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Neue Kurzgeschichte: "Augen"

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  • Neue Kurzgeschichte: "Augen"

    Der folgende Text ist eine Kurzgeschichte mit 3650 Worten, die von mir vor einigen Jahren geschrieben wurde. Es ist keine FanFic und gehört auch nicht in irgendein bekanntes Universum, sondern ist eine eigenständige Geschichte.

    Die Erstveröffentlichung erfolgte im August 2015 in englischer Übersetzung in meinem Blog:
    www.novum-somnium.com/eyes
    Die vorliegende deutsche Fassung wird exklusiv hier im SciFi-Forum publiziert.

    Der Text der Geschichte steht unter einer CC-BY-ND 4.0 Lizenz, d.h. der Text darf nur in unveränderter Form und bei Nennung der Quelle frei weitergegeben werden. Die beiden Abbildungen sind lizenziert wie jeweils entsprechend angegeben.






    "Auf lange Sicht gesehen mag der Aspekt, die zwischenmenschliche Kommunikation zu fördern, sogar wichtiger werden als technische Ziele." - Andrew S. Tanenbaum (2011)


    Augen

    Claires Augen leuchteten in bunten Farben. Sie freute sich und lachte so ausgelassen, daß beinahe ihre Brille herunter fiel. Vergnügt saß sie auf dem Sofa im abgedunkelten Raum und durfte eine Cartoon-Show sehen. Die einzigen Lichtquellen im Raum waren kleine vertikale Leuchtpanele, die zwei Zimmerecken schwach mit einem warmen Licht beschienen.
    Und ihre Augen.

    Es war nachmittags und sie war erst vor kurzem von der Schule nach Hause gekommen, wo sie seit wenigen Tagen die zweite Klasse besuchte.
    “Zeit für Hausaufgaben, Claire!”
    Die Siebenjährige blickte meinen Mann mit aufgerissenen Augen an. Sie versuchte den Protest, doch mein Mann sah sie mit Entschlossenheit an.
    “Na gut”, kam es leise von der Sofaecke. Das Kind rutschte etwas zur Seite, damit ich neben ihr Platz nehmen konnte. Eine kleine Geste erhöhte die Raumhelligkeit.
    “Du kennst die Aufgabe, Kleines. Ich sage dir die Worte und du versuchst, sie zu denken.”
    Sie nickte.
    “Bist du bereit? … Also, los: Computer, den Film stoppen!”
    “Komuutär, den Film schtoppen”, versuchte Claire, meine Worte laut zu wiederholen.
    Ich verzog leicht das Gesicht.
    “Ok, Claire, aber jetzt versuche es zu denken, nicht zu sagen. Und es heißt Computer.”
    Mein Mann lächelte aufmunternd und forderte Claire ebenfalls auf, es noch einmal zu versuchen.
    “Sag es erst ganz leise”, flüsterte er, “und dann sag es noch mal, aber so, daß man es gar nicht mehr hören kann.”
    “Aber dann hört mich der Compjuuuter ja auch nicht mehr”, protestierte die Kleine trotzig.
    “Doch, das kann er. Deswegen hast du ja das Gerät bekommen, das du tragen must. Damit kann der Computer alles verstehen, was du denkst. Aber damit er weiß, was es bedeutet, muß der Computer lernen. Genau wie du.”
    Wieder lächelte der Vater und blickte seine Tochter erwartungsvoll an.
    “Denke es einfach!”
    Claire presste ihre Lippen zusammen und blickte ihn mit einem Ausdruck von Trotz an, zu dem wohl nur Siebenjährige fähig sind. Dann schien sie sich zu konzentrieren.
    Einen Moment später verschwinden die Trickfiguren und auch das Schimmern ihrer Augen.
    “Toll, sehr gut! Komm, probier es gleich nochmal.” Ich startete den Cartoon erneut und Claire beendete ihn wieder lautlos. Mein Mann schaute mich freudig an.

    Gerade erst am Tag zuvor hatte Claire in der Schule das neue Gerät bekommen und dort auch ihre erste Lektion erhalten. Bei dieser Einführung ging es darum, an einfache Gegenstände wie ein Teller oder ein Stuhl zu denken.
    Am diesem Tag waren die Aufgaben in der Schule schon etwas schwieriger. Die Kinder mußten sich vorstellen, den Computer Aktionen ausführen zu lassen. Danach durften sie ihre Geräte erstmals mit nach Hause nehmen, um diese neuen Aufgaben zu üben.
    Und es schien, daß Claire Gefallen daran gefunden hatte. Nach mehrfach erfolgreicher Wiederholung meinte mein Mann, daß es nun Zeit wäre, wieder etwas Neues zu versuchen. In kurzen Abständen wurden dem Computer unseres Hauses Anweisungen eingegeben. Dann sollte meine Tochter versuchen, diese Begriffe zu denken. Tochter und Computer lernten schnell voneinander, denn nach kurzer Zeit konnte das Kind nur durch Konzentration den Computer auf einem einfachen Niveau bedienen. Claire konnte das Licht ein- und ausschalten, mit einem Malprogramm Kritzeleien produzieren und sie konnte Filme starten und beenden. Und wenn sie an das Wort Kühlschrank dachte, dann erschienen Symbole, die ihr zeigten, welche Lebensmittel sich noch im Kühlschrank befanden.
    Mein Mann begann zu lächeln. “Denk’ an deine Mutter.”
    Ich mußte grinsen, Claire gehorchte, und mein Gesicht erschien als Urlaubsfoto, zusammen mit einigen Menüpunkten, die zur Auswahl weiterer, verwandter Bilder angeordnet waren.
    Claires Augen leuchteten.
    Alle Bilder, Filme oder Informationen erschienen direkt vor ihren jungen Augen, im Glas der Brille, die sie stolz trug.

