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    Dies ist der zweite Teil einer Trilogie.

    Bevor man PERFEKT + liest, ist anzuraten den ersten Teil (PERFEKT hier im Forum) komplett zu lesen, da es sonst zu viele offene Fragen und Hintergründe gibt.

    Jeder Teil der Trilogie ist zwar in sich abgeschlossen, aber jeder Teil greift gewisse offene Fragen auf, die erst im dritten Teil (STUART) alle beantwortet werden.

    Die Grundlage hierfür bildet Edmond Hamiltons: Captain Future. Die Figuren und Orte aus dem Hamilton Universum gehören Edmond Hamilton, andere, neue Figuren wie die Charaktere „Stuart“ und „Nadir“ mir.
    Zuletzt geändert von earthquake; 03.03.2016, 11:41.
    "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

  • #2
    Perfekt Teil II: Perfekt +
    Perfekt Teil II
    Perfekt Plus


    Joan grübelte über den neuen Fakten, zu ihrem neuesten Fall.
    Ein Gefängnisdirektor, Allan Falkner, tätig gewesen in Pretoria. Es lagen Anzeigen von über 50 ehemaligen politischen Häftlingen gegen ihn vor, wegen Folter und Mord.
    Ein unangenehmer Zeitgenosse, dessen Äußeres nicht zu den ihm zur Last gelegten Verbrechen passen mochte. Blond, mit sanft schauenden grünen Augen. Natürlich hatte er sein Äußeres längst geändert, aber wäre Joan dem Mann in ihrem Alter auf der Straße begegnet, dann wäre sie von einem flirtenden Lächeln seinerseits sicher angezogen gewesen.
    Joan seufzte, wie gut, dass Curtis nicht immer ihre Gedanken lesen konnte. Er wäre die Wände hochgegangen, dabei war an dem Gedanken nichts ernstes, doch, sie vermisste Curtis.
    Seit zwei Wochen war er nun fort, auf einer Vortragsreihe, auf der er die Ergebnisse ihrer langen Expedition unter anderem Namen in die Welt der Wissenschaft trug.
    Sie war nur eine schwache Frau, die ab und zu ihre Streicheleinheiten brauchte, dachte sie süßlich lächelnd. In letzter Zeit war er wieder misstrauisch, eifersüchtig, aber im Grunde genommen tat ihr das gut, sie war ihm immer noch wichtig!
    Sie war ungerecht und gemein!
    Nein, sie vermisste ihn schrecklich!
    Jonathan klopfte und trat ein. Da es ein Büro nur getrennt durch Glaswände war, die man im Bedarfsfall kristallinmilchig verfärben konnte, sah sie ihn schon vor dem Klopfen.
    „"Na, noch hier?“ Joan stöhnte leise.
    „Ja, aber du solltest längst bei Agatha und Emily sein!“
    Jonathan, fünf Jahre jünger als Joan, aber schon Vater, grinste.
    „Ich bin gern hier, hier ist es so schön ruhig!“
    Joan lachte. Emily bekam Zähne.
    „Du bist echt gemein! Die arme Agatha!“
    „Ich geh ja schon heim!“
    „Ich geh jetzt auch! Der schöne Folterknecht läuft uns jetzt nicht weg!“
    „Lass das nicht deinen Verlobten hören“, zog Jonathan sie grinsend auf. Joan verdrehte die Augen, sie fuhr ihr gut gesichertes C-Board herunter.
    „Ist es nicht schrecklich, wenn CF der Verlobte von einem ist? Da traut sich kein anderer mehr ran, oder? Haben alle Angst, niedergestreckt zu werden, stimmt´s? Wann hattest du deinen letzten heißen Flirt?“
    „Na, das sagt der Richtige? Wann hat dich denn das letzte Mal mit Babyspucke auf der Schulter ein Mädchen angemacht?“, fragte Joan spitzzüngig.
    Jonathan lachte.
    „Touché!“
    Joan zog sich die Jacke an. Zusammen verließen sie das Büro. Erst in der Tiefgarage trennten sie sich. Ohne festen Gedanken fuhr sie zu ihrem neuen zu Hause. Sie besaß immer noch ihre Wohnung, aber Curtis hatte sich unwohl dort gefühlt, hatte partout nicht in ihrem Schlafzimmer schlafen wollen, ohne Ray auch nur mit einem Wort zu erwähnen.
    Seit der Verlobung lebte sie mit ihm in seinem Penthouse, dazu hatte er aber kluger Weise alles zusammen mit ihr neu eingerichtet, sie war kein Gast, das sollte ihr gemeinsames Heim sein. Es war schrecklich dekadent, in einer der begehrtesten Gegenden New Yorks, mit Blick auf das Meer. Curtis konnte es sonst nur schlecht auf der Erde aushalten, er brauchte das Gefühl von räumlicher Unendlichkeit!
    ...
    Zuletzt geändert von earthquake; 20.03.2016, 12:26.
    "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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    • #3
      Ja das Gefühl von Weite... irgendwie mag ich das auch. Meerblick hat schon was
      Und wenn man hoch genug wohnt, dann... bekommt man auch keine nasse Füße bei Hochwasser
      Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

      Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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      • #4
        Alles gut!?

        Perfekt +


        Joan hängte die Jacke auf, schlenderte zu ihrem Sekretär, den sie mit in dieses Schloss genommen hatte. Ihre Hand strich über das dunkle Holz. Lieber würde sie damit über Curts empfindlichen Nacken fahren, er konnte es kaum aushalten, wenn sie ihn dort küsste...
        Joan packte sich einen Joghurt, um sich vor das Fernsehen zu setzen, ließ sich erst von den Nachrichten berieseln, dann von einem absurden Krimi, bei dem sie fast einschlief.
        Ohne ihre Nachrichten abgehört zu haben, legte sie sich im Schlafzimmer in dieses anrüchig große Bett, das für eine Person viel zu groß war.
        „Erschreck dich nicht...“, flüsterte Curts Stimme in der Dunkelheit. Warum sollte sie sich vor ihm erschrecken?
        Seine Lippen suchten weich ihren Mund in der Dunkelheit. Das musste ein Traum sein, ein sehr angenehmer Traum...
        Joan erwachte im Laufe der Nacht nochmal. Curts Arm lag um sie geschlungen, seine Hand auf ihrem Leib.
        „Sch...“, brummte Curts Stimme an ihrem Ohr beruhigend. Joan seufzte.
        „I"ch dachte, ich hätte nur geträumt, dass du da bist!“, raunte Joan erleichtert.
        „Soll ich dir zeigen, wie real ich da bin?“, fragte Curtis amüsiert schnurrend. Joan kicherte.
        Es war hell am Morgen, als sie wach wurde. Aus dem angrenzenden Bad hörte sie Curtis falsch aber gut gelaunt singen. Joan grinste. Es schien ihm sehr gut zu gehen, ihr auch.
        Ihre schlechte Laune war wie weggeblasen. Curtis kam nackt ins Schlafzimmer, sein nasses, rotes Haar mit einem kleineren Handtuch trocken rubbelnd.
        „Ah, mein kleiner Schmetterling ist erwacht!“
        Joan warf mit dem Kissen nach ihm, er wich grinsend aus.
        „Tschuldigung, die Wildkatze, ich muss dich mit einer anderen Frau verwechselt haben!“
        „Welcher denn? Wer gibt sich schon mit einem Vagabunden wie dir ab? Der seine Frau in irgendeine gruselige Höhle schleifen will!“, grunzte Joan. Ihr langes Haar, das sie ihm zu Liebe hatte nachwachsen lassen, lag wirr auf den Kissen. Er liebte diesen Anblick.
        Die „Höhle“ war der Mond. So sehr Joan ihn auch liebte, seine Freunde mochte, aber sie hatte auf Dauer nicht „da oben“ leben können. Ihr fehlte ihr Beruf, die Weite, das „rausgehen“, Bäume, Luft, Vögel, ihre Familie...
        Das gemeinsame Penthouse war nur ein Kompromiss, der dazu geführt hatte, dass sie sich weniger sahen, aber Curtis hatte sehr schnell begriffen, dass Joan nicht Elaine war, seine Mutter. Sie war Wissenschaftlerin gewesen, schwanger, dann mit einem Baby und voller Angst vor Corvo.
        Joan war ganz anders, sie brauchte ein wohltemperiertes Gleichgewicht zwischen ihrer Freiheit, ihrem Leben und dem Leben, das sie mit ihm führte.
        Richtig zufrieden waren beide nicht, aber es funktionierte nun schon fast ein ganzes Jahr. Curtis warf sich neben sie auf das Bett.
        „Lass mich mal kurz nachzählen! Syria? Oh, ja, ganz bestimmt...“, tat Curtis sehr ernst, sie nicht ansehend. Joan stürzte sich grollend auf ihn, knuffte ihn, was Curtis lachen ließ. Joan rollte sich auf ihn, setzte sich siegesgewiss auf seinen Bauch.
        „Okay, okay, ich ergebe mich!“
        Seine grauen Augen sahen sie nachdenklich an, wie sie da auf ihm saß, nackt, mit wallendem Haar. Seine großen Hände strichen weich über ihre Unterarme.
        „Weißt du wie gefährlich das ist, was du da gerade machst?“, fragte Curtis süffisant. Joan blickte ihn streng an.
        „Beherrsch dich ein bisschen! Ich muss gleich ins Büro! Ein böser Schurke wartet auf mich!“
        „Oh, mit bösen Buben kenne ich mich aus!“
        „Ts, ts, ts, Finger weg“, wehrte sie seine Hand ab, die nach ihrer Brust greifen wollte. Joan blickte auf die Uhr und sprang erschreckt auf, was ihn bedauernd aufstöhnen ließ.
        „Oh, Gott! So spät! Ich muss los!“
        „Oh Joan, nun bleib noch etwas! Nimm dir frei oder melde dich krank!“
        Joan sah ihn gespielt empört an.
        „Curt Newton! Nun nimm dich zusammen! Dann komm halt häufiger her!“
        Curtis blickte sie nun ernst an.
        „Läuft irgendwie nicht wirklich rund zwischen uns, oder?“
        Joan atmete tief durch.
        „Es läuft so, wie wir beide bereit sind uns zurück zu nehmen!“
        Curts Gesicht zeigte etwas leicht flehentliches.
        „Joan, ich will, dass wir heiraten!“
        Joan schluckte, wich seinem Blick aus. Curtis seufzte.
        „Wir wollen beide zu viel!“
        Joan blickte ihn vorsichtig an.
        „Ich muss los!“
        ****
        Zuletzt geändert von earthquake; 20.03.2016, 12:26.
        "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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        • #5
          Juhu!

          Es geht weiter...
          ZUKUNFT -
          das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
          Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
          Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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          • #6
            Ich habe DIE Idee: Terraformiert doch den Mond
            Atmosphäre, Wasser... na und so weiter.
            Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

            Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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            • #7
              Ja, ist die große Frage: Wo würde man als Paar denn leben?
              CF kann ja schlecht immer auf der Erde leben, kein Labor, die Kumpels fallen ständig auf und dann die neuen Verwandten...
              Und umgekehrt, Hand auf´s Herz, würdet Ihr dem Liebsten zu Liebe auf dem Mond leben wollen?
              Also ich nicht, ich würde verrückt werden, aber Mr. Frankenstein könnte ja eine Androidin aus mir machen...
              "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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              • #8
                Ich würds nicht wollen. Die Anlage müsste RIESIG sein, jede Menge Luxus bieten (wie ein eigener Pool, ein Gewächshaus etc.) bevor ich da bereit wäre auch nur für eine kürzere Zeit einzuchecken. Aber von eigenem Pool etc. steht in den Büchern zumindest nix. Nur Labore. Also... nö... nönönö... So jetzt weiß ich auch, warum es bei Hamilton mit dem Paar Future/Landor (oder Randall? Ich verwechsel das immer mit der Anime) NICHT geklappt hat. Die Krönung waren dann die 4 Jahre "Ich bin mal kurz weg!", was dem Ganzen vermutlich den Todesstoß gegeben hat. Ich glaube, am Ende waren sie höchstens noch "just good Friends"...

                Wobei... in einem seiner Träume träumt Future von einem einsamen bewohnbaren Asteroiden auf dem er und Joan bis ans Ende ihrer Tage leben könnten. Sogar mit seinen auffallenden Kumpels - alle unter einem Dach. Mit Gärtchen vor dem Eigenheim
                Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                • #9
                  Nööö. ich wäre für den Mond.
                  Voraussetzung ist allerdings eine riesige Wellnesslandschaft. Außerdem könnte man ja ausgewählte Wissenschaftler mit Familien einladen...

                  Ganz ehrlich, wenn unser Nachbar wieder an seiner neuen Garage werkelt, die wohl eher ein Wohnhaus wird - gestern haben sie 6 Fenster nachträglich ins Mauerwerk gefräst - da wünsche ich mich weit weg.
                  Wo es definitiv ruhiger ist.
                  ZUKUNFT -
                  das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
                  Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
                  Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                  • #10
                    Oh ja, an diese Episode erinnere ich mich auch! Da war CF wirklich etwas weicher geworden!


