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Raumschiff Bluefox --- Episoden 13-15, Ende der 1. Staffel!

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  • Raumschiff Bluefox --- Episoden 13-15, Ende der 1. Staffel!

    Was bisher geschah...

    Folge 13: Katerstimmung


    STARRING

    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
    Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
    Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Deborah Crossnicholls
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Hannes Morger ALS Cpt. Stephen Wish
    Roland Peter ALS Cpt. Rowland Peter
    Sepp Schneider ALS Cpt. Joseph Taylor

    Computerlogbuch vom Leitenden Medizinischen Offizier, Doctor Nicole Strike, Sternzeit 54131.9

    ««Als ich am gestrigen Abend Zehn-Vorne besuchte, verschlug es mir buchstäblich die Sprache! Ich hätte niemals gedacht, daß ich derart überschwenglich empfangen werde von der Crew! Insbesondere der Captain hat wieder mal genau das gesagt, was ich mir niemals gedacht hätte! Er konnte es natürlich nicht lassen und hat ein paar Zitate gebracht, die mir mal entflogen sind. Es war wirklich eine tolle Feier und ich möchte mich mit diesem öffentlichen Logbuch noch einmal bei allen dieser Crew bedanken für diesen wunderbaren Abend! Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht und ich muß lange zurückblicken, bis ich eine Nacht finde, die so lang war wie die Letzte!»»


    Nach dieser sehr langen Feier von Dr. Strikes 36. Geburtstag hatte natürlich auch der eine oder andere aus der Bluefox-Familie zwei oder drei Zehntelpromille zu viel im Blut und dementsprechend war es dann auch am nächsten Morgen! Den meisten dröhnte der Kopf und es wäre diesen Leuten viel lieber gewesen, gar nicht erst aufzustehen oder höchstens einen Rollmops zu essen und danach sofort wieder ins Bett zu steigen! Aber auch auf der Bluefox, dem Flaggschiff der Föderation immerhin, war es in der eigenen Verantwortung, am nächsten Morgen so fit zu sein, um den Dienst normal absolvieren zu können. Wer das nicht konnte oder nicht wollte, weil die Person ein bißchen zuviel getrunken hatte, dann mußte diese Schicht doppelt nachgearbeitet werden. – Sternenflottenreglement.
    Gerade die Führungsoffiziere mußten ein gewisses Vorbild abgeben für den Rest der Crew und gerade weil die Crew so klein war, mußte jeder eigentlich anwesend sein, da es sonst wirklich Engpässe geben konnte, die dann nicht kompensiert werden konnten!
    Selbst nach so einem Abend wie dem vorherigen gelang es allen Mannschaftsmitgliedern, sich mehr oder weniger pünktlich zum Dienst zu melden! Dies gaben die jeweiligen Abteilungsleiter Lt. Cmdr. Lore, Lt. Cmdr. Chollet, Dr. Strike und Cmdr. Ceagy an
    Cpt. Bluefox weiter. Der lobte wiederum die Einstellung seiner kleinen, aber feinen Crew!

    Auch der Captain selbst hatte fast nichts zu tun, bis dann doch mal etwas geschah. Es kam wenigstens eine Nachricht herein gegen den Abend! Cpt. Bluefox war aber auch froh, daß nicht mehr los war, denn so konnten er und seine Leute sich ideal ausruhen und auch die Pausen etwas verlängern.
    Als die Nachricht auf dem Bildschirm des Captains im Bereitschaftsraum aufleuchtete, öffnete er sie und hörte zu.

    ««An die U. S. S. Bluefox, hier spricht Captain Stephen Wish von der „Samihra“. Sie hätten mich sicher schon am Gesicht erkannt, nicht wahr? Ich habe eine aktuelle Meldung, die Sie als Vertreter der Föderation sicher interessieren wird:
    Ich trete der Sternenflotte bei, Captain! Ich konnte mit dem Romulanischen Sternenimperium einen friedlichen Vertrag aushandeln, der es mir erlaubt, in den Diensten der Sternenflotte zu handeln, solange ich nichts über die Romulaner und deren Vorhaben erzähle. Ich finde dies eine faire und vor allem machbare Sache und habe eingewilligt. Nun bin ich noch auf der Suche nach einem geeigneten Schiff für mich. Ich will es jedoch führen, nicht bloß an Bord sein und keine Entscheidungen treffen können. Ich bin sicher, die Sternenflotte hat noch einen Platz frei für einen Mann, der diplomatisch und taktisch so viel Erfahrung hat wie drei Captains der Föderation zusammen! Nichts gegen Sie persönlich, Captain, aber Romulaner können sehr alt werden, wie Sie wissen. – Ich bin stolze 137 Jahre alt! Seit ich 52 Jahre alt bin, kommandiere ich Raumschiffe. Das sind bereits volle 85 Jahre Dienstzeit. Kein Mensch könnte jemals so lange bei vollen Kräften ein Raumschiff kommandieren. Gute und qualifizierte Personen schaffen knapp die Hälfte. Wenn Sie jemanden wissen, rufen Sie mich wieder. Also, bis dann. Wish, Ende.»»


    Cpt. Bluefox war sichtlich erstaunt über diese Nachricht! Cpt. Wish sollte also der Föderation beitreten und sie unterstützen? Nun ja, dies hatte Cpt. Bluefox nie bezweifelt. Er konnte bei Cpt. Wish am besten erkennen, daß die Romulaner gar nicht so schlimm sind, zumindest ein Teil von ihnen – und Wish war ja sogar von menschlichen Eltern erzogen worden! Ob die wohl noch lebten? Als sich der Captain diese Frage stellte, mußte er lachen. Nein, was für ein dummer Gedanke!
    Woran Cpt. Bluefox aber mehr studierte, war das Schiff, wonach Cpt. Wish suchte. Gab es denn noch freie Stellen? Es kam ihm ein potentielles Schiff in den Sinn. Er sagte leise zu sich:
    «Die U. S. S. Jackenboy. Die ist schon seit mehreren Wochen ohne ernsthafte Missionen im Einsatz und treibt eigentlich nur sinnlos im All herum. Es ist ein gutes Schiff und man könnte damit einiges erreichen! Ich werde Captain Joseph Taylor mal kontakten.»
    Gesagt, getan. Er tippte also die Frequenz der U. S. S. Jackenboy ein und wartete auf eine Antwort. – Da kam sie auch schon:
    ««Hier spricht Captain Joseph Taylor von der U. S. S. Jackenboy NCC 10317-A. Du wolltest mich sprechen, Matt?»» sprach Cpt. Taylor.
    ««Ja, hallo Joseph! Schön, dich zu sehen! Ich habe eine Nachricht empfangen von einem gewissen Captain Stephen Wish. Er ist ein Romulaner und gerade frisch vom Sternenimperium in die Sternenflotte gewechselt. Jetzt sucht er einen geeigneten Posten als Schiffsleiter. Das Oberkommando hat festgestellt, daß dein Schiff in den letzten sieben Wochen gerade mal zweimal das Dock verlassen hat und momentan im All schwebt ohne Auftrag. Ich will dir ja nichts übelnehmen, aber Captain Wish könnte mit deiner Crew, die ja doch relativ groß ist, Schulungen durchführen über Taktik und Diplomatie. Das sind seine Stärken. Er ist bei den Romulanern schon 85 Jahre Captain gewesen. Erfahrung hat er sicher genug. Soll ich ihn fragen, ob er sich mit dir treffen sollte?»» erklärte Cpt. Bluefox.
    Sternenflottencaptains waren untereinander in der Regel per du. Cpt. Taylor erwiderte:
    «Ein Romulaner auf meinem Schiff? Das ist ja was ganz Neues! Jetzt schicken sie schon Spitzel direkt in die Schiffe der Sternenflotte! Glaubst du wirklich, daß der aus Überzeugung die Seiten gewechselt hat?»
    «Du weißt, daß ich keine Vorurteile mag und daher auch keine mache. Ich finde, wir sollten ihm eine Chance geben und schauen, ob er wirklich freien Willens ist. Ich habe mit ihm Verhandlungen geführt. Er hat menschliche Eltern gehabt. Die sind jetzt sicher schon in den ewigen Jagdgründen.» meinte Cpt. Bluefox und mußte wieder lachen bei der Erwähnung der toten Eltern von Cpt. Wish!
    Er fand diesen Gedanken einfach komisch, daß es Körper, Nerven und Gehirne gab, die eine doppelt oder dreimal so hohe Lebenserwartung hatten wie „normal sterbliche“ Organe. Selbst für einen Menschen des späten 24. Jahrhunderts schien es einfach fern von jeglicher Realität, daß so etwas nur schon rein biologisch möglich war.
    Cpt. Taylor entgegnete auf Cpt. Bluefox’ Appell hin:
    «Also schön. Sag’ ihm Bescheid, er könne mal vorbeikommen. Obwohl ich also, ehrlich gesagt, nicht so erpicht darauf bin, einen Vertreter einer Spezies zu sehen, der wir seit über einem Jahrhundert nie trauen konnten und mit der wir eigentlich mehr oder weniger verfeindet sind.»
    «Also, Joseph! Ich glaube, wir sind einem Frieden mit den Romulanern so nahe wie noch nie! Es haben endlich einmal Verhandlungen stattgefunden! Erst auf „Shagra 2“, dann sogar hier, auf der Bluefox! Natürlich gibt es noch einige Kriegsfreunde, aber wenn diese langsam begreifen, daß der Trend anders wird, dann werden sie sich auch überlegen, gegen eine plötzliche Übermacht von Friedensfreunden anzutreten! Und wenn ich noch ein persönliches Beispiel abgeben darf: Captain Stephen Wish und seine Crew auf dem Schiff „Samihra“, einem romulanischen Warbird, hat uns das Leben gerettet, als wir gegen einen Asteroiden geprallt sind und uns das Wasser wirklich bis zum Kopf stand, respektive die Lebenserhaltung bis zum obersten Deck nach und nach versagte! Ohne ihn wäre ich und meine ganze Crew, Lore mal ausgenommen, tot! Lore allein hätte uns nicht herausbringen können. Die Systeme waren ja auch alle defekt. Wäre Wish unser Feind, dann weißt du also, was jetzt wäre.»
    Cpt. Taylor schwieg plötzlich und nickte zustimmend! Er begriff, wie sich das Verhältnis zwischen den Menschen und den Romulanern verändert hatte. Er bemerkte lediglich:
    «Ich erwarte den Mann. Er ist willkommen auf der Jackenboy. Wir werden das dann regeln mit dem Kommando. Du kannst gerne dem Gespräch beiwohnen und als „neutrale Partei“ fungieren, Matt.» Cpt. Bluefox nickte ebenfalls und meinte abschließend:
    «Das werde ich tun, Joseph. Danke für die Einladung! Bluefox, Ende.»

    Trotz der Katerstimmung, die im Moment auf der Bluefox herrschte und von der auch der Captain selbst nicht verschont blieb, mußte er also auch noch eine Außenmission in Angriff nehmen! Auch Cpt. Bluefox mußte sich wirklich zusammenreißen und über seinen Schatten springen. Ginge es nicht um einen weiteren Akt des Friedens zwischen Romulanern und Menschen, wäre er wohl in seinem Sessel wenig später eingeschlafen! Er hatte auch das eine oder andere Gläschen zuviel gehabt am vorigen Abend. Der alkalische Brandy floß für einmal in bedeutend rauheren Mengen, da dieser Anlaß außerdienstlich war. Im Nachhinein wünschte sich der Captain nichts sehnlicher, als daß dieser Abend dienstlich gewesen wäre!

    Als Cpt. Bluefox die Brücke betrat, sah er viele übermüdete Gesichter! Auch Cmdr. Ceagy im Kommandosessel sah nicht so aus wie sonst. Der Erste Offizier durchfuhr mit der rechten Hand seine kurzen, braunen Haare, die sonst immer wie die Stacheln eines Igels aufgestellt waren. Aber an diesem Tag lagen sie flach auf dem Kopf! Als er den Captain bemerkte, erhob er sich mühsam aus dem tiefen Sessel und machte dem Captain Platz. Cmdr. Ceagy wurde es schwindlig und er mußte sofort im Sessel des Ersten Offiziers wieder Platz nehmen, damit es ihm nicht noch schwärzer wurde vor den Augen! Eine Ohnmacht konnte er nun wirklich nicht gebrauchen!
    Cpt. Bluefox befahl Lt. Humble am Steuer:
    «Lieutenant, setzen Sie einen Kurs auf die Koordinaten der U. S. S. Jackenboy. Fliegen Sie mit Geschwindigkeit Warp 3. – Beschleunigen.»
    «Kurs gesetzt. Geschwindigkeit ist in zwei Sekunden erreicht.» bestätigte Lt. Humble.
    «Warum fliegen wir zur Jackenboy?» fragte Lt. Cmdr. Chollet und äugte von seiner Station aus zu den beiden Schiffsverantwortlichen in den Kommandosesseln hinunter.
    «Ein Romulaner macht Karriere, Commander. Reicht Ihnen das?» fragte Cpt. Bluefox zurück.
    «Ich lasse mich überraschen!» antwortete der Sicherheitschef. Er klang noch relativ heiter!
    Lt. Boer an der Ops bemerkte dies und fragte Lt. Cmdr. Chollet:
    «Wie lange haben Sie denn gestern gefeiert?»
    «Nun, ich war sicher auch bis ungefähr zwei Uhr in der Früh’ dort, aber ich habe keinen Alkohol zu mir genommen, weil ich wußte, daß es eventuelle Ausfälle in den Schichten geben könnte. Und ich bin ja schließlich als Führungsoffizier zum pünktlichen Dienst noch stärker verpflichtet als die anderen Crewmitglieder. Insgeheim bin ich auch froh, wenn der eine oder andere nicht erscheint. Ich habe dann nämlich irgendwann einmal frei und diese Person darf für mich noch einmal eine Schicht absolvieren.» Während er diesen Satz sprach, schmunzelte er breit!
    Lt. Boer schmunzelte ebenfalls und meinte:
    «Nun, ich habe mir da Ähnliches vorgestellt heute! Hoffentlich profitiere ich davon! Wenn nicht, dann mache ich es ja immer noch für das Schiff und das ist ja keineswegs vergeben.»
    Cpt. Bluefox brachte mühsam, aber grinsend hervor:
    «Ich begrüße Ihre Einstellung zum Dienst auf der Bluefox, Mr. Boer. Nur weiter so!»

