsthaft. „Oh ja, durchaus. Kaffee, die beste organische Aufschwemmung die je erfunden wurde. Manchmal habe ich das Gefühl, es ist das Einzige im Delta-Quadranten gewesen, das mich am Leben gehalten hat. Ich habe sogar die Borg damit geschlagen.“ Sie ignorierte den verwunderten Gesichtsausdruck der Andorianerin und wurde beinahe übergangslos ernst. Sie fixierte die andorianische Frau, wobei Vilarai Ter´Kharyn das unbestimmte Gefühl nicht los wurde, dass die Oberbefehlshaberin der neu gegründeten FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRONS etwas Unangenehmes mitzuteilen hatte, weniger auf sie selbst bezogen, sondern eher die Föderation betreffend.
    Admiral Janeway erkannte an den leicht nach vorne gebogenen Antennen der Andorianerin, dass sie ihre volle Aufmerksamkeit genoss, als sie langsam sagte: „Sie sind mit den Fakten, bezüglich des Dominion-Kriegs vertrat, Commodore. Sie wissen also, dass sich jene Gründerin, die den Krieg im Alpha-Quadranten organisierte und leitete, noch immer innerhalb des Föderationsraums befindet.“
    „Ja, der Oberste Gerichtshof der Föderation ging ziemlich nachsichtig mit ihr um, soweit ich das beurteilen kann“, bestätigte die Andorianerin. Eine ungute Ahnung sagte ihr, wie sich dieses Gespräch entwickeln würde, doch sie hoffte immer noch, dass sie Unrecht haben möge. Doch die nachfolgenden Worte Janeways bestätigten, dass sich diese Hoffnung nicht erfüllen würde.
    „Ich bin mir nicht sicher, ob ein Leben unter Solids wirklich so einfach für einen Formwandler ist, der diesen Wesen bislang mit Misstrauen begegnete. Man darf darüber hinaus nicht vergessen, dass es dieses Wesen gewohnt war, wie ein Gott behandelt zu werden. Diese Gründerin war das mächtigste Wesen eines ganzen Quadranten. Die Politiker der Föderation erhofften sich die Sichtweise dieses Wesens nachhaltig ändern zu können, indem sie ihm zeigen, nach welchen Prinzipien die Föderation funktioniert. Der Oberste Gerichtshof der Föderation hatte Seinerzeit die Zeitspanne, die das Wesen im Alphaquadranten bleiben soll, auf neun Jahre festgelegt. Diese Zeitspanne ist nun bald abgelaufen, doch es gibt Bestrebungen von Seiten unserer Alliierten, die Gründerin noch nicht wieder gehen zu lassen.“
    Vilarai Ter´Kharyn blickte ihre Vorgesetzte ungläubig an, und ein Gefühl, als würde ihr Magen einen Knoten bilden breitete sich in ihr aus. „Aber die Verantwortlichen in der Föderation denken doch nicht daran, diesem Ansinnen Folge zu leisten? Das wird die Große Verbindung niemals akzeptieren. Und wir wären gut beraten, zu bedenken, dass die Macht des Dominion noch immer erschreckend groß ist, auch wenn es mit der Rückkehr Odos eine Neuorientierung gab. Man erwartet im Gamma-Quadranten, dass wir Wort halten.“
    Janeway ergriff ihre Tasse und nahm einen tiefen Schluck von ihrem Kaffee, bevor sie ernst meinte: „Admiral Ross hat mir, vor wenigen Tagen erst, beinahe dasselbe gesagt, Commodore, und ich bin ganz ihrer Meinung. Ich fürchte nur, dass es einige entscheidende Leute im Föderationsrat, und auch im Sternenflottenkommando gibt, die das anders sehen könnten. Unter dem Druck der Romulaner und Klingonen wird man möglicherweise eine Entscheidung treffen, die uns alle an den Rand eines neuen Krieges mit dem Dominion bringen könnte. Das Oberkommando der Sternenflotte trifft bereits Vorbereitungen, eine erneute Verminung des Wurmloches vorzunehmen. Ich fürchte die Lage ist ernst, Commodore.“
    Die Antennen der Andorianerin bogen sich nach Innen, was ein deutliches Zeichen für ihren Missmut war. Schnell trank sie ihr Glas aus und stellte es hart auf den Tisch zurück. Dann fixierte sie Admiral Janeway mit ihren violetten Augen und fragte: „Wie viele Verbandskommandeure der Flotte wissen bereits davon?“
    „Nicht mehr, als eine Handvoll. Vorerst nur Verbandskommandeure der FRS, die in den umliegenden Sektoren von Bajor stationiert sind.“
    Die so genannte FRS waren erst Ende des vergangenen Jahres gegründet worden – als Antwort auf die jüngsten Übergriffe der echsenhaften Tzenkethi. Bereits kurz nach der Shinzon-Krise war eine Umstrukturierung der Flotte in Erwägung gezogen worden, doch erst die Übergriffe der Echsen hatten den endgültigen Ausschlag zur Bildung der insgesamt 24 schnellen Kampfverbände, bestehend aus jeweils 50 Einheiten gegeben. Diese Einheiten waren zuvor speziell für Kampfeinsätze aufgerüstet, oder umgerüstet worden, wobei die Forschungskapazität dieser Schiffe auf ein Minimum beschränkt wurde. In erster Linie sollten diese Verbände in den Schlüsselsektoren der Föderation für Sicherheit sorgen.
    „Da Sie nun auch mich eingeweiht haben, bedeutet das wohl, dass Sie mich in der Nähe des Wurmlochs stationieren werden.“
    Janeway lächelte und nickte zustimmend. „Sie denken folgerichtig, Commodore. Ich gedenke Ihnen das Kommando über die 14. FLEXIBLE RESPONSE SQUADRON zu geben. Ihr Flaggschiff wird ein brandneuer Angriffskreuzer der STARDUST-KLASSE werden. Aus diesem Grund sitze ich auch hier bei Ihnen und nicht Admiral Ross, der bisher ihr Oberkommandierender war. Ab sofort werden Sie es mit mir zu tun bekommen.“
    Bei der Erwähnung der neuen Schiffsklasse war förmlich ein Ruck durch die Andorianerin gegangen. Ihre Augen leuchteten förmlich, ihre Antennen richteten sich gerade auf und ihre gesamte Körperhaltung zeugte von ihrer inneren Anspannung, was Kathryn Janeway nicht entging. Einige Augenblicke blieb es still, bevor Vilarai Ter´Kharyn schließlich sagte: „Ich nehme dieses Kommando gerne an. Allerdings würde mich interessieren aus welchen Gründen sie mich zur FRS holen.“
    Janeway blickte der Andorianerin direkt in die Augen, als sie antwortete: „Ihre Dienstakte hat mir gesagt, dass Sie ein Frontoffizier sind, der Entscheidungen treffen kann. Diese Eigenschaft ist mir mit die Wichtigste dabei gewesen. Auch, dass sie sich auf der anderen Seite des Wurmloches gut auskennen war ein Punkt. Aber wissen Sie was, Vilarai – ich darf doch Vilarai sagen?“
    Die Andorianerin machte eine zustimmende Geste.
    Janeway quittierte dies mit einem freundlichen Nicken. „Die endgültige Entscheidung ist gerade eben erst gefallen. Der persönliche Eindruck ist für mich wichtiger, als das, was mir eine Dienstakte über ein Lebewesen sagen kann.“ Sie machte eine bedeutungsvolle Pause, bevor sie ernst sagte: „Über eines müssen Sie sich im Klaren sein, Vilarai. Dieses Gespräch bleibt unter uns.“
    „Welches Gespräch, Admiral?“
    Schmunzelnd erhob sich Admiral Janeway. „Nennen Sie mich Kathryn, Sie gehören schließlich seit gestern dazu. Und nun, Vilarai würde ich mir gerne das Schiff ansehen.“
    * * *


    Als die LEXINGTON, nach neunzig Minuten Flug den Mars erreichte, standen Commodore Ter´Kharyn und Admiral Janeway auf der Brücke des Schiffes und blickten auf den Hauptmonitor. Besonders die Andorianerin konnte es kaum erwarten bis die Orbitalwerft mit dem Angriffskreuzer der STARDUST-KLASSE endlich in Sicht kam.
    Commander Tral, der zwischenzeitig für einige Minuten die Zentrale verlassen hatte, wusste trotz seiner Worte zum Commodore, was sich schickte und hatte Admiral Janeway während des kurzen Fluges seinen Platz überlassen. Jetzt stand er neben dem Taktischen Offizier und beobachtete, wie sich die Andorianerin leicht im Sessel des Captain vor beugte, so als würde sie den Dockkomplex besser sehen können, wenn sie sich einige Zentimeter näher an den Bildschirm bewegte. Der Tellarit wertete dies als Zeichen der Ungeduld, etwas, das er zuvor nur sehr selten an der Andorianerin beobachtet hatte.
    Auch Admiral Janeway beobachtete unauffällig die Reaktion der Andorianerin, als der Dockkomplex auf dem Hauptschirm sichtbar gemacht wurde. Ihr entging nicht, dass die Andorianerin ganz in ihrem Element war, als die ersten Details des Schiffes erkennbar wurden. Viel war es ohnehin nicht, da sich die LEXINGTON von schräg oben dem Raumdock näherte. Für einen kurzen Moment spürte sie dabei die ungeheure Energie, die der Andorianerin inne wohnte. Verstehend lächelnd fragte sie: „Wollen wir uns hinunter beamen lassen, und uns das Schiff aus der Nähe ansehen, Commodore?“
    Der Blick aus den leuchtenden Augen der Andorianerin sagten Janeway mehr als genug. Natürlich war die Andorianerin versessen darauf ihr neues Schiff in voller Schönheit zu sehen. Jeder Kommandant wäre das gewesen. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie es ihr selbst bei der VOYAGER ergangen war. Das Schiff war ihr beinahe ein vertrauter Freund geworden, in all den Jahren, und nur ungern hatte sie es schließlich abgegeben.
    „Ich kann kaum erwarten, es zu sehen und anschließend zu inspizieren“, gab die Andorianerin zu. Geschmeidig kam sie aus dem Sessel hoch und warf ihrem Ersten Offizier einen langen Blick zu. Der Moment des Abschieds war gekommen. Vier Jahre lang hatten sie gemeinsam auf der LEXINGTON mit einander gedient, und nun, da der Moment gekommen war, spürte Vilarai beinahe so etwas wie Bedauern, dass sie nun getrennte Wege gehen würden – etwas, das sie am Anfang ihrer Bekanntschaft nicht für möglich gehalten hätte.
    Langsam schritt sie auf ihn zu und blieb einen Schritt vor dem Tellariten stehen. „Commander Tral, ich wünsche ihnen viel Glück und Erfolg auf ihrem zukünftigen Weg.“ Sie bot ihrem Ersten Offizier die Hand.
    Der Tellarit ergriff sie und sagte ungewohnt feierlich: „Das goldene Band ist ein Zeichen der Trauer auf Tellar, und ich trage es deshalb, weil das Schiff mit ihnen einen guten Kommandanten verliert, Commodore. Ich hoffe, die Crew ihres neuen Schiffs weiß zu schätzen, was sie an Ihnen haben wird.“
    Die Andorianerin schluckte und wirkte für einen Moment lang gerührt. Erst das leise Räuspern Janeways brachte sie in die Wirklichkeit zurück. „Danke, Mister Tral. Sie haben die Brücke.“ Sie wandte sich an Admiral Janeway. „Ich bin bereit.“
    Die beiden Flaggoffiziere fuhren mit dem Turbolift zu Deck 4 hinunter um das Handgepäck des Commodore zu holen – alle anderen persönlichen Dinge der Andorianerin würde von einigen Crewmen der LEXINGTON an Bord des neuen Schiffes gebracht werden.
    Als das Schott des Turbolifts sich öffnete, blickte Vilarai überrascht auf den Gang hinaus. Rechts und links hatten Offiziere der LEXINGTON Aufstellung genommen. Einige kannte die Andorianerin erst seit wenigen Monaten, andere seit sie an Bord gekommen war.
    „Nach Ihnen“, meinte Janeway launig. „Man möchte sich von Ihnen verabschieden, nicht von mir.“
    Während Vilarai Ter´Kharyn durch die Reihe der Offiziere schritt begann sie zu ahnen, warum Commander Tral zwischenzeitlich, unter fadenscheinigen Gründen, von der Brücke verschwunden war.
    Vor dem Kabinenschott trat Lieutenant-Commander Jefferson Stanton, der Chefingenieur und Zweite Offizier der LEXINGTON vor und sagte: „In Vertretung für die gesamte Crew möchten wir uns von Ihnen verabschieden, und Ihnen alles Gute in Ihrem neuen Kommando wünschen, Commodore Ter´Kharyn.“
    Sie reichten sich die Hände und die Andorianerin erwiderte: „Danke, Mister Stanton. Und bestellen Sie Commander Tral einen herzlichen Gruß von mir.“
    Commodore Ter´Kharyn holte schnell ihr Reisetasche, in der sich, neben anderen persönlichen Gegenständen auch eine Ushaan-tor-Klinge befand, und begab sich mit Admiral Janeway zum nächstgelegenen Transporterraum. Auch der weibliche Chief, der anwesend war, wünschte ihr alles Gute, bevor sie die Transporterplattform betrat und zusammen mit Janeway entmaterialisierte.
    * * *


    Ein junger Ensign der USS MIDWINTER hatte sie empfangen und das Gepäck der Andorianerin übernommen, allerdings nicht bevor diese das Ushaan-tor heraus genommen hatte. Von dieser Klinge, die sie im Alter von 15 Jahren, von ihrem Vater bekommen hatte, trennte sie sich nicht.
    Während der Ensign sich auf das Schiff beamen ließ, schritten die beiden Flaggoffiziere neben einander durch die Gänge zum Aussichtsraum des Kontrollkomplexes. Die Führungsoffiziere der MIDWINTER würde sie dort kennen lernen, bevor das Schiff offiziell in alt hergebrachter Tradition, mit Champagner getauft werden würde. Dieser Brauch war früher, auf der Erde, in der christlichen Seefahrt üblich gewesen, außer in einer Region namens Schottland, wo man statt des Champagners eine Flasche Whisky genommen hatte.
    Es hieß, dass damals nur Frauen Schiffstaufen vornehmen durften, da es angeblich Unglück brachte, wenn ein Mann das Schiff taufte.
    Vilarai Ter´Kharyn hielt nicht viel von solcherlei Aberglauben, achtete jedoch die Traditionen anderer Völker, also nahm sie dieses Ereignis gleichmütig hin, auch wenn es dazu führte, dass sie nicht sofort an Bord gehen, und das neue Schiff besichtigen konnte. Sie tröstete sich mit dem Gedanken daran, dass sie dadurch wiederum mehr Zeit haben würde, das Schiff von Außen zu betrachten.
    Unterwegs kamen sie an einem weiblichen, menschlichen Crewman vorbei, der vor einem geöffneten Wartungsschacht am Boden kniete. Im Vorübergehen blickte Vilarai Ter´Kharyn zu der mittelgroßen Frau mit den kurzen, brünetten Haaren hinunter. Während sie mit Janeway weiterging, wurde sie das ungute Gefühl nicht los, dass an dieser Frau etwas nicht so war, wie sie es gewohnt war, ohne zunächst sagen zu können, was es war. Erst als sie um die nächste Gangecke gebogen waren, wurde ihr klar, was es gewesen war. Diese ungewöhnliche Verdickung am rechten Ohr, so als würde sich dort normalerweise die Klemme eines Schmuckstücks befinden, war ihr ins Auge gesprungen.
    Ro Laren war die einzige Bajoranerin in der Sternenflotte gewesen, und nach ihrem Verrat war kein neuer Vertreter dieser Spezies an der Sternenflottenakademie, oder im Flottendienst aufgenommen worden.
    Commodore Ter´Kharyn hielt abrupt an, packte Janeway am Arm und legte dabei den Finger ihrer anderen Hand auf ihren Mund. Sie wusste, dass diese die Geste verstehen würde. Mit einer fließenden Bewegung aktivierte sie den Camouflage-Modus ihres Anzuges und wickelte dann das Ushaan-tor aus dem dunkelblauen Tuch. „Dieser Crewman ist eine Bajoranerin“, flüsterte sie erklärend und pirschte sich zurück zur Gangbiegung. Nach einem schnellen Blick um die Ecke nickte sie Janeway zu und sprintete zu dem, noch immer intensiv arbeitenden, Crewman.
    Die brünette Frau sah sie erst im letzten Moment und zog etwas blitzendes aus dem Wartungsschacht, aber da war Vilarai Ter´Kharyn bereits über ihr. Das Jahrzehnte lange Training im Nahkampf kam ihr dabei zugute und innerhalb weniger Augenblicke hatte sie die brünette Frau entwaffnet und auf ihr kniend, das Ushaan-tor an die Kehle gedrückt.
    „Wer hat Sie geschickt, und was ist Ihr Auftrag!“, donnerte die Andorianerin und funkelte die unter ihr Liegende wie eine Rachegöttin an.
    „Bajoranischer Militärgeheimdienst – Leutnant Tila Nalen – Dienstnummer TL-34756-B“, schnarrte die Frau; nicht gewillt mehr zu sagen. Doch damit gab sich die Andorianerin nicht zufrieden. „Ich fragte, wer Sie geschickt hat?“
    „Bajorani...“ Die brünette Frau verstummte, als Vilarai langsam aber beständig den Druck der Ushaan-tor-Klinge an ihrer Kehle verstärkte.
    „Dann, Leutnant, wollen wir nun feststellen, wer mehr aushält. Ihre Kehle oder mein Ushaan-tor. Ich bin sicher, dass es nicht sehr angenehm werden wird, wenn die Klinge sich langsam durch Ihre Haut immer tiefer in die Luftröhre drückt.“ Wie zur Bestätigung dieser Worte erhöhte die Andorianerin, mit kaltem Blick, den Druck der Klinge.
    Die maskierte Bajoranerin spürte für einen Moment die furchtbare Entschlossenheit des Commodore und krächzte heiser, als die Klinge sich bereits in die oberen Hautschichten schnitt: „ Mein Vorgesetzter Offizier ist Lieutenant-Colonel Ro Laren.“
    Admiral Janeway, die mittlerweile den Sicherheitsdienst alarmiert, und ein Technikerteam angefordert hatte, war unauffällig hinzu getreten und sagte bestimmt: „Ich glaube das genügt, Commodore. Den Rest wird diese Frau uns zu einem späteren Zeitpunkt verraten.“
    Nur zögerlich zog die Andorianerin die Klinge ein wenig zurück. Erst als drei Männer und eine Frau der Sicherheit bei ihnen erschienen, erhob sie sich, wobei sie mit der linken Hand die Bajoranerin am Kragen mit sich nach oben zog. Eine leicht blutende Schnittwunde zog sich über ihren Hals.
    Janeway blickte der Frau und dem Sicherheitspersonal sinnend hinterher, bevor sie sich mit leicht tadelndem Blick an die Andorianerin wandte. „Für einen Moment dachte ich wirklich Sie würden Ernst machen.“
    Vilarai erwiderte Janeways fragenden Blick dass dieser ein leises Frösteln über den Rücken fuhr. Nachdenklich reichte sie der Andorianerin das Tuch zurück und meinte. „Kommen Sie, Vilarai, ich hasse es zu spät zu einer Taufe zu kommen.“
    ( Odo )