                    PERFEKT +

                    Brütend sah Joan sich das Filmmaterial an, das im Gefängnis von Pretoria aufgenommen worden war. An sich war es ein modernes, sehr gut ausgestattetes Gefängnis mit gutem Ruf gewesen. In der kurzen, aber schreckliche Davison-Ära hatte sich das schlagartig durch Allan Falkner geändert.
                    Man brauchte keine mittelalterlichen Verliese, um Schrecken zu verbreiten, es kam ganz auf die Foltermethoden an!
                    Joan saß etwas blass am Schreibtisch, das gehörte nun mal auch zu ihrer Arbeit. Falkner hatte den Fehler gemacht, nicht nur Folter anzuordnen, um Geständnisse und Geheimnisse des Untergrundes zu erpressen, er hatte sogar selber Hand angelegt. Zwei Filmdokumente belegten gar Mord.
                    Es gab keinen Zweifel an der Schuld des Mannes. Joan sah sich nicht nur aus diesen Gründen die Filme an, sie beobachtete Falkner sehr genau, seine Körperhaltung, Gesichtsausdruck, persönliche Eigenarten. Falkner war ein „Stolzierer“, er umtigerte seine Opfer gern, lief um sie herum, zeigte gern körperliche Präsenz.
                    Als Joan genügend gesehen hatte, wandte sie sich Falkners Akte erneut zu. Ihre Mitarbeiter waren ausgeschwärmt, um Falkners Familie, seine ehemaligen Kollegen vor der Davison-Ära, ehemalige Studienkollegen zu befragen. Joan würde gegen 17 Uhr mit ihnen zusammentreffen. Zwischendurch gab sie ermittlungstechnische Dinge, die ihr bei der Sichtung noch einfielen an ihre Mitarbeiter durch, um sie klären zu lassen.
                    Sie selbst war kaum noch im Außendienst, was Curtis ungemein erleichterte. Manchmal beschlich sie das Gefühl, er hätte mit ihren Vorgesetzten ihre Stellenbeschreibung sehr genau ausformuliert. Nein, das war sicher Quatsch und selbst wenn es so wäre, sie hätte nicht dagegen interveniert. Es war ihr Beitrag zu einer gemeinsamen Zukunft, Curtis verzichtete dafür im Gegenzug auf zu risikoreiche Verbrecherjagden, widmete sich eher der Forschung. Das war es wert, sie hatte ihren Captain Future, der nachts ruhiger schlief, weil er sich nicht mehr allzu sehr um sie sorgen musste.
                    Falkner stammte aus einer erzkonservativen Familie des afrikanischen Mittelstandes, hatte zwei Schwestern, seine Mutter lebte noch in Nairobi.
                    Studiert hatte er an der Militärakademie in Casablanca, Bilderbuchkarriere als Commander. Und dann hatte er auf Davison gesetzt. Interessant war, dass seine Schwestern in Waffengeschäfte verwickelt waren, sie hatten unter Davison größere Anteile an einem Rüstungskonzern übernommen. Joan beschlich der Gedanke, dass seine Schwestern gewiss nicht „unschuldig“ waren und damit verdächtig, ihrem Bruder Unterschlupf zu gewähren. Wenn ihre Ermittlungen abgeschlossen waren, würde sie die Informationen an das Schwesterdezernat Wirtschaftsverbrechen weiterleiten, das sollte sich diese Verbindung mal genauer ansehen.
                    Ihr Televisor piepte kurz auf. Joan sah kurz zum kleinen Meldefenster auf dem Bildschirm, das ihr den Anrufer zeigte.
                    Curtis!
                    Das dritte Mal!
                    Manchmal konnte er sehr penetrant sein! Das kam davon, wenn man zwei Wochen auf Entzug war!
                    Joans Gedanken schweiften ab. Es war ein schweres und wunderschönes Jahr zugleich gewesen. Schwer, weil sie beide immer noch an den prägenden Ereignisse der Kampfzeit gegen Davison zu knacken hatten, schön, weil ihre Beziehung so wunderbar gewachsen war. Das bezog sich nicht nur auf die geistige Nähe, obwohl sie so herrlich unterschiedlich waren, sondern besonders auf die körperliche.
                    Curtis hatte nie wieder zugelassen, dass sie sich entzog und die zärtliche Komponente hatte auch nach einem Jahr nicht einen Deut nachgelassen. Der Gedanke ließ Joan lächeln. Er hätte in ihrem Köpfchen nicht einmal den Hauch eines Gedanken an einen anderen Mann gefunden, wenn er telepathisch veranlagt gewesen wäre. Joan ließ ihn in der Beziehung kluger Weise etwas im Ungewissen. Sie erinnerte sich nur zu gut daran, wie er früher versucht hatte, sie auf Distanz zu halten. Das wollte sie nie wieder!
                    ...
                    "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                    • #11
                      Zitat von avatax Beitrag anzeigen

                      Ganz ehrlich, wenn unser Nachbar wieder an seiner neuen Garage werkelt, die wohl eher ein Wohnhaus wird - gestern haben sie 6 Fenster nachträglich ins Mauerwerk gefräst - da wünsche ich mich weit weg.
                      Wo es definitiv ruhiger ist.
                      6 Fenster??? Wie groß ist die denn? Unsere Garage "hängt" am Haus. Wir haben nur 1 Fenster auf der Rückseite und eine Tür zum Garten dort. Die Vorderseite bietet Platz für das Garagentor aber ansonsten hätten wir nur noch eine Seite für ein max. zwei zusätzliche(s) Fenster - für mehr wäre echt kein Platz. Hm...
                      Aber bei sovielen Fenstern braucht man immerhin tagsüber kein Licht mehr

                      - - - Aktualisiert - - -

                      Zitat von earthquake Beitrag anzeigen
                      Curtis!
                      Das dritte Mal!
                      Manchmal konnte er sehr penetrant sein! Das kam davon, wenn man zwei Wochen auf Entzug war!
                      Find ich gut. Sie sollte aber mal langsam dran gehen, wenn er so oft anruft.
                      Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