    Vier Stunden später, die Stimmung auf der Bluefox war beim kritischen Punkt angelangt, erreichte das Flaggschiff der Sternenflotte die U. S. S. Jackenboy. Cpt. Joseph Taylor erwartete Cpt. Bluefox bereits, denn auch Cpt. Wish und die „Samihra“ waren bereits eingetroffen! Cpt. Bluefox machte sich sofort auf den Weg zum Transporterraum. Als er die Tür des Transporterraums erreichte, öffnete sich diese automatisch, wie immer. Aber was den Captain um so mehr verwunderte, war, daß kein Knochen auf dem Posten war, um für einen eventuellen Transport im Einsatz zu stehen! Cpt. Bluefox schüttelte den Kopf und befahl dem Computer zynisch:
    «Computer, wenn du nicht auch eins über den Durst getrunken hast, dann wärst du bitte so frei und würdest mich in den Transporterraum der Jackenboy beamen? Danke schön.»
    «Koordinaten erfaßt. Transport wird initialisiert.» antwortete die monotone, weibliche Stimme des Computers.

    Cpt. Wish und Cpt. Taylor standen zum Empfang von Cpt. Bluefox im Transporterraum der Jackenboy bereit. Als sich Bluefox rematerialisierte, begaben sich alle drei Captains ohne Federlesens direkt zur Beobachtungslounge.
    Dort angekommen, eröffnete Cpt. Bluefox die Sitzung:
    «Nun, die Spitzen der örtlichen Parteien sind zusammengekommen, um die Situation zu besprechen. Ich für meinen Teil als neutrale Partei kann beisteuern, daß sich die Jackenboy noch fast keiner Mission unterzogen hat und somit eigentlich mehrheitlich dienstfrei im All herumtrieb. Sie können nun beginnen.»
    Cpt. Wish ergriff sofort das Wort:
    «Nun, Mr. Taylor, wie Sie sehen, bin ich kein Verbrecher. Ich bin jetzt ein Mitglied der Sternenflotte und würde ihr gerne wertvolle Dienste erweisen. Am besten könnte ich dies als Captain eines Raumschiffes im praktischen Einsatz tun. Meine 85-jährige Erfahrung dient dabei als ideale Basis zum Aufbauen.»
    Cpt. Taylor konterte:
    «Okay, Sie werden hier also Captain – schön und gut. Aber was werde ich dann tun? Soll ich Ihr Erster Offizier werden oder soll ich mich schon zur Ruhe setzen? Ich bin erst 57 Jahre alt und somit noch über zehn Jahre diensttauglich! Es ist auch mein Wunsch, daß ich in der kommenden Zeit ein Schiff führen kann, denn auch ich verfüge – für menschliche Verhältnisse – über eine große Kommandoerfahrung. Es wäre schade für die Föderation, wenn sie mich verlieren würde an einen Mann, der gerade frisch in die Föderation gestoßen ist und die Regeln, die Protokolle und die Schriften der Föderation noch fast gar nicht kennt! Im Moment ist kein Schiff frei, welches einen Kommandanten braucht. Alle Posten sind besetzt. Ich wäre also arbeitslos!»
    Der Romulaner versuchte, ruhig die Situation zu erklären. Er war sich nicht gewöhnt, daß Menschen so hartnäckig sein konnten in Sachen Vorurteilen gegenüber fremden Leuten oder fremden Spezies! Er sprach:
    «Hören Sie, Captain, ich bin keiner von denen, die Krieg mit der Föderation wollen! Es gibt zwei verschiedene Sorten Romulaner! Und wenn Sie das nicht verstehen wollen, dann seien Sie doch bitte einfach offen! Ich werde nun also meine Karriere in der Sternenflotte beginnen und für die Föderation arbeiten. Wenn auch nur das Allerwenigste von mir ausgehen wird, falls es zum Krieg kommt, dann können Sie mich zum Tode verurteilen. Das schwöre ich beim eigenen Leben!»
    Cpt. Bluefox griff in die Diskussion ein:
    «Meine Herren! Die Todesstrafe ist ohnehin kein Thema mehr seit mehr als einem Jahrhundert! Captain Wish, ich habe mit Ihnen schon verhandelt und Sie haben mir und meiner Crew das Leben gerettet im Andromeda-Asteroidengürtel. Ich kenne Sie ein wenig und ich kenne Ihre wahren Absichten.» Bluefox wandte sich zu Taylor und sprach:
    «Joseph, du kannst diesem Mann hundertprozentig vertrauen. Da gibt es keine Finten oder sonstige Geheimnisse. Das Problem ist lediglich, daß für dich keine Stelle offen sein wird, wenn du deinen Posten auf der Jackenboy aufgeben würdest. Ich biete dir daher folgenden Deal an: Du kannst auf der Bluefox als Erster Offizier arbeiten, bis eine Lösung gefunden ist.»
    Cpt. Taylor überlegte kurz und schaute Cpt. Wish auch nochmals in die Augen. Taylor legte viel Wert auf die Meinung und die diplomatische Erfahrung von Bluefox. Er nickte schließlich zustimmend und erwiderte:
    «Also gut. Das ist eine akzeptable Lösung. Damit kann ich gut leben. Somit, Captain Wish, übergebe ich Ihnen mit sofortiger Wirkung das Kommando der U. S. S. Jackenboy. Ich gratuliere Ihnen. Dringen Sie in unbekannte Gegenden im Weltall vor, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist!»
    Cpt. Bluefox klatschte Beifall! Er war wirklich froh, daß dieses Problem vorläufig vom Tisch war. Das Publikum bestand zwar nur aus Cpt. Bluefox allein, aber der Beifall kam von Herzen!

    Als auch die schriftlichen Formalitäten erledigt waren und sich Cpt. Wish eine rote Sternenflotten-Uniform mit vier goldenen Rangabzeichen am rechten Halskragen übergestreift hatte, beamten sich Cpt. Bluefox und Cpt. Taylor auf die Bluefox. Die Jackenboy, sowie auch die Samihra entfernten sich mit Warpgeschwindigkeit von der Bluefox. Somit war also das Flaggschiff der Föderation wieder alleine im hiesigen Raumgitter.

    Drei Tage später passierte an einer Offiziersbesprechung das Unerwartete:
    Es wurde ein Vorschlag gefunden, wie Cpt. Taylor sein kommendes Leben gestalten könnte! Zu dieser Sonderbesprechung trafen sich nur Cpt. Bluefox, Cpt. Taylor und Cmdr. Ceagy, der im Moment also nur Zweiter Offizier der U. S. S. Bluefox war!
    Cpt. Bluefox sprach:
    «Ich habe heute morgen die grandiose Möglichkeit gefunden für Captain Joseph Taylor! Mein Vorschlag lautet wie folgt...» Er wandte sich zu Cpt. Taylor. «...Joseph, ich habe gedacht, du könntest als Admiral in der Föderation das Oberkommando verstärken! Die Admiralität der Sternenflotte wäre nämlich noch schaurig froh, wenn sie eine erfahrene Kraft mehr hätte in ihrem Rat! Ich bin überzeugt, daß du genau der richtige Mann wärst für diesen Job!»
    Cpt. Taylor streckte nur seinen Daumen nach oben, sagte aber gar nichts!

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 54156.4

    ««Captain – oh, Verzeihung – Admiral Joseph Taylor ist mit meiner Idee zufrieden und hat sich noch heute Nachmittag den Gesprächen mit den anderen Admirälen gestellt. Ich bin überaus glücklich über den Ausgang dieser verzwickten Angelegenheit. Und nur als Bemerkung – auch Commander Andrew Ceagy ist natürlich sehr erfreut über dieses Ende, denn als Zweiter Offizier fühlte er sich meinem Eindruck nach bereits nicht mehr so wohl wie als Erster Offizier!
    Ach ja, die Katerstimmung an Bord meines Schiffes ist total verflogen, da kann ich mein Ehrenwort und die Hand ins Feuer legen! Eine Lehre haben ich und ein großer Teil der Mannschaft dennoch erneut gezogen:
    Blau, blau, blau ist der Enzian, jedoch nicht meine Crew mit achtzehn Mann!»»


    Cpt. Bluefox betrat seinen Bereitschaftsraum und setzte sich in den Sessel hinter dem Schreibtisch. Er war sich der Sache sicher, daß sich so eine Katerstimmung nie und nimmer mehr ausbreiten könnte, da solche Geburtstage ja selten waren und in Zukunft sicher nicht mehr so ausgelassen gefeiert würden. Gerade als der Captain an dies dachte, kam auf seinem privaten Computer eine Nachricht herein. Es war Cpt. Rowland Peter, ein langjähriger Kollege von Cpt. Bluefox. Sogleich begann Cpt. Peter, seine Nachricht zu verkünden:
    ««Hallo, Matt! Hier ist Rowlin! Ich habe gerade ein Glas Wein in der Hand, wie du siehst, und ich feiere im Gebäude des Sternenflotten-Oberkommandos meinen Vierzigsten! Kommst du auch noch vorbei?»» fragte Cpt. Peter voller Begeisterung.
    Cpt. Bluefox fiel zuerst der Kinnladen herunter, dann vergrub er den Kopf in seinen verschränkten Armen auf dem Tisch!

    --- ENDE ---
    Zuletzt geändert von Data; 04.03.2002, 19:34.

  • #2
    Folge 14: Das Sprachrohr der Borg (Teil 1)


    STARRING


    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Tanya Steiner ALS Lt. Cmdr. Tanya Steaner
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
    Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Deborah Crossnicholls
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
    Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy
    Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Matthias Currat ALS Andronus
    Annika Walter ALS Lt. Cmdr. Annika Valter
    Lilian Egli ALS Adm. Lilian Eagly
    Div. Schauspieler ALS Borg-Drohnen
    Bruno Morger ALS Adm. Bruno Morcher

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 54639.7

    ««Wir befinden uns im Orbit von „Stellaris 4“, einem Planeten, auf dem sich die äußerste Kolonie der Föderation befindet. Wir werden in wenigen Minuten in Begleitung eines zweiten Sternenflottenraumschiffes sein. Es ist das Schiff von Admiral Lilian Eagly, die U. S. S. Wineland. Sie wird eine Spezialistin der Borg mitbringen, Lieutenant-Commander Annika Valter.
    Commander Valter wird uns bei Strahlenmessungen auf diesem Planeten helfen und direkte Vergleiche zwischen einem Angriff vor einem knappen Jahr auf eine Raumstation der Föderation in der Nähe der Neutralen Zone anstellen. Ich glaube immer noch, daß die Borg bereits im Alpha-Quadranten sind und einen Angriff oder eine Großassimilation planen. Für diese Mission haben wir auf der Erde vorgesorgt und einige neue Crewmitglieder auf unser Schiff gebeamt. Ich habe darauf geachtet, daß auch die neuen Personen bereits mit uns vertraut sind. So konnten wir folgende Crewmems für uns gewinnen:
    Fähnrich Stephen Ceagy, der Bruder meines Ersten Offiziers und Fähnrich Patrick Strike, der Bruder von Chefärztin Nicole Strike, konnten für diese Mission begeistert werden. Beide haben vor wenigen Tagen ihr Offizierspatent auf Raumschiffen abgelegt und haben die Abschlußprüfungen der Sternenflottenakademie mehr als erfolgreich absolviert.
    Zusätzlich haben wir für die kommenden Missionen eine neue Chefingenieurin eingestellt und konnten somit Lieutenant-Commander Lore auf die Brücke versetzen, weil wir ihn besonders in der kommenden Mission dort gut gebrauchen können.
    Die neue Chefingenieurin heißt Tanya Steaner und hat den Rang eines
    Lieutenant-Commanders. Sie kommt übrigens aus einer Fraktion, die nicht zur Sternenflotte gehört. Sie kommt aus der ITW-Fraktion. Dennoch habe ich vollstes Vertrauen in sie, weil ich sie sehr gut kenne. Ich verbrachte mit ihr immerhin drei volle Jahre in der gleichen Akademieklasse.
    Zurück zu der Borg-Angelegenheit:
    Es wird in Kürze ein Außenteam auf die Oberfläche von „Stellaris 4“ beamen und mit einer Besichtigung der Kolonie beginnen. Commander Ceagy, Lieutenant-Commander Lore und Lieutenant-Commander Chollet haben sich freiwillig zu diesem Sondereinsatz gemeldet.
    Ich hoffe selbstverständlich, daß wir es nicht mit den Borg zu tun bekommen werden. Da hätte ich sogar die Ferengi oder die Klingonen noch lieber.»»