    Zufriedenheit.
    Vollkommene Harmonie – mit sich und dem Universum im Einklang zu sein, das ist es, wonach wir alle streben sollten
    , dachte Odo, der sich auch nach zwei Jahren, die er nun Teil der Großen Verbindung war, nicht als Gründer oder gar als Gott sehen wollte. Nein, dazu hatte er zu lange unter jenen gelebt, die seine Brüder und Schwestern in der Verbindung als Solids bezeichneten.
    Können wir das?
    Odo erkannte diese Gedankenströme. Sie waren für ihn genauso leicht zu identifizieren, wie zum Beispiel Bajoraner sich an gewissen Äußerlichkeiten identifizieren konnten. Und doch war die Art der mentalen Identifizierung sehr viel genauer – unverwechselbarer.
    Es wäre schwer gewesen, einem Solid zu vermitteln wie dies vor sich ging, vielleicht sogar unmöglich, denn diese Erfahrung musste man seiner Meinung nach selbst machen um sie letztlich wirklich verstehen zu können.
    Areena antwortete Odo und berührte sie so sanft auf mentaler Ebene, wie es ihm wenige Jahre zuvor noch nicht möglich gewesen wäre. In den zwei Jahren, seit er heimgekehrt war, hatten sich seine Fähigkeiten als Formwandler auf ein Niveau gesteigert, welches er unter Solids in hundert Jahren nicht erreicht hätte. Und das galt bei Weitem nicht nur für die Fähigkeit Formen und Farben anzunehmen und zu erleben.
    Er selbst hatte sich dabei verändert – ebenso wie sich die Anderen durch seine Anwesenheit verändert hatten. Im selben Maß, wie er an Fähigkeiten gewonnen hatte, hatten seine Brüder und Schwestern in der Großen Verbindung, durch all das, was er während seiner Abwesenheit erlebte, an Erfahrung gewonnen.
    Areena war ein relativ junge Formwandlerin, die sich aus der großen Verbindung gebildet hatte, und sie war so wissbegierig, wie kaum ein anderer Formwandler.
    Ich denke schon antwortete Odo schließlich. Doch es wird sicherlich noch eine lange Zeit brauchen. Zuvor werden wir die schier übermächtige Aufgabe haben, das Dominion in einen demokratischen Staatenverbund umzuwandeln, ohne dabei ein Chaos zu hinterlassen. Am Anfang dachte ich, wir würden schon sehr bald auf die Jem´Hadar und ihre gewaltigen Flotten verzichten können, doch der Weg bis dahin wird länger dauern, als mir lieb ist.
    Ein mentales Lachen war die Antwort. Kein überhebliches – sondern eher ein nachsichtiges Lachen. Du bist um so viel älter, als ich selbst, aber manchmal entwickelst du eine Ungeduld und ein Ungestüm, welches mich überrascht. Ich spüre, dass du dabei bist, wieder einmal die Große Verbindung zu verlassen, um dort draußen nach dem Rechten zu sehen, habe ich Recht?
    Odo schickte mentale Ströme durch die Verbindung, die dem Äquivalent eines Schmunzeln gleich kam. Du kennst mich mittlerweile recht gut, Areena.
    Nimm mich mit, wenn du gehst. Ich möchte die Welt dort Draußen kennen lernen.
    Odo war überrascht. Noch nie, seit seiner Rückkehr hatte einer der anderen Formwandler einen ähnlichen Wunsch geäußert. Die Vortha vertraten, nach wie vor, ihre Interessen im Dominion, und bislang hatte man keinerlei Nachricht von eventuellen Schwierigkeiten erhalten. Momentan herrschte Ruhe – eine trügerische, wie Odo meinte. Darum verließ er alle vier Monate die Große Verbindung, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen. Und auch die Tatsache, dass ihm selbst bisher nie etwas verdächtiges aufgefallen war, konnte sein Misstrauen nicht vollkommen beruhigen.
    Du willst wirklich mitkommen? Glaubst du denn, du könntest eine längere Abwesenheit von der Verbindung ertragen?
    Du bist doch bei mir entgegnete Areena einfach, und Odo spürte die mentale Verbundenheit zwischen ihnen stärker als je zuvor.
    Ich würde mich freuen, wenn du mitkommst, gab Odo zu und Areena spürte seine Freude darüber, dass sie ihn begleiten wollte. Morgen nehmen wir Verbindung mit den Vortha auf, damit sie uns ein Jem´Hadar-Schiff schicken.
    * * *



    Die Vorta Auris verneigte sich ehrfürchtig vor den beiden Formwandlern, wobei sie die offen nach vorn gehaltenen Hände leicht zur Seite streckte.
    Während Areena diese Geste eher interessiert verfolgte, merkte man Odo deutlich an, dass ihm diese Unterwürfigkeit der Vorta unangenehm war. Ohne es bewusst wahr zu nehmen verschränkte er die Arme vor der Brust, wie er es schon früher so oft getan hatte, als er noch Chef der Sicherheit auf DEEP SPACE NINE gewesen war. Im Gegensatz zu dieser Zeit hatte er jedoch nun eine farbenfrohere Kleidung generiert, und auch sein Aussehen wich so stark ab, dass selbst seine Freundin Nerys vermutlich zweimal hätte hinschauen müssen, um ihn wieder zu erkennen.
    Hatte Odo früher Probleme damit gehabt, die menschlichen Gesichtszüge zu formen, bereitete ihm dies nun keinerlei Probleme mehr. Selbst einen der kompliziert aussehenden bajoranischen Ohrringe konnte er nun mühelos nachbilden. So ähnelte Odo nun eher einem freundlich dreinschauenden, gut aussehenden Bajoraner mittleren Alters, als dem – wie Quark es genannt hatte – Misanthrop, von vor zwei Jahren. Selbst der unverwechselbare, bajoranische Nasenkamm wirkte authentisch. Dennoch zeigte das Gesicht auch unverwechselbare typische Merkmale des ehemaligen Constable.
    Areena hingegen hatte das Äußere einer jungen Yaderanerin angenommen.
    Seit sie vor einem halben Jahr einmal das Aussehen von Kira Nerys angenommen, und Odos Reaktion darauf gespürt hatte, vermied sie es, die bajoranische Physiologie nachzubilden.
    Odo wusste, dass die Unterwürfigkeit der Vorta genetisch bedingt war, und so machte er sich keinerlei Hoffnung, den Vorta dieser Generation diese Angewohnheit abgewöhnen zu können. Man hatte zwar bereits damit begonnen, dieses Verhalten durch ein groß angelegtes Modifizierungsprogramm zu verändern, ebenso wie man bemüht war, die Vorta wieder zu einer sich selbst reproduzierenden Rasse zu machen, aber diese Veränderungen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen und nicht innerhalb weniger Jahre Früchte tragen.
    Deshalb seufzte der Formwandler lediglich entsagungsvoll und fragte nachsichtig: „Ist das Schiff bereit, uns in die Nähe des Wurmlochs zu bringen. Ich möchte mich vom Fortgang der Arbeiten am Stützpunkt der Föderation überzeugen, den wir im Friedensvertrag erlaubt haben. Und davon, dass sich auch die Föderation an die Vereinbarungen hält.“
    Auris verneigte sich erneut und blickte dann fragend zu Odo auf: „Wünschen Sie weitere Schlachtschiffe als Begleitung? Wir können sofort drei weitere Einheiten anfordern.“
    Odos Miene drückte Unwillen aus, als er entgegnete: „Was glauben Sie wohl, wie die Föderation darauf reagieren wird, wenn wir mit einer Kriegsflotte über ihrem Stützpunkt auftauchen, Auris? Wir wollen ihnen einen Besuch abstatten, nicht mit Waffengewalt aus dem Gamma-Quadranten fegen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Diese Föderationsoffiziere sind mitunter etwas nervös, und wir wollen keine Diplomatischen Verwicklungen heraufbeschwören. Ein Schlachtschiff in Begleitung zweier Schlachtkreuzer sind mehr als genug.“
    „Wie Sie befehlen“, stimmte Auris zu. Noch während sie sich um wandte schien eine spürbare Veränderung mit ihr vor zu gehen. Sich an den Ersten der Jem´Hadar-Brückenbesatzung wendend befahl sie mit fester Stimme: „Kurs zum Wurmlochsektor setzen. Maximum Warp.“ Sie ließ sich zwei Headsets reichen und gab sie an die beiden Formwandler weiter. „Sie werden unseren Flug sicher mitverfolgen wollen?“
    Odo dankte und setzte sich das Gerät auf. Danach überzeugte er sich, dass auch Areena damit zurecht kam. Beinahe gegen seinen Willen verzog sich sein Gesicht zu einem Schmunzeln, als die junge Formwandlerin sich begeistert, langsam um ihre eigene Achse zu drehen begann. „Diese Geräte sind einfach fantastisch“, sagte sie begeistert zu Odo
    „Sie erfüllen ihren Zweck“, erwiderte Odo amüsiert.
    Sie folgten der Vorta in die Mitte der Brücke, zu einer kleinen Empore. Es gab keine Sessel oder sonstige Bequemlichkeiten in dieser rein funktionellen Kommandozentrale. Sich im Hintergrund haltend beobachtete Odo seine Begleiterin, die, anders als viele ihrer Artgenossen, nicht das Gefühl von Macht hierher geführt hatte, sondern die Aussicht darauf neue Erfahrungen machen zu können.
    Diese junge Formwandlerin, so überlegte Odo philosophisch, das ist die Zukunft unseres Volkes. Kann ich SIE lehren, worauf es ankommt – dann kann ich auch unser gesamtes Volk lehren.
    Seine Gedanken kehrten in die Wirklichkeit zurück, als er Auris´ fragenden Blick auffing. Er nickte ihr mit einer knappen Geste zu und die Vorta gab Befehl auf Warp zu gehen.
    * * *


    Nach ihrer Regeneration standen Odo und Areena siebzehn Stunden später auf der Brücke des Schlachtschiffes, welches doppelt so groß war, wie ein Schiff der GALAXY-KLASSE – ein Furcht einflößendes Instrument des Krieges. Noch, das wusste Odo, waren diese Schiffe notwendig, um das riesige Imperium, dass das Dominion darstellte, zusammen zu halten. Irgendwann jedoch, so zumindest hoffte der Formwandler, würden diese, nur zu einem Zweck konstruierten, Ungetüme nicht mehr nötig sein.
    „Wir erreichen den Zielsektor in wenigen Zeiteinheiten“, meldete Auris und blickte weiterhin angespannt auf das Display ihres Headsets.
    Auch Odo und Areena sahen auf den Displays ihrer Geräte die Sternenstreifen an sich vorbei ziehen, gerade so, als gäbe es kein Schiff um sie herum. Rechts und links erkannten sie die beiden begleitenden Schlachtkreuzer – jeder besser bewaffnet als ein Schiff der SOVEREIGN-KLASSE. Kein Wunder, waren doch die Schiffe der Jem´Hadar, ganz im Gegensatz zu denen der Föderation, eben reine Kriegsschiffe.
    Keine Standardminute später fielen die drei Schiffe unter Warp und näherten sich dem vierten von insgesamt elf Planeten des Laron-System. Odo hatte Anweisung gegeben, so weit vom Planeten entfernt auf Impulsgeschwindigkeit zu verlangsamen, dass die sicherlich anwesenden Föderationsschiffe einige Minuten Zeit haben würden ihren Anflug zu verfolgen. Auf diese Art und Weise blieb ihnen genug Zeit, ausgiebige Scanns durchzuführen und festzustellen, dass sie nicht in kriegerischer Absicht kamen.
    Der Formwandler regelte die Vergrößerung seines Displays soweit es möglich war herauf, um auch optisch verfolgen zu können, wie die Föderation auf ihr Erscheinen reagieren würde.
    Als die drei Dominion-Schiffe die Hälfte der Strecke zurück gelegt hatten, meldete Auris, von den Kontrollen: „Die Föderation hat momentan fünf Schiffe im Orbit von Laron-IV. Eines der Schiffe ist bereits auf Rendezvous-Kurs mit uns.“
    „Danke, Auris“, erwiderte Odo und dachte grüblerisch: Sie senden ein einzelnes Schiff, um uns zu empfangen – das nennt man Mut. Oder vielleicht doch eher Unverfrorenheit, gepaart mit Hochmut.
    Bereits einen Moment später wurde das Föderationsschiff auf seinem Display erkennbar. Die typischen Umrisse eines Schiffes der EXCELSIOR-KLASSE zeichnete sich gegen den sternenübersäten Hintergrund des Alls ab. Da der Captain des Föderationsschiffes leicht unterhalb anflog erkannte Odo wenig später den Namen des Schiffes. Es war die U.S.S. HOOD, die während des Dominion-Kriegs in einigen der wichtigsten Schlachten dabei war. Odo musste anerkennen, dass der Captain kein Anfänger war. Der Anflugkurs des Föderationsschiffs bewies es. Durch den tiefen Anflug schützte dieser Captain sowohl die empfindlichen Komponenten seines Schiffes gegen direkten Beschuss, wobei er selbst gleichzeitig die neuralgischen Punkte der Jem´Hadar-Schiffe anvisieren konnte. Natürlich würde dem Captain diese Taktik, mit seinem relativ alten Schiff, bei diesen drei modernen Jem´Hadar-Schiffen wenig nützen. Aber immerhin, der Kommandant beherrschte sein Fach.
    „Stellen Sie eine Verbindung zu dem Föderationsschiff her“, wies Odo die Vorta an, ohne seine Haltung zu verändern. Unbewusst verschränkte er seine Arme, in seiner unnachahmlichen Weise vor der Brust und wartete auf das Zustandekommen der Verbindung.
    Einen Moment später erschien das Abbild einer Andorianerin in der Uniform eines Commanders auf seinem Display. Für einen Moment musterte Odo, der persönlich noch keinen Kontakt zu einem Vertreter dieser Spezies gehabt hatte, die hochgewachsene, athletische Frau, mit den langen, silbrig-weißen Haaren, bevor er sagte: „Ich begrüße Sie, Commander. Mein Name ist Odo. Wir kommen in friedlicher Mission.“
    Der Blick der Andorianerin verlor etwas von seiner anfänglichen Schärfe, als sie erwiderte: „Hier Commander Ter´Kharyn an Bord des Föderationsraumschiffs HOOD. Ich darf sie darauf hinweisen, dass Sie sich dem Hoheitsgebiet der Föderation nähern. Ich muss Sie bitten zu stoppen.“
    Odo spürte Ärger in sich aufsteigen. Was fiel diesem Commander ein? Dies war nicht das Gebiet der Föderation. Sie waren lediglich geduldete Gäste im Bereich des Dominion.
    Areena, die Odos Stimmungsänderung spürte, warf ihm einen beschwichtigenden Blick zu.
    Odo fing ihn auf, ohne dass er sonderlich darauf reagierte, bevor er langsam und betont erwiderte: „Commander, Ihnen scheint nicht klar zu sein, wo Sie sich momentan befinden? Sie befinden sich als geduldete Gäste des Dominion in diesem Raumsektor. Ich würde gerne den Captain Ihres Schiffes sprechen.“
    „Der Captain ist bereits auf dem Weg zur Brücke“, gab die Andorianerin bereitwillig Auskunft. Von ihm stammt Stopp-Befehl.“
    Odo gab ein verächtliches Geräusch von sich. „So, tut er das. Und was macht ihr Captain wenn wir einfach weiter fliegen? Lässt er dann das Feuer eröffnen?“
    „Sagten Sie nicht, Sie kämen in friedlicher Absicht, Sir?“, erkundigte sich die Andorianerin mit hochgezogenen Augenbrauen.
    Für einen Moment war Odo unentschlossen, was er tun sollte. Dann wandte er sich zu Auris um und nickte ihr auffordernd zu. Während die Vorta Befehl gab zu stoppen, wandte sich Odo wieder nach vorn, obwohl er durch sein Headset-Display, zu keinem Zeitpunkt auf eine bestimmte Position angewiesen war. „So, ich hoffe Sie sind zufrieden, Commander.“
    Ein leichtes nach Innen biegen ihrer Antennen war die einzig sichtbare Reaktion der blauhäutigen Frau. Einen Moment später trat ein schlanker Efrosianer, mit schulterlangen Haaren, neben die Andorianerin, der die Insignien eines Sternenflottencaptains am Kragen seiner Uniform trug. Durchscheinend blaue, harte Augen beherrschten sein asketisches Gesicht. Er nickte der Andorianerin knapp zu und wandte sich dann an den Formwandler. „Mein Name ist Lo´Raan Yr Krendaron, Captain der HOOD. Ich begrüße Sie im Laron-System. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Sie zum Stoppen auffordern ließ, aber ich möchte vermeiden, dass es zu Komplikationen kommt – darum kam ich auch allein zu diesem Rendezvous, um unsere Friedfertigkeit zu bekunden.“
    Odos Miene hellte sich etwas auf. Widerwillig erkannte er die Umsicht des Efrosianers an, der offenbar doch nicht so selbstgefällig war, wie zunächst vermutet. Es gab lediglich auf beiden Seiten der ehemaligen Kriegsteilnehmer noch immer einiges an Misstrauen.
    Weitgehend besänftigt durch die Worte des, beinahe hageren, Mannes vom Planeten Efrosia, antwortete Odo: „Ich verstehe, Captain. Wir sind auf einem Routine-Erkundungsflug. Darf ich fragen, wie die Föderation mit dem Bau des von uns genehmigten Stützpunktes zurecht kommt?“
    Der Captain der HOOD lächelte verbindlich. „Sicher, Sir. Die Arbeiten gehen zügig voran, und werden wie geplant im Jahr 2380 abgeschlossen werden können. Wie Sie selbst wissen, gibt es im Alpha-Quadranten viele Wiederaufbau-Projekte mit höherer Priorität, daher der späte Fertigstellungstermin. Außerdem möchte die Sternenflotte nicht den Eindruck erwecken, man wolle Ihnen auf die Finger schauen.“
    „Das ist wirklich äußerst beruhigend“, entgegnete Odo, wobei er einen spöttischen Unterton nicht völlig verhindern konnte. „Ich hoffe, Sie werden auch nach der Fertigstellung des Stützpunktes nicht unangemeldet in Systeme des Dominion eindringen und die territorialen Grenzen unseres Reiches akzeptieren.“
    Der Efrosianer lächelte gewinnend und verneigte sich leicht. „Wir sind hauptsächlich Forscher, Sir. Es liegt nicht in unserer Absicht den Gamma-Quadranten zu besiedeln.“
    Odo verneigte sich ebenfalls angedeutet. „Dann bleiben wir Freunde, Captain. Falls Sie zukünftig auf DEEP SPACE NINE Zwischenstation machen sollten, dann grüßen Sie bitte Oberst Kira Nerys von mir, falls sie noch dort stationiert sein sollte.“
    „Das werde ich“, versprach der Captain. „Sie kommandiert momentan die Station.“
    Odo dankte und ließ die Verbindung deaktivieren. Er blickte kurz zu Areena, und fragte sich, ob sie wohl ahnte, dass er eigentlich nur wegen dieses letzten Satzes hier her gekommen war. Danach wandte er sich zu Auris und wies sie an: „Wir statten den Karemma einen Besuch ab. Setzen Sie einen Kurs.
    ( Benjamin Lafayette Sisko )


