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Captain Future - Die Ganymed Verschwörung

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  • Captain Future - Die Ganymed Verschwörung

    Habt ihr euch schon jemals gefragt, was passiert, wenn es plötzlich keinen Kaffee mehr gibt? Wenn sämtliche Kaffeepflanzen von einer seltsamen Krankheit befallen sind und Kaffee ein nahezu unerschwingliches Luxusgut wird?

    Die Geschichte entstand vor ein paar Jahren, als ich für meinen Lieblings-Segafredo plötzlich 20 Euro pro Kilo zahlen sollte.


    Die Ganymed-Verschwörung

    1. Kapitel

    Das Gebäude des Verwaltungszentrums von Starstone City, der Hauptstadt auf dem Jupitermond Ganymed, befindet sich im Mittelpunkt der gewaltigen Kuppel. Sechs weitere, kleinere Kuppeln sind konzentrisch darum angeordnet.
    Besonders Nachts bietet dieses Konstellation einen atemberaubenden Anblick. Die hellerleuchteten Kuppeln glitzerten wie ein vielfarbiges Juwel auf dem nachtschwarzen Mond und sind schon von großer Entfernung aus erkennbar.
    Dieses Erscheinungsbild gab der Stadt den Namen Starstone.

    Genaugenommen ist Starstone City nicht nur Hauptstadt, sie ist, abgesehen von der zwei Flugstunden entfernten Erzmine, die einzige Ansiedlung auf dem Jupitermond.
    Leider machte es der geringe Sauerstoffgehalt der Luft für Menschen unangenehm, um nicht zu sagen langfristig unmöglich sich länger als ein paar Minuten ausserhalb der Schutzkuppeln der Stadt aufzuhalten. Aus diesem Grund hatte bisher auch noch keine weitere Besiedlung stattgefunden.
    Aber neben dem sehr lukrativen Abbau von radioaktiven Erzen gibt es noch einen neuen, zweiten Wirtschaftszweig der das Leben auf dem Ganymed, fernab von der heimatlichen Erde, erstrebenswert macht.

    Ganymed ist die kürzlich neu entstandene Kornkammer des Sonnensystems.
    Die weitläufigen Getreidefelder, bebaut mit speziell für die atmosphärischen Bedingungen entwickelten Weizensorten, werden von Arbeitsrobots bearbeitet. Menschen verlassen die Schutzkuppeln der Stadt nur kurzfristig, um dringende Reparaturen und Wartungsarbeiten an den Robots oder den Erntemaschinen durchzuführen. Ansonsten läuft der gesamte Anbau,- und Erntevorgang völlig automatisch.
    Um die Anbaugebiete vor zerstörerischen Umwelteinflüssen zu schützen, ist es nur wenigen Flugschiffen mit Ausnahmegenehmigung gestattet die Felder zu überfliegen.
    Landende Raumschiffe werden, mittels eines Leitstrahles vom Flugkontrollcenter, in einem engen Korridor direkt in die Raumhafenkuppel geleitet. Die kostbare Atemluft wird hierbei durch starke Kraftfelder zurückgehalten.
    Zuletzt geändert von avatax; 23.05.2014, 06:16.
    ZUKUNFT -
    das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
    Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
    Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

  • #2
    ***

    In den Amtsräumen des Gouverneurs warteten zwei Personen geduldig darauf, vorgelassen zu werden.
    Sie saßen nun schon seit einiger Zeit in dem geschmackvoll eingerichteten Raum und obwohl ihnen die Sekretärin des Gouverneurs Erfrischungsgetränke gereicht und versichert hatte, dass George Sheldon jetzt jeden Augenblick Zeit für sie hätte, fingen sie an ungeduldig zu werden.

    Besonders Marshall Ezra Gurney war es nicht gewöhnt, dass man ihn warten ließ.
    „Verdammt noch mal!“ knurrte er ärgerlich. „Jetzt sitzen wir schon fast eine Stunde hier, wir sind doch keine ungebetenen Bittsteller, sondern im Auftrag der Erdregierung hier.“

    Joan Randall lächelte nachsichtig.
    „Regen sie sich doch nicht so auf, Ezra. Vielleicht hat er ja wirklich zu tun. Bei einem Gouverneur einer so jungen Kolonie soll das ja durchaus vorkommen.“ Der Sarkasmus in ihrer Stimme war jedoch nicht zu überhören.
    „Captain Future wollte uns ja hier treffen. Mr. Sheldon wird sich hüten IHN warten zu lassen.“
    Ihre Augen bekamen einen verträumten Ausdruck, als sie an den Captain dachte.

    ***

    Sie erinnerte sich noch gut an jenen Augenblick vor rund drei Wochen, als sie schwer beladen mit Einkäufen spät abends in ihr Appartement stürzte.
    Der Televisor meldete piepsend eine Nachricht und sie ließ eine der Tüten fallen in dem Bemühen rechtzeitig die Couch umrunden zu können, um den Anruf entgegenzunehmen.
    Leider war es dann doch nur die Abteilungssekretärin von Sektion drei, die ihr mitteilte, dass sich der Abflug des Transportraumschiffes morgen zum Ganymed um eine Stunde nach hinten verzögern würde.
    Sie hatte doch so sehr gehofft, dass ER sich einmal bei ihr melden würde.
    Sie hatte ihn zuletzt bei ihrer Berichterstattung bei Präsident Carthew gesehen, als er mit einem grimmigen Lächeln die Nachricht quittiert hatte, dass Ul Quorn und N´rala zu lebenslanger Haft auf der Cerberus verurteilt worden waren.
    Und das war nun über vier Monate her.
    Seither keine Nachricht oder gar eine ersehnte Einladung zu einem Abendessen.
    Sie war doch nicht blind.
    Er hatte eindeutiges Interesse an ihr gezeigt.
    Diese gelegentlichen, wie zufällig erscheinenden Berührungen. Zu lange andauernd, als daß sie wirklich noch unbeabsichtigt waren.
    Diese beobachtenden Blicke, wenn er glaubte, daß sie es nicht bemerkte.
    Was hielt ihn davon ab, den nächsten Schritt zu tun?