    Das Außenteam wurde von Chief Whiteman also nach „Stellaris 4“ gebeamt.
    Auf der Oberfläche sah es kahl und grau aus. Ein harter Sandboden, viele kleinere und größere Steine und mittendrin ein riesiger Krater!
    Cmdr. Ceagy glaubte nicht, daß an so einem kahlen Ort die „New Providence“-Kolonie in der Nähe sein sollte. Er funkte kurz nach der Ankunft wieder an den Transporterraum:
    ««Ceagy an Whiteman: Chief, ich glaube nicht, daß wir hier richtig sind. Da ist keine Stadt der Kolonie. Überprüfen Sie doch bitte nochmals die Koordinaten.»»
    Nach einer kurzen Pause gab Chief Whiteman eine Antwort:
    ««Hier Whiteman, Commander. Ich habe die Koordinaten überprüft. Direkt vor Ihnen sollte sich die Hauptstadt befinden, wenn man das „Hauptstadt“ nennen kann mit nur 400 Einwohnern.»»
    Cmdr. Ceagy staunte ins Leere. Dort, wo die Stadt hätte sein sollen, war der große Krater!

    Das Außenteam beamte wieder auf die Bluefox zurück und gab dem Rest der Seniorcrew auf der Brücke Bescheid.
    Inzwischen war auch die U. S. S. Wineland angekommen. Die Wineland war ein Schiff der Nebula-Klasse und eine Station in der Laufbahn von Cpt. Bluefox’ Akademieleben!
    Adm. Eagly war zwei Jahre lang Klassenlehrerin von Cpt. Bluefox und seinem „Squadron“, wie er seine Kollegen damals immer nannte, wenn er von ihnen als gesamte Klasse redete.
    Adm. Eagly betrat mit Lt. Cmdr. Valter den Bereitschaftsraum. Cpt. Bluefox erwartete sie dort bereits.
    «Admiral, lange nicht mehr gesehen! Ich freue mich sehr, ausgerechnet Sie einmal als Einsatzleiterin zu haben!» begrüßte der Captain die Admiralin mit einem Strahlen.
    «Aber, Captain! Schmeicheln war schon immer Ihre Stärke!» lachte Adm. Eagly.
    «Ich meinte es wirklich ernst!» bestand der Captain auf seiner Meinung.
    «Also gut. Aber ich bin ja vor allem hier, um Ihnen einige Neuigkeiten über die Föderation zu erzählen. Es wird Ihrem Ersten Offizier, Commander Ceagy, ein Kommando angeboten.»
    begann Adm. Eagly. Cpt. Bluefox war geplättet!
    «Ein Kommando?» brachte er noch heraus.
    «Ja, ein Kommando. Und zwar wird ein Platz auf der U. S. S. Aventicum frei. Er kann ihn haben, wenn er will.» meinte Eagly.
    «Die Aventicum – Oh. Ein schönes Schiff.» bemerkte Bluefox und mußte sich erst mal in den Sessel hinter dem Schreibtisch zurücklehnen und diese Nachricht realisieren!
    «Commander Ceagy wird von mir die Nachricht ebenfalls noch erhalten. Aber ich glaube, ich kann ihn nur noch mit einer Subraumbotschaft erreichen. Ich muß wieder zur Sternenflotte zurück und allfällige Maßnahmen treffen, wenn wirklich die Borg kommen sollten. Sie erreichen mich ja über die normalen Kanäle der Sternenflotte, wenn Sie etwas Wichtiges haben.» erklärte Adm. Eagly.
    «Alles klar, Admiral. Ich danke Ihnen für diese Informationen und wünsche Ihnen eine gute Heimreise.» verabschiedete sich Bluefox von Eagly und er begleitete sie noch bis zum Ausgang des Bereitschaftsraumes.
    Nachdem Adm. Eagly gegangen war, wollte Cpt. Bluefox natürlich noch einiges von
    Lt. Cmdr. Valter über die Borg wissen:
    «Willkommen an Bord, Commander Valter. Ich habe erfahren, daß Sie Ihre Akademie-Abschlußprüfung im Wahlfach Kybernetik abgeschlossen haben! Das ist kein häufiges Fach!» meinte Cpt. Bluefox.
    «Tja, jeder hat da seine Vorlieben. Mich hat die Tiefe des Gebietes einfach überwältigt!»
    erklärte Lt. Cmdr. Valter.
    «Haben die Borg Sie schließlich dazu veranlaßt, Kybernetik zu studieren?» fragte Bluefox.
    «Wenn ich ehrlich bin, ja. Die Borg sind zwar der langwierigste und der tödlichste Feind der Föderation, aber sie sind faszinierend! Ich wundere mich heute noch, wie sie es geschafft haben, ein kollektives Bewußtsein zu gründen und andere Materie, also auch Computertechnik, in ihr Kollektiv zu assimilieren. Sie werden vermutlich nicht aufgeben, bis sie die Perfektion erlangt haben, denke ich.» antwortete Valter.
    «Nun, da wären wir also schön zum Thema gekommen, Commander – Die Borg. Sie haben Messungen auf der Raumstation bei der Neutralen Zone gemacht. Was haben Sie dabei herausgefunden?» fragte der Captain.
    «Es gibt magnetische Schwingungen mit einer Frequenz zwischen sieben und neun Megahertz. Aber die Hauptfrequenz, die wir dreimal identisch aufnahmen, betrug 7,9 MHz. Ich werde so bald wie möglich auf „Stellaris 4“ mit den selben Messungen beginnen. Ich bin gespannt, was der Tricorder anzeigen wird.» antwortete Lt. Cmdr. Valter.
    «Hoffen wir, daß die Frequenz nicht von den Borg kommt. Gibt es mehrere Rassen, die solch hohe Frequenzen in ihren Schußwaffen haben? Oder gibt es andere Spezies, die eine derart hohe magnetische Persönlichkeit besitzen?» fragte Bluefox. Valter mußte lachen.
    «Magnetische Persönlichkeit! Das finde ich gut.» Sie beantwortete Bluefox’ Frage:
    «Ich kenne persönlich jedenfalls von meinen Forschungen her keine Spezies, die magnetische Wellen aussendet - Außer die Drohnen der Borg. Hingegen gibt es Disruptoren der Stufe M6. Diese Schußwaffen können eine sehr hohe Feuerfrequenz erzeugen.»
    «Dann bleibt uns also noch die Hoffnung, daß die Klingonen mal wütend waren und ein bißchen ihre Massenvernichtungswaffe haben spielen lassen. In diesem Fall könnten wir wenigstens mit unserer gesamten Flotte einen Sieg erreichen. Denn die Klingonen haben nun wirklich nicht viele neue, kampffähige Schiffe. Einzelne dieser Schiffe des Typs
    „Bird Of Prey“ sind sogar noch aus dem 23. Jahrhundert!» erinnerte sich Bluefox.
    Beide schüttelten den Kopf und mußten kichern über die Flotte der Klingonen.
    Dann wurde Bluefox wieder ernst und meinte:
    «Also dann. Wir sehen uns morgen. Sie können mir ja dann einen Bericht über die Ergebnisse der Messungen abliefern.»
    «Aye, Captain.» bestätigte Lt. Cmdr. Valter und wollte gerade den Bereitschaftsraum verlassen, als gerade Cmdr. Ceagy diesen Raum betrat!
    «Oh, Commander!» sprach Lt. Cmdr. Valter.
    «Sie habe ich gerade gesucht, Commander Valter! Ich wollte Ihnen Ihr Quartier zeigen.»
    meinte Cmdr. Ceagy. Valter nickte und beide verließen also den Bereitschaftsraum.

    Im Turbolift fragte Lt. Cmdr. Valter Cmdr. Ceagy:
    «Mr. Ceagy, würden Sie mir heute Abend bei meinen Untersuchungen auf der Oberfläche assistieren?»
    «Was? Heute Abend? Das machen wir morgen, Commander. Ich habe noch eine Pokerrunde für heute Abend angesetzt. Lore, Commander Chollet, Counselor Knight und Fähnrich Strike werden sich mit mir messen. Wenn Sie Lust haben, können Sie auch kommen!»
    antwortete der Erste Offizier.
    «Da habe ich wohl keinen Stich, oder? Ich werde es mir überlegen. Sie haben Recht, Commander. Ich bin heute gut drauf. Dann will ich immer alles aufs Mal erledigen. Die Messungen können wir auch morgen noch durchführen.» sah Lt. Cmdr. Valter ein.
    «Eigentlich war sogar ein gesamtes Außenteam geplant für morgen. Ich habe Lore, Sie und Commander Chollet in mein Team nominiert.» teilte Ceagy Valter mit.
    «Auch gut. Wann soll ich erscheinen?» fragte Valter.
    «Um zehn Uhr.» antwortete Ceagy. Valter fragte den Ersten Offizier:
    «Und wann und wo soll ich heute Abend zum Pokern da sein?»
    «Wir beginnen um 21 Uhr, Deck 8.» informierte Cmdr. Ceagy Lt. Cmdr. Valter.
    Der Turbolift hielt an und sie stiegen aus. Während sie dem Korridor entlang marschierten, sprach Lt. Cmdr. Valter:
    «Ich habe gehört, daß es etwas ganz Besonderes ist, an Bord dieses Schiffes Dienst zu tun!»
    «Das stimmt. Ich könnte mir kein schöneres Schiff und keine bessere Crew wünschen!» entgegnete Cmdr. Ceagy. Lt. Cmdr. Valter schaute den Ersten Offizier komisch an und sagte:
    «Sie reden ja davon, als würden Sie noch „x“ Jahre bleiben.»
    «Das habe ich auch vor! Warum fragen Sie, Commander?» erwiderte Ceagy verwundert.
    «Ich dachte, ich würde Ihren Posten übernehmen, Mr. Ceagy.» meinte Valter offen.
    «Wie soll ich denn das verstehen?» stutzte Ceagy.
    «Sie gehen doch weg, Commander. Man hat Ihnen doch das Kommando über die
    U. S. S. Aventicum angeboten.» klärte Valter Ceagy auf. Der Erste Offizier erwiderte cool:
    «Würde ich gehen, dann wüßte ich dies wohl als Erster, Commander.»
    Lt. Cmdr. Valter war sich anscheinend der Sache bereits sicher, daß Ceagy sein Kommando auf der Aventicum annehmen würde, was aber genau nicht der Fall war!
    Ceagy erinnerte Valter, als sie die Tür von Valters Quartier erreichten:
    «Also, heute Abend um 21 Uhr, Deck 8. Für gute Karten kann ich nicht garantieren. Die Hälfte der Spiele gewinnt ohnehin Lore, der Androide. Sie kennen ihn vielleicht bereits.»
    «Ich habe ihn schon gesehen. Er gewinnt also die Hälfte aller Spiele. Dann bleibt mir ja die andere Hälfte übrig!» scherzte Lt. Cmdr. Valter und betrat ihr neues Quartier.