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                      • #12
                        Zitat von Twister-Sister Beitrag anzeigen
                        Find ich gut. Sie sollte aber mal langsam dran gehen, wenn er so oft anruft.
                        Nana, nicht so schnell weich werden!
                        Früher hat er sie warten lassen, erinnert Ihr Euch? Und Joan leidet ja immer noch unter den Auswirkungen um den Tod des Klon, sie will sich auch ein bisschen selbst bestrafen!
                        Da ist zu viel Rummachen mit dem Held der Träume kontraproduktiv!
                        "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                        • #13
                          Ja aber der nervt doch weiter
                          Irgendwann ruft er Garnie an: "Du Eszella, sag Joan, sie soll endlich mal ran gehen!"
                          Ooooder er installiert heimlich eine Überwachungskamera an ihrem Arbeitsplatz. Ach mir kommen da gerade tausend Ideen. Ist ja nicht so, dass er und seine Jungs das nicht schonmal woanders praktiziert hätten. Bei dem Filmproduzent zum Beispiel. Da platziert Simon ein Abhörgerät (was aber relative schnell gefunden wird) und dannach betäubt Future und Simon diesen Herren und lesen seine Gedanken mit so einem komischen Gerät. Hallo? IST sowas eigentlich erlaubt? Wo bleibt die Privatsphäre? Wo das Recht auf... die... ähm... eigenen Gedanken? Unglaublich sowas...
                          Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                          Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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                          • #14
                            Falkner