    Sie hatte schon erwogen, bei nächster Gelegenheit selbst die Initiative zu ergreifen. Aber, wie ihr Bekannter bei der Raumhafenpolizei ihr versicherte, war die Comet seit dieser Zeit nicht einmal in die Nähe ihres angestammten Landeplatzes gekommen.
    Und jetzt war sie im Begriff ihrerseits einen Geheimauftrag auf dem Ganymed auszuführen. Keinerlei Vorstellung davon, wann sie zurückkehren würde.

    Seufzend blickte sie zu der aufgeplatzten Einkaufstüte auf dem Boden. So wie es aussah war die Box mit dem Kaffeepulver aufgegangen und hatte ihren Inhalt auf dem Teppich verteilt.
    Joan stieß einen leisen Fluch aus.
    Vieles davon würde jetzt im Staubsauger verschwinden, und das bei den derzeit horrenden Kaffeepreisen. 40 Dollar für ein Pfund echten Kaffee. Das war glatter Wucher.
    Aber seitdem die Kaffeepflanzen auf der Erde von dieser seltsamen Krankheit befallen waren und nahezu die gesamte Ernte vernichtet war, schossen die Preise ins Unermessliche.
    Und die synthetischen Instant-Kaffees waren auch nicht wirklich ein Ersatz.
    Schon gar nicht, wenn man im Polizeidienst war, oft tagelang kaum zum Schlafen kam und deshalb an hochdosiertes Coffein gewöhnt war, um wenigsten einigermaßen wach zu bleiben.
    Ganz zu schweigen davon, dass dieses Zeug nicht gerade ein geschmacklicher Hochgenuß war, im Vergleich zu echtem Kaffee.
    Aber was solls. Sie konnte sich so etwas ja leisten. Sie verdiente als Geheimagentin der Regierung sehr gut und hatte ohnehin nur selten Gelegenheit sich etwas Luxus zu leisten.
    Sie würde sogar ohne mit der Wimper zu zucken ein 5-Sterne-Abendessen selbst bezahlen, wenn sich dieser Kerl nur einmal melden würde!
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    • #3
      Tjaja... die Männer
      Zum Glück bin ich begeisterter Teetrinker. Kaffee vertrag ich nicht so. Wenn dann nur in der Version "mild" oder in der Version "instant-irgendwas-mit-Schoko-und-viel-Chemie". DAS geht seltsamerweise auch...
      Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

      Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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      • #4
        Würde mich hart treffen, wenn ich Kaffee nicht vertragen würde.

        Ernsthaft! Ohne meine Morgentasse komme ich nicht in die Gänge.

        Ich vertrage allerdings auch nicht jede Sorte. Auf Jakobs bekomme ich Sodbrennen und Magenschmerzen.
        Nachdem mir der Segafredo damals zu teuer wurde bin ich auf den schweizer Piu Caffee "Mein Schümli" (die goldenen Packung) umgestiegen.

        OK. Jetzt mach ich mir eine Tasse.
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        • #5
          ***

          Als wäre dies das Stichwort gewesen öffnete sich die Tür und zwei Neuankömmlinge traten ein. Sofort sprang Joan von ihrem Sitz auf, bremste sich aber dann noch rechtzeitig, mehr davon zum Ausdruck zu bringen, wie sehr sie der Anblick des hochgewachsenen jungen Mannes und seines Begleiters erfreute.
          Ganz im Gegensatz zu Ezra, der erfreut lächelnd seinem Gegenüber die Hand schüttelte.
          „Captain Future, schön dass sie es pünktlich geschafft haben. Vielleicht geht ja jetzt endlich etwas vorwärts.“

          „Der Gouverneur hat sie noch nicht empfangen? Und ich dachte schon, wir kämen zu spät.“ Future warf einen kurzen Seitenblick auf Joan und lächelte verhalten.
          Ganz anders Otho, der Androide.
          Er schenkte Joan ein breites Grinsen.
          „Also wirklich eine Frechheit, Regierungsvertreter von der Erde warten zu lassen. Vor allem, wenn sie so hübsch sind.“ Er zwinkerte Joan verschwörerisch zu.

          Joan lief unwillkürlich rot an und räusperte sich verlegen.
          Wie kam es nur, dass diese Androide, der seit über 25 Jahren mit Captain Future zusammenlebte, um so vieles mehr charmant sein konnte, als dieser selbst? Sie wünschte sich, Curtis Newton würde einmal, nur ein einziges Mal, so unverfänglich und offen mir ihr flirten.

          Mit einem lauten „Heh, hallo! Ist hier niemand? Wir haben es eilig!“ näherte sich Otho ohne zu zögern, der nächstgelegenen Tür, hinter der die Sekretärin des Gouverneurs immer verschwunden war.

          In diesem Moment öffnete sich die Tür und Otho prallte fast mit Roxanne Michaels, der Sekretärin, zusammen.
          „Entschuldigen sie bitte, aber der Gouverneur hat im Moment wirklich keine Zeit um Gäste zu empfangen. Ihr Verhalten ist sehr ungehörig. Ich muß sie bitten sich etwas zu mäßigen.“ Mit einer abwehrenden Geste machte sie einen Schritt von Otho weg und deutete dann energisch auf die Sitzgruppe.

          „Wir haben keine Zeit für die launischen Spielchen des Gouverneurs. Melden sie uns bitte unverzüglich an,“ Captain Futures Stimme war freundlich, aber sehr bestimmt.

          „Und wer sind sie, dass sie glauben, der Gouverneur würde sie sofort empfangen?“ entgegnete Miss Michaels herablassend.

          Als Antwort hielt ihr Curtis Newton nur seine markante Armbanduhr entgegen.
          Mit schreckgeweiteten Augen murmelte die junge Frau nur ein unverständliches „Natürlich, sofort , sir!“ drehte sich auf dem Absatz um, und verschwand im Nebenraum.