    Um 21 Uhr trafen sich tatsächlich alle Angemeldeten auf Deck 8 in der bereits eingerichteten Pokerstube. Lore war der Kartengeber und eröffnete die erste Runde.
    Die ersten drei Karten wurden offen ausgegeben und die kommenden zwei wurden zugedeckt auf das offene Blatt daraufgelegt. Dann wurde der Stapel mit den restlichen Karten in die Mitte gestellt und es konnte losgehen. Jeder Offizier hatte ein Startkapital von 5'000 simulierten Credits in Form von Spielchips.
    Lore verteilte nun die Karten. Cnslr. Knight liebte es, die Karten zu kommentieren:
    «Oh! Drei Buben blicken unseren frischgebackenen Fähnrich an!» sagte sie zu F. Strike.
    Dann erhielt sie selbst ihre Karten. Es waren zwei Siebener und ein Fünfer. Dazu sagte sie:
    «Auch nicht schlecht. Das kann immer noch ein „Full House“ geben.»
    Cmdr. Ceagy erhielt sein Kartentrio.
    «Ui, das ist weniger gut. Da muß noch was dazukommen.» meinte der Counselor.
    Da hatte sie Recht, denn Ceagy hatte nur drei verschiedene Farben und erst noch keine gleichen Zahlen!
    Nun kam Lt. Cmdr. Valter dran. Was sie bekam, sah vielversprechend aus:
    «Ein hohes Paar und eine hohe Einzelne. Das ist vielleicht eine Ausgangslage!»
    kommentierte Knight diese Karten.
    Lt. Cmdr. Chollet bekam keine guten Karten. Sie waren beinahe identisch mit denen von Cmdr. Ceagy. Knight meinte:
    «Das wird schon noch!»
    Lore selbst hatte zwar auch keine guten Karten, aber bei ihm, das wußten die Kollegen, konnte immer was passieren. Oder dann konnte Lore dies zumindest gut glaubhaft machen!
    Als jede Person dann auch noch die beiden verdeckten Karten erhielt, gab F. Strike den ersten Einsatz: «Zwanzig.» Er schob 20 Credits in die Mitte.
    Alle gingen mit – Außer Chollet. Der stieg bereits aus!
    Nun durften sich alle Personen neue Karten vom Stapel ziehen und ihr Blatt verbessern.
    F. Strike hatte immer noch diese drei Buben. Eigentlich ein Traumblatt für den Anfang!
    Trotzdem erhöhte Cmdr. Ceagy, der eigentlich keine Spitzenkarten hatte am Anfang, um
    100 Credits! Da passierte etwas, was Ceagy nicht für möglich gehalten hatte – Lore stieg aus!
    «Das glaub’ ich ja nicht!» Ceagy freute sich unheimlich und glaubte sich schon als Champion.
    Alle waren unheimlich angespannt und verfolgten nun das „Triell“ zwischen Ceagy, Valter und Strike. Cnslr. Knight stieg nämlich auch aus in dieser Runde, nachdem Ceagy so viel gesetzt hatte.
    Ceagy setzte ein unglaublich cooles Pokerface auf und bot gleich noch einen Hunderter!
    Valter ging mit. Nun war F. Strike an der Reihe. Er sagte zu Cmdr. Ceagy:
    «Sie haben bestimmt ein Full House, oder?»
    Lore wies F. Strike zurecht:
    «Da Sie noch ein unerfahrener Spieler sind, sage ich es Ihnen direkt:
    Es ist sehr unanständig, wenn man sich nach den Karten des Gegners erkundigt oder sich über die Karten des Gegners äußert, wenn die Karten verdeckt sind.» Die Senioroffiziere mußten lachen über Lores Direktheit.
    Plötzlich war der junge Mann verunsichert!
    Er glaubte auf einmal nicht mehr an sein Superblatt und dachte, Ceagy hätte bessere Karten bekommen. – Strike stieg aus! Da sagte Lt. Cmdr. Chollet baff:
    «Mit drei Buben?! Das hätten Sie nie machen dürfen! Sie hatten Superkarten, glauben Sie mir.» Chollet war nun noch mehr angespannt. Er hätte gerne gesehen, wenn Ceagy mal eins aufs Dach bekommen würde.
    Nun stieg die gesamte Spannung zum Höhepunkt! Ceagy setzte wieder einen Hunderter!
    Valter legte ebenfalls einen „Hunni“ hin und forderte ihn auf: «Ich will sehen!»
    Ceagy legte ganz sachte erst eine Karo-Neun hin. Dann eine Pik-Acht.
    Es folgte eine Kreuz-Sieben! Darauf legte er eine Karo-Fünf!
    «Der hat ein Straight Flash, Freunde.» sagte Lt. Cmdr. Chollet mit einer großen Sicherheit und winkte ab. Sollte es wieder nichts werden mit einer Niederlage von Andrew Ceagy?
    Inzwischen hatte Valter das hohe Paar, das Cnslr. Knight angekündigt hatte, abgelegt.
    Es waren zwei Damen. Dazu legte sie noch einen Herz-Buben.
    «Full House!» tönte es aus Cnslr. Knights Mund. Sie war sich ebenfalls sicher.
    Doch es waren ja noch nicht alle Karten offen auf dem Tisch!
    Valter legte ihre beiden anderen Karten ab. Es waren nur niedere Zahlen!
    «Au Backe. Nur ein Paar.» bemerkte der Counselor und nahm die Hand vor ihren Mund!
    Doch dann legte Ceagy seine letzte Karte ab...
    «Ich fass’ es nicht! Sie hat ihn geschlagen! Ceagy hat geblufft! Yeah!» rief der Sicherheitschef.
    Cmdr. Ceagy legte an diese schöne Zahlenreihe ein Pik-As hin, das die ganze Straße zunichte machte und dem Ersten Offizier eine Nullnummer bescherte!
    F. Strike schüttelte den Kopf und ärgerte sich über seine verpatzte Siegeschance. Er wußte, daß er noch viel lernen mußte, um mit Kalibern wie Ceagy oder Lore mitziehen zu können.
    Lt. Cmdr. Valter hatte es irgendwie geschafft, den Bluff von Cmdr. Ceagy zu durchschauen!
    «Wie haben Sie das gemacht?» wollte F. Strike wissen.
    «Das bleibt mein Geheimnis!» kicherte Lt. Cmdr. Valter und freute sich köstlich über diesen Erfolg.
    Cmdr. Ceagy war nicht sonderlich böse über seine Niederlage. Er steckte sie ein und meinte cool:
    «Das kann auch mal passieren. Vor allem, wenn man seinen Gegner noch nicht kennt. Bei Commander Valter hat mein Trick halt nicht geklappt.»
    Nach dieser atemberaubenden Runde waren die Gambler müde und einige mußten am Morgen noch eine Frühschicht schieben, bevor es auf die Außenmission gehen würde.
    Also begaben sich die tapferen Pokerspieler schnell einmal in ihre Quartiere.

    Als Cmdr. Ceagy am nächsten Morgen aufgewacht war und sich seine morgendliche Schalldusche gegönnt hatte, zog er seine Uniform an, nahm seinen Phaser und seinen Tricorder mit und funkte gleich an Lt. Cmdr. Chollet:
    ««Ceagy an Chollet: Sind Sie soweit, Danny?»
    ««Ja, Andrew. Nach der Frühschicht heute morgen bin ich schon richtig fit. Ich hoffe, Sie sind auch ohne Frühschicht bereits hellwach!»» funkte Chollet zurück.
    ««Immer, Commander, immer!»» lachte der Erste Offizier und machte sich auf den Weg zum Transporterraum.
    Als Ceagy und Chollet im Transporterraum ankamen, wunderte sich der Erste Offizier und bemerkte:
    «Commander Lore und Commander Valter sind unpünktlich, Chief.»
    «Ich glaube, es ist das Umgekehrte der Fall, Commander. Ich habe Commander Lore und Commander Valter schon vor einer Stunde auf die Oberfläche gebeamt!»
    entgegnete Chief Whiteman.
    «Aha. Dann beamen Sie uns jetzt runter.» Ceagy und Chollet begaben sich auf die Transporterplattform. Ceagy gab den Energiebefehl.

    Auf der Oberfläche angekommen, begab sich Cmdr. Ceagy sogleich zu Lt. Cmdr. Valter hin und fragte sie:
    «Warum sind Sie schon unten?»
    «Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wir haben unsere Messungen bereits abgeschlossen. Es bricht in den nächsten Stunden ein Gewitter herein und ich wollte vorher fertig sein.»
    erklärte Lt. Cmdr. Valter.
    Lt. Cmdr. Lore runzelte die Stirn und fragte Lt. Cmdr. Chollet:
    «Der frühe Vogel...?»
    «Eine Redensart, Lore.» erklärte Chollet Lore knapp.
    «Ich kann aber auch keine kriechenden oder wurmähnlichen Lebensformen orten auf „Stellaris Vier“.» meinte Lore.
    «So hat sie es auch nicht gemeint, Lore – Und jetzt gibt’s Ärger, denke ich.» ahnte Chollet.
    Ceagy stellte Valter zur Rede:
    «Commander, ich mag es nicht, wenn Sie einfach runtergehen, ohne mir einen Bericht zu erstatten! Es ist saugefährlich hier unten! Sie haben unnötig Ihr Leben aufs Spiel gesetzt! Das können wir jetzt überhaupt nicht gebrauchen!» rügte er sie.
    «Ja, Sir.» gab Lt. Cmdr. Valter kleinlaut von sich.
    «Was haben Sie herausgefunden?» fragte der Erste Offizier nach einer kleinen Pause.
    «Wie ich befürchtet hatte, Commander. Es sind die selben magnetischen Schwingungen.
    Es waren die Borg.»

    Das Außenteam kehrte daraufhin sofort auf die Bluefox zurück und erstattete dem Captain Bericht. Der machte sich sogleich auf in seinen Bereitschaftsraum und stellte Kontakt mit der Wineland her:
    ««An die U. S. S. Wineland, hier ist Captain Bluefox von der U. S. S. Bluefox.»»
    Adm. Eagly antwortete:
    ««Ich kann Sie hören, Captain. Was gibt es?»»
    ««Wir haben beunruhigende Nachrichten für Sie und den Rest der Sternenflotte. Es hat sich herausgestellt, daß tatsächlich die Borg die Föderationskolonie auf „Stellaris Vier“ ausgelöscht haben. Machen Sie sich auf das Schlimmste, sprich auf eine Invasion gefaßt.»»
    warnte der Captain Adm. Eagly. Sie erwiderte:
    ««Ich habe verstanden. Wir werden versuchen, eine Blockade bei der Erde zu errichten mit möglichst vielen Föderationsraumschiffen. Wir brauchen aber einige Zeit, um alle Schiffe zusammenzuziehen aus den verschiedenen Missionen, an denen die Kollegen gerade dran sind. Ihr Missionsziel ist es also, möglichst viel Zeit zu schinden, bis die Borg merken, was los ist. Am besten ist also, so leid es mir tut, wenn Sie die Borg suchen!»»
    ««Verstanden, Admiral. Wir geben unser Bestes. Möge die Rettung der Erde erneut gelingen.»» sprach der Captain.
    ««Warum erneut? Die Borg würden uns das erste Mal direkt angreifen!»» hakte Eagly ein.
    ««Ich sage darum „erneut“, weil wir die Erde schon einige Male vor Invasionen gerettet haben. Nicht von Borg-Invasionen, aber von Invasionen durch andere Spezies. Die Romulaner haben in der nächsten Zeit sicher genug von uns!»» erklärte Bluefox.
    ««Ah, verstehe. Also dann, viel Glück, Captain.»» sprach die Admiralin und beendete den Funkkontakt. Der Captain wußte bereits ab diesem Moment, daß die kommenden Tage wohl die Härtesten sein würden, die er je erleben könnte!

    Eine Stunde später rief Cmdr. Ceagy alle Senioroffiziere zu einem Sonderbriefing zusammen in die Beobachtungslounge. Er erklärte:
    «Der Captain studiert mit Commander Steaner zusammen die Bauweise und allfällige Schwachstellen eines Borgkubus. Klar, wir haben schon manche Kuben gesehen. Aber wir wissen nicht, ob sich die Borg eventuell neue Schiffe gebaut haben. Bluefox und Steaner schauen sich auch die Missionsberichte von Raumschiffen an, die nach dem Sieg der Sternenflotte über die Borg noch Schiffe der Borg gesehen haben wollen. Deshalb leite ich ausnahmsweise das Briefing. Ich habe Sie gerufen, weil uns vor einer Minute eine Nachricht vom Sternenflottenhauptquartier erreicht hat. Ich spiele sie nochmals ab.»
    Dann war auf dem Bildschirm an der Front der Lounge ein Admiral der Sternenflotte zu sehen. Im Hintergrund sah man das Logo der Föderation. Der Admiral begann, zu sprechen:
    ««U. S. S. Bluefox, hier spricht das Oberkommando. Wir haben vor zwei Stunden eine Nachricht der U. S. S. Argovia erhalten. Der Captain der Argovia meint, er habe auf den Langstreckensensoren ein kubusförmiges Schiff entdeckt, das eine Länge, Höhe und Breite von mehr als tausend Metern habe. Er ging auf Nummer Sicher und sagte, er kehre wieder zum Oberkommando zurück. Die Argovia hätte eigentlich vor einer halben Stunde bei normaler Reisegeschwindigkeit hier eintreffen müssen. Wir können jetzt noch nichts erkennen, selbst mit den Langstreckensensoren nicht. Wir gehen jetzt davon aus, daß es die Argovia erwischt hat. Hier sind die Koordinaten, welche der Captain der Argovia in seiner Nachricht durchgab. Fliegen Sie unverzüglich dorthin. Morcher, Ende.»»
    Cmdr. Ceagy meinte:
    «Admiral Bruno Morcher. Den kenne ich sogar! Aber nun zur Sache:
    Wir müssen alle taktischen Vorbereitungen treffen, Mr. Chollet. Mr. Lore, prüfen Sie die Langstreckensensorendaten alle 30 Sekunden. Ich möchte sicher sein, daß wir nicht überrascht werden. Doctor Strike, Sie halten sich mit Ihrem Stab für Verletzte gefaßt. Es könnte sehr wahrscheinlich etwas rumplig werden, wenn wir in einen Kampf geraten.
    Commander Valter, Sie helfen mir bei der Koordination der Teams. Lieutenant Humble, ich gebe Ihnen die Koordinaten von vorhin, die Admiral Morcher erwähnte. Setzen Sie einen Kurs dorthin.» verteilte der Erste Offizier die Arbeiten an die Crew und an sich selbst.
    Dann fragte Ceagy nach Meinungen:
    «Haben Sie noch etwas? Oder haben Sie gar taktische Vorschläge? Spezialmanöver?»
    Lt. Cmdr. Chollet meldete sich:
    «Ja, Commander. Ich empfehle stark, die Schilde zu boosten. Wir werden sicher ihren Traktorstrahl zu spüren bekommen.»
    «Machen Sie das, Danny. Schade, daß wir die Phaser und die Schilde nicht gleichzeitig boosten können!» erwiderte Cmdr. Ceagy.
    «Ich habe auch noch einen Vorschlag:
    Trennen Sie die Untertassensektion ab. Ein zweites Ziel könnte die Borg verwirren.»
    schlug Lt. Cmdr. Valter vor.
    «Nein, ich glaube nicht, daß dies notwendig sein wird. Wir brauchen den Antrieb der Untertassensektion ohnehin. Tut mir leid, aber das Schiff können wir nicht trennen.»
    begründete Cmdr. Ceagy die Ablehnung von Lt. Cmdr. Valters Vorschlag.
    «Ich denke, das sollte der Captain entscheiden, Sir.» konterte Valter provozierend.
    «Commander Valter, ich werde dem Captain alle Vorschläge unterbreiten.»
    erwiderte Cmdr. Ceagy mit einer lieblichen, nicht minder provozierenden Stimme.
    Valter blickte finster zu Cmdr. Ceagy auf und verließ dann die Beobachtungslounge.
    «Sie können wegtreten, danke für Ihre Flexibilität.» sprach Cmdr. Ceagy zu den anderen.
    Cmdr. Ceagy wußte nicht, warum er plötzlich selbst so provokativ wurde. Sonst konnte er immer alles gut wegstecken, aber Lt. Cmdr. Valter war irgendwie speziell!
    Er hoffte, Cnslr. Knight könnte ihm weiterhelfen und sogleich besuchte er sie in ihrer Praxis, die auch zugleich ihr Quartier war!
    Cmdr. Ceagy begann, Cnslr. Knight sein Problem zu erzählen:
    «Ich weiß nicht, warum ich so leicht erregbar bin in letzter Zeit. Vielleicht liegt das an Commander Valter, aber vielleicht auch wegen meinem Kommando, das ich verschmäht habe. Ich bin nicht mehr der alte Ceagy, Counselor!»
    «Die Dispute mit Commander Valter sind sicher nervenaufreibend, Commander. Aber Sie sind ja einer, der das gut schlucken kann, meinte ich. Stimmt das nicht?» entgegnete Knight.
    «Eben! Das ist es ja! Ich versuche, locker zu bleiben, aber es geht nicht immer, so wie früher. Ich glaube, es ist das abgelehnte Kommando, das mich plagt.» meinte Ceagy.
    «Aber Sie haben es sich doch ausgesucht! Sie stehen also nicht zu Ihrer Wahl, die Sie vor wenigen Stunden selbst getroffen haben! Vielleicht sollten Sie den Entscheid nochmals überdenken.» erwiderte Knight.
    «Nein, ich bin wirklich gerne auf der Bluefox. Ich war immer der Meinung, daß ein eigenes Kommando zwar schön ist – Aber es fordert auch stark. Hingegen ist es hier noch schöner. Ich glaube, es ist jedes Mal das Gleiche, wenn ich vor der Entscheidung stehe, ob ich ein eigenes Kommando haben will oder ob ich Erster Offizier bleiben will auf der Bluefox.
    Bisher habe ich jedes Mal für die Bluefox entschieden. Ich werde es auch jetzt tun.
    Ende der Story.» Ceagy machte einen Punkt mit dieser Debatte.
    «Schön! Dann sind Sie jetzt wieder lastfrei?» fragte Knight.
    «Fast. Jetzt muß ich nur noch die Sache mit Valter zurechtbiegen.» antwortete Ceagy.
    Dann verließ er Cnslr. Knights Quartier.
    Auf dem Weg zu seinem eigenen Quartier wurde er auf einmal angefunkt:
    ««Bluefox an Ceagy.»»
    ««Sprechen Sie, Captain!»» erwiderte Cmdr. Ceagy.
    ««Könnten Sie mal in meinen Raum kommen?»» fragte Cpt. Bluefox.
    ««Ich bin unterwegs!»» antwortete Cmdr. Ceagy und beendete den Kontakt.

