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GoN #1

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  • GoN #1

    Honigwaben-Gruppe, SC694-3B

    Als Morgan Wielder seine Augen öffnete, war es kein Tag wieder jeder andere. Heute war sein zehnter Geburtstag und Daddy würde endlich von seiner Geschäftsreise zurückkehren.
    Draussen ging gerade die Sonne auf, der ganze Himmel war in ein schmutziges orange getaucht. Morgan stand einen Augenblick lang an seinem Fenster und starrte in den Himmel. Es waren noch keine Zeichen von Vaters Heimkehr zu sehen; der dreifache Kondensstreifen würde ihn verraten. Mutter war sicherlich auch noch nicht wach, also schlich sich Morgan, zusammen mit Dragy, durch den Flur, an der Tür des elterlichen Schlafzimmers vorbei in welches er keinen Blick zu werfen wagte, in die Küche.
    Während Dragy die Tür im Auge behalten sollte, wollte Morgan einen verstohlenen Blick in den Kühlschrank werfen. Mutter musste die Zutaten für seine Geburtstagstorte schon gekauft haben, als der Händleronkel das letzte Mal vorbeigekommen war. Das war vor über einem Monat gewesen, Vater war schon seit 3 Monaten fort; um neue Getreidesamen zu kaufen. Die letzte Ernte war vollkommen verstrahlt worden und das Saatgut war ebenfalls zerstört. Wie genau es dazu kam hatte Morgan noch niemand erklärt. Er wusste nur, dass es irgendwas mit der Sonne zu tun hatte und damit, dass der Planetoid der Wielders irgendwie "schwankte".
    Im Kühlschrank war nicht eine Torte mehr als normal, also gar keine. Beinahe hätte Morgan vor Enttäuschung angefangen zu weinen, doch dann erinnerte er sich daran, dass Mutter manchmal Dinge in den Wasserfänger legte, um sie zu kühlen. "Zuverlässiger als der blöde alte Schrank," sagte sie dann immer.
    Morgan schnappte sich einen JollaPit-Riegel, einen Vitaminsaft und verließ gemeinsam mit Dragy die Küche. Dabei schlich er auch durch das Wohnzimmer wo seine Geschenke auf dem Stubentisch lagen. Er zählte im Vorübergehen fünf. Die Tür zum Hydrogarten glitt geräuschlos auf, Mutter ölte alle Scharniere und Schienen im Haus mindestens alle zwei Tage, wegen all des Sandes.
    Morgan manövrierte durch das Dickicht der Bete und mied die Wege, auf denen ihn jeder hätte sehen können. Dragy schmiegte sich an ihn, ebenfalls darauf bedacht kein Geräusch von sich zu geben.
    Als Morgan schließlich an der großen Hydra-Pflanze vorbei war, richtete er sich auf und schaute zur gläsernen Decke des Hydrogartens. Die Sonne war mittlerweile aufgegangen und der Himmel hatte ein erbarmungslos-wolkenfreies blau-grün angenommen. Die Sonne und der winzige Mond standen wie Wächter über dem Horizont; sie zeigten sich niemals ganz. Irgendwann würde Morgan gemeinsam mit seinem Vater fortfliegen und das ganze Universum sehen, nicht nur die Nacht um ihn herum.
    Durch die Glaswände war nur der Teil des Wasserfängers zu sehen, der über der Erde lag. Alles schien in Ordnung und auch Mutter war noch nicht erwacht oder zumindest ließ das Haus es sich noch nicht anmerken. Morgan ging in die Ecke mit den vielen Datentafeln, Reglern und Eingabefeldern. Er wusste welche der Tasten und Knöpfe er zu bedienen hatte, damit sich die verborgene Luke im Boden öffnete.
    Das Geräusch mit dem sich die frische Luft in den kurzen Schacht unter der Erde sog, brachte Morgan dazu sich in einem G'dallabusch zu verstecken. Eines der Blätter schnitt sich in sein Schienbein. Als sicher war, dass Mutter nicht geweckt worden war, machte sich Morgan daran die Luke aufzustemmen und in den Tunnel hinabzuklettern.