    Noch war nur Licht – sonst gar nichts.
    Das Letzte, dessen er sich sicher zu sein glaubte, war, dass er fiel. Zusammen mit dem Pah-Geist, der den Körper von Dukat übernommen hatte. Sein Fall schien kein Ende zu nehmen. Erst nach einer Zeitspanne, von der er nicht sagen konnte, ob sie kurz oder lang gewesen war, spürte er, dass aus dem Fallen ein Schweben wurde, wobei er jedoch keinerlei fundierten Anhalt für diese Annahme hatte.
    Mit Sinnen, jenseits von allem, was er gewohnt war, erkannte er, dass sich graue Schlieren durch das Weiß des allgegenwärtigen Lichts zogen. Nach einer Weile nahmen diese Schlieren verschiedene Farben an und schienen sich zusammen zu ziehen und dabei zu verdichten. Erst nach und nach wurde ihm bewusst, dass er selbst einer dieser Schleier war.
    Ein zuerst nur schwaches Lachen erklang. Erst nachdem er sich darauf konzentrierte, wurde es lauter. Er versuchte zu kommunizieren. Erst nach einer Weile gelang es ihm einen verständlichen Satz zu formulieren.
    Wer bin ich?
    Wieder erklang ein Lachen. Erstaunlich. Ich hätte erwartet dass deine erste Frage sein würde, WO du bist. Dein Name als körperliches Wesen war Benjamin Lafayette Sisko. Dieser Teil deiner Existenz ist vorbei. Deine Aufgabe als unser Abgesandter beginnt jedoch erst.
    Erinnerungen durchfluteten ihn. Dann bin ich nun im Himmelstempel der Propheten?
    Nein, kam die lautlose Antwort, die sich in seinem Geist bildete. Du bist hier in einer Art Zwischenstation, um es in Begriffen zu beschreiben, die dir geläufig sind. Sie dient dazu deine Transformation vorzunehmen. Ohne sie könntest du im Himmelstempel nicht existieren.
    Verwundert fragte er, der er einst Ben Sisko war: Aber wie kam es dann, dass ich als Mensch im Himmelstempel existieren konnte?
    Ein erneutes humoriges Lachen erklang. Sisko spürte, dass nun ein anderes Wesen zu ihm sprach: Du hast dir die Antwort bereits selbst gegeben. Damals warst du ein Mensch. Genau genommen, hast du in dieser Form nie Zugang zum Himmelstempel gehabt. Alles was du dort erlebt zu haben glaubst, hat sich lediglich in deiner Vorstellung abgespielt. Doch nun, sobald deine Transformation abgeschlossen ist, wirst du ihn zum ersten Mal wirklich sehen. So wie wir Propheten ihn sehen.
    Sisko benötigte einen Augenblick um diese Information zu verarbeiten. Dann stellte er eine Frage, die ihm schon lange auf der Seele brannte: Warum haben die Propheten sich nie in ihrer wahren Gestalt gezeigt, sondern stets die Form anderer Wesen angenommen, die ich aus meinem körperlichen Leben kannte.
    Im selben Moment, als er die Frage gestellt hatte, spürte er den leichten Tadel der Wesen, die ihn umgaben, bevor eine dritte Stimme – wenn man es so nennen wollte – meinte: Dass ihr Menschen, mit dieser Unwissenheit so weit ins Weltall vordringen konntet, grenzt an ein Wunder. Nicht wir sind dir so erschienen, sondern du hast uns so wahrgenommen. Und das hat einen guten Grund: Reduziert, auf das Wesentliche, sind alle Wesen des Kosmos gleich – egal auf welchem Planeten und zu welcher Äußeren Form sie sich entwickelt haben. Warum also hättest du uns anders wahrnehmen sollen?
    Diese Antwort war geradezu so verblüffend einfach, dass Sisko eine Weile nicht wusste, was er darauf sagen sollte.
    Die erste Stimme drang wieder in Siskos Gedanken. Die Transformation ist beinahe abgeschlossen. Du wirst keine Erinnerung an diese Zwischenstation behalten, das liegt in der Natur der Sache. Du wirst den Eindruck erhalten, zwischen dem Sturz in der Feuerhöhle und deinem Erscheinen im Himmelstempel sei keine messbare Zeit vergangen. Wir werden dir noch einmal die Gelegenheit geben, mit jenem Wesen zu sprechen, mit dem du im körperlichen Leben verbunden warst. Und dann wird die Zeit der Ruhe, und des Lernens für dich anbrechen. Du wirst lernen zu verstehen – wirklich zu verstehen. Am Ende werden wir dich wieder zu den körperlichen, linearen Wesen schicken, aber dein Weg wird nicht mehr länger der eines Sternenflottenoffiziers sein – sondern der des Abgesandten. Nur dieser Aufgabe kannst du letztlich gerecht werden, denn es war schon immer deine Bestimmung.
    Im nächsten Moment war nur noch Licht – sonst gar nichts...
    * * *


    Er, der Abgesandte, sah sich in dem sterbenden Universum um. Seit seinem Sturz in der Feuerhöhle auf Bajor, hatte er Wissen gesammelt, wie es kein sterbliches Wesen jemals besessen hatte, noch jemals besitzen würde. Dies konnte er mit Sicherheit sagen, denn er war am Anfang der Zeit gewesen – und nun befand er sich kurz vor dem Ende der Zeit.
    Er befand sich an einem Punkt, an dem fast alle Materie des Universums in Energie umgewandelt worden war, danach würde es nur noch Zeit geben. Und die Zeit selbst würde erstarren – ohne die Möglichkeit ihren Fluss zu messen. Erst mit dem ersten neuen Atom Materie würde der Lebenszyklus des Universums erneut beginnen und die Zeit würde wieder anfangen zu fließen.
    Sisko wusste jedoch, dass er die Grenze am Ende der Zeit nicht überschreiten konnte, selbst Wesen wie ihm, oder den Propheten waren Grenzen gesetzt. Auch wenn diese Grenzen den kompletten Lebenszyklus ihres Universums umspannten.
    So also wird es enden. Wäre ich noch Sternenflottenoffizier, dann würde ich nun fragen, welchen Sinn dann alles gemacht hat.
    Sein Begleiter sandte mentale Ströme der Zustimmung aus. Vermutlich. Aber du kennst die Antwort darauf. Alle Universen des Kosmos – und ich meine den GESAMTEN Kosmos – haben ihre Aufgabe, die sie erfüllen müssen. Wie die einzelnen Zellen im Körper eines Lebewesens.
    Ja, bestätigte Sisko. Nur hätte ich mir, als ich noch zu den linearen Lebensformen gehörte, nicht träumen lassen, dass unser Universum genauso funktioniert wie die Zelle eines Lebewesens.
    Kaum ein lineares Wesen käme wohl auf diesen Gedanken, stimmte Siskos Begleiter zu. Ihnen fehlt die Fähigkeit die Zusammenhänge für etwas so gewaltiges und komplexes zu erkennen. Wie könnte wohl ein Einzeller das Konzept eines Mehrzellers von der Größe eines Blauwals verstehen? Gemessen am Lebenszyklus des Universums dauert das Leben eines intelligenten Wesens nur eine Millisekunde, und selbst die Existenz eines ganzen Volkes nur wenige Augenblicke. Gerade deswegen ist es bewundernswert, dass diese Wesen es dennoch versuchen – und einige Wenige schaffen den Sprung auf die nächste Stufe der Evolution.
    Das ist ihre Bestimmung, ergänzte Sisko, so wie es nun die meine ist, diese Entwicklung zu fördern. Auch wenn es dazu nötig ist, meine bisherige Überzeugung zu revidieren.
    Siskos Begleiter spürte die feste Entschlossenheit, die hinter diesen Gedanken steckten. So fragte er: Du bist also bereit, deine Aufgabe, als Abgesandter, anzunehmen?
    Reine Ströme der Zustimmung gingen von Sisko aus. Ja, ich bin bereit. Wenn ich diesmal zurück kehre, dann nicht als Mensch, sondern als Abgesandter der Propheten. Die Zeit der geteilten Loyalitäten ist für mich vorbei.
    Sein Begleiter meinte ernst: Das wird einigen, die dich als lineares Wesen kannten nicht gefallen, das muss dir klar sein. Möglicherweise wird man versuchen, dich in ihrem Sinne zu beeinflussen. Wo wirst du beginnen?
    Es dauerte einen Moment bis Sisko antwortete: Auf DEEP SPACE NINE, oder besser AGRANDAN. Denn das bajoranische Volk bedarf meiner, wie du weißt. Doch der Weg dorthin wird über den Gamma-Quadranten führen. Zu einem alten Bekannten.

    ( Kira Nerys )


    Brigadegeneral Kira Nerys saß, wie an jedem Morgen um diese Zeit, in ihrem Büro und studierte das Padd mit den aktuellen Nachrichten des Sektors, obwohl sie wusste, dass sie sich damit die Laune verderben würde. Dabei hatte sie sich zur Angewohnheit gemacht, die Überschriften der einzelnen Artikel in Gedanken ironisch zu kommentieren.
    In einer Hand das Padd haltend, nahm sie einen großen Schluck von ihrem Raktagino, den sie in der anderen hielt und lehnte sich in dem wuchtigen, schwarzen Sessel zurück.
    Die Föderation hatte an der bajoranischen Grenze einen Frachter mit drei toten Orionern aufgebracht, die vermutlich zum Orion-Syndikat gehört hatten... 3:0 für die Guten...
    Der bajoranischen Regierung drohte der Zusammenbruch... Wann drohte der mal nicht...?
    Ein Frachter mit cardassianischen Flüchtlingen war in der Nähe der Badlands aufgebracht, und zurück geschickt worden... Richtig so...!
    Ein toter Vedek war in seinem Garten in der Dakur-Provinz aufgefunden worden – mit 17 Messerstichen in der Brust...! Hatte der eine zu harte Buße auferlegt – oder lediglich beim Fühlen des Pagh eine ungünstige Vorhersage getroffen...?
    Die Bajoranerin schaltete ihr Padd aus, in der Hoffnung ihren Tag noch retten zu können. Schnell trank sie ihre Tasse aus, legte das Padd, neben ihre goldene Haarspange, ein Geschenk ihres Freundes, Lo´Raan, auf die glänzende, schwarze Schreibtischplatte und erhob sich dann geschmeidig aus dem Sessel.
    Gedankenverloren schritt sie zu dem großen ovalen Panoramafenster ihres Büros auf AGRANDAN und blickte hinaus in die ewige, kalte Schwärze des Weltalls. Nachdenklich strich sie mit der linken Hand ihr kupferrotes Haar zurück, das sie seit einigen Jahren wieder länger trug. Mittlerweile reichte es ihr den halben Rücken hinunter, wenn sie es offen trug, so wie im Moment. Ein amüsiertes Lächeln umspielte ihren Mund als sie sich daran erinnerte, wie Nogh reagiert hatte, als sein Schiff auf der Station Aufenthalt hatte, und sie ihn auf ihre neue Haarpracht angesprochen hatte. In seiner unnachahmlichen Art hatte der Ferengi gemeint: Es ist nur Haar.
    Dabei war seine Ansicht gar nicht mal falsch. Ferengis mochten nicht unbedingt ihre Kragenweite sein, aber übertriebene körperliche Eitelkeit konnte man den meisten von ihnen nun wirklich nicht vorwerfen.
    Sie warf einen nachdenklichen Blick auf die beiden, von hier aus sichtbaren, oberen Pylone der Station. An jenem zu ihrer Linken dockte einer der neuen bajoranischen Schlachtkreuzer. Das Schiff besaß grundsätzlich Keilform – darin waren sie den bekannten Frachtschiffen ähnlich. Doch im Gegensatz zu den veralteten Frachtern besaßen diese neuen bajoranischen Kreuzer drei Warpgondeln, die sich jeweils an einer Kante des dreieckigen Frontprofils befanden. Außerdem fiel primär auf, dass die ablative Hüllenpanzerung eine rötlich violette Färbung aufwies. Im Gegensatz zu den stahlblauen Intercoolern der Föderationsschiffe, leuchteten die der bajoranischen Schiffe, an jeweils drei Stellen, im Bereich der Scheitelpunkte der leicht geschwungenen Gondeln, in leuchtenden orange-gelben Farbtönen. Auch der Hauptdeflektor, in Form eines stark abgerundeten Dreiecks, im Frontbereich des Schiffes glühte in diesem Farbton, was ihm ein etwas aggressives Aussehen verlieh.
    Nicht einmal zu Unrecht, wie Kira Nerys fand, denn diese insgesamt 372 Meter langen, und an der breitesten Stelle 195 Meter messende Schiffsklasse konnte es waffentechnisch, da es sich um eine reine Kriegsschiff-Klasse handelte, mit zwei Schiffen der INTREPID-KLASSE aufnehmen. Was Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit anbelangte, waren diese bajoranischen Kreuzer der INTREPID-KLASSE zumindest ebenbürtig. Dass die bajoranischen Konstrukteure bei diesen Schiffen sowohl auf cardassianische, als auch auf föderale Technik zurückgegriffen, und viele Systeme, die man auf AGRANDAN vor fand, schlicht kopiert hatten, war ihr dabei herzlich egal. Im Widerstand hatte sie gelernt, dass falsche Sentimentalität eher hinderlich, als nützlich war. Und man hatte diese Technik ja nicht gestohlen sondern lediglich studiert und nachgebaut. Auch einige Erkenntnisse, die man im Dominion-Krieg über die Jem´Hadar-Technik gewonnen hatte, waren in die Entwicklung dieser Schiffe mit eingeflossen, wie zum Beispiel in Form verbesserter Polaron-Phaser. Auch die Torpedotechnik bestand aus einer Mischung von Föderationstechnik und Jem´Hadar-Technik. Kleiner als die Quantentorpedos der Föderation waren die bajoranischen Multiphasen-Torpedos wesentlich wirkungsvoller. Drei Torpedolauncher am Bug und einer am Heck, zwischen den drei Impulstriebwerken, verliehen den bajoranischen Kampfschiffen eine Feuerkraft, die im Notfall ein Wörtchen mitreden konnte.
    Zwei dieser Schlachtkreuzer gehörten zu den insgesamt 21 Kampfschiffen, die als Bedeckung der Station dienten. Die restlichen Schiffe setzten sich aus sieben Kreuzern der 244-Meter Klasse und zwölf Fregatten mit einer Länge von immerhin 171 Metern, deren Kampfkraft etwa der eines Schiffes der DEFIANT-KLASSE entsprach.
    Auch diese 21 Kampfschiffe, der noch jungen, insgesamt 150 Einheiten starken Bajoranischen Flotte, waren ihrem Oberkommando unterstellt.
    Auch die Station selbst hatte einige technische Veränderungen erfahren, so hatte man zum Beispiel drei zusätzliche Kraftwerke in Kompaktbauweise in die Station integriert, die einzig und allein dem Zweck dienten, die neu installierten verbesserten Schilde und Waffensystem der Station mit Energie zu versorgen. Der cardassianische Reaktor im unteren Bereich der Station diente normalerweise nur noch für zivile Zwecke, konnte jedoch im Notfall ebenfalls zur Unterstützung der Waffensysteme hinzu gezogen werden.
    Das Gesicht der zierlichen Bajoranerin umwölkte sich. Sie bedauerte die Entwicklung, die ihr Volk, seit der Besetzung ihres Heimatplaneten genommen hatte, obwohl sie die Notwendigkeit einsah, sich gegen aggressive, invasive Völker wehren zu können. Tief in ihrem Herzen gab es noch immer eine Stelle, mit der sie sich verzweifelt wünschte, nie wieder kämpfen zu müssen – und dennoch frei zu sein.
    Gibt es das denn wirklich? Echte Freiheit?
    Manchmal hasste sie sich selbst, wenn ihr in solchen Momenten derartige, ketzerische Gedanken durch den Kopf jagten.
    Es muss, antwortete sie sich in Gedanken. Irgendwo gibt es sie.
    Fast gleichzeitig bildete sich wiederum die Gegenfrage in ihren Gedanken: Warum? Weil ich glaube, es müsse so sein? Selbst wenn ich das Bajoranische Militär hinter mir ließe – so wäre ich doch immer noch gebunden. An Freunde und Familie. Beschneiden sie nicht auch meine Freiheit? Habe ich vielleicht gar keine andere Wahl, als meiner Bestimmung zu folgen? Ist möglicherweise die einzig wahre Freiheit nur durch den Tod zu erlangen?
    Kira spürte, dass sie bei diesen philosophischen Überlegungen Kopfschmerzen bekam, darum versuchte sie sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Vielleicht war es eine gute Idee, heute ihre Runde über das Promenadendeck eher zu beginnen, und Quark auf die Nerven zu gehen. Nur um auf andere Gedanken zu kommen.
    Sie verwarf diesen unsinnigen Gedanken schnell wieder. Quark würde ihre Laune noch mehr in Richtung Nullpunkt tendieren lassen.
    Stattdessen blieb sie vor dem Panoramafenster stehen, legte die Hände auf den Rücken und erinnerte sich an die Zeit, kurz nach dem Friedensschluss mit dem Dominion...
    * * *