    Als er den Bereitschaftsraum betrat, traute er beinahe seinen Augen nicht! Da saß doch tatsächlich Lieutenant-Commander Annika Valter auf dem Gaststuhl vor dem Schreibtisch des Captains!
    «Kommen Sie ruhig rein, Andrew, nehmen Sie Platz.» sprach der Captain. Ceagy setzte sich auf den zweiten Gaststuhl neben Lt. Cmdr. Valter.
    «Commander Valter erzählte mir gerade, Sie hätten Bedenken wegen ihres Plans.»
    erzählte Bluefox.
    «Das ist richtig, Captain. Ich halte es für nicht nötig, das Schiff zu trennen. Wir würden den gesamten Impulsantrieb verlieren, Matt.» entgegnete der Erste Offizier.
    «Ich bin Ihrer Meinung, Nummer Eins. Es ist noch nicht Zeit für solch ein Vorhaben.»
    Der Captain plusterte die Lippen kurz auf und fuhr danach fort:
    «Aber wir sollten Commander Valters Plan in Reserve halten, denke ich. Vielleicht wird es mal so weit kommen. Leiten Sie bitte alles für eine Trennung in die Wege, Nummer Eins.»
    befahl Cpt. Bluefox Cmdr. Ceagy.
    «Aye, Captain.» sprach Cmdr. Ceagy und verließ gemeinsam mit Lt. Cmdr. Valter den Bereitschaftsraum.
    Beide betraten den gleichen Turbolift. Da platzte Ceagy plötzlich! Er fuhr Valter an:
    «Warum... ...warum haben Sie mich übergangen?!»
    «Ich hatte ja keine Möglichkeit! Ich mußte es dem Captain melden, weil ich es total wichtig finde, daß wir eventuell eine Schiffstrennung vollführen müssen!» erklärte Lt. Cmdr. Valter.
    «Seit Sie an Bord sind, stoßen Sie mir vor den Kopf, Commander! Erst beamen Sie eine Stunde früher auf den Planeten als geplant und jetzt handeln Sie wieder auf eigene Faust!»
    meinte Cmdr. Ceagy.
    «Sie sollten hier weggehen, Mr. Ceagy! Dieses Schiff ist nicht Ihr Schiff!» konterte Valter.
    «Mein Schiff? Ich sage Ihnen jetzt etwas, Commander: Wenn Sie mich noch einmal übergehen, dann mache ich Sie so fertig, daß Sie denken, Sie wären wieder Kadett im ersten Jahr!» warnte der Erste Offizier, der sich ernsthaft um seine Position gefährdet sah!
    Valter gab es auf, etwas zu sagen und so fuhren beide stumm bis zu dem Deck, auf dem Valter ihr Quartier hatte. Unter der Tür meinte Valter noch:
    «Immer auf Nummer Sicher gehen ist alles, was Sie können!»
    «Wenn es um die Sicherheit des Schiffes und der Crew geht, dann gehe ich auf Nummer Sicher, da haben Sie Recht.» machte Ceagy Valter klar.
    «Eines ist klar: Hier werden Sie immer im Schatten eines großen Mannes stehen. Wenn Sie sich dem Posten nicht mehr gewachsen fühlen, so glaube ich dies, dann sollten Sie jemandem Platz machen, der das kann.» schloß Valter das Thema ab und verschwand durch den Korridor in ihr Quartier.
    Cmdr. Ceagy hatte wirklich eine harte Zeit durchzustehen mit so einer ehrgeizigen, jungen Frau, die kein Blatt vor den Mund nahm, wenn sie ihm etwas mitteilen wollte! Aber sie hatte sich ja auch durchboxen müssen. Sie wäre sonst vermutlich kaum in so einem jungen Alter im Range eines Führungsoffiziers! Aber Ceagy mußte sich im Zaun halten und Valter tolerieren. Das war seine Aufgabe als älterer, eigentlich erfahrenerer Mann. Es fiel ihm aber, klar ersichtlich, nicht gerade leicht.

    Zwei Stunden später wurde der Erste Offizier erneut vom Captain gerufen. Es wurde ihm aber gleich mitgeteilt, daß es nichts Schlimmes wäre.
    Cmdr. Ceagy betrat den Bereitschaftsraum. Cpt. Bluefox rückte seine Uniform zurecht und er erhob sich sogar.
    «Andrew, was zum Teufel tun Sie denn noch hier?» Bluefox schmunzelte während dieser Frage.
    «Wie bitte?» Ceagy wollte dies jetzt nicht hören!
    «Man hat Ihnen die Aventicum angeboten!» sagte Bluefox.
    «Ja, ich weiß. Aber ich habe mich trotz allem für die Bluefox entschieden. Und ich glaube auch, daß Sie mich gerade jetzt gut gebrauchen können.» meinte Ceagy.
    «Stimmt, aber die Sternenflotte braucht nicht nur gute Erste Offiziere.» entgegnete Bluefox.
    Ceagy wurde stutzig. Warum sagte der Captain so was?
    «Wollen Sie, daß ich gehe, Captain?» fragte er.
    «Ich will Ihnen nur klarmachen, daß Sie ein eigenes Kommando haben könnten. Das haben Sie sich, als Sie an Bord kamen, doch so sehnlichst gewünscht! Sie können jetzt ohne Netz arbeiten! Sie sind reif für ein eigenes Kommando!» machte es Bluefox Ceagy schmackhaft.
    «Es klingt sehr verlockend, Matt, aber ich bin mir der Sache sicher. Ich habe mich entschieden. Diese Crew ist mir jetzt nach diesem ersten Jahr gemeinsam im Weltraum noch mehr ans Herz gewachsen. Viele von ihnen waren gute Freunde von mir, Sie allen voran! Wenn ich jetzt hier weggehen würde, dann würde ich dies viel mehr bereuen, als wenn ich darüber nachdenke, ein eigenes Kommando verspielt zu haben.» erklärte Cmdr. Ceagy.
    Cpt. Bluefox nahm diese Worte sehr ernst und war äußerst stolz auf seinen Ersten Offizier und zugleich auch auf einen seiner besten Freunde, die er je kennen lernte. Er meinte bloß:
    «Gut. Das reicht mir, Andrew. Vielleicht war es doch keine so gute Idee mit der Aventicum. Ich habe dies als „Weihnachtsgeschenk“ betrachtet. Aber vielleicht ist doch erst
    St. Nikolaus.»
    Über diesen Vergleich des Captains studierte Ceagy noch eine Weile nach, als er wieder zu seinem Quartier zurückging. St. Nikolaus ist 19 Tage vor Weihnachten. Also nicht mehr weit von Weihnachten entfernt. Sollte es also für Andrew Ceagy schon bald so weit sein?
    Nach einer halben Stunde wurden alle Brückenoffiziere aufgeboten! Der Grund wurde sogleich von Lt. Cmdr. Chollet genannt:
    «Wir haben etwas auf den Langstreckensensoren, was Sie beunruhigen wird. Soeben ist ein unbekanntes Objekt in den Bereich der Sensoren gelangt. Wir können nur eine grobe Form erkennen vorerst. Sie hat Kanten.»
    «Das muß der Borgkubus sein. Gehen Sie auf einen Abfangkurs, Lieutenant Humble.»
    befahl Cpt. Bluefox.
    Plötzlich herrschte eine regelrecht beängstigende Stille auf der Brücke. Keiner sagte auch nur einen Ton. Lediglich das Piepen der Computertasten war zu hören, wenn Lt. Humble Kurskorrekturen vornahm. Da brach Cmdr. Ceagy sein Schweigen:
    «Dreißig Jahre. Eine lange Zeit ohne Borg. Die werden sich wohl unglaublich weiterentwickelt haben und längst den Delta-Quadranten zurückerobert haben.»
    «Das bezweifle ich in keinster Weise. Was hatte Admiral Morcher gesagt, Andrew? Wie lange war das Schiff, das die Argovia gesichtet hat?» fragte der Captain.
    «Über einen Kilometer.» antwortete der Erste Offizier.
    «Mein Gott.» tönte es leise aus Bluefox’ Mund.
    Lt. Cmdr. Lore, der nun an der Ops arbeitete, weil ja Lt. Cmdr. Steaner die neue Chefingenieurin war, drehte sich um auf seinem Stuhl und steuerte noch etwas bei zu den Borg:
    «Der letzte Kubus, der vor dreißig Jahren im Alpha-Quadranten auftauchte, hatte Kantenlängen von bloß 900 Metern.»
    «Das schaffen wir nie alleine. Ich bezweifle sogar, daß eine ganze Flotte so einen Kasten zerstören kann.» staunte Lt. Cmdr. Chollet.
    «Sir, ich glaube, es ist nicht mehr nötig, einen Abfangkurs zu programmieren. Sie haben ihren Kurs geändert, um uns abzufangen.» berichtete Lt. Humble.
    «Voller Stop.» befahl Cpt. Bluefox.
    «Die Langstreckensensoren liefern ein erstes richtiges Bild, Sir.» berichtete Lt. Cmdr. Lore.
    Jetzt stieg die Spannung auf den Höhepunkt! Der Captain befahl:
    «Auf den Schirm.»
    Es war nun auf dem Hauptschirm ein kleines Würfelchen zu sehen. Es war grau und kahl.
    Rund herum weiße, kleine Punkte – Die Sterne.
    «Er ist so winzig.» scherzte Cmdr. Ceagy.
    «Warten Sie ab. Der wird noch so groß werden, daß er, wenn er uns erreicht hat, selbst mit einer hundertfachen Verkleinerung der Schirmanzeige noch die ganze Bildschirmfläche ausfüllen wird!» versuchte der Captain, die Größe des Borgkubus zu definieren.
    «Ich weiß. War nur ironisch gemeint.» bemerkte Cmdr. Ceagy.
    «Jetzt können wir noch Scherze treiben.» erwiderte Cpt. Bluefox. Dann befahl er Lore:
    «Mr. Lore, stellen Sie die Bildschirmanzeige wieder auf realitätsgetreue Ansicht.»
    Lore drehte sich erneut um:
    «Das habe ich bereits, Sir.» erwiderte er zum Schrecken der gesamten Brückencrew!
    «Was?!» Cmdr. Ceagy konnte es fast nicht glauben! Der Borgkubus hatte die Bluefox bereits erreicht!




    Fortsetzung folgt...
    Zuletzt geändert von Cpt. Bluefox; 16.01.2002, 12:06.