                            PERFEKT +

                            Wie es konkret weitergehen sollte, wusste sie auch nicht recht, aber sie würden es schaffen, zusammen zu bleiben.
                            Er wollte sie heiraten!
                            Wie lange hatte sie davon geträumt, aber nun wo sie mit ihm lebte, stellte es sich anders dar, schwieriger, als sie gedacht hatte. Sie war nicht der Typ der auf dem Mond leben konnte, ohne ihre Freunde, ohne ihre Familie! Curtis hatte das verstanden, aber es gab noch keine greifbare Lösung!
                            Joan sendete Curtis nur eine Symbolnachricht zurück, einen Kussmund. Das musste reichen.
                            Sie brauchte einen freien Kopf für das Meeting um 17 Uhr, das musste ein Pflicht versessener Captain Future doch verstehen!
                            Ihr Team, bestehend aus Hannah, Jonathan, Will, ein älterer Ermittler, der in jener Zeit seine erwachsene Tochter in einer der Gefängnisse verloren hatte, ein ruhiges, tiefes Wasser, bei dem Joan sich bewusst war, dass sie sich seinen Einsatzort genau überlegen musste und Alice, die eigentlich als Sekretärin bei ihr begonnen hatte. Zu Hannah hatte Joan einen anderen Draht als zu Alice, viel persönlicher, aber Alice war ein Multitasking-Talent, auf das Joan nicht verzichten konnte und wollte. Distanz war nicht immer schlecht.
                            Gegen fünf trudelten ihre Mitarbeiter ein. Joan hatte Getränke und ein paar Kekse vorbereitet. Es folgten kurze Floskeln, bis sich alle im Konferenzraum niederließen.
                            Hannah war mit Jonathan unterwegs gewesen. Hanna berichtete von ihrem Besuch bei den Schwestern und dem Rest der Familie Falkner. Jonathan blendete verschiedene Fotos ein.
                            „"Seine Mutter sagte ganz klar, seit dem Putsch, denn Davison wäre ja der rechtmäßige Präsident gewesen, da war sie sehr selbstbewusst, hätte sie ihren Sohn nicht mehr gesehen. Er müsste sich verstecken, obwohl er doch nur versucht hätte die demokratischen Grundsätze zu verteidigen. Und nein, sie wüsste nicht, wo sich ihr Junge verstecke.
                            Die Schwestern gaben sich da diplomatischer. Bei Susan van Gröde, der älteren Schwester, sind wir uns sicher, dass sie mehr weiß als sie uns sagt. Ich vermute, sie beherrscht ein ziemlich starker Beschützerinstinkt gegenüber ihrem „kleinen“ Bruder. Ihr Mann ist ein ziemlich großes Tier bei Chesterfield“, das war ein großer Stromversorger, “Esther Mansfield, die jüngere Schwester scheint eher etwas naiv, die hat eher Mühe, ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen!“
                            Joan nahm sich Zeit, die Fotos zu mustern. Susan war eine dunkelhaarige Schönheit mit dunklen, braunen Augen. Schwer zu durchschauen.
                            „Ist Susan in die Rüstungsgeschäfte verwickelt, oder ihre Schwester Esther?“, fragte Joan leise nach.