    Kurz danach kam endlich die Frage, die schon von uns erwartet wurde. Natürlich mußte ihr auffallen, daß wir Älteren keine Brille trugen. Geduldig und mit einem Lächeln erzählten wir unserer Tochter, daß unsere Brillen eben sehr klein seien. So klein, daß man sie nicht mehr sehen kann. Wir trugen Kontaktlinsen.
    Claire schien fasziniert zu sein und blickte mir tief in die Augen.
    Sie fand jedoch nichts.
    Erst als durch meinen Gedanken die Linsen aktiviert wurden, begannen meine Augen zunächst schwach und dann immer stärker zu leuchten. Claire sah es und freute sich.
    “Wenn du etwas größer bist”, erklärten wir, “und deine Augen nicht mehr wachsen, dann kannst du auch Linsen bekommen.”
    “Oh. Tut das weh?”
    “Überhaupt nicht. Du wirst tief und fest schlafen, wenn du sie bekommst. Und weil du ab jetzt mit deiner Brille ganz viel üben kannst, wirst du später keine Probleme mit den Linsen haben. Aber es ist wichtig, daß du immer übst.”
    “Achso.”
    Claire schien keine Schwierigkeiten mit dieser Vorstellung zu haben. Ihr Lehrer hatte noch gewarnt, daß manche Kinder ablehnend oder ängstlich reagieren könnten.
    “Stell dir einfach vor”, ergänzte ich noch, “daß du die Lehrerin und der Computer dein Schüler ist.”
    Das gefiel der Tochter. Aufgeregt rutschte sie auf dem Sofa hin und her und antwortete: “Dann muss der Computer ganz viele Hausaufgaben für mich machen.”
    “Das wird er. Ganz bestimmt.”
    Ich verließ kurz den Raum. Bei meiner Rückkehr baumelte die Brille an Claires Fingern. Sie hielt sie an dem schmalen flexiblen Band, das von Bügel zu Bügel ging und beim normalen Tragen um den Hinterkopf führte. Darin befanden sich die Sensoren für die Gehirnmuster. Die Elektronik war in den dünnen Brillenbügeln, ebenso wie die winzigen Lautsprecher, die die Töne über das Schläfenbein übertrugen.
    “Oh, Claire, hast du schon genug - oder willst du noch weiter üben?”
    “Nein, ich will jetzt spielen”
    “Ok, aber vergiss nicht, daß es bald Essen gibt.” Ich nahm die Brille und ging zurück zum Computerterminal. Es war auch vorgeschrieben, daß nach jeder Übung zu Hause die entsprechenden Logfiles an die Schule gesendet wurden.

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    Claires Bruder Liam lag in seinem Zimmer mit ausgestreckten Gliedern auf dem Bett. Er starrte an die Decke. Man hätte ihn für apathisch halten können, wenn man nicht gewußt hätte, daß er Videos ansah. Er bemerkte noch nicht einmal, daß jemand den Raum durch die aufstehende Tür betrat. Erst als ich direkt neben dem Bett stand, verschwand plötzlich der unregelmäßige Lichtschein in seinen Augen und er blickte mich fragend an.
    “Deine Schwester macht gute Fortschritte. Sie kommt prima mit der Brille zurecht.”
    “Ah so? Schön für sie.”
    “Nun, ich dachte, es interessiert dich vielleicht?”
    Liam war einige Jahre älter als Claire. Er gehörte zur ersten Generation von Schülern, die nach dem Erlass des neuen Schulgesetzes die Übungsbrille mit Beginn der zweiten Klasse bekamen und diese stets tragen mußten.
    Später bekam er auf eigenem Wunsch Linsen eingepflanzt.
    Liam schien im Moment jedoch mehr an seinem Film interessiert zu sein, denn meine letzte Bemerkung kommentierte er nur mit einem Achselzucken. Das Licht im Raum ging plötzlich aus und seine Augen begannen wieder, bunt in der Dunkelheit zu flackern.