    Kommentar


    • #3
      Folge 15: Das Sprachrohr der Borg (Teil 2)


      In den nächsten Sekunden verschlang der Borgkubus die gesamte Sternenwelt und füllte den Bildschirm auf der Brücke vollständig aus!
      «Verkleinern Sie die Anzeige um das Hundertfache!» befahl der Captain.
      «Ich müßte die Anzeige um das 157-fache verkleinern, wenn Sie den Kubus vollständig sehen wollen.» hakte Lore ein.
      «Dann tun Sie das.» befahl Bluefox.
      «Wie konnten die so schnell fliegen?» fragte Cmdr. Ceagy. Lt. Cmdr. Lore antwortete:
      «Sie hatten eine Geschwindigkeit von Warp 9,9986. Sie konnten die Distanz von zwei Lichtjahren in weniger als einer Minute zurücklegen.»
      «Das war gerade das schnellste Raumschiff, das ich in meinem Leben je gesehen habe.»
      sprach Cpt. Bluefox.
      «Was sollen wir jetzt tun?» fragte Lt. Humble ins Leere.
      «Mr. Chollet, erst aktivieren Sie mal die Schutzschilde und alle Waffensysteme inklusive aller Leuchtraketen und Notbaken. Aktivieren Sie ebenso den Schildbooster, den Commander Steaner vorbereitet hat.» befahl Cpt. Bluefox Lt. Cmdr. Chollet. Dann wandte er sich zu seinem Ersten Offizier:
      «Schicken Sie eine Nachricht an das Sternenflotten-Oberkommando und an Admiral Eagly, die eventuell noch unterwegs ist. Schreiben Sie nur diesen Satz: „Wir haben Kontakt mit den Borg.“»

      Die Bluefox-E und der riesige Borgkubus standen sich nun wenige hundert Meter auseinander gegenüber. Die Bluefox hätte volumenmäßig um die fünfzig Mal im Kubus Platz gehabt!
      «Captain, man will Sie sprechen!» berichtete Lt. Cmdr. Chollet.
      «Was? Mich persönlich?» fragte Cpt. Bluefox verwundert.
      «Ja, Sir. Sie persönlich!» antwortete der Sicherheitschef ebenso baff und zuckte mit den Schultern.
      «Öffnen Sie einen Kanal.» befahl Cpt. Bluefox und rückte sich seine Uniform zurecht.
      Bluefox stellte sich vor:
      «Hier spricht Captain...» Weiter kam er gar nicht, weil auf einmal die Bildschirmansicht auf eine Innenansicht des Kubus wechselte und Kollektivstimmen der Borg ihn unterbrachen!
      ««Captain Matthew Bluefox von der U. S. S. Bluefox NCC 1701-E. Sie werden sich ergeben, die Schilde ihres Schiffes deaktivieren und an Bord unseres Schiffes beamen. Jeder Versuch, unserer Forderung zu widersprechen, wird scheitern. Sie werden von nun an an Bord unseres Schiffes ausschließlich dem Kollektiv dienen. Jeder Widerstand ist zwecklos.»»
      Dann wechselte die Ansicht des Hauptschirmes wieder auf die Frontansicht des Kubus.
      Cpt. Bluefox staunte nicht schlecht darüber, daß die Borg seinen vollständigen Namen kannten! Laut sagte bloß er zu Cmdr. Ceagy:
      «Die kannten mich!» Der Erste Offizier staunte ebenfalls und begründete es damit:
      «Die Borg haben die Argovia-Crew eventuell in deren Kollektiv assimiliert und die Datenbank der Föderation ebenfalls. Dort kommen Sie bestimmt vor.»
      «Das ist eine logische Möglichkeit. Ich bin mir sogar sicher, daß die Borg die Crew der Argovia assimiliert haben.» meinte Cpt. Bluefox.
      Da strahlte der Kubus plötzlich einen grünen gefächerten Lichtstrahl aus!
      «Captain, die Borg wollen anscheinend nicht mehr warten, bis Sie rübergehen! Sie aktivieren ihre Waffensysteme und wollen uns mit einem Traktorstrahl festhalten!» warnte Chollet.
      «Feuern Sie ohne Kommando.» befahl Cpt. Bluefox mit einer harten Stimme.
      Mehrere kurz aufeinanderfolgende, präzise Phaserschüsse prallten auf den scheinbar undurchdringbaren Schutzschild des Borgschiffes.
      Auch die Photonentorpedos nützten nichts!
      «Captain, das Borgschiff bleibt unbeschädigt.» berichtete Lt. Cmdr. Chollet.
      Da traf auf einmal ein weißer, stark gebündelter, schmaler Strahl die Untertassensektion der Bluefox und begann, sich nach hinten zu arbeiten! Das ganze Raumschiff schüttelte es wie wild durcheinander!
      «Dieser Strahl durchdringt einfach so unsere Hülle! Wir verlieren die Hüllenintegrität auf den Decks 8, 9 und 10!» rief der Sicherheitschef nach unten. Dann stürzten zwei Sicherheitsleute und kullerten wie Kegel in die Ebene zum Hauptschirm nach vorne!
      «Besetzen Sie den Posten von Lt. Hewsser, Andrew!» befahl Cpt. Bluefox.
      Cmdr. Ceagy eilte zu den hinteren Konsolen.
      «Sir, es wird langsam kritisch! Der Hüllenbruch auf den Decks 7 bis 14 steht bevor!
      Zehn-Vorne ist evakuiert!» warnte Lt. Cmdr. Chollet.
      Dann krachte und klirrte es auf der Brücke! Die Schutzscheibe für die Anzeige des Roten Alarms zerbrach in tausend Stücke!
      «Verdammt! Wir haben keinen Stich!» schrie Cmdr. Ceagy nach vorne.
      «Ich habe noch eine Idee, Sir!» rief Lt. Cmdr. Valter, die im linken Sessel, in dem Sessel des Counselors saß. Der Captain schaute sie an und befahl:
      «Führen Sie ihn gleich aus! Viel ist ohnehin nicht mehr zu retten!»
      Lt. Cmdr. Valter befahl Lt. Cmdr. Lore an der Ops:
      «Modulieren Sie die Frequenzen der Phaser so, daß sie in einem hohen Bereich sind und ständig wechseln. Alle fünf Sekunden wäre ideal.» Lore führte Valters Befehl aus.
      Die Bluefox-E hatte nur noch Energie für die Phaser und den Warpantrieb. Alle anderen Systeme waren bereits abgeschaltet. Die Lebenserhaltung war natürlich noch intakt.
      Die Bluefox feuerte aus den letzten Rohren! In jeder Sekunde könnte auch die Energie für die Phaser versagen!
      Da traf ein Phaser in einer guten Frequenz genau sein Ziel – Mitten in den Traktorstrahl!
      Dieser fluktuierte und verschwand, ebenso der weiße Strahl!
      Überrascht, daß es geklappt hatte, befahl Cpt. Bluefox Lt. Humble:
      «Steuermann, bringen Sie uns hier weg! Maximum Warp!»
      Die Bluefox beschleunigte in kürzester Zeit auf Überlichtgeschwindigkeit, das Borgschiff raste sogleich hinterher!
      «Die Borg verfolgen uns und kommen näher!» warnte Lt. Cmdr. Chollet.
      «Geben Sie ein paar Warnschüsse ab.» befahl Cmdr. Ceagy.

      Eine Minute später befand sich die Bluefox immer noch in dieser Fluchtposition. Das Borgschiff war direkt hinter dem Föderationsschiff.
      «Anscheinend können die Borg nicht mit voller Energie fliegen, sonst hätten sie uns schon längst überholt.» bemerkte Cmdr. Ceagy, der sich wieder in den rechten Sessel setzte.
      Lt. Hewsser und F. Berger war nichts passiert und sie konnten ihre Stationen wieder besetzen.
      Cpt. Bluefox war ebenfalls sehr froh, daß die Borg etwas angeschlagen waren.
      Da meldete sich Lt. Humble:
      «Wir nähern uns dem Andromeda-Nebel, Sir.»
      «Fliegen Sie hinein und gehen Sie auf Impulsgeschwindigkeit zurück. Die Borg werden in diesem Gebiet sicher ebenfalls verlangsamen. Warpplasma löst nämlich Explosionen aus in dieser Nebelklasse namens „Mutara“. Der Andromeda-Nebel ist ein Nebel der
      Mutara-Klasse.» befahl Cpt. Bluefox.
      Die Bluefox tauchte förmlich in die rosaroten und lilafarbenen Nebelschwaden des Andromeda-Nebels ein!
      «Wir sind drinnen. Hier sind wir vor Sensorabtastungen geschützt. Und von Auge sieht hier selbst ein Borg nicht weiter als hundert Meter.» meinte Lt. Cmdr. Chollet.
      «Die Sicht wird schlechter, Sir!» warnte Lt. Humble.
      «Halten Sie Kurs, Lieutenant. Wir fliegen direkt rein.» erwiderte der Captain.
      «Die Borg warten draußen, Sir.» berichtete Lt. Cmdr. Lore.
      «Gut. Solange sie auf uns warten, können sie niemandem schaden.» meinte Cpt. Bluefox.
      «Toll, daß wir sogar einen Unterschlupf haben. Jetzt können wir die Schäden reparieren.» freute sich Cmdr. Ceagy.
      «Stimmt, aber wie sollen wir gegen dieses Ungetüm da draußen vorgehen?» fragte Bluefox.
      «Das müssen wir jetzt herausfinden. Wir rufen doch mal alle Führungsoffiziere in der Beobachtungslounge zusammen, oder?» entgegnete Ceagy.
      «Gute Idee. Arrangieren Sie das, Andrew. Ich checke in dieser Zeit alle Decks und nehme die Schadensberichte ab.» meinte der Captain und verließ die Brücke.
      «Commander Lore, Sie haben die Brücke.» sprach Cmdr. Ceagy und verließ die Brücke ebenfalls, um das Briefing vorzubereiten.

      Zehn Minuten später trafen sich alle Führungsoffiziere zum Briefing in der Beobachtungslounge. Cpt. Bluefox eröffnete die Sitzung.
      «Danke, daß Sie alle kommen konnten, trotz der Umstände. Commander Ceagy hat für uns kurz ein Video des Kampfes mit dem Borgkubus geschnitten und die wichtigsten Szenen aufgezeichnet. Hier sehen Sie es.»
      Dann aktivierte Cmdr. Ceagy den Bildschirm an der Front und zeigte das Video.
      Er sagte etwas dazu:
      «Hier sehen Sie, wie der Phaser trifft und wie sich danach der Traktorstrahl abschaltet. Ich schalte immer ein Bild pro Sekunde weiter. Dann sehen wir alles ganz genau. Ich hoffe es zumindest.»
      «Commander Valter, woher wußten Sie, daß ein ständiger Wechsel der Frequenzen etwas nützen würde? Und warum haben Sie uns darüber nicht am Anfang informiert?»
      fragte Cpt. Bluefox.
      «Es kam mir erst vorhin wieder in den Sinn, Sir. Entschuldigen Sie. Der Grund für unseren Erfolg ist allerdings nicht immer garantiert. Wir hatten Glück, daß die Phaser gerade die goldrichtige Frequenz und das goldrichtige Ziel hatten! Das ist selbstverständlich nicht immer so und es braucht eine enorme Präzision.» erklärte Lt. Cmdr. Valter.
      «Sie wissen einiges über die Borg und deren Schiffsarten. Dieses Schiff ist viel größer als die Kuben vor dreißig Jahren. Ist dies eine spezielle Sorte von Borgschiff?» fragte Cmdr. Ceagy.
      «Dies ist ein Kubus mit einem, wie Sie richtig erkannt haben, viel größeren Volumen. Zudem ist er zu ungefähr 90 Prozent mit einer zusätzlichen Schutzhülle umgeben. Diese Schiffsart ist auch als „Taktischer Kubus“ bekannt. Er ist vor allem für die hohe Geschwindigkeit gebaut worden, deshalb auch die Schutzplatten. Aber auch an Feuerkraft wurde offensichtlich nicht gespart.» antwortete Lt. Cmdr. Valter.
      «Mr. Lore, Sie haben die Phaser moduliert. Mögen Sie sich noch an die Frequenz erinnern?» fragte Cpt. Bluefox.
      «Ja, Sir. Ich werde die Frequenz gleich auf unsere Handphaser übertragen. Dann haben wir eine gute Chance gegen die überlegenen Drohnen.» antwortete Lt. Cmdr. Lore. Lore tippte die Frequenz auf seinen Tricorder und übertrug sie auf den Bildschirm an der Front.
      «Halt! Das ist nicht so einfach, Lore!» hakte Cmdr. Ceagy ein.
      «Warum nicht?» fragte Lore und runzelte die Stirn.
      «Wir müßten die gesamten Handphaser, die wir haben, in ein höheres EM-Band verlegen, um eine solch hohe Frequenz erzielen zu können! Das braucht einige Energie! Wir können auf keinen Fall alle Handphaser modifizieren. Höchstens zehn, mehr nicht.»
      erklärte Cmdr. Ceagy.
      Da meldete sich auch noch die neue Chefingenieurin, Tanya Steaner, zu Wort:
      «Zudem müssen wir unsere Energie gut einteilen. Wir haben ohnehin im Moment keine überschüssige Energie. Die Reparatur der Hülle hat sicher Priorität. Dafür brauchen wir einige Stunden. Die Arbeit an den Phasern können wir also noch nicht aufnehmen.»
      «Gut. Das müssen wir akzeptieren. Aber wenn wir gerade beisammen sind, könnten wir noch eine Alternative ausarbeiten, falls die Borg uns nur mit dem Schiff angreifen und uns vielleicht gar nicht entern. Mir schwebt da gerade etwas vor. Wie wäre es, wenn wir einen hochfrequenten Energieimpuls senden könnten mit der Bluefox? Mit was würde das gehen?»
      meinte Cpt. Bluefox.
      «Mit dem Deflektor, Sir. Damit wäre eine hohe Frequenz und zugleich eine hohe Energiemenge gleichzeitig erreichbar. Aber wenn wir den Impuls senden würden, gäben die Schilde der Borg sehr wahrscheinlich einen Feedback-Impuls an uns zurück. Die Schilde der Borg sind sehr stark.» erklärte Lt. Cmdr. Steaner.
      «Was wollen Sie damit sagen?» fragte Cmdr. Ceagy.
      «Der Feedback-Impuls könnte unsere Schilde locker außer Funktion setzen! Die Bluefox würde sehr wahrscheinlich vollständig zerstört werden.» antwortete Lt. Cmdr. Steaner.
      «Könnten wir irgendwie mehr Abstand zwischen uns und das Borgschiff legen und dennoch den gewünschten Effekt erzielen?» fragte Lt. Cmdr. Lore.
      «Wir müßten den ganzen Deflektor komplett umrüsten und die Sensoren neu justieren. Das würde einen vollen Tag in Anspruch nehmen, schätze ich.» antwortete Lt. Cmdr. Steaner.
      «Dann schlage ich folgendes vor:
      Wir reparieren zuerst gemeinsam die Hülle und dann arbeiten wir parallel an den Handphasern und am Deflektor. Solange die Borg da draußen auf uns warten, können wir problemlos arbeiten. Falls die Borg uns vorher irgendwie in Gefahr bringen können, dann hoffe ich zumindest, daß wir mit allen Reparaturen fertig sind. Das muß jetzt einfach klappen! Das ist noch nicht das Ende, noch lange nicht, Leute!» powerte der Captain seine Crew auf.
      «Der Captain hat mehr als Recht! Fangen wir sofort an, bevor die Borg es sich anders überlegen!» stimmte Cmdr. Ceagy zu.
      Es vergingen keine 20 Sekunden, da war die Beobachtungslounge leer!

