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Star Trek: Operation Relaunch

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    Operation Relaunch

    Prolog

    Persönliches Logbuch: Commodore J. Benneth, Sternenbasis 12
    Sternzeit: 77165.927

    „Es ist nun auf den Tag genau 23 Jahre her, dass mir das Oberkommando der Sternenflotte zum ersten Mal ein Schiff gab. Ein gutes Schiff, ein altes Schiff. Die USS Restored, das damals letzte Schiff der Constitution-Klasse. Damals habe ich es nicht zu schätzen gewusst, doch während ich nun selbst auf die 56 zugehe, erkenne ich, wie wenig wichtig solche Äußerlichkeiten sind.
    Es ist dieser Tag, den ich heute mehr feiere als den Beginn dieses neuen Jahrhunderts, den man mit so viel Hoffnung herbeigesehnt hatte.
    Nach dem Dominion-Krieg hatten wir auch gehofft, die Situation würde sich wieder verbessern. Dass endlich wieder Frieden in unsere Hälfte der Galaxis einkehren würde. Aber wir hatten uns geirrt. 2381 wurde die Föderation von einer schrecklichen Attacke des Borg-Kollektivs getroffen, die ganze Welten zerstörte. 63 Milliarden Tote, 40 Prozent der Sternenflotten-Armada vernichtet. Nur ein knapper aber zumindest endgültiger Sieg. Die Andorianer verließen die Föderation dennoch und feindliche Völker schlossen sich gegen uns zusammen. Der Typhon-Pakt.
    Sechs Jahre später kam es dann zur Hobus-Supernova, welche den Planeten Romulus zerstörte und das Sternenimperium völlig destabilisiert, es sogar in eine Zeit ständiger Bürgerkriege stürzte. Kriege…während eh schon fast alles in Trümmern lag.
    Und nun betrachten uns sogar die Klingonen mit einer neuen Aggressivität. Ich glaube, ich erinnere mich gern, an die Tage, als man uns Optimismus versprach. Als man ihn uns versprechen konnte. Die Tage von Operation Relaunch…“