    Man schrieb Anfang 2376 nach der Zeitrechnung der Föderation und Kira Nerys hatte das Gefühl auf der Station würde mit jedem Tag das Chaos ein gutes Stück größer. Ein wenig erinnerte sie die momentane Situation auf DEEP SPACE NINE an jene Tage, als sie und Commander Sisko ihren Dienst auf der Station begonnen hatten, obwohl sie zugeben musste, dass sich die Station damals in noch schlechterem Zustand befunden hatte.
    Vielleicht gewann sie diesen Eindruck auch nur deshalb, weil sie momentan das Kommando auf der Station inne hatte.
    In den letzten Wochen hatte sich die Station zu einer Art Durchgangslager für überlebende Versprengte der Sternenflotte entwickelt, die mit Frachtern, Transportschiffen, oder auch mit, mehr oder minder beschädigten, Föderationsschiffen, beinahe stündlich hier eintrafen, und Kira war froh, dass wenigstens Doktor Bashir noch auf der Station tätig war. Nicht selten kam es vor, dass er mehr als 30 Stunden auf den Beinen war, und oft konnte ihn nur die Androhung, dass sie ihn vom Dienst suspendieren würde dazu bewegen, sich für einige Stunden zum Schlafen in seine Kabine zu legen, oder etwas zu essen. Sie hatte bei Ihren Vorgesetzten bereits zusätzliches Personal angefordert, um die Abgänge und Ausfälle zu ersetzen, doch bisher wurde sie hingehalten.
    Zusätzlich wimmelten zahlreiche Techniker überall auf der Station herum, um ein Transport-Scrambler-Gitter zu installieren. Ihr Chef war ein Tellarit, namens Geron Kral – nicht so kompetent, wie Chief O´Brien, dafür in mancher Hinsicht findiger. Kral gehörte zu jener Art von Technikern, die an einer winzigen Veränderung des Geruchs in der Luft erkannten, wenn ein Steuerchip defekt war. Außerdem galt der Tellarit als unkonventionell, was ihm bei seiner Aufgabe so manches mal zum Vorteil gereichte. So ließ er zum Beispiel seine Leute nicht nach festen Zeiten arbeiten, sondern dann, wenn sie am meisten leisteten, was von Fall zu Fall sehr verschieden war – Hauptsache die Leute unter seinem Kommando brachten das Pensum, das er von ihnen verlangte. Seltsamerweise funktionierte diese Einteilung so gut, dass es einem unbeteiligten Beobachter nicht einmal aufgefallen wäre. Die Effizienz der Techniker lag sogar über dem Schnitt.
    Am Anfang hatte Kira deswegen mit dem tellaritischen Lieutenant Senior-Grade heftige Debatten geführt, aber Kral war stur geblieben, und nachdem er ihr bewiesen hatte, dass seine Einteilung zu sehr guten Resultaten führte, hatte sie ihn gewähren lassen.
    Weitaus besser kam sie mit dem neuen Chef der Sicherheit klar, der aus den Reihen des Bajoranischen Militärs kam. Im Gegensatz zu Odo nannte ihn jedoch keiner Constable sondern jeder ausschließlich ihn mit seinem militärischen Rang.
    Hauptmann Caneran Taren stammte aus der abgelegenen Provinz Pardaran, die von Dakur aus gesehen auf der entgegengesetzten Seite Bajors lag, auf einem Inselkontinent der sich überwiegend in einer eher gemäßigt bis kühlen Klimazone erstreckte. Nur wenige bajoranische Nutzpflanzen wuchsen in dem oft etwas rauen Klima von Pardaran, weswegen es nicht verwunderte, dass diese Provinz nur dünn besiedelt war. Die Sommer dort waren durchwachsen, die Winter streng und lang. Caneran entsprach in seiner Art dem Wetter seiner Heimat – auch er war mitunter rau und etwas unterkühlt, wie Kira meinte.
    Sie schritt an diesem Morgen, wie so oft in der letzten Zeit, über die Galerie des Promenadendecks, und steuerte dabei auf das Fenster zu, an dem sie nach ihrer Rückkehr vom Planeten der Gründer mit Jake Sisko gestanden hatte. Von dort hatte man einen guten Blick auf das Wurmloch, wenn es sich öffnete. Sie legte ihre Hände auf den Rücken und blickte eine Weile hinaus in die ewige Schwärze, ohne auf die lebhafte Geschäftigkeit rings um sie herum zu achten. Die meisten Leute auf dieser Ebene der Station bewegten sich mit einer Eile, als sei Ruhe ein persönlicher Affront.
    Doch dann fiel ihr aus den Augenwinkeln ein hochgewachsener, schlanker Mann auf, der nicht in dieses Muster passte. Noch während sie sich in seine Richtung drehte, identifizierte sie ihn als Efrosianer. Das typisch weiße Haupthaar fiel ihm offen bis über die Schultern. Im Gegensatz zur efrosianischen Tradition trug er die Spitzen seines Schnurrbarts nur mäßig lang, und dazu einen gepflegten Kinnbart. Er trug die unverkennbare Uniform der Sternenflotte, mit den Abzeichen eines Captains am roten Kragen – doch das war es nicht, was ihr an ihm aufgefallen war. Auffällig war eher sein Verhalten; in dem umgebenden Trubel um ihn herum, schien er einen neuen Rekord im gemütlich schlendern aufzustellen. Kira schien es für einen Moment so, als sei er gar nicht real, doch dann bemerkte der Mann mit den schneeweißen Haaren ihren Blick und das Lächeln, das er ihr schenkte, wirkte sehr real.
    Kira Nerys zögerte nur einen kurzen Augenblick, bevor sie zu ihm schritt und mit einem warmen Klang in der Stimme sagte: „Guten Morgen, Captain. Ich bin Oberst Kira Nerys, die Kommandantin dieser Station. Kann ich etwas für Sie tun?“
    Der Efrosianer musterte sie einen Moment mit seinen durchscheinend blauen Augen, die jene Farbe besaßen, wie der Sommerhimmel in den tropischen Klimazonen Bajors – wenn die Sonne scheinbar die Farbe des Himmels verbrannte, so dass er fast silbern schien. Dann sagte er mit angenehm sonorer Stimme: „ Danke, Oberst. Mein Name ist Lo´Raan Yr Krendaron, Frisch beförderter Captain der U.S.S. HOOD. Ich werde das Schiff übernehmen, sobald es hier eintrifft. Momentan suche ich ein Lokal, in dem man ein ordentliches Frühstück bekommen kann.“
    Kira erwiderte seinen Blick mit offensichtlichem Interesse. „Vielleicht kann ich ihnen bei der Wahl helfen, Captain. Legen Sie eher Wert auf exotische Speisen, oder mögen Sie es eher konventionell und dafür reichlich?“
    „Letzteres, Oberst.“ Der Efrosianer lächelte hintergründig. „Wissen Sie, exotische Speisen haben oft die Eigenschaft zu genauso exotischen Magenschmerzen zu führen.“
    Kira lachte hell auf. „Ja, da könnten Sie Recht haben. In diesem Fall wäre wohl ein Frühstück im QUARKS am geeignetsten. Hätten Sie etwas dagegen einzuwenden, wenn ich Ihnen Gesellschaft leiste?“
    „Oh, aber keineswegs. Ganz im Gegenteil, ich würde mich über eine so charmante Begleitung wirklich freuen.“
    Ein Schmunzeln umspielte Kiras Lippen, bevor sie erwiderte: „Mein Vater brachte mir bei, wie man sich gegen aufdringliche Männer zur Wehr setzt, Captain. Vor Kavalieren aber konnte er mich nur warnen.“
    Sie machten sich auf den Weg.
    Im QUARKS herrschte der übliche Trubel.
    Einige tellaritische Händler, und Crewmen der Föderation, die gerade dienstfrei hatten, belagerten lautstark die Dabo-Tische. Drei Klingonen die zur Besatzung der IKS RAK´GHREN gehörten, die bis morgen Zwischenstation auf DS-9 machte, führten eine gebrüllte Diskussion über ihren Beitrag im Dominion-Krieg, wobei sie sich eine nicht unbeträchtliche Menge Blutwein einverleibten. Einige Tische weiter steckten mehrere Ferengi die Köpfe zusammen, wobei ihre Augen immer wieder misstrauisch über die Menge huschten. Dass Morn auf seinem üblichen Platz an der Bar saß, fiel nicht weiter auf; aufgefallen wäre es nur, wenn er nicht dort gesessen hätte, denn für die meisten Leute, die öfter ins QUARKS kamen, gehörte Morn zum Inventar. Böse Zungen behaupteten, er habe bereits dort an der Bar gesessen, als das QUARKS eröffnet worden war.
    Dazu kam die übliche Mischung aus Bajoranern, Stationspersonal der Föderation, und die Vertreter eines halben Dutzends anderer Spezies, die auf der Station – mehr oder minder legalen - Geschäften nachgingen.
    Kira nickte Quark zu, als sie mit dem Efrosianer herein kam und führte ihren Begleiter hinauf zur Galerie, wo diejenigen Gäste saßen, die etwas ungestörter sein wollten. Hier war der Lärm, den die Gäste unten veranstalteten, einigermaßen erträglich, so dass man sich weitgehend in normaler Lautstärke unterhalten konnte.
    Kaum dass Oberst Kira und Captain Yr Krendaron an einem der hinteren Tische Platz genommen hatten, erschien Quark persönlich an ihrem Tisch.
    „Einen wunderschönen guten Morgen.“ Er wandte sich kurz an den Efrosianer und nickte ihm gönnerhaft zu um sich dann wieder der Bajoranerin zuzuwenden. „Möchten Sie mir Ihren Begleiter vorstellen, Oberst?“
    Bevor Kira antworten konnte, meinte der Efrosianer ruhig: „Ich kann durchaus für mich selbst sprechen, Mister Quark. Ich bin Captain Lo´Raan Yr Krendaron.“
    „Ah“, machte der Ferengi. „Der neue Captain der HOOD. Wie ich hörte operiert das Schiff in der nächsten Zeit im Gamma-Quadranten.“
    Der Efrosianer blickte mit gelinder Verwunderung von Quark zu Kira.
    Die Bajoranerin machte ein entsagungsvolles Gesicht. „Captain, wenn Jemand am anderen Ende der Galaxis hustet, dann weiß dieser Ferengi bereits, an welcher Krankheit er leidet. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran.“
    Sie gab ihre Bestellung bei Quark auf. Yr Krendaron tat es ihr gleich, und der Ferengi entfernte sich.
    „Sie werden also im Gamma-Quadranten auf Patrouille gehen?“, nahm die Kira den Faden wieder auf.
    „Ja, die HOOD ist Teil jener Sicherungseinheit die über den Bau des dort entstehenden Stützpunktes der Föderation wacht. Allerdings rechnen wir weniger damit, dass uns das Dominion Probleme bereitet, als vielmehr damit, dass wir es mit Schmugglern und Marodeuren zu tun bekommen könnten.“
    Kira Nerys blickte ihn ernst an. „Glauben Sie wirklich, das gewaltige Imperium des Dominion wird in den nächsten Jahren zusammenbrechen?“
    Der Efrosianer schenkte Kira ein aufmunterndes Lächeln. „Eigentlich nicht, aber im Fall, dass ich mich irre, wäre es nicht gut, wenn wir unvorbereitet wären. Wir würden gerne verhindern, dass sich Verbrecher- oder Schmugglersyndikate von diesem Sektor der Galaxis aus, über die Föderation ausbreiten.“
    Sie unterbrachen ihre Unterhaltung, als Quark mit dem Frühstück wieder kam. Während der Ferengi das Tablett abstellte, drang Jubel und der Ruf DABO von unten herauf.
    Der Ferengi zog eine Miene, als wäre die Börse von Ferengi-Nar zusammengebrochen und eilte zum Geländer. „Noch so ein verdammter Glückspilz!“, beschwerte er sich dabei lautstark. „Bereits der zweite in dieser Woche. Wenn das so weiter geht, dann bin ich am Ende der Woche pleite.“
    Damit verschwand er nach unten.
    Kira lächelte amüsiert. Die letzte Bemerkung des Ferengi war eine schamlose Übertreibung, das wusste sie, denn allein der Kontrakt mit den Karemma spülte große Mengen in Gold gepresstes Latinum in seine Kasse. Besonders seit er herausgefunden hatte, dass man aus Tulabeeren-Wein einen hervorragenden Sherry herstellen konnte. Obwohl es durchaus Leute gab, die behaupteten, es würde sich um normalen Tulabeeren-Wein handeln, der lediglich schlecht geworden war.
    Nach dem Frühstück nahm Kira das unterbrochene Gespräch wieder auf. Ihr lag auf der Zunge, was sie von dem Stützpunkt der Föderation im Gamma-Quadranten hielt, doch im letzten Moment verkniff sie sich eine entsprechende Bemerkung. Statt dessen sagte sie: „Ich hoffe, Sie werden zukünftig öfter den Weg hier her finden, Captain.“
    Lo´Raan Yr Krendaron lächelte die Bajoranerin offen an, als er antwortete: „Wenn Sie mir versprechen dann wieder mit mir essen zu gehen, dann komme ich sehr gerne wieder.“
    Kira Nerys erwiderte sein Lächeln und zum ersten Mal, seit Odo zu seinem Volk zurück gekehrt war, spürte sie ein besonderes Kribbeln im Magen in der Gegenwart eines Mannes. Einerseits fühlte sie sich deswegen etwas unbehaglich, andererseits genoss sie es. „Wenn Sie sich rechtzeitig ankündigen, Captain, dann werde ich sehen, was ich tun kann.“
    * * *


    In der Folgezeit begegneten sich Kira Nerys und Lo´Raan Yr Krendaron regelmäßig, im Abstand von mehreren Monaten, auf DS-9. Doch erst nach über einem Jahr bekam der efrosianische Captain die Gelegenheit längere Zeit auf der Station zu verbringen. Da er sich rechtzeitig bei Kira Nerys angekündigt hatte, empfing sie ihn am oberen Pylon-2 an dem die U.S.S. HOOD angedockt hatte.
    Der Efrosianer befand sich in Begleitung einer athletisch gebauten Andorianerin im Rang eines Sternenflottencommanders.
    Kira Nerys begrüßte die beiden Sternenflottenoffiziere.
    Lo´Raan Yr Krendaron schenkte der Bajoranerin ein warmes Lächeln und stellte ihr die Andorianerin vor: „Dies ist mein Erster Offizier, Commander Vilarai Ter´Kharyn.“
    Kira reichte der Andorianerin die Hand. „Willkommen auf DS-9, Commander.“
    Die Antennen der Andorianerin bogen sich leicht nach vorn. „Danke Oberst. Es ist schon seit längerer Zeit mein Wunsch gewesen, diese geschichtsträchtige Station einmal zu besichtigen.“
    „Ich hoffe nur, dass diese Erfahrung keine zu ernüchternde Wirkung auf Sie haben wird“, schmunzelte die Bajoranerin. Sie ignorierte den verwunderten Blick der Andorianerin und schritt den beiden Offizieren der HOOD voran zum Turbolift.
    Auf dem Weg nach unten wandte sich Kira an die Andorianerin: „Darf ich fragen, wie lange Sie bereits auf der HOOD dienen? Wenn ich nicht irre, dann war die HOOD, im Jahr 2374, an der Operation Rückkehr beteiligt.“
    „Richtig, Oberst. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade zum Ersten Offizier des Schiffes befördert worden. Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine Gelegenheit die Station zu besuchen. Da das Schiff nach den Kämpfen voll operationsfähig war, wurde es gleich nach der Rückeroberung der Station wieder abberufen.“
    „Dann hätten wir uns ja fast schon damals kennen gelernt“, stellte Kira fest.
    Sie erreichten den Andockring und begaben sich auf den Weg zum Promenadendeck, wobei Kira den Wunsch verspürte mit Lo´Raan ungestört zu sein. Als sie es erreichten wandte sich die Andorianerin an Kira und den Efrosianer. „Entschuldigen Sie mich bitte, ich möchte mich nun zuerst einmal in aller Ruhe auf der Station umsehen.“ Sie bedachte den Captain und die Bajoranerin mit einem wissenden Lächeln und entfernte sich.
    Kira blickte Vilarai Ter´Kharyn sinnend nach und wandte sich dann an ihren Begleiter: „Glauben Sie, dass Andorianer die Antennen für kognitive Fähigkeiten nutzen können?“
    Lo´Raan ahnte worauf Kira hinaus wollte und erwiderte: „Ich denke nicht. Ich habe jedoch, während meiner Zeit auf der HOOD festgestellt, dass Commander Ter´Kharyn eine besondere Begabung dafür besitzt, auch auf minimale Details zu achten. Vielleicht macht das ihr Gespür für kausale Zusammenhänge aus.“ Er blieb stehen und wechselte das Thema. „Ich habe eine ganze Woche Urlaub, Oberst, und ich gedenke ihn hier auf der Station zu verbringen. Was sagen Sie dazu?“
    Ein erfreutes Lächeln überflog das Gesicht der Bajoranerin und verriet nur zu gut, was sie davon hielt. Beinahe beschwingt fragte sie: „Was halten Sie von einem Besuch in einer von Quarks Holosuiten, wenn mein Dienst, in zwei Stunden, beendet ist? Mir schwebt da ein Programm vor, dass mir eine verstorbene Freundin einmal vorgestellt hat.“
    „Das klingt sehr gut, Oberst. Dann treffen wir uns, in zwei Stunden im Quarks.“
    * * *


    Noch immer fühlte sich Kira Nerys, als würde sie wie auf Wolken schweben. Ihr, vom vorangegangenen Liebesspiel immer noch erhitzter, Körper schmiegte sich eng an den von Lo´Raan, der sie, auf dem Rücken liegend, fest in seinem rechten Arm hielt und mit den Fingern seiner linken Hand die Linie ihres Rückens und ihres Pos nachzeichnete.
    Schon während sie in der Holosuit gewesen waren, hatte es mächtig zwischen ihnen geknistert, und mit geradezu protokollwidriger Eile hatten sie danach die Kabine der Bajoranerin aufgesucht, in der Kira, beinahe einer Raubkatze gleich, über den Efrosianer her gefallen war. Dass sie es noch bis in den Schlafraum geschafft, und nicht sofort auf dem Boden des Wohnraums geliebt hatten, war dabei geradezu ein Wunder gewesen.
    Nach einem endlos lang erscheinenden Kuss löste sich Kira schließlich widerstrebend von Lo´Raan und blickte ihn, mit ihren dunklen Augen, liebevoll an. Sie zögerte einen Moment, bevor sie leise sagte: „Ich hoffe, du bist nicht in festen Händen. Sonst wird man demnächst von einem Mord aus Leidenschaft hören.“
    Der Efrosianer grinste breit. „Nein“, entgegnete er leise. Momentan bin ich frei und ungebunden. Vor dem Dominion-Krieg war ich verheiratet.“
    Kiras Gesicht wurde ernst. „Ist sie gestorben?“
    Lo´Raan blickte etwas verwundert drein, bevor er entgegnete: „Nein, unser fünfjähriger Ehekontrakt lief aus, und sie wollte ihn nicht verlängern.“
    „Ein Ehekontrakt auf Zeit?“, wunderte sich die Bajoranerin. „Eine, wie soll ich sagen, interessante Einrichtung. Funktioniert so etwas?“
    „Auf Efrosia seit Jahrtausenden“, bestätigte Lo´Raan. Dann fragte er neugierig: „Und wie steht es mit dir, Nerys? Gibt es in deinem Leben irgendwelche Ehemänner, oder Freunde, von denen ich wissen sollte?“
    „Nein“, antwortete Kira etwas zu schnell. Unsicher blickte sie den Efrosianer an, und gab schließlich widerstrebend zu: „Na ja, bis zum Kriegsende war ich mit einem Formwandler namens Odo zusammen. Er kehrte vor zwei Jahren zu seinem Volk zurück. Seitdem hatten wir keinen Kontakt mehr.“
    Der Blick des Efrosianers wurde seltsam starr, als die Bajoranerin den Namen des Formwandlers erwähnte. Bevor Kira, die diesen Umstand bemerkt hatte, eine entsprechende Frage stellen konnte, erklärte Lo´Raan: „Ich habe einen Formwandler, namens Odo, vor wenigen Wochen, im Gamma-Quadranten kennen gelernt. Er war, zusammen mit einer anderen Formwandlerin auf einem Patrouillenflug, wie es schien.“ Er zögerte einen Moment, bevor er hinzufügte: „Er bat mich darum, Dir Grüße zu bestellen.“
    Kira blickte den Efrosianer erstaunt an. „Welchen Eindruck machte er auf Dich?“
    „Offen gestanden, er schien uns nicht gerade mit offenen Armen empfangen zu wollen. Ich glaube, es gefällt ihm nicht, dass die Sternenflotte im Gamma-Quadranten Präsenz zeigt.“
    „Das kann man ihm kaum verdenken“, sagte Kira nachdenklich. „Trotzdem hat er, im Krieg, auf unserer Seite gegen sein Volk gekämpft. Sein Gerechtigkeitsempfinden stellte er über sein eigenes Volk – und nun sagt es ihm, dass die Föderation besser nicht in den Gamma-Quadranten einfallen sollte.“
    Lo´Raan richtete sich etwas auf. „Niemand will dort einfallen, Nerys. Wir möchten lediglich sicher gehen, dass aus dem Gamma-Quadranten keine weitere Gefahr droht, und rechtzeitig gewarnt sein, falls doch.“
    Kira drückte ihn mit sanfter Gewalt zurück in die weichen Kissen und entgegnete sanft: „Das bezweifele ich gar nicht. Aber was würde die Föderation sagen, wenn Verbände des Dominion in den Alpha-Quadranten einfliegen würden, und dort einen Stützpunkt errichten würden? Ich fürchte, man wäre nicht gerade erbaut davon, nicht wahr?“
    Lo´Raan seufzte ergeben: „Vermutlich.“ Er suchte ihren Blick und fragte dann leise: „Liebst du ihn noch?“
    Kira zögerte mit der Antwort. Dann erklärte sie: „Odo wird immer mein bester Freund bleiben, wenn du das meinst. Und ich habe ihn wirklich aufrichtig geliebt, aber ich komme um die Erkenntnis nicht herum, dass wir für eine dauerhafte Beziehung zu verschieden gewesen wären.“ Sie bemerkte seine Skepsis und streichelte seine Wange, während sie ihn erneut sanft und ausdauernd küsste. Als sie sich wieder von ihm löste erklärte sie bestimmt: „Ich bereue keine Sekunde mit Dir, Lo´Raan, und ich möchte, dass wir fortan zusammen sind. Ist das klar genug ausgedrückt?“
    Die Antwort des Efrosianers bestand darin, dass er Nerys eng zu sich heran zog und sie leidenschaftlich küsste. Dann meinte er hintergründig: „Es gibt da nur ein kleines Problem.“ Er amüsierte sich einen Moment lang über Kiras fragendes Gesicht, bevor er schmunzelnd hinzu fügte: „Bei meinem Volk haben nur Dämonen rotes Haar.“
    Er sog scharf die Luft ein, als Kira ihm zu Strafe – rein zufällig und völlig unbeabsichtigt – ein Brusthaar ausriss. Dann gingen seine Hände und Lippen erneut auf Entdeckungsreise über ihren Körper und für die nächsten Stunden es gab nur sie und ihn.
    * * *