    Das Grinsen auf Morgans Gesicht, als er wieder aus dem Schacht hervorkam, wurde von ein wenig Frosting vergrößert, welches sich in seinem Mundwinkel verfangen hatte. Natürlich würde jemand merken, dass bereits abgebissen worden war, aber was sollten seine Eltern schon tun? Es war schließlich sein Geburtstag und Vater war noch nicht mal wieder da.
    Morgan ging also wieder in die Küche, diesmal ohne darauf Acht zu geben, ob er Geräusche machte oder nicht. Seine Mission war erfüllt, er hatte den Kuchen gefunden, gekostet und konnte sich nun darauf freuen ihn später ganz aufzuessen und mit seinen Geschenken zu spielen.
    Als er gerade das Fenster in der Diele zwischen Stube und Küche passierte, erblickte er im Augenwinkel etwas, das ihn innehalten liess. Er ging einen Schritt zurück und drückte seine Nase am Fensterglas platt. Dort! Wenn er sich ganz viel Mühe gab, konnte er Kondensstreifen am Himmel sehen. Sofort rannte er wieder hinaus in den Hydrogarten und stieg die wenigen Treppen zum Ausguck hinauf. Ja, von hier konnte er sie ganz deutlich sehen. Drei Kondensstreifen von denen der mittlere doppelt so dick war wie die anderen. Das musste Vater sein!
    Morgan flog die Stufen beinahe hinunter und zog dabei Dragy hinter sich her. Er raste durch das Wohnzimmer, die Küche und schließlich den Flur. Bevor er noch die Tür seiner Mutter erreicht hatte, warf er Dragy dagegen. Die Tür öffnete sich, als er sie erreichte. Seine Mutter sah ihn ein wenig verschlafen, aber gutmütig lächelnd an. Morgan war immer der letzte der aufstand, außer an seinen eigenen Geburtstagen. Noch bevor sie ihn beglückwünschen konnte, brüllte Morgan seiner Mutter "Daddy ist da!" ins Gesicht und war beinahe wieder genauso schnell fort, wie er aufgetaucht war. Wann er sich Dragy unter den Arm geklemmt hatte, war seiner Mutter entgangen.
    Es gehörte sich, dass alle gut angezogen waren. Nicht wegen eines Geburtstages, sondern weil man so alle begrüßte, die lange weg waren. Und Vater war viel zu lange fort gewesen. Nur einmal, einen Monat nach seinem Fortgehen hatte sie eine Nachricht erreicht, in der hiess es allerdings nur, dass er noch länger würde fortbleiben müssen.
    Das blaue Kostüm hatte er zwar noch nie gemocht, aber es war das einzige "feine Zeug", wie Mutter es nannte, in seinem Besitz, also trug Morgan es mit Würde und auch einem gewissen Stolz; er wusste um den Wert des Stoffes den er trug und auch dass er wohl nie wieder einen solchen bekommen würde, wenn er ihn kaputt machte.
    Als seine Mutter sein Zimmer betratkämpfte er gerade mit seiner Hose, das Oberteil lag auf dem Bett und bedeckte Dragy zur Hälfte. Morgan wischte sich den flüchtigen Geburtstagskuss mit dem Handrücken von der Stirn.

    Gemeinsam mit seiner Mutter stand Morgan an der Luftschleuse, die den Hangar der Wielders mit ihrem Habitat verband. Er war noch niemals dort gewesen, der Weg sei unfassbar lang sagte seine Mutter immer wieder.
    Morgan stand dort, Dragy fest an sich gepresst, etwas hinter seiner Mutter und wartete, dass das Geräusch der Schleuse ertönte und sie sich endlich öffnete. Er fürchtete seinen Vater immer ein wenig, wenn er nach so langer Zeit wieder nach Hause kam, aber seine schlechte Stimmung legte sich recht rasch wieder. Es sei wegen der Dinge die er "da draussen" sehe und erfahre, die ihn so verstimmen; er ist immer so lange alleine, dass er sich erst wieder an die Anwesenheit seiner Familie gewöhnen muss.
    Die Spannung war für Morgan kaum noch zu ertragen, als er endlich das Geräusch hörte, dieses Zischen das sich so anhört wie eine der Schlangen aus den EduVids, die Mutter ihn immer zwingt anzusehen.
    Und da stand er plötzlich. Er hatte einen Bart und roch unangenehm, seine Augen schauten Morgan nicht richtig an, weshalb er sich ein wenig mehr hinter seiner Mutter versteckte. Diese nahm den teilfremden Mann in die Arme und gab ihm sogar einen Kuss. Der Mann kniete sich hin und sah Morgan jetzt richtig in die Augen und als er lächelte, sah Morgan ihn ihm auch wieder seinen Vater. Er fiel ihm in die Arme und weinte.