    Später beim Abendessen saßen wir mit unseren Kindern in der Küche. Jeder außer Claire hatte vorab seinen Essenswunsch mit dem Kühlschrank abgestimmt. Nur die Tochter wurde persönlich gefragt. Sie brauchte noch etwas Nachhilfe bei der Auswahl.
    Das vorherrschende Thema am Tisch waren selbstverständlich die neuen Geräte. Sehr ausführlich mussten wir Claire erzählen, wie wir unsere Linsen erst als Erwachsene bekommen hatten. Dies geschah nur ein Jahr, bevor Liam als Zweitklässler seine Übungsbrille erhielt. Wir Älteren hatten die Übungsbrille zudem nur für kurze Zeit.
    Die späteren Implantate waren immer freiwillig. Allerdings mußten die Verweigerer in der Schule fortan die Brille tragen, was bei Pupertierenden nicht sehr angesagt war. So war die Brille nur in der Grundschule verbreitet. Sobald das Körperwachstum es zuließ, wollten alle Jugendlichen schnellstmöglich ihre Linsen.
    Daß bei der Operation zusätzlich auch weitere winzige Elektronik sowie hauchdünne Drähte als Sensoren und Antennen unter die Kopfhaut geschoben wurden, wollten wir Claire gegenüber allerdings erst einmal verschweigen.
    Leider machte Liam eine entsprechende Bemerkung zu seiner Schwester, die uns darauf mit erschrockenen Augen und aufgerissenem Mund ansah. Nur mühsam konnte wir das mit beruhigenden Worten wieder richten.
    Für den Rest des Essens war Claire auffallend still, bis sie den Raum verließ. Auch Liam hatte schnell zu Ende gegessen und verschwand.
    So konnten mein Mann und ich uns noch über die Zeit unterhalten, als die Brillen an den Schulen eingeführt wurden.
    Wir erinnerten uns, daß es damals, als das neue Gesetz zum Beschluß anstand, durchaus erhebliche Proteste gab. Solche Diskussionen gab es jedoch auch, als eine gefühlte Ewigkeit zuvor die Verwendung des Taschenrechners in der Schule eingeführt wurde. Und Proteste gab es, als alle Schulbücher und Hefte abgeschafft und durch Computertablets ersetzt wurden. Manche fürchteten gar den Zerfall der Zivilisation, wenn die Schüler die Schreibschrift nicht mehr beherrschten.
    Nun lernten also seit einigen Jahren alle Kinder, einen Computer durch gedachte Befehle zu bedienen. Dies sollte die Lernprozesse in Schule und Studium entscheidend zu verbessern. Es wäre nicht mehr notwendig, so viele Fakten auswendig zu lernen, da passende Informationen stets automatisch präsentiert würden. So könne man sich beim Lernen mehr auf die größeren Zusammenhänge konzentrieren.
    Diese Argumentation hatte die Gemüter beruhigt. Sie war auch für uns ausschlaggebend gewesen, das Tragen der Implantate bei unseren Kindern zu fördern.

    Später, nach dem Essen, traf ich Liam auf dem Flur und stellte ihn zur Rede.
    “Mußte das eigentlich vorhin sein? Welchen Sinn macht es, sie mit dieser Operation zu ängstigen? Sie ist erst sieben!”
    Liam trippelte etwas unsicher von einem Fuss zum anderen und druckste herum. “Es ist nicht die Operation alleine. Claire ist gerade so begeistert und weiß gar nicht, was noch alles kommt. Und ihr redet wie immer alles schön!”
    Fragend sah ich meinen Sohn an.
    Er murmelte weiter: “Die Brille kann man immer absetzen. Die Linsen bleiben drin. Man kann sie noch nicht mal abschalten.”
    Da war ich wirklich erstaunt.
    “Das wußtest du doch vorher - und du wolltest die Linsen. Du nutzt sie die ganze Zeit und schaust irgendwelche Filme oder spielst oder machst sonstwas. Wieso hast du plötzlich ein Problem damit?”
    Liam wirkte nun auch etwas verärgert. Es war ihm anzusehen, daß es ihm Mühe kostete, ruhig zu bleiben.
    “Ich will einfach mal meine Ruhe haben. Ständig kommen irgendwelche Nachrichten an. Das nervt.”
    “Das kann man abschalten. Du kannst die ganzen Kommunikationsprogramme abschalten. Es ist nur ein Gedanke - das kennst du doch?!”
    Liam druckste erneut herum und maulte dann, daß er jetzt keine Lust hätte, zu diskutieren. Wortlos verschwand er in seinem Zimmer und ließ mich ratlos im Flur zurück.