    Kiras Gedanken kehrten in die Gegenwart zurück. Seit nunmehr sieben Jahren hielt die Beziehung zwischen Lo´Raan und ihr. Inzwischen dachte sie sogar gelegentlich daran, ihn zu heiraten, doch sie hatte das Thema bisher nie angesprochen, da sich Efrosianer üblicherweise nicht auf eine lebenslange Ehegemeinschaft festlegten.
    Doch auch ohne mit einander verheiratet zu sein, waren sie beide mit einander sehr glücklich, und Kira dankte den Propheten regelmäßig dafür, dass sie ihr diesen Mann mit auf den Lebensweg gegeben hatten.
    Im letzten Jahr war Lo´Raan zum Commodore befördert worden, und er hatte einen jener neu gegründeten Eingreifverbände übernommen, die als FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRONS bekannt waren. Seit dieser Zeit war ihr Freund, als Kommandeur der 50 Einheiten der 3. FLEXIBLE RESPONSE SQUADRON im Gamma-Quadrant stationiert da seine Einheit als Bedeckung des dortigen Stützpunktes im Laron-System diente. Eine Tatsache, über die Kira erfreut war, gab es ihr und Lo´Raan doch Gelegenheit sich regelmäßig zu sehen. Sie seufzte leise, obwohl sich ihre Laune allein bei dem Gedanken an ihren Freund und Lebensgefährten bedeutend verbessert hatte.
    Seinen ersten Offizier hatte Kira nur noch zwei weitere Male gesehen, zuletzt vor einem Jahr. Damals hatte es wohl Querelen wegen ihres Bruders gegeben. Kira hatte nur am Rande davon erfahren. Erst letzte Woche hatte sie durch einen bajoranischen Kreuzer-Kommandanten die Nachricht erhalten, dass sie mittlerweile ebenfalls zum Commodore befördert worden war. Vielleicht sollten wir uns gelegentlich treffen und den Club der Neo-Flaggoffiziere gründen, dachte sie ironisch und grinste bei der Vorstellung daran.
    Sie wurde in ihren Gedankengängen unterbrochen, als der Türmelder aktiviert wurde. Kira blickte durch die Glasscheiben der Tür nach draußen und erkannte ihre Stellvertreterin, Oberstleutnant Ro Laren.
    „Herein“, sagte Kira, woraufhin die Schottautomatik entriegelt, und das Schott automatisch geöffnet wurde.
    Die schlanke, dunkelhaarige Frau, die herein kam baute sich ernst blickend vor dem Schreibtisch auf und machte dabei den Eindruck, eine unangenehme Nachricht zu überbringen. Soviel zum Thema: Den Tag retten.
    „General, drei Schiffe der Jem´Hadar haben soeben das Wurmloch verlassen und befinden sich im Anflug auf die Station. Das Leitschiff der drei Einheiten wird von einem gewissen Odo befehligt. Außerdem befindet sich ein Sonderbotschafter an Bord, wie er sich ausdrückte.“
    „Odo ist im Anflug auf AGRANDAN?“ Kiras Gesicht drückte zugleich Überraschung und Freude aus. „Endlich sehe ich ihn wieder. Aber was meint er denn mit Sonderbotschafter, Oberstleutnant.“ Fragend musterte sie ihre Stellvertreterin. „Will uns Odo erneut einen Vorta aufhalsen?“
    „Nein, keinen Vorta“, erwiderte Ro mit dunkler Stimme. Ich denke Sie sollten selbst Verbindung mit dem Schiff aufnehmen und sich ein persönliches Bild der Lage machen.“
    Kira funkelte ihre Stellvertreterin an, nahm die goldene Haarspange vom Tisch und fauchte: „Heute scheinen mal wieder erhöhte Neutrinowerte vom Wurmloch auszugehen. Sonst wäre es wohl möglich eine klare Antwort zu bekommen.“
    „General, in diesem besond...“
    „Lassen Sie es gut sein!“, fuhr Kira ihre Stellvertreterin in die Parade, und umrundete dabei gereizt ihren Schreibtisch. „Ich werde mich selbst darum kümmern!“
    Als Kira an Ro vorbei auf die OPS rauschte, blickte diese ihrer Vorgesetzten nach und dachte, nicht ganz ohne Schadenfreude: Na, Ihr Nasenkamm wird sich gleich glätten, vor Überraschung...
    Zuletzt geändert von hawk644; 28.02.2016, 03:31.
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  • #2
    Hier passend zur Leseprobe die erste Dienstakte der werdenden Serie. Beginnen möchte ich mit der Hauptfigur der Serie - Commodore Vilarai Ter´Kharyn - der Befehlshaberin der 14. FLEXIBLE RESPONSE SQUADRON.

    Ich hoffe die Dame gefällt euch...

    Dienstakte: Commodore Vilarai Ter´Kharyn





    Vorname: Vilarai
    Nachname: Ter´Kharyn
    Rang: Commodore ( Stand: Juli 2384 )
    Position / Kommando: Kommandeur der 14.Flexible-Response-Squadron / Flaggschiff USS MIDWINTER - NCC-90125 / Sternenflotte
    Geschlecht: weiblich
    Rasse: Heimatplanet: Andorianerin / Andoria
    Alter: 45 Jahre Erdstandard
    Größe: 1,76 Meter
    Gewicht: 68,3 Kilogramm
    Hautfarbe: ; Haarfarbe: blau / weiß
    Augenfarbe: violett
    Auffälligkeiten: -
    Eltern: Vater: Tau´Rec - Mitglied der Andorianischen Regierung Mutter: Tal´Varina - Geschichtslehrerin
    Geschwister: Schwester: - Bruder: Tarean - Offizier der Andorianischen Kommandotruppen
    Familienstand: versprochen
    Kinder: -
    Hobbys: Raumkampfstrategie, Andorianische Legenden und Heldensagen, Alt-Andorianische Musik, Verschiedene Nahkampftechniken, darunter auch die Kampftechnik des Ushaan

    Lebenslauf:
    2339: - Geburt auf Andoria, auf dem Kontinent Ka´Thela, Provinz Kul´Sun, in der Stadt Chekthora.
    2346: - Schon sehr früh kristallisiert sich heraus, dass Vilarai ein sehr hitziges, und eigenwilliges Temperament entwickelt.
    2354: - Mit 15 Jahren wird Vilarai, deren Familie dem uralten Clan der Klen´Thuran angehört, einem andorianischen Offizier der Andorianischen Garde versprochen, der fünf Jahre älter ist, als sie. Dieses, nur noch in sehr wenigen Clans praktizierte Ritual, stößt bei Vilarai auf offenes Missfallen. Ihr Vater lässt sich jedoch nicht umstimmen und bleibt bei seiner Entscheidung. Obwohl ihr bewusst ist, dass sie damit ihre Familie brüskiert, und sie sich zu Lebzeiten nie wieder auf Andoria sehen lassen darf, ohne Gefahr zu laufen von ihrer eigenen Familie getötet zu werden, läuft Vilarai von Zuhause weg und schmuggelt sich an Bord eines irdischen Frachtschiffes, dass zur Erde fliegt.
    Vilarai schlägt sich als Aushilfe in einem Restaurant nahe Toronto durch. Der Inhaber ist zuerst skeptisch, die junge Andorianerin einzustellen, hat aber Mitleid mit ihr, als sie ihm ihre Geschichte anvertraut. Vilarai dankt ihm indem sie fleißig zupackt, und gewinnt die Sympathie des Restaurant-Besitzers. Imlaufe der Zeit entsteht so etwas wie ein Vater/Tochter Verhältnis zwischen ihnen.
    2355: - Als sich Vilarai Ter´Kharyn dazu entschließt zu Sternenflotte zu gehen, lässt sie ihr Chef nur schweren Herzens ziehen, denn längst hat er das fleißige Mädchen, dass ein Jahr lang in seinem Haus wohnte, in sein Herz geschlossen. Er gibt ihr mit auf den Weg, dass sie jederzeit wieder in seinem Haus willkommen sein wird.
    Vilarai wird an der Sternenflotten-Akademie aufgenommen - jedoch stellt sich heraus, dass sie durch das letzte verlorene Schuljahr auf Andoria viel nachzuholen hat. Gewohnt, auf eigenen Füßen zu stehen, und die Dinge anzugehen, bemüht sich die junge Andorianerin redlich und schafft es, bereits am Ende des ersten Jahres an der Akademie, Klassenbeste zu werden.
    2356: - Aufgrund ihrer hervorragenden Leistung und ihres Lerneifers wird Vilarai in die RED SQUAD aufgenommen. Hier lernt sie den Kadetten Jovan Andrenow kennen, der nicht weniger zielstrebig ist, als sie selbst. Nach einer anfänglichen starken Rivalität, lernen sie einander, während einer Weihnachtsfeier, besser kennen und beginnen sich gegenseitig zu schätzen.
    2357: - Vilarai imponiert Andrenows Gelassenheit und seine innere Ruhe, und im Frühjahr macht sie den ersten Schritt und gesteht ihm, dass sie mehr als nur Sympathie für ihn empfindet. Jovan erwiedert ihre Gefühle und beide sind fortan ein unzertrennliches Paar, wobei sich viele ihrer Mit-Kommilitonen wundern, dass ausgerechnet diese so grundverschiedenen Charaktere zu einander gefunden haben.
    2358: - Im Herbst des Jahres gerät Vilarai ziemlich heftig mit einer bajoranischen Kadettin im ersten Jahr, namens Ro Laren, an einander, weil diese ein Auge auf Jovan Andrenow geworfen hat.
    2359: - Vilarai Ter´Kharyn schließt die Akademie mit Auszeichnung auf den Gebieten Flottenstrategie, Raumkampftaktik Waffentechnik, Nahkampf und Navigation ab und wird, im Rang eines Ensign, als Steuermann auf die USS DEVONSHIRE / NCC-1857 versetzt, einem Schiff der MIRANDA-KLASSE. Für die nächsten zwei Jahre ist die DEVONSHIRE im Beta-Quadranten unterwegs um die Zusammensetzung stellarer Nebel zu untersuchen, wobei Vilarai ihren Freund schmerzlich vermisst.
    2361: - Mitte des Jahren, während die DEVONSHIRE sich auf dem Rückweg zur Erde befindet, wird das Schiff von einem klingonischen BIRD OF PREY attackiert. Dank der fliegerischen Fähigkeiten von Ensign Vilarai Ter´Kharyn, die das Schiff teilweise wie einen leichten Jäger handhabt, gelingt es dem Schiff in einen Stellaren Nebel zu fliehen, und den marodierenden Klingonen zu entkommen. Aufgrund der Tatsache, dass die Andorianerin das Schiff rettete, wird ihr die Ehrenmedaille in Tritanium verliehen. Kurze Zeit später Beförderung zum Lieutenant Junior-Grade.
    2362: - Vilarai trifft Jovan Andrenow nur noch sehr selten und Mitte des Jahres bittet Jovan sie, ihn frei zu geben, da er es nicht erträgt eine Fernbeziehung zu führen. Sie versprechen einander gute Freunde zu bleiben.
    2363: - Versetzung auf die neu vom Stapel gelaufene USS PHOENIX / NCC-65420, einem Schiff der NEBULA-KLASSE, unter dem erfahrenen und hochdekorierten Captain, Benjamin Maxwell. Schon nach relativ kurzer Zeit weiß der Captain seinen neuen Steuermann an Bord des PHOENIX sehr zu schätzen.
    2365: - Beförderung zum Lieutenant Senior-Grade. Die PHOENIX wird dazu bestimmt, zusammen mit einigen anderen Schiffen der Sternenflotte, Patrouille entlang der romulanischen Neutralen Zone zu fliegen.
    2367: - Captain Maxwell erhält den Auftrag entlang der Cardassianischen Grenze zu patroullieren. Kurz darauf unterrichtet er die Besatzung der PHOENIX davon, geheime Order, direkt vom Oberkommandierenden der Sternenflotte erhalten zu haben, und befielt absolute Funkstille. Vilarai schöpft bereits zu diesem Zeitpunkt Verdacht, dass Captain Maxwell der besatzung nicht die volle Wahrheit gesagt hat und beobachtet sein Verhalten zunehmend misstrauisch. Kurze Zeit danach nimmt Maxwell Kurs auf das Cuellar-System, wo die Cardassianer eine neue Raumstation errichtet haben. Dort angekommen, zerstört er die wissenschaftliche Station mitsamt ihrer Besatzung. Anschließend beginnt er damit, Jagd auf cardassianische Versorgungsschiffe zu machen.
    Währenddessen erhält die USS ENTERPRISE / NCC-1701-D den Auftrag nach der PHOENIX zu suchen. Nach einer Weile entdeckt die Enterprise die PHOENIX im Sektor 21505, wo sie gerade ein weiteres Versorgungsschiff und sogar ein Schiff der GALOR-KLASSE zerstört. An Bord der Enterprise erklärt Maxwell später, dass er fest davon überzeugt ist, dass die Cardassianer wieder militärisch aufrüsten und droht später damit, ein weiteres Versorgungsschiff zu zerstören. Jedoch gelingt es Chief O´Brien wenig später durch den aktivierten Schutzschild der PHOENIX zu beamen und seinen ehemaligen Vorgesetzten von der USS RUTHLEDGE zur Aufgabe bewegen. Daraufhin legt Maxwell sein Kommando nieder und übergibt es seinem Ersten Offizier. Anschließend nehmen beide Schiffe der Sternenflotte Kurs auf Sternenbasis 211, wo sich Maxwell für seine Verbrechen verantworten muss.
    Erst hier wird anhand der Schiffsprotokolle ersichtlich, dass Lieutenant Ter´Kharyn die Frequenz der Schilde und die Position der PHOENIX, als Hintergrundstörung auf den Subraumfrequenzen abstrahlte und so erst das Auffinden des Schiffes und O´Briens Einsatz ermöglichte. Hierfür wird ihr anschließend die Ehrenmedaille in Gold verliehen.
    Die PHOENIX verpasst die Schlacht von Wolf 359 um weniger als eine halbe Stunde und kann sich nur noch an der Rettungsaktion für die Überlebenden beteiligen. Danach eilt das Schiff ins Sol-System um den Borg-Kubus, zusammen mit einigen weiteren eilig in Marsch gesetzten Schiffen, auf höhe der Marsbahn abzufangen. Dabei wird die PHOENIX schwer getroffen und bleibt treibend zurück, während der Borg-Kubus weiter in Richtung Erde fliegt.
    2368: - Nach umfangreichen Reparaturarbeiten, gehört die USS PHOENIX, während des Klingonischen Bürgerkriegs zu den Schiffen, die entlang der klingonisch/romulanischen Grenze ein Tachyongitter errichten und den romulanischen Nachschub für die Duras-Schwestern unterbinden. Dieser kriegsentscheidende Einsatz wird später von Kanzler Gowron negiert.
    2369: - Vilarai Ter´Kharyn legt die Prüfungen im Bereich Personenführung, Taktik, Strategie, und Flottenrecht ab, und wird zum Lieutenant-Commander befördert. Versetzung auf die USS MAX PAYNE / NCC-65537, einem Schiff der NEW-ORLEANS-KLASSE, als Erster Offizier.
    2370: - Als sich Ro Laren dem Marquis anschließt bekommt die Fregatte MAX PAYNE den Auftrag sie aufzuspüren. Doch die Spur verliert sich in der Entmilitarisierten Zone und die MAX PAYNE kehrt unverrichteter Dinge um. Dabei fällt dem vulkanischen Captain des Schiffes, Sorek, auf, dass sein XO den Misserfolg sehr persönlich zu nehmen scheint. Vilarai möchte jedoch nicht mit ihm über die Gründe sprechen, was Captain Sorek akzeptiert.
    Nach der Vernichtung der USS ODYSSEY im Gamma-Quadranten wird die MAX PAYNE zu Sternenbasis-375 beordert um, zusammen mit Kontingenten anderer Flottenteile, die 9.Flotte zu verstärken.
    2373: - Kurz nach Kriegseintritt gegen das Dominion nimmt die MAX PAYNE an einem groß angelegten Angriff auf die cardassianischen Schiffswerften im Orbit von Torros III teil.
    2374: - Beförderung zum Commander und Versetzung auf die USS HOOD / NCC-42296, einem Schiff der EXCELSIOR-KLASSE, als Erster Offizier. Das Schiff nimmt erfolgreich an der "Operation Rückkehr" teil, bei der die Raumstation DEEP SPACE NINE vom Dominion zurück erobert wird. Gegen Ende des Jahres ist das Schiff an der ersten Schlacht von Chin´toka beteiligt. Dabei findet der Captain des Schiffes den Tod und Commander Ter´Kharyn übernimmt das Kommando. Nachdem die Schlacht vorüber ist, in der die HOOD zahlreiche gegnerische Schiffe kampfunfähig geschossen hat, wird sie mit der Christopher-Pike-Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.
    2375: - Beim Angriff auf das Sternenflottenhauptquartier durch die Breen kämpft die HOOD mit einem Teil der 9.Flotte an der Seite der 3.Flotte. Es gelingt die Flotte der Breen zu vernichten, doch die Verluste sind hoch. Zu ihrer Bestürzung erfährt Vilarai kurze Zeit später, dass Jovan Andrenow zum Zeitpunkt des Angriffs im Hauptquartier war. Einen Tag später bestätigen sich ihre Befürchtungen und sein Name erscheint auf der Liste der Gefallenen. Obwohl sie sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben, empfindet Vilarai tiefe Trauer über diesen Verlust.
    Beim Kampf um Cardassia dringt die HOOD bis zum Planeten vor. Commander Ter´Kharyn meldet sich freiwillig zu einem Kommando-Unternehmen in dessem Verlauf ihr Trupp das Hauptgebäude der Luftverteidigung einnimmt, kurz bevor die Gründerin kapituliert. Für diesen Einsatz wird sie mit dem Großen Orbitalorden für außergewöhnliche Tapferkeit ausgezeichnet.
    2376: - Nach dem Krieg verbringt Vilarai Ter´Kharyn einige Wochen auf der Erde, in derem Verlauf sie das Grab ihres gefallenen Freundes, als auch ihren ehemaligen Arbeitgeber in Kanada besucht.
    2379: - Die HOOD ist Teil der "Kampfgruppe Omega", die im Sektor 1045 auf die Ankunft der USS ENTERPRISE / NCC-1701-E wartet, um Shinzons remanischen Warbird – die SCIMITAR - unter allen Umständen abzufangen, um ihn daran zu hindern zur Erde vorzudringen. Die Kampfgruppe kommt jedoch zu spät, da die ENTERPRISE, mit der Unterstützung zweier romulanischer Warbirds der VALDORE-KLASSE, die SCIMITAR bereits vorher stoppen kann.
    Ende des Jahres Beförderung zum Captain und Übernahme der USS LEXINGTON / NCC-61832, ein Schiff der NEBULA-KLASSE.
    2380: - Die Sternenflotte beendet die Arbeiten an dem, vom Dominion genehmigten, Stützpunkt im Gamma-Quadranten - 1,3 Lichtjahre vom Ausgang des Wurmloches entfernt. Die LEXINGTON wird als Teil des 112 Einheiten starken Sicherungs-Verbandes zum Schutz des neuen Stützpunktes abgestellt.
    2381: - Die LEXINGTON nimmt in der Folgezeit an zahlreichen Aufklärungsmissionen, in den umliegenden Sektoren, teil. Bis auf das gelegentliche Aufgreifen von Schmugglern kommt es zu keinen besonderen Vorkommnissen.
    2382: - Die Nachricht, dass DEEP SPACE NINE - auf Drängen der Bajoranischen Regierung - unter die Alleinige Kontrolle der Bajoraner fällt, die diese Station in AGRANDAN umbenennen, nimmt Vilarai Ter´Kharyn mit gemischten Gefühlen auf. Was ihr Blut jedoch kurze Zeit später in Wallung bringt ist die Tatsache, dass die Deserteurin Ro Laren - nun dem Bajoranischen Militär angehörend - Stellvertretende Kommandantin der Station ist. Die Flotte unterhält jedoch weiterhin eine Kleine Niederlassung auf der Station und erhält auch weiterhin ein Nutzungsrecht.
    2383: - Während eines kurzen Urlaubs auf AGRANDAN steht plötzlich ihr Bruder, Tarean, mittlerweile Commander der Andorianischen Kommandotruppen, vor ihr. Er will sie zwingen, mit ihm zu kommen und die Familienehre wieder herzustellen. Nach einem hitzigen Streitgespräch befördert sie ihn, mit einem Faustschlag ins Gesicht, vor die Tür ihrer angemieteten Kabine.
    2384: - Anfang des Jahres wird die Andorianerin zum Commodore befördert und übernimmt die 14.FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON - einen von 24 Schiffsverbänden der 50 Einheiten umfasst. Als Flaggschiff erhält sie die USS MIDWINTER / NCC-90125, einen brandneuen Angriffskreuzer der STARDUST-KLASSE. Am Tag nach ihrer Ernennung durch Admiral William J. Ross führt diese ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen mit der Andorianerin, über deren Inhalt Admiral Janeway den Commodore zu unverbrüchlichem Stillschweigen vergattert.