          Durch die geöffnete Tür war erregtes Gemurmel zu hören, dann erschien Miss Michaels wieder und teilte ihnen mit gekünsteltem Lächeln mit, dass der Gouverneur jetzt bereit war sie zum empfangen.

          „Na wird auch Zeit“, schimpfte Ezra und bedeutete Joan mit einer Geste, dass er ihr den Vortritt ließ.
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          • #6
            ***

            Gouverneur Sheldon war ein rundlicher Mann in mittlerem Alter, seinem Wesen nach immer aufgeschlossen und freundlich. Aber jetzt betrachtete er die eintretenden Besucher mit finsterer Miene und machte keinerlei Anstalten sich von seinem Stuhl zu erheben.
            „So“, murmelte er mürrisch. „ Wie es scheint, haben sie sich ja diesesmal Verstärkung mitgebracht.“ Er warf einen nahezu verächtlichen Blick auf Captain Future und Otho.

            „Anscheinend sind wir ja sonst nicht mehr willkommen hier“, knirschte Ezra Gurney mit den Zähnen.

            „Für wie dumm halten sie mich eigentlich? Erzählen mir etwas von Raumpiraten, die unsere Erzfrachter überfallen. Wir haben im letzten Jahr nur zwei Frachter verloren. Und das waren, den Spuren an den Wracks nach zu schliessen eindeutig Navigationsfehler im Asteroidengürtel und keine Überfälle.
            Behaupten zu guter Letzt auch noch, dass mein Freund Virgil Core ein gesuchter Verbrecher wäre und er der Kopf dieser Verbrecherbande wäre. Wie können sie es wagen hier noch einmal aufzutauchen!“

            „Und wie können sie es wagen, die Kompetenz eines Regierungsbeamten anzuzweifeln?, brach es aus Ezra heraus, der inzwischen zornesrot angelaufen war. „Das fehlen von jeglichen Erzresten in den Trümmerfeldern ist ihnen wohl kein Beweis?“

            „Ganz ruhig die Herren.“, versuchte Joan Randall zu beschwichtigen. „So kommen wir doch nicht weiter.“
            „Mr. Sheldon“, wandte sie sich mit einem charmanten Lächeln an den Gouverneur, „ich bin Agentin der Planetenpolizei und befinde mich jetzt seit nunmehr drei Wochen incognito hier in Starstone City. Ich hatte den Regierungsauftrag herauszufinden, ob die radiaktiven Erze, die wir auf einem aufgebrachten Piratenschiff gefunden hatten, tatsächlich hier aus ihren Minen stammen.
            Leider bin ich hierbei zufällig auf eindeutige Hinweise gestoßen, dass der Drahtzieher dieser ganzen Geschichte ihr guter Bekannter Virgil Core ist. Identisch mit einem gewissen Ul Quorn. Ein von der planetaren Regierung verurteilter Verbrecher. Ich habe ihn zweifelsfrei identifiziert. Sie wollen mich doch nicht eine Lügnerin nennen, oder?“

            Der Gouverneur legte beide Hände flach vor sich auf den Schreibtisch und seufzte.
            „Also schön“, begann er. „Marshal Gurney, sie sagten mir vor wenigen Tagen sie hätten Zweifel an der Identität von Virgil Core und seiner Freundin June Avarell. Und das obwohl sie anerkannte Künstler von der Erde sind. Ich bezweifelte dies, sie müssten nur einmal eines von seinen Gemälden sehen.“

            Sein Gesicht bekam für einen kurzen Augenblick einen verzückten Ausdruck. Er räusperte sich kurz, als er merkte dass seine Gäste dies wohl wenig interessierte.
            „Aber ich gestattete ihnen dennoch den Versuch einer Kontaktaufnahme über mein Büro. Ich hatte ja keine Ahnung, dass sie alle Personen die nachweislich damals mit Mr. Core von der Erde kamen gleich wie Verbrecher zur Fahndung ausschreiben und dabei noch meinen Namen in Misskredit bringen würden.
            Und jetzt wundern sie sich über den kühlen Empfang, obwohl sie mir nicht einen Beweis für ihre Behauptung vorlegen können.
            Und falls sie denken, ihre Anwesenheit hier, Captain Future, würde mich beeindrucken, dann täuschen sie sich.“

            Joan schnappte angesichts dieser Respektlosigkeit empört nach Luft, aber Captain Future kam ihr zuvor.
            „Sagen sie mir eines Mr. Sheldon“, Captain Future runzelte die Stirn, behielt aber nach wie vor einen sanften Tonfall bei, „wann haben sie ihren Freund Mr. Core, oder seine Begleiterin, denn zuletzt persönlich getroffen?“

            „Nun, das war vor ungefähr sechs Monaten, bei einem privaten Abendessen unter Kunstfreunden. Leider hat er die geplante Vernissage letzten Monat aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Aber ich weiß wirklich nicht, was diese Frage jetzt soll.“

            „Das kann ich ihnen sagen, Mister Sheldon. Mr. Core, oder Ul Quorn wie sein wirklicher Name lautet, musste die Ausstellung absagen, weil er derzeit im Staatgefängnis auf dem Cerberus zu Gast ist und zwar voraussichtlich lebenslang.“ gab Captain Future spöttisch zurück.
            Wie Marshal Gurney und Agentin Randall herausgefunden haben, schlich sich Ul Quorn absichtlich in ihr Vertrauen und das ihrer einflussreichen Freunde. So konnte er sich mit spielender Leichtigkeit über Transporttermine und Sicherheitsvorkehrungen der Erzfrachter informieren, ohne auch nur den geringsten Verdacht zu erregen.
            Für seine Organisation war es dann ein Leichtes die Schiffe zu erbeuten, es wie Unfälle aussehen zu lassen und das Frachtgut auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Dies war nur eine seiner Geldquellen um sein Ziel zu verfolgen die Macht im Sonnensystem an sich zu reißen.“ Captain Futures Gesicht nahm plötzlich einen grimmigen Zug an.
            „Erst kürzlich haben einige seiner Freunde versucht ihn aus dem Gefängnis zu befreien. Der Ausbruch konnte zum Glück, dank der Hinweise durch Agentin Randall vereitelt werden.“ Dankbar lächelnd nickte er Joan zu.
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            • #7
              Gouverneur "Sheldon"? Bei dem Namen muss ich neuerdings immer an "The big Bang Theorie" denken. Wieso hat mir nie jemand gesagt, dass das so geil ist?
              Ach ja... und sind wir nicht alle ein bisschen "sheldon"?
              Oh und Doktorchen Uli als Maler? Och ja, seine Gemälde würden mich jetzt aber wirklich interessieren
              Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

              Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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              • #8
                Zitat von Twister-Sister Beitrag anzeigen
                Gouverneur "Sheldon"? Bei dem Namen muss ich neuerdings immer an "The big Bang Theorie" denken.
                Lach nicht, aber mir geht es genauso. Als ich die Story 2008 schrieb kann ich Big Bang noch gar nicht, aber als ich jetzt anfing hier einzustellen und mich zur Zeit selbst wieder einlese, hatte ich plötzlich auch Dr. Sheldon Cooper vor Augen.

                Und Ul Quorns Bilder?
                Ich dachte so im Stil von Vincent van Gogh. War damals einer meiner Lieblingsmaler während des Abiturs. Die entsprechende Semesterarbeit dazu (Verfremdung eines alten Meisterwerkes) hängt heute noch bei uns im Flur.
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                • #9
                  ***


                  Captain Future zögerte kurz, befand es aber dann an dieser Stelle für müßig, den Gouverneur mit Einzelheiten zu versorgen.
                  Joan Randall hatte ihn sofort auf dem Mond verständigt, als sie erkannt hatte dass der angebliche Maler Virgil Core, Ul Quorn war. Die Sekretärin von Cores Kunstgalerie hatte darauf hingewiesen, dass er sich derzeit auf einer Geschäftsreise befand, aber demnächst zurück erwartet werde.
                  Die Tatsache, dass seine Organisation immer noch intakt und höchst aktiv schien, hatten Joan aufgeschreckt.
                  Sie hatte alle Personen aus Ul Quorns Umfeld zur sofortigen Fandung ausgeschrieben und die Zutrittskontrolle auf dem Gefängnisflughafen des Cerberus hatten unter den Besatzungsmitglieder des turnusmäßigen Lebensmitteltransporters von der Erde sechs von ihnen erkannt .

                  Captain Future war mit der Comet gerade noch rechtzeitig eingetroffen, um die Gefängniswächter dabei hilfreich zu unterstützen Ul Quorns Ausbruch zu vereiteln.
                  In dem entstandenen Tumult war es vier von Ul Quorns Helfern gelungen ein eben gelandetes Polizeipatroillen-Schiff zu kapern und zu entkommen. Leider war der Vorsprung des Schiffes selbst für die schnelle Comet zu groß gewesen. So hatten sie nur dem Signal des versteckten Peilsenders, den alle Schiffe der Planetenpolizei haben, folgen können.
                  Nach der Landung in der Raumhafen-Kuppel von Starstone-City waren Grag und der Professor in der Comet geblieben, um eine eventuelle Rückkehr der Flüchtigen zu dem Schiff, das direkt neben ihnen lag, zu überwachen.

                  ***

                  „Leider sind vier seiner Organisationsmitglieder entkommen und allem Anschein nach in Starstone City untergetaucht. Sie sehen also, dass wir nicht zum Spaß hier sind. Ul Quorn ist ein extrem intelligenter, gefährlicher und sehr machtgieriger Mann. Es muß unter allen Umständen verhindert werden, dass sich etwas Derartiges noch einmal wiederholt. Seine Verbündeten müssen restlos, ohne Ausnahme, aufgegriffen werden. “ Die letzten Worte hatte er abhackt, nahezu hasserfüllt, zwischen den Zähnen hervorgestoßen. Jedem der Anwesenden war klar, dass er in diesem Punkt unerbittlich sein würde.

                  Das Gesicht des Gouverneurs hatte während der Ausführungen allmählich die Farbe zu einem ungesunden Grau gewechselt. Offenbar war ihm durchaus nicht mehr ganz wohl in seiner Haut.
                  „Also gut. So wie es aussieht, muß ich ihnen wohl Glauben schenken. Und sie haben wirklich Hinweise, dass Mitglieder dieser Verbrecherbande jetzt hier in der Stadt sind?“

                  „Das Schiff, mit dem sie vom Cerberus ohne Ul Quorn und N´rala geflohen sind, ist gestern nacht hier auf ihrem Raumhafen gelandet. Nachdem kein weiterer Abflug seitdem registriert wurde, sind sie also noch immer hier. Mein Begleiter“, er nickte zu Otho, „und ich habe uns gerade eben das Schiff angesehen. Den Blutspuren im Inneren nach zu schließen, wurde mindestens einer von ihnen schwer verletzt und benötigt dringend medizinische Versorgung.
                  In einem derart abgeschlossenen System wie ihrer Kuppelstadt müsste es doch leicht möglich sein, sie demnach zu finden.“

                  Gouverneur Sheldon griff diesen Gedanken stirnrunzelnd auf. „Ich fürchte in diesem Punkt kann ich ihnen nicht zustimmen. Diese Stadt hat derzeit über zwanzigtausend gemeldete permanente Bewohner. Besucher noch gar nicht miteingerechnet. Vier einzelne Personen hier zu finden halte ich für nahezu unmöglich. Sie müssten sich schon extrem auffällig verhalten, um von unserem Überwachungssystem registriert zu werden. Und wenn sich jemand Auffälliges wie ein schwer verletzter, blutender Mann hier aufhalten würdet, wäre mir etwas derartiges schon lange zu Ohren gekommen.
                  Meine Sekretärin kann ihnen sicher bestätigen, dass wir keine entsprechende Meldung hereinbekommen haben.“

                  Alle wandten unvermittelt die Blicke zu Roxanne Michaels, die sich diskret im Hintergrund gehalten hatte.
                  Sie schüttelte verneinend den Kopf, blickte aber nachdenklich.
                  „Vielleicht sind sie ja mit der Schicht nach Terracan geflogen.“

                  „Terracan?“ Captain Future wandte sich mit fragendem Tonfall dem Gouverneur zu.