    Es gab am frühen Abend noch einige Kleinigkeiten von meiner Arbeit zu erledigen.
    Zuvor wollte ich jedoch nach Claire sehen und fand sie in ihrem Zimmer. Dort saß sie ruhig im fast abgedunkelten Raum in ihrem kleinen Sessel und starrte, von der Tür schräg abgewandt, an eine Wand. Ihr Körper war im Schatten, nein, er war ein Schatten, und beinahe nicht zu erkennen. Nur das orange-grün flackernde Licht ihrer Brille, das von ihren Augen reflektiert wurde, verriet, wo sich ihr Kopf befinden mußte.
    Dies erinnerte mich an den Rat der Lehrer, daß es klug sei, dem Computer zeitliche Beschränkungen für den Konsum nichtschulischer Medien einzuprogrammieren.
    Meine Gedanken öffneten die Liste mit den Vorhaben für den nächsten Tag und fügten einen weiteren Punkt hinzu.
    Jetzt wollte ich sie nicht stören. Für später nahm ich mir aber vor, in den Log-Dateien nachzulesen, was sie ansah.
    Der Weg zu meinem Arbeitsraum führte am Wohnzimmer vorbei. Liam hatte sich inzwischen dorthin begeben und saß entspannt mit meinem Mann auf dem Sofa. Ich war froh, daß er nicht alleine in seinem Zimmer lungerte.
    Vielleicht unterhielten sich die beiden sogar gerade, obwohl es völlig still im Raum war? Nachdem der Computer genügend Worte gelernt hatte, war es möglich, gedanklich Texte zu verfassen, sie abzuspeichern oder an andere Leute zu schicken.
    Es war zwischendurch sogar einmal eine kurze Mode geworden, “stumme” Partys zu geben. Die Partyräume waren dabei wie immer von lauter Musik durchdrungen. Wenn die Leute nicht tanzten, dann standen sie zusammen und tranken etwas und sie unterhielten lautlos über das Netzwerk.
    Das kam an, weil es neu war und weil man nicht mehr gegen die laute Musik anschreien mußte. Allerdings hatte sich dieser Trend nicht durchgesetzt. Als der Reiz des Neuen verflogen war, realisierte mancher Partygänger, daß es nicht immer wünschenswert war, wenn jede unter Alkohol geäußerte Bemerkung beim Empfänger potentiell gespeichert werden konnte.
    Zwar war es zu jeder Zeit streng verboten, laut gesprochene Äußerungen heimlich aufzuzeichnen. Aus diesem Grund enthielten die neuen Übungsbrillen weder Mikrofone noch Kameras und es gab keine entsprechenden Implantate. Ältere Brillen, die noch Kameras hatten, wurden verboten.
    In Textform empfangene Gedanken eines anderen zu speichern war jedoch ausdrücklich erlaubt, sofern der Absender diese freiwillig verschickte.

    In meine Gedanken versunken, bemerkte ich zunächst gar nicht, wie Claire neben mich trat, während ich noch an der Tür zum Wohnzimmer stand.
    “Es ist so leise”, flüsterte sie plötzlich und fügte noch hinzu: “Schlafen die beiden?”
    “Ich glaube nicht, Kleines. Siehst du nicht ihre Augen?”
    “Doch.”
    Einen stillen Moment lang beobachteten wir, wie Vater und Sohn unbeweglich und entspannt zurückgelehnt im schummrigen Wohnzimmer saßen. Das Raumlicht war aus. Die verschwommenen dunkelgrauen Silhuetten hoben sich nur wenig von der leicht aufgehellten Wand hervor. Doch die vier feurig leuchtenden Augen zogen unsere Blicke an.
    Meine Tochter ergriff meine Hand.
    “Ich mag das nicht. Sie sehen so komisch aus.” Claire flüsterte immer noch.
    Doch es war klar, was sie meinte. Vor Jahren, nachdem die neuen Linsen eingeführt wurden, hatte ich selbst mit diesem Anblick zu kämpfen. Doch die Gewöhnung erfolgte schnell, besonders wenn man sich bewußt war, daß man zuweilen auch so aussah.
    Dies erzählte ich auch meiner Tochter. Natürlich hatte sie uns früher schon so gesehen. Doch scheinbar realisierte sie mit ihrem reifenden Verstand erst langsam, daß das Leuchten der Augen nicht natürlich war.
    Ob meine Antwort ihr half, konnte ich nicht sagen. Claire verschwand nach einem Gute-Nacht-Kuss wieder in ihrem Zimmer, nachdem sie sich weigerte, zu meinem Mann und zu Liam hineinzugehen. Es sah allerdings auch nicht so aus, als ob die beiden auf dem Sofa überhaupt mitbekommen hatten, daß wir an der Tür standen.
    Ich begab mich endlich in mein Arbeitszimmer und erledigte noch schnell die Dinge, die am folgenden Tag für meine Arbeit notwendig waren. Kurz darauf und zurück im Wohnzimmer, ließ ich mich müde in einen Sessel plumpsen und dachte an den Film, der mir bereits zuvor im Büro in den Sinn kam. Sofort erschien der Vorspann.
    Kurz, bevor der Film richtig startete, drang noch eine Textnachricht meines Mannes in mein Bewustsein. Er freute sich, daß ich auch endlich zur Ruhe kam. Meine Antwort fiel entsprechend kurz aus. Dann wollte ich in der Filmhandlung versinken.
    Im letzten Moment fiel mir eine Bewegung im Türrahmen auf.
    War das Claire?
    Kam sie zurück und beobachtete uns drei?
    Ich pausierte den Film und deaktivierte meine Displays, um besser sehen zu können.
    Doch an der Tür war nichts zu bemerken.