    Disziplinare Vermerke:
    - Keine

    Auszeichnungen:
    - Christopher Pike Tapferkeitsmedaille
    - Ehrenmedaille in Gold
    - Ehrenmedaille in Tritanium
    - Großer Orbitalorden für außergewöhnliche Tapferkeit
    - Große Verdienstmedaille
    - Dominionkriegs-Abzeichen
    - Scharfschützenabzeichen
    - Einzelkampfabzeichen
    - Nahkampfabzeichen

    Spezielle Fähigkeiten:
    - Flotteneinsatzplanung
    - Flottenstrategie
    - Exzellente Führungsqualitäten
    - Talent zur Improvisation
    - Einzelkampf
    - Nahkampf

    Zusatzausbildungen:
    - Föderationstechnik I
    - Föderationstechnik II
    - Strategische Führung
    - Strategische Planung
    - Taktische Führung
    - Waffentechnik I ( Föderationstechnik )
    - Waffentechnik II ( Alientechnik )
    - Einzelkampf
    - Nahkampf

    Medizinische Akte:
    -

    Charakter:
    Vilarai Ter´Kharyn ist von geradezu explosivem Temperament. Dennoch besitzt sie ein hohes Maß an Disziplin und Konzentrationsgabe. Zudem zeichnet sie sich durch eine schnelle Auffassungsgabe und einen hohen Intellekt aus. So verwundert es nicht, dass sie, nach ihrem ersten Jahr an der Akademie Mitglied bei der RED SQUAD wird. Anders als viele RED SQUAD-Kadetten bleibt er jedoch auch danach stets bodenständig und strebsam. Arroganz ist für Vilarai ein Fremdwort, obwohl sie manchmal durch ihre Strebsamkeit einen solchen Eindruck erweckt.
    In ihren Ansichten ist sie stets entschieden. Entweder sie begeistert sich total für etwas, oder sie lehnt es, ebenso total ab. Halbheiten sind nicht ihre Sache.
    In Kampf- und Krisen-Situationen erweist sich die Andorianerin als kühle Kämpferin und Taktikerin, für die es keine ausweglosen Situationen gibt.
    Trotz ihres Temperaments ist sie eine ausgezeichnete Führungspersönlichkeit, auch wenn sie manchmal einen anderen Eindruck erweckt. Unter Freunden gilt Vilarai Ter´Kharyn als wissbegierig, zielstrebig, loyal und unbedingt verlässlich.
    Durch ihre manchmal ziemlich emotionale Art dauert es oft eine Weile, bis sie die Sympathie anderer Wesen gewinnt.


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    Zuletzt geändert von hawk644; 28.02.2016, 03:33.
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    Kommentar


    • #3
      Ein interessante Geschichte, zumindest interessanter als die meisten Star Trek Folgen. Nur schade das Janeway in deiner Geschichte eine Rolle spielt, ich mag die Frau einfach nicht. Doch deine Andorianerin ist ziemlich interessant.

      Der Angriffkreuzer ist nicht zufällig ein Kugelräumer mit 2,5 Kilometern Durchmesser?
      Klimaerwärmung einmal positiv
      Der deutsche Rechtsstaat in Aktion.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von Oberst-Snake Beitrag anzeigen
        Ein interessante Geschichte, zumindest interessanter als die meisten Star Trek Folgen. Nur schade das Janeway in deiner Geschichte eine Rolle spielt, ich mag die Frau einfach nicht. Doch deine Andorianerin ist ziemlich interessant.

        Der Angriffkreuzer ist nicht zufällig ein Kugelräumer mit 2,5 Kilometern Durchmesser?

        Zunächst einmal: Danke für deinen Comment.
        Und nein - die PR-Gigantomanie mache ich nicht mit. Die MIDWINTER ist 575 Meter lang, also kleiner als die Sovereign-Klasse und die Galaxy-Klasse. Diese Klasse ist nach dem Motto entstanden: "Kompakt aber o-ho..."

        Janeway kann ich hoffentlich ein paar Facetten hinzufügen, die sie dir etwas sympathischer macht. Allerdings wird sie nicht sooooo oft auftauchen. Der Fokus soll, gerade in den späteren Episoden, bei den eigenen Figuren liegen.

        Da ich einige geplante Szenen gecuttet habe, um sie im zweiten Band zu bringen, wird dieser erste Band der Pilot-Doppelepisode wohl doch "nur" etwa 100 Seiten umfassen - d.h. das beste kommt erst noch...
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        • #5
          Dann hoffen wir mal das du dich nicht übernimmst und es auch schaffst alles zu veröffentlichen. 100 Seiten sind ja auch schon eine Menge.

          Ach ja noch 2 was ist mir aufgefallen:
          Zum einen war glaube ich auch Kyra auch in der Deutschen Version Colonel und nicht Oberst. Obwohl ich eher eine Freund des Deutschen Rangsystemes bin (wobei ich das der NVA am besten finde "Unterleutnant, Armeegeneral" das hat schon etwas)
          Ach ja den Zeitsprung hättest du vielleicht auch deutlicher kennzeichen können. Es war relativ am Abend wo ich es gelesen habe und fragte mich wieso Kyra auf einmal um einen Rang degradiert wurde.
          Klimaerwärmung einmal positiv
          Der deutsche Rechtsstaat in Aktion.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von Oberst-Snake Beitrag anzeigen
            Dann hoffen wir mal das du dich nicht übernimmst und es auch schaffst alles zu veröffentlichen. 100 Seiten sind ja auch schon eine Menge.
            Meine Serie ICICLE umfasst momentan insgesamt 220 Seiten (3 Episoden)
            Diese Episoden habe ich in 10 Monaten geschrieben, neben einigen anderen Geschichten - zusammen etwa 450-500 Seiten.

            Diese hundert werde ich also garantiert hinbringen... (Und das ist nur der erste Teil der Doppelfolge )

            Zitat von Oberst-Snake Beitrag anzeigen
            Ach ja noch 2 was ist mir aufgefallen:
            Zum einen war glaube ich auch Kyra auch in der Deutschen Version Colonel und nicht Oberst.
            Stimmt - Ich wollte in der FF-Serie weg von der Anglikanisierung der Serie. Da beide Bezeichnungen sich auf denselben Rang beziehen, denke ich, dass das in Ordnung geht.

            Zitat von Oberst-Snake Beitrag anzeigen
            Obwohl ich eher eine Freund des Deutschen Rangsystemes bin (wobei ich das der NVA am besten finde "Unterleutnant, Armeegeneral" das hat schon etwas)
            Ist nicht ganz so mein Fall.

            Zitat von Oberst-Snake Beitrag anzeigen
            Ach ja den Zeitsprung hättest du vielleicht auch deutlicher kennzeichen können. Es war relativ am Abend wo ich es gelesen habe und fragte mich wieso Kyra auf einmal um einen Rang degradiert wurde.
            Stattdessen blieb sie vor dem Panoramafenster stehen, legte die Hände auf den Rücken und erinnerte sich an die Zeit, kurz nach dem Friedensschluss mit dem Dominion...


            * * *


            Man schrieb Anfang 2376 nach der Zeitrechnung der Föderation und Kira Nerys hatte das Gefühl auf der Station würde mit jedem Tag das Chaos ein gutes Stück größer. Ein wenig erinnerte sie die momentane Situation auf DEEP SPACE NINE an jene Tage, als sie und Commander Sisko ihren Dienst auf der Station begonnen hatten, obwohl sie zugeben musste, dass sich die Station damals in noch schlechterem Zustand befunden hatte.
            War dieser Satz echt nicht deutlich genug ??
            Ich dachte daraus wäre der kommende Zeitsprung erkennbar geworden...

            Gut ich könnte das aktuelle Datum am Anfang der KIRA Episode einfügen, dann sollte es keine Irritationen mehr geben.
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            • #7
              Zitat von hawk644 Beitrag anzeigen
              Stimmt - Ich wollte in der FF-Serie weg von der Anglikanisierung der Serie. Da beide Bezeichnungen sich auf denselben Rang beziehen, denke ich, dass das in Ordnung geht.
              Dann soltest du das aber auch richtig druchziehen und auch Kapitän statt Captain schreiben.

              Zitat von hawk644 Beitrag anzeigen
              War dieser Satz echt nicht deutlich genug ??
              Ich dachte daraus wäre der kommende Zeitsprung erkennbar geworden...

              Gut ich könnte das aktuelle Datum am Anfang der KIRA Episode einfügen, dann sollte es keine Irritationen mehr geben.
              Leser sind halt nich immer so aufmerksam, ich hab die Zeile wohl nicht ganz erfasst.
              Wenn du das Datum schön deutlich zum Anfang angibst oder einfach vor so und so viel Jahren schreibst sollte es um einiges besser zu erkennen sein.
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              • #8
                Zitat von Oberst-Snake Beitrag anzeigen
                Dann soltest du das aber auch richtig druchziehen und auch Kapitän statt Captain schreiben.
                Das gilt für das Bajoranische Militär. Die Ränge der Sternenflotte bleiben davon unberührt.
                Ich weiß - da wird man vielleicht sagen: "Warum nur bei den Bajoranern?"
                Die Antwort lautet: "Weil es ein außerirdisches Volk ist, und sich die deutschen Bezeichnungen in einer deutsch geschriebenen FF neutraler anhören IMO." Ich wollte für dieses Volk diesen Unterschied zu den englisch klingenden Sternenflottenrängen.

                Im weiteren Verlauf der Story macht dieser Unterschied zudem mehr Sinn, als beides auf englisch oder beides auf deutsch...

                Zitat von Oberst-Snake Beitrag anzeigen
                Leser sind halt nich immer so aufmerksam, ich hab die Zeile wohl nicht ganz erfasst.
                Wenn du das Datum schön deutlich zum Anfang angibst oder einfach vor so und so viel Jahren schreibst sollte es um einiges besser zu erkennen sein.
                Kann man machen. Ich nehme ohnehin, wenn das Script geschrieben ist, immer noch ein Fine-Tuning vor, welches hier noch fehlt. Dabei werden meistens noch sehr viele Details geändert, gelöscht oder eingefügt.
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                • #9
                  UPDATE:
                  In Abänderung zur bisherigen Planung, habe ich heute beschlossen, aus dem geplanten Doppelband eine Trilogie zu machen...

                  Das Prinzip von 3 Bänden a 60 - 70 Seiten liegt mir mehr, als 2 Monsterbände von über 100 Seiten, habe ich festgestellt.
                  Außerdem habe ich drei Cuts für diese Geschichte, die mehr Sinn machen, als nur 2 (Da müsste ich mitten in der Geschichte aufhören.)

                  Positiver Nebeneffekt: Der erste Band wird schon bald (innerhalb der nächsten 1-2 Wochen) veröffentlicht.
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                  • #10
                    Sodele - Zeit mal einige Charaktere zu STAR TREK - DIVIDED nachzureichen...

                    Hier die Dienstakte von Brigadier Kiras Freund.
                    Das Bild ist dabei momentan ein Platzhalter, und wird noch durch ein Bild mit aktueller Uniform ersetzt werden.




                    Vorname: Lo´Raan
                    Nachname: Yr Krendaron
                    Rang: Commodore
                    Position / Kommando: CO - USS HERTZSPRUNG / NCC-77982 - 3.FLEXIBLE RESPONSE SQUADRON
                    Geschlecht: männlich
                    Rasse: Heimatplanet: Efrosianer / Efrosia
                    Alter: 47 Jahre Terra-Standard
                    Größe: 1,84 Meter
                    Gewicht: 77,6 Kilogramm
                    Hautfarbe: Haarfarbe: braun / weiß
                    Augenfarbe: blau
                    Auffälligkeiten: Stirnwülste
                    Eltern: Vater: - ; Mutter: -
                    Geschwister: Schwester: - ; Bruder: -
                    Familienstand: ledig, liiert mit Kira Nerys
                    Kinder: -
                    Hobbys: -


                    Lebenslauf:

                    2336 - Geburt auf Efrosia im Dezember des Jahres.
                    2352 - Aufnahme auf der Sternenflottenakademie. Lo´Raan Yr Krendaron entscheidet sich für eine Laufbahn in der Kommandoebene und studiert zusätzlich Sternenflottentechnik und Ingenieurwesen.
                    2356 - Der Efrosianer schließt die Akademie mit Auszeichnung auf den Gebieten Diplomatie, Ingenieurwesen und Flottenstrategie ab.
                    Er tritt ihren Dienst als Steuermann, im Rang eines Ensign, auf der USS TRIANGULUM / NCC-60298 einem Schiff der NEBULA-KLASSE, an.
                    2359 - Beförderung in den Rang eines Lieutenant Junior-Grade.
                    2362 - Aufgrund seiner überdurchschnittlichen Leistung und seines persönlichen Einsatzes im Dienst des Schiffes, wird der Efrosianer vorzeitig zum Lieutenant Senior-Grade befördert.
                    2367 - Nach der Schlacht von Wolf-359 bekommt die TRIANGULUM als Rettungsschiff für zahlreiche Verwundete auf den 39 zerschlagenen Einheiten zum Einsatz. Auch bei dieser Mission gibt Lo´Raan sein Bestes. Er lässt sich für die Suche nach überlebenden einteilen, da Efrosianer über eine hohe physische Belastbarkeit verfügen. Bei einem dieser Rettungseinsätze befreit er die Efrosianerin, Kir´Derin Va Lassan aus einer lebensbedrohlichen Situation. Auch an Bord der TRIANGULUM kümmert er sich in seiner Freizeit rührend um die junge Efrosianerin, die als Wissenschaftsassistentin im Rang eines Ensign an Bord des zerstörten Schiffes gedient hat. Beide sind von Anfang an einander sehr zugetan und bleiben auch nachdem Kir´Derin Va Lassan das Schiff verlassen hat, weiterhin in Verbindung.
                    Kurze Zeit später wird Lo´Raan Yr Krendaron zum Lieutenant-Commander befördert. Nachdem er die Prüfungen zur Kommandobefähigung abgelegt hat, wird er zur USS VANGELIS / NCC-51492 versetzt und übernimmt den Posten des Taktischen Offiziers an Bord des Schiffes der AMBASSADOR-KLASSE.
                    2368 - Kir´Derin Va Lassan wird als Lieutenant Junior-Grade dem Wissenschaftsteam an Bord der VANGELIS zugeteilt. Beide sind erfreut darüber einander endlich wiederzusehen. Kurze zeit darauf verlieben sich beide in einander und beginnen eine feste Beziehung. Kurz darauf gehen beide, nach efrosianischer Gepflogenheit, einen fünfjährigen Ehekontrakt mit einander ein.
                    2371 - Gegen Ende des Jahres wird der Efrosianer zum Commander befördert und übernimmt für den unheilbar erkrankten bisherigen Ersten Offizier der VANGELIS, der aus dem aktivien Dienst ausscheiden muss, dessen Position.
                    2373 - Kurz vor Ausbruch des Dominion-Krieges läuft der Ehekontrakt zwischen Lo´Raan Yr Krendaron und Kir´Derin Va Lassan aus. Überraschend beschließt Kir´Derin, keinen neuen Kontrakt mit Lo´Raan einzugehen.
                    2375 - Die VANGELIS nimmt an der finalen Schlacht um Cardassia teil, und wird während der Schlacht irreparabel beschädigt. Lo´Raan Yr Krendaron und seine Ex-Frau verlieren sich aus den Augen, worüber der Efrosianer sehr enttäuscht ist.
                    2376 - Nach Kriegsende wird der Efrosianer zum Captain befördert und übernimmt das Kommando über die USS HOOD / NCC-42296, ein Schiff der EXCELSIOR-KLASSE. Seine Abkommandierung verschlägt ihn für einige Tage nach DEEP SPACE 9, wo er Oberst Kira Nerys kennen lernt. Beide sind sich von Anfang an sympathisch.
                    2377 - Erst über ein Jahr später begegnen sich Lo´Raan Yr Kredaron und Kira Nerys wieder, als der Efrosianer längere Zeit auf der Station Urlaub macht. Beide verbringen eine leidenschaftliche Nacht mit einander und beschließen, eine feste Beziehung mit einander einzugehen.
                    2383 - Die ersten 12 FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRONS werden in Dienst gestellt. Lo´Raan Yr Krendaron wird zum Commodore befördert und übernimmt das Kommando über die 3.FRS. Sein Flaggschiff wird die USS HERTZSPRUNG / NCC-77982, ein Schiff der SOVEREIGN-KLASSE. Glücklicherweise wird diese Einheit am Ausgang des Bajoranischen Wurmloches, im Gamma-Quadranten stationiert, so dass er Kira Nerys auch weiterhin regelmäßig sehen kann.
                    2384 - Im August des Jahres kommt es im Bajoranischen Sektor zu Entwicklungen, in derem Zuge sich Kira Nerys und der Efrosianer plötzlich auf gegnerischen Seiten wiederfinden.

                    Disziplinare Vermerke:
                    - keine

                    Auszeichnungen:
                    - Ehrenmedaille in Gold
                    - Ehrenmedaille in Tritanium
                    - Große Verdienstmedaille
                    - Nahkampfabzeichen
                    - Einzelkampfabzeichen
                    - Dominionkriegsabzeichen

                    Spezielle Fähigkeiten:
                    - Nahkampfausbildung
                    - Sehr gute Führungsqualitäten

                    Zusatzausbildungen:
                    - Strategische Planung
                    - Taktische Schiffseinsätze
                    - Strategische- und Taktische Führung
                    - Einzelkampf
                    - Nahkampf

                    Medizinische Akte:
                    - keine

                    Charakter:
                    Lo´Raan Yr Krendaron erweckt zumeist einen gelassen Eindruck, kann aber mitunter sehr leidenschaftlich und emotional sein.
                    Dieser Vulkan unter der ruhigen Oberfläche sorgt gelegentlich für Überraschung im Umfeld des Efrosianers.
                    Wie allen Efrosianern liegt auch Lo´Raan Yr Krendaron der Kampf im Blut, auch wenn er eher ein ruhiger Vertreter seiner Spezies ist. Dies zeigt sich zumeist in seinem taktischen und strategischen Verständnis - weniger in seiner Art zu handeln.
                    Hat sich der Efrosianer ein Ziel gesetzt, dann verfolgt er es mit beharrlicher Zielstrebigkeit.
                    Zu seinen Hobbies gehört das Komponieren eigener Lieder im Sinne efrosianischer Volksweisen. Für Außenstehende hört sich dies mitunter misstönend an, was den Efrosianer jedoch wenig stört.

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                    Hier ein weitere Hauptcharakter aus STAR TREK - DIVIDED, der im Verlauf der Serie eine wichtige Rolle spielen wird.
                    Huub Stevens verkörpert diese Figur perfekt, wie ich finde.





                    Lebenslauf:

                    Schon als kleiner Junge ist Jack Murphy fasziniert von den Sternen und bereits sehr früh in seinem Leben steht für ihn fest, dass er später in die Sternenflotte eintreten wird.