                            „Offiziell keine von beiden, sondern ihre Ehemänner.“ Jonathan blendete die Fotos der Männer ein. Van Gröde war ein brünetter Typ, mit blassblauen Augen, Mansfield ein attraktiver Mann mit schwarzem Haar und sprühenden blauen Augen, ein Frauentyp, Joan begriff sofort, wo das Problem mit seiner Frau lag. „Davon ist van Gröde wohl die treibende Kraft, während Mansfield lieber das Geld ausgibt!“
                            „Komplexe Verhältnisse“, stellte Joan fest.
                            Hannah nickte ihr zu.
                            „Ganz genau!“
                            „Vielen Dank! Verschriftlicht das morgen bitte, dann durchwühle ich alles nochmal! Will, wie sah es bei den Studienkollegen aus?“
                            Will konzentrierte sich.
                            „Unser Verdächtiger war kein Überflieger an der Uni, obwohl das gern so verkauft wurde. Er war charmant, hat Hausarbeiten aber wohl gegen Geld für sich anfertigen lassen. Eine Liste mit den Namen der Kommilitonen, mit denen er enger verkehrte ist hier!“
                            Joan überflog die Namen, da waren drei Namen, die ihr etwas sagten. Alice blendete verschiedene Fotos vom Campus ein.
                            „Er bewies immer wieder gern, dass er Geld hatte, war aber kein extremer Angeber. Interessant ist eine Verletzung der Hüfte, die er sich bei einem Cricketspiel zu gezogen hat. Daran kann man ihn immer erkennen!“
                            „Danke Will, das rundet mein Bild ab. Ich habe mich mit den Filmaufnahmen beschäftigt. Er spielt seine Überlegenheit gern aus, umkreist seine Opfer, genießt seine Macht, suhlt sich in der Rechtmäßigkeit seines Tuns, bevor er zuschlägt. Er ist kein echter Sadist, mag keine brutalen Grausamkeiten, achtet darauf sich im wahrsten Sinne des Wortes, nicht die Finger schmutzig zu machen!“
                            ****
                            Zuletzt geändert von earthquake; 20.03.2016, 12:27.
                            "Allerdings - wer Geschichten mag, die die Figuren definitiv als "out of character" beschreiben (also extrem abweichend von Edmond Hamiltons Vorlage), möge sich bitte woanders umschauen." - Genau, nämlich hier und was noch nicht ist, kann ja noch werden!

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                            • #15
                              Ganz schöne Puzzle-Arbeit so eine Ermittlung
                              Aber wo könnte sich ein "geputschter Präsident" so verstecken? Frech wäre ja: Auf der anderen Seite des Mondes. DORT würde nämlich keine Sau nachsehen.

                              Bei "Outlaw-World" von Hamilton gab es eine ähnliche Begebenheit: Die Welt der Outlaws, Piraten, Gangster etc. war ein geheimer Stützpunkt, den die Planetenpolizei schon seit ewigen Zeiten suchte. JEDER dachte, dass dieser Stützpunkt entweder am Popo des Systems zu finden wäre oder noch weiter weg. Keiner wirklich KEINER hätte gedacht, dass sie sich sozusagen im Zentrum des Systems befand.
                              Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

                              Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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