      Am Abend darauf:

      Es gab wohl selten einen Moment, in dem Zehn-Vorne, die Bar der Bluefox, nur von einer Person besucht wurde. – Und das war erst noch die Barkeeperin! Judy Boeman kam hinter der Theke hervor und setzte sich auf einen der hohen Barhocker. Sie schaute zu den Panoramafenstern hinaus. Was sie sah, war für sie lediglich die Ruhe vor dem Sturm.
      Diese lila Schwaden des Andromeda-Nebels waren zwar eine Sehenswürdigkeit, aber sie bildeten sicherlich auch eine unheimliche Kulisse für eine eventuell kommende Schlacht!
      Sie hielt es kaum für möglich, aber es war so. – Die große Tür öffnete sich und es kam jemand herein! Welch Überraschung, dachte Lt. Boeman. Es war der Captain.
      «Ich dachte schon, ich müßte Ihren alkalischen Brandy selbst trinken! Den stelle ich nämlich jeden Morgen kalt und lasse ihn im Eisfach, bis Sie eine Dienstpause haben und sich nichts sehnlicher wünschen als Ihren alkalischen Brandy!» meinte Lt. Boeman.
      «Das ist aber sehr nett von Ihnen, Lieutenant! Danke sehr! Dann hätte ich also jetzt gerne einen alkalischen Brandy.» sprach Cpt. Bluefox.
      «Sie kommen aus einem bestimmten Grund hierher, nicht wahr? Denken Sie, es ist der letzte Drink?» fragte Lt. Boeman.
      «Nein, bestimmt nicht, Lieutenant. Aber ich muß eine Tradition einhalten, die einige Captains in der Sternenflotte früher auch schon getan hatten. Es ist auch bei mir üblich, daß ich als Kapitän noch einmal mein Schiff inspiziere vor der Schlacht. Ich finde, das gehört einfach dazu. Meine Beine tragen mich beinahe von alleine durch die Decks und betreten jeden Raum, jeden Turbolift... ...einfach alles!» antwortete Cpt. Bluefox.
      «Haben Sie ein Gespür für heikle Situationen?» fragte Lt. Boeman.
      «Nach einem Jahr als Captain auf der Bluefox-E neige ich tatsächlich dazu, heikle Momente vorauszusehen oder zu spüren.» antwortete der Captain und schaute nun ebenfalls aus den riesigen Fenstern des Minirestaurants von Zehn-Vorne in die Weiten des Nebels hinaus.
      Da entluden sich plötzlich Blitze im Inneren der Energiewolken! Da traf einer die Hülle der Bluefox und brachte sie zum Erbeben! Cpt. Bluefox funkte an die Brücke:
      ««Bluefox an Ceagy; was ist da oben los?»»
      ««Captain, die Borg versuchen, uns mit gezielten Energiestößen im Nebelinneren aus unserem Versteck zu jagen!»» antwortete Cmdr. Ceagy auf der Brücke.
      ««Ich komme sofort hoch. Wir halten die Position so lange wie möglich.»» meinte der Captain und ging Richtung Außentür von Zehn-Vorne. Er drehte sich nochmals zur Barkeeperin um und fragte mit einem Schmunzeln auf den Lippen:
      «Wären Sie so freundlich und würden Sie den Brandy bitte kaltstellen, bis ich Zeit habe, ihn vollständig zu trinken?» Lt. Boeman lächelte zurück und entgegnete:
      «Sind Ihnen 2° C recht?»
      «Perfekt!» antwortete der Captain und verließ Zehn-Vorne.

      «Bericht, Mr. Chollet.» verlangte Cpt. Bluefox, als er auf der Brücke ankam.
      «Wir haben geringe Schäden auf den Decks 27 und 32.»
      Cmdr. Ceagy machte Cpt. Bluefox einen Vorschlag:
      «Sir, wir sollten uns den Borg stellen. Irgendwann sind wir gezwungen, diesen Nebel zu verlassen. Und dann haben wir sicher nicht so viel Chancen wie jetzt noch.»
      «Einverstanden. Bringen Sie uns raus, Nadine. Erst voller Impuls, danach beschleunigen auf Warp 9.» befahl Cpt. Bluefox Lt. Humble und setzte sich in seinen Kommandosessel, links neben Cmdr. Ceagy.
      Mit einem Schlag wuchtete die U. S. S. Bluefox mit Warp 9 aus dem Andromeda-Nebel hinaus, der gigantische Kubus der Borg sofort wieder hinterher!
      «Captain, die Borg verfolgen uns. Sie kommen näher heran. Sie fliegen mit Warp 9,9! Sie aktivieren den Traktorstrahl!» warnte Lt. Cmdr. Chollet.
      Der grüne, gebündelte Strahl traf die Untertassensektion und riß die Bluefox aus dem Warp! Auch das Borgschiff verlangsamte auf Impuls.
      «Sie haben uns gestoppt, Captain! Wir sind wehrlos!» warnte Lt. Humble am Steuer.
      Da ertönte ein Geräusch, das sich wie ein Transportvorgang anhörte! Und tatsächlich!
      Es beamten plötzlich in einem grünen Lichtstrahl zwei Borg-Drohnen direkt auf die Brücke!
      Lt. Cmdr. Chollet zückte sofort seinen Handphaser und feuerte auf einen der beiden Borg. Er traf sein Ziel genau und die Drohne fiel zuckend auf den Boden und rührte sich nicht mehr!
      Jedoch war da ja noch der zweite Borg. Der marschierte direkt in die Richtung des Captains, aber Cmdr. Ceagy stellte sich ihm in den Weg und wollte dem Borg auf die altmodische Art eins herunterschmieren, aber die Drohne reagierte clever und verpaßte ihrerseits dem Ersten Offizier einen Kinnhaken! Der taumelte zurück und mußte sich an seinem Sessel festhalten.
      In dieser Zeit machte sich auch der Sicherheitschef für einen praktischen Einsatz bereit! Er feuerte erst nochmals einen Schuß aus seinem Handphaser ab, jedoch konnte dieser zweite Borg den Phaserschuß problemlos wegstecken, indem er einen Schild um sich herum aktivierte!
      Chollet sprang über den Balken oberhalb der drei Kommandosessel und landete direkt zwischen der Borg-Drohne und dem Captain, der sich in seinem Sessel ziemlich eingeengt vorkam!
      Chollet holte zu einem Hammerschlag aus, aber auch er mußte mit der Unsanftheit des Borg Bekanntschaft machen! Er bekam von der Drohne eine wuchtige Kopfnuß und stürzte zwischen den Captainsessel und den Sessel des Ersten Offiziers!
      Der Borg hatte nun also freie Bahn zu Cpt. Bluefox, den er offensichtlich als sein Ziel gesetzt hatte! Er packte den Captain an der Schulter und bohrte ihm zwei Röhrchen in den Hals!
      Der Captain schrie kurz auf! Einen Herzschlag später beamte sich diese Drohne samt dem Captain von der Brücke zurück auf den Borgkubus!
      Im fast genau selben Moment löste sich der tote Borg beim Sessel der Ops auf.
      Cmdr. Ceagy und Lt. Cmdr. Chollet erholten sich blitzschnell wieder und besetzten in Windeseile wieder ihre Stationen. Chollet berichtete:
      «Das Borgschiff entfernt sich mit hoher Warpgeschwindigkeit!»
      «Verfolgung aufnehmen!» befahl Cmdr. Ceagy, noch benommen von dem wuchtigen Hammer der Drohne!
      Da meldete sich Lt. Cmdr. Lore an der Ops:
      «Commander, die Borg nehmen Kurs auf den Sektor 001.»
      Cmdr. Ceagy machte einen ernsten Blick und sprach: «Die Erde...»

      Auf dem Borgkubus herrschte eine graue, düstere Atmosphäre. Grüne Lichter beleuchteten zum Teil die Gänge. Links und rechts davon standen in einer Reihe Regenerationskammern für die Drohnen. Eine nach der anderen im exakt gleichen Abstand.
      Da kam eine Borg-Drohne um die Ecke, gefolgt von Cpt. Bluefox. Dahinter lief wieder eine Drohne.
      Der Captain wurde zu einem Verteilerpunkt eskortiert. Dort befanden sich mehrere Bildschirme. Alle zeigten bloß Gänge im Borgschiff, links und rechts davon die Alkoven.
      Da hielt der Dreiertrupp an.
      Cpt. Bluefox schaute in einen großen Hohlraum. Er stand an einem Geländer. Von dort aus ging es fast hundert Meter abwärts. Unten befanden sich wieder diese Gänge und Alkoven. Immer das selbe in grün, respektive grau. Auch wenn man nach vorne blickte, gab es ungefähr hundert Meter lang Leere, dahinter in Dutzenden Etagen diese Korridore mit den Alkoven für die Borg-Drohnen.
      Eine forsche Stimme – nein, mehrere, gleichzeitig sprechende, forsche Stimmen – riß den Captain aus dem Staunen über die Größe dieses Schiffes.
      «Captain Matthew Bluefox, Kommandeur des Raumschiffes Bluefox NCC 1701-E. Sie dürfen jetzt sprechen.»
      «Ich habe Ihnen nichts zu sagen.» erwiderte Bluefox mit einer kalten, ebenfalls festen Stimme.
      «Das Borgkollektiv hat beschlossen, Sie als Sprecher der Borg bei der Ankunft auf Ihrem Heimatplaneten einzusetzen. Die Menschheit sollte ein bekanntes Gesicht sehen und eine bekannte Stimme hören – eine Stimme der Föderation.»
      «Ich werde mich dem Kollektiv mit all‘ meiner Kraft entgegenstellen!»
      sprach Cpt. Bluefox. Doch die Stimmen entgegneten:
      «Kraft ist irrelevant. Wir sind Ihnen technologisch weit überlegen. Wenn Ihr Schiff versucht, uns an unserem Vorhaben scheitern zu lassen, werden wir es zerstören. Sie alle, die gesamte Menschheit, wird dem Kollektiv dienen. Sie werden uns ergänzen mit ihrem Erfahrungsschatz und mit ihren technologischen Kenntnissen. Widerstand ist zwecklos.»
      «Eher sterben wir!» rief Cpt. Bluefox.
      «Der Tod ist irrelevant. Unterwerfen Sie sich.» forderten die Stimmen Cpt. Bluefox auf.
      «Niemals! Wir werden siegen! Die Gerechtigkeit wird immer siegen! Sie sind für den Tod von unzähligen Lebensformen verantwortlich!» schrie der Captain. Während diesem Satz wurde er von zwei Drohnen angeschubst und somit aufgefordert, mit ihnen zu gehen.
      Er ging mit, unfreiwillig. Die Stimmen des Borgkollektivs antworteten auf seine Aussage.
      «Wir töten keine Lebensformen, wenn sie sich uns ergeben und keinen Widerstand leisten. Wir geben ihnen die Möglichkeit, unter vielen Mitgliedern einer gleichen Spezies zu dienen.»
      «Ja, aber dafür nehmt ihr ihnen deren Individualität. Das ist mit dem Tod der Lebensform gleichzustellen. Und jetzt habe ich keine Lust mehr, weiter zu reden. Ich habe Ihnen nichts zu sagen. Das sagte ich schon einmal. Ende der Debatte.» meinte Cpt. Bluefox und schaute sehr böse drein!

      Auf der Bluefox wurde es derweil kritisch mit der Energie, wegen des Kampfes und dem Zwischenfall mit den Nebelblitzen.
      «Commander, das Warpsystem wurde beschädigt. Wir können diese Geschwindigkeit nicht mehr lange aufrecht erhalten. Wir fliegen im Moment mit Warp 9,94 und das ist ohnehin schon über dem Grenzwert dieses Raumschiffes! Ich kann uns höchstens noch dreieinhalb Stunden im „Kielwasser“ des Borgschiffes halten. Die Borg müssen irgendwie auf Impulsgeschwindigkeit gebracht werden, sonst erreichen sie die Erde lange vor uns.»
      meinte Lt. Humble.
      «Ein Außenteam könnte dies vielleicht schaffen. Wenn wir Energieknoten zerstören, dann verliert das Borgschiff eventuell Geschwindigkeit.» schlug Lt. Cmdr. Valter vor.
      «Also gut, das machen wir. Chollet, Valter, Lore, Sie kommen mit mir.»
      befahl Cmdr. Ceagy.
      «Commander, sollten Sie nicht auf dem Schiff bleiben, wenn der Captain nicht an Bord ist? Ich führe das Außenteam. Ich kenne die Struktur des Borgschiffes genauer.»
      meinte Lt. Cmdr. Valter.
      «Nein, Commander. Die Sicherheit des Captains obliegt meiner Verantwortung. Ich führe das Außenteam, keine Debatte.» konterte Cmdr. Ceagy.
      Da schaltete sich plötzlich Cnslr. Knight mit in diese Auseinandersetzung ein!
      «Commander Ceagy, Ihr Platz ist auf der Brücke. Es wäre unklug, wenn Sie das Außenteam führen. Die Crew hat schon ihren Captain nicht mehr und es wäre sehr schade, wenn auch sein Stellvertreter nicht mehr da wäre.»
      Cmdr. Ceagy nickte nun doch zustimmend und nahm im Kommandosessel Platz. Er befahl
      Lt. Cmdr. Valter:
      «Commander Valter, Sie führen das Außenteam. Ich bleibe hier.»
      Valter anerkannte dies und verließ zusammen mit Lt. Cmdr. Lore und Lt. Cmdr. Chollet die Brücke.