                    Während seiner Schulzeit lernt Jack, der ein schlechtes Gedächnis sein Eigen nennt, um so verbissener, da er sich fest vorgenommen hat, seine Ziele nicht wegen eines irreparablen Geburtsfehlers aus den Augen zu verlieren. Dabei kann er sich ganz auf die Unterstützung durch seine Eltern verlassen - besonders seine Mutter unterstützt ihn dabei in seinem Bestreben. Aber auch sein Großvater mütterlicherseits, zu dem Jack ein ausgezeichnetes Verhältnis hat, ermutigt ihn stets.

                    Jack schafft es, trotz seines Handicaps, mit überdurchschnittlichen Noten, die Schule abzuschließen, und er schafft die Aufnahmeprüfung an der Sternenflottenakademie. Im festen Glauben daran, alles schaffen zu können was man sich vornimmt, wenn man nur beharrlich genug ist, gibt er auch an der Akademie sein Bestes. Dennoch erweckt er nie den Eindruck ein Streber zu sein.

                    Durch seine aufrichtige, und hingebungsvolle Art, in allen Dingen, findet er sehr viele Freunde an der Akademie, von denen ihn einige sehr engagiert dort unterstützen, wo er Hilfe benötigt.

                    Dabei tut sich besonders Marina Stevens, eine Kadettin seines Jahrgangs, hervor, und schon bald verlieben sich beide heftig in einander.

                    Beide schließen 2351 die Akademie mit sehr guten Noten ab.

                    Während Jack Murphy auf Sternenbasis-97 seinen Dienst als Operations-Offizier antritt, wird Marina Stevens auf die USS DERRINGER / NCC-17445 einem Schiff der NEW ORLEANS-KLASSE versetzt. Beide bleiben jedoch auch weiterhin in Kontakt mit einander, und ein knappes Jahr später lässt sich Marina zur Sternenbasis-97 versetzen, als dort ein Posten als Wissenschaftliche Assistentin frei wird.

                    Zwei Jahre später heiraten Marina Stevens und Jack Murphy. Kurze Zeit später wird Marina Stevens-Murphy schwanger und bringt neun Monate später einen Jungen zur Welt.

                    Drei Jahre später bekommt Marina Murphy ihr zweites Kind, ebenfalls ein gesunder Junge, und die Murphys lassen sich auf die Erde, zum Flottenstab versetzen.

                    Als auch sein jüngster Sohn 2365 eingeschult wird, beschließt Jack Murphy, wieder ein Bordkommando anzunehmen, allerdings nicht auf einem Schiff für Deep-Space-Missionen. Marina Stevens-Murphy, die Gefallen an ihrer Beschäftigung im Flottenstab hat verbleibt weiterhin dort.

                    Während der Schlacht von Wolf 359 ist die USS SAIGON / NCC-60120 ein Schiff der NEBULA-KLASSE, auf dem Murphy als Erster Offizier, im Rang eines Commanders dient, bei Capella IV um Topalin zu laden. Erst einige Tage nach dem Angriff erfährt er davon und ist erleichtert, dass seine Familie wohlauf ist.

                    Im Zuge dieses Vorfalls überlegt Jack Murphy zum ersten Mal, ob die Sternenflotte nicht auch einen militärisch ausgerichteten Arm benötigt.

                    Im Jahr 2372 wird Jack Murphy zum Captain der USS DRACONIS / NCC-77004 einem Schiff der AKIRA-KLASSE befördert.

                    Während des Dominion-Kriegs nimmt die DRACONIS erfolgreich an zahlreichen Schlachten gegen das Dominion und die Cardassianer teil. Erneut stellt Murphy während dieser Zeit, die Struktur der Sternenflotte in Frage, um so mehr, als dass seine Frau, beim Angriff der Breen auf das Hauptquartier der Sternenflotte nur knapp mit dem Leben davon kommt.

                    Als im Jahr 2377 auch der jüngere der Murphy-Söhne die Akademie der Sternenflotte abschließt und ein Bordkommando annimmt, lässt sich Marina Stevens-Murphy, als Chefwissenschaftlerin im Rang eines Commanders auf die DRACONIS versetzen, und dient fortan gemeinsam mit ihrem Mann auf diesem Schiff.

                    2379 wird Jack Murphy zum Commodore befördert und die DRACONIS wird in die 9.Flotte eingegliedert, die bei Cardassia stationiert ist. Murphy behält das Kommando über sein Schiff und wird Stellvertretender Kommandeur der 5.Flotte.

                    Als die Admiralität im Jahr 2383 über die Schaffung der FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRONS berät ist Jack Murphy ein vehementer Befürworter dieser neuen Flottenabteilung.

                    Im Jahre 2384 wird Jack Murphy zum Rear Admiral befördert und übernimmt das Oberkommando über die 5.Flotte. Das Kommando der DRACONIS gibt er an seine Frau ab, die mittlerweile die Prüfungen zur Kommandobefähigung abgelegt hat, und zum Commodore befördert wurde. Dabei dient die neu in Dienst gestellte USS KARTHAGO / NCC-90124 ein Schiff der STARDUST-KLASSE unter Murphys Kommando, als neues Führungsschiff der 5.Flotte.
                    Zuletzt geändert von hawk644; 28.02.2016, 03:34.
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                    Kommentar


                    • #11
                      Sodele - nach einiger Zeit mal wieder eine Leseprobe des, in Arbeit befindlichen, zweiten Bandes, der Eröffnungstrilogie der Serie STAR TREK - DIVIDED.
                      Während im Prolog die gegensätzlichen Taktiken von Commodore Vilarai Ter´Kharyn und Commodore Ry Coder herausgestellt werden soll, liegt der Schwerpunkt des ersten Kapitels in der Darstellung der Figur des Benjamin Sisko.


                      Viel Spaß mit diesem ersten Ausblick auf die im Spätsommer/Herbst 2013 erscheinende Episode.




                      PROLOG


                      Persönliches Logbuch
                      Commodore Vilarai Ter´Kharyn
                      Sternenzeit: 61387.7


                      Wir warten.
                      Vor weniger als einer Stunde hat sich die U.S.S. LAURIN auf den Weg gemacht. Nun liegt es in der Hand einiger entschlossener Männer und Frauen, die gefangen gehaltene Gründerin des Dominion aufzuspüren und zu befreien.
                      Zum Glück konnten wir, dank der Interphasen-Tarnvorrichtung der LAURIN die Schiffe der 1. FLEXIBLE RESPONSE SQUADRON, die uns hart auf den Fersen gewesen sind, abhängen. Zusammen mit der U.S.S. SHADOWDANCER unter dem Kommando von Captain Geoffrey Corben, befinde ich mich an Bord der U.S.S. MIDWINTER auf dem Weg zu jenem Punkt, an denen sich die Grenzgebiete der Romulaner, Klingonen und der Föderation treffen. Dort hoffen wir, die LAURIN, in weniger als zwei Wochen, wiederzusehen.


                      * * *


                      Commodore Vilarai Ter´Kharyn stand in ihrem Bereitschaftsraum, eng an Geoffrey Corben geschmiegt, und küsste ihn leidenschaftlich. Nach einer Weile löste sich die Andorianerin widerstrebend von dem Captain der SHADOWDANCER, der offiziell an Bord der MIDWINTER gekommen war, um mit ihr das weitere Vorgehen ihrer beiden Schiffe zu beraten. Inoffiziell war er hier, weil ihr seine Nähe gefehlt hatte. Die andorianische Frau war der Meinung, dass es durchaus nicht verkehrt war, in diesem Fall das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, und so hatte sie ihren neuen Freund zunächst einmal sehr liebevoll empfangen. Aber die Pflicht rumorte irgendwo tief in ihrem Innern – ließ ihr keine Ruhe. Mit angenehmer Stimme sagte sie: „Schade, dass wir momentan nur wenig Zeit für einander haben, Goeffrey. Ich hoffe, dass sich das nach unserer Aktion ändern wird.“
                      Der hochgewachsene, gutaussehende Captain küsste die Andorianerin in seinen Armen noch einmal schnell auf die dunkelblauen Lippen, bevor er erwiderte: „Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit ein, dass dies tatsächlich passieren wird?“
                      Das nach Innen biegen von Vilarai Ter´Kharyns Antennen sprach Bände.
                      Natürlich würde der ganze Rummel erst richtig losgehen, sobald die LAURIN wieder zu den beiden Schiffen der 14. FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON aufgeschlossen hatte. Erst vor wenigen Tagen war die Andorianerin zum Commodore befördert worden und hatte von Admiral Janeway das Kommando über die 14. FRS übertragen bekommen. Und damit hatten die momentanen Schwierigkeiten angefangen. Kaum, dass sie die Station DEEP SPACE NINE erreicht hatte, war Benjamin Sisko überraschend wieder aufgetaucht und hatte verkündet, seine Aufgabe als Abgesandter der Propheten ohne Einschränkungen wahrzunehmen. Kurz darauf war sie, durch Commander Ro Laren, zu einer Besprechung mit Sisko, Brigadegeneral Kira Nerys und dem Formwandler Odo gebeten worden. Was sie dort von Sisko erfahren hatte, erschütterte zunächst einmal zutiefst das Bild, welches sie bisher von der Föderation und ihren Werten besessen hatte. Obwohl sie Sisko zuvor nie persönlich kennengelernt hatte, spürte sie, dass seine Worte die Wahrheit gewesen waren. Die momentanen Ereignisse, und die Tatsache, dass es ein Raumschiff, wie die U.S.S. LAURIN innerhalb der Föderation gab, bestätigten dabei, was Sisko ihr auf der bajoranischen Station eröffnet hatte.
                      Und nun befand sie sich hier, an Bord ihres neuen Flaggschiffes, und nahm an einem höchst illegalen Unternehmen teil, dass sie ihre Karriere als Sternenflottenoffizier kosten konnte. Nein falsch; kosten würde. Daran zweifelte sie in diesem Moment nicht einen Augenblick. Zumindest wenn sich die Elemente, die momentan die Föderation auf einen falschen Kurs lenkten, die Oberhand behalten sollten.
                      Genau dies wollten Sisko, Kira Nerys, und nach ihrem Gespräch mit den beiden auch sie selbst, verhindern. Sollten Sie dies nicht schaffen, dann drohte ein neuer, fürchterlicher Krieg mit dem Dominion. Und diesmal war der wirkliche Feind ein ganz anderer, als im letzten Krieg.
                      „Komm, setzen wir uns“, meinte die Andorianerin leise und gab Corben nur zögerlich frei. Sie hatte ihn direkt nach ihrer Ankunft auf DS9 kennengelernt. Damals dachten beide, der jeweils andere wäre ein Hologramm, da Quark dieselbe Holosuite, mit einem laufenden Risa-Programm, zweimal vermietet hatte. Sie fragte sich, ob dem Ferengi bewusst war, in wie fern er damit ihrer beider Schicksal beeinflusst hatte. Sie hatten, in Unkenntnis der Sachlage, mit einander geschlafen, und erst währenddessen herausgefunden, dass der jeweils Andere kein Hologramm war.
                      „Woran denkst du?“, fragte Geoffrey Corben, als er das amüsierte Lächeln auf den Lippen seiner Freundin entdeckte. Hätte ihm jemand vor zwei Wochen gesagt, dass er heute mit einer auffallend hübschen Andorianerin im Rang eines Commodore liiert sein würde, er hätte ihn für verrückt erklärt. Corben hatte stets darauf geachtet, seine Freiheit nicht übereilt aufzugeben. Und dann hatte er sich Hals über Kopf in Vilarai verliebt, nachdem feststand, dass sie kein Hologramm war. Vielleicht, so überlegte Corben, lag das an der Art wie sie mit ihm umging – liebevoll, aber dennoch bestimmt. Die Andorianerin wusste, ebenso wie er, was sie wollte und wie sie es bekommen konnte. Sie gab ihm genau jenen Gegendruck den er als Partner brauchte und ohne den eine Beziehung schnell langweilig für ihn wurde. Diese Andorianerin war so ganz anders, als alle Frauen die er bisher kennengelernt hatte.
                      „Ich musste an unsere erste Begegnung denken“, drangen ihre Worte in Corbens Gedanken. „Im Nachhinein bin ich glücklich, weil du kein Hologramm, sondern ein Mann aus Fleisch und Blut bist. Du hast eine gewisse Ähnlichkeit mit einem jungen Mann, mit dem ich während meiner Kadettenzeit liiert war.“
                      „Corben hob abwehrend seine Hände. In seinem Blick lag ein Hauch von Eifersucht, als er meinte: „Bitte keine Vergleiche mit anderen...“
                      „Er ist tot“, unterbrach Vilarai ihn schnell und ihre Stimme bekam einen eisigen Unterton. Ihr Blick rückte ein wenig in die Ferne.
                      „Es tut mir leid, Vilarai, ich...“ Der Schwarzhaarige suchte nach Worten. Dann sagte er leise. „Weißt du, ich wollte zeitlebens niemals etwas besitzen, dessen Verlust ich nicht ertragen könnte. Aber nun ist es doch passiert. Seit wir uns kennen kann ich den Gedanken nicht mehr verdrängen, was sein würde, falls ich dich, bei dem was dieser Aktion sicherlich folgen wird, verliere.“
                      Vilarai Ter´Kharyn blickte in die braunen Augen des Mannes und ein sanftes Lächeln überflog ihre Lippen. „Es bringt nichts sich darüber die Antennen zu zerbrechen, was das Schicksal für unsere Zukunft bereithalten könnte. Ich war stets der Meinung, dass jedes Lebewesen sein Schicksal selbst bestimmen kann. Und das werde ich, Geoffrey. Begleite mich dabei, oder lass es sein – die Entscheidung liegt bei dir.“
                      Der Mann bemerkte, dass sich das Lächeln der Andorianerin verlor und in ihren Blick trat ein Zug von beinahe trotziger Entschlossenheit. Schnell rückte er auf der breiten Couch an sie heran und streichelte sanft ihre Wange. „Die Entscheidung fiel bereits auf DEEP SPACE NINE, und sie ist nicht umkehrbar. Wohin uns die Zukunft auch immer treiben mag, ich werde bei dir bleiben solange ich kann, Vilarai.“
                      Die Andorianerin küsste Corben schnell auf die Lippen, bevor sie abrupt das Thema wechselte und meinte: „Wir haben Commodore Ry Coder abgehängt, aber ich bin sicher, dass er nicht so schnell aufgeben wird. Das wäre nicht seine Art. Wir werden verdammt vorsichtig sein müssen, bis die LAURIN am abgesprochenen Treffpunkt ist.“
                      Corben seufzte schwach und konzentrierte sich notgedrungen auf den eigentlichen Grund seines Hierseins. „Ich würde vorschlagen, dass wir einige Tage am Rand des Briar Patches Deckung suchen und erst in einigen Tagen zum vereinbarten Treffpunkt aufbrechen. Coder wird vermutlich seine Einheiten ausschwärmen lassen und versuchen eine Warp-Signatur von uns aufzunehmen. Wenn er erst einmal einige Tage erfolglos gesucht hat, dann vermutet er uns vielleicht in einem anderen Sektor, und wenn er die Position ändert dann schleichen wir uns davon.“
                      „Ein einfacher, und vermutlich auch sehr alter Trick“, erwiderte die Andorianerin.
                      Geoffrey Corben grinste spitzbübisch. „Nur die besten Tricks sind gut genug, um alte Tricks zu werden.“
                      Vilarai Ter´Kharyn überlegte einen Momentlang. Dann zwinkerte sie ihrem Freund zu, als sie entschied: „Also schön, finden wir heraus ob du Recht hast.“


                      * * *


                      „Natürlich habe ich Recht“, erklärte Commander Sivaan.
                      Commodore Ry Coder, der mit seiner XO in seinem Bereitschaftsraum zusammensaß, blickte die Vulkanierin fragend an. Auch jetzt trug sie ihr schulterlanges, blauschwarzes Haar an den Seiten hochgesteckt. Ihr Blick drückte Überzeugung aus und im Innern des Briten begann es zu rumoren. Sivaan hatte sichtlich mit sich gerungen, bevor sie Coder schließlich in das Geheimnis der U.S.S. PEGASUS eingeweiht hatte. Anfangs völlig ungläubig hatte der in East-Croydon geborene Mann ihr mit wachsendem Erstaunen zugehört. Schließlich sagte er: „Die Sternenflotte hat demnach also wirklich ein weiteres Schiff mit einer Interphasen-Tarnvorrichtung konstruiert? Entgegen dem Vertrag von Algeron, mit den Romulanern?“
                      „Alle bisher verfügbaren Fakten sprechen dafür.“
                      Im Gesicht des Siebenundvierzigjährigen arbeitete es. Er versuchte abzuwägen, was man mit einem Schiff der PROMETHEUS-KLASSE, welches in der Lage war sich zu tarnen, und dabei sogar feste Materie zu durchfliegen, anrichten konnte. Er schloss für einen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, blickte er die Vulkanierin ernst an und fragte: „Was denkst du, Sivaan? Was könnten die Entführer mit dem Schiff bezwecken?“
                      Die Vulkanierin überlegte angestrengt. Nach einiger Zeit antwortete sie langsam: „Kurz bevor die LAURIN entführt wurde, verlegte man die Gründerin in den Romulanischen Sektor. Nun folgt ein gestohlenes Raumschiff mit einer Interphasen-Tarnvorrichtung in dieselbe Richtung. Es fällt schwer hier keine Verbindung zu sehen, auch wenn sie, wie man auf der Erde sagt, recht dünn ist.“
                      „Nahezu unsichtbar“, spöttelte Coder. Gleichzeitig wusste er natürlich, dass Sivaan niemals eine solche Vermutung aussprechen würde, wenn sie nicht fest von deren Richtigkeit überzeugt gewesen wäre. Also fragte er schließlich: „Du meinst also, man will das Schiff dazu benutzen, die Gründerin zu entführen?“
                      „Nein, ich vermute viel eher, man will sie befreien um sie zu ihrem Volk zurück zu bringen, Ry.“
                      Ry Coder blickte die Vulkanierin verwundert an. Einerseits, weil sie ihn, zum ersten Mal während ihrer gemeinsamen Dienstzeit, während des Dienstes duzte. Andererseits, weil ihm diese Schlussfolgerung wirklich abenteuerlich erschien. Doch Sivaan hatte bereits sehr oft bewiesen, dass ihre Schlussfolgerungen für gewöhnlich zutrafen. Darum verkniff er sich einen Widerspruch und fragte stattdessen: „Mal angenommen, das alles trifft zu – welche Optionen haben wir, dies zu verhindern?“
                      Sivaan schien mit dieser Frage gerechnet zu haben, denn fast augenblicklich erwiderte sie: „Nun, wäre ich der unbekannte Entführer und Kommandant dieser Operation, dann würde ich nicht mit allen drei Schiffen in den Romulanischen Raum eindringen, sondern nur mit der LAURIN. Vermutlich sind die beiden anderen Schiffe noch in der Nähe und nutzen den Briar Patch als Deckung.“
                      „Darum habe ich die SQUAD ausschwärmen lassen“, meinte Coder. „Auch ich rechne mit dieser Möglichkeit.“
                      Sivaan nickte. „Die Chancen, sie zu finden sind bestenfalls dürftig, Ry. Vermutlich werden die beiden Kommandanten der Schiffe abwarten, bis wir überzeugt sind, sie seien woanders und diesen Sektor verlassen.“
                      Ry Coder lächelte hintergründig. „Dann sollten wir genau das tun, nicht wahr?“
                      Sivaan machte ein etwas ratloses Gesicht, bei seinen Worten, und Coder erklärte: „Du hast Recht, dass wir die übrigen beiden Schiffe kaum finden werden, selbst wenn sie noch in der Nähe sind. Also werden wir erst einmal ausschwärmen und dann den Sektor verlassen.“
                      Es sprach für Sivaans Intellekt, dass sie erkannte, was der Commodore vorhatte. Ruhig erkundigte sie sich: „Sie wollen die Schiffe am Treffpunkt abfangen, aber wir kennen diesen Treffpunkt nicht. Dennoch vermute ich, dass du einen bestimmten Plan verfolgst.“
                      Ry Coder nickte zustimmend. „Richtig. Wenn man die Gründerin tatsächlich nach Hause bringen will, dann führt der Weg zwangsläufig durch das Wurmloch. Wir werden uns ganz in der Nähe des Bajoranischen Systems auf die Lauer legen. Orten und sehen können wir die Schiffe nicht, wenn sie von der LAURIN getarnt werden, aber ein Tarnfeld das mehrere Raumschiffe umfasst sollte Raumfluktuationen verursachen. Auf die Suche nach solchen Fluktuationen werden wir uns konzentrieren, Sivaan.“
                      „Du denkst logisch“, erklärte die Vulkanierin anerkennend. „Allerdings setzt diese Strategie voraus, dass man die Gründerin tatsächlich findet und erfolgreich aus dem Gewahrsam der Romulaner holt.“
                      „Ich traue diesen Entführern der LAURIN einiges zu, Sivaan. Zumindest aber traue ich Commodore Ter´Kharyn einiges zu. Auch der Captain der SHADOWDANCER kann eine Menge, laut seiner Dienstakte. Und wer weiß, wer noch im Spiel ist. Ich bin fast sicher, dass sie es schaffen werden, und in diesem Fall werden wir bereit sein.“ Coder erhob sich aus seinem Sessel und Sivaan tat es ihm nach. Als der Brite den Arbeitstisch umrundete, meinte er augenzwinkernd zu seiner XO: „Diesmal werden wir pokern, statt Schach zu spielen. Wir werden feststellen, wie weit wir damit kommen?“




                      1.