    Nachmittags hatte er alle seine Geschenke ausgepackt, niemand hatte ihn ausgeschimpft wegen der angebissenen Torte und nun saß er mit seinen neuen Spielzeugen im Hydrogarten und vertrieb sich die Zeit. Es bereitete ihm sichtlich Spaß sich vorzustellen, wie die Raumschiffe, Panzer und Soldaten in seinen Händen real würden, das Lächeln auf seinem Gesicht war in den Augen seiner Eltern unbezahlbar, sie betrachteten ihn aus dem Wohnzimmer heraus durch die geschlossene Glastür.



    "Wie sind die Geschäfte gelaufen?" -
    "Nicht gut, gar nicht gut. Getreide ist in den nächsten Systemen immer noch himmelschreiend teuer, sogar die schlechteren unmutierten Sorten ohne Immunitäten." -
    "Aber die würden doch ohnehin nicht aufgehen." -
    "Das weiß ich doch selbst ! Ich habe einen halbvollen Frachtraum, genug Saatgut für die nächste Saison, aber ich musste einen Kredit aufnehmen..." -
    "Bist du völlig verrückt? Noch einen Kredit? Und bei wem? Wir haben doch gar keine Sicherheiten!"-
    "Was soll ich denn machen? Wir können ja nicht einfach Nichts anpflanzen, davon kann niemand leben und verkaufen können wir das auch nicht." -
    "Und nun? Du denkst doch nicht etwa daran unser Land zu verpächten, oder? Dieser Boden gehört unserer Familie seit Generationen!" -
    "Nein, natürlich nicht. Der Kredit wurde uns auch nicht einfach so gewährt. Es gab ... Auflagen, Bedinungen." -
    "Foley Wielder! Du sagst mir sofort was du getan hast!" -
    "Morgan ..." -
    "Was?!" -
    "Er ... ich musste ihn einschreiben." -
    "...?" -
    "Er geht auf eine Armeeschule, in einigen Wochen kommt ein Rekrutierungsschiff der Roganer und holt ihn ab." -
    "Das kann doch nicht dein Ernst sein!" -
    "Beruhige dich, bitte! Wenn ich das nicht getan hätte, müssten wir unser Land verkaufen oder allesamt verhungern. Was möchtest du für deinen Sohn? Hm?" -
    "Ich ... ich weiß nicht. Er ist doch gerade 10 Jahre alt!" -
    "Und hat noch nie eine richtige Schule von innen gesehen, geschweige denn andere Kinder gesehen, echte Kinder." -
    "Nein, Foley, nein ..." -
    "Liebling, er geht auf eine richtige Schule, bekommt die Chance auf eine Zukunft. Denk doch auch mal an ihn! Und wenn er 18 ist, wird er eingezogen und ausgebildet, er muss nur 5 Jahre dienen, dann kann er heimkommen oder sogar studieren, wenn er möchte ... all dies hätte er hier niemals gekonnt, wenn..." -
    "..." -
    "Bitte, nicht weinen. Schatz. Es tut mir leid, ich habe es doch auch nicht so gewollt..."

    ENDE.
    Zuletzt geändert von DasSystem; 08.03.2012, 13:20.
    Innocentia nihil probat.

  • #2
    Warum trennt sich die Frau nicht von ihrem Mann, wenn er ihr Kind an eine Militärschule verkauft, oder droht es zumindestens an? Es kann ja nicht sein, dass der Mann über die Frau und den Sohn entscheidet.

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    • #3
      Weil in eben diesem Teil des Universums keine Gesetzte oder Rechte existieren und jeder Mann, jede Familie auf sich selbst gestellt ist. Frei nach dem Motto: "Mein Wort ist Gesetz". Das hat aber nichts mit Boshaftigkeit zu tun, auch nicht dass er seinen Sohn weggibt.
      Manchmal bleibt einem einfach keine andere Wahl mehr...
      Innocentia nihil probat.

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      • #4
        Ich als Frau wäre aber schnell weg mit meinem Sohn. Mein Mann, der Dödel, verschachert meinen Sohn an eine Militärschule, aber ohne mich gefragt zu haben. Entweder, der tut etwas, um das rückgängig zu machen, oder er ist mein Mann gewesen.