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    Während mein Film noch lief, hatten mein Mann und Liam zusammen über synchronisierte Linsendisplays die gleiche Reportage gesehen. Hinterher begannen sie eine Diskussion. Zunächst lautlos, um mich nicht zu stören. Dann, als auch mein Film zu Ende war, redeten wir gemeinsam auf normale Art weiter.
    Schon seit Wochen wurden in Berichten und Reportagen über neue Augenimplantate berichtet, deren Entwicklung fast abgeschlossen war. Es sollten ganze Augäpfel durch künstliche Augen ersetzt werden. Ein Chip würde die Bildinformationen des Blickfeldes sammeln, aufbereiten und direkt an den Sehnerv weiterleiten. Gleichzeitig gäbe es die Kommunikation mit einem externen Computer sowie das automatische Hinzufügen von zusätzlichen Informationen. Alles kontrolliert durch Gedanken.
    Eine Revolution wäre die Endgültigkeit.
    Linsen und Sensoren konnten wieder entfernt werden. Die Entscheidung zu künstlichen Augen wäre unumkehrbar.
    Mir wurde etwas unwohl bei dieser Vorstellung. Nicht nur wegen der weitreichenden Bedeutung einer solchen Entscheidung. Es würde auch die alten Diskussionen um heimliche Aufzeichnungen wieder entfachen. Allerdings war ich zuversichtlich, daß die Gesellschaft eine Lösung für diese Frage finden würde. Außerdem wäre das Einpflanzen sicher freiwillig. Schließlich könne man niemanden zwingen, sich einer Operation zu unterziehen.
    Und doch: wann wohl die neuen Augen vorausgesetzt würden, um eine Arbeit zu finden? Wie bereits jetzt mit den Linsen.
    Liam mußte das ähnlich sehen. Er wirkte immer unsicherer und murmelte etwas von dem Druck durch die Freunde. Schon zu diesem Zeitpunkt würden Schüler, die die Implantate nicht nutzten, als Außenseiter behandelt. Wenn jemand die Kommunikationsprogramme kurzzeitig deaktivierte, kamen später neugierige oder gar wütende Nachfragen, wieso man nicht erreichbar war.
    Liam saß auf der Vorderkante des Sofas und atmete tief durch. Man konnte ihm ansehen, daß er dieses Gespräch herbeisehnte.
    In leisen Tönen offenbarte er, daß er sich mit den Implantaten mehr und mehr unwohl fühlte. Da das Gerät ständig auf Empfang und online war, um Befehle entgegennehmen zu können, wurden alle Gedanken auf bekannte Worte gescannt. Er beschwerte sich, daß er mehr und mehr Zeit verbringen muß, um in den Gedankenprotokollen selektiv Einträge zu löschen. Die Implantate und der Hauscomputer seien für ihn schon beinahe imaginäre Wächter, die seine Entscheidungen bewerteten.
    Und mit den neuen künstlichen Augen würde dieses Gefühl nicht weniger werden.
    Jeder Blickwinkel, jeder Kontakt würde gespeichert.
    Schaute man einer Person ins Gesicht?
    Oder woanders hin?
    Die Augen.
    Überall wären die Augen.
    Liam ergänzte noch, daß er es zwar toll fand, die neue Technik zu nutzen. Gleichzeitig aber betonte er, daß er sie auch hasste, weil vieles nicht mehr seine Entscheidung war.
    Und dann kam Liam auf den Punkt.
    Er wollte die Linsen wieder loswerden. Auch die Sensoren.
    Die ganze Technik unter seiner Kopfhaut.

    Mein Mann und ich sahen uns fassungslos an.
    Das hatten wir nicht erwartet.
    Ich hatte Mühe, meine Gedanken zu ordnen und mein Mann schien ebenfalls nicht zu wissen, was er entgegnen sollte. Wir hatten schon vor Jahren, vor Liams Implantaten, die ganze Diskussion lang und breit durchgekaut. Über Wochen hinweg. Das ganze Für und Wider.
    Und die Vorstellung, all das zu wiederholen, ließ mich nach Luft schnappen.
    So kam ich auf einen neuen Aspekt zu sprechen.
    “Was ist mit deiner Schwester?”, fragte ich Liam. “Du bist immer ihr Vorbild gewesen. Hast du eine Vorstellung, was du damit bei ihr anrichten könntest? Wir sind so froh, daß sie der neuen Technik so offen gegenüber steht.”
    “Tut sie das?” Liam blickte mir fest in die Augen und fügte hinzu: “Als ich vorhin mit ihr sprach, hatte sie mir auch offen zugehört. Ich glaube, ihr unterschätzt unsere kleine Siebenjährige.”
    Abrupt stand ich auf, um in Claires Zimmer zu gehen, als sich der Hauscomputer mit einer dringenden Nachricht meldete. In roten Buchstaben verkündete die Software, die erst gestern auf Anweisung der Schulbehörde installiert wurde, daß Claire kurzzeitig gewalttätige Gedanken hegte, bevor der Kontakt zur Brille abbrach.
    Mein Gesicht versteinerte. Für einen kurzen Moment wußte ich nicht, worüber ich mehr geschockt sein sollte. Über den Mist, der in unserem Computersystem gelandet war oder die Angst um Claire.
    Mit drei Riesenschritten fegte ich zur Tür und eilte in Claires Zimmer.
    Sie lag auf dem Bett, doch sie schlief nicht. Ihr Gesicht hatte einen zufriedenen Ausdruck, bis sie mich plötzlich mit ihren großen, natürlichen Augen direkt ansah. Sie lächelte und erklärte mir mit langsamen, sehr deutlich gesprochenen Worten, daß sie ihre Brille nie wieder tragen werde.
    Mein Blick wanderte zu Boden und ich entdeckte die zertretenen Reste der Übungsbrille.