                  Aber statt seiner antwortete Miss Michaels mit melodisch, sanfter Stimme. „Terracan ist die Erzmine südlich von hier. Alle zehn Tage findet ein Schichtwechsel der Arbeiter statt. Soviel ich weiß, ist gestern Abend eine Schicht aufgebrochen. Dies könnte durchaus zeitlich mit der Landung des Raumschiffes zusammentreffen.“

                  Gouverneur Sheldon war immer noch unschlüssig.
                  „Das ist doch kein Beweis, dass sie die Stadt auf diesem Weg verlassen haben. Die Schichtgruppe besteht aus einer festen Personenzahl, das wäre doch aufgefallen.“

                  „Nun, gelegentlich nimmt der Frachter auch Passagiere mit. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass kleine Besuchergruppen die Mine besuchen und dann ein paar Stunden später mit der Wechselschicht wieder zurückkehren. Damit sparen sich die Touristenführer eine Menge Verwaltungsarbeit und Charterkosten für einen Flieger.“ fügte Miss Michaels erklärend hinzu.

                  „Ein guter Gedanke. Wir sollten uns die Mine näher ansehen.“
                  Captain Future nickte zuversichtlich.
                  ZUKUNFT -
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                  • #10
                    „Ihnen mag es ja klar erscheinen, mir nicht“, knurrte der Gouverneur. „Ich lasse nicht zu, dass sie mir Unruhe in die Erzmine bringen. Haben sie auch nur ansatzweise eine Ahnung, was es kostet den Abbau und die Aufbereitung des Erzes auch nur für eine Stunde zu stoppen? Bevor ich ihnen erlaube dorthin zu fliegen und auch nur einen Arbeiter von der Arbeit abzuhalten, will ich Beweise. Habe ich mich klar ausgedrückt?“

                    „Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte?“ wandte Miss Michaels ein.
                    „Captain Future, sie sagten doch, dass mindestens einer der Männer schwer verletzt war?“ sie warf Future eine fragenden Blick zu.

                    „Das ist richtig.“ Captain Future nickte bestätigend.
                    „ Wir haben in dem kleinen Patroillenschiff einen vollgebluteten Overall und mehrere Tücher, die als Kompressen benutzt wurden, gefunden. Scheinbar war nicht genug geeignetes Verbandsmaterial an Bord.“

                    „Nun, dann müssen wir doch nur im Medizin-Center nachfragen, ob zur fraglichen Zeit, also vor dem Abflug des Transporters nach Terracan, Verbandszeug und Medikamente abgeholt wurden. Wenn der Mann wirklich so schwer verletzt war, hätte er ohne medizinische Versorgung auf dem zwei-Stunden-Flug auffallen müssen. Und das wäre uns sicherlich gemeldet worden.“

                    Ezra Gurney schenkte ihr einen bewundernden Blick.
                    „Wundervolle Idee!“ strahlte er Miss Michaels an. „Wenigstens eine Person scheint es hier gut mit uns zu meinen.“ Er warf einen bitterbösen Seitenblick auf den Gouverneur.

                    Um einen neuerliche Zwist zu vermeiden, machte Joan Randall einen schnellen Schritt nach vorne und verstellte Ezra damit das Blickfeld zum Gouverneur.
                    „Kann ich ihnen hierbei behilflich sein, Miss Michaels? Ich weiss wo das Büro des medizinischen Verwalters ist.“
                    „Oh, das ist nicht notwendig, ihn persönlich aufzusuchen. Wir können ihn von meinem Schreibtisch aus über das Interkom-System kontaktieren. Kommen sie mit!“ damit wandte sie sich zur Tür.

                    ***

                    Otho verschlang die Sekretärin nahezu mit Blicken, als sie zusammen mit Joan den Raum verließ.
                    Curtis Newton war der Blick nicht ganz entgangen und er raunte Otho leise ein „Scheint mir eine clevere Frau zu sein“ zu.

                    „Und eine sehr hübsche noch dazu“, murmelte Otho sichtlich verlegen hinzu.
                    Ezra, der die leisen Worte durchaus mitangehört hatte, grinste anzüglich. Bisher hatte er noch nie mitbekommen, dass der Androide sich vom anderen Geschlecht angezogen fühlte. Aber noch ehe er einen Kommentar dazu abgeben konnte, kehrte Joan, dicht gefolgt von Miss Michaels, ins Zimmer zurück.

                    „Es stimmt!“ verkündete sie aufgeregt.
                    „Keine zehn Minuten vor Abflug des Transportfliegers wurde eine größere Menge Blutplasma, Verbandszeug und Schmerzmittel verkauft. Angeblich um die medizinischen Vorräte des Erzfrachters Minora, der erst in zwei Tagen zur Erde fliegen soll, zu erneuern. Aber der Verwalter erinnert sich noch sehr gut, dass es die beiden Männer extrem eilig hatten. Sie hätten angeblich noch einen wichtigen Geschäftstermin, zu dem sie nicht zu spät kommen dürfen.“

                    Und Miss Michaels fügte hinzu: „Auf der Minora weiß aber niemand von diesem dringenden Auftrag. Noch dazu, wo sie erst in zwei Tagen abfliegen, sobald der Erzertrag der letzten Schicht hier eintrifft und verladen ist. Jedenfalls sind dort auch keine medizinischen Vorräte eingelagert worden. Also waren das die von ihnen gesuchten Personen, die unbedingt den Frachter erreichen wollten.“ Sie lächelte Captain Future leicht schüchtern an.