        Nebenbei kann ich mir nicht vorstellen, dass es da keine Gesetze gibt. Möglicherweise weiß man nicht, welche Gesetze gelten, aber technische Zivilisation ohne Gesetze halte ich für unmöglich. Genauso wenig halte ich es für glaubwürdig, dass es weiterhin das Familienbild der 50iger existiert, wo Papa machen kann, was er will, ohne das die Frau etwas zu sagen. Das Frauenbild ist doch erheblich moderner heutzutage.

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        • #5
          Grundsätzlich ist das ja richtig was du sagst, aber eben nur für heute und "uns" auf der Erde.
          Diese Geschichte allerdings spielt in einem weit entfernten Teil des Universums, in einer Zivilisation die sich über Jahrtausende vor- und wieder zurückentwickelt hat. Und dieser Teil des Universums (die Honigwabengruppe, in der diese KG spielt, ist kein Teil der Republik Stellarer Systeme, steht aber unter dessen nominaler Protektion) ist quasi "rechtsfreier Raum" in dem Siedler, Konzerne und Outlaws das Sagen haben. Und die Wielders sind eine dieser Siedlerfamilien.
          Vielleicht solltest du, Apeiron, mal versuchen das Ganze nicht ausschließlich von deinem eigenen Standpunkt aus zu betrachten.
          Innocentia nihil probat.

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          • #6
            Funktioniert das ganze? Wenn ja, was hat das für Folgen, wenn es keine Gesetze gibt. Firmen brauchen Gesetze.

            Ich finde es immer noch ziemlich frauenfeindlich, dass die Mutter so devot vor ihrem Mann kuscht. Sie hat ihm ja nicht das Wort gegeben, den Jungen zu verschachern. Frauen können in solchen Situationen zu Löwinnen mutieren, in deren Nähe man nicht kommen möchte, weil sie anfangen zu kämpfen, auch schon in vorherigen Zeiten.

            Wenn es keine Gesetze gibt, dann gibt es auch keine Rechte für den Mann, dass er allein über den Jungen entscheiden kann, ohne seine Frau vorher zu fragen.

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            • #7
              Wenn es keine Gesetze in dem Raumterritorium git, drängt sich mir die Frage auf, warum die geschichte nicht damit Enet, das die Frau ihren Mann "umnietet".

              Ich bin da ganz bei Apeiron. Eine Beziehung ist IMMER eine Sache die auf vertrauen und gegenseitiger Achtung beruht. Das hat nichts damit zu tun, ob in der Region rechtsstaatlichkeit herrscht, oder nicht.

              Wenn einer der Beiden Partner derart brutal in das Leben des anderen eingreift, dann stellt dass einen sofortigen Vertrauensverlust dar. Ich würde meine Partnerin schon rigoros vor die Tür setzen, wenn sie ohne mein Wissen meine Katze "weggeben" würde.
              Die Reaktion der Frau ist absolut unglaubwürdig und vor allem viel zu "zahm".
              Was ist Ironie?
              Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
              endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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              • #8
                Ich glaube, das könnte die spannende Ausgangsituation eines großen Abenteuerromans im Weltall werden, wenn die Mutter ihren Sohn schnappt, um ihn vor die Versklavung in der Armeeschule zu bewahren, und sich auf die Flucht begibt, so eine Art "Nicht ohne meinen Sohn". Wird ihr Sohn es akzeptieren, dass sie ihn nur schützen will, oder glaubt er, dass sie seinen Vater nur madig machen will.
                Und wie schaffst sie es durchzukommen?

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                • #9
                  Erneut gebe ich euch grundsätzlich recht, aber eben nur, wenn man die Geschichte auf das Hier und Jetzt bezieht.
                  In eben diesem Teil des/meines Universums (und nicht nur da) sind die Familienstrukturen und die Organisation von Alltag, Beruf etc nicht wie auf der Erde im 15., 16. oder 21. Jahrhundert geregelt. Bildungsstrukturen, persönliche Abhängigkeiten und soziale Traditionen differieren von den unseren teils vehement.
                  Deshalb ist das was der Mann getan hat auch kein solch unfassbar großer Vertrauensbruch, wie ihr ihn für euch wahrnehmt, sondern schlichtweg eine Notwendigkeit zum Überleben, die ergriffen werden musste. Und das sieht die Frau ein.
                  Ihr tut außerdem gerade so, als gäbe es auf der Erde heutzutage keine Länder und Gegenden in denen Frauen, Väter, Familien ihre Kinder für Geld weggeben und da kommt auch niemand auf die Idee den anderen zu verlassen...