    Das Gespräch mit dem Schulleiter erfolgte am nächsten Morgen. Der entstandene materielle Schaden war natürlich unbedeutend. Die Brillen waren ein Massenprodukt. Überraschenderweise ging es bei dem Gespräch auch nicht direkt um Claire.
    Eine ablehnende Reaktion, die ein Kind alleine entwickelt, trete gar nicht so selten auf, informierte uns der Rektor der Schule. Sehr viel problematischer sei das Verhalten von Liam.
    "Sehen sie, die Schule versucht, die Kinder früh an die Technik zu gewöhnen und ihnen eine gute Ausbildung zu verschaffen. Ihr Sohn hat versucht, das zu torpedieren. Vor allem seine Idee, die Brille zu zerstören, wiegt schwer. Das geht klar aus den Protokollen der Brille hervor. Wie soll ihre Tochter später mal Arbeit finden, wenn sie die grundlegendste Technik nicht beherrscht?"
    Der Rektor lehnte sich langsam in seinem Sessel zurück.
    "Wussten sie eigentlich, dass ihr Sohn gestern nach dem Vorfall noch versucht hat, die Log-Dateien ihrer Tochter zu verändern, um die Spuren seiner Unterhaltung mit ihr zu beseitigen? Es gelang ihm natürlich nicht."
    Ich schüttelte meinen Kopf.
    "Das zeigt, dass er nicht bereit ist, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und sogar potentiell kriminelle Energie einsetzt, um es zu verschleiern."
    Der Schulleiter schwafelte noch etwas von der Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft, doch meine Gedanken schweiften schon ab: Wieviele Jugendliche würden genauso denken wie unser Sohn? Wahrscheinlich mehr als mancher vermutet?
    Der Monolog des Lehrers endete mit der Ankündigung, dass dieser Vorfall als antisoziales Verhalten in die staatliche Schulakte eingetragen und dass das Jugendamt uns kontaktieren würde. Wir waren damit entlassen und mein Mann und ich verließen eiligst die Schule.

    “Kriminell? Antisoziales Verhalten? Drehen die jetzt völlig durch?”
    Mein Mann kickte wütend einen Stein weg während wir nach Hause liefen.
    “Natürlich war es nicht ok, was Liam gemacht hatte”, fuhr er fort, “aber so eine Reaktion ist völlig daneben. Uns das Jugendamt auf den Hals zu hetzen wegen so einer Lapalie.”
    “Was machen wir jetzt?”
    “Wir müssen zunächst mit beiden reden, ihnen klarmachen, dass es wichtig ist, die Technik zu beherrschen. Ich denke, Liam weiss das auch - trotz allem was er tat. Claire müssen wir neu überzeugen. Und dann müssen wir diese Schulsoftware isolieren, damit sie wirklich nur das registriert, was wir in den Übungsstunden mit der Brille machen. Und schließlich müssen wir in Zukunft sehr genau aufpassen, was wir in diesen Übungsstunden sagen.”
    Ich nickte. “Wir könnten uns auch mal vorsichtig bei anderen Eltern umhören”, fügte ich leise hinzu. “Unter Umständen kann man sich zusammenschließen, um etwas zu bewirken.”

    Den Rest des Weges legten wir sehr schweigsam und in Gedanken verloren zurück. Nur einmal, als wir vor einer Werbefläche vorbei liefen, vor der eine holografische Reklame für die neuen Augenimplantate schwebte, blickten wir uns kurz an. Was für ein blöder Zufall, dass uns diese übergrossen Augen genau jetzt von oben herab anblickten.

    ---



    PS: Es darf kommentiert werden.
    Zuletzt geändert von xanrof; 29.09.2015, 16:56.
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  • #2
    Also mir fehlen gerade die Worte.

    Puh. Ich hab deinen Text regelrecht verschlungen. Fluch und Segen der Technik und der kleine Schritt dadurch zu einem gläsernen (beherrschbaren?) Bürger zu werden - all das ist echt super beschrieben. Auch wie das kleine Kind reagiert oder der Jugendliche. Ich bin echt begeistert
    Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

    Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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    • #3
      Vielen Dank für die Komplimente!