      Im Transporterraum angekommen, erhielten die drei taktischen Offiziere, unterstützt von der Chefärztin Dr. Strike, von Chief Whiteman Spezialphaser. Whiteman erklärte:
      «Diese Handphaser wurden mit der Frequenz des Schiffsphasers ausgerüstet, die zur Deaktivierung des Traktorstrahls der Borg verhalf. Sie können mit diesen Waffen maximal drei Schüsse abfeuern, bevor sich die Drohnen darauf eingestellt haben. Viel Glück.»
      Jede Person nahm sich einen dieser modifizierten Handphaser und stellte sich auf die Transportplattform. Chief Whiteman informierte noch:
      «Für den Transport wurde die Warpgeschwindigkeit der Bluefox extra reduziert.»
      Lt. Cmdr. Valter gab den Energiebefehl, Chief Whiteman initiierte den Transport.

      Das Viererteam rematerialisierte sich in einem der vielen Korridore des Borgschiffes.
      Lt. Cmdr. Valter gab noch einmal für alle die Missionsziele bekannt:
      «Wir müssen Energieknoten finden und diese zerstören. Damit die Drohnen die Reparaturen vornehmen können, muß der Kubus auf Impulsgeschwindigkeit verlangsamen. Das Kollektiv wird uns sofort als Gefahr ansehen, wenn wir die Energieknoten angreifen. Im Moment sind wir noch keine Gefahr und werden deshalb von den Borg-Drohnen noch ignoriert. Schießen Sie also im Moment noch nicht. Als zweites Ziel müssen wir natürlich unbedingt den Captain finden und ihn zurückbringen auf unser Schiff. Doctor, Sie scannen mit Ihrem medizinischen Tricorder ständig nach den Biozeichen des Captains, während wir uns hauptsächlich mit der Zerstörung der Energieknoten beschäftigen. Alles klar?» fragte sie. Alle nickten.
      Die Vierergruppe marschierte zwar durch verschiedene Regionen des Decks, aber es sah eigentlich immer gleich aus, Meter für Meter. Ab und zu gab es eine Wegkreuzung, aber sonst hätte man sich – ohne Tricorder sowieso – glatt verirren können!
      Da hatte Dr. Strike ein Signal auf ihrem Tricorder! Sie meldete sich natürlich sofort:
      «Commander! Ich habe das Signal des Captains! Es befindet sich an einer Wegkreuzung ein Deck unter uns. Wir müssen diese Leiter dort nehmen und dann noch zwei Kreuzungen passieren.» erklärte sie den anderen den Weg.
      Alles klappte wie am Schnürchen und das Außenteam erreichte den von Dr. Strike angegebenen Ort problemlos.
      Endlich änderte sich einmal etwas an der optischen Aufmachung des Schiffsinterieurs!
      Es befanden sich in einer Wand integrierte Schubladen mit einem Griff daran.
      «Hier müßte er sein! Das Lebenszeichen ist hier am stärksten!» meinte Dr. Strike aufgeregt.
      Lt. Cmdr. Lore trat an die Wand heran und zog eine Schublade heraus. Nichts war drinnen. Er schob sie wieder hinein und nahm die nächst untere raus. Was das Außenteam da drinnen sah, ließ die Hoffnung von Hundert auf Null absacken! In der Schublade drinnen befand sich nämlich bloß die Uniform des Captains mit deren Rangabzeichen und seinem Kommunikator, von dem auch die Bio- und die anderen Lebenszeichen des Captains ausgingen!
      «Verstecken Sie sich nicht mehr, Captain. Wir finden es langsam nicht mehr witzig.»
      scherzte Lt. Cmdr. Chollet mit einem Zwangslachen.
      «Dann suchen wir jetzt die Energieknoten.» befahl Lt. Cmdr. Valter.
      Und das Außenteam wurde tatsächlich fündig! An einer Wegkreuzung leuchtete an der Decke etwas blau auf.
      «Wenigstens haben wir auf dieser Suche Erfolg.» meinte Lt. Cmdr. Valter und zeigte auf das Licht. Sie erklärte:
      «Das sind eben diese Energieknoten. Ich schieße jetzt.» warnte sie die anderen.
      Sie schoß, doch nichts regte sich! Valter schaute zu Lore hinüber. Der zielte nun ebenfalls auf den Verteilerknoten. Dann feuerten Valter und Lore gemeinsam!
      Da explodierte der Energieverteiler! Die grünen Lampen an der Decke erloschen kurz, leuchteten aber wenige Sekunden später wieder auf voller Stärke.
      «So, jetzt muß es schnell gehen. Sie werden uns jetzt wohl angreifen. Wir müssen noch mindestens zwei weitere Knoten zerstören!» meinte Lt. Cmdr. Valter.
      Wenige Meter weiter vorne trafen die vier Offiziere erneut auf so einen Knoten. Wieder schossen zwei Leute gleichzeitig. Diesmal waren es Lt. Cmdr. Chollet und Dr. Strike.
      Auch diesmal klappte es. Der Energieknoten explodierte mit einem lauten Knall! Wieder erloschen die Lampen. Aber leider wurde es wieder hell.
      Auf einmal waren Geräusche zu hören, die sich wie das Klappen von Schnallen anhörten!
      Da erschien auf einmal eine Borg-Drohne, die sich aus ihrem Regenerations-Alkoven löste!
      Lt. Cmdr. Valter drückte sofort die Feuertaste ihres Handphasers! Der Borg zuckte und taumelte ein paar Schritte rückwärts. Dann knallte er auf den harten Gitterboden!
      Ein weiterer Borg näherte sich dem Außenteam! Diesmal konnte Lore genug schnell reagieren und tötete die Drohne genug früh. Valter funkte an die Bluefox:
      ««Valter an Raumschiff Bluefox: Es ist hier zum Kampf gekommen! Der Captain ist irgendwo hier drinnen. Wir haben seine Uniform und seinen Kommunikator gefunden. Wir konnten zwei Energieknoten zerstören. Mindestens einen müssen wir noch außer Funktion setzen, dann müßten Sie eigentlich ebenfalls etwas merken!»»
      ««Hier Commander Ceagy! Ich habe verstanden. Machen Sie weiter!»» erwiderte der Erste Offizier per Funk und brach den Kontakt wieder ab.
      Währenddem Valter mit Ceagy redete, feuerten Chollet, Lore und Strike je einen weiteren Schuß aus ihren Phasern ab und alle trafen ihre Gegner perfekt.
      Da stieß das Außenteam auf einen weiteren Energieknoten!
      Sofort feuerten Valter und Lore auf den Knoten. Doch es geschah nichts!
      Chollet machte sich ebenfalls feuerbereit. Valter, Lore und Chollet feuerten nun zu dritt auf den Knoten! Er explodierte endlich!
      Wieder gingen die Lichter aus, diesmal aber länger als vorher. Erst nach mehr als zehn Sekunden schaltete sich die Beleuchtung des Decks wieder ein.
      ««Ceagy an Außenteam: Das Borgschiff wird langsamer! Gute Arbeit!»»
      berichtete Cmdr. Ceagy über den Funk.
      Da schrie Dr. Strike auf ein Mal hysterisch nach hinten zu Lt. Cmdr. Valter:
      «Commander! Schauen Sie her!» Dr. Strike zeigte mit ihrem Finger zitternd auf eine Drohne. Aber es war nicht irgendeine Drohne... – Es war Cpt. Bluefox!!
      «Mein Gott.» sprach Valter mit gebrochener Stimme und hielt sich die Hand vor den Mund.
      «Was habt ihr mit ihm gemacht, ihr Schweine?!» rief Lt. Cmdr. Chollet voller Wut!
      «Sie haben ihn assimiliert. Er ist einer von ihnen.» antwortete Lt. Cmdr. Valter und senkte ihren Kopf. Sie schaute auf den grauen Gitterboden des Decks. Sie dachte sich, das dies einfach nicht wahr sein durfte!
      Doch zum Resignieren blieb keine Zeit. Eine ganze Armada von Drohnen marschierte auf das Außenteam zu! Sie kamen von allen Seiten der Kreuzung her! Sicher je sieben Stück oder mehr!
      Doch Lt. Cmdr. Chollet war dies egal! Er rannte los und wollte zu Cpt. Bluefox hin, um den Borg in ihm zu deaktivieren. Er wollte ein Kabel herausreißen!
      Es gelang ihm irgendwie, durch die anderen Drohnen hindurch zu gelangen.
      Als er beim Captain ankam, wurde er unmittelbar vor einer Berührung mit Bluefox durch ein Personenkraftfeld zurückgeschleudert!
      ««Valter an Raumschiff Bluefox: Holen Sie uns sofort hier raus! Wir sind umstellt!»»
      funkte Lt. Cmdr. Valter an den Transporterraum.
      Chief Whiteman handelte sofort und holte das Außenteam gerade noch vor dem Unheil auf die Bluefox zurück! Er konnte auch Chollet erfassen.

      Als die vier auf der Brücke ankamen, erwartete sie dort bereits ein sehr besorgter
      Cmdr. Ceagy. Er fragte sofort:
      «Und? Haben Sie den Captain doch noch gefunden?»
      «Ja, das haben wir.» antwortete Lt. Cmdr. Valter.
      «Und warum sind Sie denn alle so niedergeschlagen?» wollte Cmdr. Ceagy wissen.
      «Der Captain wurde durch die Borg verändert. Er wurde in deren Kollektiv assimiliert. Er ist jetzt auch ein Borg!» erklärte Lt. Cmdr. Valter traurig.
      Cmdr. Ceagy wurde bleich und setzte sich in den Kommandosessel. Er konnte es genau so wenig fassen wie der Rest der Brückencrew.
      Da berichtete Lt. Hewsser an der Taktischen Station:
      «Commander, es kommt eine Transmission herein vom Borgschiff.»
      «Auf den Schirm, Monique.» befahl Cmdr. Ceagy.
      Auf der anderen Seite war nun Cpt. Bluefox, oder das, was die Borg aus ihm gemacht hatten, zu sehen! Er stand alleine vor der Kommunikationskonsole und schaute in den Bildschirm.
      ««Captain?»» fragte Cmdr. Ceagy mißtrauisch. Da begann Cpt. Bluefox, zu sprechen. Seine Stimme erhielt eine begleitende, synchron zu ihm sprechende Stimme. Diese zweite Stimme klang monoton und immer auf dem gleichen Ton bleibend!
      ««Meine Bezeichnung ist „Andronus“. Ich bin ein Borg. Commander Andrew Ceagy, Sie und Ihre Crew werden sich sofort dem Kollektiv ergeben und ausschließlich uns dienen! Ihre Charaktereigenschaften, sowie Ihr gesamtes Wissen und Ihre Erfahrungen werden dem Wissen des Kollektivs hinzugefügt. Sie werden Ihre Schutzschilde deaktivieren und sich zu uns transportieren. Jeder Widerstand ist zwecklos, „Nummer Eins“.»»
      Cmdr. Ceagy fiel fast der Kinnladen herunter! Er konnte nur noch leer schlucken über solche Worte seines Captains! Wie konnte das überhaupt möglich sein? Zwei Nadeln in den Hals und schon wird eine Person manipuliert und mißbraucht? Das konnte der Erste Offizier nicht im Geringsten verstehen.
      Da informierte Lt. Cmdr. Steaner Cmdr. Ceagy per Funk:
      ««Maschinenraum an Brücke: Die Arbeiten am Deflektor sind beendet und der hochfrequente Energieimpuls kann gesendet werden. Der Impuls ist nur unter der Lichtgeschwindigkeit aktiv.»»
      Nun stand Cmdr. Ceagy vor einer verdammt harten Entscheidung. Sollte er nun versuchen, mit allen Ressourcen den Captain auf die Bluefox zurückzuholen oder sollte er im Namen der Föderation und der Menschheit die Erde vor einer Invasion bewahren?
      Er hatte es nun womöglich in der Hand. Er konnte neun Milliarden Menschen auf der Erde das Leben, oder besser ausgedrückt, die Individualität retten und dafür jemanden opfern. Er konnte aber auch seinen besten Freund versuchen, zu retten. Dadurch könnte aber das Borgschiff wieder Warp-Energie erlangen in der Zwischenzeit und die Erde assimilieren! Keiner wußte, wie lange die Borg keine Warp-Energie hatten!
      Cmdr. Ceagy erhob sich aus dem Kommandosessel und sprach langsam einen, auf jeden Fall folgenschweren Befehl aus:
      «Commander Chollet...» Ceagy machte eine kurze Pause... «Feuer!»




      Fortsetzung folgt...
      Zuletzt geändert von Narbo; 17.01.2002, 13:34.

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