                  Und ich bin mir nicht sicher ob es einen spannenden Roman gäbe, schriebe man über eine Frau die so gut wie keine Bildung besitzt, nur den Haushalt führen und Landwirtschaft betreiben kann, zudem nicht weiß wie man ein Raumschiff bedient (mal abgesehen davon, dass sie den Zugangscode zum Hangar nicht hat) und die ihren Sohn entführt, ihren Mann umbringt/verletzt; damit nicht nur ihren Eheeid bricht, sondern auch einen Vertrag mit einem der gewaltbereitesten stellaren Systeme in der Republik. ... Im Prinzip käme also das Rekrutierungsschiff, da sie nicht vom Planetoiden fliehen kann, würden erkennen, dass sie ihren Mann versucht hat umzubringen/umgebracht hat und ihren Sohn nicht rausgeben will, und dann würden die landen und sie dazu zwingen oder halt gewaltsam davon überzeugen ihn rauszugeben. Unschöne Geschichte irgendwie. Einmal abgesehen davon, dass der Junge nicht nur auf eine Militärschule gehen müsste, er hätte außerdem kein zu Hause mehr in welches er heim kommen könnte.
                  Innocentia nihil probat.

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                  • #10
                    Nicht schlecht der Anfang. Die Konversation am Ende fand ich etwas öde. Einfach nur ein Dialog, ohne irgendwelche Körpersprache ist nicht mein Ding.
                    Ich finde es zwar auch etwas befremdlich das die Frau einfach so nachgibt, da ich aber nichts über die Zivilisation, die Gesetze der Borderlands/Grenzwelten (oder wie auch immer diese Region dort heissen mag) weiß, bilde ich mir darüber kein Urteil.
                    Inmitten des ewigen Kreislaufs der Zeit, wird aus lauem Wind ein Sturm entstehen.
                    Vom Abgrund starren Dämonenaugen weit, die die Razgriz, die schwarzen Flügel sehen.

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                    • #11
                      Vielen Dank für deine Meinung, Darthbot. Natürlich könnte man überlegen in den Dialog noch Körpersprache einzugliedern, allerdings würde das zu sehr von der Aussage ablenken, denke ich. Das Gespräch der Eltern ist ja kein eigentlicher Teil der Handlung mehr, sondern steht etwas extern zum vorherigen Geschehen.
                      Die Region nennt sich die "Honigwaben-Gruppe" und setzt sich aus mehreren sehr dichten Nebeln und Freiraum-Trümmerfeldern zusammen, zighundert große und kleine Systeme; und von den Gesetzmäßigkeiten etc her kann es durchaus mit den gängigen Badlands/Borderlands in anderen Sci-Fi-Universen verglichen werden.
                      Innocentia nihil probat.

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                      • #12
                        Zitat von DasSystem Beitrag anzeigen
                        Erneut gebe ich euch grundsätzlich recht, aber eben nur, wenn man die Geschichte auf das Hier und Jetzt bezieht.
                        In eben diesem Teil des/meines Universums (und nicht nur da) sind die Familienstrukturen und die Organisation von Alltag, Beruf etc nicht wie auf der Erde im 15., 16. oder 21. Jahrhundert geregelt. Bildungsstrukturen, persönliche Abhängigkeiten und soziale Traditionen differieren von den unseren teils vehement.
                        Deshalb ist das was der Mann getan hat auch kein solch unfassbar großer Vertrauensbruch, wie ihr ihn für euch wahrnehmt, sondern schlichtweg eine Notwendigkeit zum Überleben, die ergriffen werden musste. Und das sieht die Frau ein.
                        Ihr tut außerdem gerade so, als gäbe es auf der Erde heutzutage keine Länder und Gegenden in denen Frauen, Väter, Familien ihre Kinder für Geld weggeben und da kommt auch niemand auf die Idee den anderen zu verlassen...