                    Aber er glaubte zu bemerken, dass ihr Blick ein wenig an ihm vorbeiging, zu Otho hinüber.
                    Ezra sah den Gouverneur triumphierend an. „Na, was sagen sie jetzt?“

                    Sheldon zuckte mit den Achseln.
                    „Also schön. Ich gebe mich geschlagen. Es wäre mir aber trotzdem lieber, wenn sie ihre Nachforschungen in der Erzmine so diskret wie nur irgendwie möglich ablaufen lassen könnten und nicht gleich wieder mit ihrem gesamten Polizeiaufgebot aufmarschieren.“
                    Er warf einen ernsten Blick auf Ezra.
                    „Sie, Marshal Gurney, haben mit ihren Leuten hier schon für einigen Wirbel mit ihren Verhaftungen gesorgt. Das ging durch sämtliche Nachrichtensender. Durchaus möglich, dass der eine oder andere Arbeiter sich an ihr Gesicht erinnert.
                    Aber sie, Captain Future, könnten sich doch, sagen wir als Tourist ausgeben. Miss Michaels erwähnte ja bereits, dass das nicht ungewöhnlich ist.“

                    „Bleibt nur noch die Frage des Transports. Soweit ich weiß, ist es ja nur den Personal- und Erzfrachtern gestattet über die Felder zur Mine zu fliegen.“ gab Captain Future zu bedenken.

                    „Ja, oder Passagiergleiter mit Sondergenehmigung vom Gouverneur. Aber das wäre in diesem Fall viel zu auffällig.“ Roxanne Michaels strich sich eine schwarze Haarsträhne aus dem Gesicht und überlegte.
                    Dann lächelte sie plötzlich.
                    „Der Postgleiter! Wir, ich meine natürlich sie Herr Gouverneur, können doch eine dringende Nachricht an den Verwalter der Mine schicken, mit Bitte um sofortige Rückantwort. Das wäre dann eine Erklärung, warum es nicht bei der Postsendung dabei war, die der Personalfrachter gestern mitgenommen hat. Und ein oder zwei Passagiere,“ sie nickte Captain Future und Otho zu „ würden dabei dann sicher kaum auffallen.“

                    Gouverneur Sheldon nickte zögernd. „Also gut, ich denke das könnte funktionieren. Veranlassen sie bitte alles nötige Miss Michaels.“

                    „Herr Gouverneur“, sagte Miss Michaels plötzlich, „ ich würde gerne mitfliegen. Haben sie etwas dagegen?“

                    Sheldon sah sie sichtlich verwundert an. „Warum das?“ fragte er .

                    „Nun ja..“ Sie zögerte und warf einen flüchtigen Seitenblick auf Otho.
                    „Die Mine ist ein richtiges unterirdisches Labyrinth über mehrere Ebenen. Bis man sich da auf den Plänen zurechtfindet... . Ich war schon mehrere Male dort und könnte Captain Future und seine Begleiter herumführen.
                    Ausserdem dachte ich, wir könnten Verwalter McCarthy bitten einen vorläufigen Quartalsbericht zu erstellen. Wir könnten ja behaupten, dass eine Prüfungskommission auf der Erde die Zahlen vorab haben will. Dann wäre es auch glaubwürdig, warum ich die vertraulichen Daten persönlich bei ihm abhole. Die Zahlen hat er jetzt drei Wochen vor dem Termin bestimmt noch nicht parat. Das gibt uns einen gewissen zeitlichen Spielraum, in dem keiner unsere Anwesenheit in Frage stellen wird. Das heißt, nur wenn sie mich entbehren können und...“
                    Sie wandte sich mit einem fragenden Lächeln an Captain Future. „Und wenn man mich überhaupt dabei haben will.“

                    Future nickte begeistert angesichts der unerwarteten Unterstützung.
                    „Gut, dann treffen wir uns , sagen wir, in einer halben Stunde in Luftschleuse 23 in der Raumhafenkuppel.“ Miss Michaels stürzte sich zurück an ihren Schreibtisch im Vorzimmer, um die notwendigen Papiere vorzubereiten.
                    ZUKUNFT -
                    das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                    Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                    Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                    • #11
                      Zitat avatax:
                      Otho verschlang die Sekretärin nahezu mit Blicken, als sie zusammen mit Joan den Raum verließ.
                      Curtis Newton war der Blick nicht ganz entgangen und er raunte Otho leise ein „Scheint mir eine clevere Frau zu sein“ zu.

                      „Und eine sehr hübsche noch dazu“, murmelte Otho sichtlich verlegen hinzu.
                      Ezra, der die leisen Worte durchaus mit angehört hatte, grinste anzüglich. Bisher hatte er noch nie mitbekommen, dass der Androide sich vom anderen Geschlecht angezogen fühlte. Aber noch ehe er einen Kommentar dazu abgeben konnte, kehrte Joan, dicht gefolgt von Miss Michaels, ins Zimmer zurück.



                      Ohlala!
                      Ein beeindruckter/verliebter Androide!
                      Zu gönnen wäre ihm ja auch ein Liebesglück, denn er kam mir manchmal doch ziemlich einsam vor und sich seiner Einzigartigkeit (im negativen Sinne) nur allzu bewusst!
                      Schön, das gefällt mir!
                      "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                      • #12
                        Danke fürs Lob! Mich hat es schon immer gestört, daß Otho und Grag nur Randfiguren waren und eigentlich nie auf ihr Gefühlsleben eingegangen wurde, obwohl sie ja mit Curtis quasi aufgewachsen sind.


                        ***

                        Wenig später befanden sich Captain Future, Otho und Joan – welche strikt darauf bestanden hatte mitzukommen, immerhin war sie mit den Bildern der gesuchten Personen derart vertraut, dass sie sie als einzige zweifelsfrei identifizieren konnte - auf dem Weg zur genannten Luftschleuse.