      Das erste Feedback zu meiner ersten Geschichte. Und dann gleich so positiv.
      Ich hoffe, andere Leser sehen das genauso.
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      • #4
        Bin erst jetzt zum Lesen gekommen und habe die Geschichte regelrecht verschlungen.

        Super.

        Anfangs dachte ich mir noch, so eine nützliche Brille will ich auch. Hört sich ja auch durchaus realistisch an, wenn ich sehe, was es auf der IFA so alles an Neuheiten gibt.

        Jetzt. Am Ende der Geschichte, stellt sich heraus, das es nur ein weiteres Überwachungsorgan ist. Big Brother läßt grüssen.
        ZUKUNFT -
        das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
        Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
        Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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        • #5
          Vielen Dank, Avatax.

          Ja, ich habe die Story schon vor 2 oder 3 Jahren geschrieben. Soweit ich das einschätze, waren ein paar Details damals tatsächlich noch "neu" (im Sinne von: nur SciFi-Fans bekannt). Heute schreiben Tageszeitungen regelmäßig darüber.
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          • #6
            Super!
            Tolles Thema!
            Sehr treffend rübergebracht!

            Ich kann mich meinen Vorgängern nur anschließen! Du triffst den Nagel, der mich seit längerem umtreibt, genau auf den Kopf. Klar ist mit neuen Technologien vieles möglich, was uns das Leben leichter macht, fröhlicher, bunter, aber die Gefahr in ihnen ist auch groß, unübersichtlich. Vor allem weil es bei dieser Art von Technologie immer auch um die Interessen großer Konzerne geht, die wir nicht mehr kontrollieren können und die sich oft ganz offen gegen geltendes nationales Recht stellen!
            Da sind immer versteckte Gimmicks dabei, die man gar nicht möchte, oder die einem bewusst verheimlicht werden.
            Wie oft hat mein Netbook gewimmert und gebettelt, ich solle jetzt mal husch ins Netz, weil ich mich dem Socialnetwork anschließen soll!

            Komisch, ich habe beim Lesen Deiner Geschichte eine Art Dejavu gehabt. Erst über eine Einverständniserklärung, die ich für meine Jungs unterschreiben sollte, dass sie sich ordentlich am PC und im Internet an der Schule benehmen, erfuhren wir, dass unsere Jungs bei irgendeinem schulinternen Netzwerk, das von Microsoft angeboten wird, von der Schule aus, ohne unser Einverständnis, angemeldet worden sind.
            Beim Elternabend habe ich böse nachgefragt und zur Antwort bekommen, das müsse sein, darüber können Schüler und Lehrer kommunizieren und wir könnten Arbeitsblätter ausdrucken (auf unsere Kosten natürlich!).
            Uns hat niemand gefragt, ob wir das überhaupt wollen (hätten wir nicht!).
            Unsere Kids sind weder bei Facebook, twitter oder What´s App. Und nun das!

            Eigentlich muss ich gar nicht, außer unterschreiben, dass meine Jungs sich benehmen!
            Es läuft wie immer!
            "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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            • #7
              Danke, earthquake.

              Ja, "Kein Mensch muss müssen." (Brecht), stimmt eben leider nicht immer. Das ist halt so ne Sache mit dem "freiwilligen" Zwang. Oft kommt man nicht umhin, einfach mitzulaufen. Ich hatte jetzt vor kurzem mein Debut bei Twitter (nach langer Überzeugungsarbeit meiner Frau ). Überzeugt haben mich letztlich die kommunikativen Vorteile beim Verbreiten meines neuen Blogs. Dafür bleibe ich Facebook (vorerst) noch fern - obwohl das zusätzliche PR-Multiplikatoren bedeuten würden. (Wohlwissend, daß hinter den Kulissen die Daten doch geteilt werden.)
              Zuletzt geändert von xanrof; 01.10.2015, 21:12.
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              • #8
                Mich ängstigt die Sache mit den Implantaten. Ich meine, es gibt heute schon Leute, die sich irgendwas "einbauen" (lassen) um damit zum Beispiel Eintritt oder Getränkeabrechnungen in ihrer Lieblings-Disko zu managen. Ich würde im Leben nicht auf so eine Idee kommen.
                Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                • #9
                  Ich würde im Leben nicht auf so eine Idee kommen.

                  Noch nicht.

                  Aber mich reizt das auch noch nicht besonders. Ich meine, solange das nur ein blöder Chip ist, klingt das ja nicht besonders schlimm. Aber wo hört es auf?

                  Irgendwann im fortgesetzten Alter muss man sich dann die bestehenden 37 (oder so) Chips, die man im Leben angesammelt hat, einzeln rausziehen lassen, um ein Universalding zu bekommen.