                        Und ich bin mir nicht sicher ob es einen spannenden Roman gäbe, schriebe man über eine Frau die so gut wie keine Bildung besitzt, nur den Haushalt führen und Landwirtschaft betreiben kann, zudem nicht weiß wie man ein Raumschiff bedient (mal abgesehen davon, dass sie den Zugangscode zum Hangar nicht hat) und die ihren Sohn entführt, ihren Mann umbringt/verletzt; damit nicht nur ihren Eheeid bricht, sondern auch einen Vertrag mit einem der gewaltbereitesten stellaren Systeme in der Republik. ... Im Prinzip käme also das Rekrutierungsschiff, da sie nicht vom Planetoiden fliehen kann, würden erkennen, dass sie ihren Mann versucht hat umzubringen/umgebracht hat und ihren Sohn nicht rausgeben will, und dann würden die landen und sie dazu zwingen oder halt gewaltsam davon überzeugen ihn rauszugeben. Unschöne Geschichte irgendwie. Einmal abgesehen davon, dass der Junge nicht nur auf eine Militärschule gehen müsste, er hätte außerdem kein zu Hause mehr in welches er heim kommen könnte.
                        Vielleicht geht die Frau über sich hinaus. Vielleicht ist sie ja pfiffiger als du zuerst angenommen hast. Bildung ist ja nicht mit Intelligenz gleichzusetzen. Und bisschen bauernschlau wird sie ja sein, wenn sie sich um Landwirtschaft und Haushalt auskennt. Und es ist nichts spannenderes als ein Mensch, der über sich hinauswächst, Dinge neu erlernt.
                        Das fände ich durchaus spannender, als das erzreaktionäre Menschenbild, was hinter deiner Geschichte steht.

                        Bist du so sicher, dass es nicht auch einen Knick in der Beziehung gibt, wenn das üblich ist. Glaubst du, man lässt es so leicht mit sich machen.
                        Und denkst du, dass ein Geschäftsmann sich mit einer ungebildeten Bäuerin vermählt, die von nichts eine Ahnung hat? Wo bleiben da die Gespräche?
                        Es kommt ja bei deiner Geschichte hinzu, dass die Frau ja durchaus sauer sein könnte, dass ihr Mann so ein schlechter Geschäftsmann ist.

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                        • #13
                          Diese Frau ist in keinem Aspekt ihres Seins mehr als ich vorher angenommen habe, da ich diese Frau erschaffen habe. Niemand hat gesagt dass Bildung mit Intelligenz gleichzusetzen sei, aber für gewisse Dinge bedarf es nunmal expliziter Bildung und nicht einfach nur ein gewisses Maß an Schläue oder Intelligenz. Jemand der einen Traktor vom einen Ende des Feldes wieder zum anderen lenken kann, muss noch lange kein Raumschiff steuern können... und wieso erzreaktionäres Bild? Ich glaube du beziehst das alles immer noch viel zu sehr auf dich und die Erde wie sie jetzt ist.

                          Ob es einen Knick in der Beziehung gibt oder nicht spielt doch für die Geschichte gar keine Rolle ... sie endet dort, wo ich sie haben enden lassen ... alles was danach kommt ist vollkommen deiner Fantasie überlassen.
                          Außerdem steht da nirgends dass der Mann ein Geschäftsmann ist. Er war auf einer Geschäftsreise, ja, aber er hat Getreidesamen gekauft, was wird er also von Beruf sein? (Tipp: er ist kein Spekulant).
                          Innocentia nihil probat.

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                          • #14
                            Soweit war der Anfang sehr nett zum lesen.

                            Dass Mutter und Vater nur grob dargestellt werde finde ich jetzt nicht so tragisch, da ich annehme, dass sie für die restliche Geschichte keine große Relevanz mehr spielen?

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                            • #15
                              Zitat von Synti Beitrag anzeigen
                              Dass Mutter und Vater nur grob dargestellt werde finde ich jetzt nicht so tragisch, da ich annehme, dass sie für die restliche Geschichte keine große Relevanz mehr spielen?
                              Vielen Dank für deine Meinung, Synti; freut mich dass dir die Geschichte gefällt. Und: Korrekt. Sollte ich auf den Gedanken kommen, oder mir angetragen werden, dass man sich dafür interessiert, was weiterhin mit Morgan Wielder geschieht, dann spielen die Eltern überhaupt keine Rolle.
                              Innocentia nihil probat.

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