                        Miss Michaels erwartete sie bereits neben dem Postschiff stehend.
                        Sie trug jetzt nicht mehr das elegante zweiteilige Kostüm, sondern einen etwas schlichteren, aber für ihre Reise sicherlich praktischeren Overall.
                        Otho konnte seine Freude über ihren Anblick kaum verbergen. Curtis Newton konnte es sich nicht verkneifen Otho ein wenig zu necken.
                        „Sieht so aus, als könnte sie sich gar nicht von dir trennen.“ raunte er seinem Freund zu.

                        „Das ist doch Quatsch, Chef!“ wehrte Otho entschieden ab, jedoch nicht ohne leicht dabei rot zu werden. „Sie bietet uns nur ihre Hilfe an, nicht mehr.“

                        Joan, die alles gehört hatte, wandte sich plötzlich um und zischte Captain Future empört an: „Bloß weil sie ganz offensichtlich keine Gefühle haben, sollten sie sich nicht über andere lustig machen.“

                        Joan war stinksauer.

                        Sie hatte Captain Future seit Monaten nicht gesehen, hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass sein Erzfeind Ul Quorn nicht aus dem Gefängnis ausbrechen konnte und außer einem freundlichen Lächeln und einem unpersönlichen Schulterklopfen hatte er mit keiner Geste gezeigt, dass es ihn freute sie wiederzusehen.
                        Kein freundliches persönliches Wort, gar nichts.

                        Ganz allmählich hatte sie den Eindruck, dass er zu romantischen Gefühlen gar nicht fähig war und noch weniger sie irgendwie zum Ausdruck zu bringen. Kein Wunder, wenn er sich von frühester Kindheit an, nur mit seinen drei seltsamen Gefährten auf der einsamen Mondbasis aufhielt. Fernab von jeglicher menschlicher Zivilisation.
                        Aber jetzt auch noch Otho aufzuziehen, weil er ein wenig offensichtlich zum Ausdruck brachte, dass er eine Frau attraktiv fand, brachte sie wirklich auf die Palme.

                        „Nicht doch Joan!“ beschwichtigte sie Otho. „Das war doch nur Spaß. Der Captain meint es doch nicht so, wie es sich jetzt vielleicht für sie angehört hat.“

                        Joan war verblüfft, als sie den freundschaftlichen Blick sah, den die beiden Männer tauschten und sich dann angrinsten.
                        Sie kam sich plötzlich albern vor und wandte sich rasch ab.
                        „Männer!“ murmelte sie nur noch wütend.
                        ZUKUNFT -
                        das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                        Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                        Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                        • #13
                          Hihi, arme Joan. Ja da kann man nix machen. Außer selber mal die kalte Schulter zeigen. Hehe... soll manchmal hilfreich sein
                          Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                          Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                          • #14
                            Zitat von avatax Beitrag anzeigen
                            Kein Wunder, wenn er sich von frühester Kindheit an, nur mit seinen drei seltsamen Gefährten auf der einsamen Mondbasis aufhielt. Fernab von jeglicher menschlicher Zivilisation.
                            Aber jetzt auch noch Otho aufzuziehen, weil er ein wenig offensichtlich zum Ausdruck brachte, dass er eine Frau attraktiv fand, brachte sie wirklich auf die Palme.
                            Mir beweist das nur, dass Curtis immer noch recht pubertär im Geiste ist. Woher soll er es dank seines Eremitenlebens auch besser wissen?

                            Eigentlich ist so ein Zustand bemitleidenswert - ganz ernst und ohne Ironie.
                            Für mich ist Gleichberechtigung dann erreicht, wenn es genauso viele weibliche wie männliche Idioten gibt.

                            Mission accomplished.

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                            • #15
                              Ganz genau! Den Umgang mit andere Menschen (insbesondere das andere Geschlecht) lernt man schließlich nur aus Erfahrung du nicht indem man fleissig Fernsehen (hier Televisor) schaut.


                              2. Kapitel - Die Mine


                              „Ah, wie ich sehe sind meine Passagiere auch schon eingetroffen. Dann können wir ja starten, sobald sie Platz genommen haben. Ich bin übrigens Alicia Hodges, die Pilotin der heutigen Schicht.“ Damit reichte sie resolut Captain Future die Hand.
                              Captain Future war für einen Moment völlig perplex.

                              Er hatte nicht damit gerechnet, dass ein weiblicher Pilot sie zur rauen Männerwelt einer Erzabbaustätte fliegen würde. Schon gar nicht eine derart hübsche und zierliche Frau.
                              Alicia Hodges ging im gerade einmal bis zur Brust. Die dunkelbraunen Haare waren zu einem kecken Pferdeschwanz aufgesteckt, der bei jeder Kopfbewegung nachwippte. Als sie zu ihm aufsah, und fragend auf seinen Namen wartete, sah er dass ihre Augen einen faszinierenden Grünton hatten.
                              „Newton, Curtis Newton“, antwortete er ein wenig verwirrt.
                              Er hatte völlig vergessen sich einen anderen Namen auszudenken. Aber nur die wenigsten Personen wussten bisher dass Curtis Newton Captain Future war, und wie er in Wirklichkeit aussah. Also spielte das hier auf dem abgelegenen Mond wohl keine Rolle.

                              Ihre schmale Hand verlor sich fast in der seinen und er hatte Bedenken zu fest zuzudrücken. Lachend zog sie ihre Hand zurück und begrüßte dann der Reihe nach Otho, der sich als Mr. Ford vorstellte und Joan Randall.
                              Da sie Roxanne Michaels bereits kannte, nickte sie ihr nur freundlich zu und bat sie als erste einzusteigen. Otho beeilte sich in der schmalen Kabine, in der nur zwei Doppelsitze nebeneinander standen, neben Miss Michaels Platz zu nehmen.