                  Unser Hund hat inzwischen 3 Chips unter der Haut. Da meckern jedesmal die Grenzbeamten bei der Einreise nach UK, weil sie mehrfach messen müssen, bis sie ein eindeutiges Ergebnis bekommen.



                  Weil wir grad von Gruppendruck reden: Neue Studie offenbart zunehmenden Druck bei Kids wegen Handynutzung und Gruppendynamik.
                  Link: www.lfm-nrw.de/foerderung/forschung/abgeschlossene-projekte/schriftenreihe-medienforschung/ band-77.html

                  In meinem Blog habe ich auch grad ne Zusammenfassung geschrieben:
                  Increased communication stress among adolescents ? Novum Somnium
                  www.novum-somnium.com
                  future • dreams • imagination• science• fiction
                  >> blog, essays, short stories, cgi, art <<

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                  • #10
                    Zitat von xanrof Beitrag anzeigen
                    [/COLOR]Weil wir grad von Gruppendruck reden: Neue Studie offenbart zunehmenden Druck bei Kids wegen Handynutzung und Gruppendynamik.
                    Boahh! Hör bloß auf. Zu dem Thema könnte mein Sohn hier auch ein paar Takte beitragen. Er fühlt sich in seiner Berufsschulklasse ausgeschlossen, weil jeder in den Pausen nur noch in sein Handy starrt und die Leute nicht mehr miteinander reden.

                    Kassengemeinschaft? Kannst du vergessen. Da ändern auch Ausflüge nicht daran. Da braucht es dann Internetportale damit sich Freunde und Partner finden. Wo wird das noch hinführen?


                    Ähhh, zurück zur Geschichte.
                    Hast du noch mehr so tolle stories auf Lager?
                    ZUKUNFT -
                    das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                    Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                    Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                    • #11
                      Ich habe noch ein paar ältere, unausgereiftere Sachen, die gerade überarbeitet werden.
                      Außerdem schreibe ich schon an neuen Storys, die inhaltlich an bestimmte Blogposts anknüpfen werden (ist quasi Teil des Konzepts meines Blogs). Das kann aber noch etwas dauern, bis ich mit neuen Storys rausrücke.

                      Eine andere Geschichte habe ich bei einer Ausschreibung für eine gedruckte Anthologie eingereicht. Da ist aber schon ein Jahr her und da wurde erst vor kurzem noch die Deadline nach hinten verschoben. Kann also noch dauern - aber zumindest habe ich noch keine Absage bekommen. Inhaltlich will ich nichts verraten, außer, dass es ein komplett anderes SF-Untergenre ist.

                      Das Schreiben macht mir sehr viel Spass, aber es dauert ewig, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
                      www.novum-somnium.com
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                      • #12
                        Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Werke
                        Ich sehe gerade, dass du ja auch eine Illustration im Text hast. Gefällt mir!
                        Dass man viel an seinen Texten feilt... das kenne ich auch. Ich brauch da auch immer recht lange, bis ich zufrieden bin. Aber ja, schreiben macht unglaublich viel Spaß
                        Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                        Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                        • #13
                          Zitat von Twister-Sister Beitrag anzeigen
                          Ich sehe gerade, dass du ja auch eine Illustration im Text hast. Gefällt mir!
                          Danke. Die Bilder haben eigentlich keinen tieferen Sinn, sondern dienen nur dazu, längere Texte etwas aufzulockern. Wobei ich schon überlegt hatte, ob das bei einer Short Story Sinn macht, denn eigentlich sollte man ja mit der Auswahl der Worte den Spannungsbogen kreieren und die Leser bei der Stange halten.

                          Allerdings werde ich diese (und andere) Abbildungen sicherlich mehrfach verwerten, zB in Blogpost über entsprechende Themen, etc. Und bei längeren "Sachtexten" sind Abbildungen (nette Diagramme, aber auch Dekoratives, zB kleine Icons, die einen Absatz einleiten) sicherlich nicht schlecht.

                          Dass man viel an seinen Texten feilt... das kenne ich auch. Ich brauch da auch immer recht lange, bis ich zufrieden bin. Aber ja, schreiben macht unglaublich viel Spaß
                          Ich brauche ewig, bis ich einigermaßen zufrieden bin. Am hilfreichsten ist es für mich, wenn ich einen Text mal ein paar Wochen nicht ansehe - und ihn dann so lese, als ob ich ihn nicht kennen würde.

                          Oder anders ausgedrückt: Eine Deadline ist für ich der Tod der Kreativität.
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                          • #14
                            Ich bau erst eine Art Gerippe. Dann pack ich mehr und mehr Fleisch dazu. Manchmal ist eine einfache Konversation der Charaktere das Gerippe, manchmal eine einfache Beschreibung. Dann wird wieder gekürzt, wenn es mir zu lang erscheint. Aber am Texten am PC ist das ja alles kein Problem und das 10-Finger-Blindsystem erleichtert einem die Arbeit sehr. Undenkbar wäre es für mich, wenn ich "von Hand" alles Schreiben müsste. Hier ist die Technik echt kein Fluch sondern ein Segen
                            Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

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