    März 2400
    Sternenbasis 12, Beta-Quadrant
    Nahe der Klingonischen Grenze…

    Die Raumstation der Föderation war eine gewaltige Festung und ein wirtschaftlicher Kreuzungspunkt an einer unsicher gewordenen Grenze. Sie lag im Sternen-System Gamma 400 im Fries-Poskinoff-Sektor an strategisch wichtiger Position und damit nicht fern des Rigel-Systems, einem Zentrum der Vereinigten Föderation der Planeten. Sternenbasis 12 bot über 180.000 Humanoiden Raum, wobei gut zwei Drittel der Stationsbewohner orionischer Herkunft waren. Es war kein seltener Eindruck, dass es sich bei der Föderationsbasis um eine Orionische Kolonie handeln musste.
    Somit hatte sich Commodore Benneth schon früh an den Anblick grüner Haut gewöhnt. Er hatte sich sogar langsam von gewissen Vorurteilen ihnen gegenüber befreit, wies sein Personal aber trotzdem an, die Augen offen zu halten. Er war zwar nicht paranoid oder pessimistisch, doch er wusste, dass es zum Optimisten nicht mehr reichte für ihn. Das würde es nie. Zu viel hatte er gesehen, erlebt und getan.
    Und viele Orioner hatten sich dem Klingonischen Imperium angeschlossen, über welches nun Kanzler J’mpok herrschte. Es war keine Anmaßung, damit zu rechnen, dass einige von ihnen mehr waren als Arbeiter oder Händler. Spione und Saboteure womöglich. So lauteten die Regeln eines Kalten Krieges.
    Und Kanzler J’mpok führte diesen Kalten Krieg mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen. Seine Truppen hatten neutrale Welten annektiert und die Föderationsbotschaft auf Qo’noS war geschlossen und auf Sternenbasis 12 verlegt worden, wo ein alter, lahmer und nicht wirklich interessierter Klingone vor Botschafter Worf die Interessen von Kahless‘ Reicht vertrat.
    Der Sohn des Mogh beschrieb dem Commodore die Gespräche stets als sinnlos und zäh. Eine der kleineren Provokationen, die sich das Klingonische Imperium erlaubte. Benneth wusste, was es bedeutete. Es würde einen Krieg geben. Irgendwann.
    Und es wäre nicht der erste Großkonflikt des Commodores. Doch wenn man auf die taktischen Fakten blickte, konnte es durchaus sein, dass es der letzte Kampf der Föderation sein würde. Commodore Benneth versuchte, sich von solchen Gedanken abzulenken.
    Er hatte angefangen, in den Holo-Einrichtungen zu boxen und sich in anderen Kampfsportarten zu üben. Schließlich waren die Zeiten der Kneipenschlägereien vorbei, doch den Drang, sich abzureagieren, war er nie losgeworden. Es waren diese Hobbys gewesen, die er mit der jungen Frau geteilt hatte. Sie lag in seinem Bett. Es war ein Fehler, es gehörte sich nicht für einen Offizier in seiner Position. Doch die ganze Galaxis hätte besser sein können. Zumindest der Sex war gut. Hart aber wirklich zu genießen.
    „Für einen Mann in deinem Alter bist du gut in Form.“, sagte sie.
    „Ja, füttere ruhig meine Komplexe. Ich sollte dich degradieren.“, knurrte Commodore Benneth, während er sie musterte und mit den Augen die Formen ihrer Stirnknochen nachschaute. Sie war nur zu einem Viertel Klingonin, doch ihr Erbe war sehr präsent. Inner- und äußerlich.
    „Dann bleiben mir zwei Möglichkeiten.“, sagte sie. „Ich könnte Beschwerde bei der Sternenflotte einlegen, dann wirst DU degradiert, Jon. Oder ich tue, was uns beiden mehr steht, schneide dir die Kehle durch und liefere deinen Kopf dem Klingonischen Kanzler. Das würde reichen, dass ich mir im Imperium einen Namen mache.“
    „Hast du nicht schon einen Namen unter den Klingonen?“, fragte Benneth. „Und nenn mich nicht Jon. Seit der Akademie nennt mich keiner mehr so.“
    „Seit 100 Jahren?“, scherzte sie.
    „Ensign Miral Paris. Sie sind hiermit entlassen. Nehmen Sie sich das nächste Shuttle und verschwinden Sie von meiner Station.“
    Miral küsste den Commodore. Er seufzte.
    Sie biss ihm in die Lippen. Er drückte sie an sich.
    Es war schrecklich, wie weit sie schon gingen. Trotz der Unterschiede von Alter und Rang. Sie lagen zusammen in seinem Bett, hatten ihre Uniformen einfach über Stuhl und Tisch geworfen und miteinander geschlafen, wovon mehrere blaue Flecken zeugten. Nicht zum ersten Mal. Nicht zum letzten Mal. Es war keine Liebe, nicht zwischen einem 55-Jährigen und einer 22-Jährigen. Aber es war eine Affäre. Schlimm genug.
    „Wieso bist du so empfindlich?“, wollte Miral von ihm wissen. „Du bist stark, gut in Form und ich mag…die Narben an deinem Körper.“
    „Als du im Delta-Quadranten geboren wurdest, habe ich schon 1 Jahr lang ein Raumschiff geführt.“, sagte Commodore Benneth. „Verdammt, ich habe einen Sohn, der älter ist als du.“
    „Einen Adoptivsohn.“
    „Ich war schon verheiratet.“
    Miral seufzte. „Und? Kommt deine Gattin gleich rein und will mir die Kehle rausreißen? Oder…schert sie sich nicht mehr um dich?“
    Benneth seufzte. „Sie hasst mich.“
    „Gut…für mich.“, lachte Miral.
    „Gut für sie.“, war Benneth ehrlich. „Ich bin nicht gut in diesen Dingen. Das wirst du auch noch rausfinden.“
    „Versuchst du, mich zu warnen?“
    „Vielleicht.“
    „Wer bist du eigentlich, Jonas Benneth?“, fragte Miral ihn. „Mal bist du stark, dann aber wirkst du auf mich so verloren. Als wärst du mal zwischen den Sternen ausgerutscht und ins Schwarze gefallen. Na ja, mach dir keine Sorgen, Commodore. Ich war beim Red Squad auf der Akademie. Ich kann gut auf mich aufpassen.“, Miral strich ihm durch sein Gesicht. „Und dein Auge könnte dick werden. Darauf solltest du achten.“
    „Boxtraining…“, sagte Benneth. „Das sage ich immer.“
    „Wie war es eigentlich?“
    „Was?“
    „Dein erstes Kommando.“, erklärte Miral Paris ihre Frage. „Ich kenne nicht die ganze Geschichte. Du warst im Dominion-Krieg und in den Konflikten, die ihm folgten. Aber…nun, ich habe nicht das Gefühl, es wirklich zu wissen.“
    Jonas Benneth blickte an die Decke. „Es war die USS Restored. Ein tapferes Schiff. Hatte schon ganz schön was mitgemacht, als ich es übernahm. Es war die Idee eines Halb-Capellaners.“
    „Admiral Leonard Akaar, nicht wahr?“
    Benneth war überrascht.
    „Nun, etwas weiß ich über dich. Aber auch nur was in deiner Akte steht oder den Berichten zur Operation Relaunch.“, erklärte Miral ihre Reaktion. „Die USS Restored war ein Symbol dafür, dass der Krieg endlich vorbei war. Dass man wieder den Kurs einschlagen wollte, den die Föderation ursprünglich vor Augen gehabt hatte. Forschung und Frieden.“
    „Romantisch, oder?“, sagte Benneth abfällig.
    „Romantischer als du, Commodore.“
    „Es ist nur Propaganda gewesen. Akaar wollte die Menschen begeistern.“
    „Wie hat es jemand mit deiner Einstellung so weit gebracht?“
    „Ich kann gut kämpfen.“, sagte J. Benneth. „Die Sternenflotte brauchte keine Symbole…sie brauchte Männer wie mich.“
    „Erzählst du mir davon?“, fragte Miral.
    Benneth erhob sich aus dem Bett. Er schritt zum Replikator. „Ich fühle mich alt, wenn ich Geschichten erzähle. Dann sollte ich das Klischee richtig erfüllen, oder? Was willst du trinken, bevor ich anfange?“

    (wird fortgesetzt)
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