                              „Entschulden sie, wenn es ein wenig eng wird, aber ich habe nur vier Passagiersitze, normalerweise befördere ich ja auch nur Postsäcke.“
                              Die Pilotin war als letzte hinter Captain Future in den kleinen Luftgleiter gestiegen und schloß gerade die Tür. „Vorne gibt es zwei Pilotensitze, wenn sie wollen, können sie neben mir sitzen, Mr. Newton. Dann müsste Miss Michaels ihre Dokumententasche nicht die ganze Zeit auf den Knien halten, sondern könnte sie auf den freien Platz legen. Und Miss, äh ... Randall, richtig? Miss Randall hätte dann auch etwas mehr Bewegungsfreiheit.“

                              „Äh, gerne natürlich.“ Captain Future enthüllte strahlend lächelnd eine Reihe blitzend weißer Zähne. „Der rechte Sitz, richtig?“
                              Da er sich halb zu Alicia Hodges umgedreht hatte, konnte er nicht den bitterbösen Blick von Joan wahrnehmen, die sich schon auf einen Zwei-Stunden-Flug in seiner unmittelbaren Gesellschaft gefreut hatte.

                              Als Alicia an Joans Sitz vorbeiging, um Captain Future ins Cockpit zu folgen, blieb sie kurz stehen und ermahnte sie, die Sicherheitsgurte zu schließen.
                              „ Nur zur Sicherheit. Ich kann ihnen nicht versprechen, dass wir keine Turbulenzen haben werden, aber über den bereits abgeernteten Feldern bilden sich manchmal heftige Thermiken.

                              Sie überprüfte kurz die Instrumente und startete dann ohne weitere Verzögerung die Turbinen. Nach der Startfreigabe von der Schleusenkontrolle, erhob sich der Gleiter aus seiner Parkposition und passierte die geöffneten Schleusentore hinaus ins gleißende Sonnenlicht. Die Triebwerke kamen schnell auf volle Touren und das Flugzeug ließ, in einer konstanten Höhe von 30 Metern über dem Boden dahingleitend, die Stadt schnell hinter sich.

                              Die Passagiere betrachteten neugierig die Landschaft.
                              Das leicht wellige Land war präzise in riesige Quadrate aufgeteilt. Die verschiedenen Schattierungen der Felder ließen erkennen, dass dort Getreide in unterschiedlichen Reifestadien wuchs.
                              Auf einigen Feldern waren auch gigantische Robot-gesteuerte Erntemaschinen mit dem Ernten, Umpflügen und gleichzeitigen Neuansähen beschäftigt. Andere wiederum bewässerten oder düngten die Felder.
                              Da die Jahreszeiten auf dem Mond nahezu immer gleichbleibend waren, konnten auf einem Feld, je nach Anbaugut, bis zu 5 Ernten eingebracht werden.
                              Alle fünfzig Kilometer stand ein riesiges Getreidesilo zwischen den Feldern.
                              Sie konnten beobachten, wie ein kleiner Luftfrachter den vollen Getreidecontainer von einem Ernterobot herunterhob, gleichzeitig gegen einen Leeren austauschte und dann mit dem Container zum nächsten Silo flog, um ihn dort zu entleeren.

                              Joan stellte fest, dass der Anblick auf die Dauer recht eintönig war. Gelangweilt blickte sie nach rechts zu Otho. Erst jetzt merkte sie, dass er sich weit zu seiner Nachbarin gebeugt hatte und die beiden sich leise unterhielten.

                              „ ... und wie ist es da bei ihnen...“, Miss Michaels hielt kurz inne und schielte nach vorne Richtung Cockpit, ob die Pilotin ihr Gespräch auch nicht mitbekommen würde, „...bei ihnen auf dem Mond? Gibt es da auf der Erde auch einen Postdienst, der ihnen die Post bis dorthin bringt, Mr. Otho?“

                              „Sie können ruhig Otho zu mir sagen, das genügt völlig. Und die Antwort ist nein. Wer sollte uns auch den etwas schicken? Wenn jemand etwas von uns will, kontaktiert er uns mit dem Televisor.“

                              „Oh, ich versteh schon. Richtig mit der Hand geschriebene Briefe gibt es wohl nur noch auf so einem Hinterwäldler-Ort wie diesem, wo nicht gleich jeder einen Televisor im Zimmer stehen hat.“ Miss Michaels zögerte kurz, blickte Otho direkt in die Augen und fuhr dann fort.
                              „Und? Gibt es jemanden, der dir Post über diesen Weg schickt?“ Ohne zu zögern war Roxanne zu einem persönlicheren DU übergewechselt.

                              Otho, der seinen ganzen Mut zusammengenommen hatte und den Platz neben ihr erobert hatte, schüttelte nun verlegen den Kopf.
                              „Mir?“ murmelte er. „Ich kenne niemanden, der mir schreiben würde.“

                              „Nun, ich könnte dir ja schreiben“, schlug Roxanne vor. „Das heißt, wenn du das willst.“
                              Otho starrte sie völlig sprachlos an.
                              „Entschuldige bitte, ich wollte dich nicht belästigen.“ Sie seufzte resigniert.

                              „Oh nein, so ist das ganz und gar nicht, Roxanne.“ Otho griff nach ihrer Hand, die auf ihrem Knie lag, zog sie sanft an den Mund und küsste zart die Fingerspitzen. „Ich würde mich wirklich unglaublich darüber freuen.“

                              Joan wandte sich verbittert ab, und starrte wieder aus dem Fenster. Sie hatte sich eine ähnliche Unterhaltung mit dem Captain während dieses Fluges gedacht, stattdessen saß er jetzt da vorne bei dieser hübschen Pilotin.
                              Sie blickte über die kurze Gangway nach vorne und konnte sehen wie sich Captain Future gerade nach links beugte. Es war zwar nicht zu verstehen, was er sagte, aber sie hörte das helle Lachen der Pilotin.
                              Und dieses Lachen löste unbeschreibliche Gefühle in ihr aus. „Joan Randall, du bist ja eifersüchtig, das ist doch verrückt“, dachte sie verwirrt. „Er sitzt nur aus praktischen Gründen da vorne. Es ist nur ein Auftrag für ihn, das dient nur der Tarnung. Nimm dich zusammen, Joan!“
                              Aber das war leichter gesagt als getan.
                              Es schmerzte trotzdem.
                              ZUKUNFT -
                              das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                              Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                              Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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