                      Eindringlinge


                      Benjamin Lafayette Sisko saß angespannt im Sessel des Kommandanten, legte die Fingerspitzen auf einander und ließ seinen Blick langsam über die Brücke der U.S.S. LAURIN schweifen. Seit drei Tagen befand sich die LAURIN nun in Romulanischem Raum, ohne dass es zu nennenswerten Ereignissen gekommen wäre. Sisko machte einmal mehr die niederschmetternde Erfahrung, dass selbst die kompliziertesten Kommandoeinsätze aus 2% Aufregung, und 98% Langeweile bestanden. Andererseits spürte er auch die altbekannte Anspannung, die ihn früher schon überkommen hatte, wenn er mit der DEFIANT getarnt im Gamma-Quadrant operiert hatte. Und dieselbe Ungeduld.
                      Diesmal operierte er wieder mit einem getarnten Schiff, wobei einerseits die verwendete Interphasentarnvorrichtung hochwertiger, andererseits die Technik dieser Vorrichtung noch immer in der Erprobungsphase, war. Zudem war diese Vorrichtung höchst illegal, denn nach dem Vertrag von Algeron war der Föderation allein die Entwicklung einer eigenen Tarntechnik verboten. Von der Nutzung einer solchen ganz zu schweigen.
                      Nach Siskos Auffassung entbehrte es nicht einer gewissen Situationskomik, dass ausgerechnet die illegal entwickelte und gebaute Tarnvorrichtung der LAURIN, es überhaupt erst ermöglichte, die in den romulanischen Raum gebrachte Gründerin zu befreien, und zu ihrem Volk zurück zu bringen.
                      In der Theorie – denn befreit werden musste sie erst noch. Ganz zu schweigen vom Flug zum Wurmloch und der Reise in den Gamma-Quadrant.
                      Benjamin Sisko war kein Dummkopf und so wusste er natürlich, dass in der Föderation spätestens dann auch der Letzte wissen würde, wohin er mit der LAURIN zu fliegen gedachte, sobald die Gründerin nicht mehr in der Hand der Romulaner sein würde. Sein Plan basierte zu einem Gutteil darauf, dass die LAURIN und ihre Geleitschiffe schlicht schneller am bajoranischen Wurmloch sein würden, als es die Föderation schaffte, über die diplomatischen Kanäle eine Blockade des Wurmloches bei der bajoranischen Regierung zu erwirken. Natürlich gab es noch eine Alternative zu dieser Vorgehensweise, doch Sisko schien diese Möglichkeit zu abwegig, als dass er sie ernsthaft in Betracht zog. Für so kritisch hielt er die Lage innerhalb der Föderation dann doch nicht.
                      Siskos Blick fiel auf den vor ihm liegenden Bereich für OPS, NAV und CON. Momentan saß der Trill, Jeret Hagon, an den Navigations-Kontrollen. Falk Perret, der am Vortag länger an den Kontrollen zugebracht hatte, würde in einer Viertelstunde die junge Tellaritin ablösen, die momentan das Schiff steuerte. Zur Zeit bestand die Besatzung der Laurin aus insgesamt 21 Lebewesen, der verschiedensten Spezies. Selbst zwei Formwandler in Gestalt von Odo und seiner jungen Begleiterin Areena gehörten dazu. Gemeinsam mit Vilarai Ter´Kharyn hatte der Abgesandte beschlossen, nicht mehr Sternenflottenangehörige unmittelbar in dieses Unternehmen zu involvieren, als unbedingt nötig. Und mehr Leute waren, eingedenk der Fähigkeiten dieses Raumschiffes, nicht notwendig.
                      Siskos Gedanken glitten nach einer Weile ab, zu seiner Familie, die er vor kurzer Zeit erst auf Bajor wiedergesehen hatte. Dabei war er zum ersten Mal seiner Tochter begegnet, die seine Frau, Kasidy, nach seiner Mutter, Sarah, genannt hatte. Ein warmes Gefühl erfüllte den Abgesandten dabei, und er wünschte sich, dass dieses Unternehmen schnell zu Ende gehen möge, damit er nach Bajor zurückkehren konnte.
                      Nach Hause.
                      Es hatte sehr lange gedauert, bis ihm vor Jahren, während des Dominion-Krieges, bewusst geworden war, wo seine Heimat lag. Dabei hätte er rückblickend nicht einmal zu sagen vermocht, wann er sich innerlich von seinem Geburtsort abgewendet hatte, um Bajor als seine Heimat anzusehen. Tief in seinem Innern war er jedoch der festen Überzeugung, dass es vor allem die Bajoraner selbst gewesen waren, die diese Entwicklung ausgelöst hatten. Nun, zumindest die Meisten von ihnen. Nur ungern erinnerte er sich an Kai Winn und ihre Rolle, die sie als religiöses Oberhaupt des bajoranischen Volkes gespielt hatte.
                      Sisko verzog unwillkürlich das Gesicht und erinnerte sich an sein kurzes Treffen mit dem jetzigen Kai. Sein Name war Caredan Endris. Seit 2383 war er der Kai der Bajoraner, nachdem Kai Ungtae bei einem mysteriösen Unfall ums Leben gekommen war. In gewisser Weise, ohne dass Sisko voreingenommen sein wollte, machte Caredan denselben ambitionierten Eindruck, wie ihn Winn Adami stets bei ihm hinterlassen hatte. Nun, vielleicht brachte das die Stellung als Kai mit sich. Beim bajoranischen Volk war Caredan Endris sehr beliebt – beliebter als es Winn Adami je hätte sein können. Möglicherweise musste er den neuen Kai nur besser kennenlernen, oder aber es war seine Position als Abgesandter, der ihn Caredan in einem anderen Licht sehen ließ.
                      Benjamin Sisko schüttelte diese eher unerfreulichen Gedanken ab, als Lieutenant-Commander Falk Perret die weiße Brücke der LAURIN betrat. Der auf dem Mars geborene Mann, der sich selbst für den besten Piloten der Sternenflotte hielt, und zudem eine starke Wirkung auf Frauen besaß, was nicht zuletzt an seiner athletischen Figur und seinem guten Aussehen lag, blickte zu Sisko und nickte ihm zu. Dabei sagte er: „Guten Morgen, Captain, auch wenn die Aussichten dafür, dass es tatsächlich ein guter Morgen wird, eher mäßig sind.”
                      „Es geht doch nichts über einen gut gelaunten Piloten am frühen Morgen“, konterte Sisko trocken, wobei er Perret einen ernsten Blick zu warf. „Übernehmen Sie Ihren Posten.“
                      Aye, Sir“, bestätigte der Marsianer mit schiefem Grinsen und achtete darauf, was die Tellaritin ihm zur Ablösung zu sagen hatte. Nachdem sie sich entfernt hatte, nahm der Marsianer bedächtig neben Hagon Platz und überflog die Kontrollen. Das Schiff war getarnt und es lag exakt auf Kurs. So sollte es zumindest auch in den nächsten Stunden planmäßig bleiben, wie Perret wusste. Also beendete er den Check der Flugkontrollen und schwang seinen Sessel herum, so dass er Benjamin Sisko ansehen konnte. Noch während der dunkelhäutige Mann im Sessel des Captains seine Augenbrauen hob, meinte der Marsianer: „Sir, ich habe es zu Beginn dieses Unternehmens gesagt, und ich sage es nochmal: Wir sind eine Bande von armen Irren.“
                      Siskos Miene blieb beinahe unbewegt, als er ironisch erwiderte: „Ich hätte es nicht besser ausdrücken können, Mister Perret. Leider erfordern ungewöhnliche Situationen gelegentlich ungewöhnliche Maßnahmen.“
                      Falk Perret erinnerte sich an eine Besprechung, die zwei Tage zurück lag. Und daran, dass Sisko bereits dabei diese Worte verwendet hatte. Anfangs hatte er Sisko, allein wegen seines Rufes und seiner charismatischen Ausstrahlung bedingungslos vertraut. Doch mittlerweile waren ihm, nachdem er die Lage nochmals in aller Ruhe analysiert hatte, leise Zweifel an der Richtigkeit ihres Tuns gekommen. Als Stabsoffizier hielt er es für seine Pflicht, diese Zweifel zu äußern, darum erwiderte er: „Ja, Sir, das sagten Sie bereits. Und Ihre Argumente scheinen mir stichhaltig zu sein. Aber sind Sie wirklich ganz sicher, dass wir unser momentanes Handeln damit rechtfertigen können?“
                      Mittlerweile hörten auch die fünf übrigen Anwesenden auf der Brücke aufmerksam zu. Sisko warf ihnen allen einen kurzen Blick zu, bevor er sich wieder zu dem Marsianer wandte und erwiderte: „Wirklich sicher sind nur zwei Dinge im Universum, Mister Perret: Der Tod - und dass Vulkanier niemals den Sinn eines Baseballspiels erfassen werden. Darüber hinaus versichere ich Ihnen, dass es weitaus unangenehmere Folgen für die gesamte Föderation – ja, für zwei galaktische Quadranten hätte, wenn wir nicht handeln würden. Der legendäre Captain James T. Kirk hat es einmal treffend formuliert, indem er gesagt hat: Ein vorbildlicher Offizier befolgt stets die Befehle - ein guter Offizier weiß, wann er einen Befehl zur Hölle schicken, und wann er ihn befolgen muss. Diesmal müssen wir bereit sein, nach diesem Grundsatz zu handeln. Mir ist bewusst, dass Sie dies in ein Dilemma bringt, Mister Perret – uns alle, aber die Geschichte lehrt uns, dass es uns nicht allein so ergeht. Und ich beschwöre Sie, und jeden hier an Bord, ein Handeln, wie das jetzige, nicht zur Gewohnheit werden zu lassen. Jeder, der sich in einer Lage befindet, wie wir momentan, der wünscht sich, er wäre es nicht. Doch es ist nun einmal an uns, die Gründerin zu ihrem Volk zurück zu bringen, und damit einen erneuten Krieg zu verhindern, der möglicherweise noch schrecklicher werden würde, als der Letzte. Ich weiß, das ist ein verdammt mieses Blatt, und Ihr gesamtes Latinum liegt im Pott. Also gehen Sie mit, oder steigen Sie aus, Mister Perret?“
                      Auf der hell erleuchteten Brücke der LAURIN war es so still geworden, dass nur das leise Summen der Instrumente zu vernehmen war. Dann brach Perret das Schweigen und erklärte: „Ich gehe mit, Sir. Irgendwer muss doch dieses Schiff fliegen und den Tag retten, wenn die Lage erschreckend werden sollte.“
                      Die allgemeine Stimmung entspannte sich, und Sisko, der wusste, dass diese knifflige Situation gebannt war, erwiderte lächelnd, wobei er mit dem Zeigefinger auf den Marsianer deutete: „Sehr richtig, Mister Perret.“
                      Der Marsianer erwiderte das Lächeln und wandte sich dann wieder seinen Kontrollen zu. Dabei fing er Jeret Hagons fragenden Seitenblick auf. Unwillig blickte er den Trill schließlich an und meinte: „Hören Sie, Mister Hagon, wenn Sie etwas...“
                      Der akustische Ortungsalarm, der von Hagons Konsole ausging, verhinderte, dass der Marsianer seinen Satz zu Ende bringen konnte.
                      Der Trill quittierte das Signal, so dass es verstummte während er seine Finger schnell über die Sensortasten seiner Konsole huschen ließ. Einen Herzschlag später meldete er: „Zwei romulanische Warbirds der VALDORE-KLASSE sind in den Fernortungsbereich unserer Scanner eingeflogen. Beide nähern sich unserer Position tangential. Momentaner Abstand zur LAURIN unter zwei Lichtjahren. Langsam abnehmend.“
                      Siskos Gedanken begannen sich zu jagen. Er wusste, dass die Romulaner nicht in der Lage waren, ein aus der Phase geschobenes Raumschiff zu orten. Andererseits hatte man es bei den Romulanern mit einem hoch intelligenten Volk zu tun, welches darüber hinaus extrem introvertiert war. So schien es Sisko durchaus im Bereich des Möglichen zu sein, dass diese Spezies vielleicht doch ein Mittel besaß sie aufzuspüren. Schnell befahl er: Bringen Sie uns runter auf Warp-5, Mister Perret. Wir werden sehen, ob diese beiden Warbirds reagieren, oder ob sie zufällig diesen Sektor kreuzen.“
                      Der Marsianer bestätigte und nahm dabei gleichzeitig die nötige Schaltung vor.
                      Jeret Hagon blieb eine Weile still. Dann sagte er erleichtert: „Die beiden Warbirds fliegen mit gleichbleibender Fahrtstufe weiter, Sir. Keine Kurskorrektur.“
                      Sisko antwortete: „In Ordnung, Mister Hagon. Sie werden sicherheitshalber dennoch einen Ausweichkurs setzen. Mister Perret: Dem neuen Kurs, den Hagon Ihnen geben wird folgen. Wir werden kein unnötiges Risiko eingehen. Wirklich beeilen müssen, werden wir uns erst, wenn wir die Gründerin an Bord haben.“
                      Die beiden Männer bestätigten wie aus einem Mund, und Sisko blickte wieder auf den Bildschirm, wobei er unbewusst erneut die Spitzen seiner gespreizten Finger auf einander legte. Erneut begann die quälende Warterei...
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                      • #12
                        Hier zwei weitere wichtige Charaktere der Serie STAR TREK - DIVIDED. Commodore Ry Coder und Captain Geoffrey Corben.

                        COMMODORE RY CODER






                        Lebenslauf:
                        Im Jahr 2337 wird Ry Coder auf der Erde, in East-Croydon, einem der südlichen Vororte von London, geboren.
                        Im Jahr 2354 beginnt Coder seine Ausbildung an der Sternenflottenakademie und schließt sie im Jahr 2358 mit sehr guten Noten erfolgreich ab.
                        Im Jahr 2383 übernimmt er, als Commodore, das Kommando über die 1.FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON. Gleichzeitig wird die USS RICHMOND / NCC-88073, ein Raumschiff der SOVEREIGN-KLASSE, sein Flaggschiff. Coder gilt als überaus charmant und zuvorkommend. Außerdem strahlt er eine geradezu aristokratische Ruhe und Gelassenheit aus.
                        Liiert ist Ry Coder mit der Kroatin, Denara Kervic, mit der er zwei gemeinsame Kinder, im Alter von 17 und 14 Jahren, hat, und von der man an Bord der RICHMOND behauptete, sie sei das genaue Gegenteil des Commodore.
                        Ry Coder gilt bei denen die ihn kennen, als sanftmütig bis man ihn reizt, was sich mitunter darin äußert, dass er seinen Gegnern während eines Raumgefechtes für gewöhnlich den ersten Schuss lässt. Allerdings pflegen seine Antworten auf solcherlei Beweise kriegerischen Tuns immer recht heftig auszufallen. In solchen Fällen kann er ungewohnt hart und kompromisslos agieren, weshalb seine Vorgesetzten ihm das Kommando über die 1.FRS angetragen haben. Mit Coders Einwilligung steht 2383 somit der erste, von insgesamt 24, Kommandeuren der FRS fest.
                        Coders dunkelbraune Haare weisen bereits einige graue Strähnen auf – ein Hinweis für seine beinahe einjährige Gefangenschaft in einem cardassianischen Arbeitslager, während des Dominion-Krieges. Auch das manchmal kalte Funkeln seiner braunen Augen erzählt gelegentlich davon. Dennoch sind Coders Herz und Seele durch diese Erlebnisse nicht versteinert, was zum Großteil an der Liebe seiner Ehefrau und seiner Kinder, zu ihm, liegt. Sie haben ihm über diese teilweise sehr traumatischen Ereignisse hinweg geholfen, und dafür gesorgt, dass er diese Geschehnisse bis zum Jahr 2384 gut verarbeitet hat. Er gehört zu jener Art von Intelligenzwesen, die aus solchen Ereignissen, am Ende, gestärkt hervor gehen. Es ist ihm gelungen, die Dunkelheit im Innern zu besiegen, und dem Element der Kälte, wie er es nennt, zu widerstehen.


                        CAPTAIN GEOFFREY CORBEN






                        Lebenslauf:
                        Im Jahr 2384 ist der 47-jährige Geoffrey Corben Captain der Sternenflotte und Kommandant der USS SHADOWDANCER / NCC-68501, einem Schiff der AKIRA-KLASSE, das zur 14.FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON gehört.
                        Die Erscheinung des gut aussehenden, schwarzhaarigen Captains von der Erde, dessen Haare an den Schläfen bereits beginnen zu ergrauen, ist von durchtrainierter Statur. In seinen dunkelbraunen Augen schimmert stets etwas Schalk, weswegen Lebewesen, die Corben nicht so gut kennen dazu neigen, seinen scharfen Intellekt zu unterschätzen.
                        Sein Humor ist mitunter etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch nie verletzend oder beleidigend. Im Gefecht bekommt dieser Humor gelegentlich eine ironische, teils sogar zynische Note.
                        Geoffrey Corben, der den Auftrag hat, die neue Kommandantin der 14.FRS, Vilarai Ter´Kharyn, auf der Raumstation DEEP SPACE 9 zu erwarten, lernt die Andorianerin, die er erst einen halben Tag später auf der Station erwartet, in einer von Quarks Holosuiten kennen. Durch Quarks geschäftliche Machenschaften in dem Glauben, der jeweils andere wäre ein Hologramm, schlafen beide mit einander. Erst zu diesem Zeitpunkt finden beide dann die Wahrheit heraus.
                        Zu Corbens Erleichterung und Freude, schlägt Vilarai ihm vor, gelassen mit der Situation umzugehen und dieser etwas unerwarteten Beziehung zwischen ihnen beiden, eine Chance zu geben.
                        Zuletzt geändert von hawk644; 28.02.2016, 03:36.
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                        • #13
                          UPDATE:

                          Ab sofort findet ihr die weiterführende Infos zu dieser Fan-Fiction unter diesem Link:
                          --> SciFi-FanFiction Wiki - Wikia
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